Ich bin auch muslimin und würde einen katholiken heiraten solange der rest stimmt kann er von mir aus auch buddhist sein
Hallo Blerta-GjakovëBlerta-Gjakovë hat geschrieben:Hallo Arbëror,
danke für deinen Beitrag und ich muss dir zu fast allen Punkten Recht geben.
Ich habe selber erwähnt, dass fast alle hier im Forum diese "Sache" schön reden, doch in der Wirklichkeit ist es leider nicht so schön und meist nur negativ und mir wird es wirklich nicht leicht gemacht. Ich muss mich natürlich auch entscheiden, was ich überhaupt will...
Doch ich finde, ich bin noch jung und sollte mir den Kopf noch nicht allzu sehr zerbrechen, doch du hast durchaus Recht, es tolerieren es nur wenige, wenn es darauf ankommt.
Ich danke dir.
Arbëror hat geschrieben:Hallo Blerta-GjakovëBlerta-Gjakovë hat geschrieben:Hallo Arbëror,
danke für deinen Beitrag und ich muss dir zu fast allen Punkten Recht geben.
Ich habe selber erwähnt, dass fast alle hier im Forum diese "Sache" schön reden, doch in der Wirklichkeit ist es leider nicht so schön und meist nur negativ und mir wird es wirklich nicht leicht gemacht. Ich muss mich natürlich auch entscheiden, was ich überhaupt will...
Doch ich finde, ich bin noch jung und sollte mir den Kopf noch nicht allzu sehr zerbrechen, doch du hast durchaus Recht, es tolerieren es nur wenige, wenn es darauf ankommt.
Ich danke dir.
Es tut mir Leid, dass ich dir diese harten Worte mitteilen musste.Ich wünschte, es wäre anders, ich wünschte wir würden wirklich miteinander so umgehen, wie wir unermüdlich predigen. Ich bin zwar selbst ein riesengrosser kleiner Moralist, aber es sind gerade diese Moralisten, die diese Welt und inklusive Menschen in Leid und Probleme stürzen, weil sie sich nicht an ihre eigenen Vorsätze halten, weil sie Wasser predigen und Wein runtergurgeln.
Ich weiss nicht, wie ich dir anhand eines Forums in irgendeiner Form helfen kann, aber vielleicht helfen dir einfach meine aufrichtig gemeinten Aussagen, die ich dir mit auf den Weg geben möchte... Versuch für ihn, eure Beziehung, aber vorallem für dich und deinen Grundeinstellungen stark und treu zu sein (er soll natürlich auf gleiche Weise für euch einstehen), es gibt keinerlei Rechtfertigungsgrund, weder in albanischer noch in religiöser, und schon garnicht in menschlicher Hinsicht, dass eure Beziehung für ungültig erklärt wird. Ich habe eigentlich die bittere Realitätspille schon geschluckt und habe den Glauben daran verloren, dass bei uns noch Menschen existieren, die sich nicht nur aus Selbst- und Fremdgefallen den Adler um den Hals hängen, aber wenn ich so eine Geschichte zu Gesicht bekomme, glaube ich noch instinktiv auf all die Bubulinas, Tringas und Shote Galicas der postapokalyptischen Neuzeit, und du kannst dich wahrlich mit deiner Einstellung dazuzählen.
Du bist noch jung und ich möchte dir auch nicht die Leichtigkeit des Seins und die Schwerelosigkeit der Liebe nehmen, aber lass bitte auch nicht ausser Acht, dass mit jedem erlebten Tag, mit jeder zusammen verbrachten Stunde und mit jeder gemeinsam durchgestandenen Zeit, die Trennung erschweren wird und die Gefahr steigt, einschneidend für's Leben gezeichnet zu werden, obschon jede Liebe an sich schon zeichnet.
Michael Lermontow hatte einst über die Liebe gesagt: "Wer einmal erloschen ist, der entflammt nicht mehr".
Wir haben irgendwie diesen Komplex in ein Thema reinzuschneien und alles in Frage zu stellen und alles gesagte herabzusetzen, nur um sich dadurch zu profilieren und sich über alle anderen zu stellen.Arbëror hat geschrieben:Wer noch immer glaubt, bei uns herrsche ein einzigartiger religiöser Friede unter den verschiedenen albanischen Religionsgemeinschaften, wer noch immer einen unerschütterlichen Glauben an die Albaner und deren Verständnis für Einigkeit, Gleichheit und Nationalgefühl besitzt, wird früher oder später noch auf die Welt kommen.
Normalerweise schweige ich lieber bei solchen Liebesthemen, als das ich noch zusätzlich mit meinen Äusserungen für Unbehagen bei der Themenerstellerin sorge, aber hier sollte man wirklich nicht mit Verschönerungchirurgie ansetzen, wirklich nicht etwas modellieren wollen, was in seinen Grundstrukturen schon brüchig und baufällig genug ist.
Es geht bei dieser ungeschriebenen Religionstoleranzklausel um eine reine Fiktivität, die nur verbal aus Selbstdarstellungszwecken, oder aus welchen Gründen auch immer, bei den meisten Albanern an's Tageslicht kommt. Sami Frasheris oder Pashko Vasas Sätze erklingen schön, wenn man sie ausspricht;
Erklingen bedeutungsvoll, wenn man sie von albanischen Mündern ausströmen hört, aber Papier ist bekanntlich geduldig, und noch geduldiger sind greisernde Sätze, welche sich nur in Büchern aber nicht in den Köpfen derer Menschen festgesetzt haben, die diese Sätze so gewissenlos verwenden.
Diese auferzwungene Religionstoleranz kam unter Hoxhas Regime zu Stande, und wir, die ausgeschlossenen Albaner im ausgeschlossenem Land, wollten den ausgeschlossenen Status nicht akzeptieren, deshalb haben wir uns immer wieder solidarisch gegenüber Albanien gezeigt, immer wieder haben wir uns überirdisch angestrengt 100% albanisch zu sein, 100% sich als Albaner zu exponieren, deshalb haben wir uns immer wieder die nötige Dosis an Religionstoleranz verabreicht, in der Hoffnung, dass diese Dosen ein Leben lang wirken, generationenübergreifend unvergänglich bestehen bleiben, aber die heutige Realität spricht eine andere Sprache, und gerade diejenigen Albaner, die sich als die grössten Patrioten zu erkennen geben, sind gerade die, die reuelos sich nicht darüber scheren, wenn sie andere Albaner schmähen, wenn sie anderen Albanern zu verstehen geben, dass zwischen ihnen ein erheblicher Unterschied besteht, weil sie sich zu Höherem berufen fühlen, weil scheinbar noch eine Steigerung zum Albanischsein existiert.
Toleranz will eben nicht heissen, dass man das Anderssein mit Gleichgültigkeit belegt und neben sich leben lässt um der Toleranz willen zu genügen, so dass man nicht mit- sondern neben-, oder sogar gegeneinander lebt; Toleranz will eben heissen, dass man gewillt ist, nach Gemeinsamkeiten zu suchen um eine zwischenmenschliche Basis zu begründen, und nicht nach Unterschieden rastlos zu suchen um seine eigene Zurückhaltung rein zu waschen.
Es gibt bei uns Albanern eine grosse Diskrepanz, die sich darin zeigt, dass alle für die albanische Einigkeit unter einem gemeinsamen freien Himmel stehen, und ein jeder den anderen um Breitengrade und Höhenunterschiede überragen will, wenn es darum geht, wie sehr man sein Land, sein Volk liebt; aber niemand, oder nur ganz wenige, für das was sie an Wörter und an O verbrauchen, unnachgiebig auch in ihren Taten als solche zu erkennen geben.
Ich habe genug Geschichten, genug Erlebnisse und genug Erfahrungswerte sammeln müssen, um erkennen zu müssen, dass nicht alles glänzt, was sich als Gold etikettiert.
Es wird aus viel nichtigeren Gründen abgelehnt, da will einer aus Gjilan seinen Segen nicht Jemanden aus Therande geben, weil Albaner, die aus Therande stammen, grundsätzlich Einbildungsprobleme haben „ju te therandes ini te gjith mendjemadhe“. Da will jemand aus Presheve einem aus Prishtine nicht die Hand reichen, damit ihre Kinder keine glückliche gemeinsame Zukunft haben können mit der merkwürdigen Begründung, es wäre ein weiter Weg und sie würden anders ticken „Nuk pershtatetmi, jemi ndryshe si ju“. Die fadenscheinige Religionsschiene stellt dann nur noch die Spitze des Eisberges dar.
Und genau deshalb mag ich nicht diese Verurteilung und diese Herabwürdigung von binationalen Ehen nicht, weil dies zu nichts führt, und nur die Ausgeburt dessen ist, was ich weiter oben geschildert habe. Es geht eben nicht darum ob jemand die Wahrung der Traditionen aufrecht erhalten will oder um seine Identität bangt, denn wir haben selber gegeneinander tiefsitzende Abneigungen, Vorurteile und Antipathie.
Zu dir Blerta-Gjakova:
Es wird wohl oder übel darauf hinauslaufen, dass eine Partei eurer Eltern, oder im schlimmsten Fall beide, alles daran setzen, zwischen euch einen Keil zu treiben und unermüdlich darin sein werden, nach plausiblen Gründen zu suchen um die Nichtexistenz eurer Beziehung rechtfertigen zu wollen. Wenn dies alles nicht klappt, geht man wahrscheinlich familiär auf Distanz zu dir, setzt dich einem Liebesentzug aus und stellt dir letzten Endes wohl die alles entscheidende Frage: Wir oder der Junge?
Alket hat geschrieben:Wir haben irgendwie diesen Komplex in ein Thema reinzuschneien und alles in Frage zu stellen und alles gesagte herabzusetzen, nur um sich dadurch zu profilieren und sich über alle anderen zu stellen.Arbëror hat geschrieben:Wer noch immer glaubt, bei uns herrsche ein einzigartiger religiöser Friede unter den verschiedenen albanischen Religionsgemeinschaften, wer noch immer einen unerschütterlichen Glauben an die Albaner und deren Verständnis für Einigkeit, Gleichheit und Nationalgefühl besitzt, wird früher oder später noch auf die Welt kommen.
Normalerweise schweige ich lieber bei solchen Liebesthemen, als das ich noch zusätzlich mit meinen Äusserungen für Unbehagen bei der Themenerstellerin sorge, aber hier sollte man wirklich nicht mit Verschönerungchirurgie ansetzen, wirklich nicht etwas modellieren wollen, was in seinen Grundstrukturen schon brüchig und baufällig genug ist.
Es geht bei dieser ungeschriebenen Religionstoleranzklausel um eine reine Fiktivität, die nur verbal aus Selbstdarstellungszwecken, oder aus welchen Gründen auch immer, bei den meisten Albanern an's Tageslicht kommt. Sami Frasheris oder Pashko Vasas Sätze erklingen schön, wenn man sie ausspricht;
Erklingen bedeutungsvoll, wenn man sie von albanischen Mündern ausströmen hört, aber Papier ist bekanntlich geduldig, und noch geduldiger sind greisernde Sätze, welche sich nur in Büchern aber nicht in den Köpfen derer Menschen festgesetzt haben, die diese Sätze so gewissenlos verwenden.
Diese auferzwungene Religionstoleranz kam unter Hoxhas Regime zu Stande, und wir, die ausgeschlossenen Albaner im ausgeschlossenem Land, wollten den ausgeschlossenen Status nicht akzeptieren, deshalb haben wir uns immer wieder solidarisch gegenüber Albanien gezeigt, immer wieder haben wir uns überirdisch angestrengt 100% albanisch zu sein, 100% sich als Albaner zu exponieren, deshalb haben wir uns immer wieder die nötige Dosis an Religionstoleranz verabreicht, in der Hoffnung, dass diese Dosen ein Leben lang wirken, generationenübergreifend unvergänglich bestehen bleiben, aber die heutige Realität spricht eine andere Sprache, und gerade diejenigen Albaner, die sich als die grössten Patrioten zu erkennen geben, sind gerade die, die reuelos sich nicht darüber scheren, wenn sie andere Albaner schmähen, wenn sie anderen Albanern zu verstehen geben, dass zwischen ihnen ein erheblicher Unterschied besteht, weil sie sich zu Höherem berufen fühlen, weil scheinbar noch eine Steigerung zum Albanischsein existiert.
Toleranz will eben nicht heissen, dass man das Anderssein mit Gleichgültigkeit belegt und neben sich leben lässt um der Toleranz willen zu genügen, so dass man nicht mit- sondern neben-, oder sogar gegeneinander lebt; Toleranz will eben heissen, dass man gewillt ist, nach Gemeinsamkeiten zu suchen um eine zwischenmenschliche Basis zu begründen, und nicht nach Unterschieden rastlos zu suchen um seine eigene Zurückhaltung rein zu waschen.
Es gibt bei uns Albanern eine grosse Diskrepanz, die sich darin zeigt, dass alle für die albanische Einigkeit unter einem gemeinsamen freien Himmel stehen, und ein jeder den anderen um Breitengrade und Höhenunterschiede überragen will, wenn es darum geht, wie sehr man sein Land, sein Volk liebt; aber niemand, oder nur ganz wenige, für das was sie an Wörter und an O verbrauchen, unnachgiebig auch in ihren Taten als solche zu erkennen geben.
Ich habe genug Geschichten, genug Erlebnisse und genug Erfahrungswerte sammeln müssen, um erkennen zu müssen, dass nicht alles glänzt, was sich als Gold etikettiert.
Es wird aus viel nichtigeren Gründen abgelehnt, da will einer aus Gjilan seinen Segen nicht Jemanden aus Therande geben, weil Albaner, die aus Therande stammen, grundsätzlich Einbildungsprobleme haben „ju te therandes ini te gjith mendjemadhe“. Da will jemand aus Presheve einem aus Prishtine nicht die Hand reichen, damit ihre Kinder keine glückliche gemeinsame Zukunft haben können mit der merkwürdigen Begründung, es wäre ein weiter Weg und sie würden anders ticken „Nuk pershtatetmi, jemi ndryshe si ju“. Die fadenscheinige Religionsschiene stellt dann nur noch die Spitze des Eisberges dar.
Und genau deshalb mag ich nicht diese Verurteilung und diese Herabwürdigung von binationalen Ehen nicht, weil dies zu nichts führt, und nur die Ausgeburt dessen ist, was ich weiter oben geschildert habe. Es geht eben nicht darum ob jemand die Wahrung der Traditionen aufrecht erhalten will oder um seine Identität bangt, denn wir haben selber gegeneinander tiefsitzende Abneigungen, Vorurteile und Antipathie.
Zu dir Blerta-Gjakova:
Es wird wohl oder übel darauf hinauslaufen, dass eine Partei eurer Eltern, oder im schlimmsten Fall beide, alles daran setzen, zwischen euch einen Keil zu treiben und unermüdlich darin sein werden, nach plausiblen Gründen zu suchen um die Nichtexistenz eurer Beziehung rechtfertigen zu wollen. Wenn dies alles nicht klappt, geht man wahrscheinlich familiär auf Distanz zu dir, setzt dich einem Liebesentzug aus und stellt dir letzten Endes wohl die alles entscheidende Frage: Wir oder der Junge?
Vorbildhafte Beispiele zu nennen die aufzeigen dass interreligiöse Ehen sehr wohl funktionieren hat nichts mit Verschönerungstheorien zu tun.
Dein Erklärungsversuch vom angeblichen Import des religiösen Frieden aus Enver Hoxhas Albanien ist in vielen Punkten falsch, denn Enver Hoxha predigte nicht den religiösen Frieden, sondern den atheismus, die auslöschung der Religion bedeutet nicht ein interreligiöses Frieden.
Und gerade abgelegene Dörfer haben auch nie etwas über Enver Hoxha gehört aber lebten dennoch über jahrzehnte friedlich nebeneinander.
Und individuelle Dummheit (dein Bsp. aus Gjilan), sollte einen nicht dazu verleiten über eine ganze Gruppe zu urteilen.
Und irgendwie haben wir immer den Drang bei uns alles extra hervorzuheben, wie ich in einen Beitrag schrieb, weigerte sich sogar ein evangelische Schweizer eine katholische Kirche zu betretten, und derjenige will auch keine katholikin heiraten.
Meinst du, du seist der einzige der solche erfahrungen gesammelt hat? Ich habe katholische Albaner gesehen die schlimmer über Albaner herzogen als ein Serbe, aber dies als Referenz zu werten, ist alles andere als vernünftig.
Wer Gjergj Fishta oder Pashko Vasa zitiert, der denkt auch so, ansonsten würde er es auch nicht zitieren.
Hallo AlketAlket hat geschrieben:Wir haben irgendwie diesen Komplex in ein Thema reinzuschneien und alles in Frage zu stellen und alles gesagte herabzusetzen, nur um sich dadurch zu profilieren und sich über alle anderen zu stellen.Arbëror hat geschrieben:Wer noch immer glaubt, bei uns herrsche ein einzigartiger religiöser Friede unter den verschiedenen albanischen Religionsgemeinschaften, wer noch immer einen unerschütterlichen Glauben an die Albaner und deren Verständnis für Einigkeit, Gleichheit und Nationalgefühl besitzt, wird früher oder später noch auf die Welt kommen.
Normalerweise schweige ich lieber bei solchen Liebesthemen, als das ich noch zusätzlich mit meinen Äusserungen für Unbehagen bei der Themenerstellerin sorge, aber hier sollte man wirklich nicht mit Verschönerungchirurgie ansetzen, wirklich nicht etwas modellieren wollen, was in seinen Grundstrukturen schon brüchig und baufällig genug ist.
Es geht bei dieser ungeschriebenen Religionstoleranzklausel um eine reine Fiktivität, die nur verbal aus Selbstdarstellungszwecken, oder aus welchen Gründen auch immer, bei den meisten Albanern an's Tageslicht kommt. Sami Frasheris oder Pashko Vasas Sätze erklingen schön, wenn man sie ausspricht;
Erklingen bedeutungsvoll, wenn man sie von albanischen Mündern ausströmen hört, aber Papier ist bekanntlich geduldig, und noch geduldiger sind greisernde Sätze, welche sich nur in Büchern aber nicht in den Köpfen derer Menschen festgesetzt haben, die diese Sätze so gewissenlos verwenden.
Diese auferzwungene Religionstoleranz kam unter Hoxhas Regime zu Stande, und wir, die ausgeschlossenen Albaner im ausgeschlossenem Land, wollten den ausgeschlossenen Status nicht akzeptieren, deshalb haben wir uns immer wieder solidarisch gegenüber Albanien gezeigt, immer wieder haben wir uns überirdisch angestrengt 100% albanisch zu sein, 100% sich als Albaner zu exponieren, deshalb haben wir uns immer wieder die nötige Dosis an Religionstoleranz verabreicht, in der Hoffnung, dass diese Dosen ein Leben lang wirken, generationenübergreifend unvergänglich bestehen bleiben, aber die heutige Realität spricht eine andere Sprache, und gerade diejenigen Albaner, die sich als die grössten Patrioten zu erkennen geben, sind gerade die, die reuelos sich nicht darüber scheren, wenn sie andere Albaner schmähen, wenn sie anderen Albanern zu verstehen geben, dass zwischen ihnen ein erheblicher Unterschied besteht, weil sie sich zu Höherem berufen fühlen, weil scheinbar noch eine Steigerung zum Albanischsein existiert.
Toleranz will eben nicht heissen, dass man das Anderssein mit Gleichgültigkeit belegt und neben sich leben lässt um der Toleranz willen zu genügen, so dass man nicht mit- sondern neben-, oder sogar gegeneinander lebt; Toleranz will eben heissen, dass man gewillt ist, nach Gemeinsamkeiten zu suchen um eine zwischenmenschliche Basis zu begründen, und nicht nach Unterschieden rastlos zu suchen um seine eigene Zurückhaltung rein zu waschen.
Es gibt bei uns Albanern eine grosse Diskrepanz, die sich darin zeigt, dass alle für die albanische Einigkeit unter einem gemeinsamen freien Himmel stehen, und ein jeder den anderen um Breitengrade und Höhenunterschiede überragen will, wenn es darum geht, wie sehr man sein Land, sein Volk liebt; aber niemand, oder nur ganz wenige, für das was sie an Wörter und an O verbrauchen, unnachgiebig auch in ihren Taten als solche zu erkennen geben.
Ich habe genug Geschichten, genug Erlebnisse und genug Erfahrungswerte sammeln müssen, um erkennen zu müssen, dass nicht alles glänzt, was sich als Gold etikettiert.
Es wird aus viel nichtigeren Gründen abgelehnt, da will einer aus Gjilan seinen Segen nicht Jemanden aus Therande geben, weil Albaner, die aus Therande stammen, grundsätzlich Einbildungsprobleme haben „ju te therandes ini te gjith mendjemadhe“. Da will jemand aus Presheve einem aus Prishtine nicht die Hand reichen, damit ihre Kinder keine glückliche gemeinsame Zukunft haben können mit der merkwürdigen Begründung, es wäre ein weiter Weg und sie würden anders ticken „Nuk pershtatetmi, jemi ndryshe si ju“. Die fadenscheinige Religionsschiene stellt dann nur noch die Spitze des Eisberges dar.
Und genau deshalb mag ich nicht diese Verurteilung und diese Herabwürdigung von binationalen Ehen nicht, weil dies zu nichts führt, und nur die Ausgeburt dessen ist, was ich weiter oben geschildert habe. Es geht eben nicht darum ob jemand die Wahrung der Traditionen aufrecht erhalten will oder um seine Identität bangt, denn wir haben selber gegeneinander tiefsitzende Abneigungen, Vorurteile und Antipathie.
Zu dir Blerta-Gjakova:
Es wird wohl oder übel darauf hinauslaufen, dass eine Partei eurer Eltern, oder im schlimmsten Fall beide, alles daran setzen, zwischen euch einen Keil zu treiben und unermüdlich darin sein werden, nach plausiblen Gründen zu suchen um die Nichtexistenz eurer Beziehung rechtfertigen zu wollen. Wenn dies alles nicht klappt, geht man wahrscheinlich familiär auf Distanz zu dir, setzt dich einem Liebesentzug aus und stellt dir letzten Endes wohl die alles entscheidende Frage: Wir oder der Junge?
Vorbildhafte Beispiele zu nennen die aufzeigen dass interreligiöse Ehen sehr wohl funktionieren hat nichts mit Verschönerungstheorien zu tun.
Dein Erklärungsversuch vom angeblichen Import des religiösen Frieden aus Enver Hoxhas Albanien ist in vielen Punkten falsch, denn Enver Hoxha predigte nicht den religiösen Frieden, sondern den atheismus, die auslöschung der Religion bedeutet nicht ein interreligiöses Frieden.
Und gerade abgelegene Dörfer haben auch nie etwas über Enver Hoxha gehört aber lebten dennoch über jahrzehnte friedlich nebeneinander.
Und individuelle Dummheit (dein Bsp. aus Gjilan), sollte einen nicht dazu verleiten über eine ganze Gruppe zu urteilen.
Und irgendwie haben wir immer den Drang bei uns alles extra hervorzuheben, wie ich in einen Beitrag schrieb, weigerte sich sogar ein evangelische Schweizer eine katholische Kirche zu betretten, und derjenige will auch keine katholikin heiraten.
Meinst du, du seist der einzige der solche erfahrungen gesammelt hat? Ich habe katholische Albaner gesehen die schlimmer über Albaner herzogen als ein Serbe, aber dies als Referenz zu werten, ist alles andere als vernünftig.
Wer Gjergj Fishta oder Pashko Vasa zitiert, der denkt auch so, ansonsten würde er es auch nicht zitieren.
Sehe ich auch so, in erster Lienie ist es ein völlig menschliches Verhalten, was nichts mit Religion an sich, sondern mit dem Leben und Vorstellungen einer Person zu tun hat. Ich bin zwar offiziel muslimisch und sehr gläubig, aber mir machen religiöse Menschen (christen und muslime) angst, das heist aber nicht dass ich die Religionen und deren Anhänger nicht toleriere.Koby Phoenix hat geschrieben:Ich denke wer die Entscheidung ,ob man eine Beziehung führt, den Eltern überlässt, der braucht sich nicht wundern, das differenziale Strukturen
fortan exsistieren.
Sie exsistieren heute noch überall. Auch in Deutschland gibt es solche Strukturen. Man möge sich doch vorstellen, das ein böser "Neger"* eine
vollbusige blonde "unschuldige Deutsche "aus einem im Wald gelegenes Dorf verkehrt.
Doch man mag es hierzulande, die Südländer gerne kritisieren, alles im Sippenhaft zu nehmen...
Es ist auch so, das es hier auch teilweise noch ein "Provinzdenken" gibt,
Ostdeutsche gelten als Asozial, Bayer als fromm doch sehr protzerisch,
die Ostfriesen als ruhig.. Und so ist es nun auch im Kosovo, das es
dieses "Provinzdenken " gibt und wie oft ich schon hier höre, das
Zeugen Jehovas oder strenge Katholiken nicht mit Atheisten verkehren
dürfen.. Wäre ja eine Schande..
Es ist eine tiefe menschliche Eigenschaft, denn der Mensch vorurteilt
halt gerne um für sich die Vorteile zu ziehen, nämlich nicht in der
Unwissenheit tappen zu müssen und sich nciht die Arbeit zu machen.
(Das Wort "Neger" ist nur hergeleitet und entspricht nicht meinem Vokabular.)
Die Religion, ist eine Neutrale Zone. Es ist der Mensch der dies ins Negative oder ins Positive steuert. Gott, schenkte uns den Glauben, einen Leitfaden, der sich Religion nennt und es obliegt an uns mit dem so zivilisiert wie nur möglich umzugehen. Vorurteile wird es geben, immer, weil der Mensch einfach manchmal zu faul manchmal einfach zu belastet ist, um tiefer nach zudenken und nicht nur oberflächlich....aber mir machen religiöse Menschen (christen und muslime) angst, das heist aber nicht dass ich die Religionen und deren Anhänger nicht toleriere.
Hallo AlketAlket hat geschrieben:Auch dir guten Morgen
Ich finde du übertreibst masslos und intepretierst da viel zu viel rein, ich verstehe zwar was du meinst, nur um ein bsp. zu nennen, ein muslimischer albaner hat es mit einer "christlichen" deutschen Frau einfacher als mit einer "christlichen" Albanerin.
Aber eine Ehe ist was anderes als die Gesellschaft, eine Ehe bedeutet auch dass man die Kultur des anderen einimmt,zwar nicht zwangsweise, aber ein stück weit schon und dass bedeutet Akzeptanz. Die Toleranz jedoch ermöglicht beiden Seiten die eigene kultur zu bewahren, indem sie eben nicht die andere Kultur einimmt, sondern sie (nur) zur Kentniss nimmt.
Es ist völlig natürlich dass die Menschen ihre Kultur bewahren wollen und auch völlig richtig, wo kämmen wir hin wenn das nicht der Fall wäre!? Dann würde all die Vielfalt (was ein Reichtum ist) verloren gehen, genau so wie sie in Albanien verloren ging (mit Gewalt), was in keiner weise Positiv ist, sondern im Gegenteil, jahrhundertaltes Wissen, Tradition und Kultur der Bektaschis, der Derwischen, der Sunniten, der Katholiken und Orthodoxen ist verloren gegangen, für immer.
Vorurteile hat jeder, manche Positive, manche negative, aber jeder hat sie, diese jedoch als Intoleranz zu werten ist absurd.
Die Katholiken werden genau so geduldet wie die Musliem von den Katholiken, und eine Minderheit steht nicht stellvertretend für die Mehrheit.
Und beim Islam ist es sehr speziel weil es aufgrund der Unabhängigkeitskriege der Balkanvölker gegen die Osmanen instrumentalisiert wurde, ich muss ja nicht erwähnen dass auch sehr viele Muslime selbst dem Islam negativ entgegen stehen. Die Griechen haben auch eine enorme islamophobie, und vorallem die Orthodoxe Kirche, verschweigen aber die Tatsache dass besonders die Griechen früher als Inbegriff eines Osmanen standen, und die orthodoxe Kirche(die einzige) sogar in den hohen Pforten des osmanisches Reiches vertretten war, und zu keiner Zeit sich gegen die Osmanen wehrte, sondern im Gegenteil,die Kirchen waren die erste welche das Osmanische Reich akzeptierten.