Dreamer
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Registriert: Di, 16. Nov 2010, 20:00

deutsch-albanische Beziehung

Di, 16. Nov 2010, 20:54

Hallo zusammen

Nach langem hin und her habe ich mich nun doch mal durchgerungen mich in diesem Forum anzumelden und hier mal meine Erlebnisse und Fragen los zu werden.

Ich weiss, dass dieses Thema schon oft aufgegriffen wurde hier und habe auch schon einige Themen von Anfang bis Ende als Gast, eifrig, durchgelesen.

Irgendwie verspüre ich aber trotzdem den Drang, mein Erlebtes zu schreiben. Vielleicht tut es einfach gut wenn man sich mal was von der Seele schreiben kann.

Einige von euch standen selbst einmal da wo ich jetzt stehe und können sicher gut nachvollziehen wie es mir/uns geht und was wir gerade so erleben.

Vielleicht sollte ich mal bei den Anfängen beginnen.

Wir kennen uns schon eine ganze Zeit, haben uns aber nie so recht unterhalten können und nie Gelegenheit gehabt uns in Gesprächen näher kennen zu lernen. Vor einigen Monaten musste ich aber eine Entscheidung treffen nach der es mir nicht so gut ging und sie war auf einmal da und hat gemerkt, dass es mir nicht gut ging und mir zugehört. Nach einigen Gesprächen die teilweise bis tief in die Nacht gingen (per Chat) haben wir irgendwann gemerkt, dass sich Gefühle zueinander entwickelt haben.
Ich muss dazu sagen, geplant war dies von beiden Seiten aus nie. Ich habe nie einen Gedanken daran verloren mit einer (Kosovo-)Albanerin was anzufangen und sie hat nie einen Gedanken an eine Beziehung mit einem Deutschen verloren. Aber wie die Geschichte so oft zeigt: Unverhofft kommt oft.

Von einem Abenteuer will ich auch nicht mehr reden. Wir sind keine 20 mehr sondern beide in den Startlöchern der 30 und stehen jeder für sich fest im Leben.

Mir war klar, Christ und Moslime hört man ja so von einigen Seiten geht nicht so gut. Also habe ich mich hingesetzt und angefangen der moslimischen Religion näher zu kommen. Dabei ist mir aufgefallen, und bitte verbessert mich, dass sie doch nach sehr modernen Glaubensregeln lebt oder leben darf.

So hat sie ihre eigene Wohnung, ihr eigenes Auto, darf allein weg und wird auch sonst nicht von der Familie kontrolliert. Nach einigen Gesprächen mit moslimischen Bekannten haben mir eigentlich alle mut gemacht und gemeint ich solle es wagen. Denn nach dem wie sie lebt wird ihre Familie nicht all zu streng religiös leben.

Also haben wir es gewagt und wieder kann ich sagen: Versuch macht kluch. So einfach ist es dann doch nicht.

Jetzt kommt nämlich das was viele schon zu genüge gehört haben. Heimliche Beziehung, Versteck spielen, Vorsichtig sein mit dem was man macht und sagt.

Durch hinterfragung in der Familie wurde folgender Satz geäussert: Sollte eine meiner Töchter einen nicht moslimen zum Freund haben dann bringe ich sie eigenhändig um... Jetzt sehe ich solche Sachen immer von zwei Seiten. Die eine ist für mich die der Einschüchterung. Die andere die des Eigenschutzes. Denn: Um sein eigen Fleisch und Blut umzubringen gehört schon sehr viel dazu. Sowas ist schnell gesagt aber doch nicht so einfach getan.

Also kommen natürlich auch bei uns die Diskussionen über die Zukunft. Wobei ich ihr von Anfang gesgat habe: Ich werde hinter ihr stehen, werde ihre Meinungen und Entscheidungen akzeptieren. Ich werde ihr aber ganz sicher nicht bei der Entscheidung helfen ob sie sich gegen die Familie stellt oder nicht. Einfach aus dem Grund, dass ich nicht über das Leben eines Menschen entscheiden werde.

In den letzten Monaten versuchte sie immer wieder zu fliehen. Sie hat die Beziehung beendet da eh alles keinen Sinn gemacht hat, aus ihrer Sicht. Hat dann aber nach einigen Tagen doch recht schnell gemerkt, dass es so einfach nicht geht und stand wieder vor meiner Tür. Dies ging einige Male so. Immer das gleiche Schema F.

Jetzt merke wir aber das die Beziehung beginnt sich zu verfestigen. Aus dem verliebt sein wird langsam Liebe. Wir wissen beide was das heisst oder zur Folge haben kann.

Und mit der Liebe wächst irgendwie auch die Angst vor dem Ungewissen. Wir geniessen die Abende zusammen und sprechen da auch nicht drüber aber merken irgendwie doch, dass sich beide intensiv Gedanken drüber machen.

Und ich merke langsam, dass wir an die Kreuzung kommen an der wir uns entscheiden müssen ob wir zusammen gerade aus weiter gehen oder der eine links und die andere rechts abbiegt.

Ich möchte gerne gerade aus weiter gehen. Nur weiss ich im Moment nicht wie ich sie am besten dabei unterstützen kann. Denn die Probleme werden nicht von meiner Seite aus kommen sondern von ihrer. Meine Familie hat kein Problem damit. Ihre aber sehr wahrscheinlich schon.

Ich weiss jetzt echt nicht wie ich damit umgehen soll. Denn für mich ist dies absolutes Neuland. Wie sagt man doch immer so schön? Die Religionen leben zusammen aber doch nebeneinander her.

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Koby Phoenix
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Di, 16. Nov 2010, 21:05

Da muss ich dich verbessern, es ist weniger ein Religionsproblem, sondern eine Einstellung der Mentalität einiger (nicht aller) Albaner.
Ich weiß das du das jetzt nicht auf alle Albaner bezogen hast oder so,
nicht falsch verstehen.

Hmm was kann man machen.. Kontakt mit den Eltern hattest du noch nie oder?

Dreamer
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Di, 16. Nov 2010, 21:13

Wie gesagt, ein Problem mit Albanern habe ich absolut nicht. Ich habe viele Freunde die Albaner sind. Und ich komme sehr gut mit ihnen klar und bin auch gerne bei ihnen.

Nein Kontakt mit der Familie habe ich noch nicht gehabt. Eine ihrer Schwestern weiss von uns und sie, wie soll ich sagen, sie toleriert es. Persönlich kennen gelernt habe ich sie aber noch nicht.

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Koby Phoenix
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Di, 16. Nov 2010, 21:19

Dann wäre der erste Schritt, das du ihre Geschwister kennenlernst. Sie sind eine nützliche Hilfe und könnten Unterstützung bieten, falls sie es
ihrer Familie sagen will.

Dreamer
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Di, 16. Nov 2010, 21:24

Da wäre wohl nur die eine Schwester. Alle anderen Geschwister haben eine sehr ausgeprägte Mentalität. Wie du es so schön geschrieben hast ;)

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Koby Phoenix
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Di, 16. Nov 2010, 21:33

wieviele Geschwister hat sie denn?

Ja dannlerne die eine kennen, mit den anderen wird es vielleicht mit der Zeit.

Das ganze braucht Zeit, denke ich.

Puuupsy
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Di, 16. Nov 2010, 21:53

Liebe kennt keine Religionen :)

und so wie Koby schon sagt, von den Geschwistern vorarbeiten bis zu den Eltern. *viel glück* wird denk ich nicht so einfach werden, da dieses Problem wirklich viele haben :( die Entscheidung muss halt wirklich sie treffen und schlussendlich müssen sie es sowieso nicht akzeptieren (sicher ist es schön wenn man von den schwiegereltern akzeptiert wird und sich auch toll bei ihnen integrieren kann) aber merk dir eins, du musst dein leben mit ihr führen und mit keinem anderen, du musst mit ihr glücklich sein und auch nicht mit ihnen. Erzwingen kannst du halt nichts, leider. Aber ich lass mal die Shqipis da schreiben, die kennen sich da besser aus :)

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Mi, 17. Nov 2010, 0:11

Koby Phoenix hat geschrieben:wieviele Geschwister hat sie denn?

Ja dannlerne die eine kennen, mit den anderen wird es vielleicht mit der Zeit.

Das ganze braucht Zeit, denke ich.
Im Moment steht das nicht mal zur Diskussion irgendwen aus ihrer Familie kennen zu lernen. Wobei ich da wieder sage, dass es kein Problem für mich ist. Ich bin nicht mit ihrer Schwester zusammen sondern mit ihr. Wenn sie meint die Zeit ist reif dann wird das schon von ihr aus kommen. So würde ich es mir zumindest wünschen. Will sie da nicht unnötig bedrängen.

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Mi, 17. Nov 2010, 0:13

Puuupsy hat geschrieben:Liebe kennt keine Religionen :)

und so wie Koby schon sagt, von den Geschwistern vorarbeiten bis zu den Eltern. *viel glück* wird denk ich nicht so einfach werden, da dieses Problem wirklich viele haben :( die Entscheidung muss halt wirklich sie treffen und schlussendlich müssen sie es sowieso nicht akzeptieren (sicher ist es schön wenn man von den schwiegereltern akzeptiert wird und sich auch toll bei ihnen integrieren kann) aber merk dir eins, du musst dein leben mit ihr führen und mit keinem anderen, du musst mit ihr glücklich sein und auch nicht mit ihnen. Erzwingen kannst du halt nichts, leider. Aber ich lass mal die Shqipis da schreiben, die kennen sich da besser aus :)

Ja ich muss oder will mit ihr glücklich werden. Aber wer gibt seine Familie gerne für eine Beziehung her? Wer gibt ihr und mir die Sicherheit das wir in 20 Jahren noch zusammen sind?
Ich kann sie da schon irgendwo verstehen. Und deswegen will ich ihr da noch keinen Druck machen.
Auch denke ich ist Druck der falsche Weg. Das führt meistens zu dem Ergebnis das man nicht haben wollte.

Puuupsy
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Mi, 17. Nov 2010, 13:07

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