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Also ich würde sagen, dass das Leben gar nicht so konstruiert ist, dass es jemals perfekt sein könnte. Es wird immer etwas fehlen oder etwas zu viel sein, man muss immer auf bestimmte Dinge verzichten, um andere dafür zu bekommen.
Wenn sich eine Tür öffnet, schließt sich dafür eine andere ...
Ich glaube, dass das vollkommene Glück niemals zu erlangen ist. Egal was man tut und was man alles bereit ist dafür zu tun.
Man erlebt immer Niederlagen, die Tiefen des Lebens, man muss Verluste ertragen, um zu erkennen, wer du bist und was dich ausmacht. Man sagt immer, dass Gott dir bewusst Steine auf deinem Lebensweg legt, damit du lernst mit Problemen umzugehen, damit du erkennst, dass auch eine Narbe seine Schönheit hat, und damit du einsiehst, dass man für die wichtigen Dinge des Lebens auf eine Art und Weise immer kämpfen muss, immer was aufgeben muss.
Das Leben kann niemals perfekt sein ... weil du niemals all das haben kannst, was du dir wünschst. Aber darauf kommt es gar nicht an. Was wirklich wichtig ist, ist, wie du das Leben siehst. Wenn man Fehler hasst, weil sie einen Menschen nicht perfekt sein lassen, dann wird man niemals glücklich werden können. Aber wenn man in einem Fehler die Möglichkeit sieht daraus zu lernen und diesen als vorteilhaft erachtet, dann ist man mit sich selbst im reinen und kann sich furchtlos auf das Leben stürzen und es genießen.
Probleme sind dazu da, um eine Lösung zu finden. An der Lösung erkennt man, wie reif der eigene Chrarakter und die eigene Person ist.
Ich habe eine Eigenschaft an mir, die mich manchmal so ziemlich stört. Ich gehe lieber keine Risiken ein, wenn ich weiß, dass ich auch verlieren könnte. Ich nehme lieber immer den sicherern und zuverlässigeren Weg. So habe ich viele Chancen im Leben an mir vorbeiziehen lassen ohne sie je genutzt zu haben. Heute bereue ich es, aber ich weiß, dass ich in 10 Jahren mehr Grund zur Reue haben werde, wenn ich es nicht ändere.
Ich bin lieber Zuschauerin eines schönen Theaters, als Schauspielerin im Stück. Ich habe immer gedacht, wenn ich nur "zuschaue", ohne zu "spielen", dann kann ich auch keine Fehler begehen ... ohne dabei zu beachten, dass dies mein größter Fehler ist, nämlich dass ich nur "zuschaue".
Ich habe bisher vom Leben die ein oder andere Narbe davongetragen, habe die ein oder andere Wunde, die sich hin und wieder bemerkbar macht, wie jeder andere Mensch auf dieser Welt auch, und ich weiß, ganz gleich wie mein Leben sich in der Zukunft entwickeln wird, werden immer mehr Narben hinzukommen und jede einzelne wird mich auf eine seltsame aber besondere Weise reicher und weiser machen.
Vor ein paar Tagen musste ich erfahren, dass ein Freund von mir an Leukämie erkrankt ist. Es traf wie mich wie ein Stromschlag. Vollkommen unerwartet und voller Wucht. Während ich das ganze Wochenende für eine einfache Politik-Prüfung lernte und es meine größte Sorge war wie ich das alles in meinen Kopf kriegen sollte, begann für ihn seine Chemotherapie. Während ich für eine gute Note kämpfte, kämpft er ums überleben. Einfach unglaublich, wie das Leben so ist ... von einer Sekunde auf die andere kann deine ganze stabil-gedachte Welt wie ein labiles Kartenhaus in sich zusammen fallen.
Das Leben an sich ist einfach nicht für Perfektionismus gemacht, doch wenn man aus Fehlern und Niederlagen lernt, immerzu an sich arbeitet und sich Ziele setzt, wenn man lernt zu akzeptieren, dass auch eine Niederlage und Verlust ein kleinen Gewinn bedeutet ... dann kann man sich sein eigenes Leben so gestalten, dass man sagen kann: "Ahhh, irgendwie ist alles grade perfekt!"
Ich weiß, später wird mein Leben sicher nicht perfekt sein, aber wenn es auch nur annäherend so wird, wie ich es mir erhoffe, dann bin ich mehr als zufrieden.
Ich habe mir immer gewünscht mein Leben in Kosova zu verbringen, in einem schönen großen Haus, mit einem liebevollen Mann und tausenden von Kindern.

Kinder möchte ich so viele wie es nur geht.

Und natürlich eine finanzielle Stabilität und Sicherheit.
Doch ich kann erst dann sagen, dass mein Leben perfekt ist, wenn ich als Großmutter selig auf dem Schaukelstuhl auf der großen Terasse meines Hauses in Kosove zufrieden hin und her schaukle, während ich meinen vielen Enkelkindern beim Fussballspielen im Garten zugucke und mit einem sanften Lächeln auf meinem Gesicht für immer einschlafe. Ich glaube, das ist wohl das schönste was es gibt ... wenn man, an dem Zeitpunkt, an dem man stirbt, nichts wirklich zu bereuen hat und dankbar ist für die Jahre, die man leben durfte. Wenn man an einem einfachen Ausatmen zu erkennen gibt, dass man vollkommen zufrieden ist mit dem, wie es ist und wie sich alles entwickelt hat. Ich denke, erst dann kann ich sagen, ob mein Leben perfekt war ... wenn ich weiß, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe, um glücklich gehen zu können.
Die Dinge, die dich umgeben und ausmachen, müssen gar nicht mal so perfekt sein, um das Leben perfekt zu machen.
... Jeder Gewinn, der Ehre kostet, ist ein Verlust ...
... Eine handvoll Heimaterde ist mehr wert als zehntausend Pfund fremden Goldes ...
... Nicht wo du die Bäume kennst, sondern wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat ...