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Ura e shenjt, Kalaja e Rozafës - die gleiche Sage?

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 12:54
von Bizza
Hallo Miteinander

Ich bin mit der Legende grossgeworden, dass die Brücke zwischen Gjakovë und Prizren "Ura e shenjt, wo der Fluss Drini seinen Weg durchbahnt, eine Art Sinnbild für die Albaner und ihre Werte darstellt.

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Ich kenne die sagenumwobene Legende der Liridona in dieser Version:

Es lebten einmal 3 Brüder mit ihren Frauen auf ihrem Hof. Die Brüder wollten eine Brücke bauen, damit die Gegend leichter zu erreichen war. Die 3 Frauen machten unter sich einen gerechten Plan aus, wer von ihnen am welchen Tag das Mittagessen den Brüdern brachte. Die Brüder schufteten hart, doch jedes Mal wenn sie Morgens bei der Brücke ankamen, war sie am Vorabend vom Unwetter (man sagt auch von höheren Kräften) heimgesucht und zerstört worden. Die drei Brüder hatten eines Nachts alle dieselbe Erleuchtung gehabt (darum auch "shenjt" = Zeichen ). Im Traum hiess es, dass die Brücke nur dann den Naturkräften standhielt, wenn eine grosse Opfergabe miteingemauert wird. Die Brüder haben untereinander abgemacht, dass sie ihren Frauen nichts davon berichten würden und diejenige Frau es zutreffen sollte, die am nächsten Tag das Mittagessen vorbeibringen würde. Die 2 ältesten Brüder haben am Abend ihren Frauen davon berichtet, nur der jüngste hat sich an sein Wort gehalten und hat seiner Frau nichts erzählt. Zu allem Übel schoben die anderen Frauen am nächsten Tag Krankheiten und andere Dinge vor, nur um nicht dahin zu gehen (Die Frau vom jüngsten Bruder wäre nicht an der Reihe gewesen). Aufopferungsvoll nahm die jüngste das Mittagessen und brachte es ihnen, obwohl sie ein kleines Kind zu stillen hatte. Bevor sie eingemauert wurde, hatte sie nur eine kleine Bitte: Sie wollte, dass die Fläche einer Hand und einer Bruspartie frei von Ziegelsteinen bleibt, damit sie ihr Kind in der Wiege weiterhin schaukeln und stillen konnte. Ab diesem Tag an, stürzte die Brücke niemehr ein. Ich habe mit dieser Geschichte immer das unzerrütbare Wort, das unzerstörbare Versprechen einer/s Albanerin/s, (das "Besa Besë") und die selbstaufopfernde Rolle einer albanischen Mutter verbunden. Heute wird diese Brücke als Wahlfahrtsort von Müttern aufgesucht, die wenig Muttermilch in der Brust haben..

Es gibt noch das berühmte Lied von Gezim Nika "Liridona", welches dieser Legende gewidmet ist! (Ich liebe dieses Lied, habe es früher immer wieder auf TVSH geguckt)

hier der Link zum Lied (Real Player muss vorhanden sein)

"Liridona"
http://muzika.albasoul.com/album.php?PH ... 84a&id=359

Der Text dazu :

Ku rrjedh Drini, nen nje ure
Kem muros nje nuse ngure
E ruan uren te mos rrezohet
Drini mos shterrohet

Njera dore mbi djep te femijes
Tjetra lidh plaget e lirise
Prej ures se shenjte o nusja e re
Perkund djepin ne gjithe atdhe

Mos e shkel barbar ate ure, o hej
Se kem nusen nata gure, more hej
Ajo eshte o moter jona
E ka emnin Liridona, Liridona

Mos e shkel barbar ate ure, o hej
Se kem nusen nata gure, more hej
Ajo eshte o moter jona
E ka emnin Liridona, Liridona

Ku rrjedh Drini e ku rrjedh Buna
Ka pa toka shume furtuna
Por su rezuen as kalate as urat
Prej çdo guri lindin burra

Pikon qumesht guri i bardhe
Aty pine brezat me radhe
Shqip flet guri ne vend te vet
Tash trimi e mba shume vjet

Mos e shkel barbar ate ure, o hej
Se kem nusen nata gure, more hej
Ajo eshte o moter jona
E ka emnin Liridona, Liridona

Mos e shkel barbar ate ure, o hej
Se kem nusen nata gure, more hej
Ajo eshte o moter jona
E ka emnin Liridona, Liridona



Jetzt gibt es aber noch eine sehr sehr ähnliche Legende von der Burg in Rozafa, die genau die gleichen Merkmale besitzt.

"Der Sage nach bauten drei Brüder die Burg. Ihre Bemühungen waren aber umsonst, da die Mauern jede Nacht wieder einstürzten. Ein alter Mann riet ihnen, eine Frau einzumauern. Dann würden die Mauern für immer halten. Die drei Brüder vereinbarten, diejenige ihrer Ehefrauen zu opfern, die am nächsten Tag als erste das Mittagessen bringen würde. Die beiden älteren Brüder weihten ihre Ehefrauen entgegen der Abmachung in den Plan ein. So war es die junge Rozafa, die am nächsten Tag als erstes am Bauplatz erschien. Sie nahm ihr Schicksal hin, bat aber darum, dass man eine ihrer Brüste, einen Arm und ein Bein nicht einmauern würde. So konnte sie weiterhin ihrem jungen Kind die Brust geben, es streicheln und mit dem Bein die Wiege schaukeln."

Hier eine Statue dieser besagten Frau:

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Welches dieser Legenden ist jetzt nun das Guckucksei, oder kann es sein, dass beide Legenden auf ihre Art und Weise erzählt werden und somit keine Parallelen gezogen werden können?

Was meint ihr dazu?

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 13:43
von Viktor
Ist eine interessante Geschichte.

Ich habe als Kind einige Geschichten gehört, und jetzt fällt mir auf, das Element der 3 Brüder und Mutter kam öfters vor. Erinnere mich jedoch nicht genau.

Der Braut werden ja in einigen Regionen 3 Plis, auf den Kopf gesetzt, dass ist eine sehr alte Tradition, und soll bedeuten dass man ihr 3 Knaben wünscht, 3 Knaben aus dem grund weil viele Männer starben, im Kampf oder Blutrache.

Im Dorf meiner Mutter, welches so ziemlich am A. der Welt liegt und umgeben von Gebirge, kennt man nur 3 Namen von 3 Brüder, das waren die ersten die in diese Gegend kamen und das Dorf gründeten, eine "Legende" die man sich über Generationen und Generationen erzählt hat.

Habe auch sonst viele kleine Metapher gehört wo das Element 3 Brüder vorkamen.

Könnte das eine spezielle Bedeutung haben, warum ausgerechnet 3 Brüder.

Wegen der Mutter, ich glaube dass hat sich aufgrund der vielen Kriege als eine art unbewusste verteidigung etabliert, und symbolisiert die starke Bindung zu seinem Land. weis nicht, eine mögliche erklärung für mich.

Wann wurde die Brücke gebaut?

Re: Ura e shenjt, Kalaja e Rozafës - die gleiche Sage?

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 13:53
von Squatrazustradin
Bizza hat geschrieben:Hier eine Statue dieser besagten Frau:

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Welches dieser Legenden ist jetzt nun das Guckucksei, oder kann es sein, dass beide Legenden auf ihre Art und Weise erzählt werden und somit keine Parallelen gezogen werden können?

Was meint ihr dazu?
Diese Statue ist an der Mauer der Rozafa zu betrachte.
Ich würde sagen, dass die Legende über die Rozafa älter ist, allein darum, weil die Rozafa auch älter ist, als die Brücke über dem Drin. Ausserdem gibt es jegliche Abänderungen und Uminterpretationen dieser Sage. Das Lied von Gezim Nika, soviel wie ich von einem alten Mann aus der Region von Kukes weiss, ist ein Lied, das in der dortigen Region gesungen wurde.
Aber es gibt auch andere Sagen von anderen Brücken, wie z.B. die Brücke bei Gjakove, die du genannt hast.

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 14:11
von Koby Phoenix
Zu deiner Frage welche Bedeutung 3 Brüder haben?

Drei Menschen sind die kleinste Gruppe, in der bei Abstimmungen eine absolute Mehrheit den Ausschlag für eine Entscheidung geben kann.

Die Drei gilt von alters her als göttliche bzw. heilige Zahl. Der Jahres- und Lebenszyklus wurde in vielen Kulturen als Dreiheit gesehen. Stichwörter hierfür sind

Wachsen - Fruchtbarkeit - Vergehen
Kindheit - Erwachsenenalter - Alter
Frühling - Sommer - Herbst
zunehmender Mond - Vollmond - abnehmender Mond
Eine Dreiheit von Göttern (Trias) als Symbol für die allumfassende Göttlichkeit existiert in vielen Kulturkreisen. (Quelle Wikipedia)

In der christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters ist die Drei das Symbol für Gott. Sie findet sich insbesondere in der Dreifaltigkeit (Trinität) aus Vater, Sohn und heiligem Geist. Andere Beispiele sind die Heilige Familie und die Heilige Drei Könige.

Viele Albaner waren in dieser Zeit Christen

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 14:35
von Squatrazustradin
Koby Phoenix hat geschrieben:Viele Albaner waren in dieser Zeit Christen
Rozafa wurde meines Wissens im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gebaut, das heisst, damls waren die Illyrer noch nicht zum Christentum konvertiert, sondern glaubten an Naturgötter. Doch ich glaube, dass die Trinität des göttlichen (so wie viele andere Symbole des Christentums) ihren Ursprung in heidnischen Traditionen hat, und so dies auch erklärt werden kann.

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 14:59
von Toni_KS
Bezüglich „URA E SHENJT“ weiss ich nicht viel, aber Kadare erzählt in seinem Buch (die Brücke mit den drei Bögen) auch eine ähnliche Geschichte! Diese Geschichte spielt sich im Mittelalter ab. Aber ich hab leider den Standpunkt (nach Kadare`s Erzählung) der Brücke vergessen. Ich glaube der war irgendwo in der Nähe von Orikum?!

Re: Ura e shenjt, Kalaja e Rozafës - die gleiche Sage?

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 17:04
von egnatia
Bizza hat geschrieben:Hier eine Statue dieser besagten Frau:

Bild

Welches dieser Legenden ist jetzt nun das Guckucksei, oder kann es sein, dass beide Legenden auf ihre Art und Weise erzählt werden und somit keine Parallelen gezogen werden können?
Kenga e Rozafes pjesa e - 1
http://www.youtube.com/watch?v=5eqDzDtx ... re=related

Kenga e Rozafes pjesa e - 2
http://www.youtube.com/watch?v=41orgipoBP0

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 18:54
von Illyrian^Prince
Viktor hat geschrieben:Ist eine interessante Geschichte.

Ich habe als Kind einige Geschichten gehört, und jetzt fällt mir auf, das Element der 3 Brüder und Mutter kam öfters vor. Erinnere mich jedoch nicht genau.

Der Braut werden ja in einigen Regionen 3 Plis, auf den Kopf gesetzt, dass ist eine sehr alte Tradition, und soll bedeuten dass man ihr 3 Knaben wünscht, 3 Knaben aus dem grund weil viele Männer starben, im Kampf oder Blutrache.

Im Dorf meiner Mutter, welches so ziemlich am A. der Welt liegt und umgeben von Gebirge, kennt man nur 3 Namen von 3 Brüder, das waren die ersten die in diese Gegend kamen und das Dorf gründeten, eine "Legende" die man sich über Generationen und Generationen erzählt hat.

Habe auch sonst viele kleine Metapher gehört wo das Element 3 Brüder vorkamen.

Könnte das eine spezielle Bedeutung haben, warum ausgerechnet 3 Brüder.

Wegen der Mutter, ich glaube dass hat sich aufgrund der vielen Kriege als eine art unbewusste verteidigung etabliert, und symbolisiert die starke Bindung zu seinem Land. weis nicht, eine mögliche erklärung für mich.

Wann wurde die Brücke gebaut?
Danke ;) diese Tradition ist in unserem nördöstlichen Raum weit verbreitet. Aber den Hintergrund kennen nur wenige.

Oder auch wenn man den Türrahmen berührt hat das auch eine spezielle Bedeutung.

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 18:58
von Illyrian^Prince
@ Bizza
Ja, kenn das Lied auch von meiner Kindheit. Jedoch zu "Ura e shenjt" - shenjt bedeutet doch heilig. Shenje ist Zeichen.

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 19:14
von Illyrian^Prince

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 19:41
von inspiration
Ich habe bisher gedacht, die Sage von der Burg in Rozafa wäre die einzige die so ist. Als ich diese Sage das erste Mal gehört habe, war ich total fasziniert und habe mir lange Zeit die unmöglichsten Sachen vorgestellt, wie Rozafa diesem Schicksal entkommen könnte. :lol:

Ich habe heute das erste Mal das mit "Ura e shenjt" gelesen! Werde mich aber heute mal genau darüber erkundigen...Komisch..dabei müsste ich es doch sonst wissen. Da sieht man mal meine Allgemeinbildungslücken :lol:

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 19:42
von kesulkuqja
diese legende gibt es überall auf dem balkan, in rumänien, bulgarien, ...
sie hat nichts mit dem eigenen gebäude zu tun, das in ihr vorkommt. es ist ja auch in jedem balkanland ein anderes.
die bedeutung der legende ist soviel ich gehört habe, dass man für eine große sache auch ein opfer bringen muss. für das opfer steht die frau des jüngsten bruders.

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 20:32
von Meta
Kesulkuqja.Ganz genau.Ich habe vor 10 Tagen ein Roman von Halil Haxhosaj gelesen."Ura e fshejte" kommt sehr viel vor und fand ich sehr interesant wie der Autor das schreibt.Buch heisst "Histori ne naten e vranet", sh.b OMBRA GVG 2008 Tirane.Leider ist nur auf albanisch...

Verfasst: Di, 03. Jun 2008, 20:45
von Viktor
Illyrian^Prince hat geschrieben:
Viktor hat geschrieben:Ist eine interessante Geschichte.

Ich habe als Kind einige Geschichten gehört, und jetzt fällt mir auf, das Element der 3 Brüder und Mutter kam öfters vor. Erinnere mich jedoch nicht genau.

Der Braut werden ja in einigen Regionen 3 Plis, auf den Kopf gesetzt, dass ist eine sehr alte Tradition, und soll bedeuten dass man ihr 3 Knaben wünscht, 3 Knaben aus dem grund weil viele Männer starben, im Kampf oder Blutrache.

Im Dorf meiner Mutter, welches so ziemlich am A. der Welt liegt und umgeben von Gebirge, kennt man nur 3 Namen von 3 Brüder, das waren die ersten die in diese Gegend kamen und das Dorf gründeten, eine "Legende" die man sich über Generationen und Generationen erzählt hat.

Habe auch sonst viele kleine Metapher gehört wo das Element 3 Brüder vorkamen.

Könnte das eine spezielle Bedeutung haben, warum ausgerechnet 3 Brüder.

Wegen der Mutter, ich glaube dass hat sich aufgrund der vielen Kriege als eine art unbewusste verteidigung etabliert, und symbolisiert die starke Bindung zu seinem Land. weis nicht, eine mögliche erklärung für mich.

Wann wurde die Brücke gebaut?
Danke ;) diese Tradition ist in unserem nördöstlichen Raum weit verbreitet. Aber den Hintergrund kennen nur wenige.

Oder auch wenn man den Türrahmen berührt hat das auch eine spezielle Bedeutung.
der türrahmen wird mit zuckerwasser oder Honig berührt, soll in etwa heissen "Das Haus bekommt etwas süsses" und ist die Braut gemeint.


Ja ist ein bisschen Schade, gewisse Dinge gehen einfach verloren, auch die Lieder die die Frauen singen.

Verfasst: Mi, 04. Jun 2008, 10:09
von Sandy
Es ist tatsächlich die gleiche Legende. Aber im Prinzip ist das nichts Außergewöhnliches. Das Bauopfermotiv ist auf dem Balkan weitverbreitet. Es existierte zwar auch in Westeuropa, aber nirgends in einer solch ausgeprägten Art und Weise wie auf dem Balkan.
Die Legende von Rozafa gibt es übrigens auch in der serbischen Variante, in der sie "Die Erbauung Skadars" heißt, aber natürlich andere Personen beinhaltet. (Shkodra war zur Zeit der Entstehung der serbischen Variante Bestandteil des serb. Königreichs unter Stefan Dusan).
Das Bauopfermotiv lässt sich auch heute noch in einigen Gegenden des Balkans finden: Häufig wird Tierblut auf das Fundament oder den Grundstein eines Hauses gespritzt, um dem Bauwerk Beständigkeit zu geben.

Da kommt mir eine Frage in den Sinn: Habe in Albanien oft gesehen, dass an neu gebauten Häusern oft große Plüschtiere aufgehängt werden. Ist das die "moderne" Form des Bauopfermotivs??? Oder was sollte das sonst zu bedeuten haben???

Verfasst: Mi, 04. Jun 2008, 12:09
von Estra
Zugleich und infolge der zunehmenden Bau- und Verkehrssicherheit heute weniger im Vordergrund steht das Motiv der Brücke auch für das mit Angst besetzte Beschreiten gefährlicher Wege. Brücken können einstürzen, wirken manchmal wackelig oder wenig vertrauenserweckend, führen über gefährliche Abgründe und stehen für das Betreten von Neuland. Das Begehen einer Brücke ist mit der Gefahr eines Absturzes verbunden; in früheren Zeiten war es daher oft der Baumeister, der zum Beweis der Stabilität die Brücke als erster überschreiten musste. Im Mittelalter entstanden auch Brückensagen, wenn es beim Bau der Brücke nicht mit rechten Dingen oder gar mit dem Teufel zugegangen sein soll.
Quelle:http://deu.archinform.net/stich/180.htm ... als_Symbol

Es gibt um fast jede grössere oder eben Brücke aus früherer Zeit eine Sage, auch bei der Teufelsbrücke am Gotthard und der Brücke in Frankfurt usw.

ps. das mit den Plüschtieren und Puppen an den Häuseren in Albanien, hab ich auch schon beobachtet und jemanden gefragt da. Das soll alles Böse vom Haus abhalten. Die Dinger sehen auch ziemlich grusig aus manchmal, also noch mit einem Ziegenschädel oder so verziehrt und bleiben dann auch hängen.

Verfasst: Mi, 04. Jun 2008, 12:30
von Illyrian^Prince
Estra hat geschrieben:auch bei der Teufelsbrücke am Gotthard
Die kenn ich auch :D

Verfasst: Mi, 04. Jun 2008, 13:50
von Masar
Ich kenne diese Sage ebenfalls. Habe sie als kleines Kind zuhören bekommen und fand sie immer wieder spannend, aber auch sehr traurig. Ob ein Zusammenhang besteht ? Ich denke eher, dass es einfach typisch war bestimmte Sagen auf lokale Gebäude zu übertragen, damit es spannender wird. Zum Beispiel, man hört von einem Geisterschloss aus ganz weit weg, und überträgt die Sagen auf ein Schloss welches in der Nähe liegt, damit es für die Personen der Stadt nicht so fremd wirkt.

Verfasst: Mi, 04. Jun 2008, 18:24
von Sandy
Masar hat geschrieben: Ich denke eher, dass es einfach typisch war bestimmte Sagen auf lokale Gebäude zu übertragen, damit es spannender wird. Zum Beispiel, man hört von einem Geisterschloss aus ganz weit weg, und überträgt die Sagen auf ein Schloss welches in der Nähe liegt, damit es für die Personen der Stadt nicht so fremd wirkt.
Mehr Spannung zu erzeugen, war sicher nicht der Grund. Es gibt genügend Balkanologen, die sich mit dem Bauopfermotiv ausführlich beschäftigt haben. Es ging dabei eher um den Glauben, dass man einem neuen Bauwerk etwas Beständiges, also quasi eine Seele verleihen müsse, damit es nicht etwa durch böse Kräfte einstürzt.

Verfasst: Do, 05. Jun 2008, 14:12
von Miss_Sunshine
Meine Grossmutter hat mir die erste Version dieser Sage erzählt. Vielleicht hängt es davon ab, in welcher Gegend man wohnt!?

Als ich letztes Jahr in Kosova war, hat mein Nachbar ein Stück Land gekauft, um ein neues Haus für seinen jüngsten Sohn zu bauen.
Bevor die Bauarbeiten beginnen konnten, wurde ein Schäfchen geschlachtet und das Blut wurde über die Baufläche gegossen, damit das Haus „geschützt“ ist.