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Auf den Spuren des Krieges

Verfasst: Fr, 18. Jan 2008, 22:03
von Clotaire
Kosovo
Auf den Spuren des Krieges
Manuskript des Beitrages vom 29.01.2006
von Mathias Schaefer
Jeden Tag riskieren die Minensucher im Kosovo ihr Leben. Akribisch suchen sie die Kriegsschauplätze ab, die Angst vor Explosionen sitzt dabei immer im Nacken. Doch sie wissen, jede entschärfte Granate wird Menschen retten.

Der Metalldetektor schlägt an. Valdrin Hussaje muss Ruhe bewahren. Eine falsche Bewegung kann den Kosovo-Albaner das Leben kosten. Im weichen Boden liegt eine Streubombe – 7 Jahre nach Abwurf noch immer scharf. Minutenlang hockt Valdrin auf Augenhöhe mit dem Blindgänger, jeden Wimpernschlag hellwach, ohne an das eigene Leben zu denken:

O-Ton: Valdrin Hussaje, Minentrupp
"Hinter jeder gefundenen Bombe sehe ich ein lächelndes Kind, dessen Leben ich vielleicht gerettet habe."

Aus sicherer Entfernung bereitet Valdrin die Sprengung vor. 200 Streubomben hat er im vergangenen Jahr aufgespürt, aber noch immer schlummern im Kosovo zehntausende Minen und Blindgänger – hochexplosive Spuren des 79 Tage andauernden Krieges. Zur gleichen Zeit in der Zentrale der Minenräumer. Hier sitzt Saranda Kastrati. Vor 4 Jahren räumte die Kosovo-Albanerin selbst Minenfelder. Ein einziger Augenblick Unachtsamkeit kostete sie das rechte Bein:

O-Ton: Saranda Kastrati
"Es passierte draußen nach dem Einsatz. Ich war müde und unkonzentriert. Als ich das Minenfeld absperrte, trat ich einen Schritt über den gesicherten Boden hinaus. Und genau dort lag eine Mine."

Seitdem kümmert sich Saranda um das Büro der privat mit Spendengeldern finanzierten Minenräumer – mitten in Peja, einer vom Krieg gebeutelten Stadt im Südwesten des Landes. Frieden und Normalität sind dank UNO und KFOR-Truppen zurückgekehrt. Doch von rund 2 Milliarden Euro Hilfe werden bislang nur Wohnhäuser wieder aufgebaut, Industrie liegt brach. Nur jeder 4. hat Arbeit, die anderen schlagen sich irgendwie durch.

Der Minenunfall hat Saranda Kastrati's Leben aus der Bahn geworfen. Am rechten Bein trägt sie eine Prothese. Damit kommt die junge Frau klar. Schlimmer sind Bemerkungen ihrer Mitmenschen. Sie hätte ihr Leben für den riskanten Job weggeworfen, hört Saranda beinahe täglich. Die 30-Jährige ist allein stehend. Im islamischen Kosovo will kein Mann eine behinderte Frau. Rückhalt gibt ihr die Familie. Zusammen mit Vater und 2 ihrer 7 Schwestern wohnt Saranda im frisch renovierten Elternhaus. Der Familie geht es gut, nicht zuletzt weil sie wie ihre aktiven Kollegen rund 400 Euro im Monat verdient. Im Kosovo ist das kein schlechtes Gehalt, ihr verlorenes Bein kann aber kein Geld der Welt ersetzen. Der Schock über die Verletzung saß tief. Ein Jahr lang quälten sie Schmerzen, dann begann die willensstarke Saranda wieder zu laufen. Ihre ersten Schritte führten geradewegs in das Büro der Minenräumer.

O-Ton: Saranda Kastrati
"Ich bin auf eine Mine getreten, ja klar, aber ich gebe jetzt erst recht nicht auf, andere Menschen davor zu bewahren."

Zu tun gibt es genug. Die Angst vor Kriegswaffen ist im Kosovo längst nicht gebannt. Minenfunde nehmen sogar wieder zu, weil zurückkehrende Flüchtlinge für ihre jungen Familien Häuser bauen. Schachten sie Fundamente aus, explodieren versteckte Minen. Drei Zivilisten sind kürzlich ums Leben gekommen, 13 weitere verstümmelt.

Dienstbesprechung am nächsten Morgen. Regelmäßig impft Valdrin seinem 10-köpfigen Team von Kosovo-Albanern den exakten Umgang mit Sprengmitteln. Informationen über Abwurfzonen und Minenfelder zieht der Einsatzleiter aus Militär-Akten. Von serbischer Seite bekommen die Minenräumer aber allzu oft nur schlampige Skizzen. Detektivarbeit unter Landsmännern gehört deshalb zum Job des Einsatzleiters. Auf der Suche nach Brennholz finden die Bewohner der Bergdörfer immer wieder Minen oder Restmunition. Allzu oft mit tragischem Ausgang. Seine Besuche verbindet Valdrin mit Aufklärungsarbeit. Wann diese ständige Bedrohung einmal enden wird, will Tahir Zejmi wissen, aber Valdrin schafft es nicht, den Dorfchef mit Worten zu beruhigen. Der 25-Jährige weiß allzu gut, wie tief Angst und Leid in diesem Dorf verwurzelt sind:

O-Ton: Valdrin Hussaje
"Als sich die Serben zurückzogen, verminten sie die leeren Häuser der Flüchtlinge mit so genannten "Boobytrabs". Sprengladungen wurden an Lichtschalter gekoppelt, so dass diese beim Einschalten explodierten. Aber auch nach dem Betätigen der Toilettenspülung detonierten Minen."

Der Krieg bleibt allgegenwärtig. Entlang der Bergstraße, die Valdrin zum Basislager führt, haben NATO-Bomber erstmals in einem Krieg massiv Streubomben abgeworfen. Die Minenräumer vermuten hier oben mehrere hundert Blindgänger, verteilt auf eine Fläche von 50 Fußballfeldern. Dieses Gebiet zu räumen, ist zeitaufwendig. Nur 7 bis 10 Streubomben entdeckt Valdrins Team am Tag. Um die zu vernichten, erhält der Einsatzleiter ausschließlich von der U.N. Übergangsverwaltung Sprengstoff. Jede Detonation muss peinlich genau angemeldet werden. Die Sprenggenehmigung ist erteilt, der Aufstieg zum Einsatzgebiet beginnt. 40 Minuten lang stiefeln die Minenräumer durch schlammigen Boden. Den Pfad von 2 Meter Breite haben sie gesichert, ein Schritt daneben bedeutet Lebensgefahr. Dessen sind sich alle bewusst. Valdrin geht hier hinauf, um Menschenleben zu schützen - um irgendwann nicht das eigene Kind an eine Mine zu verlieren.

http://www.mdr.de/windrose/archiv/2447688.html

Verfasst: Do, 14. Feb 2008, 23:25
von Caos
hey man musst du so lange Beiträge schreiben??!!!

ps: wenn sie soo lang sind dann liest sie niemand, glaub mir.

Verfasst: Do, 14. Feb 2008, 23:49
von Darleen17
Hast du dir den Beitrag durchgelesen? Dann hätte sich dein Anliegen erledigt und du hättest festgestellt, das es ein Bericht ist und nicht ein von ihm verfasster Beitrag. :roll:

Verfasst: Fr, 15. Feb 2008, 8:49
von Shqipetare
Caos hat geschrieben:hey man musst du so lange Beiträge schreiben??!!!

ps: wenn sie soo lang sind dann liest sie niemand, glaub mir.

Hey musst du so einen unnötigen Beitrag verfassen.


P.S.:Wenn sie so sinnlos sind,dann werden sie oft entfernt,glaub mir.

Verfasst: Fr, 15. Feb 2008, 9:04
von Genci85
Shqipetare hat geschrieben:
Caos hat geschrieben:hey man musst du so lange Beiträge schreiben??!!!

ps: wenn sie soo lang sind dann liest sie niemand, glaub mir.

Hey musst du so einen unnötigen Beitrag verfassen.


P.S.:Wenn sie so sinnlos sind,dann werden sie oft entfernt,glaub mir.
Ich finde er hat ein bisschen recht. Ist aber meine Meinung: Heisst nicht, dass es andere auch so sehen müssen.

Verfasst: Fr, 15. Feb 2008, 15:57
von Armend
Alles was den Kosovo und Albanien beinhaltet lese ich und dieser Text ist sehr interessant !

Das Forum ist da um sich zu Informieren und nicht um blöde Sprüche zu klopfen.

Verfasst: Fr, 15. Feb 2008, 17:17
von Clotaire
Allein schon weil ich den Artikel hier gepostet habe (ich lese mir die Artikel durch die ich hier poste :wink: ), gibt es schon mal zumindest eine Person die lange Beiträge liest. Nämlich mich, falls du den Zusammenhang nicht verstehst. Ich kann nichts dafür, wenn du Probleme damit hast einen längeren, zusammenhängenden Text zu verstehen.

Ganz nebenbei, ich finde den Artikel sehr interessant. Das war wahrscheinlich auch der Grund weswegen ich ihn gepostet habe. :wink:

Verfasst: Fr, 15. Feb 2008, 20:14
von fan_noli_IV
Clotaire hat geschrieben:Allein schon weil ich den Artikel hier gepostet habe (ich lese mir die Artikel durch die ich hier poste :wink: ), gibt es schon mal zumindest eine Person die lange Beiträge liest. Nämlich mich, falls du den Zusammenhang nicht verstehst. Ich kann nichts dafür, wenn du Probleme damit hast einen längeren, zusammenhängenden Text zu verstehen.

Ganz nebenbei, ich finde den Artikel sehr interessant. Das war wahrscheinlich auch der Grund weswegen ich ihn gepostet habe. :wink:
ach lass den bauer dieser artikel ist sehr interessant und zeigt uns das heute noch leute in kosovo ihr leben ofpern damit es den anderen gut geht also ich habe viel respekt vor solchen leuten

Verfasst: Fr, 15. Feb 2008, 20:34
von Zamira
Grade wegen solchen informativen Berichten besuche ich dieses Forum regelmäßig....

wer es "kurz" möchte, sollte in einen Daddel-Chat gehen.

Verfasst: Fr, 15. Feb 2008, 21:00
von Magnet
Ich finde diesen Artikel auch sehr interessant und lese sehr gerne informative Texte und dieser Text ist ganz bestimmt nicht zu lang!

Re: Auf den Spuren des Krieges

Verfasst: Fr, 15. Feb 2008, 22:16
von Visarja
Clotaire hat geschrieben:Kosovo
Auf den Spuren des Krieges
Manuskript des Beitrages vom 29.01.2006
von Mathias Schaefer
Jeden Tag riskieren die Minensucher im Kosovo ihr Leben. Akribisch suchen sie die Kriegsschauplätze ab, die Angst vor Explosionen sitzt dabei immer im Nacken. Doch sie wissen, jede entschärfte Granate wird Menschen retten.

Der Metalldetektor schlägt an. Valdrin Hussaje muss Ruhe bewahren. Eine falsche Bewegung kann den Kosovo-Albaner das Leben kosten. Im weichen Boden liegt eine Streubombe – 7 Jahre nach Abwurf noch immer scharf. Minutenlang hockt Valdrin auf Augenhöhe mit dem Blindgänger, jeden Wimpernschlag hellwach, ohne an das eigene Leben zu denken:

O-Ton: Valdrin Hussaje, Minentrupp
"Hinter jeder gefundenen Bombe sehe ich ein lächelndes Kind, dessen Leben ich vielleicht gerettet habe."

Aus sicherer Entfernung bereitet Valdrin die Sprengung vor. 200 Streubomben hat er im vergangenen Jahr aufgespürt, aber noch immer schlummern im Kosovo zehntausende Minen und Blindgänger – hochexplosive Spuren des 79 Tage andauernden Krieges. Zur gleichen Zeit in der Zentrale der Minenräumer. Hier sitzt Saranda Kastrati. Vor 4 Jahren räumte die Kosovo-Albanerin selbst Minenfelder. Ein einziger Augenblick Unachtsamkeit kostete sie das rechte Bein:

O-Ton: Saranda Kastrati
"Es passierte draußen nach dem Einsatz. Ich war müde und unkonzentriert. Als ich das Minenfeld absperrte, trat ich einen Schritt über den gesicherten Boden hinaus. Und genau dort lag eine Mine."

Seitdem kümmert sich Saranda um das Büro der privat mit Spendengeldern finanzierten Minenräumer – mitten in Peja, einer vom Krieg gebeutelten Stadt im Südwesten des Landes. Frieden und Normalität sind dank UNO und KFOR-Truppen zurückgekehrt. Doch von rund 2 Milliarden Euro Hilfe werden bislang nur Wohnhäuser wieder aufgebaut, Industrie liegt brach. Nur jeder 4. hat Arbeit, die anderen schlagen sich irgendwie durch.

Der Minenunfall hat Saranda Kastrati's Leben aus der Bahn geworfen. Am rechten Bein trägt sie eine Prothese. Damit kommt die junge Frau klar. Schlimmer sind Bemerkungen ihrer Mitmenschen. Sie hätte ihr Leben für den riskanten Job weggeworfen, hört Saranda beinahe täglich. Die 30-Jährige ist allein stehend. Im islamischen Kosovo will kein Mann eine behinderte Frau. Rückhalt gibt ihr die Familie. Zusammen mit Vater und 2 ihrer 7 Schwestern wohnt Saranda im frisch renovierten Elternhaus. Der Familie geht es gut, nicht zuletzt weil sie wie ihre aktiven Kollegen rund 400 Euro im Monat verdient. Im Kosovo ist das kein schlechtes Gehalt, ihr verlorenes Bein kann aber kein Geld der Welt ersetzen. Der Schock über die Verletzung saß tief. Ein Jahr lang quälten sie Schmerzen, dann begann die willensstarke Saranda wieder zu laufen. Ihre ersten Schritte führten geradewegs in das Büro der Minenräumer.

O-Ton: Saranda Kastrati
"Ich bin auf eine Mine getreten, ja klar, aber ich gebe jetzt erst recht nicht auf, andere Menschen davor zu bewahren."

Zu tun gibt es genug. Die Angst vor Kriegswaffen ist im Kosovo längst nicht gebannt. Minenfunde nehmen sogar wieder zu, weil zurückkehrende Flüchtlinge für ihre jungen Familien Häuser bauen. Schachten sie Fundamente aus, explodieren versteckte Minen. Drei Zivilisten sind kürzlich ums Leben gekommen, 13 weitere verstümmelt.

Dienstbesprechung am nächsten Morgen. Regelmäßig impft Valdrin seinem 10-köpfigen Team von Kosovo-Albanern den exakten Umgang mit Sprengmitteln. Informationen über Abwurfzonen und Minenfelder zieht der Einsatzleiter aus Militär-Akten. Von serbischer Seite bekommen die Minenräumer aber allzu oft nur schlampige Skizzen. Detektivarbeit unter Landsmännern gehört deshalb zum Job des Einsatzleiters. Auf der Suche nach Brennholz finden die Bewohner der Bergdörfer immer wieder Minen oder Restmunition. Allzu oft mit tragischem Ausgang. Seine Besuche verbindet Valdrin mit Aufklärungsarbeit. Wann diese ständige Bedrohung einmal enden wird, will Tahir Zejmi wissen, aber Valdrin schafft es nicht, den Dorfchef mit Worten zu beruhigen. Der 25-Jährige weiß allzu gut, wie tief Angst und Leid in diesem Dorf verwurzelt sind:

O-Ton: Valdrin Hussaje
"Als sich die Serben zurückzogen, verminten sie die leeren Häuser der Flüchtlinge mit so genannten "Boobytrabs". Sprengladungen wurden an Lichtschalter gekoppelt, so dass diese beim Einschalten explodierten. Aber auch nach dem Betätigen der Toilettenspülung detonierten Minen."

Der Krieg bleibt allgegenwärtig. Entlang der Bergstraße, die Valdrin zum Basislager führt, haben NATO-Bomber erstmals in einem Krieg massiv Streubomben abgeworfen. Die Minenräumer vermuten hier oben mehrere hundert Blindgänger, verteilt auf eine Fläche von 50 Fußballfeldern. Dieses Gebiet zu räumen, ist zeitaufwendig. Nur 7 bis 10 Streubomben entdeckt Valdrins Team am Tag. Um die zu vernichten, erhält der Einsatzleiter ausschließlich von der U.N. Übergangsverwaltung Sprengstoff. Jede Detonation muss peinlich genau angemeldet werden. Die Sprenggenehmigung ist erteilt, der Aufstieg zum Einsatzgebiet beginnt. 40 Minuten lang stiefeln die Minenräumer durch schlammigen Boden. Den Pfad von 2 Meter Breite haben sie gesichert, ein Schritt daneben bedeutet Lebensgefahr. Dessen sind sich alle bewusst. Valdrin geht hier hinauf, um Menschenleben zu schützen - um irgendwann nicht das eigene Kind an eine Mine zu verlieren.

http://www.mdr.de/windrose/archiv/2447688.html

Hey "Clotaire"

erst einmal vielen Dank für das reinpostern dieses sehr interessanten Artikels, der echt unter die Haut geht und einem noch mal schauer über den Rücken laufen lässt.

An so einem Artikel ist sehr deutlich zu erkennen, welch ein Schrecken die Serben unserer Heimat angetan haben und welchen Schrecken sie noch hinterlassen haben. Grauenhaft was für ein schrecklich schwarzes Herz diese Serben haben, die alles in Erwägung ziehen, um die Albaner/innen zu beseitigen.

Für solche Artikeln sollte sich jeder die Zeit nehmen, der etwas auf sich hält, denn solche Artikel sind sehr ausdrucksvoll dargestellt und beinhalten einen gewissen Appell an uns Leser aus dem Krieg eine Lehre zu ziehen und immer stets in Bereitschaft zu sein, um den Frieden zu bewahren.

lg.