Vlora und Bucht mit der Insel Sazan von Kanina gesehen

Vlora ist eine der grössten Städte Albaniens, aber auch ein beliebter Badeort. Die Stadt liegt am Übergang von Adria zu Ionischem Meer, am Übergang von der mittelalbanischen Küsteneben zum südalbanischen Küstengebirge. Die Bucht von Vlora, die einen natürlichen Hafen bildet, war bei Griechen, Römern, Türken und Sowjets beliebt – heute tummeln sich hier die Badenden. Aber auch sonst bietet die Umgebung für Reisende viel Geschichte und Natur.

Lage

Fahrradfahrer an der Uferpromenade von Vlora
An der Uferpromenade von Vlora in Skela

Bei Vlora ist das Meer nur 60 Kilometer breit. Die italienische Küste auf der anderen Seite der Adria ist näher als Tirana. Die Lage am Eingang zur Adria hat die Stadt lange geprägt: Immer wieder von den Italienern besetzt und in den 90er Jahren Ausgangspunkt für viele Flüchtlinge, um nach Westeuropa hinüberzusetzen. Trotz der Nähe zu Italien ist der Hafen aber nicht besonders gross.

Die Stadt liegt am Nordende einer grossen Bucht, der die Insel Sazan vorgelagert ist. Das historische Zentrum von Vlora befindet sich jedoch ein gutes Stück vom Wasser entfernt. Heute dehnt Vlora sich bis zum Hafen aus. Im Süden und Westen schliessen sich die Strände an. Je weiter man gegen Süden kommt, desto besser die Küste. Die Berge werden schnell höher, die Küste steiler, die Bebauung weniger. Es gibt schöne Orte zum Baden, darüber erhebt sich das Gebirge.

Die Hügel im Nordosten der Stadt sind von vielen Olivenbäumen bewachsen.
Im Nordwesten dehnt sich die grosse Lagune von Narta aus.

Im Umland von Vlora finden sich einige interessante Sehenswürdigkeiten, und auch weiter entfernt liegende Ausflugsziele können von hier aus gut erreicht werden.

Stadtbesichtigung Vlora

Muradie-Moschee, Vlora (Albanien)
Muradie-Moschee

Die Sehenswürdigkeiten von Vlora sammeln sich vor allem um den Fahnenplatz (Sheshi i Flamurti) im Stadtzentrum, wo es neben dem historischen Zentrum auch Museen zu besichtigen gibt.

Danach bietet sich ein Spaziergang entlang der Hauptstrasse an, die zum Hafen führt. Der hübsch gestalte Boulevard bietet einen Einblick in den Alltag der Stadt. Am anderen Ende liegt das Unabhängigkeitsmuseum und gleich danach beginnt die lange Uferpromenade mit unzähligen Cafés, Bars und einigen Restaurants.

Zur Erholung empfiehlt sich die Fahrt auf den Hügel Kusbaba oder nach Kanina, um die Aussicht und etwas Ruhe zu geniessen. Den Rest des Aufenthalts verbringt man am besten an den Stränden südlich der Stadt oder mit Ausflügen in der Umgebung.

Sehenswürdigkeiten in Vlora

Unabhängigkeits-Denkmal und Grab von Ismail Qemali

Unabhängigkeitsdenkmal Vlora
Unabhängigkeitsdenkmal

In Vlora wurde 1912 die Unabhängigkeit des albanischen Staats ausgerufen. Ein Besuch beim Denkmal und beim Grab des Staatsgründers Ismail Qemali bietet eine gute Gelegenheit, um sich mit der Geschichte der Albaner und des jungen Staats auseinanderzusetzen. Die recht monumentale Anlage – ein riesiges Denkmal in einer kleinen Parkanlage im Stadzentrum – war 2012 auch Schauplatz von grossen Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum.

Der Flaggenplatz vor dem Denkmal wird 2022 gerade mal wieder neu gestaltet.

Nebenan findet sich rund ums Denkmal ein gemütlicher Park, der etwas Ruhe und frische Luft bietet. In dieser Parkanlage sind noch einige Mauerrest aus römischer Zeit zu sehen. Hier wurde auch Staatsgründer Ismail Qemali, aus der Familie der lokalen Beys stammend – begraben.

Die kleine Touristeninformation am südlichen Rand des Parks ist leider oft geschlossen.

Historisches Zentrum

Altstadt von Vlora, Albanien
Altstadtgasse

Nördöstlich vom Unabhängigkeitsdenkmal liegt das historische Zentrum Vloras. Besonders gross ist es zwar nicht, aber es zeigt doch eine interessante Seite der Stadt. Der italienische Einfluss wird hier deutlich – Vloras Altstadt unterscheidet sich stark von den osmanischen Altstädten in anderen Gegenden Albaniens.

Am nordöstlichen Ende des Flaggenplatzes  geht eine kleine, verkehrsberuhigte Gasse ab: Die alten Häuser entlang der Rruga Justin Godart wurden frisch renoviert – es fehlt aber noch etwas das Leben hier. Ein paar Läden verkaufen Souvenirs.

Ein hübscher Bau am Platz etwas westlich beherbergt das Historische Museum, das Ethnographische Museum liegt etwas versteckt gegenüber in einer Nebengasse. Der moderne Uhrturm noch etwas nördlich ist ein Nachbau eines abgerissenen Gebäudes aus den 1920er Jahren.

Weiter im Nordosten liegt das Rathaus von Vlora. Eine alte, aber überrenovierte Moschee und der Heldenfriedhof findet man, wenn man vom Flaggenplatz nach Osten geht. Vom oberen Ende des Friedhofs schweift der Blick über die Stadt.

Südlich angrenzend an das Unabhängigkeitsdenkmal liegt die alte Stadtvilla von Eqrem Bej Vlora, der wie Staatsgründer Ismail Qemali, sein Onkel, der Familie der Beys von Vlora angehört hatte und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Italien fliehen musste.

Muradi-Moschee

Die Muradie-Moschee ist ein Wahrzeichen der Stadt Vlora und gehört zu den wenigen osmanischen Kultbauten, die erhalten geblieben sind. Das schmucke Gebäude aus dem 16. Jahrhundert steht etwas südlich vom Flaggenplatz. Die Moschee zählt zu den ältesten des Landes.

Weiter südlich folgt der lange Boulevard zum Hafen und Strand, an dem die meisten Läden der Stadt liegen. Wirklich Sehenswertes findet sich erst wieder am anderen Ende der Strasse gegens Meer hin rund um das Unabhängigkeits-Museum.

Museen

Vlora im Jahr 2003
Vlora im Jahr 2003, Muradie-Moschee im Zentrum
  • Unabhängigkeits-Museum – Die Gründung des albanischen Staates am 28. November 1912 ist Gegenstand der Ausstellung in den Räumlichkeiten eines alten Quarantäne-Spitals. Dieses Haus diente der ersten albanischen Regierung als Sitz. Diverse Räumlichkeiten sind noch im Zustand, als die ersten albanischen Minister dort arbeiteten. Am Ende des Boulevards zum Strand, am Rande der Parkanlage beim Hafen gelegen.
  • Historisches Museum – Das Museum im ehemaligen Rathaus zeigt Objekte aus der langen Geschichte der Stadt, die schon von Griechen und Römern bewohnt wurde, und von Ausgrabungsstätten in der Region. Etwas nördlich vom Flaggenplatz.
  • Ethnographisches Museum – Wie in vielen albansichen Städten gilt auch dieses Ethnographische Museum als besuchenswerter Geheimtipp, wo einem anschaulich die albanische Kultur vermittelt wird. Das alte Gebäude, in dem sich ab 1908 die Mitglieder eines albanischen Kulturvereins trafen, liegt nördlich des Flaggenplatzes versteckt hinter der grossen Bauruine. Im Haus, das zu den ältesten der Stadt zählt, ist eine Ausstellung untergebracht, die Alltagsgegenstände aus Haushalt und Handwerk der Region sowie volkstümliche Kleidung zeigt.

Strände & Uferpromenade

Albanien: Meer südlich von Vlora
Meer südlich von Vlora

Am Hafen – noch immer häufig als Skela bezeichnet – beginnt der Badeort Vlora. Die lange Uferpromenade mit vielen Cafés und Restaurants wird bald von den städtischen Stränden begleitet. Je weiter man nach Süden fährt, desto abgeschiedener und schöner wird es.

Beim Hafen beginnt eine neu gestaltete Parkanlage, die dann in die lange Uferpromenade übergeht. Hier treffen sich abends Einheimische und Touristen für den »gjiro«, den abendlichen Spaziergang, und vielleicht ein Kaffee.

Bei Ujë i ftohtë, wo die Strasse durch ein kurzes Tunnel geht, entspringen frische Quellen gleich am Ufer. Enver Hoxha und andere Parteigrössen hatten hier in der Nähe ihre Villen, die noch heute abgesperrt sind. Während zu Beginn der Strand (Plazhi i ri) noch flach und sandig ist, ist die Küste südlich von Ujë i ftohtë steil.

Entlang der weiteren Küstenstrasse entlang der Bucht von Vlora nach Süden finden sich entlang der Felsküste viele kleine Buchten sowie Hotels und Restaurants. Am schönsten ist es bei Radhima. Erst am Südende der Bucht bei Orikum gibt es wieder einen flachen Kies- und Sandstrand, der ebenfalls beliebt ist. Er ist etwas nüchtern, da es kaum Bäume hat, aber diverse kleine Restaurants bieten hier gute Fischküche.

Weitere Strände liegen im Westen der Stadt. Aber diese sind wegen der Nähe zu mehreren Hafen- und Industrieanlagen nicht wirklich zu empfehlen. Weiter draussen, jenseits von Narta, bei Triport gibt es zudem gefährliche Strömungen (siehe unten).

Vlora: Uferpromenade & Strand
Uferpromenade von Vlora un Strand in Skela

Aussicht

Vlora: Panorama über die Stadt, Bucht und Insel Sazan
Ausblick von Kanina: Bucht von Vlora mit Stadt und Insel Sazan

Hügel Kusbaba (Kuzim Baba) – Der kleine Hügel oberhalb des Zentrums bietet eine gute Aussicht auf die Stadt mit seiner Bucht sowie die Halbinsel Karraburun und die Insel Sazan im Hintergrund. Es gibt ein Café und eine moderne Bektashi-Tekke.

Kanina – Das Dorf Kanina (siehe unten) thront hoch über der Bucht südlich von Vlora. Auf dem Hügel beim Dorf finden sich beachtliche Reste einer grossen illyrischen Festung. Von hier hat man eine sehr gute Aussicht über die Küste und ins Hinterland. Die Strasse nach Kanina, die von Vloras Hauptboulvard abgeht, windet sich steil den Hügel hoch.

Umfahrungsstrasse – Die neue Umfahrungsstrasse von Kanina nach Orikum windet sich hoch über dem Meer am Berg entlang. Sie bietet immer wieder eine sensationelle Aussicht über die Bucht von Vlora.

Umgebung von Vlora

Zvërnec & Triport

Kloster Zvërnec, Albanien
Steg zum Kloster Zvërnec

Auf einer kleinen Insel in der Lagune von Narta nordwestlich der Stadt liegt das orthodoxe Kloster von Zvërnec. Die bewaldete Insel ist ein Ort der Ruhe, die in einer längst vergangenen Zeit steckengeblieben zu sein scheint. Ein langer, 2017 erneuerter Holzsteg verbindet die Insel mit dem Festland. Leider ist nur noch die Marienkirche des Klosters aus dem 13. Jahrhundert gut erhalten. Besucher können das bewaldete Inselchen zu Fuss erkunden – am anderen Ende liegt die Ruine der Dreifaltigkeitskirche.

Etwas weiter raus nach Westen liegen noch die Strände von Triport. Ein schmaler Streifen Land trennt die Lagune vom Meer. Hier am Ausgang der Bucht von Vlora finden sich ein kleine Bucht und etwas Steilküste. Das Baden ist wegen Strömungen heikel. Das abgeschiedene Ufer ist trotzdem ein beliebter Standplatz für Wohnmobilie in der freien Natur am Meer.

Die Lagune von Narta mit ihrem flachen Wasser ist ein beliebter Rastplatz von Vögeln aller Art – auch Flamingos haben wir hier schon gesehen.

Nach Zvërnec führt die Strasse am Hafen vorbei nach Westen respektive Nordwesten. Ein anderes Strässchen führt vom Autobahnende im Norden Vloras zum Dorf Narta, wo noch eine griechische Minderheit lebt, und weiter in Richtung Zvërnec.

Kanina

Burg und Moschee von Kanina, Südalbanien
Burg und Moschee von Kanina

Ein kurzer Ausflug aus der Stadt hinaus: Neben dem prächtigen Panorama über die Bucht, auf die Stadt und das Hinterland gilt es noch, die alte Burganlage von Kanina zu bewundern. Der Hügel war seit der Antike besiedelt. Recht grosszügig angelegt, wurden von hier oben bis ins 19. Jahrhundert Bucht und Umland kontrolliert, bevor die Türken dann die Burg aufgaben und sich in Vlora niederliessen. 1919 wurde die Festung von den Italienern bombardiert. Ein Fahrweg führt auf der Nordseite des Hügels hoch; eine Treppe auf der Südseite zum Kassenhäuschen. Daneben steht ein halb zerfallener Uhrturm.

Die Strasse nach Kanina geht etwas südlich von der Moschee nach Südosten ab und windet sich dann bald auf den 380 Meter hohen Hügel hoch. Die neue Umfahrungsstrasse von Vlora führt unterhalb des Dorfes am Berghang entlang und eignet sich gut für die Anreise.

In Kanina und Umgebung finden sich auch einige Ausflugsrestaurants mit schöner Aussicht.

Orikum

Orikum ist eine moderne Kleinstadt am Südende der Bucht von Vlora. Neben einem langen Strand mit einigen Restaurants und Hotels finden sich in der Umgebung des Städtchens interessante Sehenswürdigkeiten. Von Vlora einfach der Küstenstrasse nach Süden folgen – im Sommer gibt es auch regelmässige Busverbindungen.

Ausgrabungen in Oricum, Albanien
Ausgrabung des antiken Oricos

Das antike Orikos ist noch nicht vollständig ausgegraben: Von der einst bedeutenden Hafenstadt sind nur einige Überreste von Treppen, Wohnhäusern, Tempeln und Mauern sichtbar. Der eindrücklichste Bau wird oft als antikes Theater betrachtet, könnte aber auch eine monumentale Brunnenanlage gewesen sein.

Die antike Stadt wurde auf einem Hügel zwischen Bucht und Lagune erbaut respektive in den Stein geschlagen. Der Archäologie-Park liegt inmitten der Marine-Basis Pashaliman nordwestlich des modernen Städtchens – dem Strand nach einfach nach Westen folgen. Der Einlass in das Militärgelände war immer wieder erschwert. Besucher wurden meist ohne Anmeldung in das Militärgelände eingelassen. Die Anwesenheit von Parkwächtern (»Guides«) wird aber vorausgesetzt. In der Regel müssen Ausweispapiere (Pass) abgegeben werden. Allenfalls kann die Denkmalschutzbehörde (»DRKK Vlora«) helfen, wenn es Probleme gibt mit dem Einlass. Diverse Tafeln entlang eines kurzen Rundgangs bieten Informationen zur Geschichte des Orts.

Aufgrund erhöhter Sicherheitsbestimmungen rund um Militäranlagen war die Besichtigung der Ausgrabungen von Orikum im Spätsommer 2022 bis auf weiteres nur erschwert oder gar nicht möglich!

Marmiroi-Kirche bei Orikum
Marmiroi-Kirche bei Orikum

Die Marmiroi-Kirche stammt aus jüngerer Zeit, dem 13. Jahrhundert. Das alte Kirchlein ist eines der wenigen Zeugen der christlichen Vergangenheit des Landes. Das Kleinod liegt abgeschieden südwestlich der Lagune, die in den Herbstmonaten mit schönem Farbenspiel lockt und ein Refugium auch für grössere Vögel bietet. Mit Allrad-Fahrzeug oder zu Fuss kann man durch die Lagune bis zur Kirche am Fuss der Hügelkette im Westen vorstossen.

Etwas östlich von Orikum liegt das Dörfchen Tragjas, zu erreichen über die Strasse, die unmittelbar östlich der Brücke bei Orikum abgeht. Eine mächtige Quelle entpsringt mitten im Dorf dem Berg, daneben liegt das Grand Hotel Tragjas. Die Burg von Gjon Boçari liegt etwas südwestlich vom Dorf, nur zu Fuss zu erreichen. Ein nach Süden führender Pfad führt nach Tragjas i vjetër, einer verlassenen Siedlung, wo noch viele Ruinen der Steinhäuser zu sehen sind.

Wer direkt von Norden nach Orikum möchte, nimmt am besten die neue Umfahrung von Vlora.

Halbinsel Karaburun & Sazan

Karaburun-Halbinsel: Höhle
Karaburun-Halbinsel: Höhle

Die Halbinsel Karaburun ist ein menschenleeres Gebiet, das nur schwierig zu erreichen ist, da die Zugangsstrasse durch die Militärbasis von Orikum führt. Es gibt zwar Pfade um das Militärgelände herum – Wanderer müssen sich aber bewusst sein, dass es auf der Halbinsel keine Quellen gibt. Am Nordende gibt es einige schöne Badebuchten, wo kleine Restaurants im Hochsommer Essen anbieten. Am nordwestlichen Ende der Landzunge liegt das Kap Gjuhëz, wo Adria und Ionisches Meer aufeinandertreffen.

In Vlora und von Radhima werden Bootsausflüge in den Meeresnationalpark angeboten, wo vor allem eindrückliche Höhlen und die Steilküste bestaunt werden können. Vor Beginn der Bootstour besser im Detail klären, was alles zu sehen ist respektive angefahren wird. In Radhima im Südosten der Bucht von Vlora gibt es auch ein Besucherzentrum für den Nationalpark Karaburun. Die Küste der Halbinsel eignet sich auch für Tauchausflüge und zum Baden.

Auch auf der Westseite der Halbinsel Karaburun liegt eine einsame, schöne Bucht, die »Gjiri i Ariut«. Weiter südlich an der Küste findet sich die Bucht »Gjiri i Gramës«. Während erstere noch mit 4×4-Fahrzeugen erreicht werden kann, ist die Grama-Bucht nur zu Fuss erreichbar, was gut und gerne fast einen Tag dauert.

Wie die Küste vor Karaburun gehört auch die Insel Sazan zum »Meeresnationalpark«. Im Sommer 2015 wurden erstmals Bootsausflüge nach Sazan angeboten, die noch immer als Marinestützpunkt verwendet wird und bis dato militärisches Sperrgebiet war. Die Ausflüge richten sich primär an Personen, die an der Geschichte und der Natur der Insel, die in der Gruppe erkundet wird, interessiert sind. Dank der Unerreichbarkeit konnte sich auf dem kleinen Eiland zwischen den Kasernen eine vielfältige Natur entwickeln.

Llogara-Nationalpark und Albanische Riviera

Südlich von Orikum steigt die Strasse zum Llogara-Pass hoch. Die Wälder auf der Nordostseite das Passes sind als Nationalpark geschützt. Kurz vor der Passhöhe gibt es Restaurants und Hotels. Vom Pass auf über 1000 Metern Höhe sieht man bei gutem Wetter entlang der ganzen Albanischen Riviera bis nach Korfu. Zumindest den nördlichen Teil der albanischen Traumküste mit seinen malerischen Dörfern wie Dhërmi und dem Städtchen Himara lässt sich von Vlora aus in einem Tag erkunden. Weitere Details auf der Seite zur Albanischen Riviera.

Amantia

archäologische Ausgrabungen von Amantia in Albanien: Stadion
Archäologische Ausgrabungen von Amantia: Stadion

Etwa eine Auto-Stunde südöstlich von Vlora befindet sich die bedeutende illyrische Festung Amantia – hoch über dem Shushica-Tal am Berg. Nach den Illyrern siedelten hier griechische Kollonisten. In römischer Zeit war die Stadt nicht mehr so wichtig. Immerhin hatte hier ein Bischof in frühchristlicher Zeit seinen Sitz. Neben der illyrischen Stadtmauer rund um den Burghügel von Amantia ist das Stadion besonders sehenswert.

Die Anfahrt führt durch das Shushica-Tal – nach Kota geht es auf einer schmalen, aber gut asphaltierten Strasse den Berg hoch. Ein paar Restauarants auf dem Weg bieten Erfrischung.

Detailinformationen Archäologiepark

Shushica-Tal

Partisanendenkmal in Drashovica
Partisanendenkmal in Drashovica, Shushica-Tal

Das Shushica-Tal zieht sich im Landesinneren östlich des Ceraunischen Gebirges nach Süden. Zwischenzeitlich führt eine Asphaltstrasse durchs Tal bis nach Kuç ganz im Süden. So kann die abgeschiedene Region zwischen den Bergen bequem erkundet werden. Eine neue Route führt von Kuç durch das Kurvelesh ins Vjosa-Tal nach Tepelena, eine weitere neue Strasse von Kuç an die Küste der Albanischen Riviera bei Qeparo. Die alte Verbindung nach Borsh (ebenfalls am Meer) ist weiterhin unasphaltiert.

Es gibt entlang der Shushica eine eindrückliche Bergwelt zu sehen mit hübschen Dörfern, ein paar Schluchten und alten Brücken, Partisanendenkmälern und prähistorische Stätten – und natürlich die Ausgrabungen von Amantia. Das Shushica-Tal bietet auch reichlich Möglichkeiten zum Wandern, ausgeschrieben und markiert sind aber nur wenige Routen.

Zentralalbanien

Vlora eignet sich auch gut als Standort, um Tagesausflüge nach Berat oder Apollonia in Mittelalbanien zu unternehmen.

Verkehr

Anreise nach Vlora

Hauptstrasse von Vlora
Boulevard zum Hafen

Auto – Vlora ist ab Tirana in etwa zwei Stunden erreichbar. Die Strecke über Durrës ist fast vollständig zur mehrspurigen Schnellstrasse ausgebaut. Die neue Umfahrung von Fier spart viel Zeit:Aauf einer richtigen Autobahn geht es von hier bis Vlora. Vom Autobahnende führt die Straße geradeaus weiter zum Hafen – das Stadtzentrum liegt östlich.
Die neue Umfahrung macht einen Bogen im Osten um die Stadt. Sie beginnt am Autobahnende und führt von dort die Hügel hoch, windet sich den Berghängen entlang und trifft südlich von Orikum auf die alte Nationalstrasse. Das Panorama entlang der Umfahrungsstrassse allein ist schon einen Ausflug wert. Wer keine Besichtigung von Vlora plant, sollte auf dem Weg nach Süden (Orikum, Albanische Riviera) unbedingt diese Route wählen – gerade in den Sommermonaten staut es sich gerne entlang der schmalen Küstenstrasse und im Stadtzentrum. Auch für die direkte Anfahrt nach Orikum und zu den Stränden im Süden der Bucht von Vlora sowie ins Hinterland von Vlora eignet sich die Umfahrungsstrasse.
Auch von Süden ist Vlora über die gut ausgebaute Strasse entlang der Albanischen Riviera problemlos zu erreichen, auch wenn die Strasse hoch in die Berge geht und sich in vielen Kurven der Küste entlang windet.

Busse – Von und nach Vlora verkehren Busse nach den wichtigen Städten in Mittel- und Südalbanien. Von Tirana verkehren bis zum späten Nachmittag alle 30 Minuten Busse; Abfahrtsort ist im Busdepot für den Süden (»Terminali i Autobusave» bei »Kthesa e Kamzës«, rund dreieinhalb Kilometer ausserhlab vom Stadtzentrum am Anfang der Autobahn nach Durrës).
Busse verbinden Vlora natürlich auch mit wichtigen griechischen Städten.

Schiff – Per Fähre wird Vlora von immer mal wieder wechselnden, kleineren Fährgesellschaften bedient, meist auf der Strecke Brindisi–Vlora.
Für Segler haben Italiener am Südende der Bucht von Vlora bei Orikum einen grossen Jachthafen mit Hotel errichtet. Vlora ist »Port of Entry«.

Eisenbahn – Aktuell fährt kein Personenzug mehr nach Vlora. Güterzüge einer privaten Gesellschaft bringen Erdöl von Ballsh und Fier zum Ölhafen.

Flugzeug – Ein internationaler Flughafen ist rund 20 Kilometer nördlich der Stadt im Bau. Aktuell ist man auf den Flughafen von Tirana angewiesen – rund zwei Stunden Fahrzeit entfernt.

Weiterreise

Hafen von Vlora (Albanien)
Am Hafen
  • Busse & Sammeltaxis – Busse nach Norden warten an der Strasse vom Zentrum nach Norden, ca. 500 Meter nördlich der Muradie-Moschee. Regionale Busse verkehren zum Teil an anderen Orten; einige bei der Muradie-Moschee.
  • Mietwagen – Kleine lokale Autovermieter haben Büros in Hafennähe.
  • Eisenbahn – Nicht mehr möglich.
  • Schiff – Für Fährverbindungen siehe oben.

Innerstädtisch

Es fahren Busse zum Strand (»Plazh i ri«) und auf zwei weiteren Linien. Ansonsten ist man auf Taxis angewiesen.

Essen & Trinken & Schlafen

Hotel in Albanien
Hotel in Vlora

In Vlora empfiehlt es sich, eine Unterkunft ausserhalb der Stadt zu suchen, wenn man mobil ist und etwas Ruhe sucht. Der Bucht entlang reihen sich Hotel an Hotel – ein paar Kilometer weiter wird es ruhiger und romantischer. Einige Hotels liegen auch oberhalb der Strasse oder unterhalb versteckt in der Steilküste.

Natürlich gibt es in diesem Bereich auch viele Verpflegungsmöglichkeiten, von der Strandbar bis zum Restaurant. Restaurants finde sich auch einige in der Stadt selber – konzentriert im südlichen Stadtteil beim Hafen.

Cafés und Bars sind natürlich auch in dieser Stadt zahllos. Ausflugsrestaurants finden sich wie im Text oben erwähnt in Kanina und auf dem Hügel Kuzum Baba über dem Stadtzentrum. Abends trifft man sich an der neuen Uferpromenade.

Wetter

Das Klima Vloras ist typisch für die albansiche Küste mit sehr heissen Sommern und recht milden Wintern. Im Winterhalbjahr kann es am Wasser aber schon recht ungemütlich werden, wenn Stürme über das Meer peitschen. Rauhe See auf der Adria ist schon manchem Flüchtlingsboot zum Verhängnis geworden.

Überarbeitet:

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