Di, 17. Nov 2009, 13:44
Ich finde es immer wieder interessant, wie Profitmacher und Bonzenkinder ihren ökonomischen Wert über die der Bevölkerung stellen und sich selbst unverhältmässiges Entgeld in der Höhe von astronomischen Zahlen aushändigen wollen. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt 1240 € in Kosova. Man stelle sich das mal nur einmal bildlich vor. Jemand will einen monatlichen Lohn kriegen, den man als Durchschnittsbürger selbst nach einem Jahr nicht zusammenschaufeln kann. Das erinnert mich sehr stark an Herrn Ospelt und co. Auch diese Leute haben sich in frecher Arroganz eingesuhlt und ihre imensen Löhne und Boni mit ihren übermenschlichen Fähigkeiten und ihren überirdischen Leistungen legitimiert, heute tragen wir die verdorbenen Früchte ihres Handelns.
Machen wir uns doch nichts vor. Banken können nur dann verdienen, wenn Kontoinhaber und Geldanleger ihr Geld bewegen. Das tut in diesen Krisenzeiten fast niemand, noch weniger in Kosove. Mein Neffe arbeitet bei der Pro Credit Bank als Kreditgenehmiger und da hat er ein Salär von 1000 €, also weit entfernt von diesen "üblich" proklamierten 3000 im Bankensegment. Einheimische Studenten als Greenhorns zu bezeichnen empfinde ich als grosse Abwertung. Nur weil man irgendwo im Ausland eine Sesselfurzerausbildung absolviert hat, bedeutet das nicht, dass man um Breitengraden geeigneter ist als ein einheimischer Student, vorallem dann nicht, wenn das Level der albanischen Sprachkunst sich nur auf das Reden beschränkt und man den heimischen Markt nur von der Vogelperspektive aus betrachtet hat. Zwei Mankos, die ein albanischer Student in Kosove schon mal nicht hat. Das Problem ist, dass in Kosove keine staatlichen Regulierungsstrukturen, keine Finanzaufsichtsbehörden, keine Arbeitsmarktgesetze und keine Gewerkschaften erkennbar sind, so ist es kein Wunder, dass abgestumpfte Neoliberalisten in Kosove Beute wittern und nach der Methodik der offensiven Profitsteigerung ihre Leute aussuchen und dort wirtschaften.
Kosova braucht bescheidene Idealisten und Pioniere, die sich dem Wohle des Volkes und des Staates verschrieben haben, keine profitgeilen Neoliberalisten, die hechelnd dem grossen Geld nachspringen und in einem Entwicklungsland in Saus und Braus leben wollen.
Ka dy lloje njerëz: Këta që kur hynë në dhomë thonë: “Ja ku jam!”, dhe ata që kur hynë në dhomë thonë: “Ah, këtu qenke!”
lamtumirë sa t'jetë jeta