Nun zu meinem Problem.. ich habe mich dazu entschlossen meine Sorgen mal hier niederzuschreiben, da ich genug von blöden Vorurteilen hab und vielleicht eine neutrale Meinung auch mal ganz gut ist
Ich bin 21 Jahre alt und glaube in meinem Leben an 2 Dinge: das Gute im Menschen und die Liebe.
Jetzt bin ich verliebt, auch wenn das alles unter komischen Umständen ist. Ich bin in jemanden verliebt, den ich eigentlich nur aus unseren täglichen 8-stündigen Webcam-Chats kenne. Ok, ab diesem Punkt sind dann die meisten schon raus und denken sich:
Ich finde das in Internetzeiten und Zeiten von Online-Partnerbörsen nicht so seltsam. Aber was es eigentlich schlimmer macht ist, dass er im Kosovo lebt und ich in Deutschland. Bis vor kurzem lebte er auch hier, in der Stadt, in der ich wohne, aber wurde abgeschoben. Wir haben uns quasi "verpasst", denn ich bin vor kurzem hergezogen und er wurde abgeschoben. Sonst würden uns nämlich nur 5 Minuten trennen.
Wenn ich das alles jemandem erzähle, dann muss ich mir anhören, dass er doch nur wieder nach Deutschland will und dazu gibt es dann Albtraumgeschichten über albanische Männer. Also der Film "Nicht ohne meine Tochter" ist harmlos dagegen, was Menschen mir erzählt haben, was sie ja schon alles gehört haben oder jemanden kennen, der gehört hat, dass....
Vorurteile finde ich ganz schlimm, aber hatte genug Zeit sie kennenzulernen, da ich aus einer klassischen Vortort-Siedlung komme, wo die Nachbarn besser über einen Bescheid wissen als man selbst. Vielleicht bin ich aber deshalb auch naiv? Schließlich wohne ich erst jetzt in einer Stadt, in der auch andere Nationalitäten und nicht nur der gemeine deutsche Rentner und Familien mit Golden Retriever leben
Aber selbst, wenn ich so Sachen höre wie "der war früher total der Schläger, der hat immer Stress gemacht, der will dich nur, damit er wieder herkommen kann", glaube ich nur daran, wie ich ihn kennen gelernt habe. Außerdem war das "früher", dass viele Jungs da eine Menge Mist bauen und dass das gerade in einer Gegend wieder dieser dazugehört, das ist mir auch bewusst.
Ich habe mir nun in den Kopf gesetzt ihn bald zu besuchen und habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, dass man natürlich irgendwann heiraten könnte, wenn man sich versteht. Dass er mir Mist erzählen kann, das weiß ich, aber ich kann daran nicht glauben..
Ich weiß nur, dass ich es mein leben lang bereuen werde, wenn ich es nicht mache.
Ihm hab ich alle meine Sorgen auch erzählt, er findet auch, dass es überall schwarze Schafe gibt, unabhängig von einer Nationalität. Der einzige Mann, der seine Frau so krankenhausreif geschlagen hat, dass sie an den Nebenwirkungen dieser Verletzungen gestorben ist, den ich kenne, der ist übrigens deutscher und war unser Nachbar.
Seine Familie würde seiner Meinung nach keine Probleme mit mir haben, da sie das alles seiner Entscheidung überlassen.
Auch so Sachen wie Unterschiede in Sachen Schulabschluss oder Einkommen sehe ich nicht als Probleme, vielleicht mache ich mir zu wenig Gedanken.. oder zuviele?
Irgendwie denke ich immer, dass ich nichts zu verlieren habe und das erste richtige Treffen abwarten müsste, aber die Gedanken sind natürlich da und bereiten mir schlaflose Nächte. Übers Heiraten habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, es kann halt gut laufen oder nicht. Wie jede Ehe. Absichern mit Ehevertrag und allen möglichen Sachen, das würde ich mich natürlich schon.
Ich hab nur Angst verletzt zu werden, aber das kann man ja leider nie ausschließen...
Wie sieht es dann hier, in einer etwas vorurteilsfreieren Zone, mit einer Meinung darüber aus?
Klar kenne nur ich ihn und habe beschlossen nur darauf zu vertrauen, wie ich ihn bis jetzt kennen gelernt habe, aber manchmal möchte man das alles einfach nur erzählen und vielleicht hören, dass man gar nicht soooooo verrückt ist
