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Hilfe für eine kosovo-albanische Familie
Verfasst: Mi, 14. Nov 2007, 19:39
von tina
Ein Hallo in die große Runde!
Bin hier zum 1. Mal und ganz überrascht, eine eigene HP mit Menschen zu finden, die den Kosovo noch nicht vergessen haben.
Aber ehrlich, habe auch nie daran gedacht, im www mal danach zu suchen, also bin ich eher zufällig hier gelandet.
Wir leben/arbeiten in Deutschland und haben 1994 eine junge albanische Familie kennengelernt. Sie haben mittlerweile 3 schulpflichtige Mädchen und versuchen seit 8 Jahren wieder in Peja heimisch zu werden. Nach einer Odysee haben wir uns wieder gefunden und seitdem unterstützen wir sie so weit es uns finanziell möglich ist. Hauptproblem ist, die 38jährige Mutter ist schwer krank und nach euren Beschreibungen ist die medizinische Versorgung ja ziemlich schlecht. Der Vater hat ab und an Gelegenheitsjobs, aber sie beleihen eher immer Geld bis wir etwas schicken.
Wir haben auch schon mehrmals die Bundeswehr für unsere private Hilfe gewinnen können, die haben dann im Konvoi Umschläge mit gesammelten Geld oder auch große Mengen an Paketen mit Kleidung, Nahrung, Hygenieartikel und Schulmaterial hingebracht. Wir haben das direkt über die Feldpost nach Darmstadt über DHL liefern lassen und die Bundeswehr hat es dann bis in den Kosovo kostenlos geflogen.
Somit haben wir zumindst ein paar Monate das Leben erträglicher für diese Familie gestalten können.
u.a. war auch ein Karton mit Babybekleidung dabei, für die Schwester der Mutter. Das Baby kam allerdings tot zur Welt, weil kein Geld für den Kaiserschnitt da war und die Dorf bewohner nicht so schnell die gewünschte Summe zusammengesammelt hatte.... Es war ziemlich schockierend, dies miterleben müssen.
Leider hat uns die Bundeswehr nun mitgeteilt, für solche privaten Aktionen
keine finanziellen Möglichkeiten mehr zu haben. (insgesamt waren es 4 Aktionen in 8 Jahren....)
Leider sind die Überweisungen per Western Union zwar sicher, aber sehr teuer und Pakete auf dem Postweg zu schicken trauen wir uns nicht wirklich zu, auch müssten wir Zollgebühren bezahlen, die höher sind, als der Inhalt (Nudeln, Mehl, Vitamine Dosen, Zahnpasta....)
Hat vielleicht jemand eine Idee, wie man jetzt weiterhelfen kann? Die kranke Frau braucht dringend Medikamente und Holz für den bevorstehenden Winter muss auch bezahlt werden.
Gibt es vielleicht auch eine kostengünstige Tel.-Vorwahl in den Kosovo oder vom Kosovo nach Deutschland?
Wir telefonieren ab und zu und die Gespräche sind für die Familie "Lebenserhaltung". Sie sagen immer, sie haben das Gefühl, dass sie vergessen werden in Europa.
Ich würde mich freuen, wenn irgendeiner von euch ein paar ehrliche Tipps geben kann, diese Familie liegt uns sehr am Herzen.
LG aus Thüringen, die Tina
Verfasst: Mi, 14. Nov 2007, 21:50
von Zamira
Hallo Tina,
toll, dass Ihr Euch um diese Familie so intensiv kümmert und sie nicht einfach vergessen habt.
Leider gibt es dort viele Familien, die in einer ähnlich schwierigen Lage stecken. Die Armut in Kosovo ist leider erschreckend.
Um günstig zu telefonieren, solltet Ihr die Seite
www.billiger-telefonieren.de anklicken, um den günstigsten Festnetztarif zu dem Zeitpunkt zu finden. Anklicken müsst Ihr da Festnetz Serbien!
Handy ist sauteuer!
Viele verschicken Geld über Reisebüros, allerdings müssen sich die Leute da unten dann drum kümmern, wie sie das Geld vom Flughafen Pristina bekommen.
Nahrungsmittel vérschicken ist unsinnig, selbst wenn die Pakete ankommen, sind die Portokosten viel zu hoch. Sicher sind zumindest FeedEx und DHL.
Verfasst: Do, 15. Nov 2007, 10:47
von luljeta73
gibt auch von verschiedenen orten in deutschland aus transporte mit Lkw wo verschiedene sachen runter bringen..und nicht mal so teuer...wenn du möchtest kann ich mal nachschauen..wenn mein mann eine zeitung mit nachhause bringt
gruss
Verfasst: Do, 15. Nov 2007, 10:55
von Armend
So hart es sich anhört, ich finde mann soll den Menschen auf die beine helfen, vielleicht eine anfangshilfe für sie leisten doch man sollte es unterlassen sie immer mit materialien und geld zu füttern denn genau dann kommt der punkt wo sie sagen, ahhhh wieso arbeiten, ich bekomme ja alles ...
Hilfe JA aber nur bis zu einem gewissen Punkt !
Verfasst: Do, 15. Nov 2007, 11:02
von leanna
Armend, das hört sich nicht hart an, sondern realistisch. Ich möchte nich verallgemeinern, aber ich hatte schon oft das Gefühl, dass sich viele Leute auf den Geldfluss von den Verwandten verlassen und sich damit ganz gut eingerichtet haben. Irgendwann fehlt dann die Motivation, etwas an der Situation zu ändern.
Verfasst: Do, 15. Nov 2007, 11:25
von Armend
leanna hat geschrieben:Armend, das hört sich nicht hart an, sondern realistisch. Ich möchte nich verallgemeinern, aber ich hatte schon oft das Gefühl, dass sich viele Leute auf den Geldfluss von den Verwandten verlassen und sich damit ganz gut eingerichtet haben. Irgendwann fehlt dann die Motivation, etwas an der Situation zu ändern.
Danke für die Blumen ...
Genau so meine ich es !
Verfasst: Do, 15. Nov 2007, 11:42
von drecja
DITO
Verfasst: Do, 15. Nov 2007, 16:53
von tina
Danke für eure schnellen Antworten.
Es ist schwierig auch für uns immer finanzielle Unterstützung zu leisten. Einige Ideen haben wir auch schon gehabt, Hilfe zu Selbsthilfe sozusagen. Aber die Bundeswehrsoldaten haben uns jedesmal versichert, wie schlecht es wirklich um diese Familie steht. Ein Soldat war wohl so schockiert, dass er trotz Paketlieferung gleich nochmal zum Wochenmarkt gelaufen ist und von seinem Geld Obst und Gemüse eingekauft hat! Dies hat uns alles sehr zu denken gegeben.
Ebenfalls haben wir Krankenberichte amtlich übersetzen lassen um die richtigen Medikamente hier in Deutschland zu bekommen-unbezahlbar. Die jüngste Tochter ist als Kleinstkind gestürzt, es gab die 15 DM nicht für den Gips, das Bein ist schief zusammengewachsen und wird immer für sie ein Handicap bleiben....
Im Moment gibt es keine Wahl für sie und wir bedeuten Hoffnung-wenn auch nur dosiert.
Wer also eine Idee hat, bitte melden. Die Mutter ist Lehrerin, der Vater hat eine technische Ausbildung und beide sprechen sehr gut deutsch.
@Zamira: vielen Dank für die HP, werde mal schauen, ob ich was passendes finde.
@luljeta73: bitte schreib mal ein paar Adressen, wir sind für jeden Tipp dankbar.
Wie funktioniert das mit dem Reisebüro? Andererseits müssen wir ja die Fahrt mit dem Bus nach Pristina ebenfalls finanzieren und da das eine Tagesreise ist, sind die Überweisungsgebühren bei Western Union gleich hoch, macht also nicht wirklich Sinn.
Wer einen Arbeitsplatz weiß, soll es uns ruhig wissen lassen, denn der Vater nimmt jeden "Tagelöhnerjob" um seine Familie zu ernähren. Auch ist er eher sehr familiär eingestellt, kocht,wäscht und macht Hausaufgaben mit den Kindern.....
Gibt es eigentlich irgendwelche staatlichen Mittel, wie etwa Kindergeld oder Rente, Sozialhilfe? Denn nicht alle haben Verwandte/Freunde, die sie unterstützen, was passiert mit denen?
Wir haben auch schon daran gedacht, die Mutter für ein paar Wochen hier her zu holen, aber die notwendigen OP´s müssten wir ebenfalls finanzieren und das ist in Mazedonien billiger (haben da unsere Erfahrungen gemacht).
Bin gespannt, was euch alles noch einfällt.
Danke erstmal, die Tina
Verfasst: Do, 15. Nov 2007, 23:51
von ladyflorijana
Boah hab ich eine Gänsehaut. Das es noch solche Menschen gibt.
Ich danke Gott, daß er solche Menschen auf die Erde gelassen hat mit so einem Herz.
Respekt.
Verfasst: Fr, 16. Nov 2007, 10:18
von egnatia
Armend hat geschrieben:So hart es sich anhört, ich finde mann soll den Menschen auf die beine helfen, vielleicht eine anfangshilfe für sie leisten doch man sollte es unterlassen sie immer mit materialien und geld zu füttern denn genau dann kommt der punkt wo sie sagen, ahhhh wieso arbeiten, ich bekomme ja alles ...
Hilfe JA aber nur bis zu einem gewissen Punkt !
@ Armend,
në njëfarë mënyre ke të drejtë, por ky rast është me të vërtetë për t'u ndihmuar, pasi vetëm babai është në gjendje të punojë dhe t'i shërbejë nga ana shëndetsore gruas së tij, dhe mesa lexojmë, ai nuk përton, por merr çdo lloj pune në dorë për t'a ndihmuar familjen e tij. Tina nuk përmend që të ketë mënyrë tjetër ndihme nga familja apo të njohur të tjerë.
Ich sage auch Respekt für die Hilfe!!!
Verfasst: Fr, 16. Nov 2007, 10:29
von Armend
egnatia hat geschrieben:Armend hat geschrieben:So hart es sich anhört, ich finde mann soll den Menschen auf die beine helfen, vielleicht eine anfangshilfe für sie leisten doch man sollte es unterlassen sie immer mit materialien und geld zu füttern denn genau dann kommt der punkt wo sie sagen, ahhhh wieso arbeiten, ich bekomme ja alles ...
Hilfe JA aber nur bis zu einem gewissen Punkt !
@ Armend,
në njëfarë mënyre ke të drejtë, por ky rast është me të vërtetë për t'u ndihmuar, pasi vetëm babai është në gjendje të punojë dhe t'i shërbejë nga ana shëndetsore gruas së tij, dhe mesa lexojmë, ai nuk përton, por merr çdo lloj pune në dorë për t'a ndihmuar familjen e tij. Tina nuk përmend që të ketë mënyrë tjetër ndihme nga familja apo të njohur të tjerë.
Ich sage auch Respekt für die Hilfe!!!
@egnatia
Ashtu esht dhe kur ekam shkrujt une ket kommentar nuk ekam dit se per qfar rasti po flitet ketu. Tash e lexova edhe une dhe jam i shokiratem (shokiert) ... Si ashtu ne ket rast kisha pas deshir ta ftoj Tinen qish muj me ndimu !!
Tina wie kann man der Familie aus ausenstehender helfen ?
Verfasst: Fr, 16. Nov 2007, 10:39
von egnatia
Eine Möglichkeit wäre: eine Girokonto aufmachen für die Familie, dann kann jeder Geld Spenden oder

Verfasst: Fr, 16. Nov 2007, 11:56
von Armend
Finde ich eine gute Idee !
Wer macht das ? Am besten die Tina selber weil sie kennt ja die Familie am besten !
Oder wir schreiben Herr Pacolli einen Brief mit Bilder und einem Text und fragen ob er auch was spendet ?
Wer macht mit ??
Verfasst: Fr, 16. Nov 2007, 12:16
von nrw.dd
hi,
wenn die mutter sehr krank ist und operiert werden muß, ist eigendlich die schnellste lösung um an geld zu kommen die albanischen moscheen aufzusuchen.
es reicht wenn man in einer moschee das problem darstellt, dann wird für diese familie gesammelt und die moschee leitet das problem dann weiter an andere moscheen, bis sie das geld zusammen haben.
dir muß aber schon klar sein, dass man dieses problem am besten mit dokumenten belegt, damit es auch glaubwürdig rüber kommt, sonst könnte ja jeder ankommen und sowas behaupten (versteh das jetzt bitte nicht falsch).
die moscheen sind auch meist gut durchorganisiert, sodass sie viel mehr möglichkeiten aufweisen können und gute beziehungen haben zu der ein oder anderen hilfsorganisation.
Verfasst: Sa, 17. Nov 2007, 11:11
von shqip20
Zamira hat geschrieben:Hallo Tina,
toll, dass Ihr Euch um diese Familie so intensiv kümmert und sie nicht einfach vergessen habt.
Leider gibt es dort viele Familien, die in einer ähnlich schwierigen Lage stecken. Die Armut in Kosovo ist leider erschreckend.
Um günstig zu telefonieren, solltet Ihr die Seite
www.billiger-telefonieren.de anklicken, um den günstigsten Festnetztarif zu dem Zeitpunkt zu finden. Anklicken müsst Ihr da Festnetz Serbien!
Handy ist sauteuer!
Viele verschicken Geld über Reisebüros, allerdings müssen sich die Leute da unten dann drum kümmern, wie sie das Geld vom Flughafen Pristina bekommen.
Nahrungsmittel vérschicken ist unsinnig, selbst wenn die Pakete ankommen, sind die Portokosten viel zu hoch. Sicher sind zumindest FeedEx und DHL.
Das mit den Reisebüros ist keine schlechte Idee, viele Touristen nehmen wenig mit, da sie angst haben dass es zu viel wird. Vielleicht gibt es ja Menschen die sowas machen.
Ihr könnt auch eine Aktion ins Leben rufen, in euren Stadt, in meiner Schulzeit haben wir auch Nahrungen, Bekleidung, Spielsachen ect. mit der Dt. Post verschickt., fragt doch einfach ein paar Schulen in eurer Umgebung!
Verfasst: Sa, 17. Nov 2007, 11:59
von Zamira
Hallo Tina...
was mir auch noch einfällt....
aus welcher Stadt kommt Ihr?
Fragt doch mal in den ortsansässigen albanischen Clubs nach, wer z.B. bereit wäre, ein paar Dinge mitzunehmen, wenn nach da unten gefahren wird.
Ich kenne einige, die ganz alleine runterfahren und somit ne Menge Platz im Auto haben.
Verfasst: Sa, 17. Nov 2007, 12:02
von Lule
Hallo Tina!
Super Idee! Hut ab!
Meine Familie in Kosova kommt aus der Nähe von Peja -der Halbbruder meines Mannes kommt ursprünglich aus Peja. Seine Schwester ist Polizistin dort.
Wer weiß, vielleicht hilft es ja was - eine offizielle Person -

Kontoidee find ich auch gut!

Wie vielleicht einige von euch wissen, bin ich grade dabei, ein Forum der albanischen Diaspora aufzubauen. Hintergrund ist auf alle Fälle soziales Engagement. Das Forum dient erstmal dazu, die Interessen und Möglichkeiten auszuloten. Möglicherweise kann daraus ja ein gemeinnütziger Verein werden.
@ Tina, würde mich freuen, wenn wir uns mal näher über deine Aktion unterhalten könnten.
Wenn du Interesse hast, schick mir doch mal ne PN.
Würde mich freuen!
T´fala
Lule
Verfasst: Sa, 17. Nov 2007, 12:04
von Mendie
LIEBE Tina!
Dein Bericht macht mich sehr nachdenklich.Ich finde es superlieb, wie ihr euch um diese Familie kümmert!Mein Mann hat dort quasi um die Ecke ebenfalls Familie .Leider kann ich dir nur eins sagen:das ist dort unten wie ein Fass ohne Boden, das du nicht stopfen kannst, obwohl wir das sogar noch mit zwei anderen Brüdern auch probieren. Natürlich muß man diesen Menschen helfen, das tun wir auch. Und doch ,auch wenn ihr diese Familie sehr lieb gewonnen habt muß ich dir raten, da ihr es nicht übertreibt. Ich mußte unten feststellen, das viele dort auch sehr auf Hilfe von außen eingestellt sind und sich darauf verlassen.Wart ihr denn schon einmal unten?Ich finde zwar auch, das es dort teilweise ärmlich zu geht doch geht es vielen auch recht gut.Super eingerichtete Häuser, schönes großes Grundstück und sie können dort selber anbauen. Kühe können sie halten, wenn sie nicht arbeiten, und Milch,Käse und Joghurt herstellen. Ich denke, du müßtest dich genau erkundigen, was sie monatlich brauchen?Die Kühe können sie auch schlachten, dann haben sie Fleisch und Wurst.So kenne ich es aus der Familire meines Mannes. Also:Grundstück und Kuh wären als erstes der Schritt zur selbsthilfe. Dann:Bekleidung, Geld und Mehl
Aus Erfahrung kann ich nur sagen,Der Weg mit Western Union ist schon der sicherste und schnellste.Es seie denn, ihr lernt hier andere Albaner kennen, denen ihr das Geld anvertrauen kömnnt, mitzunehmen.
Vielleicht solltet ihr einmal runterfahren, um abzuklären, wie es wiklich um sie steht.Mit den albanischen Busreisen ist es echt günstig und vor Ort kann man viele Sachen echt günstig kaufen.
Zu den Ärzten kann ich nur sagen, die sind eigentlich echt prima, wenn man eben Geld hat.Ansonsten gibt es hier in Deutschland, solltet ihr die Mama herholen ,eine Krankenversicherung, mit der sie auch im Krankenhaus behandelt werden kann. Ich glaube, das war über den ADFAC?
Bis dann, ich drücke euch die Daumen, das ihr ihnen weiterhelfen könnt,
Deine Mendie
Verfasst: Sa, 17. Nov 2007, 12:16
von Lule
Liebe Mendie,
dein Bericht ist mein Gedanke!
Ich denke ebenso, dass aller Anfang der ist, festzustellen, dass es ein Faß ohne Boden ist.
Nur möglicherweise - vielleicht kennt ihr das Gefühl ja auch - ist man in solch einer Situation viel zu blockiert, um überhaupt über die Verbesserung des eigenen Zustands nachzudenken.
Ein Beispiel: Ich war in meinem Leben mal 2 Monate ohne Arbeit. Ich dachte mir "das zieh ich jetzt ganz professionell durch und schicke wunderbare Bewerbungen los und dann bekomm ich den Job, den ich möchte. Denn ich habe ja Zeit und kann mich genau dieser Aufgabe nun mit voller Konzentration widmen".
Tatsächlich war es aber dann nach kürzester Zeit so, dass mir komplett alles entglitt. Ich konnte mich zu nichts aufraffen. Konnte nicht mehr über den Tellerrand kucken und wurde von Tag zu Tag demotivierter.
Dies nur als kleines Beispiel am Rande.
Wenn man jahrelang in einem Moloch lebt (bitte nicht falsch verstehen, aber ich empfinde es oft als Moloch, aus dem man nicht mehr herauskommt), dann fehlt einem oft der Antrieb, die Motivation irgendwas an der Situation ändern zu können.
Man verharrt in der eingenommenen Haltung und sieht, wie es irgendwie laufen kann.
Aber wir - die in der Diaspora leben - haben unser geregeltes Leben. Wir gehen arbeiten, haben einen Rythmus im Leben und sehen, was man alles verändern könnte!
Warum machen wir uns nicht auf, unsere Hilfe, und sei es auch nur die gedankliche Unterstützung von außen anzubieten?
Ich bin auf alle Fälle dabei, denn ich sehe es als meine Pflicht an, Menschen, deren Kulturkreis ich teile, zu helfen.
Natürlich hat nicht jeder mal tausende von Euronen zur Verfügung, die man spenden kann oder so.
Aber man kann sich über mögliche Hilfen Gedanken machen, sich zusammentun und eine Einheit bilden, die helfen möchte.
Würde mich über Gedanken hierzu sehr freuen!
Alles liebe,
Lule
Verfasst: Sa, 17. Nov 2007, 12:45
von Zamira
Mich beschäftigt das Thema sehr und ich habe Deinen ersten Bericht nochmal aufmerksam durchgelesen und es kommen einige Fragen bei mir auf, aber es werden sicher noch mehr:
a) Sie waren schon vor 94 in Deutschland...mit Duldung, Asyl?
b) Sind sie abgeschoben oder ausgewiesen worden oder freiwillig zurückgegangen?
c) Wenn ich keine Existenzgrundlage habe, setzte ich keine zusätzlichen Kinder auf die Welt. War die Existenz vorher gesichert oder waren die Eltern zu blauäugig?
d) Es gibt dort Familie, sie sind anscheinend an den Heimatort zurückgekehrt...also existiert Grundbesitz, oder nicht?
e) Wovon lebt die Familie denn jetzt, wenn Ihr nur sporadisch finanzielle Unterstützung leistet? Immerhin sind sie schon 8 Jahre dort.
f) Es gibt dort Sozialhilfe, wenn auch erschreckend wenig, wird das in Anspruch genommen?
g) Was haben die beiden denn gemacht, bevor sie nach Deutschland kamen? Besteht keine Möglichkeit, wieder in den alten Berufen zu arbeiten, vielleicht sogar am gleichen Arbeitsplatz? Wenn sie Lehrerin ist und der Mann Techniker, dann wurde ihnen vorher von der Familie das Studium ermöglicht..die Familie kann also nicht total mittellos sein....und Jobs werden häufig per Vitamin B über die "Stammessippe" vergeben.
Irgendwo hakt es da ein bischen bei mir....wieso wird sich erst jetzt um Holz für die Heizung gekümmert, solche Sachen sind spätestens im Herbst erledigt und wenn man selber im Sommer Holz sammeln geht.
Eine Fahrt nach Pristina ist nicht unbedingt eine Tagesreise, es ist nur eine Frage der Organisation...man sollte schon in der Lage sein, Bekannte oder Familie zu fragen wer einen mitnehmen kann.