Tani hat geschrieben:Hallo,
als ich bei der Familie meines Mannes war, habe ich versucht meine gleichaltrige, unverheiratete Schwägerin, zu "überrede" mit mir nach Tirana zu kommen, da mein Mann andersweitig beschäftigt war. Die hat sich gar nicht getraut, hat mit zehnmal gesagt, dass ich vorher meinen Mann/ihren Bruder anrufen soll, um ihn zu fragen. Ich konnte sie dann wenigstens überreden mit mir ein Stück spazieren zu gehen, weil ich nicht den ganzen tag zu hause rumhocken wollte. Als dann mein Mann wiederkam, und wir waren nicht da, da war die gesamte Familie in heller Aufregung. Der ältere Bruder hat dann meine Schwägerin angerufen, wir sollen doch jetzt so schnell wie möglich nach Hause kommen. Meine Schwägerin hatte richtig Muffensausen.Als wir ankamen, guckte die Mutter schon aus dem Fenster, und als ich lachte, hat sie nur "PSt PST" gemacht. Ich bin dann zu meinem Mann hab gelacht und ihn begrüßt. Und ich glaube alle haben auf irgendein grosses Donnerwetter gewartet, die Spannung in der Luft konnte man richtig spüren. Dieses Donnerwetter kam aber nicht. Ích habe meinen Mann dann gefragt, ob er das gut findet, dass seine Schwester Angst vor ihm hat? Da meinte er, sie hätte keine Angst, das wäre Respekt. Und da habe ich gesgat, es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen Angst und Respekt. Lange Rede, kurzer Sinn, meiner Meinung nach sind die albanischen Frauen noch weit weg von Gleichberechtigung (und ich hoffe, ihr schlagt jetzt nicht alle gleich auf mich ein).
Liebe Grüße
Ich empfinde das genauso. Wenn mein Freund und ich seinen Sohn bei seiner Ex-Frau abholen, schlägt er sofort eine andere Tonlage an.
Mit mir würde er nie in so einem Kommando-Ton reden aber offensichtlich ist sie es so gewohnt und sagt nichts dazu. Er ist 7 Jahre älter als sie und nimmt damit die Position des "Älteren" der Autoritätsperson ein. Bei uns ist es ganz anders, ich bin 9 Jahre älter aber bei uns gibt es keinen Überlegenen, weder ich noch er stellt sich in der Hirarchie auf eine höhere Stufe. Ich würde auch keinen Mann wollen der sich unterwirft.
Das Problem liegt halt immer noch an der ERziehung von albanischen Jungs und Mädels. Deutsche Mädchen und Jungs (zumindest war es so bei mir) werden zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung erzogen. Sie lernen es früh autonom zu leben aber das ist bei albanischen Mädels gar nicht vorgesehen, sie werden halt immer noch in den alten klassischen Mustern erzogen. Warum sollte ein alban. Mädel einen guten Beruf erlernen, um auf eigenen Beinen zu stehen, da sie ja sowieso irgendwann heiraten und Kinder bekommen und von einem Mann versorgt werden.
Die Ex von meinem Freund arbeitet zwar halbtags aber lieber würde sie zuhause rumhängen, sie geht nur arbeiten um über die Runden zu kommen, sie sieht ihre berufliche Tätigkeit ganz anders, sie sieht es als notwendiges Übel. Ich gehe gerne arbeiten und meine Tätigkeit verschafft mir Selbstbestätigung und innerliche Zufriedenheit und ganz nebenbei natürlich auch noch Geld

Man kann den Frauen ihre Haltung aber nicht übel nehmen, schließlich wird es ihnen ja so von älteren Frauen vorgelebt und sie übernehmen halt nur eine Tradition. Die Gleichberechtigung der Frauen entwickelt sich halt langsamer in Ländern wie Kosova, Mazedonien und Albanien.
Trotzdem ist der Fortschritt - hat er einmal angefangen - nicht mehr aufzuahlten.
Mein Freund sagte letztens so "tolerant" wie sein Vater heute gegenüber seinen Kindern ist, das wäre zu seinerzeit (als er noch zuhause wohnte) nie denkbar gewesen. Seine kleine Schwester ist 19 und hat seit 2 Jahren einen Freund und sein Vater weiß das. Sie hat mehrere Piercings und trägt bauchfrei Tops. Selbst die Ex-Frau meines Freundes würde sich mit 29 Jahren so etwas nie wagen.
Die älteste Schwester hat jetzt zum ersten Mal mit 32 Jahren geheiratet und hat vorher mit einem Mann unverheiratet zusammengelebt. All das sind Entwicklungen, die auch die Männer nicht aufhalten können
Albanischen Frauen haben erkannt, das ein Mensch, der frei im Geiste ist viel entspannter leben kann. Das heißt ja nicht gleich, dass sie moralisch verlottern, ganz im Gegenteil
