Liest euch meine Geschichte einfach mal durch und sagt mir was ihr davon haltet. Bin schon sehr gespannt. Viel Spaß!
Die Geschichte meines Lebens
Heute bin ich 21 Jahre alt und denke sagen zu können dass ich die Liebe meines Lebens bereits gefunden habe. Allerdings war es ein langer und schwerer Weg bis hier her.
Dieser Weg ist auch noch nicht zu ende. Ich werde noch viele Hürden schaffen müssen.
Aber ich will nun meine Geschichte erzählen.
Mit knapp 16 Jahren lernte ich meinen ersten ernsthaften Freund kennen. Wir waren drei Jahre zusammen, doch lebten im Prinzip nur nebeneinander her. Ich habe mich weiter entwickelt, er leider nicht. Ich begann ihn zu betrügen weil ich was Neues wollte und trennte mich von ihm.
Wenige Wochen später lernte ich meinen zweiten festen Freund kennen. Am Anfang war alles sehr schön und harmonisch. Ich verstand mich super mit seiner Familie. Doch dann verfiel er dem Alkohol und ließ unsere Beziehung Stück für Stück zerbröckeln. Ich machte gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester. Was mich sehr in Beschlag nahm. Ich ließ ihn alles mit mir machen, hatte immer wieder die Hoffnung dass er das packt mit dem Alkohol aufzuhören. Hatte keinen Kopf für andere Männer. Bis ich mal wieder einen Schulblock hatte.
Als wir in die Schule kamen, war direkt unter unsrem Klassenraum im 1 Stock eine Baustelle, die haben da Garagen gebaut. Wir haben zwar gesehen das da junge Männer gearbeitet haben, aber sie nicht wirklich beachtet. Ich saß in den Pausen immer auf der Fensterbank und sah denen beim schuften zu *Grins* ! So nach einer Woche fiel mir doch einer dieser Bauarbeiter auf. Er sah echt süß aus. Braungebrannt, süßes Gesicht, ein tolles Lächeln und einen sehr gut gebauten Körper. Mit dieser Art Mann hatte ich bisher noch keinen Flirt oder dergleichen gehabt. Er war der erste der mich so faszinierte, vom ersten Lächeln an. Jeden Tag beobachteten wir uns und lächelten uns einfach nur an. Die Mädels in meiner Klasse fanden das natürlich nicht so doll, sie meinten eben dass alle von den Südländern mit allem flirten. Aber mir was das Geschwätz egal. Es war einfach schön zu sehen das es auch andere Männer gibt, die sich für mich interessieren. Nach ein paar Tagen kam dann plötzlich der erste Spruch von ihm `Hey fall nicht aus dem Fenster, sonst muss ich dich ja auffangen´ und ich nur `Dann wärste ja platt (Bin nicht gerade ein Mädel mit Modelmaßen!) ´. Am gleichen Tag in der Pause war ich draußen alleine unterwegs und plötzlich stellte sich der Nette süße Bauarbeiter mir in den Weg. Wir quatschten ein bisschen und später warf ich ihm meine Visitenkarte runter. Das war am Mittwoch, den 14.Juli 2004. Als er sich dann den Mittwoch nicht meldete merkte ich dass ich ein wenig enttäuscht war. Am nächsten Tag machte ich mich extra schick für die Schule. Wir redeten an dem Tag nichts miteinander.
Freitags ging ich dann in der Pause zu ihm. Er sollte mir seine Handy Nr. in mein Handy tippen und als ich ihn nach seinem Namen fragte meinte er nur das ich aber nicht lachen darf. Er hieß Mendi, abgeleitet von Menderim. Ich fand den Namen direkt toll. Als wir Freitags dann Schulschluss hatten, wollte ich ihm eine SMS schicken in der ich ihm ein schönes Wochenende wünschen wollte. Aber das funktionierte dann nicht. Denn diese Nr. gab es nicht. Ich war so enttäuscht und sauer. Zuhause war auch alles [Schimpfwörter werden hier nicht geduldet]. Meiner war schon wieder besoffen mittags um vier und seine Mum schrie nur mit ihm rum. Ich verkroch mich im Zimmer und mir war alles egal. Meine Gedanken waren bei Mendi. Ich bemerkte immer mehr das dieser Mann was mit mir angestellt hatte. Aber so richtig eingestehen wollte ich es mir nicht. Samstags kam ich grad aus der Dusche, da klingelte mein Handy. Mendi war dran und meinte so warum ich mich nicht gemeldet hätte. Ich konnte es nicht fassen, so ein Spruch nachdem er mir die Falsche Nummer gab. Ich motzte ihn an und wir bemerkten dass nur eine Zahl falsch war und er das wirklich nicht mit Absicht gemacht hatte. Wir redeten 2 Stunden. Wir konnten über alles reden, wie als würden wir uns schon Jahre kennen. Er fragte ob wir abends weg gehen wollten. Aber da bekam ich ein schlechtes Gewissen meinem Freund gegenüber und verneinte. Es war okay für ihn. In dieser Nacht hatte ich mal wieder nen Megastress mit meinem Alkoholleichen Freund. Als er sonntags um zehn Uhr morgens schon wieder zum Frühshoppen war, schrieb ich Mendi eine SMS. Er sollte mich doch bitte mal anrufen, ich bräuchte jemandem zum reden. Er rief ein paar Stunden später an und sagte dass er mich abholen kommt, dass wir spazieren gehen können. Ich sagte zu und war plötzlich ganz aufgeregt.
Ich flitzte ins Bad und machte mich hübsch. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch. Meine Schwiegermama in Spee winkte mir noch schön hinterher als ich mich verabschiedete.
Ich stieg in seinen Wagen und er fuhr an. Dann machte er wieder halt sah mich an und gab mir ein Begrüßungsküsschen. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch aber hatte auch Angst. Keine Ahnung wovor aber es war so. Wir fuhren an den nahe gelegen Wald und gingen los. Nach ein paar Metern nahm er meine Hand. Ein paar Meter weiter legte er seinen Arm um mich. Ich genoss diese Nähe so. Ich spürte so was schönes schon so lange nicht mehr. Es tat einfach nur gut. Plötzlich blieb er stehen, nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich. Ich kam mir vor als würde ich abheben. Ich war wie auf einem anderen Stern. Ich wusste nicht mehr was los war. Er lächelte mich an und wir liefen weiter. Wir spazierten da, als wären wir schon ewig zusammen und quatschen wie als würden wir uns aus der Kindheit kennen. Irgendwann setzten wir uns auf eine Bank und plötzlich meinte er, er müsse mir noch was Wichtiges sagen. Ich bin fast rückwärts von der Bank gefallen als er mir sagte das er noch verheiratet ist aber schon lange mit seiner Frau nichts mehr laufen würde, weil sie sich auseinander gelebt hätten. Ich konnte es echt nicht fassen.
Ich wusste nicht mehr was ich denken und fühlen sollte.
Diese wunderschöne Sonne die da gerade vor mir aufgegangen war, ging schon wieder so schnell unter! WARUM? Er erzählte mir von seiner Ehe und das ihm seine Frau wirklich nichts mehr bedeutet. Ich wollte nur noch eines wissen, ob er Kinder hat. Das verneinte er Gott sei Dank. Seit dieser Antwort wusste ich dass ich diesen Mann haben will.
Wir sahen uns ab diesem Moment jeden Tag. Seine Baustelle war fertig, aber er kam in den Pausen an die Schule gefahren, er holte mich ab nach Schulschluss, wir mailten wenn wir uns nicht sahen, ich schrieb ihm seitenlange Briefe während des Unterrichts, wir klebten förmlich aneinander. Wir haben stundenlang geredet, waren Stunden spazieren, haben uns Stück für Stück kennen gelernt. Diese Stunden, Minuten, Sekunden waren so wertvoll. Ich kannte das Gefühl was er mir gab nicht. Mein Freund merkte nichts von alle dem. Er checkte nicht das ich von der Schule erst Abends heimkam, und raffte auch nicht das ich plötzlich das komplette Wochenende weg war. Allerdings kam seine Mama mir dahinter. Sie bemerkte dass es mir plötzlich wieder so gut ging. Ich sagte ihr dass ich zwar jemanden kennen gelernt habe aber nicht was da lief.
2 Wochen nachdem wir uns kennen lernten hatte mein Dad 50. Geburtstag. Mein Freund hatte mir schon Wochen vorher versprochen dass er mit mir dahin fährt. Was war natürlich er war mittags um 15Uhr schon Stock Besoffen. Ich hatte seit 2 Tagen eine böse Entzündung in meinem Bein und musste an Gehstöcken laufen. All das interessierte ihn nicht. Er meinte ich solle schauen wie ich zu meinem Dad komme. Ich rief Mendi an, bettelte ihn an das er mit mir zu meinem Dad geht. Doch er meinte das könnte er nicht machen, mein Dad würde ihn doch gar nicht kennen. Aber ich konnte ihn doch dazu überreden. Er setzte mich bei meiner Freundin ab, meinte er geht sich umziehen und kommt mich dann wieder abholen. Meine Freundin hatte Mendi zwischenzeitlich auch schon kennen gelernt und war begeistert von ihm. Meine Mama hatte ihn auch schon kennen gelernt und fand ihn nett, sie fand nur die ganze Situation so chaotisch. *Grins*
Als Mendi mich dann abholen kam versprach es mir echt die Sprache. Er hatte sich richtig rausgeputzt, mit feiner schicker Hose, tollem Hemd, einfach PERFEKT!!!
Ich wusste nicht mehr was ich sagen sollte. Ich war verdammt stolz als ich mit diesem Mann auf dem Geburtstag von meinem Dad auftauchte, wo ihn alle kennen lernen konnten.
Alle fanden ihn auf Anhieb nett und um mich kümmerte er sich ganz lieb, weil ich Schmerzen hatte. Ich wollte nachts dann nicht mehr zurück zu meinem Freund und ließ mich von ihm in meine Wohnung fahren. Er legte sich neben mich ins Bett und wartete bis ich eingeschlafen war. Dann fuhr er heim. Um 3Uhr nachts wurde ich wach, hatte Fieber, Schüttelfrost, Schwindel. Ich rief meine beste Freundin an und wir fuhren ins Krankenhaus. Ich musste stationör eingewiesen werden. In meinem kompletten rechten Bein waren Venen, Arterien und Sehnen entzündet. Musste viermal am Tag starkes Antibiotika in Infusionen bekommen. Bettruhe. War echte Sch….!
Ich schrieb Mendi und meinem Freund eine SMS was los sei. Meinen Freund interessierte es nen Müll, er meldete sich die 10 Tage die ich im Krankenhaus lag nicht. Mendi kam sofort sonntag morgens um 10Uhr. Er machte sich Sorgen und kümmerte sich ganz lieb um mich. Er kam morgens schon früh, fuhr mittags wieder zwei drei Stunden und kam wieder bis spät Abends. Mein Vorteil war das ich zu diesem Zeitpunkt ja noch in dem Krankenhaus arbeitet und niemand was sagte wenn er bis 23Uhr abends blieb. *Grins* Er erzählte mir das seine Frau fragte wo er immer sei und er erzählte ihr das er ne alte Bekannte `Mich´ getroffen hat, die momentan im Krankenhaus wäre und Probleme hätte. Ich fand das okay. Was sollte er auch sonst sagen.
Doch am 3 Tag meines Krankenhausaufenthalts stand plötzlich eine Frau in meinem Zimmer, die ich noch nie zuvor gesehen hatte aber ich wusste dass es seine Frau ist.
Sie fragte mich ob ich Sabrina sei und wollte mit mir sprechen. Wir gingen in den Besucherraum und sie fragte mich aus. Ich erzählte ihr natürlich alles so wie ich es mit Mendi abgesprochen hatte. Natürlich versuchte sie bis auf übelste Ihren Mann bei mir schlecht zu machen. Er wäre so böse und brutal. Ich dachte nur `Ja klar und deshalb kämpfst du auch um ihm weil er so schlimm ist!?! ´ . Nach ihrem Besuch sagte ich natürlich direkt Mendi Bescheid. Bei ihm zu hause gabs wohl nen Riesen Krach. Denn er kam ins Krankenhaus und wollte meine Wohnungsschlüssel. Er schlief also in meinem Bett und ich konnte es nicht fassen dass er die erste Nacht in meinem Bett alleine da verbringt!
Es war so unfair! Das was ich mir so sehr seit Wochen wünschte, eine Nacht mit ihm zusammen, könnte endlich in Erfüllung gehen, aber ich kann nicht. Zwei Tage später kam er plötzlich ganz ernst zu mir, er müsse mit mir reden. Er war total fertig, am Boden zerstört. Er erzählte mir dass er seine Frau noch lieben würde und zu ihr zurückgehen würde. Ich war so wütend, so enttäuscht in diesem Moment dass ich ihn rausschmiss aus meinem Zimmer. Ich schrie, weinte, bekam keine Luft. Ich lief zum Fenster weil ich ihn sehen wollte. Da sah ich ihn, wie ein kleines Häufchen Elend auf der Treppe sitzen.
Da wurde mir klar das da was nicht stimmt. Ich ließ uns ein paar Stunden Zeit und schrieb ihm eine SMS, er sollte mich ans Krankenhaus abholen kommen. Er kam und wir fuhren an einen ruhigen Platz. Ich flehte ihn an, dass er mir die Wahrheit sagen sollte.
Dass ich ihm kein Wort glaubte das merkte er ziemlich schnell. Er sagte mir dann dass seine Frau mit Dingen gedroht hat, die nicht gerade schön waren und die einige Probleme verursacht hätten. Wir waren fest davon überzeugt dass wir zusammen gehören und dass wir kämpfen werden. Nach meinem 10 tägigem Krankenhausaufenthalt, ging ich zu
meinem `Freund´ zurück. Er war allerdings für einige Wochen in einer Reha Maßnahme. Seine Mutter hatte mittlerweile Mendi im Krankenhaus kennen gelernt und zeigte vollstes Verständnis für mein Verhalten. Sie wusste dass es die Schuld ihres Sohnes war aber wollte den Kontakt zu mir nicht verlieren.
Wir stehen auch heute noch ab und an in Kontakt. Auf jeden Fall verbrachten Mendi und ich wieder jeden freien Moment gemeinsam. Wir verbrachten auch in der zwischen Zeit unsere erste komplette gemeinsame Nacht bei mir in der Wohnung. Ich konnte kaum schlafen weil ich so Herzflattern hatte das wir uns mal endlich die ganze Nacht sehen konnten. Es war einfach nur ein Traum. Wenn wir uns nicht sehen konnten, chatten oder simsten wir. Unsere Handys standen nicht still! Am 20. August besichtigten wir unsere erste gemeinsame Wohnung. Mendi hatte sie sich schon mal angeschaut als ich noch im Krankenhaus lag und war total begeistert. So ging es mir dann auch.
Wir nahmen die Wohnung.
Die Sonntage gehörten immer ganz uns, bis zum 5 September. Da meinte Mendi nur er könnte mich nur abholen und in meine eigene Wohnung fahren und ich soll meinen Kram zum schlafen mitholen. Ich war total sauer und wusste nicht was los war. Warum wollte er den Tag nicht mit mir verbringen? Ich diskutierte mit ihm rum und er meinte er würde jemanden an den Flughafen fahren müssen. Ich dachte er meinte seinen Bruder, denn den hatten wir zwischenzeitlich schon einmal gemeinsam an den Flughafen gebracht.
Doch er meinte nur ich könnte nicht mit. Er kam mich also abholen und grinste nur ganz frech. Ich wusste nicht was mit ihm los war. Ich fragte ihn wen er denn nun zum Flughafen fährt und er lachte mich nur an. Da wusste ich das seine Frau in Urlaub fliegt, denn ich hatte ein paar Tage zuvor einen Anruf von ihr bekommen in dem sie mir erzählte das sie am überlegen sei ein paar Tage in Urlaub zu fahren und ich natürlich begeistert zustimmte das sie das machen soll *Grins*. Mir schossen die Tränen in die Augen. Denn von nun an wusste ich dass wir zusammen sein dürfen. Egal wo wann und wie. Er kam spät abends vom Flughafen zurück und wir waren einfach nur verdammt glücklich. Am 6 September trennte ich mich von meinem Freund nahm alles samt meinem Hund bei ihm und seiner Mutter aus dem Haus und verabschiedete mich von ihr unter Tränen. Tränen weil ich sie Vermissen werde aber mehr Freuden Tränen, weil ich wusste dass es mir jetzt wieder besser gehen wird. Das dass ganze Versteckspiel endlich ein Ende hat.
Am 7. September zogen wir in unsere Wohnung. Es war alles wie ein Traum.
Es ging alles so schnell und doch wieder rum dauerte es so lange. Natürlich merkten die Schwiegereltern von Mendi was los ist. Denn er nahm Stück für Stück seine Sachen aus der Wohnung. Sie riefen seine Frau im Urlaub an und die machte natürlich stunk ohne ende am Telefon. Aber sie wusste dass es so kommen würde. Sie machte uns auch keine weiteren Probleme mehr eigentlich. Sie rief noch einmal an und wollte mich runtermachen bei Mendi aber das ließ er nicht zu. Er meinte einfach nur zu ihr, das sie mich besser in Ruhe lasen soll. Danach kam auch ansich nichts mehr. All meine Freunde und Bekannten freuten sich für mich und uns. Alle mögen Mendi, außer der Freund meiner Mutter. Wir wissen zwar bis heute nicht warum, aber in unseren Augen ist das einfach nur ein Zeichen von seiner Schwäche. Wir lebten vier Monate in unsrer ersten Wohnung. Und es war einfach nur eine tolle Zeit. Wir verbrachten viele schöne gemeinsame Stunden. Genießten jeden Moment. Schliefen abends eng aneinander gekuschelt ein und wachten auch morgens so auf. Ich allerdings hatte zwischenzeitlich meine Ausbildung abgebrochen. Ich fühlte mich nicht mehr wohl und schloss mit dem Thema ab.
Klar waren alle nicht so begeistert davon. Aber ich konnte nicht mehr. Ich suchte mir einen Nebenjob als Nanny und das war okay für die erste Zeit. Mendis Brüder kannte ich mittlerweile auch schon. Ich hatte das Gefühl das sie mich beide sehr mochten. Wir hatten oft die Kinder von Jan, seinem ältesten Bruder bei uns. Zwischenzeitlich hatte sich Ben, der mittlere Bruder, von seiner Frau getrennt. Wir überlegten ob wir zu dritt zusammen ziehen sollen. Das machten wir dann Ende Dezember. Wir legten feste Regeln fest was die WG -Ordnung anging. Das klappte leider nur wenige Wochen.
Ben diskutierte täglich mit uns rum. Warum wir soviel Wäsche haben, warum Mendi jeden Tag ein neues Handtuch zum duschen holt, warum wir so teuer einkaufen müssen und lauter so ein Quatsch. Ich muss dazu sagen, unsere Art zu leben ist völlig normal. Wir verschwenden wirklich nichts, wir haben ja auch nicht das Geld zum Sch…. !
Aber sein Bruder hatte eine absolut abnormale Vorstellung vom Billig leben. Ihm reichten 50€ für den ganzen Monat für Lebensmittel. Er verstand nicht dass mein Freund lieber Fleisch isst als Hühnersuppe und sich normal ernährt. Wir hatten immer öfters Diskussionen weil er sich nicht mehr an die Regeln halten wollte. An einem Abend saßen wir wieder zu dritt am Tisch und diskutierten. Da zeigte er dann mal sein wahres Gesicht. Er meinte er ist nicht dafür da die Wohnung zu putzen, das könnte ich ruhig alleine machen. Ich wäre ja die Frau. Mendi und ich konnten es echt nicht fassen und wollten ins Bett. Ich stand noch in der Küche während Mendi schon ins Bett ging und meinte noch zu Ben er könnte wenigstens noch den Müll jetzt mit rausholen wenn er auf Nachtschicht ging. Das gefiel ihm nicht und er knallte mir eine ins Gesicht. Ich schrie und verschränkte die Arme. Mendi kam direkt und riss seinen Bruder von mir los. Ich verschwand in unser Schlafzimmer und wusste nicht mehr was gerade passiert war, ich konnte nur weinen und um Luft ringen. Ich hörte wie die beiden sich anschrien und das tat mir noch zusätzlich weh. Mendi kam zum mir und hielt mich einfach nur fest im Arm. Er entschuldigte sich tausendmal für seinen Bruder und konnte es selbst nicht fassen. Ich weiß nicht wie lange wir noch wach waren aber ich weinte mich in den Schlaf, fest im Arm von Mendi.
Die folgenden Wochen wurden echt schwer. Ich versteckte mich in unserem Schlafzimmer wenn Ben zu Hause war und ging ihm aus dem Weg. Natürlich wollten wir unsere WG nach dieser Aktion auflösen. Doch da stand Mendi plötzlich vor einer schweren Entscheidung.
Er hatte Angst das wenn er in eine neue Wohnung mit mir zieht, dass seine Familie das nicht akzeptieren wird. Dass sie ihm vorwerfen die Familie für eine Frau verraten zu haben. Seine Eltern wussten ja von mir, aber sie kannten mich nicht.
Das er sich überhaupt die Frage stellte was er machen soll, verletzte mich natürlich sehr. Ich konnte es nicht fassen das ich jetzt auch noch dadurch bestraft werden soll das ich meinen Freund verliere, obwohl ich keinen Fehler gemacht habe.
Nach langen Diskussionen, vielen Tränen zogen wir gemeinsam in unsere neue Wohnung.
Es war schön wieder alleine zu sein. Wir konnten wieder in unseren vier Wänden machen was wir wollten. Mussten auf niemanden Rücksicht nehmen. Ich glaube nicht das Mendi diesen Schritt bereut hat, zumindestens hat er es nie gesagt. Wer weiß wie er darüber denkt. Mit Ben habe ich nie wieder wirklich gesprochen. Nur das nötigste und das wars. Doch Mendi verhält sich ihm gegenüber als wäre nie was gewesen, sie sind ständig zusammen unterwegs. Leider denke ich auch, das er mittlerweile glaubt das ich selbst schuld war das dass mit seinem Bruder passiert ist. Ich denke Ben hat ihn da schon ordentlich bearbeitet. Aber ich weiß, dass ich die Wahrheit sage. Dafür würde ich mein Leben riskieren. Doch Ben könnte das nicht. Er müsste sein Leben geben. Doch irgendwie sieht das niemand. Ich muss so leiden, für etwas was nicht meine Schuld war.
Ich weiß bis heute auch nicht was Ben damals seinen Eltern erzählt hat, aber er muss schlecht über mich gesprochen haben.
Im Mai 2005, waren Mendi und ich das erste Mal für eine Woche getrennt.
Es war einfach grauenhaft. Ich kannte das nicht mehr alleine zu sein, alleine einzuschlafen und aufzuwachen. Es war so ungewohnt. Aber wir schrieben viel SMS und telefonierten auch. Als ich ihn am Flughafen abholen ging mit meinem Vater war ich einfach nur sauglücklich. Ich konnte ihn auf der Heimfahrt keinen cm von mir weg lassen.
Es war einfach schön ihn wieder bei mir zu haben. Er erzählte mir viel von seiner Familie. Es war schön ihn so glücklich zu sehen. Ich weiß dass mein Schatz seine Familie so sehr liebt, ich würde mich nie dort dazwischen drängen. Niemals. Aber ich würde gerne dazu gehören. Ich wünsche mir so sehr, das seine Familie mich kennen lernen möchte und das sie mich mögen.
Im August 2005 bekam ich endlich eine neue Ausbildungsstelle in einer Arztpraxis.
Die Praxis spannte mich sehr ein. Manchmal war ich 11 Stunden am Stück dort und war abends auch mal müde wenn ich heimkam. Ich war oft etwas zickig. Weil ich einfach müde war. Aber mit der Zeit spielte sich mein Rhythmus wieder ein.
Alles lief soweit eigentlich ganz gut. Ich war zufrieden mit meinem Job. Mendi war zufrieden. Er wollte sich selbstständig machen. Es war an und für sich alles okay.
Ein Jahr ist ins Land gezogen, ohne große Probleme. Klar streiten wir uns auch mal, aber wir raffen uns eigentlich immer wieder schnell zusammen.
Mendi geht viel alleine weg. Mit seinen Brüdern, seinen Freunden. Klar er arbeitet hart,
6 Tage die Woche. Er ist voll eingespannt vom Job. Ich versuche ihn zu unterstützen. Schaue das die Wohnung schön und ordentlich aussieht. Koche gerne für ihn.
Kümmere mich einfach gerne um ihn. Ich möchte dass es ihm gut geht. Ich verstehe dass er dann mal weg will. Aber er kann doch auch mit mir mal was unternehmen. Wir waren jetzt schon ein halbes Jahr nicht mehr gemeinsam in einer Disco oder so. Waren nur selten mal in die Altstadt was trinken gemeinsam. Er nimmt mich auch nur selten mit zu Jans Familie. Obwohl die immer wieder sagen das ich mitkommen soll. Ich verstehe mich mit denen meiner Meinung nach echt gut und ich denke nicht dass sie mich nicht mögen. Ich weiß aber nicht was Mendi stört. Unser Intimleben hat sich sehr verändert. Ich vermisse so viel. Aber ihn interessiert es nicht. Er sieht das nicht so. Er geht nicht mehr auf mich ein.
Er sagt mir er liebt mich, möchte mit mir zusammen sein. Aber wir streiten uns sehr oft in letzter Zeit. Ich habe oft die Angst dass er mich betrügt. Einige Dinge sprechen auch einfach klar dafür. Aber es sprechen genauso Dinge dagegen. Er sagt er liebt nur mich, hätte mich noch nie betrogen, möchte es auch nicht tun. Aber warum macht er so viele Dinge die ihn immer wieder auf diese Schiene bringen? Die mich immer wieder zweifeln lassen? Es wäre so einfach für ihn, mich glücklich zu machen. Er müsste nicht viel verändern. Ich denke einfach dass er es nicht sieht, was er mir antut. Wie sehr er mich verletzt. Aber wenn man jemanden liebt, von ganzem Herzen, dann möchte man doch das es ihm gut geht.
Mittlerweile sagt er sogar, dass er Angst hat, dass ich meine Zeit mit ihm verschwende.
Er leidet genauso wie ich unter dem Gedanken, dass seine Familie mich eventuell nie akzeptieren wird. Leider gibt er mir aber auch nicht das Gefühl das er bei seiner Familie für mich kämpfen will, für uns und unsere Familie die wir uns irgendwann mal wünschen.
Was soll ich nur denken? Liebt dieser Mann mich wirklich noch so sehr wie am Anfang unsrer schönen Geschichte? Oder nimmt diese gerade ihre letzten Wege?
Ich weiß nicht was ich machen würde, wenn wir uns trennen würden.
Mendi ist für mich der Mann. Der Mann mit dem ich gerne mein Leben leben würde. Mit dem ich noch Jahrzehnte lachen möchte. Mit dem ich sooft den gleichen Gedanken habe. Ihn einfach anschauen und wir wissen beide was wir meinen und denken. Meine Beziehung zu ihm ist was Besonderes. Was Einzigartiges.
Ich würde kämpfen, wie eine Löwin um ihr Kind. Ich würde alles dafür geben, dass es uns wieder besser geht. Aber will er das?
Ich weiß nicht welches Ende die Geschichte meines Lebens haben wird.
Aber ich hoffe einfach dass es für uns beide ein Happy End geben wird.
EIN GEMEINSAMES HAPPY END!
