Shkodra

Blick in die Berge von der Burg

Blick von der Burg in die Berge – Shkodrasee mit Hochwasser

Shkodra ist die Kapitale Nordalbaniens – lange die grösste Stadt des Landes und mit einer bewegten Geschichte: Römer, Serben, Venezianer, Türken und Österreicher bestimmten ihr Schicksal. In letzter Zeit verfiel sie für ein Weilchen in einen Dornröschenschlaf. Heute ist die Stadt aber nicht nur Sprungbrett für Erkundigungen in den nordalbanischen Bergen, sondern wieder herausgeputzt und dank zahlreicher Sehenswürdigkeiten und Museen durchaus einen Besuch wert.  Im Vergleich zu anderen Städten geht es noch recht ruhig zu und her, das trägt aber durchaus zum Reiz von Shkodra bei.

Lage

Brücke über die Buna und Shkodrasee

Brücke über die Buna und Shkodrasee

Skodra (albanisch auch Shkodër) liegt nicht weit entfernt von Montenegro in einer Ebene zwischen Meer, Shkodrasee und den Albanischen Alpen. Ein Schnittpunkt zahlreicher Handelsrouten und Wege, die am Ufer einen Markt entstehen liessen.

Die Buna, die hier den Shkodrasee verlässt, windet sich zwischen Tarabosh und Burgberg dem Meer entgegen, das rund 25 km weiter südlich liegt. Im Winter und Frühjahr steigt der Pegel des Sees und reicht bis zum Stadtrand; im Sommer zieht er sich weit zurück. Von Osten kommt das Flüsschen Kir aus den nahen Bergen, von Südosten strömt der Drin, Albaniens längster Fluss, der Buna zu.

Früher war die Burg mit der darunterliegenden Bunabrücke und dem Basar das Zentrum der Stadt. Dieses verschob sich später aber nach Osten. So waren Basarviertel und Stadtzentrum lange getrennt – erst in den letzten Jahren wurde der Grünstreifen überbaut, so dass die Trennung kaum mehr wahrzunehmen ist.

 

Stadtbesichtigung

Statue von Mutter Teresa im Zentrum

Statue von Mutter Teresa im Zentrum

Tag 1: Eine Stadtbesichtigung beginnt in der Regel im Zentrum am »Platz der Demokratie« beim »Hotel Rozafa«. Im Norden des Platzes liegt das Theater Migjeni, das von Hochhausprojekten flankiert wird. Gegenüber vom Hotel sind der sich im Verfall befindliche Engländer-Turm, der von einem Missionar 1868 errichtet worden ist, sowie die neue Moschee zu sehen. An der nächsten Kreuzung beginnt die Fussängerzone.  Ein improvisierter Stand hier bietet touristische Informationen. Denkmäler erinnern an den Aufstand gegen das kommunistische Regime und an Mutter Teresa. Auf der Südseite des Platzes liegt das Grand Café, rund 100 Jahre lang ein wichtiger Treffpunkt der Stadt – das hübsche Gebäude ist leider leer und im Zerfall. Folgt man der Fussgängerzone nach Südwesten, kommt man am Rathaus und den monumentalen Gebäuden der Präfektur und eines Gymnasiums vorbei.  Hinter einer Parkanlage liegt an der Hauptstrasse die »Parruca-Moschee«, die 2007 am Standort eines vor 40 Jahren abgerissenen Vorgängerbaus erstellt wurde. Zurück in Richtung »Platz der Demokratie« passiert man zuerst die Universität – dahinter (links rum) liegt ein Hochhaus mit der »Meridian-Bar« im obersten Stockwerk. Mindestens so gut ist die Aussicht über Shkodra, See und in die Berge vom auf der anderen Strassenseite liegenden »Grand Hotel Europa«, das auf der Dachterrasse ebenfalls über ein Café verfügt. gelangt in eine Markt- und Handelsstrasse, wer kurz vor dem Kreisverkehr links abbiegt. In dieser Strasse gelangt man nach rund 250 Metern zum Geschichtsmuseum.

Historisches Gebäude in der Altstadt

Historisches Gebäude in der Altstadt – die meisten sind heute renoviert

Auch in anderen Strassen rund um den zentralen Platz findet man noch Marktstände. Die Bauern kommen zum Teil noch immer in ihren ländlichen Trachten, um in der Stadt ihre Produkte zu verkaufen. In der Fussgängerzone kann man sich bei einem Getränk etwas ausruhen. Diese Strasse (»rruga Idromeno«) liegt unweit vom »Hotel Rozafa« und wird auch »Piaca« genannt. Mit hübsch restaurierten Häusern, einigen Souvenirshops und diversen Cafés lädt sie zum Bummeln ein. An dieser Strasse liegt auch die Fototeka Marubi, ein neu eröffnetes Museum mit eindrücklichen Fotografien der berühmten albanischen Fotografen-Dynastie aus der Zeit ab Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg. Den Gang durch die Altstadt mit klassizistischen Häusern kann man am anderen (östlichen) Ende der Fussgängerzone fortsetzen. Immer nach Süden haltend, gelangt man zur Kathedrale. Das Gotteshaus war während des Kommunismus zu einer Sporthalle umgebaut gewesen. Daneben befindet sich heute ein Museum der Kirche.

400 Meter südöstlich vom Hauptplatz liegt eine Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus. Das Museum ist in einem ehemaligen Gefängnis der kommunistischen Geheimpolizei »Sigurimi« untergebracht.

Nachmittags kann man noch einen Ausflug zur Brücke von Mes unternehmen. Die alte Brücke ist wohl die schönste osmanische Bogenbrücke im Land. Sie liegt rund acht Kilometer östlich der Innenstadt am Beginn der Berge. Am Abend wird es auf der Piaca lebendig, der neuen Fussgängerpassage mit frisch renovierter Häuserzeile. Hier treffen sich die Bewohner, um die Abendfrische zu geniessen und etwas zu trinken.

Blick auf die Buna von der Burg

Blick auf die Buna von der Burg

2. Tag: Für See, Burg und Umgebung kann man gut nochmals einen Tag aufwenden. Die Burg Rozafa liegt etwas ausserhalb im Westen. zu fahren, die ein wenig ausserhalb der Stadt am Fluss Buna liegt. Die Burg wird schon seit Jahrtausenden genutzt. Kurz vor dem See und dem Burghügel passiert man ein längeres, zweistöckiges Gebäude: wo früher der Basar war, wurde eine neue Ladenpassage erbaut, der es aber an Kundschaft mangelt. Ein Strässchen, am Schluss sehr steil, führt auf der Ostseite zur Burg hoch. Die mächtige Festungsanlage stammt aus venezianischer und türkischer Zeit, geht aber auf illyrische und römische Vorgänger zurück. Im Torbogen am Eingang haben sich an der Decke Kalksinsterablagerungen gebildet – der Legende nach die Muttermilch der jungen »Rozafa« die man hier einmauerte, um einen bösen Buch zu bannen, der die Mauern immer wieder zum Einstürzen brachte. Es lohnt sich, hier und dort die Mauern zu besteigen, um die Aussicht aufs Umland mit See, Flussauen, Stadt und Berge zu geniessen. Im zweiten Hof trifft man auf die Ruinen einer alten Moschee; vor der Eroberung durch die Türken war der Bau die Kathedrale der Stadt. Im dritten Hof ist im alten Arsenal noch ein Museum und ein Restaurant untergebracht. Beim Besichtigen der Festung ist Vorsicht geboten – es gibt zum Teil ungesicherte Löcher von Zisternen und unterirdischen Gängen.

Bleimoschee und muslimische Grabsteine

Bleimoschee und muslimische Grabsteine

Auf der abgewandten Seite des Burghügels liegt die Blei-Moschee. Der Name der hübschen Moschee aus dem 18. Jahrhundert leitet sich vom bleiernen Kuppeldach ab. Das eindrucksvolle Gebäude wurde 2011 restauriert und wird seither wieder als Gotteshaus genutzt. Einzigartig für Albanien ist der aufwändig gestaltete Vorhof, der über einen mit kleinen Kuppeln bedeckten Umgang verfügt. Sollte der Eingang verschlossen sein, kann man durch eine kleine Luke in der Tür hoffentlich den Riegel öffnen. Die Umgebung der Moschee ist heute ländlich geprägt, war früher aber ein dicht bebautes Stadtviertel. Gleich nebenan finden sich noch die Ruinen einer zweiten Moschee. Da die Gegend regelmässig überflutet wird, hat der Bau stark gelitten. Trotz Überschwemmungen finden sich am Ufer des Drin gleich unter dem Burgberg hübsche Restaurants – wer will, gönnt sich hier eine Pause.

Alternativ bietet sich ein Ausflug an den Shkodra-See für die Mittagspause an. Überqueren Sie die Buna auf der neuen Drehbrücke; die einspurige Holzbrücke flussaufwärts war bis 2011 die einzige Verbindung zwischen den Ufern. Der Berg Tarabosh am anderen Flussufer war stark umkämpft, als die Monetegriner 1912 Shkodra von der schwachen osmanischen Armee in der Burg eroberten. Folgen Sie der kleinen Strasse am Nordfuss des Berges fünf Kilometer am Ufer entlang nach Shiroka. Gerade an heissen Tagen bietet sich hier etwas angenehme Abkühlung. Zahlreiche Restaurants an der Uferstrasse bieten lokalen Fisch an. An einigen Stellen ist auch Schwimmen im See möglich. Eine Villa am oberen Dorfrand stammt aus den 30er Jahren und gehörte dem König Zogu. Noch fünf Kilometer weiter liegt das Fischerdorf Zogaj, direkt vor der Grenze zu Montenegro. Hier ist es noch ruhiger und abgeschiedener als in Shiroka.

 

 

Museum

Ethnographisches Museum

Ethnographisches Museum

  • Geschichtsmusem – Das grosse, alte, ortstypische Gebäude ist mindestens so interessant wie die Exponate.
    Die Ausstellung im Erdgeschoss bietet einen Ausflug in die Antike und zeigt diverse Fundstücke aus der Region.
    Der erste Stock ist mehr ethnographisch und gibt einen lohnenswerten Einblick in ein typisches Shkodraner Haus mit Räumen, die wie vor 100 Jahren eingerichtet sind. Es gibt diverse Trachten, Volkstümliches und Alltagsgegenstände zu sehen.
    Das Museum liegt in einem Garten hinter hohen Mauern in einer Seitenstrasse (rruga Gjylbegaj) etwas nordwestlich des Hotels Rozafa.
  • Fototeka Marubi

    Fototeka Marubi – Die »Fototeka Marubi« zeigt den fotografischen Nachlass von drei Generationen: Pietro Marubi, aus Italien geflüchtet, war der erste Fotograf Albaniens. Sein Adoptivsohn Kel und dessen Sohn Gegë Marubi führten das Erbe fort: Sie fotografierten und dokumentierten das Leben in Albanien. Die  Sammlung in den modern gestalteten Museumsräumen zeigt Porträts reicher und armer Leute sowie Aufnahmen von historischen Anlässen und Alltagsaufnahmen aus der Zeit ab Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg. ( einige Bilder). Im Untergeschoss sind Wechselausstellungen zu sehen.
    Das Fotomuseum hat im Mai 2016 neue Räumlichkeiten an der Fussgängepassage »Rruga Kol Idromeno« bezogen. Das umgebaute Gebäude ist ein toller Rahmen für die Aufnahmen, die einen einmaligen Einblick in die Vergangenheit des Landes bieten.

  • Verhörrraum im ehemaligen kommunistischen Gefängnis

    Verhörrraum im ehemaligen kommunistischen Gefängnis

    Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus –  Das Museum ist in einem ehemaligen Gefängnis der kommunistischen Geheimpolizei »Sigurimi« untergebracht. Der Zellentrakt mit Verhörzimmer ist noch zu sehen – daneben gibt es zahlreiche Dokumente, die die Verbrechen der kommunistischen Diktatur und das Leben von Häftlingen in den Straflagern illustrieren. Ein kurzer Film und einige Kunstwerke runden die sehr gut gemachte Ausstellung ab. Das 2014 eröffnete Museum ist von Montag bis Samstag vormittags und bis in den frühen Nachmittag hinein geöffnet. Am »Boulevard Skënderbeu« rund 500 Meter südöstlich vom Hautplatz (braun gestrichenes, einstöckiges Gebäude).
    Flyer Museum
    Ausführlicher Bericht

  • Burg-Museum – Eine Art »Rittermuseum« mit diversen martialischen Waffen, das einen Überblick über die lange Geschichte der Burg Rozafa bietet.
  • Museum der Diözese – Gleich bei der Kathedrale gelegen, informiert dieses Museum über die Geschichte der katholischen Kirche in Shkodra und Umgebung.

 

Aussichtspunkte

  • Burg Rozafa – schöne Aussicht auf die nordalbanische Landschaft mit den Alpen im Hintergrund, dem See und der Stadt.
  • Im Stadtzentrum das Café auf der Dachterrasse des Ladengebäudes rechts neben dem Hotel Colosseo – nicht ganz hoch genug für eine weite Rundsicht, aber doch schon etwas Aussicht. Auch andere Hochhäuser haben »Roof-Top-Bars«.

Umgebung

Brücke von Mes & Drisht

Ura e Mesit

Ura e Mesit

Das wunderschöne Exemplar einer ottomanischen Steinbrücke aus dem 18. Jahrhundert überwindet den kleinen Fluss Kir in 13 Bögen. Die Brücke liegt etwa eine Viertelstunde (acht Kilometer) östlich von Shkodra zwischen den Dörfern Mes und Boks. Früher verlief eine alte Handelsroute hier durch, die von Shkodra durch die Berge nach Kosova führte. Wer hier über das Pflaster läuft, fühlt sich gleich in alte Zeiten zurückversetzt.

Man gelangt nach Mes, wenn man Shkodra beim Spital nach Nordosten verlässt – zum Beispiel in der Verlängerung der Fussgängerzone »rruga Idromeno«. Wer noch etwas mehr vom ländlichen Albanien sehen möchte, überquert den Fluss auf der neuen Brücke und fährt noch weiter nach Osten in Richtung Dorf Drisht.

Dorf auf dem Burghügel

Strässchen durchs Dorf auf dem Burghügel

Sechs Kilometer nach der Brücke von Mes erreicht man den Burghügel von Drivasto, von den Albanern heute Drisht genannt. Die Anlage auf einem Hügel am Rand der Berge diente dem Schutz von Shkodra. Von der mittelalterlichen, befestigten Stadt sind noch zahlreiche Ruinen zu sehen. Noch heute gibt es ein kleines Dorf – »Kala« genannt – auf dem Hügel, wo sich auch ein Museum befindet (selten geöffnet). Zu den Ruinen auf der Bergspitze geht es nur zu Fuss noch: rund 20 Minuten über einen eher schlechten Pfad (wenige Meter nach dem Eingangstor rechts). Oben eröffnet sich ein wunderbarer Ausblick über die Region, in die Berge und das Kir-Tal. Das Strässchen zum Burghügel führt auf dessen Rückseite hinterm modernen Dorf Drisht am Fluss (dort links halten) den Berg hoch – leider sind nur die letzten Kilometer den Hügel hoch ordentlich fahrbar, der Rest ist mehr eine Schlaglochanreihung als Asphalt.

Shkodra-See

Die Ufer des Sees sind wegen des schwankenden Wasserstandes an vielen Stellen nur schwer zugänglich. Wer Ruhe und Erholung geniessen möchte, überquert am besten die Buna bei der Burg und folgt der Strasse am westlichen Seeufer unterhalb des Berges Tarabosh. Man gelangt zu den beiden hübsch gelegenen Dörfern Shiroka und Zogaj, wo es auch Restaurants und Bademöglichkeiten gibt. Am Ostufer gibt es einen Campingplatz mit Restaurant direkt am Wasser: Die Abzweigung zum »Shkodra Lake Resort« liegt acht Kilometer nördlich des Stadtausgangs von Shkodra.

Velipoja

Velipoja

Velipoja

Der flache, sandige »Hausstrand« von Shkodra liegt etwa eine halbe Stunde südlich. Der weitläufige Adriastrand ist im Sommer recht belebt – zahlreiche Hotels und viele Strandliegen. Etwas ausserhalb des Zentrums wird es aber schnell ruhiger. Südöstlich jenseits der Lagune bei Rjoll kann man in der Regel auch einsame Strandabschnitte finden

Velipoja ist von Naturschutzgebiet umgeben: Das Mündungsgebiet der Buna ist bewaldetes Feuchtgebiet und östlich vom Ort liegt eine Lagune. Beide Gebiete sind beliebtes Quartier von Zugvögeln.

Velipoja liegt 30 km südlich nahe der Grenze zu Montenegro. Die Strasse dorthin geht von der Strasse nach Tirana etwas südlich von Shkodra kurz nach der Drin-Brücke ab. Im Sommer fahren regelmässig Minibusse.

Albanische Alpen

Wanderer in den Albanischen Alpen

Wanderer in den Albanischen Alpen

Shkodra eignet sich gut als Ausgangspunkt für Touren in die Albanischen Alpen. Ein kurzer Ausflug führt nach Razma in Shkrel, auf asphaltierter Strasse nicht ganz eine Stunde von Shkodra entfernt (in Koplik nach Osten abbiegen, in Dedaj nach Norden). In diversen Restaurants und Cafés lässt sich gut unter Schatten-spendenden Bäumen die nachmittägliche Hitze ertragen.

Dank neuer Asphaltstrasse lässt sich jetzt sogar Tamara im Kelmend als Tagestour besuchen. Die Strasse führt in zahlreichen Serpentinen in die Schlucht des Cem hinunter. Das auch oft besuchte Theth ist für eine Tagestour eher zu weit entfernt.

Beliebt sind auch Bootstouren auf den Stauseen am südlichen Rand der Alpen. Der  Koman-Stausee windet sich Fjord-ähnlich durch tiefe Schluchten – im Sommer verkehrt regelmässig die Fähre »Alpin« (Reservation empfohlen). Ansonsten fährt Mario Touristen mit einem kleineren Ausflugsboot über den See. Im unterhalb gelegenen Vau-Deja-Stausee liegt die Insel Sarda (albanisch »Shurdhahi«). Hier befand sich im Mittelalter eine kleine Stadt mit Bischofsitz, deren Ruinen sich auf einer Bootstour über den See erkunden lassen ( Sarda; Sarda-Tours).

Zadrima

Kirche auf Sapa-Hügel bei Nënshat

Kirche auf Sapa-Hügel bei Nënshat

Die Region zwischen Lezha und Shkodra ist eine katholisch geprägte ländliche Ebene mit verstreuten Dörfern. Bekannt ist sie heute vor allem für diverse Restaurants mit zum Teil hervorragender Küche – ansonsten ist die Region noch kaum touristisch erschlossen. Zum Teil sind noch alte Kirchen erhalten – attraktiv ist zum Beispiel die Wallfahrtskirche der Heiligen Euphemia am Berg hoch über dem Dorf Kallmet, ein einfacher Steinbau rund um eine Quelle, von wo aus man einen tollen Ausblick über die Region hat. In Nënshat führt eine kurze Wanderung zur Kirche des Heiligen Georgs, ein einfacher Steinbau auf einem Hügel über dem Dorf, wo einst die Kathedrale von Sapa und eine mittelalterliche Festung stand. Heute befindet sich die Kathedrale in Vau-Deja, ein auffälliger achteckiger Bau in der Mitte des Städtchens, das das Zentrum der Zadrima bildet. Ansonsten bietet der Ort am Ufer des Drin wenig sehenswertes. Über Vau-Deja erhebt sich der Damm des gleichnamigen Stausees, an dessen Ufer sich ein paar Ausflugsrestaurants mit Strand befinden. Wer es lieber sportlich mag, steigt einen der Hügel der Region hoch: die Zadrima bietet zahlreiche attraktive Wandermöglichkeiten (siehe Link unten). Im Dorf Gur i zi zwischen Vau-Deja und Shkodra fällt ein alleinstehnder, grosser Felsen auf, der dem Ort zu seinem Namen verhalf. Etwas nördlich stösst man auf einem Hügel auf die Reste der Festung Gajtan und die Gajtan-Höhle. Im Dorf Krajna gibt es an einer Queerstrasse zwei Keramikstudios, die selber produziertes Handwerk verkaufen, in Kallmet und Hajmel finden sich Weinkellereien, die auch Wein aus der lokalen Kallmet-Traube produzieren.

Tourismusinformationen Zadrima mit Wanderrouten (albanisch)

Montenegro

Über die Grenze nach Montenegro ist es nur etwa eine Stunde. Lohnenswert ist ein Besuch der Stadt Ulcinj (albanisch Ulqin) oder auch die Umrundung des Shkodrasees. Fahrer finden sich vor dem Rozafa-Hotel. Busse nach Ulcinj fahren täglich.

 

Verkehr

Anreise

Platz am Eingang zur Stadt

Platz am Eingang zur Stadt

  • Auto – Ein Grossteil der Strecke von Tirana über Lezha nach Norden ist zwischenzeitlich als Schnellstrasse oder Autobahn ausgebaut (Fushë-Kruja–Lezha und Lezha–Shkodra). Die Fahrt dauert keine zwei Stunden. Zwischen Tirana und Fushë-Kruja lohnt sich allenfalls der Umweg über Vora respektive den Flughafen, da man so das oft verstopfte Kamza umfährt und auf ausgebauter Strasse sowie Autobahn unterwegs ist.
    Wer selber mit dem Auto über Montenegro anreisen möchte, wählt am besten die kurvenreiche und lange, aber sehr schöne Route entlang der Küste von Kroatien und Montengro. Als Grenzübergang empfiehlt sich die neuere Station zwischen Ulqin und Shkodra südlich des Shkodrasees. Am Stadtrand von Shkodra wird dann die Buna auf einer neuen Drehbrücke überquert. Etwas schneller, aber touristisch weniger interessant ist vermutlich die Strecke über Podgorica und Grenzübergang Han i Hotit. Von dort bis zur nördlichen Stadtgrenze ist die Strecke ebenfalls gut ausgebaut.
  • Busse – Busse von und nach Shkodra verkehren vor allem vormittags und mittags. Minibusse fahren auch noch Nachmittags. Auch nach Ulqin in Montenegro gibt es tägliche Busverbindungen. In Tirana fahren die Minibusse beim Platz »Zogu i Zi«, die Busse etwas weiter gegenüber vom Sportpalast (auf Google Maps als »Stacioni Autobusave Zona e Veriut« verzeichnet).
  • Flugzeug – Der Flughafen von Tirana ist dank neuer Strassen in weniger als zwei Stunden erreichbar.
    Alternativ kann man auch nach Montenegro fliegen (tägliche Direktverbindung von Zürich) und von dort mit dem Taxi über die Grenze gelangen.
  • Eisenbahn – Aktuell verkehrt nur ein Zug pro Tag von Tirana/Durrës nach Shkodra und zurück.

Innerstädtisch

Shkodra ist nicht gross, so dass das meiste zu Fuss erledigt werden kann. Es gibt ein paar Buslinien, mit dem man zur Burg und in andere Aussenquartiere gelangt (ab »Platz der Demokratie«). Ansonsten ist man auf Taxis angewiesen, ausser man organisiert sich ein Fahrrad, ein bei den Einheimischen beliebtes Fortbewegungsmittel, das sich für diese Stadt sehr gut eignet.

Weiterreise

»Platz der Deomkratie«

»Platz der Deomkratie«, früher zentraler Verkehrsknotenpunkt

  • Auto/Mietwagen – Für Fahrten ins Gebirge braucht es schnell einmal ein Allradfahrzeug mit reichlich Bodenfreiheit.
    Alternativ können für Touren in die Berge auch Allrad-Fahrzeuge mit Fahrer gemietet werden. Die lokalen Reisebüros helfen gerne bei der Organisation.
  • Busse & Sammeltaxis – Von Shkodra verkehren Busse und Minibusse in die grossen Orte Mittelalbaniens und in die meisten Orte Nordalbaniens. Viele verlassen bereits am frühen Morgen oder kurz nach Mittag die Stadt.
    Zentraler Abfahrtsort für Busse ist neu ein Platz auf halben Weg zur Burg Rozafa kurz vor dem (mehr oder weniger leerstehenden) Einkaufszentrum »Bazar«.
    Die Abfahrtsorte der Minibusse in die Dörfer und die Albanischen Alpen sind über die ganze Stadt verteilt, oft in der Nähe der Ausfallstrassen. Zum Teil sind sie in der Übersicht »Albania Minibus Schedule« verzeichnet.

 

Essen & Trinken & Schlafen

»Piaca« – Fussgängerzone mit diversen Cafés

»Piaca« – Fussgängerzone mit diversen Cafés

Bei den Einheimischen beliebt sind Restaurants in der näheren Umgebung am See und am Drin. Abends trifft man sich in der Fussgängerzone »Piaca« für Getränke.

Das Angebot an Hotels, Restaurants und Cafés ist zwischenzeitlich umfangreich. Das Hotel Rozafa aus kommunistischer Zeit ist nicht erste Wahl – rundherum finden sich diverse neuere Hotels sehr guter Qualität. Das Hotel »Tradita G&T« am Südrand der Innenstadt bietet nicht nur traditionelle Küche, sondern auch individuell eingerichtete Zimmer und ein kleines Museum mit albanischem Handwerk.

Bei Booking.com werden auch zahlreiche private Kleinunterkünfte, teilweise sogar in historischen Häusern oder bei Bauernfamilien in Stadtnähe, angeboten.

Einkaufen

In Shkodra wird noch viel auf dem Markt eingekauft oder in kleinen Läden entlang der Strasse. Es gibt auch einzelne kleine Supermärkte (zB. am Beginn der Fussgängerzone neben der Franziskanerkirche im Hinterhof).

Freizeit & Kultur

Es gibt ein Kino und das Migjeni-Theater. Das Restaurant »Tradita« bietet auch Folklore-Abende.

Die Region rund um Shkodra bietet viele Möglichkeiten für Wanderungen, einerseits in den Albanische Alpen, aber auch im Gebiet südlich von Shkodra, zum Beispiel in der Zadrima ( Wandervorschläge Zadrima [»Itineraret eko-kulturore« auswählen resp. unten Karten (tracks.zip) und GPS-Tracks (itinerar.zip) downloaden]).

Beliebt sind auch Fahrten aufs Land in Ausflugsrestaurants, unter denen einige für ihre hervorragende traditionelle Küche bekannt sind.

 

Wetter

Im Sommer kann es sehr heiss werden. Herbst und Winter sind eher feucht und zum Teil auch kühler als in anderen Gegenden Albaniens.

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