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vermehrte Ausländlerfeindlichkeit zu spüren?

Verfasst: Mo, 15. Okt 2007, 17:24
von Bizza
Hallo zusammen!

Ich habe diesen Thread eröffnet, weil mich interessiert, wie ihr in eurer sozialen Umgebung, im politischem Geschehen und Alltag die Ausländerfeindlichkeit wahrnimmt. Hat auch für euch Feindlichkeit gegenüber Albanern und Ausländern, Schuldzuweisungen und sündenbockartiges Verhalten vom rechten Lager stark zugenommen oder hält sich, wie in der Vergangenheit wohlgemerkt, in Grenzen?

-Beispielsweise muss in der Schweiz der Ausländer als Wahlkampfthema ( von einer gewissen rechtspopulistischen Partei genutzt) hinhalten. Man spricht von einer Schaffung von Sicherheit in der Schweiz, von Ausländerkriminalität und von Ausschaffungen. In vielen Plakaten und Wahlkampfzettel wird mit bösen Ausländerkriminalitätsstatistiken argumentiert und uns die "Bewahrung der Schweizer Heimat" ans Herz gelegt und.

- An der Urne stimmten mittlerweile über 70% einem diskriminierendem, fremdenfeindlichen, abschottungspolitischen Asyl- und Ausländergesetz zu, die von mehreren sozialen Institutionen, wie Amnesty International, gerügt wurden.

- In gewissen Gemeinden werden -wenn die Einbürgerungssteller muslimischen Glaubens angehören oder aus der Balkan Region kommen- Einbürgerungen wegen nicht nachvollziehbaren Gründen, kategorisch abgelehnt.

- das politische Geschehen hat sich in der Schweiz verhärtet. Man trägt einen offenen, verbalen Kampf aus. Linksgerichtete Parteien werden von rechtsgerichteten Parteien angegifftet und andersrum. Man ist entweder zu ausländerfreundlich oder zu ausländefeindlich. Diese vergiftete Luft ist letzte Woche ausgeartet, als Linksextreme den SVP-Umzug zum Stoppen brachte und die Lage eskalierte

Re: vermehrte Ausländlerfeindlichkeit zu spüren?

Verfasst: Mo, 15. Okt 2007, 21:08
von zemragirl
tung!
Zum teil werden wir doch sehr von der Gesellschaft wo wir leben Abgegrenzt,ich meine das so z.B in vielen Berufen werden wir nicht genommen weil die Haut oder Haarfarbe nicht passt,in disckos kommen wir nicht rein weil wir schwarze Haare haben und das heißt sfort stess.
In kleineren Städchen wo ich wohne ist es sehr schwer eine wohnung zu finden weil die Einheimischen Leute doch sehr ihre Landsleute bevorzugen.zum teil wirst du noch schief angeguckt wen du einkaufen gehst.
Ich rede jetzt nich von den FRAUEN die ihr Haupt bedeken denn wenn sie hier leben, müssen sie damit rechnen anders behandelt zu werden alls "andere" sie müssten sie sich der Gesellschaft anpassen in der sie leben!!

Verfasst: Mo, 15. Okt 2007, 21:12
von Lula
Also mein Mann musste diese Erfahrung nciht machen und auch all unsere Freunde nicht, die im Berufsleben gute Positionen haben. Auch wir wohnen in einem Dorf, gerade dort gibt es doch oft WOhnungsüberschuss, bei uns im Haus leben noch mehr "Ausländer" und das Haus ist keine Baracke.
Versteht es bitte nicht falsch, aber meine Oma hatte ein schönes Sprichwort: Wie Du kommst gegangen, so wirst Du empfangen...
Ich will nicht sagen, dass es das nicht gibt, nur wir haben das nie festgestellt, im Gegenteil.

Verfasst: Mo, 15. Okt 2007, 21:18
von zemragirl
ich elber spüre das nicht so es merkt halt keiner ,ich habe kein Akzent in der sprache und keine Dunklenn haare aber ich merke es bei meinem freund und auch bei der arbeit.

Verfasst: Mo, 15. Okt 2007, 22:11
von Miss-B
Zu den Berufschancen nochmal, Ich hatte vor kurzem ein Vorstellungsgespräch bei der Stadt und dort waren nur Deutsche (also die mitbewerber).

Als ich ein Tag später das meiner Nachbarin erzählte, war sie total SCHOCKIERT (sie selber Deutsche) und hat sich BESCHWERT, was der Stadt einfallen würde MICH als Ausländerin überhaupt in so eine enge Auswahl zu ziehen!! Unverschämt! Das sagte sie mir noch so direkt ins Gesicht !! Denn die Stadt sei ja mit der SPD. *TZE* und ich wurde nun nocheinmal eingeladen :wink: das erzähl ich ihr morgen :lol: Die soll Totumfallen :D

Was ich damit sagen will, ich sehe nicht aus wie eine Ausländerin, rede auch nicht so, jedoch sobald man mich nach meinem Namen fragt merkt man doch ab und zu, wie sich die Leute Distanzieren.

:cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 2:00
von Shqipetare
Interessantes Thema,was sich z.T. auch mit unserem momentanen Gesprächsstoff im Politikunterricht überschneidet,da fällt mir direkt zu Anfang etwas zu der sozialen Umgebung ein!!

Also was die soziale Umgebung betrifft,muss man zwischen West-und Ostdeutschland enrom unterscheiden,denn die Ostdeutschen sind generell ausländerfeindlicher eingestellt,häuptsächlich aus den folgenden Gründen: 1.weil dort die Arbeitslosenquote höher ist und die Ausländer als Sündenbock herhalten müssen und 2.weil sie dort weniger Kontakt zu Ausländern haben und somit schnell Vrourteile bilden!!!

Was die Ausländerfeindlichkeit im Alltag betrifft,nehme ich sie ehrlich gesagt unterschiedlich wahr.Also wenn es bespielsweise um Praktikumsstellen geht,hatte ich bisher noch gar keine Probleme wegen meiner Herkunft und Nationalität!
Aber ich merke oft, dass sehr unterschiedliche Reaktionen bei meinem Gegenüber auftretten, wenn ich erwähne, dass ich Albanerin bin,manche erzählen,dass sie uns für gefährlich halten,andere wiederum wissen noch nicht einmal das Albanien auf der Landkarte überhaupt existiert und schätzen es irgendow in Asien ein!Viele sagen auch ich würde nicht wie eine Albanerien aussehen,und wenn ich frage wieso, kommt meistens immer "ich habe mir Albaner anders vorgestellt" oder "braune vorgestellt"(muss auch dazu sagen,dass ich leider relativ weiß bin :( ),aber so richtig verstandenm was sie genau damit meinen habe ich nicht!!!!
Was mich bei den Lehrern ehrlicherweise auch nicht erstaunt ist,dass sie über AL sehr viel wissen und sie manchemal mit mir eine Unterhaltung anfangen,was micht natürlich immer aufheitert :arrow: über meine Land erzählen zu können. :D :D :D

Aber wenn ich dann einige Fälle betrachte,muss ich leider der Relität ins Auge sehen und auch von Lehrern behaupten,dass die meisten leider auch Vorurteile gegenüber Ausländer haben.Da fällt mir ein Fall vor ein paar Wochen ein:Also ich war in meiner Klasse und da es in ein paar Minuten vor dem Klingeln war,durften wir herumlaufen und auch die Klassentür stand offen,sodass auch Schüler aus der Para hereinkommen konnten.Als der einzige Schwarze im Jahrgang(der Abi macht) hereinkam,sagte der Lehrer plötzlich,dass er sich nicht in diesem Klassenraum aufhalten dürfe und hat ihn auch gefragt aus welcher Schule er kommt,der Junge starrte den Lerhrer verwirrt an und meinte,dass er zur Paraklassen gehören würde und das erstaunte Blick des Lehrers in diesem Augenblick hättet ihr echt mit eigenen Augen sehen sollen :shock: :) ,zudem muss ich erwähnen das dieser Lehrer nicht rassistisch ist,denn ich kenn ihn,doch die Vorurteile sind leider allgegenwärtig :wink: !!!
Also mit diesem Bsp. wollte ich eigentlich zeigen,dass das so alltägliche Situationen sind,die in die Rubrik Voruteile gegenüber Ausländern,aber natürlich nicht Fremdenfeindlichkeit gehen,denn ich persönlich hatte Gott sei Dank noch keine Erfahrungen mit Rassismus!!!



Oder neulich hat in meiner Gegend ein Aufmarsch der NPD(rechtsextremistische Partei in Deutschland) stattgefunden,bei dem aber mehr Gegner als Befürworter teilgenommen haben und die meisten waren Deutsche,was mich sehr beruhigt hat und ich diese Tatsache einfach klasse fand, denn sie hätten sich theoretisch sicherheits-sowie bequemlichkeitshalber aus dem ganzen Geschehen raushalten können!!!


Allgemein zu politischen Lage kann ich nur sagen,dass ich die SPD auf jeden Fall mehr mochte als die CDU,die seit 2005(glaub ich) in DE an die Macht gekommen ist.Allein schon weil die SPD sich viel mehr für die Rechte der Ausländer gekümmert/eingesetzt hat!!!


LG Shqipetare

Re: vermehrte Ausländlerfeindlichkeit zu spüren?

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 8:03
von Armend
zemragirl hat geschrieben:tung!
Zum teil werden wir doch sehr von der Gesellschaft wo wir leben Abgegrenzt,ich meine das so z.B in vielen Berufen werden wir nicht genommen weil die Haut oder Haarfarbe nicht passt,in disckos kommen wir nicht rein weil wir schwarze Haare haben und das heißt sfort stess.
In kleineren Städchen wo ich wohne ist es sehr schwer eine wohnung zu finden weil die Einheimischen Leute doch sehr ihre Landsleute bevorzugen.zum teil wirst du noch schief angeguckt wen du einkaufen gehst.
Ich rede jetzt nich von den FRAUEN die ihr Haupt bedeken denn wenn sie hier leben, müssen sie damit rechnen anders behandelt zu werden alls "andere" sie müssten sie sich der Gesellschaft anpassen in der sie leben!!
Kann ich nicht bestätigen, in Discos kommst du nicht rein weil einige (Balkanische Bewohner) sich jedes Wochenende in Discos Schlagen und nur darum kommst du nicht rein !

Und wegen der Wohnug, schau mal wenn ein Ausländer nach zwei Jahren eine Wohnung verlässt sieht sie aus als wäre eine Bombe eingeschlagen, alle Wände gelb vom vielen Rauchen, Backofen u.s.w

Sind wir nicht einbischen selber schuld an unserem Ruf ?

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 15:53
von nicky 30
Hallo alle zusammen!
Ich gelte in Deutschland als nicht Ausländerin, habe deutschen Ausweis, aber das sagt nichts aus. Ich bin mit 17 nach Deutschland gekommen, beherrsche eigentlich die deutsche Sprache in Wort und Schrifft, habe hier mein Abitur gemacht, und sogar studiert, leider nicht beendet. Aber im Gymnasium wurde mir und meinesgleichen, aber auch anderen Nationalitäten oft die Frage gestellt, warum seien wir hier gekommen und wann wir wieder gehen? Und nicht nur von Mitschülern, sondern auch von paar Lehrern. Das fand ich nie in Ordnung. Sogar waren manche richtig ausländerfeindlich! Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum ich nie mit Deutchen in einen engen Kontakt gekommen bin. Bei Ämtern merkt man, wie sie mit dir reden, immer mit Distanz. Bei der Uni hat mir ein Prof. gesagt: Es ist höchstwahrscheinlich, dass Sie später in Ihrem Berufsleben auf Probleme stoßen werden, da nicht alle Eltern das akzeptieren würden, dass ein Lehrer anderer Herkunft ihre Kinder unterrichtet. Vor 10 Jahren war das nicht so schlimm mit Ausländerfeindlichkeit, aber jetzt merke ich, dass viele Stadtteile fast ausschließlich von Ausländern oder Aussiedlern bewohnt werden. Die Einheimische wollen da keine Wohnungen mieten, die da noch leben, versuchen so schnell, wie möglich da auszuziehen. Aber irgendwie verstehe ich das. Ich stimme dem Armend zu, wir Ausländer oder Aussiedler haben selber unserem Ruf zu verdanken, obwohl nicht alle gleich sind. Aber viele Menschen urteilen schnell und allgemein, und die Einheimischen auch, da sie sowieso uns manchmal als wirtschaftliche Runterzieher des Landes einsehen. Meine Familie gehört zum Glück nicht dazu, es gibt keine Arbeitslose, ausser meine Großeltern, da sie in der Rente sind. Aber wen interessiert das, wenn der Ruf des Volkes schlecht ist?

LG

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 16:22
von skenderbe
Ich war an diesem Samstag vor Ort, habe aber nicht aktiv mitgemacht. Ich wollte mir ein eigenes Bild davon machen und nicht in den Medien lesen welcher Ausländer was kaput gemacht hat.
Meiner Meinung nach hat die SVP bei diesem Umzug genau das geschafft was sie wollten. Es stand ihnen ja kurz vorher zur Wahl, ob sie den Umzug doch machen wollten oder nicht und sie haben sich ganz klar dafür entschieden. Sie wollten damit zeigen, dass die linken nur Chaos anrichten und sich unpolitisch aufführen und genau das haben sie geschafft.

Es ist lange her das die Schweiz so heftig unter Kritik von ausländischen Medien gestanden ist wie jetzt und ausschlaggebend dafür waren die Führungen der Nationalrats Wahlen.
Besonders die SVP wurde ziemlich hart rangenommen und riskiert damit, dass die Ausländischen Staaten das Vertrauen in die Neutrale Schweiz verlieren. Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass die SVP die meissten Plätze erhält, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass das Volk unwissend und manipulierbar ist.
Die Ausländerfeindlichkeit war nie ein Problem, bis die SVP es zu einem gemacht hat sie gehen aber noch einen Schritt weiter und tarnen das ganze als Erhaltung und Förderung der Landessicherheit.

Die SVP ist die einzige Partei, die Ihre Macht aufgrund von Persönlichkeiten bezieht und nicht aus Umsetzungen. Heute ist es Christoph Blocher und vorher war es Otto Fischer. Das gleiche wofür Blocher heute steht hat er von Fischer gelernt. Ich wundere mich, weshalb die Schweizer überhaubt soviel Vertrauen in Blocher setzen, obwohl er doch keine Ahnung von Politik hat. Blocher ist nur zu seiner heutigen macht gekommen, weil er damals der ganzen Schweiz gedroht hat, seine Unternehmen an ausländische Interessierte zu verkaufen, was ein Wirtschaftliches Chaos zu folge gehabt hatte. Fragt man sich noch wie Blocher zu diesen Unternehmen gekommen ist, erfährt man des er ein egozentrischer Nationalist war. Er hatte nur soviel Geld, weil er die Buchhaltung grosser Firmen zu seinen Gunsten manipuliert hat, blos schade das man ihm das nicht anhängen kann, nich tzu letzt aufgrund der Tatsache, dass er selbber das Departement für Polizei und Justitz führt.

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 16:25
von ALI_BENGALI
Miss-B hat geschrieben:Zu den Berufschancen nochmal, Ich hatte vor kurzem ein Vorstellungsgespräch bei der Stadt und dort waren nur Deutsche (also die mitbewerber).

Als ich ein Tag später das meiner Nachbarin erzählte, war sie total SCHOCKIERT (sie selber Deutsche) und hat sich BESCHWERT, was der Stadt einfallen würde MICH als Ausländerin überhaupt in so eine enge Auswahl zu ziehen!! Unverschämt! Das sagte sie mir noch so direkt ins Gesicht !! Denn die Stadt sei ja mit der SPD. *TZE* und ich wurde nun nocheinmal eingeladen :wink: das erzähl ich ihr morgen :lol: Die soll Totumfallen :D

Was ich damit sagen will, ich sehe nicht aus wie eine Ausländerin, rede auch nicht so, jedoch sobald man mich nach meinem Namen fragt merkt man doch ab und zu, wie sich die Leute Distanzieren.

:cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:

ist auch verständlich bei SHAQIVARE GJONBALAJ

Re: vermehrte Ausländlerfeindlichkeit zu spüren?

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 18:23
von zemragirl
Kann ich nicht bestätigen, in Discos kommst du nicht rein weil einige (Balkanische Bewohner) sich jedes Wochenende in Discos Schlagen und nur darum kommst du nicht rein !

Und wegen der Wohnug, schau mal wenn ein Ausländer nach zwei Jahren eine Wohnung verlässt sieht sie aus als wäre eine Bombe eingeschlagen, alle Wände gelb vom vielen Rauchen, Backofen u.s.w

Sind wir nicht einbischen selber schuld an unserem Ruf ?[/quote]
Ja das kann so sein, nur heißt es nicht das alle so sind,willst du auch so abgestepellt weden???????????????????????? :?

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 19:57
von Miss-B
ALI_BENGALI hat geschrieben: ist auch verständlich bei SHAQIVARE GJONBALAJ
Sei Leise Enver Ademi

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 20:56
von Berat
Also ich bin in der Schweiz aufgewachsen. Bisher hatte ich noch keine grösseren Probleme gehabt. Auch wenn ich mich als Albaner identifiziere schaut mich keiner schräg an. Jedoch stört mich das Propaganda der SVP! Mit übertriebenen oder sogar unwahren Argumenten und Vorurteilen erreicht es die SVP, das Gehirn des Schweizer Volkes zu waschen und ihn zu beeinflussen. Es ist schade in so einem Land wie die Schweiz so zu handeln. Doch ich denke nicht, dass es lang geht bis diese Partei abgestürzt ist.

Es ist mir schon klar, dass es in der Schweiz Menschen (darunter auch Ausländer) gibt, die mit Drogen handeln, betrügen, vergewaltigen oder sonstige Kriminalität betreiben. Da bin ich auch dafür, dass man diese Menschen korrekt bestrafen soll.
Meiner Meinung soll ein Ausländer, der schon seit dem Kindergarten in der Schweiz lebt, genau gleichberichtigt sein wie ein Schweizer. In der Regel lassen sich jene Ausländer einbürgern, die schon länger in der Schweiz leben und sie leisten auch den Militärdienst wie die waschechten Schweizer. Das heisst, dass diese (eingebürgerte) Ausländer für die Schweiz nichts weniger leisten als die Eidgenossen.

Ausser der SVP gibt es in der Schweiz nichts, was mich ärgert! Ungerecht wurde ich bisher nie behandelt. Ich mag das Leben in der Schweiz zu schätzen.

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 21:00
von zemragirl
Viele wisen es nicht zu schätzen und wollen sich auch nicht der neuen Kultur anpassen deswegen entstehen solche konflikte.

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 21:24
von Lula
Ich denke, es gibt ihn, den offensichtlichen Rassismus, den latenten Rassismus und den eingebildeten Rassismus.
Zu letzterem möchte ich ein Beispiel nennen: IM Supermarkt schiebt mir jemand den EInkaufswagen in den Popo, so drehe mich böse um und es ist eine Türkin. Schaue sie böse an, aber NICHT, weil es eine Türkin ist, sondern weil sie mir den Wagen... Die Türkin denkt, ich bin Rassistin, habe sie ja komisch angesehen. Es ist manchmal relativ einfach, alles auf Rassismus zu schieben, sogar das eigene Fehlverhalten.
Über den offenen Rassismus brauchen wir gar nicht zu sprechen, der latente geschieht oft unbedacht mangels besseren Wissens; warum solche LEute nicht belehren?

Verfasst: Di, 16. Okt 2007, 21:48
von liberte
@lula:

der latente geschieht oft unbedacht mangels besseren Wissens; warum solche LEute nicht belehren?
----->weil rassisten nicht rassisten mangels besseren wissens sind, sondern dumme menschen. und die lassen sich nicht belehren.

so leider meine lebenserfahrung :cry:

mir nützt es wenig, wenn der rassist dann sagt "oh, dein mann / sohn ist ja gar nicht wie die anderen".

und eine lebensphilosophie lässt sich nicht umstoßen.

ich musste leider schon häufiger rassistsiche bemerkungen schlucken...sei es über meinen mann oder meine söhne. obwohl mein mann ein ausgesprochen kultivierter und höflicher mensch ist...keinesfalls auffällig ... omas spruch zieht hier leider auch nicht. mag aber auch daran liegen, daß wir in einer großen stadt leben. da ist der agressionspegel höher, denk ich.

lg
liberté

Verfasst: Mi, 17. Okt 2007, 6:24
von Lule
Sehr interessantes Thema, Bizza!

Ich sitze seit ein paar Tagen an der Ausarbeitung einer Präsentation gesammelter Informationen über das Image der in Deutschland lebenden Albaner und wie man dieses aufwerten kann.

Durch den Fall Arigona Zogaj wurde leider ein Stein ins Rollen gebracht - und das spürt man wohl nicht nur in Österreich.

Potentielle Investoren, die an einer Investition in Kosova interessiert sind, bekommen sowas wie kalte Füße und ziehen den Kopf ein wenig ein.
Was natürlich gerade jetzt, nach dem doch gelungenen Investitionsjahr 2006 fatale Folgen haben könnte.

Also sitze ich hier und versuche mir was auszudenken.

Klar, ich komme auf die hochtrabendsten Ideen. Man könnte eine Erhebung starten, empirisch belegt müsste sie sein.
Eine Statistik der hier lebenden Albaner (und auch in Österreich und der Schweiz ist dies durchaus denkbar), die seit 2-3 Generationen hier leben und sich vollkommen integriert haben.
Meines Erachtens muss man nicht mal 2-3 Generationen hier leben, um sich vollends zu integrieren. Dies sehe ich an meinem Mann, der sich wunderbar hier einlebt und seinen Lebensraum hier sehr ernst nimmt.

Jedenfalls sind mir neben der Statistik noch andere interessante Ideen gekommen.

Ein Favorit wäre das Buch, das ich gerne anschieben möchte.
Es wird voraussichtlich (wenn das alles klappt und das Budget meines Auftraggebers dies zulässt) ein Buch entstehen.
Gefüllt mit Kurzgeschichten, Essays und Lyrischem von Albanern, die im Ausland leben.

Ein weiterer Punkt könnte sein, dass man eine / oder mehrere Lesungen organisiert. Als erstes fiel mir natürlich Ismael Kadare ein (er wurde ja für den Literatur Nobelpreis vorgeschlagen.) Auch andere Autoren - speziell aus Kosova wären natürlich sehr interessant.

Was mir hier schon seit langem auffällt (kann nur von Deutschland sprechen) ist, dass die Meinung der breiten Bevölkerung leider darauf gepolt ist / wurde, bei dem Begriff "Albaner" an Schlägertypen, Türsteher, Kriminelle zu denken. Und vielleicht auch noch gleich "Wirtschaftsflüchtlinge" die nur hierher kommen um sich ein goldenes Näschen zu verdienen. Natürlich auch Scheinehen sind hoch im Kurs der Meinungsbildung hier in Deutschland.

Ich möchte nicht bestreiten, dass es all dies gibt. Aber es sind eben nicht alle so.
Es war ein Spießrutenlauf für mich, als ich einen Albaner heiratete. Für mich war es die schönste Zeit meines Lebens. Ich stehe 100% hinter meiner Familie in Kosova und erzähle Bände, wenn man mich danach fragt. Aber anfangs - ich kann euch sagen, da hab ich bemerkt, wie beschränkt sogar intellektuelle Personen unserer Gesellschaft denken.
In meinem Arbeitsumfeld (Medienbusiness), runzelten einige die Stirn und mit einem verächtlichen Unterton wurde "Ein Albaner?" an mich getragen.

Anfangs machte mir das schon zu schaffen - verbringe ich doch einige Zeit in diesem Unternehmen - die meiste Lebenszeit eigentlich. Wenn ich nicht schlafe oder gerade aufgestanden oder ins Bett bin, bin ich dort.
Aber mittlerweile stehe ich über diesen Dingen.
Denn ich kenne ja den Hintergrund, kenne meine Familie und schätze deren Werte und Einstellungen.

Aber für meinen Mann war es sehr schwer, hier erstmal in der Gesellschaft anzukommen. Mittlerweile hat er Arbeit und mit der deutschen Sprache klappt es auch immer besser. Aber es fing alles schon in der Ausländerbehörde an. Verächtlich und ignorant wurden wir beide behandelt.
Erstmal wird jeder als so einer behandelt, der sich einen Aufenthaltstitel erschleicht. Erstmal ist jeder - vor allem Albaner - einer, der nach 3 Jahren seine Sippe aus dem Kosovo nachholt.

Auch dagegen wurde ich immun.

Aber ich möchte dieses Image so nicht stehenlassen.

Wenn es die eine Seite gibt, dann hat man auch das Recht, die andere Seite sichtbar zu machen.

Und dies möchte ich versuchen.

Vielleicht hat jemand vorn euch Lust, mich dabei zu inspirieren, zu unterstützen.
Und gemeinsam tun wir etwas für das Image der hier lebenden Albaner.

Ich freue mich auf eure Einschätzungen!

Shumë të fala,
eure Lule

Verfasst: Mi, 17. Okt 2007, 8:12
von liberte
ach lule,

so viele absätze in deinem beitrag wo ich genickt habe, die ich so gut kenne.

ich war nicht nur baff, sondern sehr sehr enttäuscht wie fast mein gesamtes umfeld reagiert hat, als ich eröffnete,daß ich einen albaner heiraten möchte. menschen,die ich bis dahin für klug gehalten hatte, warnten mich vor der blutrache und verschleppung usw. gott sei dank hat mein nahes arbeitumfeld, d.h. mein chef und abteilungskollegen zu mir gehalten. wahrscheinlich eben auch, weil diese meinen mann kannten.

aber glaube nicht, daß diess leute belehrbar sind oder gar verstehen wollen - nachdem ich sie viele jahre später wieder treffe kommt kein erstauntes "oh, er hat dich ja noch gar nicht verschleppt", sondern "oh, jetzt hast du dir auch noch zwei kleine kinder andrehen lassen. na, deine karriere kannst du vergessen..."

ach lule, ich würde es so gerne glauben, dir mut machen. aber ich glaube einfach, daß deine mühe verraucht. wer würde so ein buch lesen? jene, die albaner in einen topf mit ausländern werfen und rühren oder jene, die eh mit offenem geist durch s leben gehen?

die leute glaubten und glauben, was sie sehen wollen und keine fakten.

ich habe so eine angeheiratete rassistin in der familie. beim letzten treffen erschien ich gut vorbereitet und hab ihr statistiken über ausländer auf den tisch geknallt.

komentar: die sind gefälscht....von einem ausländer erstellt.

das sind, egal aus welcher schicht, menschen, mit einen verschlossenen geist.

ich möche behaupten, auch mein mann geht mit gutem beispiel durchs leben.

resultat: die leute meinen - oh, du bist ne ausnahme...

ich habe vielleicht kapituliert und würde gerne mit mehr euphorie durchs leben gehen.....aber wenn leute im bus den platz wechseln, nur weil mein kind ein albanischen namen hat...und das war kein ungebildeter mensch...wenn der nachbar sich beschwert...ist ja klar......die ausländerfamilie......ich bin so müde geworden die leute vom gegenteil zu überzeugen.

und erfreue mich doch an deiner euphorie.

das beste sind, finde ich, immer fakten. statistken über mischehen mit einem albaner, über integrierte, arbeitende albaner usw. ???

Verfasst: Mi, 17. Okt 2007, 9:06
von Lule
Salut Liberte!

Da freu ich mich erstmal über deine Zustimmung in vielen Punkten. Leider traurige Gewissheit, dass es vielen von uns so geht.

Ich werde noch ausarbeiten, in welche Richtung das Schriftstück gehen wird, aber ich ziehe es durch.

Den Verlag hab ich mir gut ausgesucht, unabhängig und liberal.

Wie dem auch sei.....
ich wünsche dir viel Kraft für eine "stolze" Haltung. Sei stolz auf deine Familie - ganz egal, woher sie kommt und wie die Umwelt darauf reagiert!

Alles alles liebe und vielleicht hast du ja doch noch Lust, dich an einer Aktion zu beteiligen!

Të fala dhe te uroj një ditë shumë të bukur!
Lule

Verfasst: Mi, 17. Okt 2007, 9:58
von liberte
oh - und wie stolz ich auf meine familie bin...sowohl meine selbst gegründete als auch meine angeheiratete....so viele liebenswerte menschen, klug und voller liebe......wie kann man da nicht stolz durch s leben gehen!!! nein, wer meine familie nicht will, denn will ich auch nicht, der ist es auch nicht wert.

aber ich bin immer gerne bereit mich auf s neue motivieren zu lassen...wenn ich dich unterstützen kann, so lasse es mich wissen.

bislang dient mein leben als positiver beweis recht gut dazu den leuten zu zeigen, daß binationale ehen, speziell mit einem albaner und einer deutschen, sehr wohl funktionieren können. scheinbar strahlen wir die zufriedenheit auch nach außen aus.

salut
liberté