Manjola
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Di, 14. Sep 2010, 11:20

immer wenn ich höre dass ein Katholik und eine muslimin zusammen sind oder umgekehrt dann freue ich mich sooo sehr...WEIL: man sollte Religion klar von der Nationalität unterscheiden können....und wenn beide dies tollerireen können dann sollte das kein problem ssein!!! ich finde das sogar sehr interessant ...daumen hoch für die, die so eine beziehung führen und sie auch halten können!!!
Ich bin auch muslimin und würde einen katholiken heiraten solange der rest stimmt kann er von mir aus auch buddhist sein ;) ist doch sowas von unwichtig...er soll seinen glauben behalten und ich meinen...

Arbëror
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Mi, 15. Sep 2010, 16:48

Wer noch immer glaubt, bei uns herrsche ein einzigartiger religiöser Friede unter den verschiedenen albanischen Religionsgemeinschaften, wer noch immer einen unerschütterlichen Glauben an die Albaner und deren Verständnis für Einigkeit, Gleichheit und Nationalgefühl besitzt, wird früher oder später noch auf die Welt kommen.


Normalerweise schweige ich lieber bei solchen Liebesthemen, als das ich noch zusätzlich mit meinen Äusserungen für Unbehagen bei der Themenerstellerin sorge, aber hier sollte man wirklich nicht mit Verschönerungchirurgie ansetzen, wirklich nicht etwas modellieren wollen, was in seinen Grundstrukturen schon brüchig und baufällig genug ist.
Es geht bei dieser ungeschriebenen Religionstoleranzklausel um eine reine Fiktivität, die nur verbal aus Selbstdarstellungszwecken, oder aus welchen Gründen auch immer, bei den meisten Albanern an's Tageslicht kommt. Sami Frasheris oder Pashko Vasas Sätze erklingen schön, wenn man sie ausspricht;
Erklingen bedeutungsvoll, wenn man sie von albanischen Mündern ausströmen hört, aber Papier ist bekanntlich geduldig, und noch geduldiger sind greisernde Sätze, welche sich nur in Büchern aber nicht in den Köpfen derer Menschen festgesetzt haben, die diese Sätze so gewissenlos verwenden.

Diese auferzwungene Religionstoleranz kam unter Hoxhas Regime zu Stande, und wir, die ausgeschlossenen Albaner im ausgeschlossenem Land, wollten den ausgeschlossenen Status nicht akzeptieren, deshalb haben wir uns immer wieder solidarisch gegenüber Albanien gezeigt, immer wieder haben wir uns überirdisch angestrengt 100% albanisch zu sein, 100% sich als Albaner zu exponieren, deshalb haben wir uns immer wieder die nötige Dosis an Religionstoleranz verabreicht, in der Hoffnung, dass diese Dosen ein Leben lang wirken, generationenübergreifend unvergänglich bestehen bleiben, aber die heutige Realität spricht eine andere Sprache, und gerade diejenigen Albaner, die sich als die grössten Patrioten zu erkennen geben, sind gerade die, die reuelos sich nicht darüber scheren, wenn sie andere Albaner schmähen, wenn sie anderen Albanern zu verstehen geben, dass zwischen ihnen ein erheblicher Unterschied besteht, weil sie sich zu Höherem berufen fühlen, weil scheinbar noch eine Steigerung zum Albanischsein existiert.

Toleranz will eben nicht heissen, dass man das Anderssein mit Gleichgültigkeit belegt und neben sich leben lässt um der Toleranz willen zu genügen, so dass man nicht mit- sondern neben-, oder sogar gegeneinander lebt; Toleranz will eben heissen, dass man gewillt ist, nach Gemeinsamkeiten zu suchen um eine zwischenmenschliche Basis zu begründen, und nicht nach Unterschieden rastlos zu suchen um seine eigene Zurückhaltung rein zu waschen.

Es gibt bei uns Albanern eine grosse Diskrepanz, die sich darin zeigt, dass alle für die albanische Einigkeit unter einem gemeinsamen freien Himmel stehen, und ein jeder den anderen um Breitengrade und Höhenunterschiede überragen will, wenn es darum geht, wie sehr man sein Land, sein Volk liebt; aber niemand, oder nur ganz wenige, für das was sie an Wörter und an O verbrauchen, unnachgiebig auch in ihren Taten als solche zu erkennen geben.

Ich habe genug Geschichten, genug Erlebnisse und genug Erfahrungswerte sammeln müssen, um erkennen zu müssen, dass nicht alles glänzt, was sich als Gold etikettiert.

Es wird aus viel nichtigeren Gründen abgelehnt, da will einer aus Gjilan seinen Segen nicht Jemanden aus Therande geben, weil Albaner, die aus Therande stammen, grundsätzlich Einbildungsprobleme haben „ju te therandes ini te gjith mendjemadhe“. Da will jemand aus Presheve einem aus Prishtine nicht die Hand reichen, damit ihre Kinder keine glückliche gemeinsame Zukunft haben können mit der merkwürdigen Begründung, es wäre ein weiter Weg und sie würden anders ticken „Nuk pershtatetmi, jemi ndryshe si ju“. Die fadenscheinige Religionsschiene stellt dann nur noch die Spitze des Eisberges dar.
Und genau deshalb mag ich nicht diese Verurteilung und diese Herabwürdigung von binationalen Ehen nicht, weil dies zu nichts führt, und nur die Ausgeburt dessen ist, was ich weiter oben geschildert habe. Es geht eben nicht darum ob jemand die Wahrung der Traditionen aufrecht erhalten will oder um seine Identität bangt, denn wir haben selber gegeneinander tiefsitzende Abneigungen, Vorurteile und Antipathie.


Zu dir Blerta-Gjakova:

Es wird wohl oder übel darauf hinauslaufen, dass eine Partei eurer Eltern, oder im schlimmsten Fall beide, alles daran setzen, zwischen euch einen Keil zu treiben und unermüdlich darin sein werden, nach plausiblen Gründen zu suchen um die Nichtexistenz eurer Beziehung rechtfertigen zu wollen. Wenn dies alles nicht klappt, geht man wahrscheinlich familiär auf Distanz zu dir, setzt dich einem Liebesentzug aus und stellt dir letzten Endes wohl die alles entscheidende Frage: Wir oder der Junge?
Ka dy lloje njerëz: Këta që kur hynë në dhomë thonë: “Ja ku jam!”, dhe ata që kur hynë në dhomë thonë: “Ah, këtu qenke!”

lamtumirë sa t'jetë jeta

Blerta-Gjakovë
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Fr, 17. Sep 2010, 14:08

Hallo Arbëror,
danke für deinen Beitrag und ich muss dir zu fast allen Punkten Recht geben.

Ich habe selber erwähnt, dass fast alle hier im Forum diese "Sache" schön reden, doch in der Wirklichkeit ist es leider nicht so schön und meist nur negativ und mir wird es wirklich nicht leicht gemacht. Ich muss mich natürlich auch entscheiden, was ich überhaupt will...
Doch ich finde, ich bin noch jung und sollte mir den Kopf noch nicht allzu sehr zerbrechen, doch du hast durchaus Recht, es tolerieren es nur wenige, wenn es darauf ankommt.

Ich danke dir.
Just because I don't care...doesn't mean that I don't understand!!! :-))

Arbëror
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So, 19. Sep 2010, 12:44

Blerta-Gjakovë hat geschrieben:Hallo Arbëror,
danke für deinen Beitrag und ich muss dir zu fast allen Punkten Recht geben.

Ich habe selber erwähnt, dass fast alle hier im Forum diese "Sache" schön reden, doch in der Wirklichkeit ist es leider nicht so schön und meist nur negativ und mir wird es wirklich nicht leicht gemacht. Ich muss mich natürlich auch entscheiden, was ich überhaupt will...
Doch ich finde, ich bin noch jung und sollte mir den Kopf noch nicht allzu sehr zerbrechen, doch du hast durchaus Recht, es tolerieren es nur wenige, wenn es darauf ankommt.

Ich danke dir.
Hallo Blerta-Gjakovë


Es tut mir Leid, dass ich dir diese harten Worte mitteilen musste. :oops: Ich wünschte, es wäre anders, ich wünschte wir würden wirklich miteinander so umgehen, wie wir unermüdlich predigen. Ich bin zwar selbst ein riesengrosser kleiner Moralist, aber es sind gerade diese Moralisten, die diese Welt und inklusive Menschen in Leid und Probleme stürzen, weil sie sich nicht an ihre eigenen Vorsätze halten, weil sie Wasser predigen und Wein runtergurgeln.

Ich weiss nicht, wie ich dir anhand eines Forums in irgendeiner Form helfen kann, aber vielleicht helfen dir einfach meine aufrichtig gemeinten Aussagen, die ich dir mit auf den Weg geben möchte... Versuch für ihn, eure Beziehung, aber vorallem für dich und deinen Grundeinstellungen stark und treu zu sein (er soll natürlich auf gleiche Weise für euch einstehen), es gibt keinerlei Rechtfertigungsgrund, weder in albanischer noch in religiöser, und schon garnicht in menschlicher Hinsicht, dass eure Beziehung für ungültig erklärt wird. Ich habe eigentlich die bittere Realitätspille schon geschluckt und habe den Glauben daran verloren, dass bei uns noch Menschen existieren, die sich nicht nur aus Selbst- und Fremdgefallen den Adler um den Hals hängen, aber wenn ich so eine Geschichte zu Gesicht bekomme, glaube ich noch instinktiv auf all die Bubulinas, Tringas und Shote Galicas der postapokalyptischen Neuzeit, und du kannst dich wahrlich mit deiner Einstellung dazuzählen.

Du bist noch jung und ich möchte dir auch nicht die Leichtigkeit des Seins und die Schwerelosigkeit der Liebe nehmen, aber lass bitte auch nicht ausser Acht, dass mit jedem erlebten Tag, mit jeder zusammen verbrachten Stunde und mit jeder gemeinsam durchgestandenen Zeit, die Trennung erschweren wird und die Gefahr steigt, einschneidend für's Leben gezeichnet zu werden, obschon jede Liebe an sich schon zeichnet.


Michael Lermontow hatte einst über die Liebe gesagt: "Wer einmal erloschen ist, der entflammt nicht mehr".
Ka dy lloje njerëz: Këta që kur hynë në dhomë thonë: “Ja ku jam!”, dhe ata që kur hynë në dhomë thonë: “Ah, këtu qenke!”

lamtumirë sa t'jetë jeta

Blerta-Gjakovë
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Mo, 20. Sep 2010, 9:42

Arbëror hat geschrieben:
Blerta-Gjakovë hat geschrieben:Hallo Arbëror,
danke für deinen Beitrag und ich muss dir zu fast allen Punkten Recht geben.

Ich habe selber erwähnt, dass fast alle hier im Forum diese "Sache" schön reden, doch in der Wirklichkeit ist es leider nicht so schön und meist nur negativ und mir wird es wirklich nicht leicht gemacht. Ich muss mich natürlich auch entscheiden, was ich überhaupt will...
Doch ich finde, ich bin noch jung und sollte mir den Kopf noch nicht allzu sehr zerbrechen, doch du hast durchaus Recht, es tolerieren es nur wenige, wenn es darauf ankommt.

Ich danke dir.
Hallo Blerta-Gjakovë


Es tut mir Leid, dass ich dir diese harten Worte mitteilen musste. :oops: Ich wünschte, es wäre anders, ich wünschte wir würden wirklich miteinander so umgehen, wie wir unermüdlich predigen. Ich bin zwar selbst ein riesengrosser kleiner Moralist, aber es sind gerade diese Moralisten, die diese Welt und inklusive Menschen in Leid und Probleme stürzen, weil sie sich nicht an ihre eigenen Vorsätze halten, weil sie Wasser predigen und Wein runtergurgeln.

Ich weiss nicht, wie ich dir anhand eines Forums in irgendeiner Form helfen kann, aber vielleicht helfen dir einfach meine aufrichtig gemeinten Aussagen, die ich dir mit auf den Weg geben möchte... Versuch für ihn, eure Beziehung, aber vorallem für dich und deinen Grundeinstellungen stark und treu zu sein (er soll natürlich auf gleiche Weise für euch einstehen), es gibt keinerlei Rechtfertigungsgrund, weder in albanischer noch in religiöser, und schon garnicht in menschlicher Hinsicht, dass eure Beziehung für ungültig erklärt wird. Ich habe eigentlich die bittere Realitätspille schon geschluckt und habe den Glauben daran verloren, dass bei uns noch Menschen existieren, die sich nicht nur aus Selbst- und Fremdgefallen den Adler um den Hals hängen, aber wenn ich so eine Geschichte zu Gesicht bekomme, glaube ich noch instinktiv auf all die Bubulinas, Tringas und Shote Galicas der postapokalyptischen Neuzeit, und du kannst dich wahrlich mit deiner Einstellung dazuzählen.

Du bist noch jung und ich möchte dir auch nicht die Leichtigkeit des Seins und die Schwerelosigkeit der Liebe nehmen, aber lass bitte auch nicht ausser Acht, dass mit jedem erlebten Tag, mit jeder zusammen verbrachten Stunde und mit jeder gemeinsam durchgestandenen Zeit, die Trennung erschweren wird und die Gefahr steigt, einschneidend für's Leben gezeichnet zu werden, obschon jede Liebe an sich schon zeichnet.


Michael Lermontow hatte einst über die Liebe gesagt: "Wer einmal erloschen ist, der entflammt nicht mehr".



Lieber Arbëror,

und wieder muss ich dir zu allem Recht geben hehe :!:
Doch manchmal denke ich, würde ich immer auf alle hören wäre wahrscheinlich niemand der "Richtige" für mich. Wäre es jetzt kein Katholik wäre es zbsp. einer aus Prizren, dann wäre das auch negativ hätten andere auch etwas daran auszusetzen.
Ich lebe seit ich geboren bin in der Schweiz, ich versuche mich so gut wie möglich hier zu integrieren, indem ich versuche mich gut auszubilden indem ich nicht versuche einen auf "Ausländer/ Albaner" zu machen, wie viele dass machen. Ich habe, glaube ich jedenfalls, meinen Eltern nie gross Sorgen bereitet und auch immer gute Schulleistungen erbracht... Ich meine sie können stolz auf mich sein und es doch irgendwie versuchen es zu verstehen... Ok sie müssen es nicht unbedingt akzeptieren, tolerieren.. ich möchte nur dass sie mich verstehen, nicht nur meine Eltern sondern mein und sein ganzes Umfeld.
Und ich kann dann selber entscheiden, was für mich wichtiger ist.

Und dieses Zitat, welches du erwähnt hast...gefällt mir sehr, denn es ist die Wahrheit.!!!!
Just because I don't care...doesn't mean that I don't understand!!! :-))

Alket
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Do, 23. Sep 2010, 16:33

Arbëror hat geschrieben:Wer noch immer glaubt, bei uns herrsche ein einzigartiger religiöser Friede unter den verschiedenen albanischen Religionsgemeinschaften, wer noch immer einen unerschütterlichen Glauben an die Albaner und deren Verständnis für Einigkeit, Gleichheit und Nationalgefühl besitzt, wird früher oder später noch auf die Welt kommen.


Normalerweise schweige ich lieber bei solchen Liebesthemen, als das ich noch zusätzlich mit meinen Äusserungen für Unbehagen bei der Themenerstellerin sorge, aber hier sollte man wirklich nicht mit Verschönerungchirurgie ansetzen, wirklich nicht etwas modellieren wollen, was in seinen Grundstrukturen schon brüchig und baufällig genug ist.
Es geht bei dieser ungeschriebenen Religionstoleranzklausel um eine reine Fiktivität, die nur verbal aus Selbstdarstellungszwecken, oder aus welchen Gründen auch immer, bei den meisten Albanern an's Tageslicht kommt. Sami Frasheris oder Pashko Vasas Sätze erklingen schön, wenn man sie ausspricht;
Erklingen bedeutungsvoll, wenn man sie von albanischen Mündern ausströmen hört, aber Papier ist bekanntlich geduldig, und noch geduldiger sind greisernde Sätze, welche sich nur in Büchern aber nicht in den Köpfen derer Menschen festgesetzt haben, die diese Sätze so gewissenlos verwenden.

Diese auferzwungene Religionstoleranz kam unter Hoxhas Regime zu Stande, und wir, die ausgeschlossenen Albaner im ausgeschlossenem Land, wollten den ausgeschlossenen Status nicht akzeptieren, deshalb haben wir uns immer wieder solidarisch gegenüber Albanien gezeigt, immer wieder haben wir uns überirdisch angestrengt 100% albanisch zu sein, 100% sich als Albaner zu exponieren, deshalb haben wir uns immer wieder die nötige Dosis an Religionstoleranz verabreicht, in der Hoffnung, dass diese Dosen ein Leben lang wirken, generationenübergreifend unvergänglich bestehen bleiben, aber die heutige Realität spricht eine andere Sprache, und gerade diejenigen Albaner, die sich als die grössten Patrioten zu erkennen geben, sind gerade die, die reuelos sich nicht darüber scheren, wenn sie andere Albaner schmähen, wenn sie anderen Albanern zu verstehen geben, dass zwischen ihnen ein erheblicher Unterschied besteht, weil sie sich zu Höherem berufen fühlen, weil scheinbar noch eine Steigerung zum Albanischsein existiert.

Toleranz will eben nicht heissen, dass man das Anderssein mit Gleichgültigkeit belegt und neben sich leben lässt um der Toleranz willen zu genügen, so dass man nicht mit- sondern neben-, oder sogar gegeneinander lebt; Toleranz will eben heissen, dass man gewillt ist, nach Gemeinsamkeiten zu suchen um eine zwischenmenschliche Basis zu begründen, und nicht nach Unterschieden rastlos zu suchen um seine eigene Zurückhaltung rein zu waschen.

Es gibt bei uns Albanern eine grosse Diskrepanz, die sich darin zeigt, dass alle für die albanische Einigkeit unter einem gemeinsamen freien Himmel stehen, und ein jeder den anderen um Breitengrade und Höhenunterschiede überragen will, wenn es darum geht, wie sehr man sein Land, sein Volk liebt; aber niemand, oder nur ganz wenige, für das was sie an Wörter und an O verbrauchen, unnachgiebig auch in ihren Taten als solche zu erkennen geben.

Ich habe genug Geschichten, genug Erlebnisse und genug Erfahrungswerte sammeln müssen, um erkennen zu müssen, dass nicht alles glänzt, was sich als Gold etikettiert.

Es wird aus viel nichtigeren Gründen abgelehnt, da will einer aus Gjilan seinen Segen nicht Jemanden aus Therande geben, weil Albaner, die aus Therande stammen, grundsätzlich Einbildungsprobleme haben „ju te therandes ini te gjith mendjemadhe“. Da will jemand aus Presheve einem aus Prishtine nicht die Hand reichen, damit ihre Kinder keine glückliche gemeinsame Zukunft haben können mit der merkwürdigen Begründung, es wäre ein weiter Weg und sie würden anders ticken „Nuk pershtatetmi, jemi ndryshe si ju“. Die fadenscheinige Religionsschiene stellt dann nur noch die Spitze des Eisberges dar.
Und genau deshalb mag ich nicht diese Verurteilung und diese Herabwürdigung von binationalen Ehen nicht, weil dies zu nichts führt, und nur die Ausgeburt dessen ist, was ich weiter oben geschildert habe. Es geht eben nicht darum ob jemand die Wahrung der Traditionen aufrecht erhalten will oder um seine Identität bangt, denn wir haben selber gegeneinander tiefsitzende Abneigungen, Vorurteile und Antipathie.


Zu dir Blerta-Gjakova:

Es wird wohl oder übel darauf hinauslaufen, dass eine Partei eurer Eltern, oder im schlimmsten Fall beide, alles daran setzen, zwischen euch einen Keil zu treiben und unermüdlich darin sein werden, nach plausiblen Gründen zu suchen um die Nichtexistenz eurer Beziehung rechtfertigen zu wollen. Wenn dies alles nicht klappt, geht man wahrscheinlich familiär auf Distanz zu dir, setzt dich einem Liebesentzug aus und stellt dir letzten Endes wohl die alles entscheidende Frage: Wir oder der Junge?
Wir haben irgendwie diesen Komplex in ein Thema reinzuschneien und alles in Frage zu stellen und alles gesagte herabzusetzen, nur um sich dadurch zu profilieren und sich über alle anderen zu stellen.

Vorbildhafte Beispiele zu nennen die aufzeigen dass interreligiöse Ehen sehr wohl funktionieren hat nichts mit Verschönerungstheorien zu tun.

Dein Erklärungsversuch vom angeblichen Import des religiösen Frieden aus Enver Hoxhas Albanien ist in vielen Punkten falsch, denn Enver Hoxha predigte nicht den religiösen Frieden, sondern den atheismus, die auslöschung der Religion bedeutet nicht ein interreligiöses Frieden.
Und gerade abgelegene Dörfer haben auch nie etwas über Enver Hoxha gehört aber lebten dennoch über jahrzehnte friedlich nebeneinander.


Und individuelle Dummheit (dein Bsp. aus Gjilan), sollte einen nicht dazu verleiten über eine ganze Gruppe zu urteilen.

Und irgendwie haben wir immer den Drang bei uns alles extra hervorzuheben, wie ich in einen Beitrag schrieb, weigerte sich sogar ein evangelische Schweizer eine katholische Kirche zu betretten, und derjenige will auch keine katholikin heiraten.

Meinst du, du seist der einzige der solche erfahrungen gesammelt hat? Ich habe katholische Albaner gesehen die schlimmer über Albaner herzogen als ein Serbe, aber dies als Referenz zu werten, ist alles andere als vernünftig.

Wer Gjergj Fishta oder Pashko Vasa zitiert, der denkt auch so, ansonsten würde er es auch nicht zitieren.

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Do, 23. Sep 2010, 17:19

Ich denke wer die Entscheidung ,ob man eine Beziehung führt, den Eltern überlässt, der braucht sich nicht wundern, das differenziale Strukturen
fortan exsistieren.

Sie exsistieren heute noch überall. Auch in Deutschland gibt es solche Strukturen. Man möge sich doch vorstellen, das ein böser "Neger"* eine
vollbusige blonde "unschuldige Deutsche "aus einem im Wald gelegenes Dorf verkehrt.
Doch man mag es hierzulande, die Südländer gerne kritisieren, alles im Sippenhaft zu nehmen...

Es ist auch so, das es hier auch teilweise noch ein "Provinzdenken" gibt,
Ostdeutsche gelten als Asozial, Bayer als fromm doch sehr protzerisch,
die Ostfriesen als ruhig.. Und so ist es nun auch im Kosovo, das es
dieses "Provinzdenken " gibt und wie oft ich schon hier höre, das
Zeugen Jehovas oder strenge Katholiken nicht mit Atheisten verkehren
dürfen.. Wäre ja eine Schande..

Es ist eine tiefe menschliche Eigenschaft, denn der Mensch vorurteilt
halt gerne um für sich die Vorteile zu ziehen, nämlich nicht in der
Unwissenheit tappen zu müssen und sich nciht die Arbeit zu machen.



(Das Wort "Neger" ist nur hergeleitet und entspricht nicht meinem Vokabular.)

Arbëror
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Do, 23. Sep 2010, 21:46

Alket hat geschrieben:
Arbëror hat geschrieben:Wer noch immer glaubt, bei uns herrsche ein einzigartiger religiöser Friede unter den verschiedenen albanischen Religionsgemeinschaften, wer noch immer einen unerschütterlichen Glauben an die Albaner und deren Verständnis für Einigkeit, Gleichheit und Nationalgefühl besitzt, wird früher oder später noch auf die Welt kommen.


Normalerweise schweige ich lieber bei solchen Liebesthemen, als das ich noch zusätzlich mit meinen Äusserungen für Unbehagen bei der Themenerstellerin sorge, aber hier sollte man wirklich nicht mit Verschönerungchirurgie ansetzen, wirklich nicht etwas modellieren wollen, was in seinen Grundstrukturen schon brüchig und baufällig genug ist.
Es geht bei dieser ungeschriebenen Religionstoleranzklausel um eine reine Fiktivität, die nur verbal aus Selbstdarstellungszwecken, oder aus welchen Gründen auch immer, bei den meisten Albanern an's Tageslicht kommt. Sami Frasheris oder Pashko Vasas Sätze erklingen schön, wenn man sie ausspricht;
Erklingen bedeutungsvoll, wenn man sie von albanischen Mündern ausströmen hört, aber Papier ist bekanntlich geduldig, und noch geduldiger sind greisernde Sätze, welche sich nur in Büchern aber nicht in den Köpfen derer Menschen festgesetzt haben, die diese Sätze so gewissenlos verwenden.

Diese auferzwungene Religionstoleranz kam unter Hoxhas Regime zu Stande, und wir, die ausgeschlossenen Albaner im ausgeschlossenem Land, wollten den ausgeschlossenen Status nicht akzeptieren, deshalb haben wir uns immer wieder solidarisch gegenüber Albanien gezeigt, immer wieder haben wir uns überirdisch angestrengt 100% albanisch zu sein, 100% sich als Albaner zu exponieren, deshalb haben wir uns immer wieder die nötige Dosis an Religionstoleranz verabreicht, in der Hoffnung, dass diese Dosen ein Leben lang wirken, generationenübergreifend unvergänglich bestehen bleiben, aber die heutige Realität spricht eine andere Sprache, und gerade diejenigen Albaner, die sich als die grössten Patrioten zu erkennen geben, sind gerade die, die reuelos sich nicht darüber scheren, wenn sie andere Albaner schmähen, wenn sie anderen Albanern zu verstehen geben, dass zwischen ihnen ein erheblicher Unterschied besteht, weil sie sich zu Höherem berufen fühlen, weil scheinbar noch eine Steigerung zum Albanischsein existiert.

Toleranz will eben nicht heissen, dass man das Anderssein mit Gleichgültigkeit belegt und neben sich leben lässt um der Toleranz willen zu genügen, so dass man nicht mit- sondern neben-, oder sogar gegeneinander lebt; Toleranz will eben heissen, dass man gewillt ist, nach Gemeinsamkeiten zu suchen um eine zwischenmenschliche Basis zu begründen, und nicht nach Unterschieden rastlos zu suchen um seine eigene Zurückhaltung rein zu waschen.

Es gibt bei uns Albanern eine grosse Diskrepanz, die sich darin zeigt, dass alle für die albanische Einigkeit unter einem gemeinsamen freien Himmel stehen, und ein jeder den anderen um Breitengrade und Höhenunterschiede überragen will, wenn es darum geht, wie sehr man sein Land, sein Volk liebt; aber niemand, oder nur ganz wenige, für das was sie an Wörter und an O verbrauchen, unnachgiebig auch in ihren Taten als solche zu erkennen geben.

Ich habe genug Geschichten, genug Erlebnisse und genug Erfahrungswerte sammeln müssen, um erkennen zu müssen, dass nicht alles glänzt, was sich als Gold etikettiert.

Es wird aus viel nichtigeren Gründen abgelehnt, da will einer aus Gjilan seinen Segen nicht Jemanden aus Therande geben, weil Albaner, die aus Therande stammen, grundsätzlich Einbildungsprobleme haben „ju te therandes ini te gjith mendjemadhe“. Da will jemand aus Presheve einem aus Prishtine nicht die Hand reichen, damit ihre Kinder keine glückliche gemeinsame Zukunft haben können mit der merkwürdigen Begründung, es wäre ein weiter Weg und sie würden anders ticken „Nuk pershtatetmi, jemi ndryshe si ju“. Die fadenscheinige Religionsschiene stellt dann nur noch die Spitze des Eisberges dar.
Und genau deshalb mag ich nicht diese Verurteilung und diese Herabwürdigung von binationalen Ehen nicht, weil dies zu nichts führt, und nur die Ausgeburt dessen ist, was ich weiter oben geschildert habe. Es geht eben nicht darum ob jemand die Wahrung der Traditionen aufrecht erhalten will oder um seine Identität bangt, denn wir haben selber gegeneinander tiefsitzende Abneigungen, Vorurteile und Antipathie.


Zu dir Blerta-Gjakova:

Es wird wohl oder übel darauf hinauslaufen, dass eine Partei eurer Eltern, oder im schlimmsten Fall beide, alles daran setzen, zwischen euch einen Keil zu treiben und unermüdlich darin sein werden, nach plausiblen Gründen zu suchen um die Nichtexistenz eurer Beziehung rechtfertigen zu wollen. Wenn dies alles nicht klappt, geht man wahrscheinlich familiär auf Distanz zu dir, setzt dich einem Liebesentzug aus und stellt dir letzten Endes wohl die alles entscheidende Frage: Wir oder der Junge?
Wir haben irgendwie diesen Komplex in ein Thema reinzuschneien und alles in Frage zu stellen und alles gesagte herabzusetzen, nur um sich dadurch zu profilieren und sich über alle anderen zu stellen.

Vorbildhafte Beispiele zu nennen die aufzeigen dass interreligiöse Ehen sehr wohl funktionieren hat nichts mit Verschönerungstheorien zu tun.

Dein Erklärungsversuch vom angeblichen Import des religiösen Frieden aus Enver Hoxhas Albanien ist in vielen Punkten falsch, denn Enver Hoxha predigte nicht den religiösen Frieden, sondern den atheismus, die auslöschung der Religion bedeutet nicht ein interreligiöses Frieden.
Und gerade abgelegene Dörfer haben auch nie etwas über Enver Hoxha gehört aber lebten dennoch über jahrzehnte friedlich nebeneinander.


Und individuelle Dummheit (dein Bsp. aus Gjilan), sollte einen nicht dazu verleiten über eine ganze Gruppe zu urteilen.

Und irgendwie haben wir immer den Drang bei uns alles extra hervorzuheben, wie ich in einen Beitrag schrieb, weigerte sich sogar ein evangelische Schweizer eine katholische Kirche zu betretten, und derjenige will auch keine katholikin heiraten.

Meinst du, du seist der einzige der solche erfahrungen gesammelt hat? Ich habe katholische Albaner gesehen die schlimmer über Albaner herzogen als ein Serbe, aber dies als Referenz zu werten, ist alles andere als vernünftig.

Wer Gjergj Fishta oder Pashko Vasa zitiert, der denkt auch so, ansonsten würde er es auch nicht zitieren.

Alket hat geschrieben:
Arbëror hat geschrieben:Wer noch immer glaubt, bei uns herrsche ein einzigartiger religiöser Friede unter den verschiedenen albanischen Religionsgemeinschaften, wer noch immer einen unerschütterlichen Glauben an die Albaner und deren Verständnis für Einigkeit, Gleichheit und Nationalgefühl besitzt, wird früher oder später noch auf die Welt kommen.


Normalerweise schweige ich lieber bei solchen Liebesthemen, als das ich noch zusätzlich mit meinen Äusserungen für Unbehagen bei der Themenerstellerin sorge, aber hier sollte man wirklich nicht mit Verschönerungchirurgie ansetzen, wirklich nicht etwas modellieren wollen, was in seinen Grundstrukturen schon brüchig und baufällig genug ist.
Es geht bei dieser ungeschriebenen Religionstoleranzklausel um eine reine Fiktivität, die nur verbal aus Selbstdarstellungszwecken, oder aus welchen Gründen auch immer, bei den meisten Albanern an's Tageslicht kommt. Sami Frasheris oder Pashko Vasas Sätze erklingen schön, wenn man sie ausspricht;
Erklingen bedeutungsvoll, wenn man sie von albanischen Mündern ausströmen hört, aber Papier ist bekanntlich geduldig, und noch geduldiger sind greisernde Sätze, welche sich nur in Büchern aber nicht in den Köpfen derer Menschen festgesetzt haben, die diese Sätze so gewissenlos verwenden.

Diese auferzwungene Religionstoleranz kam unter Hoxhas Regime zu Stande, und wir, die ausgeschlossenen Albaner im ausgeschlossenem Land, wollten den ausgeschlossenen Status nicht akzeptieren, deshalb haben wir uns immer wieder solidarisch gegenüber Albanien gezeigt, immer wieder haben wir uns überirdisch angestrengt 100% albanisch zu sein, 100% sich als Albaner zu exponieren, deshalb haben wir uns immer wieder die nötige Dosis an Religionstoleranz verabreicht, in der Hoffnung, dass diese Dosen ein Leben lang wirken, generationenübergreifend unvergänglich bestehen bleiben, aber die heutige Realität spricht eine andere Sprache, und gerade diejenigen Albaner, die sich als die grössten Patrioten zu erkennen geben, sind gerade die, die reuelos sich nicht darüber scheren, wenn sie andere Albaner schmähen, wenn sie anderen Albanern zu verstehen geben, dass zwischen ihnen ein erheblicher Unterschied besteht, weil sie sich zu Höherem berufen fühlen, weil scheinbar noch eine Steigerung zum Albanischsein existiert.

Toleranz will eben nicht heissen, dass man das Anderssein mit Gleichgültigkeit belegt und neben sich leben lässt um der Toleranz willen zu genügen, so dass man nicht mit- sondern neben-, oder sogar gegeneinander lebt; Toleranz will eben heissen, dass man gewillt ist, nach Gemeinsamkeiten zu suchen um eine zwischenmenschliche Basis zu begründen, und nicht nach Unterschieden rastlos zu suchen um seine eigene Zurückhaltung rein zu waschen.

Es gibt bei uns Albanern eine grosse Diskrepanz, die sich darin zeigt, dass alle für die albanische Einigkeit unter einem gemeinsamen freien Himmel stehen, und ein jeder den anderen um Breitengrade und Höhenunterschiede überragen will, wenn es darum geht, wie sehr man sein Land, sein Volk liebt; aber niemand, oder nur ganz wenige, für das was sie an Wörter und an O verbrauchen, unnachgiebig auch in ihren Taten als solche zu erkennen geben.

Ich habe genug Geschichten, genug Erlebnisse und genug Erfahrungswerte sammeln müssen, um erkennen zu müssen, dass nicht alles glänzt, was sich als Gold etikettiert.

Es wird aus viel nichtigeren Gründen abgelehnt, da will einer aus Gjilan seinen Segen nicht Jemanden aus Therande geben, weil Albaner, die aus Therande stammen, grundsätzlich Einbildungsprobleme haben „ju te therandes ini te gjith mendjemadhe“. Da will jemand aus Presheve einem aus Prishtine nicht die Hand reichen, damit ihre Kinder keine glückliche gemeinsame Zukunft haben können mit der merkwürdigen Begründung, es wäre ein weiter Weg und sie würden anders ticken „Nuk pershtatetmi, jemi ndryshe si ju“. Die fadenscheinige Religionsschiene stellt dann nur noch die Spitze des Eisberges dar.
Und genau deshalb mag ich nicht diese Verurteilung und diese Herabwürdigung von binationalen Ehen nicht, weil dies zu nichts führt, und nur die Ausgeburt dessen ist, was ich weiter oben geschildert habe. Es geht eben nicht darum ob jemand die Wahrung der Traditionen aufrecht erhalten will oder um seine Identität bangt, denn wir haben selber gegeneinander tiefsitzende Abneigungen, Vorurteile und Antipathie.


Zu dir Blerta-Gjakova:

Es wird wohl oder übel darauf hinauslaufen, dass eine Partei eurer Eltern, oder im schlimmsten Fall beide, alles daran setzen, zwischen euch einen Keil zu treiben und unermüdlich darin sein werden, nach plausiblen Gründen zu suchen um die Nichtexistenz eurer Beziehung rechtfertigen zu wollen. Wenn dies alles nicht klappt, geht man wahrscheinlich familiär auf Distanz zu dir, setzt dich einem Liebesentzug aus und stellt dir letzten Endes wohl die alles entscheidende Frage: Wir oder der Junge?
Wir haben irgendwie diesen Komplex in ein Thema reinzuschneien und alles in Frage zu stellen und alles gesagte herabzusetzen, nur um sich dadurch zu profilieren und sich über alle anderen zu stellen.

Vorbildhafte Beispiele zu nennen die aufzeigen dass interreligiöse Ehen sehr wohl funktionieren hat nichts mit Verschönerungstheorien zu tun.

Dein Erklärungsversuch vom angeblichen Import des religiösen Frieden aus Enver Hoxhas Albanien ist in vielen Punkten falsch, denn Enver Hoxha predigte nicht den religiösen Frieden, sondern den atheismus, die auslöschung der Religion bedeutet nicht ein interreligiöses Frieden.
Und gerade abgelegene Dörfer haben auch nie etwas über Enver Hoxha gehört aber lebten dennoch über jahrzehnte friedlich nebeneinander.


Und individuelle Dummheit (dein Bsp. aus Gjilan), sollte einen nicht dazu verleiten über eine ganze Gruppe zu urteilen.

Und irgendwie haben wir immer den Drang bei uns alles extra hervorzuheben, wie ich in einen Beitrag schrieb, weigerte sich sogar ein evangelische Schweizer eine katholische Kirche zu betretten, und derjenige will auch keine katholikin heiraten.

Meinst du, du seist der einzige der solche erfahrungen gesammelt hat? Ich habe katholische Albaner gesehen die schlimmer über Albaner herzogen als ein Serbe, aber dies als Referenz zu werten, ist alles andere als vernünftig.

Wer Gjergj Fishta oder Pashko Vasa zitiert, der denkt auch so, ansonsten würde er es auch nicht zitieren.
Hallo Alket

Zu Eins: Ich nehme mal an, du richtest deine Worte an mich. Bin ich auch dann profilierungssüchtig wenn ich mir dabei in's eigene Fleisch schneide? Wenn ich als Albaner, der nichts anderes als Albaner sein will, über uns Albanern spreche? Wenn ich über eine Realität spreche, die mir selbst in der Realität zu schaffen macht? Wo stelle ich mich höher?

Zu Zwei: Ich formuliere die Frage anders: Kennst du albanische interreligiöse Paare, die sich entgegen dem enormen Widerstand von Eltern oder Verwandten, vermählt und zusammen geblieben sind aufgrund der inneren Überzeugung, bei uns herrsche und soll eine Religionstoleranz herrschen; Aufgrund der inneren Überzeugung, ein Albaner bleibt und soll ein Albaner auf Augenhöhe bleiben, gleichgültig welche Religion, welche Region? Ich kenne kein Paar, und wenn du ein solches Paar kennst, dann freut es mich ehrlich um so mehr.

Zu Drei: Das Eine schliesst das Andere nicht aus. Wenn dir immer und immer wieder eingehämmert wird, du seist dumm und würdest nichts auf die Reihe kriegen, wirst du irgendwann einmal von selbst anfangen dich als dumm zu bezeichnen. In diesem Sinne bist du gefühlshemmend und dressiert; Du bist nicht das, wofür du deine Einstellung zu erkennen vermagst, weil deine Meinung unter unnatürlichen Umständen zu Stande kam; Deshalb gibt es auch diese grossen Unterschiede in der Religionstoleranz zwischen AL, KS und MZ. Und zu Kosovë brauchst du nur eins zu verstehen. Ein Ukshin Hoti, ein Kadri Zeka, ein Jusuf Gervalla, ein Rexhep Mala waren alles überzeugte Kommunisten, die sich noch und nöcher mit der revolutionären Idee von Enver Hoxha identifizierten und verausgabten. Jusuf Gervalla hatte mal einst gesagt "Auch wenn Enver Hoxha die sozialistische Idee nicht mehr weiterführt, wir werden es weiterhin tun." Und ein Volk, welches sich nach Freiheit sehnt, sehnt sich nach Idealisten, die eine Hoffnung nach Freiheit verströmen; Es ist wie eine gegenseitige Schutzehe: Die Idealisten verschreiben ihr Leben dem Volk, und das Volk ihrerseits dafür die Hingabe zum Idealismus, den die Idealisten auserkohren und für richtig erklären.
Welche abgelegenen Dörfer meinst du? Das sozial isolierte Nordalbanien von Enver Hoxha, welches sowieso weitgehend religiös homogen gegliedert war? Friedlich nebeneinander leben heisst, sich gegenseitig meiden, die Isolationshaft anstatt die Zusammenkunft zu bevorzugen, und das ist passiver Toleranzismus. Auch ein in sich gekehrter musl. Albaner wird kaum einem christ. Albaner um sein Leben trachten und somit das friedliche Zusammenleben symbolisieren, aber frag ihn mal wie er über den musl. oder christ. Alb wirklich denkt, ob er es zulassen würde, dass seine Tochter als Braut in dieses Haus eintretet und so weiter und sofort.

Zu Vier: Du urteilst doch genau so in anderen Themen über ganze Gruppen oder? Schweizer Rassisten oder ignorante Albanien-Albaner sind es da nur. Und leider leider ist es eben nicht so, dass (individuelle) Dummheit einsam verkrümmt und ausstirbt, sondern weitergereicht wird. Dieser individuelle Dumme wird eben nicht für sich dumm bleiben wollen, er wird seine Dummheit mit Nachdruck als unantastbares Gebot an seine Kinder weiterreichen, und verhält sich ein Kind nicht nach seinem Gebot, verstösst er sie, und ein ganzes Dorf schaut tatenlos zu, ein ganzes Dorf gibt ihm somit stillschweigend Recht, und ein ganzes Dorf wird schleichend durch dieses statuierte Exempel beeinflusst werden.

Zu Fünf: Und ich sage dir, irgendwie verspüren wir auch immer den Drang alles über uns ergehen zu lassen, akzeptieren anstelle von Widerstand leisten; Ein Albaner, ist nur dann ein vollkommener Albaner, wenn ihn das Leben hart meisselt, aus Dingen und Situation, die er genauso gut hätte ändern können.
Wenn jemand sich dadurch hervorhebt, dass er eine einzigartige Religionstoleranz zwischen den Albanern verspürt, und uns deshalb als Paradebeispiel für mehr Menschlichkeit und Toleranz umwirbt, dann habe ich, als Albaner, genau so das Recht mich hervorzuheben und nach seinen Worten, auch nach seinen Taten zu verlangen. Es gäbe nicht dieses Thema, es gäbe keine geistigen Grenzen zwischen Albanern, es gäbe keine unglücklich verstimmte Blerta-Gjakovë, und es gäbe auch keinen von solchen Situationen gezeichneten Arbëror, der nichts weiter fordert, als eine aufrichtige Form zu sich selber und zu seinem Patriotismus.

Zu Sechs: Mich interessieren nicht diese Leute, die sich in eigener Primitivität und Dummheit rumsuhlen. Entsprechend ihren Äusserungen, sind diese Leute auch ganz weit unten im Leben anzutreffen, ohne Freunde, ohne Sympathien, ohne nichts, ausser mit ein bisschen Selbstignoranz. Mich interessieren nur diejenigen Leute, die sich mit verbalem Feuerschutz an Patriotismus tadellos zeigen, die mit ihren verbalen Äusserungen das historische Albanien ohne Grenzen errichten wollen, aber dabei ihre Scheuklappen gegenüber anderen Albanern nicht ablegen und verschweigen.

Zu Sieben:
Arbëror zu Alket: e mos shikoni kisha e xhamia feja e shqipëtarit është shqipëtaria

Alket zu Arbëror: Boah man, Skenderbeu ist wieder auferstanden. Ey ich schwöre, du bist voll der wahre Albaner man. Voll patriotisch und so.

Arbëror zu Alket: Hehe ich weiss. Alle beneiden mich, weil ich bin der einzige der so denkt. Wären alle nur ein bisschen so patriotisch wie ich, wir bräuchten keinen albanischen Staat, weil wir ihn schon bei mir gefunden hätten.

Alket zu Arbëror: haha du hast voll Recht man. Respekt für diese Einstellung man, die ist heute so selten geworden. Wenn dich mein Vater kennen würde, er hätte dich bestimmt zu seinem besten Schwiegersohn erklärt.

Arbëror zu Alket: Sag deinem Vater einen Gruss, er kann mich schon mal als Schwiegersohn reservieren. A jam shqiptar a sjam? Edhe mos te folim me teper, hajde shqiptar ti cakrronim gotat me raki skenderbeu. Rrnoft shqipetaria e bekuar, rrnoft ismail qemali, rrnofshim ti dhe une pergjithmon, besa bese shqipetaria mbi te gjitha.

Zufällig hat Arbëror eine Schwester und zufälligerweise verliebt sich Alket in Arbërors Schwester, weil Alket zufällig nicht weiss, dass das Arbërors Schwester ist. Arbëror erfährt durch Umwege, dass seine Schwester einen langjährigen Freund Namens Alket hat und Arbëror wird wütend, verbietet der Schwester den Kontakt, hasst Alket auf einmal abgrundtief, weil er katholischer Albaner ist. Wieso ausgerechnet Jesus und Josef und wie sie alle heissen mögen, anbeten, wo wir doch den schönen reinen Mohammed haben? Das geht einfach nicht, ab jetzt muss ich dich als Katholik ansehen und nicht mehr als Albaner, weil du Unheil sonst über unsere Familie bringst mit deinem dreckigen Religion.

Inwiefern denkt jetzt Arberor über die Zitate nach und handelt auch danach, die er Alket zitiert hat? Was war der ausschlaggebende Grund, wieso Arbëror Alket dieses Zitat servierfrisch ausgelegt hat?

Nicht alles hat Glanz, was sich als Gold verkauft.
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Alket
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Fr, 24. Sep 2010, 13:56

1. Deine Beweggründe gehen mich im grunde nichts an. Ich finde es nur seltsam wenn plötzlich unaufgefordert und unbegründet etwas kritisiert wird, was so in dieser Form in diesem Thema nicht gesagt wurde, im gegensatz zu dir, sehe ich kein Beitrag der hier eine "Verschönerungstheorie" predigt, im Gegenteil wurde schon im dritten Beitrag kurz vemerkt dass man sich nicht auf begrenzte menschen stützen sollte. Eine interreligiöse Ehe funktioniert, wen die betroffenen es wollen, die Religion als Hinderniss ist an sich ist nur eine Rechtfertigung, aber nicht das eigentliche Problem, diese Ehen, wären sie auch gleich religiös, würden auch an andere Punkten scheitern, weil sie die Basis für ein zusammenleben nicht verfügen.

2. Ja kenne ich.

3. Ein Atheist wird gleichwohl mit einer christlich gläubigen Person mühe haben wie mit einem muslimisch gläubigen, Religionslos bedeutet nicht religiöser Frieden. Zu den besagten Personen kann ich nur sagen, zum Glück lebten sie eine Lüge, aus deren sie Kraft und Motivation schöpften sich der Gesellschaft zu Opfern. Ich spreche nicht von abgelegenden Dörfer in Albanien, sondern in Kosova, die auch nie ein Text von Enver Hoxha gesehen haben, aber keine interreligiöse Probleme mit dem christlichen Nachbarsdorf hatten.

4. Ja tu ich,weil es der realität entspricht, man muss kein Genie sein um den Antiislam in Europe zu sehen, weder noch die grossen Vorurteile und Antipathe gegenüber unser gleichen, wenn eine albanische Familie kriminell wird, dann wird ein Buch mit dem namen "Die Kosovo Albaner- Gefährdung der deutschen inneren Sicherheit" geschrieben, dabei vergisst man schnell, dass es etliche Morde im Namen der italienischen Mafia in Deutschland gab, deswegen aber keiner die Italiener kriminalisiert weder noch die innere Sicherheit Deutschland gefährdet sieht.

5. Ich verstehe nicht warum alles mit Albanersein oder nicht sein und Ideologien zu tun haben soll, was völlig normal und menschlich ist, wird hochsterilisiert. Eine Kirche steht neben einer Moschee, nein das ist keine religiöse Toleranz, nein, das genügt nicht, Muslime müssen mit kreuzen rumlaufen, und Christen mit Halbmonden, dann können wir von religiöser Toleranz sprechen.

6. Es geht hier nicht um Patrioten oder nicht Patrioten, sondern um ein gesundes Menschenverstand.

Haha, jetzt hast du mich wirklich zum lachen gebracht, nicht nur dein strassenjargo den du exzplizit meiner Person anhängst, sondern auch das Beispiel an sich.

1. man muss keine Christin heiraten um Christen zu tolerieren.

2.Menschen die nicht mal ansatzweise die Zitate verstehen die sie verwenden musst du nicht als Beispiel nehmen, ich bin gläubig und teile die Meinung von Vasa und Fishta, und stehe einer religiösen Christin genau so skeptisch gegenüber wie einer religiösen muslimin, mir sind beide nicht geheuer.

Abschliessend: Deine Meinung an sich ist mir eigentlich egal, ich finde es einfach nicht korrekt wen man abschliessend einem leser im glauben lässt man hätte hier eine verschönerungstheorien gepredigt und alles sei nicht so wie es ist, und natürlich fühle ich mich als mitdiskutant dabei angesprochen.

Die Mehrheit der Albaner sind religiös tolerant, und Toleranz steht nicht synonym zur unendlichen Liebe und bireligiösen Ehen.

Eine beriligiöse Ehe kann funktionieren, wenn die betroffenen die Basis verfügen, sollte eine Liebe an der Religion scheitern ist es nicht auf die Religion der entsprechenden Personen zurückzuführen, sondern an den beteiligten Personen selbst.
Zuletzt geändert von Alket am Fr, 24. Sep 2010, 14:46, insgesamt 1-mal geändert.

Alket
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Fr, 24. Sep 2010, 14:17

Koby Phoenix hat geschrieben:Ich denke wer die Entscheidung ,ob man eine Beziehung führt, den Eltern überlässt, der braucht sich nicht wundern, das differenziale Strukturen
fortan exsistieren.

Sie exsistieren heute noch überall. Auch in Deutschland gibt es solche Strukturen. Man möge sich doch vorstellen, das ein böser "Neger"* eine
vollbusige blonde "unschuldige Deutsche "aus einem im Wald gelegenes Dorf verkehrt.
Doch man mag es hierzulande, die Südländer gerne kritisieren, alles im Sippenhaft zu nehmen...

Es ist auch so, das es hier auch teilweise noch ein "Provinzdenken" gibt,
Ostdeutsche gelten als Asozial, Bayer als fromm doch sehr protzerisch,
die Ostfriesen als ruhig.. Und so ist es nun auch im Kosovo, das es
dieses "Provinzdenken " gibt und wie oft ich schon hier höre, das
Zeugen Jehovas oder strenge Katholiken nicht mit Atheisten verkehren
dürfen.. Wäre ja eine Schande..

Es ist eine tiefe menschliche Eigenschaft, denn der Mensch vorurteilt
halt gerne um für sich die Vorteile zu ziehen, nämlich nicht in der
Unwissenheit tappen zu müssen und sich nciht die Arbeit zu machen.



(Das Wort "Neger" ist nur hergeleitet und entspricht nicht meinem Vokabular.)
Sehe ich auch so, in erster Lienie ist es ein völlig menschliches Verhalten, was nichts mit Religion an sich, sondern mit dem Leben und Vorstellungen einer Person zu tun hat. Ich bin zwar offiziel muslimisch und sehr gläubig, aber mir machen religiöse Menschen (christen und muslime) angst, das heist aber nicht dass ich die Religionen und deren Anhänger nicht toleriere.

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Gjilan
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Fr, 24. Sep 2010, 15:22

aber mir machen religiöse Menschen (christen und muslime) angst, das heist aber nicht dass ich die Religionen und deren Anhänger nicht toleriere.
Die Religion, ist eine Neutrale Zone. Es ist der Mensch der dies ins Negative oder ins Positive steuert. Gott, schenkte uns den Glauben, einen Leitfaden, der sich Religion nennt und es obliegt an uns mit dem so zivilisiert wie nur möglich umzugehen. Vorurteile wird es geben, immer, weil der Mensch einfach manchmal zu faul manchmal einfach zu belastet ist, um tiefer nach zudenken und nicht nur oberflächlich....


gruss
Gjilan
Die Liebe ist keine Wissenschaft !!!

Arbëror
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Sa, 25. Sep 2010, 9:33

Guete Morge Alket

Zu Eins: Es geht hier ja primär nicht darum, ob eine interreligiöse Ehe funktionieren kann, sondern die Betroffene die Unsicherheit hat, sie gehe etwas ein und verliere danach alles, weil sie von Eltern oder Verwandten unter Druck gesetzt und wahrscheinlich vor die berühmte Wahl gestellt wird "Kopf oder Zahl". Sie schreibt ja selber, die Realität, ihre Realität stehe im krassen Widerspruch zu den hier abgegebenen Antworten, und ich als Albaner wollte nur zu verstehen geben, dass ich nachvollziehen kann vor welcher Entscheidungsfindung sie steht, worin sie so oder so nur verlieren kann. Bei uns herrscht eben kein interreligiöser Friede, seit Jahren dümpelt ein interreligiöser Konflikt vor sich hin, und das zeigt sich bei interreligiösen Beziehungen zwischen Albanern am deutlichsten (und es sind ja bei weitem nicht die letzten inneren Ressentiments, die Albaner über andere Albaner auf Biegen und Brechen erhalten wollen.).

Zu Zwei: Es freut mich wirklich! Ich hoffe ich werde auch einmal so ein Paar zu Gesicht bekommen.

Zu Drei: Ich glaube wir reden hier aneinander vorbei. Auch Enver Hoxha hat es nicht geschafft, die albanische Gesellschaft vollkommen zu entreligionisieren, aber er hat das Ganze abgeschwächt, zumindest so, dass man heute in Ballungszentren wie Tirana, Durres, Vlorë miteinander heiratet und dabei keine Aussergewöhnlichkeit wahrnimmt. Ja in der Tat zum Glück, und zum Glück hat ein Grossteil der Bevölkerung an die Kraft und an ihre Lebensphilosophie geglaubt, auch nach deren Tod, sonst würden wir gesellschaftspolitisch nicht nur in den Kinderschuhen, sondern in Babywindeln stecken. Wie gesagt, zwischen echt gelebter Toleranz und der Toleranz, die aus opportunistischen Gründen, innerer Ablehnung und äusserem Zuspruch zum neben sich leben zu lassen beruhen, ist doch noch ein erheblicher Unterschied festzumachen. Auch mein Grossvater erzählte mir, wie gerne er seine Trauben an den katholischen Albaner verkaufte, als ich ihn fragte, ob man miteinander freundschaftlichen Kontakt pflegte, ihn zu Hochzeiten einlud oder zu Abenden in der albanischen Oda, verneinte er stets. Sie lebten ihr leben, und die anderen ihr leben, und ausser Zweckgründen kam kein näherer Kontakt oder Treffen zu stande. Klar kann man das als Frieden bezeichnen, aber mehr auch nicht.

Zu Vier: Es geht mir nur darum, dass du mir vorwirfst, ich würde über eine ganze Gruppe sprechen, während es du aber auch tust. Bis zu einem gewissen Grad, teile ich deine Meinung, aber frage dich gleichzeitig, was ist schlimmer und psychisch belastender für dich, wenn dich ein Deutscher aufgrund von fremder Religion und fremder Ethnie ablehnt, oder ein Albaner, der sich patriotisch gibt und dich trotz gleichen Ursprungs negiert??

Zu Fünf: Dann gib einmal hier im Forum "Religiöse Toleranz" ein, und du wirst auf viele Themen stossen, worin unsere religiöse Toleranz als einzigartig verkauft wird: klick mich , klick mich nochmals Es ist das eine, dieses Thema bei uns hochstilirisieren zu lassen, das andere widerum ist, die grosse Diskrepanz zwischen Realität und Wunschdenken. Es geht hier nicht darum, ob Muslime mit Kreuzen von Halsketten rumlaufen und Christen nach Mekka gerichtet mitbeten, es geht hier nur darum, dass Muslime keine innere Abneigungen gegenüber Christen in ihrem eigenen Land verspüren, und Christen nicht den Ansruch des wahren Albanertums erheben und gleichzeitig Muslime der eigenen Nation nicht Hochverrat vorwerfen, weil sie sich umkonvertiert haben lassen. Aber du hast im Grunde genommen Recht. Wieso kämpft man eigentlich gegen etwas an, was sowieso menschlich ist? Hass, Diskriminierung, Rassismuss sind alles menschliche Attribute und religiöse Toleranz ist kein albanischen Attribut, auch wenn wir es gerne hätten. Wieso raubt man sich seine eigenen Kräfte für etwas, was du sowieso nicht ändern kannst. Verfallen wir doch lieber in unsere albanische Ohnmacht, komm gehen wir raus, rauchen eine Partner-Zigarette und gucken dem fallenden Regen zu und betrauern uns selber, und anerkennen wir aber gleichzeitig, dass wir zu starken Männern gehören, weil wir die einzigen sind, die so etwas mit der Egal-Mentalität überdauern können, jeder Andere wäre daran zerbröselt. Was geht es uns was an? Hauptsache uns betrifft es nicht wirklich.

Zu Sechs: Siehe oben: Wenn man sich schon mit der religiösen Toleranz in albanischen Gebieten brüstet, dann sollte man wohl noch wenigstens von demjenigen eine gewisse Eigenmotivation und keine Selbstverarschung erwarten dürfen. Wenn man es schon nicht mit gesundem Menschenverstand zu stande bringt, dann hoffentlich mit dem hochgelobten Patriotismus, aber es ist halt schon so, dass die grössten patriotischen Marktschreier im erforderten Falle aller Fälle versagen und den Schwanz einziehen.

Zu Sieben: Nimm es nicht ernst. Ich habe mich selbst verascht und habe nicht explizit dir irgendein Strassenjargon angehaftet. Ich wollte dir damit nur zeigen, wieso es eben nicht so ist, dass man auch so denkt, wenn man Zitate von Pashko Vasa, Gjergji Fishta oder den Frasheri-Brüdern verwendet. Wir erhoffen vom Gegenüber Dinge, die wir selbst nicht einhalten können, und man braucht sich bei uns nur als Patriot mit ein paar Wörtern erkennen zu geben, und wir verfallen in eine Art Überbewertung und Anhimmlungs-Zustand, wo wir nicht mehr unterscheiden, was Wahrheit und was Übertreibung ist. Und wenn eben der Zugzwang einmal dasteht, erleben wir ein böses Erwachen und geglaubte Patrioten werden zu Egoisten, und wichtig geglaubte Zitate vom Gegenüber lösen sich in Luft auf.

1. Das ist hier nicht die Ausgangslage. Man muss die Tochter oder den Sohn gewähren lassen, wenn sie oder er sich selbstbestimmt zu einer Heirat mit einem Christen entscheidet, das ist aktiver Toleranzismus, gesunder Menschenverstand und gelebter Patriotismus.

2. Ich nehme sie aber, weil es die meisten bei uns sind, die Zitate nehmen, die sie nicht verstehen oder verstehen, aber nicht in die Tat umsetzen (wollen). Bei dem anderen Satz von dir, stimme ich dir vollkommen zu.


Kann ich so akzeptieren. Vielleicht habe ich dir als Mitdiskutant Unrecht getan, ich kenne dich und dein Leben nicht, erkenne bitte aber, dass es hier hauptsächlich um Blerta-Gjakovë geht, und sie hat nicht das Problem, dass sie nicht weiss ob diese Beziehung nach ihrem eigenen Empfinden gut oder weniger gut verlaufen kann, es ist ihr sozialer Umfeld, die diese Beziehung ablehnt und sie unter Druck setzt.
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Alket
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So, 26. Sep 2010, 11:02

Auch dir guten Morgen

Ich finde du übertreibst masslos und intepretierst da viel zu viel rein, ich verstehe zwar was du meinst, nur um ein bsp. zu nennen, ein muslimischer albaner hat es mit einer "christlichen" deutschen Frau einfacher als mit einer "christlichen" Albanerin.

Aber eine Ehe ist was anderes als die Gesellschaft, eine Ehe bedeutet auch dass man die Kultur des anderen einimmt,zwar nicht zwangsweise, aber ein stück weit schon und dass bedeutet Akzeptanz. Die Toleranz jedoch ermöglicht beiden Seiten die eigene kultur zu bewahren, indem sie eben nicht die andere Kultur einimmt, sondern sie (nur) zur Kentniss nimmt.

Es ist völlig natürlich dass die Menschen ihre Kultur bewahren wollen und auch völlig richtig, wo kämmen wir hin wenn das nicht der Fall wäre!? Dann würde all die Vielfalt (was ein Reichtum ist) verloren gehen, genau so wie sie in Albanien verloren ging (mit Gewalt), was in keiner weise Positiv ist, sondern im Gegenteil, jahrhundertaltes Wissen, Tradition und Kultur der Bektaschis, der Derwischen, der Sunniten, der Katholiken und Orthodoxen ist verloren gegangen, für immer.

Vorurteile hat jeder, manche Positive, manche negative, aber jeder hat sie, diese jedoch als Intoleranz zu werten ist absurd.

Die Katholiken werden genau so geduldet wie die Musliem von den Katholiken, und eine Minderheit steht nicht stellvertretend für die Mehrheit.

Und beim Islam ist es sehr speziel weil es aufgrund der Unabhängigkeitskriege der Balkanvölker gegen die Osmanen instrumentalisiert wurde, ich muss ja nicht erwähnen dass auch sehr viele Muslime selbst dem Islam negativ entgegen stehen. Die Griechen haben auch eine enorme islamophobie, und vorallem die Orthodoxe Kirche, verschweigen aber die Tatsache dass besonders die Griechen früher als Inbegriff eines Osmanen standen, und die orthodoxe Kirche(die einzige) sogar in den hohen Pforten des osmanisches Reiches vertretten war, und zu keiner Zeit sich gegen die Osmanen wehrte, sondern im Gegenteil,die Kirchen waren die erste welche das Osmanische Reich akzeptierten.
Zuletzt geändert von Alket am So, 26. Sep 2010, 11:33, insgesamt 1-mal geändert.

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...
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Arbëror
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So, 26. Sep 2010, 16:10

Alket hat geschrieben:Auch dir guten Morgen

Ich finde du übertreibst masslos und intepretierst da viel zu viel rein, ich verstehe zwar was du meinst, nur um ein bsp. zu nennen, ein muslimischer albaner hat es mit einer "christlichen" deutschen Frau einfacher als mit einer "christlichen" Albanerin.

Aber eine Ehe ist was anderes als die Gesellschaft, eine Ehe bedeutet auch dass man die Kultur des anderen einimmt,zwar nicht zwangsweise, aber ein stück weit schon und dass bedeutet Akzeptanz. Die Toleranz jedoch ermöglicht beiden Seiten die eigene kultur zu bewahren, indem sie eben nicht die andere Kultur einimmt, sondern sie (nur) zur Kentniss nimmt.

Es ist völlig natürlich dass die Menschen ihre Kultur bewahren wollen und auch völlig richtig, wo kämmen wir hin wenn das nicht der Fall wäre!? Dann würde all die Vielfalt (was ein Reichtum ist) verloren gehen, genau so wie sie in Albanien verloren ging (mit Gewalt), was in keiner weise Positiv ist, sondern im Gegenteil, jahrhundertaltes Wissen, Tradition und Kultur der Bektaschis, der Derwischen, der Sunniten, der Katholiken und Orthodoxen ist verloren gegangen, für immer.

Vorurteile hat jeder, manche Positive, manche negative, aber jeder hat sie, diese jedoch als Intoleranz zu werten ist absurd.

Die Katholiken werden genau so geduldet wie die Musliem von den Katholiken, und eine Minderheit steht nicht stellvertretend für die Mehrheit.

Und beim Islam ist es sehr speziel weil es aufgrund der Unabhängigkeitskriege der Balkanvölker gegen die Osmanen instrumentalisiert wurde, ich muss ja nicht erwähnen dass auch sehr viele Muslime selbst dem Islam negativ entgegen stehen. Die Griechen haben auch eine enorme islamophobie, und vorallem die Orthodoxe Kirche, verschweigen aber die Tatsache dass besonders die Griechen früher als Inbegriff eines Osmanen standen, und die orthodoxe Kirche(die einzige) sogar in den hohen Pforten des osmanisches Reiches vertretten war, und zu keiner Zeit sich gegen die Osmanen wehrte, sondern im Gegenteil,die Kirchen waren die erste welche das Osmanische Reich akzeptierten.
Hallo Alket

Du widersprichst dir aber sehr und mir scheint es, du holst dir einfach weitere Argumente hinzu, um mir einfach etwas entgegenwerfen zu können.
Du schreibst, du siehst kein Problem darin, ob sich Muslim und Christ miteinander verheiraten, und fügst sogar noch hinzu, dass du selbst an die Zitate von Pashko Vasa, Gjergji Fishta und weitere glaubst, und auf einmal schreibst du jetzt von "Kultur des anderen", und "völlig normal dass Menschen ihre Kultur bewahren wollen". Als wären Albaner verschiedener Konfessionen so unterschiedlich wie Tag und Nacht und eine Heirat mit der anderen Konfession, eine Zerstörung des eigenen Kulturverständnisses darstellt.

Ich kann deine Meinung in keinster Weise nachvollziehen, abgesehen davon bekämpfen sich nicht Kulturen gegenseitig, im Gegenteil, sie fliessen ineinander, und eine totalitäre Abgrenzung der eigenen Kultur gegenüber anderen, ist eine reine Selbstverherrlichung im gröberen Masse und eine Verleumdung von kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Als ob eine bireligiöse oder bikulturelle Heirat dazu dient, etwas von seinem eigenen Kulturempfinden gezwungenermassen ablegen zu müssen, das was einzig und allein nur du darüber entscheiden kannst. Du kannst nicht einfach die Schuld bei Ehepartnern anderer Religion oder Kultur suchen, nur weil Albaner dies als Ausfluchtversuch für die eigene Kulturfaulheit nehmen. Du schriebst hier über Vielfalt, kulturellen Reichtum etcetera, dabei bist du derjenige, der dies alles negiert, indem du nichts anderes sagst, als dass man Mauern aufbauen muss und ein Kulturaustausch zwischen Menschen ein Verlust des jeweiligen Kulturguts mit sich führt, und keine Bereicherung ohne eigenen Verlust.

Und all dies hat sehr viel zu tun mit der Problemstellung von Blerta-Gjakovë, die hier nichts derartiges geschrieben hat, dass sie Angst hat, ihre eigene Kultur dabei zu verlieren, die im Übrigen, nach meiner Auffassung die gleiche ist, wie der katholischer Albaner sie hat. Aber mir ist klar geworden, dass wir verschieden ticken und du mich in keinster Weise verstehst, aber macht nichts. Aus Rücksicht auf die Themaerstellerin und ihr Problem, bitte ich dich, unsere Diskussion hier zu beenden. Ich werde dir jedenfalls nichts mehr schreiben.

Schöne Sunntig
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So, 26. Sep 2010, 17:24

Tut mir leid, ich hätte wohl ausführlicher schreiben sollen.

Ich erwähnte das weil meiner Meinung nach die menschen Ängste verspüren und nicht intoleranz, Ängste dass ihre Tochter oder ihr Sohn sich entfremdet und damit auch ihre Kinder, ich sehe das ähnlich wie im Falle von binationalen Ehen, gerade hier wissen wir wo die Beweggründe sind und warum für viele nur eine Albanerin in frage kommt, und wenn es doch keine ist und sie Sprache und gewisse Sitten lernt, dann prahlt die Familie sogar damit was für eine tolle schwiegertochter sie doch hätten. Es ist ja nicht so dass Albaner grundsätzlich alle anderen Nationalität nicht tolerieren, sondern wir eben diese paranoide Angst der entfremdung empfinden, was angesichts unserer geschichte auch seine Gründe hat, aber heute auch wiederum anders aussieht, weil sich die realität verändert hat.

Ich verstehe wenn jemand sagt dass er eine katholische Frau oder einen muslimischen mann haben möchte, oder wen eltern sich so einen für ihre kinder wünschen, es ist normal dass man seines gleichen sucht, und ich finde es ist auch richtig so, und ja, für aussenstehende kann das intolerant wirken, ist es aber nicht. Binationale und bireligiösen ehen gab es immer und wird es noch mehr geben, aber es wäre auch völlig falsch wen es nur noch solche gäben würde. Auch eine Schweizer Tochter wird anfangs mühe haben wenn sie einen schwarzen mit nach hause bringt, vorallem wenn es sich um eine aus einem Dorf mit konsevativen Eltern handelt.

Soviel zur Ehe und die Reaktion einer Familie.

Und bezüglich der Gesellschaft will ich nur sagen, dass du unrecht hast mit der angeblich religiösen intoleranc bei den Albanern, ich finde du intepretierst hier viel zu viel rein, ich verstehe dich sehr gut, aber ich weigere mich in die Falle einer vergifteten Minderheit (auf beiden Seiten) reinzutretten, ich bin der vollen überzeugung, dass wen es hart auf hart kommt, die Mehrheit den religiösen Frieden schützt und verteidigt, was sie bis anhin auch getan hat.

ja, ich denke wir haben die Standpunkte des anderen verstanden, ich von meiner Seite kann nichts mehr hinzufügen, ich bedauere nur dass du dich von einer Minderheit in die irre führen lässt und Toleranz überbewertest.

der au

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