Im Kosovo droht ihnen Blutrache: Familie in Angst vor Abschiebung
MÜHLDORF / Sie sind beliebt, engagieren sich im Gemeindeleben und sollen trotz Lebensgefahr abgeschoben werden: Nun kämpfen die Mühldorfer für Familie Bajrami.
VON ISABELLA CZABAUN
Er streicht Bänke, räumt den Bach und hilft beim Volksschul-Umbau: Obwohl Jasim Bajrami - als Asylwerber - keinen Lohn für seine Arbeit erhalten darf, packt der dreifache Familienvater in Mühldorf überall mit an, wo helfende Hände gebraucht werden. Auch seine Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren haben sich bereits voll integriert: Binnen eines halben Jahres haben sie so gut Deutsch gelernt, dass sie normal am Schulalltag teilnehmen können.
Dennoch droht der fünfköpfigen Familie nun die Abschiebung in den Kosovo. Ihr Antrag auf Asyl wurde in zweiter Instanz abgelehnt, ihr Fall liegt beim Verwaltungsgerichtshof. Der Grund: Die Familie wird nicht politisch, sondern „nur“ privat verfolgt. So hatte Bajrami, der der Minderheit der Goranen angehört, 1995 geholfen, vier Albaner, die einen Mord begangen hatten, der serbischen Polizei auszuliefern. Die Familien der Verhafteten schworen Blutrache, weshalb die Bajramis unter Lebensgefahr ihre Heimat verlassen mussten.
Viele Mühldorfer, allen voran Karl Görlich, Ortsstellenleiter des Roten Kreuzes in Spitz, versuchen nun der Familie zu helfen. So war es auch Görlich, der vergangenen Dienstag den Anwalt der Bajramis verständigte, als die Familie in den Morgenstunden von den Behörden abgeholt und zur Abschiebung nach Wien gebracht wurde. „Um 15 Uhr kam dann der Beschluss, dass die Abschiebung bis zum Ende des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens ausgesetzt wird“, ist Görlich die Sorge um die Familie ins Gesicht geschrieben. Er hofft, dass der Familie wenn schon kein Asyl, so doch zumindest das humanitäre Bleiberecht zugesprochen wird. „Aber im schlimmsten Fall stehen wir in 14 Tagen wieder vor der Abschiebung.“ Wie es für die Familie dann weitergeht, wagt er nicht zu sagen.
Auch die Erinnerung an einen anderen Fall nagt an Görlich: „Eine Asylwerber-Familie aus Mühldorf wurde vor einem halben Jahr abgeschoben. Der Vater war binnen zehn Tagen tot.“
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ganz furchtbar, ich hoffe der familie kann das erspart bleiben...warum ist die bürokratie nur so unmenschlich?!

