Nach der »Grande Partenza« des Giro d’Italia 2025 in Albanien stellt sich die Frage: Ist Albanien ein attraktives Reiseziel für Rennradfahrer?

Albanien könnte sich durchaus eignen als Ort fürs Frühjahrestraining: In Südalbanien – insbesondere im Gebiet Vlora, Albanische Riviera und Saranda – gibt es einige attraktive Strecken, ordentliches Wetter, wenig Verkehr und auch touristische Infrastruktur. Letztere ist aber um diese Jahreszeit eher noch im Winterschlaf.

Die Fernseh-Bilder vom Giro d’Italia zeigen auch, dass es nebst den Höhenmetern noch ein paar andere Herausforderungen gibt: immer mal wieder ein unschönes Schlagloch, mühsame Baustellen und eher rutschiger Asphalt.

Und dann ist da ja noch das Bild von der Ziege, das um die Welt ging. Ja, Schafen und Ziegen sind auf Albaniens Strassen eher anzutreffen als Rennradfahrer.

Das Fahrerfeld des Giro d'Italia in Albanien – dazwischen eine Ziege, die auf einen Rennrad-Fahrer zuspringt
Fahrerfeld des Giro d’Italia und eine albanische Ziege, die sich den Weg freiboxen möchte – nicht ungefährlich

Abgesehen von den Giro-Teilnehmern, der jährlich stattfindenden Tour of Albania und ein paar verwegenen Albanern haben wir bis jetzt von keinen Rennradlern gehört, die sich Albanien als Destination ausgesucht haben. Bei Mountainbikern und Bike-Packern ist Albanien aber durchaus schon bekannt.

Wer die Nase voll hat von Sa Calobra und nicht Passstrassen zusammen mit Dutzenden anderen Fahrradfahrern hochstrampeln möchte, findet in Albanien sicherlich spannende Strecken. Man wäre aber Pionier und sollte deswegen ein paar Punkte bedenken:

  • Es fehlt an Radfahrer-Infrastruktur: In Südalbanien gibt es weit und breit keinen Fahrradladen oder -verleih, der auf Rennradfahrer spezialisiert ist.
  • Der Tourismus ist im Frühjahr noch im Winterschlaf. Es gibt zwar geöffnete Hotels und Restaurants, aber man muss da schon planen.
  • Auch in Südalbanien ist nicht immer nur Sonnenschein – und in grösseren Höhen (man erreicht schnell 800 bis 1000 Meter) kann es noch recht frisch werden.
  • Das Netz asphaltierter Strassen ist nicht besonders dicht. Man fährt also schnell man die gleichen Strecken oder sucht sich mal eine neue Basis oder plant Autotransporte mit ein.
  • Wie oben erwähnt: Neben Schlaglöchern und rutschigem Asphalt in engen Kurven muss immer und überall auch mit tierischen Verkehrsteilnehmern gerechnet werden: Querende Schafherden, Ziegen am Strassenrand, aggressive Hirtenhunde oder Schildkröten mitten auf der Strasse – alles jederzeit möglich.
  • Medizinische Hilfe ist in Südalbanien eher weit entfernt.

Alles in allem eher eine Destination für Fahrrad-Abenteurer. Natürlich unterstützen wir gerne bei der Planung. Und wer es gerne begleitet möchte, findet bei ride-albania.com Angebote.

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Wir Autoren dieser Seite bereisen Albanien teilweise schon sei 30 Jahren. Wir teilen hier unser Wissen und unsere persönlichen Erfahrungen. Feedback ist immer willkommen.

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