Horst Deimel
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Probleme mit Hunden?

So, 16. Mai 2010, 19:59

Hallo,

Volker Grundmann hat wirklich tolles Kartenmaterial zum Radfahren in Nordalbanien erstellt - kann ich jedem nur empfehlen, zumal er sehr hilfsbereit ist.

Er scheibt aber auch, dass Begegnungen mit Hunden in Ablanien richtig gefährlich werden können. Daher die Frage an alle die, die schon Erfahrungen (per Rad) gemacht haben:

Muss man wirklich Angst haben (und sich evtl., z. B. mit Pfefferspray oder so) "bewaffnen"?

Merci
Horst

rob
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So, 16. Mai 2010, 21:33

Also ich kann dir authentische Erfahrungen während 2-er Radtouren geben: im Norden hatten wir keine einzige Begegnung mit Hunden; im Hinterland des Südens waren bei Ortsdurchfahrten oder entlang von Strassen viel weniger Hunde als befürchtet anzutreffen, viel häufiger trafen wir im Zusammenhang mit den zahlreichen Ziegen- bzw. auch Schafsherden auf sie; doch auch hier kam es keine fünf Mal zu einer Eskalation, und auch das nur im Ansatz - entweder es gelang davonzufahren, oder ein wirklicher oder auch nur angedeuteter Steinewurf bereinigte die Situation; allerdings gebe ich zu, dass es wohl gänzlich anders ausschaut, wenn man alleine unterwegs ist...

noha4210
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Mo, 17. Mai 2010, 11:41

Hallo Horst,

wir hatten einmal im Hinterland Begegnung mit zwei Hunden die uns wild bellend verfolgt hatten. Die Hunde gehörten jedoch zu einer Schafherde die offensichtlich ihre Herde verteidigten. Wir waren mit den Motorrädern unterwegs und waren den Hunden sicherlich "unheimlich".

Wir trafen öfters noch auf Hunde, hatten aber nie Probleme mit denen.

Mit Abwehr Dingen wie Pfefferspray und Co wäre ich vorsichtig, hilft sicherlich, jedoch wie erklärst du die "Waffe" bei einer eventuellen Grenz/ Polizei Kontrolle??!!

lg
Hannes

volkergrundmann
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Mo, 17. Mai 2010, 23:05

Das Heimtückische am Hundeproblem im Albanien ist vielleicht gerade, dass es vergleichsweise selten auftritt. Ich hatte zuvor fünf Jahre in Rumänien gewohnt, da war es viel gravierender.

Wegen der ständigen Probleme war ich in Rumänien auch stets vorsichtig und mental auf Hunde-Attacken eingestellt. Hier in Albanien hatte ich die Vorsicht beinahe abgelegt - bis ich mal um ein Haar hinter einem Dorf von einer Meute angefallen und dann wahrscheinlich zerfleischt worden wäre. Sie kreisten mich immer enger ein, bellten immer wütender. Kamera schwingen half nur kurz, der Leitrüde brachte sich in immer kürzere Distanz, und ich sah fast den Moment voraus, da er springen würde. Es wäre ein lächerlich-tragischer Tod gewesen. Denn oben im Auto lag mein Bärenspray, der vermutlich geholfen hätte. Ich hatte aber kurz vor Sonnenuntergang noch eine schöne Türkenbrücke entdeckt, die wollte ich unbedingt noch bei richtigem Licht kriegen. Also, raus aus dem Auto, nur die Kamera mit, und den Hang runter.
Der reine Zufall rettete mir wohl das Leben. Im rückwärts Zurückweichen auf dem Lehmweg, der zunächst keine Steine bot, gelangte ich in den Flussbettbereich und spürte plötzlich Flusssteine unter meinen Füßen. Blitzschnell bücken und werfen, und das Problem war erledigt. Schon bei der ersten Wurfbewegung nahmen die Hunde eine Distanz auf, von der sie wohl aus Erfahrung wussten, dass der Stein kaum mehr trifft. Das Ganze ereignete sich übrigens wohl kaum 100 m hinter einem Dorf, wo sich auf den Grundstücken und auf der Straße viele Einwohner aufhielten. Das Kläffen der Hunde war ungeheuer laut und aggressiv, aber kein einziger Dorfbewohner ließ sich blicken. Ich hätte keinerlei Hilfe gehabt.
Von Pfefferspray halte ich überhaupt nichts. Der hilft grundsätzlich nur gegen elende, halbverhungerte Straßenköter. Richtige aggressive Hunde werden dadurch nur aggressiver und setzen sich in ihrer Angriffswut über die Reizwirkung hinweg. Ich habe mal in Rumänien versuchsweise einem besonders aggressiven Wolfshund hinter einem Zaun die volle Ladung Pfefferspray draufgedrückt – Null Wirkung! An den Bärenspray glaube ich. Probiert habe ich ihn noch nie. Vielleicht erlebe ich dann dasselbe wie mit dem Pfefferspray. Aber wir brauchen alle eine Religion.

Kurz und gut, Hundeattacken kommen auch in Albanien vor. Man sollte die Gefahr nicht unterschätzen und im ländlichen Bereich immer etwas darauf vorbereitet sein.

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Lars
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So, 30. Mai 2010, 22:36

bis jetzt bin ich an allen Hunden recht gut vorbeigekommen. Es gibt üble Schäfer- und Hofhunde. Aber auch die sind meist ganz ok, wenn man ihnen klar macht, dass man ihrer Herde nicht zu Nahe kommt. Mit Motorfahrzeugen scheinen sie mehr Probleme zu haben als mit Personen zu Fuss.

Es hat wohl fast jeder, der in Albanien wandernd oder radwandernd unterwegs war, irgendeine Story zu erzählen. Persönlich kann ich sagen, dass ich an allen Hunden bisher noch ohne Steinwürfe etc. vorbeigekommen bin. In meinen Fällen hat schon allein das Greifen nach Steinen Wirkung gezeigt. Wenn ein Hirte anwesend ist, unbedingt mit ihm Kontakt aufnehmen.

Strassenköter vor allem in Städten habe ich bis jetzt nur als sehr scheu wahrgenommen.

sonntagsfahrer
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Re: Probleme mit Hunden?

So, 25. Aug 2013, 13:14

Man liest und hört leider immer wieder von Angriffen von (Kampf)Hunden. Deshalb ist es gerade für Leute die eh schon Angst vor Hunden haben, nicht verkehrt ein solches Spray mit sich zu führen. Einen Überblick findet man Internet. Eine Webseite die beste Sprays gegen Hunde anbietet, wäre eine so eine geeignete Wahl!

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