Mimoza Ahmeti
Dass du ein Esel bist, sieht man
Ein Gesicht, hübsch einst, nun gezeichnet,
in deinen Spuren find ich den Tod, den man dir zugefügt hat,
in den Frauen, die du verlorst, die du verließt, die sich retteten
durch Flucht vor dir,
um zu überleben, irgendwo,
in milden Gaben von Gefühl.
Ein Gesicht, hübsch noch immer, trotz Zerstörung, Zweifel, Dekomposition
ein Leib zu kriechen, dich zu verkriechen in verfluchter Erde.
Im Maß gigantisch und zugleich verzweifelt.
Der Ring im Ohr – etwas belebt mit Sinn die Leere.
Täglich verspielst du etwas von der Qualität des Sterns, zerrinnst im Sand,
jede Nacht wächst dir etwas zu von der Unsterblichkeit des Todes.
Ach, jetzt, da du verlöschst, immer noch dabei bist zu verlöschen,
peitschst du die Luft mit grausigen Tentakeln sicher Einsamkeit ...
Mit pfeifender Schlinge fängst du, zerrst und quetschst und zwingst,
mit sterilen Lippen, fühllos der Leib.
Ich fand sie oft, die Spuren deiner Verflüchtigung, Ausschweifung
diese indirekte art der Äußerung, Vergiftung
Heimlichkeit, Ausflüchte, Wankelmut, Nichtsein
diese Unbeständigkeit, Nichts, auf das sich bauen läßt.
Luxuriöse Gefühle, im Kern zerstörerisch,
zerkratzen wie Katzen die Brüste verlassener frauen.
Ein hübscher verirrter, der sich weiter verliert.
Du weißt dich zu geben, aber in dir ist kein funke Moral.
Ich bin die deine, bin dir, was ich immer war:
halt, Inspiration, Ausweg aus der Sackgasse.
Nur, du begreifst es nicht, weil du ein Esel bist,
und das ist der Grund,
dass ich dich
wahnsinnig
liebe...
