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Medieneinfluss...

Verfasst: Do, 02. Nov 2006, 11:30
von (AL)OVE
zuerst einmal, wisst ihr wo man im internet (täglich) news über al, mz, ks auf deutsch lesen kann? danke...

und glaubt ihr den westlichen medien? ich schriebe gerade ne kleine arbeit über unsere lokalzeitung hier in der schweiz und ich denke dass die meisten zeitungen, fernsehsender und andere medien politisch beinflusst werden. also wenn ich höre, dass herr bush milliarden jährlich an zeitungen und fernsehsender zahlt, überleg ich mir, werden wir nicht alle täglich belogen? ich würde gerne arabisch verstehen um zu hören was denn al-dshasira meint...

Verfasst: Do, 02. Nov 2006, 12:03
von lorenc ukgjini
Gerade die Arabischen Medien haben am wenigsten Pressefreiheit, ... ich gebe dir mal eine Liste, welchen man am besten glauben kann:

1 Denmark 0,50
- Finland 0,50
- Iceland 0,50
- Ireland 0,50
- Netherlands 0,50
- Norway 0,50
- Slovakia 0,50
- Switzerland 0,50
9 New Zealand 0,67
10 Latvia 1,00
11 Estonia 2,00
- Germany 2,00
- Sweden 2,00
- Trinidad and Tobago 2,00
15 Slovenia 2,25
16 Lithuania 3,00
17 Austria 3,25
18 Canada 3,33
19 Czech Republic 3,50
- France 3,50
21 Bosnia and Herzegovina 3,67
22 Belgium 4,00
- United States of America (American territory) 4,00
24 Jamaica 4,17
25 Portugal 4,50
26 South Africa 5,00
27 Benin 5,50
28 El Salvador 6,00
- Hungary 6,00
- United Kingdom 6,00
31 Dominican Republic 6,75
32 Poland 6,83
33 Greece 7,00
34 Hong-Kong 7,50
35 Costa Rica 7,63
36 Bulgaria 8,00
- Israel (Israeli territory) 8,00
38 Cape Verde 8,75
39 Italy 9,00
- Spain 9,00
41 Australia 9,50
42 Chile 10,00
- Japan 10,00
- Namibia 10,00
- Uruguay 10,00
46 Mauritius 10,50
- Paraguay 10,50
48 South Korea 11,13
49 Macedonia 11,25
50 Albania 11,50
- Botswana 11,50
52 Nicaragua 11,67
53 Honduras 11,75
54 Croatia 11,83
55 Grenade 12,00
56 Mali 12,83
57 Ghana 13,50
- Timor-Leste 13,50
59 Thailand 14,00
60 Taiwan 14,25
61 Panama 14,50
- Tanzania 14,50
63 Fiji 16,00
64 Burkina Faso 16,25
- Mozambique 16,25
66 Brazil 16,50
- Ecuador 16,50
- Guatemala 16,50
69 Congo 17,50
70 Romania 17,83
71 Niger 18,33
72 Madagascar 18,50
73 Burundi 19,00
- Mongolia 19,00
75 Togo 19,50
76 Bolivia 20,00
77 Serbia and Montenegro 20,13
78 Moldova 20,50
79 Argentina 21,33
80 Senegal 21,50
81 Cyprus (North) 22,00
82 Kenya 22,25
83 Armenia 23,50
- Guinea-Bissau 23,50
- Seychelles 23,50
86 Uganda 24,00
87 Lebanon 24,38
88 Guinea 24,50
- Sierra Leone 24,50
90 Venezuela 24,63
91 Angola 26,50
- Comoros 26,50
93 Cameroon 27,00
94 Georgia 27,50
95 Tajikistan 27,75
96 Mexico 27,83
97 Afghanistan 28,25
98 Gambia 29,50
- Lesotho 29,50
100 Zambia 29,75
101 Malawi 31,00
- Swaziland 31,00
103 Kuwait 31,67
104 Central African Republic 32,50
- Qatar 32,50
106 Chad 33,25
107 Kyrgyzstan 35,25
108 United States of America (in Iraq) 36,00
109 Cambodia 36,50
- Sri Lanka 36,50
111 Philippines 36,63
112 Ethiopia 37,00
113 Rwanda 37,25
- Turkey 37,25
115 Gabon 37,50
- Israel (Occupied Territories) 37,50
117 Indonesia 37,75
- Nigeria 37,75
119 Tonga 38,17
120 India 38,50
121 Jordan 39,13
122 Malaysia 39,83
123 Liberia 40,00
- Peru 40,00
125 Haiti 42,13
126 Morocco 43,00
127 Palestinian Authority 43,17
128 Algeria 43,50
- Egypt 43,50
- Somalia 43,50
131 Kazakhstan 44,17
132 Sudan 44,25
133 Equatorial Guinea 46,25
134 Colombia 47,38
135 Yemen 48,00
136 Azerbaijan 49,67
137 United Arab Emirates 50,25
138 Mauritania 51,00
- Ukraine 51,00
140 Russia 51,38
141 Democratic Republic of Congo 51,50
142 Uzbekistan 52,13
143 Bahrein 52,50
144 Belarus 54,10
145 Djibouti 55,00
146 Bhutan 55,83
147 Singapore 57,00
148 Iraq 58,50
149 Côte d’Ivoire 60,38
150 Pakistan 61,75
151 Bangladesh 62,50
152 Tunisia 62,67
153 Laos 64,33
154 Libya 65,00
155 Syria 67,50
- Zimbabwe 67,50
157 Maldives 69,17
158 Iran 78,30
159 Saudi Arabia 79,17
160 Nepal 84,00
161 Vietnam 86,88
162 China 92,33
163 Eritrea 93,25
164 Turkmenistan 99,83
165 Burma 103,63
166 Cuba 106,83
167 North Korea 107,50

Verfasst: Do, 02. Nov 2006, 12:19
von carla
Da ich in der Medien- und Kommunikationsbranche arbeite, kann ich dir sagen, dass es so gut wie keine Zeitung, Zeitschrift, Magazin, Sender, etc. gibt, die völlig unabhängig berichten. Neben den herkömmlichen Anzeigen fließen noch viele weitere Gelder, die die Berichterstattung beeinflussen. Am glaubwürdigsten - ich kann hier natürlich nur für die deutsche Medienlandschaft sprechen und das ist auch nur meine Meinung - schätze ich die großen Tageszeitungen wie die FAZ, SZ und Wochenzeitungen wie die Zeit ein. Natürlich haben auch diese Tageszeitungen ihre eigene politische Richtung, aber das weiß man ja vorher. Und sicherlich gibt es auch hier genug Möglichkeiten zur Einflussnahme. Also: nicht alles glauben, was man liest.

Das alles natürlich nur auf deutsche Medien beschränkt, aber ich gehe davon aus, dass es überall ähnlich läuft.

Allgemein zum Thema Glaubwürdigkeit: Je totalitärer das System, desto eingeschränkter sind die Medien. Diejenigen, die dann trotzdem noch unabhängigen Journalismus betreiben und sich damit in Lebensgefahr bringen, das sind dann wohl auch diejenigen, denen man am meisten Glauben schenken kann.

Verfasst: Do, 02. Nov 2006, 12:21
von Bizza
Politischer Einfluss ist allgegenwärtig, nicht nur in den verlagsstarken Zeitungen bekommt man dies zu spüren, sondern auch in Fernsehstationen und im öffentlichem Leben. Bestes Beispiel ist dafür der italienische Berlusconi! Ihm gehörten ja über die Hälfte aller Radio- und Fernsehstationen, für welchen Zweck kann man sich ja denken! Al Jazeera ist in der Berichterstattung nicht gerade neutraler! Dieser Sender war schon oft Auslöser für die Unruhen in der arabischen Welt wie beispielsweise wegen den Karrikaturen in Dänemark. Bush ist eine Sache für sich, doch ich glaube kaum dass sein politischer Einfluss auch zu uns in den schweizerischen Zeitungen und Fernsehsendungen durchsickert. Das muss mal gesagt werden, die Schweiz ist eines der neutralsten Ländern und als solches spürt man schon dass die meisten Zeitungen (abgesehen von Blick und ein paar anderen) die unpartaische und objektive Haltung vorbildhaft wahren! Ich denke dass man diesen Blättern schon "glauben" kann, trotzdem ist für mich die eigene Meinung ausschlaggebend! Man sollte nicht alles glauben was man sieht und liest

Re: Medieneinfluss...

Verfasst: Do, 02. Nov 2006, 13:22
von besi25
(AL)OVE hat geschrieben:ich würde gerne arabisch verstehen um zu hören was denn al-dshasira meint...
der user labinot "kann" arabisch :P 8) .spass,also was al dschasira angeht erwarte ich genau sowenig neutralität wie der serbische medien in milosevics zeit.
carla hat geschrieben:Allgemein zum Thema Glaubwürdigkeit: Je totalitärer das System, desto eingeschränkter sind die Medien..
jawohl,nach diesen regel könnte man gehen ,so denke ich auch(als laie).siehe auch diese liste von lorenc.
1.platz -- danmark
167.platz --NORD korea :D

Verfasst: Fr, 03. Nov 2006, 2:29
von Viktor
Soviel ich weis sind die Slovenen die NR.1 wenn es um albanische Nachrichten geht, schon in den 80ziger Jahren waren die ersten Journalisten die über die unterdrückung der Albaner berichteten.


Die Schweizer Medien find ich zimlich gut, vorallem und ganz speziell DRS1 oder DRS3, ich hab noch nie bessere Nachrichten gehört, sehr genau und prezise enorme informationen die man sonst nicht bekommt, einfach genial.

Ansonsten geh in Google schreib "kosovo" (weil deutsche Kosovo schreiben) oder Mazedonien oder Albaner..ect und klicke dan auf "News" gleich oberhalb, kommen unzählige Nachrichten.


Und zu deiner Frage ob wir täglich belogen werden:

Jein

Dieser Akademiker bringt es genau auf den Punkt

"Alle Politiker reden Bullshit"
Harry G. Frankfurt, emeritierter Professor in Princeton, hat ein schmales Büchlein geschrieben - und damit riesigen Erfolg

Harry G. Frankfurt
Foto: PR
Sebastian Moll traf den Mann, der sich in "On Bullshit" fragt, was viele gern wüßten: Warum erwartet niemand mehr von Politikern, daß sie die Wahrheit sagen, obwohl sich alle danach sehnen?


Es ist die unwahrscheinlichste Erfolgsgeschichte des amerikanischen Bücher-Sommers. Ein 67 Seiten dünnes Buch, auf dem in elegant geschwungenen Lettern "On Bullshit" prangt, hält sich seit Wochen auf den vorderen Plätzen sämtlicher Bestsellerlisten. Sein Verfasser, der 76jährige Philosoph Harry G. Frankfurt, wollte eigentlich seinen Ruhestand genießen - nun ist er über Nacht zum Medienliebling geworden. Frankfurt versteht unter Bullshit - im Gegensatz zu Lüge oder Wahrheit - den völligen Verlust der Realität als Bezugspunkt. Seine Diagnose, daß das unentwegte Produzieren von heißer Luft, das sogenannte "bullshitting", zunehmend ein Hauptmerkmal moderner Politik ist, scheint in der Bush-Ära einen Nerv zu treffen. Und nachträglich eine Erklärung für die Niederlage John Kerrys zu liefern: Kerry war der unbegabtere "Bullshitter".


Der Autor des Bestsellers wohnt mit seiner Frau in einer viktorianischen Villa nahe der Elite-Universität Princeton, wo er in den letzten Jahren seiner Laufbahn Philosophie unterrichtet hat. Der Ort verströmt die britische Gediegenheit, die man von den Renommier-Hochschulen der amerikanischen Ostküste kennt. Im Gespräch hört Frankfurt genau zu und nimmt sich Zeit, um möglichst präzise zu antworten. Doch in ihm, so spürt man, gärt es: Frankfurt führt einen Feldzug gegen den achtlosen Umgang mit Sprache und Wahrheit.

Welt am Sonntag: Herr Professor Frankfurt, ein 20 Jahre alter Aufsatz von Ihnen ist plötzlich zum nationalen Bestseller geworden. Sie sind ein Medienstar in den USA - was Philosophen nicht häufig passiert. Können Sie sich das erklären?

Harry Frankfurt: Mein Lektor kannte den Aufsatz, den ich in einer Literaturzeitschrift veröffentlicht hatte, und kam vor einem Jahr auf die Idee, man sollte ihn als Büchlein neu auflegen. Warum genau, weiß ich nicht. Der Erfolg und die Aufmerksamkeit sind für mich so aufregend, wie sie mich verwirren. Zuerst dachte ich, es habe mit dem Titel zu tun. Es ist in den USA nicht eben vornehm, Bullshit zu sagen, und die Tatsache, daß sich ein Professor einer Elite-Universität mit einem solchen Wort beschäftigt, ist eine Provokation. Mittlerweile glaube ich allerdings, daß der Erfolg wohl auch damit zu tun hat, daß die Leute unter all dem Bullshit, mit dem sie täglich gefüttert werden, einen großen Appetit auf die Wahrheit entwickelt haben.

Haben Sie eine Idee, wie man Bullshit noch übersetzen könnte?

Frankfurt: Ich denke, Humbug käme dem recht nahe. Allerdings bedeutet Humbug nicht genau dasselbe wie Bullshit. Humbug impliziert eine vorsätzlich falsche Darstellung der Dinge. Das trifft auf Bullshit nicht zu. Bullshit ist weder vorsätzlich falsch noch vorsätzlich richtig. Bullshit zeichnet sich gerade dadurch aus, daß Richtig und Falsch keine relevanten Kategorien mehr sind.

Es scheint den Begriff nur im Englischen zu geben. Ist Bullshit demnach ein angloamerikanisches Phänomen?

Frankfurt: Das glaube ich nicht. Bullshit tritt überall dort auf, wo die Beteiligung der Bürger am politischen Prozeß stark gefragt ist. Ich denke, während der Französischen Revolution gab es haufenweise Bullshit. Aber natürlich auch im Dritten Reich.

Verfolgen Sie die deutsche Politik?

Frankfurt: Ich habe in der Zeitung etwas über die junge Frau gelesen, die als Kanzlerin kandidiert.

Amtsinhaber Gerhard Schröder hat die letzte Wahl auch auf Grund seiner Gegnerschaft zum Irak-Krieg gewonnen. Das versucht er diesmal erneut. Ist das Bullshit?

Frankfurt: Ich kann mir dazu kein Urteil anmaßen. Aber ich würde vermuten, daß es Bullshit ist, einfach weil nahezu alles, was in der Politik gesagt wird, heutzutage Bullshit ist.

Trifft das auf die USA mehr zu als auf Europa?

Frankfurt: Vielleicht ist die Sorge der Politiker um die öffentliche Meinung in Amerika ein wenig größer als in Europa. Ich denke aber, daß es Bullshit in jedem Land gibt, in dem eine Regierung von der Zustimmung der Bürger abhängt. Die Regierung will stets die Leute überzeugen, daß sie einen guten Job macht, und produziert deshalb Bullshit.

Demokratie produziert also unweigerlich Sorglosigkeit im Umgang mit der Wahrheit?

Frankfurt: Sicherlich. Der Druck, Bullshit zu fabrizieren, ist in Demokratien besonders groß, weil Politiker zu allem eine Meinung haben müssen. Sie können aber unmöglich über alles informiert sein und produzieren deshalb unweigerlich Bullshit. Aber auch totalitäre Regime können nicht überleben, wenn die Bevölkerung sie völlig ablehnt. Deshalb waren ja die Nazis Meister des Bullshits.

Ist demnach Bullshit Propaganda?

Frankfurt: Ja, Propaganda und Bullshit sind sich sehr nahe. Beide zielen auf Manipulation ab.

Sie werfen in Ihrem Buch die Frage auf, warum Amerika mehr Geduld mit Bullshit hat als mit der Lüge, obwohl es das größere Übel ist: Der Lügner hat noch einen Begriff von der Wahrheit, sonst könnte er nicht lügen. Haben Sie eine Antwort darauf?

Frankfurt: Ich habe bislang keine Antwort. Vielleicht denken die Menschen, daß Bullshit leichter zu entlarven ist als das Lügen und deshalb weniger gefährlich.

Im Amerika von George W. Bush scheint man sich daran gewöhnt zu haben, daß sich niemand mehr um die Wahrheit schert.

Frankfurt: Ja, die Leute stören sich nicht mehr sonderlich an Bullshit. Bushs schamlose Verwendung von Bullshit hat allerdings Gegnerschaft mobilisiert. Für meinen Geschmack ist diese Gegnerschaft sogar etwas zu kritisch. Die Kritiker von Bush behaupten etwa, der Grund für den Krieg gegen den Irak sei Bullshit gewesen. Ich bin aber gar nicht so sicher, daß die Behauptung, der Irak produziere Massenvernichtungswaffen, Bullshit war. Es ist doch gar nicht klar, ob Bush selbst daran geglaubt hat oder nicht. Wenn er es geglaubt hat, war es kein Bullshit.

Die US-Medien scheinen dem Beispiel der Politik zu folgen.

Frankfurt: Es gibt sicherlich mehr Bullshit in den Medien als je zuvor. Es gibt aber auch große Anstrengungen, den Bullshit in den Medien zu entlarven.

Was kann man gegen den Verlust des Realitätsbezugs tun?

Frankfurt: Das einzige Gegenmittel zum Bullshit, das mir einfällt, ist die Lächerlichkeit. Nur wenn man sich über Bullshit mokiert, kann man ihn entschärfen. So wie es in Amerika etwa parodistische Nachrichtensendungen wie die "Daily Show" tun.

Was ist eigentlich so schlimm an Bullshit?

Frankfurt: Er ist nicht prinzipiell moralisch verwerflich. Ich denke, das Hauptproblem ist, daß die Menschen den Sinn für den Wert der Wahrheit verlieren, je mehr sie sich an Bullshit gewöhnen.

Und warum wäre das so schlimm?

Frankfurt: Zunächst einmal benötigt unsere Gesellschaft zuverlässige Informationen, um zentrale Aufgaben zu bewältigen. Ganz banale technische Dinge wie Logistik und Infrastruktur. Dann ist die Wahrheit natürlich in zwischenmenschlichen Beziehungen eine wichtige Norm - wir brauchen sie als Bezugspunkt, damit wir einander vertrauen können. Wenn das verlorengeht, sind stabile Beziehungen nicht mehr möglich. Dann gibt es noch einen Wert der Wahrheit, den ich nur sehr unpräzise formulieren kann. Es hat etwas mit Realismus zu tun - wie wir etwa unsere Wünsche und Ambitionen mit dem abgleichen, was möglich ist. Das hat ganz massive Auswirkungen darauf, wie wir unser Leben gestalten.

Nach Ihnen kann Bullshit auch eine Kunst sein. Kann Kunst dann auch Bullshit sein?

Frankfurt: Ich habe meinen Aufsatz 1986 in "Raritan" publiziert, einer literarischen Zeitschrift. Er hatte damals eine Passage über den Roman - der Roman hat ja, wie der Bullshit, nicht die Wahrheit als Bezugspunkt. Die Redakteure strichen diese Passage, weil sie die Aussage nicht drucken mochten, daß Literatur Bullshit ist. Einen wichtigen Unterschied habe ich damals aber übersehen: Fiktion behauptet, nichts anderes zu sein als Fiktion. Es findet also nicht, wie beim Bullshit, eine Manipulation statt.

Fühlen Sie sich in einer von Bullshit durchsetzten Kultur bedroht?

Frankfurt: In der Antike hat man zu Bullshit Sophisterei oder Rhetorik gesagt. Gemeint war alles, was nur auf einen Effekt abzielt und nicht auf die Wahrheit. Insofern die Rhetorik der Feind der Philosophie ist, ist es also wohl auch der Bullshit.

Ihr Essay ist ein Anfang, eine kurze Skizze. Gibt es noch viel zu tun in der Bullshit-Forschung?

Frankfurt: Mich beschäftigt derzeit das, was man in den USA Spin nennt. Spin ist die Art und Weise, wie etwa Politiker bestimmte Themen "drehen", um Kapital daraus zu schlagen. Die PR-Berater der Politiker werden "Spin Doctors" genannt, also Ärzte, im Gegensatz zum "Bullshit Artist". Der Arzt repariert etwas, der Künstler schafft etwas. Hinter Spin steckt also der Gedanke, man könne die Wirklichkeit reparieren. Das finde ich faszinierend.

http://www.wams.de/data/2005/08/28/766730.html

Verfasst: Fr, 03. Nov 2006, 11:28
von anna86
man kann täglich news per email bekommen...
http://www.google.co.uk/alerts?t=2&hl=de
einfdach bei suchbegriffe gewünschtes land oder so eingeben und deine email aderesse und wie oft du die nacherichten haben willst ...
ich zum beispiel bekomme täglich news über kosovo per email :D

liebe grüße an alle