Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier einiges bewusst verdreht und missverstanden wird, nur um bestimmten Usern den Hals umzudrehen, obwohl es dazu gar keinen Grund gibt.
Hier wird es so dargestellt, als ob Magnet abstreitet, dass die Fahndungsliste der Polizei am meisten albanische Namen beinhaltet, als ob er gegen die Aussage wäre, dass Ausländer den engsten Kontakt zur Kriminalität haben, ich habe es jedoch so verstanden, und bitte korrigier mich Magnet, wenn ich falsch liege, dass er doch nur erläutern will, wieso das so. Du versuchst die Gründe für diese hohe Kriminalitätsrate zu schildern, nicht zu rechtfertigen oder gar entschuldigen, sondern einfach näher zu bringen, dass jeder Mensch unter bestimmten Lebensverhältnissen und unter bestimmten Umständen kriminell werden kann. Übrigens ist Friedrich Schiller ebenfalls ein überzeugter Vertreter dieser intelligenten und interessanten These.
Natürlich trägt jeder Mensch für sein eigenes Tun und Handeln die Verantwortung, wäre ja noch schöner, wenn es nicht so gehandhabt würde, aber um der Kriminialität entgegen zu wirken, bedarf es mehr als es einem einfachen Schema aus "integriert" oder "nicht integriert" zu unterziehen. Es kommt auf die Lebensverhältnisse dieser Personen an, denn, um mal das von Magnet erwähnte Beispiel wieder aufzunehmen, wer arm ist, wird auch mal zwangsläufig schnell zum Dieben, was bei einem wohlhabenden Bürger eher nicht der Fall ist, jedenfalls hat er kein wirklich nachvollziehbares Motiv. Und hierbei lässt sich nun mal tatsächlich sagen, dass der Durchschnittsalbaner in ärmlicheren Verhältnissen lebt als der Durchschnitt der Inländer.
Ich kann leider nicht über die Lage in der Schweiz sprechen und möchte mich daher konkret auf Deutschland beziehen, denn darüber zu erzählen fällt mir nicht schwer, ich kenne es aus erster Hand.
Ich bin eine überzeugte Vertreterin der Integrationspolitik. Ich möchte, dass jene Ausländer, die hier leben, sich an die hier entsprechenden Lebensweisen anpassen und sich benehmen, besonders da sie, ob mit oder ohne deutsche Staatsangehörigkeit, dennoch nur ein Gast hier sind, denn ihr Zuhause ist und bleibt woanders. Ich finde aber, dass es fast schon an Naivität grenzt, wenn man allein den Ausländern die Schuld daran gibt, dass sie hier nicht zurecht kommen, dass sie allein dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sie nicht als Teil der deutschen Gesellschaft anerkannt werden und immernoch keine Integration ihrerseits statt gefunden hat. Dies kann ich anhand eines Beispiels konkretisieren. Beim besagten Beispiel handelt es sich um eine albanische Familie, die vor ca 17 Jahren nach Deutschland kamen und in diesen gesamten 17 Jahren nicht einmal ihre Heimat besuchen konnten, weil ihnen der Aufenthalt in Deutschland nicht erlaubt wird. Sie leben seit 17 Jahren von Sozialhilfe, weil ihnen ohne Aufenthalt keine Arbeitserlaubnis zusteht. Ihre Kinder sind hier aufgewachsen, einige wurden hier geboren, die deutsche Sprache beherrschen sie perfekt und an Bildung mangelt es ihnen auch nicht, denn alle haben einen guten Abschluss gemacht bzw werden dies noch tun. Auf Klassenfahrten, wenn es außerhalb Deutschland geht, dürfen sie nicht teilnehmen, ganz gleich wie sehr sich die Lehrer dafür einsetzen, der Landkreis willigt nicht ein. Ausbildungsplätze dürfen sie ohne die Aufenthaltserlaubnis nicht annehmen, auch wenn sie welche gefunden haben, wird der Antrag verweigert. Nun sagt mir mal bitte, wie sie sich integrieren sollen, wenn man noch nicht mal einen Deutschkurs ohne Aufenthaltserlaubnis, die ohne konkrete Gründe verweigert wird, belegen kann??
Es wird ständig und immerzu nach Integration gerufen, aber um sich integrieren zu können, muss man auch aufgenommen werden und das ist beim besten Willen nicht immer der Fall. Es ist also rein utopisch zu behaupten Inländern und Ausländern seien die gleichen Voraussetzungen geboten, denn das gilt offiziell, aber hinter den Kulissen sieht es auch mal ganz anders aus.
daylight hat geschrieben:würde ich in einem land leben, wo ich mir vorkäme wie
ein aussätziger, schlecht und gemein behandelt würde, wäre ich
aber ganz... ganz... schnell wieder in meiner geliebten heimat.
da ihr aber alle noch hier seid, kann es ja wohl nicht so schlimm sein
wie von manchen weiter oben geschrieben wurde.
Weißt du Daylight, eine solch naive Aussage höre nicht zum ersten Mal und nicht nur von dir und jedes Mal frage ich mich dann, wieso diese Menschen nicht ein wenig verstehen und nachvollziehen können. Wieso Menschen, wenn sie nicht anders argumentieren können, kommentieren, dass man doch wieder zurück soll, wenn es einem hier nicht gefällt, obwohl man doch bedenken muss, dass dann das Leben in seiner Heimat noch grausamer sein muss, wenn man die Grausamkeit hier schon erträgt und trotzdem noch bleibt. Du und viele deinesgleichen sind nicht in der Lage zu begreifen, dass das Leben einen manchmal einfach nicht fragt, das Schicksal einen dorthin verschlägt, wo du eigentlich nicht sein möchtest, du das jedoch dulden musst, weil du keine andere Wahl hast. Was man jedoch nicht dulden muss, ist die Behandlung einiger Ausländer von einigen Inländern, wie zB in der Schweiz die SVP. Sind wir denn nun die Schuldigen, weil wir schlecht behandelt werden und dennoch nicht zurückkehren, anstatt jene zu kritisieren, die uns schlecht behandeln??
Nehmen wir in einem einfachen Schema aus Opfer und Täter, die Täterrolle ein, in der wir uns schuldig machen der Unmenschlichkeit uns gegenüber?
Für mich ist die Situation der besagten albanischen Familie unmenschlich und glaub mir, sie müssen schon enorm große Gründe haben, dass sie das mit sich machen lassen, schweigend den Kopf senken und ertragen, und dieser Grund ist, dass die eine Tochter unheilbar krank ist. In Kosova würde sie vermutlich sterben, weil die dortige medizinische Versorgung grad mal ausreicht, um das nötigste zu behandeln.
Ihre Familie wird in Deutschland seit 17 Jahren geduldet. Erst nachdem ich mich mal intensiv mit ihr darüber unterhalten habe und sie mir ihr Herz geöffnet hat, verstand ich, dass Ungerechtigkeit und Ausländerfeindlichkeit auch vor unseren Augen geschehen und niemand scheint etwas dagegen ausrichten zu können. Sie leben in ständiger Angst abgeschoben zu werden, in ein Land, wo sie nichts besitzen und wo ihre Eltern mit rund 6 Kindern von Null anfangen müssen. Als ich sie ungläubig fragte, wie das denn sein kann, dass man eine Familie mit einem sterbenskranken Kind abschiebt und die Verantwortung dafür trägt dass es umkommt, antwortete sie, dass es ihnen gleichgültig ist, was mit ihr passiert wenn sie dort ist. Ihre Pflicht ist es, dass sie auf dem Weg dorthin nicht an ihrer Krankheit stirbt, wenn die Gefahr dazu bestünde, würden sie ihr einen Arzt mitschicken, der sie auf dem Weg begleitet und wenn sie in Kosova ankommt, fliegt er wieder zurück. Ob sie dann in ihrer Heimat an ihrer Krankheit stirbt, ist nicht weiter ihr Problem. Ich war sprachlos, wusste nicht was ich dazu sagen sollte. Was gibt es zu so etwas auch schon zu sagen, wenn man sogar Albaner inmitten des Krieges zurückgeschickt hat?
Wenn ihnen ein Dokument fehlt, dann sollen sie gefälligst ihre Heimat „Serbien“ kontaktieren, diese müsse sich doch um ihre Landsleute kümmern, sagen sie provokativ.
Man darf also nicht immer glauben, was man sieht, denn die Wahrheit liegt meistens irgendwo versteckt im Hintergrund.
Ausländer in Deutschland bleiben meistens unter sich, dh ihr Freundeskreis besteht oft aus Landsleuten oder anderen Nationalitäten. Wieso ist das so? Wenn in einem fremden Land ein Albaner Freundschaft mit einem anderen Albaner knüpft, ist es nicht wunderlich, denn schließlich ist er dein Eigen und deinesgleichen. Aber wieso entstehen in Deutschland so viele Freundschaften zwischen Albaner, Türken, Araben, Italiener usw, aber weniger mit den Inländern? Weil sich Ausländer, ganz gleich woher sie kommen, in einem fremden Land immer heimatlos fühlen, sodass man sich unter anderen Heimatlosen ein wenig verstanden fühlt. Magnet hat das bereits toll erklärt. Es ist keine Theorie, sondern die reine Wirklichkeit, dass Ausländer unter Identitätsverlust leiden, unter Heimatlosigkeit und dem stetigen Gefühl auf eine Art und Weise doch nicht dazu zu gehören.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe es bisher schon in etlichen Beiträgen geschrieben, dass ich keinerlei Probleme in der deutschen Gesellschaft habe. Ich bin das perfekte Beispiel einer perfekt gelungenen Integration. Ich zähle nicht nur mehr deutsche Freunde als albanische, sondern sogar mehr als alle ausländischen Freunde zusammen. Ich bin eine gute deutsche Staatsbürgerin, aber ich werde niemals eine Deutsche sein und solange ich Albanerin bleibe, wird da immer etwas sein, das mich von meinen deutschen Freundinnen hier grundlegend unterscheidet, nämlich ist dieses Land nicht mein Zuhause, auch wenn ich mich hier gut fühle, ist mein Zuhause woanders, dh ich kann hier nicht so leben wie sie es tun. Ich bin hier integriert, aber ich werde mich hier niemals assimilieren.
Ausländer sind wirklich kriminell, ich glaube kein einziger hat das hier abgestitten, aber hört auf Magnet anzugreifen, weil er als einziger von euch allen soweit gegangen ist und mal nach dem WARUM gefragt hat, anstatt auf die gegeben Dinge rumzutrampeln. Denn die Klärung des WARUM ist um so vieles wichtiger für die Integration der Ausländer in den fremden Ländern als jede Schuldzuweisung oder jede noch so große Integrationspolitik, die es bisher gab.
... Jeder Gewinn, der Ehre kostet, ist ein Verlust ...
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... Nicht wo du die Bäume kennst, sondern wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat ...