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Im Balkan gibt es weniger Kriminalität als im Rest Europas

So, 01. Jun 2008, 13:09

Im Balkan gibt es weniger Kriminalität als im Rest Europas

NZZ am Sonntag, 1.Juni:
1. Juni 2008, NZZ am SonntagIm Balkan gibt es weniger Kriminalität als im Rest Europas
Im Balkan gibt es weniger Kriminalität als im Rest Europas
Uno-Studie widerlegt Vorurteile

"Laut einer Uno-Studie lebt es sich in keiner Region Europas sicherer als auf dem Balkan. Die Gründe liegen in konservativen Gesellschaftsmustern und im Ende der Kriegswirren.
Andreas Ernst, Skopje


Möchten Sie nachts ohne Angst durch eine Parkanlage flanieren? Haben Sie genug davon, die Handtasche an den Körper gepresst, durch Bahnhöfe zu hasten? Dann emigrieren Sie auf den Balkan. Es ist sicherer dort.

Zu dem Schluss kommt eine detaillierte Untersuchung des Uno-Büros für Drogen und Kriminalität. Untersucht wurden die Zustände in Albanien, Bosnien, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, in der Moldau, in Montenegro und Serbien. Die Forscher stützen sich nicht nur auf lokale Statistiken – gegen die es Vorbehalte gibt –, sondern haben durch Befragungen herauszufinden versucht, wie viele Bürger zwischen 1998 und 2006 Opfer von kriminellen Handlungen geworden sind. So wurden auch Verbrechen erfasst, die nie der Polizei gemeldet worden waren.

Wegen der Schwere des Delikts sind Mordstatistiken weltweit am verlässlichsten. Der Trend auf dem Balkan ist diesbezüglich erfreulich. Seit 1998 (2185 Morde) hat sich die Zahl der Fälle fast halbiert (2006: 1130). Albanien, das im Bericht als balkanisches Sorgenkind erscheint, hatte 2002 dieselbe Mordrate wie Amerika (6 Fälle pro 100 000 Einwohner). Heute steht es wahrscheinlich besser da. In Kroatien entspricht die Rate jener Grossbritanniens, während ein Rumäne im Vergleich mit einem Schweizer oder Finnen statistisch ein geringeres Risiko trägt, ermordet zu werden.

Auch bei den Eigentumsdelikten schneidet der Balkan deutlich besser ab als Westeuropa, wo es 2-mal so viele Einbrüche, 4-mal mehr tätliche Angriffe und 15-mal mehr Raubüberfälle gibt. Die Forscher betonen, dass sie die geringeren Anzeigen auf dem Balkan berücksichtigt und ihre Berechnungen durch Umfragen entsprechend korrigiert haben. Die «konventionelle Kriminalität» habe auf dem ganzen Balkan seit dem Ende der Kriege im ehemaligen Jugoslawien abgenommen. Der damalige Zerfall der öffentlichen Ordnung, die verbreitete Gewaltkultur und illegale Geschäfte zur Umgehung von Wirtschaftssanktionen hatten eine Kriminalitätswelle ausgelöst.

Viele Einheimische reagieren überrascht auf die Uno-Untersuchung. Sie habe ihren Ohren nicht getraut, sagt Marija, eine 30-jährige Marketingspezialistin in der mazedonischen Hauptstadt Skopje. Iskra, eine Kunsthistorikerin, glaubt, die Daten seien gefälscht. Die Studie bestätigt, dass sich die Menschen auf dem Balkan unsicherer fühlen als in Westeuropa. Der Grund dafür liegt in der prekären politischen Stabilität und dem durch bittere Erfahrungen erhärteten Gefühl, es sei fast immer fast alles möglich. Dennoch: Sowohl Iskra wie Marija gehen nachts ohne Bedenken und Begleitung auf die Strasse. Marija gesteht, dass sie oft vergesse, die Haustür abzuschliessen.

Hauptursache der positiven Entwicklung auf dem Balkan ist das Ende der kriegerischen Wirren. Die Autoren weisen aber auf weitere Besonderheiten der Region hin. Die Einkommensunterschiede, obwohl rapide gewachsen, sind dank der sozialistischen Vergangenheit weniger ausgeprägt als anderswo. Der Urbanisierungsgrad ist geringer als in Westeuropa, wachsende Elendsquartiere gibt es nur in der albanischen Hauptstadt Tirana. Auch die starke soziale Kontrolle sowie – mit der Ausnahme Kosovos – die Überalterung der Gesellschaft wirken sich positiv auf die Kriminalitätsrate aus.

Doch halt! Gibt es auf dem Balkan nicht deshalb weniger Kriminelle, weil so viele in den Westen gegangen sind und dort ein besseres Einkommen finden? Die Studie beruhigt auch diesbezüglich: Die Zahl von Migranten aus dem Balkan in den westlichen Gefängnissen schrumpft. "

http://www.nzz.ch/nachrichten/internati ... 48037.html

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Das find ich sehr interessant und bestätigt auch die These, dass viele der vorallem jugendlichen Straftäter hier in der Schweiz erst straffällig werden. Sie würden die Dinge, die sie hier machen nie in der Heimat tun. Die Frage ist nur warum? Hat es doch mit der Entwurzelung zu tun? Damit dass man hier die gewohnte Struktur, die man aus der Heimat kennt nicht mehr hat?

Viktor: habe den Text jetzt hierher kopiert, damit man ihn direkt lesen kann, hoffe dass ist auch ok..
Zuletzt geändert von Estra am So, 01. Jun 2008, 14:17, insgesamt 1-mal geändert.

Viktor
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Re: Im Balkan gibt es weniger Kriminalität als im Rest Europ

So, 01. Jun 2008, 13:18

Eine normale ausländer Familie:

- Eltern können kein deutsch, dem entsprechend können sie nicht bei hausaufgaben helfen oder in der Schule falls es probleme gibt, helfen.

- beide Elternteile müssen Arbeiten, weil das Geld nicht reicht, die Kinder sind durch den Tag alleine, Verwandte und Grosseltern in der Nachbarschaft gibt es nicht, eher selten. (wobei dass auch die einheimischen betrifft, bezüglich der sozialen Not)

- Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse, Kinder sind in einer fremden Umgebung immer anders, es giebt keine bekannten Menschen die mal auf der strasse sagen "hej, du bist doch der sohn von dem, was soll der mist hör auf damit"

es gibt kein Bekannten die den Eltern etwas melden wenn ihr Kind mist baut.



Das schlimmste von allen ist die Abgrenzung, ob in der Schule in den staatlichen Institutionen bei der Arbeit oder sonst wo, man wird ausgegrnzt, man wird diskriminiert, das ist so. Man bekommt es von klein auf mit, dass man nicht erwünscht ist.

Was macht dan ein Kind dass seelisch so zerbröckelt ist, kein selbstwertgefühl hat, dass sich selbst als nichtwert sieht?

Es wehrt sich, und schlägt auf der Strasse zu, dadurch erlangt man auf einer anderen Eben "Respekt" und "Achtung"

Naturgesetz. je mehr druck, desto mehr gegendruck, die Energie verschwindet nicht, sie formt sich nur um.


Die Abgrenzung efolgt nicht nur gegen Ausländer, ich hatte kürzlich auf SWR eine Sendung verfolgt, darin kam die Aussage dass "Arm sein" in der gesellschaft nicht tolerert wird, und auch an ausgrenzng zu leiden haben.


Ich bin der Auffassung, dass es die Entwurzelung ist.

Ps. Estra könntest du den Link irgendwie kürzen, da es die Seitebreite sprängt, danke.

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bardha77
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Re: Im Balkan gibt es weniger Kriminalität als im Rest Europ

So, 01. Jun 2008, 18:58

Estra hat geschrieben: Auch die starke soziale Kontrolle sowie – mit der Ausnahme Kosovos – die Überalterung der Gesellschaft wirken sich positiv auf die Kriminalitätsrate aus.

Diesen Satz fand ich n bissel grenzwertig.. " Nur weil so viele Alte dort leben " herscht nun weniger Gewalt .. Mag stimmen fand ihn aber in der Situation ungluecklich formuliert...


Das find ich sehr interessant und bestätigt auch die These, dass viele der vorallem jugendlichen Straftäter hier in der Schweiz erst straffällig werden. Sie würden die Dinge, die sie hier machen nie in der Heimat tun. Die Frage ist nur warum? Hat es doch mit der Entwurzelung zu tun? Damit dass man hier die gewohnte Struktur, die man aus der Heimat kennt nicht mehr hat?
..
Hallo estra..

gerade nach der Aussage der Zeitung bestaetigt es dies nicht !...Sie schreiben, das die Zahl der Migranten in den Gefaengnissen gesunken ist.. ( Ob sie wohl auch an die jugendlichen Straftaeter gedacht haben ?? ) :roll:


Ansonsten kann ich der Ausage von dir zustimmen , das Fremdheit ( im Sinne von" keine direkten Verwanten / Bekannte" in der naeheren Umgebung )..und fehlende Soziale Gefuege.. dazu verleiten leichter über die Strenge zu schlagen.

- evt ..liegt es auch einfach daran , das sie "Jugendlich sind "und eben auffallen "muessen ".
Ich kenn mich bei Euch in der Schweiz nicht so gut aus.. höre ab und an Schlagzeilen..bin mir aber nicht sicher ob es einfach nur aufgebauscht wird ( Medien )oder tatsaechlich so schlimm ist..

lg bardha
"Ist das grauenhaft oder wunderschön, dass die Möglichkeiten für Menschen miteinander umzugehen beinahe unbegrenzt sind?"
(Norman Ohler)

Estra
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Re: Im Balkan gibt es weniger Kriminalität als im Rest Europ

So, 01. Jun 2008, 23:17

bardha77 hat geschrieben:
Hallo estra..

gerade nach der Aussage der Zeitung bestaetigt es dies nicht !...Sie schreiben, das die Zahl der Migranten in den Gefaengnissen gesunken ist.. ( Ob sie wohl auch an die jugendlichen Straftaeter gedacht haben ?? ) :roll:


Ansonsten kann ich der Ausage von dir zustimmen , das Fremdheit ( im Sinne von" keine direkten Verwanten / Bekannte" in der naeheren Umgebung )..und fehlende Soziale Gefuege.. dazu verleiten leichter über die Strenge zu schlagen.

- evt ..liegt es auch einfach daran , das sie "Jugendlich sind "und eben auffallen "muessen ".
Ich kenn mich bei Euch in der Schweiz nicht so gut aus.. höre ab und an Schlagzeilen..bin mir aber nicht sicher ob es einfach nur aufgebauscht wird ( Medien )oder tatsaechlich so schlimm ist..

lg bardha
Hallo Bardha,
gesunken heisst leider nicht, dass das Problem mit straffälligen Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln nicht bestehen würde. Die Frage die ich mir gestellt habe ist eben, warum die Jungendlichen oder auch Erwachsene die gleiche Delikte in der Heimat nicht machen, aber hier schon. Das hat Viktor ja ausführlich beschrieben und kam auch zu der These mit der Entwurzelung. Entwurzelung kann ja auch ein Erwachsener treffen. Zb ein Mann der in der Heimat schon angesehen war, vielleicht sogar studiert, kommt hierher, kann die Sprache nicht, findet keinen guten Job, hat nicht das Umfeld, dass er von der Heimat her kennt und muss sich hier durch den Behördendschungel schlagen, dass kann manchmal auch ganz schön erniedrigend sein. Also sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Jugendlichen scheint Entwurzelung ein Faktor zur Straffälligkeit zu sein.

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Orphelia
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Mi, 04. Jun 2008, 16:44

Ich glaube, dass es sehr viel mit einer gewissen sozialen Kontrolle zutun hat, die in westlicheren Ländern verloren gegangen ist.
Die Länder sind häufig nicht so stark industrialisiert und anonymisiert. Das kann auch jeder im Urlaub beobachten, jeder kennt jeden und niemand kann etwas machen, ohne dass mindestens 1- 2 Menschen das mitbekommen.
Darüber hinaus ist es den Menschen dort sehr wichtig, welche Meinung die Gesellschaft von ihnen hat. Sie überlegen viermal was sie machen oder was sie sage, denn sie haben immer die Konsequenzen im Blick. Nicht so sehr die rechtlichen, als vielmehr die sozialen.
Dies führt allerdings dazu, dass so manch ein Verbrechen von des Gesellschaft verharmlost wird und die Täter als Opfer dargestellt werden.
Die Definition der eigenen kulturellen Identität und Zugehörigkeit durch Abgrenzung ist unsinnig, weil diese Abgrenzung unmöglich ist. Denn Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen. (Ilija Trojanow/Ranjit Hoskoté)

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kzu-(KS)
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So, 08. Jun 2008, 0:37

@Orphelia, wie meinst du den letzten Satz ??
NiCHT DiE AUGEN sondern DER VERSTAND
SIEHT AllES

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Orphelia
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Mi, 18. Jun 2008, 15:30

@ kzu- (KS)

Entschuldige, der Satz sollte heißen: „... das so manch ein Verbrechen von der Gesellschaft verharmlost wird.“

Damit meine ich, dass durch aus Fälle bekannt sind, wo Mörder oder Vergewaltiger von der Gesellschaft nicht also solche verurteilt werden, untechnisch ausgedrückt. Also, wo bspw. ein Vergewaltiger als unschuldig gesehen wird, weil die Frau ja selber Schuld gewesen sei. Das versucht wird einen Mord mit irgendwelchen Ausreden zu rechtfertigen, weil das Opfer ja selbst Schuld gewesen sei. Etc.
Auch wenn viele Menschen dem nicht ausdrücklich zustimmen, so unterstützen sie solche Aussagen durch ihr Schweigen. Ein Mord bleibt Mord, das Opfer kann sich auch nicht mehr rechtfertigen bzw. erklären. Eine Vergewaltigung bleibt eine Vergewaltig, mag das Opfer auch ein „leichtes Mädchen“ gewesen sein etc.
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lord_red_dragon
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Mi, 18. Jun 2008, 18:25

@estra
das hab ich letzens in der zeitung gelesen, war schon erstaunlich als ich dort lass:

"Möchten Sie nachts ohne Angst durch eine Parkanlage flanieren? Haben Sie genug davon, die Handtasche an den Körper gepresst, durch Bahnhöfe zu hasten? Dann emigrieren Sie auf den Balkan. Es ist sicherer dort. "


ich weiss eigentlich gar nicht was ich davon halten soll, eigentlich fühl ich mich immer sicherer in KS also hier in der schweiz!
vllt leigt das auch daran das ich dort zu hause bin, ich weiss es nicht
Wörter sind gut doch Taten sind besser.

Die Verantwortung zu tragen ist hart, die Kosnequenzen zu tragen noch härter.

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