Do, 19. Nov 2009, 11:31
Es kommt ganz auf die Persönlichkeit und die Art seiner oder ihrer Liebe an. Wenn jemand eine monogame Lebenseinstellung vertritt, wird er nach so einem Schicksalsschlag mehr daran zu knabbern haben, als jemand der mehrere Beziehungen hinter sich hatte oder einfach polygame Werte mit sich herschleift.
Das Leben wird bestimmt weitergehen, die Frage ist nur, ob man über den Tod hinaus, sich innerlich an Jemanden noch verbunden fühlt und bindet oder ob man schon empfänglich ist für andere Gefühle. Es gibt bestimmt Leute, die vollziehen solche Taten als Teil ihrer Bewältigung- und Verdrängungstherapie, andere können keine Einsamkeit ertragen und ziehen mit ihren Herzen weiter, und widerrum andere gehen nach dem Maximumprinzip und stellen keine hohe Erwartungen an den nächsten Partner, es wird aber bestimmt auch Menschen geben, die sich mit der Einsamkeit anfreunden und einer weiteren Partnerschaft nicht zustimmen.
Ich sehe das so an, dass man dabei gewissermassen selbst zu Grunde geht, weil ein Teil deiner Persönlichkeit mit dem Ableben des Partners für immer fortgeht. Wenn man eine Blume pflückt und in ein Glas Wasser stellt, lässt man sie zwar künstlich noch am Leben, aber seit dem Moment, wo sie der Wurzel entrissen wurde, war ihr Tod bereits klare Sache. So verhält es sich auch mit dem Menschen. Jemand der einen Partner auf tragische Art und Weise verliert, wird für immer von seiner Wurzel abgeschnürt werden, die den Nährboden für sein Wesen und seinen Tatendrang bildete. Er oder Sie wird weiterleben, aber die weiteren Handlungen und Aktionen werden wie einstudiert, plump, schablonenhaft, fast wie eine einprogrammierte Maschine ablaufen, die menschliche Seite, das Feinfühlige, das Herzerwärmende, die Gütigkeit, all die Dinge, die aus einem lebendigen Herzen entspringen, werden fast nicht mehr erkennbar sein. Eine Liebe zwischen zwei Personen ist wie ein Unterschlupf mit zwei Wänden. Das Dach bildet den Schutz, muss aber auch von den zwei Wänden geschützt und gehalten werden. Umso mehr Zeit vergeht, desto dicker werden die Wände und das schützende Oberdach. Wenn jemand aus dieser Behausung austritt, wird das Ganze in sich zusammenfallen und die noch verbleibende Wand wird vom Dach verschüttet, gebrochen und in kleine Blockteile zersplittert werden. Je mehr gemeinsame Zeit vergangen ist, desto erdrückender ist die Last, die auf einem draufliegt.
Schicksale sind immer Gottes Taten, dementsprechend mit einem Sinn und mit einem Ziel vollzogen. Man kann sich nicht gegen das Schicksal stellen. Es gibt zahllose Geschichten bei uns Albanern, wie Ehepaare sozusagen gemeinsam gestorben sind, unmittelbar nach dem Ableben des Einen, ist ihm die Andere nach ein paar Tagen oder Monate gefolgt, obwohl der Gesundheitszustand tadellos war.
Ein Beispiel für eine derartige Besonderheit, bildet das Helden-Ehepaar Femi und Xhevë Lladrovci, die gemeinsam in den Befreiungskampf geschritten sind. Ihre Liebe war gross, so gross, dass Femi auch von der Ferne aus, es nicht unterlassen konnte, seine Liebe für sie in Form von unzähligen Briefen kundzutun. Femi wurde am 22. September 1998 in der Verteidigung von Drenice getötet, gleichentags nach 2 weiteren Stunden erbitterten Widerstandes, fiel auch Xhevë, die Ehefrau von ihm. Obwohl beide an verschiedenen Stellungen positioniert waren und niemand Erkenntnis über den Anderen hatte, fielen sie gemeinsam am gleichen Tag.
Ka dy lloje njerëz: Këta që kur hynë në dhomë thonë: “Ja ku jam!”, dhe ata që kur hynë në dhomë thonë: “Ah, këtu qenke!”
lamtumirë sa t'jetë jeta