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viva-engiadina
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"Jeta ime në Kosovë"

Mo, 14. Jan 2008, 11:09

hallo miteinander

NEWS:
Ehemaliger KFOR-Soldat präsentiert in Prizren die albanische Übersetzung seiner Einsatzerlebnisse

Prizren, 08.12.2007

In Prizren/Kosova präsentierte Heiko Herold am Abend des 08.12.2007 im Konzertsaal der Musikschule „Lorenc Antoni“ die albanische Version seines Buches „KFOR. Mein Einsatz bei der Kosova-Friedenstruppe“, gemeinsam mit dem Übersetzer Avni Thaçi.

Heiko Herold
Heiko Herold - Jeta ime në Kosovë
Herold zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. „Ich freue mich“, resümierte er, „dass mein Buch auch hier in Kosova so positiv aufgenommen wird. Mein Ziel war es, damit zwischen der KFOR und den Kosovo-Albanern zu vermitteln“, erläuterte er weiter. „Ich möchte den Menschen in Kosova eine intensivere Begegnung mit den Soldaten ermöglichen, wie sie im Alltag kaum möglich ist. Dazu scheint dieses Buch tatsächlich gut geeignet zu sein. Diesen Eindruck habe ich vor allem in den persönlichen Gesprächen mit Kosovo-Albanern sowohl heute Abend als auch in den letzten Tagen gewonnen“.

Der 28jährige Historiker veröffentlichte die deutsche Ausgabe bereits im Jahr 2003. Seine Motivation war damals, „ein Buch zu schreiben, das ich gerne gehabt und auch gerne meiner Familie gegeben hätte, als ich in den KFOR-Einsatz gegangen bin“. Herold hat im Frühjahr 1999 mit der Fregatte „Rheinland-Pfalz“ am Kosova-Krieg teilgenommen und war einige Monate später, von November 2001 bis April 2002, für das Bataillon „Operative Information“ in Prizren eingesetzt. Dort arbeitete er als Redakteuroffi zier für das Magazin „Dritarja“, das von der deutschen KFOR hergestellt und kostenlos an die Bevölkerung im deutschen Sektor Kosovas verteilt wird. In seinem Buch schildert er zahlreiche Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse aus seinem Einsatz, die insgesamt ein anschauliches Bild der Situation Kosovas, der Lebenssituation der deutschen Soldaten vor Ort und seiner Tätigkeit zeichnen.
In Kosova ist das Buch unter dem Titel „Jeta ime në Kosovë“ [Meine Zeit in Kosova] im Prizrener Verlagshaus
SIPRINT erschienen. Die Erstauflage beträgt 500 Exemplare.


„Es gibt keine Freiheit und Demokratie ohne Aussöhnen und Vergeben“

Die Buchpräsentation wurde vom Publizisten Berat Baftiu moderiert. Zwei junge Musiker sorgten für ein attraktives Rahmenprogramm mit klassischer Musik. Etwa dreißig Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, außerdem zwei Filmteams von „TV Prizreni“ und „TV Opinion“ sowie ein Redakteur des KFOR-Magazins „Dritarja“. Bereits im Vorfeld der Präsentation hatten einige lokale Medien über das Buch berichtet und waren der Autor und der Übersetzer in mehreren kosovarischen Radio- und Fernsehsendungen zu Gast gewesen.

Herold, der einige Tage zuvor auch Lesungen bei der deutschen KFOR-Truppe gehalten hatte, stellte die Buchpräsentation unter das Motto: „Es gibt keine Freiheit und Demokratie ohne Aussöhnen und Vergeben“. Diese Worte hatte ihm Don Lush Gjergj bei einem Interview vor fünf Jahren mitgegeben. Der bekannte katholische Priester aus Bincë engagiert sich seit vielen Jahren für die Blutracheaussöhnung und für die Aussöhnung der Völker in Kosova.

Spannende Einblicke in das Alltagsleben der KFOR-Soldaten

Nachdem Herold und Thaçi ein kurzes Grußwort an das Publikum gerichtet hatten, trug der renommierte Journalist Rexhep Smajlaj eine Buchkritik vor. Er lobte die qualitativ gute Übersetzung und dankte dem Autor, dass er seine Erfahrungen im KFOR-Einsatz niedergeschrieben und veröffentlicht hat. Allerdings hätte er sich in dem Kapitel über Gazimestan (Amselfeld), den Ort der historischen Schlacht zwischen dem Großserbischen und dem Osmanischen Reich im Jahr 1389, mehr kritische Distanz von Herold zum Kosovo-Mythos der Serben gewünscht. Insgesamt, so sagte er, habe ihm das Buch sehr gut gefallen. Es zeichne ein gutes Bild von der Lage in Kosova kurz nach dem Krieg und biete spannende Einblicke in das Alltagsleben der KFOR-Soldaten.

Im Anschluss an Smajlajs Buchkritik lasen Herold und Thaçi einige Passagen aus dem Buch, abwechselnd auf Deutsch und Albanisch. Sie bedankten sich bei ihren Verlegern, Sokol und Ali Idrizi, und dem Direktor der Musikschule, Zeqir Kryezin, für ihre Unterstützung bei dem Buchprojekt und der Buchpräsentation. Abschließend luden sie die Teilnehmer im Rahmen eines Sektempfanges zum persönlichen Gespräch ein.

Jeta ime në Kosovë.
Bibliographische Angaben:
Heiko Herold: Jeta ime në Kosovë. Përshtypje nga misioni si ushtar i KFOR-it në Kosovë, Prizren (Dezember) 2007.
Herstellung und Vertrieb: SIPRINT, Prizren, Tel. +381-(0)29-32372,
Email: siprint@hotmail.com
Übersetzung: Avni Thaçi, Skënder Latifi p.n., Prizren-Arbanë,
Tel. +377-(0)44-191125, Email: avni_thaci@yahoo.com
ISBN 978-9951-408-44-8
Preis: 4,00 Euro


Ozeanverlag Herold
Frangenheimstraße 15
D-50931 Köln
Telefon: 0221/4470674
www.ozeanverlag.de

bestelladresse:
herold@ozeanverlag.de
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Mo, 14. Jan 2008, 11:12

hier noch eine leseprobe seines buches "KFOR - Einsatz bei der Kosova-Friedestruppe":

Erste Eindrücke von Kosova

Es war 1 Uhr in der Nacht, als ich mit einem Kraftfahrer von Mayen aus in Richtung Leipzig aufbrach. Nach gut fünfeinhalb Stunden Fahrt erreichten wir, ein wenig übernächtigt, den Leipziger Flughafen. Der Fahrer kannte sich nicht aus, stellte den Wagen auf irgendeinem Parkplatz ab und meinte, ich solle das Gepäck aufnehmen und den entsprechenden Terminal zu Fuß suchen. Zum Glück konnte ich ihm diese Schnapsidee ausreden und fand auch bald zwei freundliche Polizisten, die uns weiterhalfen. Kurz nach 7 Uhr setzte mich der Fahrer dann beim gesuchten Terminal ab. Dort waren zwar viele Uniformierte, ich kannte allerdings niemanden. Es war ein trüber Dienstagmorgen, das triste Gesicht des 6. November 2001.
Es sollten noch etwa vier Stunden vergehen, bevor der Luftwaffen-Airbus endlich startete. Mein und meiner Kameraden Gepäck – der Flug war quasi ,ausgebucht’ – war vorher bereits verstaut worden. Es war mein erster Flug seit fast achteinhalb Jahren, abgesehen von einem Helikopterflug über See während meiner Marinezeit 1999. Mir war fast so, als entdeckte ich eine völlig neue Welt. Die meiste Zeit schienen wir über einem Wolkenmeer zu schweben, umspielt vom gleißenden Licht der Sonne. Nur selten riss die Wolkendecke auf, offenbarte uns dann jedoch wunderschöne Landschaften, meist weiträumige Ackerflächen oder zerfurchte Gebirge. Wir flogen über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien nach Mazedonien.
Kurz vor 13 Uhr, zwei Stunden nach dem Start, landete die Maschine in der mazedonischen Hauptstadt Skopje, die der Bundeswehr als Nachschubbasis auf dem Balkan dient. Wir verließen den Airbus und stiegen um in bereitgestellte Busse, die uns in ein nahegelegenes Areal der mazedonischen Armee brachten. Der NATO ist dort ein gewisser Bereich zugeteilt, wo im Wesentlichen die Gepäckausgabe stattfand und anschließend ein Konvoi über Prishtinë in Richtung Prizren startete.
Zwei Kameraden von der „Operativen Information“ erwarteten mich bereits. Nachdem ich mein Gepäck aufgenommen hatte, führten sie mich zu einem bereitstehenden „Wolf“, einem jeepähnlichen Geländefahrzeug der Bundeswehr. Gegen 14.30 Uhr fuhren wir los, raus aus dem Stützpunkt, ein Stück weit durch Skopje, dann auf eine Autobahn und schließlich über berggesäumte Landstraßen. Es öffnete sich mir eine andere, fremde Welt. Viel Müll lag abseits der Straßen, viele Geschäfte präsentierten sich basarähnlich am Straßenrand und zahlreiche Menschen, ob Kinder oder Greise, überquerten zu Fuß die Autobahn. In Skopje selbst kamen Kinder und bettelten, sobald Fahrzeuge irgendwo anhielten. Sie kletterten bisweilen sogar auf die Führerhäuser von LKWs, andere stürzten mit Putzmitteln zu den Scheiben und reinigten sie. Nach geraumer Zeit gelangten wir zu einem von griechischen KFOR-Truppen bewachten Kontrollpunkt, der die Grenze zu Kosova darstellte.
Wir fuhren insgesamt zweieinhalb Stunden. Die Landschaft Kosovas ist atemberaubend schön. Zerklüftete Gebirgszüge wechseln mit malerischen Ebenen. Wasserfälle und zahlreiche Bäche ergießen sich aus den Bergen hinab in die Täler. Flüsse prägen die Landschaft wie die in den Himmel ragenden, teils schneebedeckten Berggipfel. Nur der allgegenwärtige Müll störte das Bild – und zwar Müll aller Art, von der Plastikflasche bis zum Autowrack.
Manchmal fühlte ich mich in eine andere Zeit zurückversetzt, wenn wir wieder einen Ochsen- oder Pferdekarren überholten. Auffällig waren auch die zahlreichen UÇK-Ehrenmale, über denen stets zumindest eine (der albanischen sehr ähnelnde) ,kosovarische’ Flagge wehte, ein schwarzer Doppelkopfadler auf rotem Grund. Charakteristisch für diese Gedenkstätten sind relativ aufwendige Monumente, die aus einem wogenden Blumenmeer emporragen. Unser Weg führte uns auch durch schwer bewachte Serbenenklaven und viele albanische Dörfer. Wir sahen verfallene und zerstörte Häuser, aber auch Ergebnisse einer regen Bautätigkeit. Faszinierend war für mich nicht nur die atemberaubende Landschaft, sondern besonders Prizren. Entgegen meiner Erwartungen war es eine lebendige und pulsierende Stadt mit regem Geschäftsleben. Viele kleine Läden reihten sich aneinander, vor allem für Textilien, Schuhe und Lederwaren, aber auch für Bücher, Elektro- und Tabakwaren, Fleisch, das ungekühlt in den Schaufenstern hing oder ausgelegt war, Gebäck und andere Lebensmittel. Ich kam bis zum Eingangstor des Feldlagers, welches an einen Berghang bei Prizren gelehnt ist, nicht mehr aus dem Staunen.

BUCHINFOS:

ISBN 3-8330-1174-2
Preis: 9,80 Euro
135 Seiten

Der Autor war von November 2001 bis April 2002 für das Bataillon "Operative Information" in Prizren/Kosova eingesetzt. Dort arbeitete er als Redakteuroffizier für das Magazin "Dritarja", das von der deutschen KFOR hergestellt und kostenlos an die Bevölkerung im deutschen Sektor Kosovas verteilt wird. Für den Autor war es eine spannende und interessante, wenngleich nicht immer einfache Zeit. Von dieser nun handelt das vorliegende Buch. Es will keine militärische Analyse und detailversessene Darstellung der KFOR-Mission liefern. Vielmehr werden in den einzelnen, in sich abgeschlossenen und unabhängigen Berichten zahlreiche Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse aus seinem Einsatz dargestellt und beleuchtet, die insgesamt ein anschauliches Bild der Situation Kosovas, der Lebenssituation der deutschen Soldaten vor Ort und schließlich seiner Tätigkeit zeichnen.
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Re: "Jeta ime në Kosovë"

Mo, 14. Jan 2008, 11:13

wer kennt dieses buch schon? kritik?
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