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Albanische Regierung beschließt umfangreiche Steuersenkung.

Verfasst: Sa, 25. Aug 2007, 11:26
von Zymer
Die Steuersenkung der Regierung ist ein sehr gefährliches Experiment. Ab anfangs kommenden Jahrs gilt in Albanien eine Einheitssteuer von 10%.

Nachteile:

Die Einheitssteuer von 10% hilft nur geldgierigen ausländischen Firmen. Wieder einmal müssen die ärmsten leiden. Denn wer früher 5% bezahlt hat, muss jetzt das doppelte zahlen. Firmen die Ölfelder besitzen oder erwerben, müssen dem albanischen Staat nur 10% des Gewinns bezahlen. Also, meiner Meinung nach, kann das nicht gut sein. Man sollte nicht alle Bereiche der Wirtschaft mit einer Einheitssteuer begünstigen. Für die armen Menschen die bisher 5% bezahlen mussten, wäre eine Sonderregelung nötig gewesen. Mit dieser Steuerregelung wird der Staat noch weniger Steuergelder einnehmen. Die Hoffnung besteht daran, das genügend ausländische Firmen investieren, dass dadurch mehr Arbeitsstellen entstehen und damit die Steuergelder schliesslich erhöht werden.

Vorteile:

Es könnte mehr ausländische Investoren ins Land locken, dadurch könnten mehr Arbeitsstellen entstehen. Bürger die vorher mehr als 10% bezahlt haben, müssen jetzt nur noch 5% bezahlen.

Die Idee ist meiner Meinung nach gut und ich hoffe, dass es Albanien hilft. Ich befürchte aber, dass ausländische Investoren eines Tages mehr Macht haben werden als die Regierung. Aber das wäre ja nichts neues und auch nichts für was man sich schämen sollte. Denn die Wirtschaft regiert mittlerweile fast alle Regierungen dieser Welt, zumindest die wichtigsten Regierungen. Ich befürchte, dass es der albanischen Bevölkerung schadet und das die Schwarzarbeit weiter zunimmt. Deswegen hätte ich persönlich die Steuererleichterung für die unterschiedlichen Bereiche besser definiert. Bei den ärmsten hätte ich nichts geändert. Ich hätte eine Grenze für das Einkommen bestimmt. Menschen, dessen Einkommen unter dieser Grenze liegt, bezahlt weiterhin 5%. Sobald das Einkommen aber dieser Grenze überschreitet, kommt die neue Regelung in Kraft und man ist verpflichtet 10% zu bezahlen.

Re: Albanische Regierung beschließt umfangreiche Steuersenku

Verfasst: So, 26. Aug 2007, 22:38
von Squatrazustradin
Zymer hat geschrieben:Nachteile:

Die Einheitssteuer von 10% hilft nur geldgierigen ausländischen Firmen. Wieder einmal müssen die ärmsten leiden. Denn wer früher 5% bezahlt hat, muss jetzt das doppelte zahlen.
10 % von 0 Leke Einkommen ist 0 Leke Steuer für die Armen. Nicht die Armen werden unter dieser Einheitssteuer zu leiden haben, sondern die soziale Mittleschicht.

Verfasst: Mo, 27. Aug 2007, 12:22
von Zymer
Einfach die, die ohnehin schon zu wenig haben!!!

Verfasst: Mo, 27. Aug 2007, 13:28
von (AL)OVE
absolut beschränkt! kann sich ja ein Land wie die schweiz leisten, aber nicht albanien...

die armen können nicht zahlen, die reichen zahlen weniger, ergibt im endeffekt ein riesen loch in der staatskasse und soziale probleme!!!!

TOLL!!! pff... kinderpolitik... manchmal hab ich das gefühl sie wollens einfach nicht verstehen!

Verfasst: Mo, 27. Aug 2007, 17:52
von Kusho1983
admin,bitte löschen.
pc hatte kurz einige probleme...

Verfasst: Mo, 27. Aug 2007, 18:04
von Kusho1983
(AL)OVE hat geschrieben:absolut beschränkt! kann sich ja ein Land wie die schweiz leisten, aber nicht albanien...

die armen können nicht zahlen, die reichen zahlen weniger, ergibt im endeffekt ein riesen loch in der staatskasse und soziale probleme!!!!

TOLL!!! pff... kinderpolitik... manchmal hab ich das gefühl sie wollens einfach nicht verstehen!
nicht so voreilig,streng mal deinen kopf an...denn mazedonien und andere benachbarte staaten haben tiefere steuersätze als albanien.darum können diese nachbarländer auch viel mehr ausländische investoren anziehen.während albanien immer links liegen bleibt.aus diesem grund ist es auch naheliegend,dass die alb.regierung sich auch gedanken über tiefere steuersätze macht.das schreckensszenario,dass du hier von zwei anderen usern an die wand gemalt wurde,dass die reichen immer reicher und die armen immer ärmer werden,ist nicht fundiert,wenn man sich einige grundlegende gedanken macht:
1.albanien kann mit tieferen steuersätzen mehr ausländische investoren anziehen,und auch inländische investitionen fördern,allein durch die tatsache,dass wenn jeman weniger steuern bezahlen muss,genügend finanzielle mittel für weiterführende investitionen bleiben.
2.ein unternehmen,dass z.b.in albanien investiert und hohe steuern dem staat abgeben muss,wird sich sicherlich nicht darüber gedanken machen,die löhne für die angestellten zu erhöhen oder weitere investitionen zu tätigen.hingegen bei tieferen steuersätzen kann die regierung auch eine art mindesteinkommen regeln,da die firmen genügend geld haben,und sich das auch leisten können.
3.wie schon erwähnt wurde,leiden nicht die armen von diesem steuersatz,sondern die mittelschicht.
4.die alb.regierung wird nicht diese flat tax einfach so einrichten,ohne weitere regelungen vorzunehmen.

und dass die reichen weniger zahlen,stimmt so auch nicht.denn durch diese einheitssteuer werden diese betriebe,die bislang keine steuern gezahlt haben und in der schattenwirtschaft tätig waren,fast keinen grund mehr haben,sich den fiskalen pflichten zu entziehen.
man könnte natürlich für unternehmungen einen steuersatz von 20-30 % festlegen,zu frage bleibt nur,ob alle oder die meisten ihre steuern bezahlen und wer sie bezahlt.
denn das problem,mit welchem sich albanien in den letzten fast 20 jahren herumzuschlagen hatte,war eben die niedrige eintreibungsquote bei den steuern.

weiter können durch diese einheitssteuer kleinunternehmen,wie ladenbesitzer überleben.ich weiss nicht,ob du regelmässig nach albanien gereist bist.aber was mir stark aufgefallen ist,dass ein kleinunternehmen in albanien bislang kaum länger als ein jahr überlebt hat,weil diese so hohe steuern bezahlen mussten.und diejenigen,die mehr als ein jahr überlebt haben,haben schlicht und einfach keine steuern bezahlt!

ausserdem ist diese einheitssteuer nicht nur in albanien eine aktualität,sondern in vielen ehem.europ.ländern,sowohl im westen,wie auch im osten.es ist also ein allgemein europäischer trend,welchem sich albanien nicht enziehen/enthalten darf,sonst wird es mit dem aufholungsprozess nichts!

ergo:falls diese einheitssteuer auch gut ausgedacht ist,kann sie durchaus funktionieren.

Verfasst: Do, 30. Aug 2007, 13:30
von Tomcat
Kusho1983 hat geschrieben: ergo:falls diese einheitssteuer auch gut ausgedacht ist,kann sie durchaus funktionieren.
So isses.

Diese niedrige Einheitssteuer ist schon deshalb richtig, weil es dazu überhaupt keine Alternative gibt, um andere Standortnachteile auszugleichen.

Zur sozialen Gerechtigkeit ist zu sagen, dass man schon im Vorwege darüber streiten kann, ob eine Einheitssteuer sozial ungerecht ist, weil derjenige mit hohem Einkommen auch bei einer Einheitssteuer mehr Steuern zahlt als jemand, mit einem niedrigen Einkommen.

Ein System mit höheren Steuern würde vielleicht mehr Gerechtigkeit schaffen, es wäre aber mangels Investoren die Art von Gerechtigkeit, bei der es allen gleich schlecht geht, und das ist sicher nicht der Sinn von Gerechtigkeit.

Und falls jemand glaubt, ein differenziertes Steuersystem könnte diesbezüglich irgendeine Art von Gerechtigkeit schaffen, sollte sich einmal das hochdifferenzierte Steuersystem in D ansehen, welches nicht nur eine allgemeine Art von Gerechtigkeit schaffen soll, sondern in allen möglichen Fällen sogar Einzelgerechtigkeit. Das geht sogar so weit, dass Steuern erhoben werden, deren Beitreibung teuer ist, als derer Aufkommen.

Das Ergebnis: Ein irrsinniger volkswirtschaftlicher Schaden durch öffentliche Verwaltung und Verwaltungsaufwand von Betrieben, den sich Albanien überhaupt nicht leisten könnte. Wer sich hier gut beraten lässt, zahlt als Unternehmer mit gutem Einkommen phasenweise weniger Steuern als eine Friseuse. Das kann bei einer Einheitssteuer ohne Ausnahmetatbestände nicht passieren.