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Leo Freundlich

Verfasst: Mo, 05. Nov 2012, 16:06
von Strellci i Vertet
http://www.albanianhistory.net/texts20_1/AH1913_3.html


1913
Leo Freundlich:
Albaniens Golgatha:
Anklageakten gegen die Vernichter des Albanervolkes
Das kleine Buch 'Albaniens Golgatha' ist im Wesentlichen eine Zusammenstellung von Presseberichten aus Kosova während der Balkankriege, 1912-1913. Das Osmanische Reich, das fünfhundert Jahre lang in Kosova herrschte, war im Begriff auseinander­zubrechen und sich aufzulösen. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen, die auf dem gesamten Balkan stattfanden, griffen serbische Truppen Kosova an und besetzten es für Serbien. Dabei versuchten sie, es - mit entsetzlichen Folgen - von seiner einheimischen, albanisch-sprachigen Bevölkerung zu säubern.

Der Verfasser dieser bewegenden Schrift, Leo Freundlich (1875 - 1953), war ein Politiker und Publizist aus Wien. Bekannt ist, dass Freundlich in eine wohlhabende Fabrikanten-Familie jüdischer Herkunft im südpolnischen Bielitz-Biala (Bielsko-Biala) - damals Teil des österreichisch-ungarischen Kaiserreiches - geboren wurde und sehr früh eine Leidenschaft für die Ideale des Sozialismus entwickelte. Im tschechischen Aussig (Ústi nad Labem) war er als linker Redakteur tätig, wo er seine Frau, Emmy Kögler, Tochter des verstorbenen Bürgermeisters der Stadt, kennenlernte. Das Paar heiratete im schottischen Gretna Green in Jahre 1900 und ließ sich anschließend in Mährisch-Schönberg (Šumperk) nieder, das Leo im Jahre 1907 im Reichsrat vertrat. Emmy und Leo Freundlich, beide politisch sehr aktiv, nahmen an der Gründung des Konsumvereins teil und hielten öffentliche Vorträge, um Unterstützung für den Sozialismus zu wecken. Leo Freundlich wurde stolzer Verleger der erfolgreichen, linksgerichteten Zeitung 'Volkswacht,' in der seine Angriffe gegen die katholische Kirche ihm wiederholt Schwierigkeiten und auch einmal drei Wochen "strengen Arrest" einbrachten. Im Jahre 1910 kamen die Zeitung und der örtliche Konsum in finanzielle Schwierigkeiten, und nach der Niederlage der deutschen Sozialisten in Nordböhmen musste er im Jahre 1910 den Reichsrat verlassen. Das scheint die Ehe nicht verkraftet zu haben. Zusammen mit den beiden Töchtern Hertha (1901-1979) und Gertrud (1902-1985) ging Emmy Freundlich (1878-1948) nach Meran und ließ sich scheiden. Danach pflegte das Paar keinen Kontakt miteinander zu haben, obwohl Leo seine Kinder weiterhin besuchte. Mit ihren engen Beziehungen zu den führenden Sozialdemokraten um Karl Renner und zu internationalen Genossenschafterinnen in Wien wurde Emmy Freundlich zu einer bekannten Publizistin und Politikerin der österreichischen Genossen­schafts­bewegung. In den Jahren 1921-1948 war sie Präsidentin der internationalen genossenschaftlichen Frauengilde.

Nach der Veröffentlichung von 'Albaniens Golgatha' im Jahre 1913 diente Leo Freundlich im ersten Weltkrieg als Soldat im österreichisch-ungarischen Heer in Albanien. Nach Bekanntschaft mit Ahmet Zogu (1895-1961) in Wien, der sich später zum König der Albaner (1928-1939) ernennen ließ, trat Freundlich in dessen Dienst ein, und fungierte in der österreichischen Hauptstadt als Honorarkonsul des Königreich der Albaner. In dieser Eigenschaft half er in den dreißiger Jahren, die Handelsbeziehungen zwischen Albanien und dem Deutschen Reich zu fördern. Es wird berichtet, dass er dem ihm verhassten Hitlergruß mit einem ironischen ":-) Zogu" begegnete und sich dabei über die Verwirrung seiner deutschen Gesprächspartner amüsierte, die glaubten, dies sei eine in Albanien allgemein gültige Begrüßungsform.

Als das Leben für die Juden in Wien unerträglich wurde, zog es Freundlich in die Schweiz, wo er in Genf die albanische Mission beim Völkerbund leitete. Im Jahre 1939 flüchteten auch seine Töchter aus Wien und wurden vom Vater aufgenommen. Leo Freundlich, der ein zweites Mal geheiratet hatte, blieb während des Zweiten Weltkrieges in Genf, wo er verarmt lebte und von seinen Töchtern aus London und später aus Amerika finanziell unterstützt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der kommunistischen Machtübernahme in Albanien weiß man noch, dass Freundlich einen Brief an den damaligen albanischen Ministerpräsidenten Koçi Xoxe (1917-1949) schrieb, mit der - wohl abgeschlagenen - Bitte, wieder zum Honorarkonsul in Wien ernannt zu werden.





Am östlichen Ufer der Adria, kaum drei Tagesreisen von Wien, lebt ein autochthones Volk, das seit Jahrhunderten gegen Feinde und Unterdrücker aller Art für seine Freiheit und Unabhängigkeit kämpft: die Albaner: Durch alle Kämpfe und alle historischen Umwälzungen hindurch hat dieses Volk seine Ursprünglichkeit bewahrt; weder die Völkerwanderung noch die Kämpfe mit Serben, Türken und anderen Eroberern und Unterdrückern vermochten zu verhindern, daß die Albaner in Rasse und Sprache, in Brauch und Sitte ihre Eigenart rein und unverfälscht sich erhalten haben.

Die Geschichte dieser Nation ist eine ununterbrochene Kette blutigster Kämpfe gegen gewalttätige Unterdrücker. Aber selbst die blutigsten Greuel waren nicht imstande, diese kräftige Rasse auszurotten. Und obgleich ihre Unterdrücker in Albanien jede Möglichkeit einer Kulturentwicklung im Keim erstickten, hat sich das Geistesleben der Albaner kräftig entwickelt. Dieses Volk gab dem Türkenreich die hervorragendsten Generäle und Staatsmänner, die besten Richter des osmanischen Reiches sind Albaner, wie die hervorragendsten Werke der türkischen Literatur von Albanern geschaffen wurden. Fast alle Kaufleute in Montenegro entstammen dieser Nation, ebenso die fähigsten Handelsleute in vielen größeren Städten Rumäniens. In Italien spielen die Albaner auf allen Gebieten eine bedeutende Rolle; u.a. war Crispi einer der ihren. Griechenlands tüchtigsten Soldaten sind albanischen Stammes.

In der großen Umwälzung, die der Balkankrieg hervorgerufen hat, soll nun endlich der uralte Traum der Freiheit und Unabhängigkeit dieses Volkes Wirklichkeit werden: die europäischen Großmächte haben beschlossen, Albanien die staatliche Autonomie zu geben.

Aber die serbische Eroberungssucht hat eine Methode gefunden, diesen schönen Traum eines tapferen und freiheitsliebenden Volkes kurz vor seiner Verwirklichung zu zerstören. Mit Mord und Brand sind die serbischen Truppen in Albanien eingefallen. Kann Albanien nicht erobert, so sollen die Albaner ausgerottet werden - das ist die Lösung!

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Viele haben einfach nur vergessen, dass 1912 und 1998 genau das gleiche Vorgehen war......

Re: Leo Freundlich

Verfasst: Mo, 05. Nov 2012, 16:11
von Strellci i Vertet
Ein Ausrottungskrieg

Professor Schiemann schrieb in einem in der Kreuzzeitung veröffentlichten Artikel: Ein außerordentlich betrübendes Bild geben allmählich, trotz der strengen Zensur der verbündeten Balkanstaaten und trotz des Druckes, der auf die Kriegskorrespondenten ausgeübt wird, die hierher gelangenden Privatbriefe vom Kriegsschauplatze, in welchen die Kriegsführung der Serben und Griechen geschildert wird. Die Serben, heißt es in dem Artikel, führen einen Ausrottungskrieg gegen die albanesische Nation, die sie am liebsten bis auf die Wurzel vernichten möchten.

Daily Chronicle meldet am 12. November 1912, es sei Tatsache, daß Tausende von Arnauten von den Serben massakriert wurden. In der Nähe von Üsküb wurden 2000 und unweit Prizrend 5000 mohammedanische Arnauten niedergemetzelt. Viele Dörfer sind von den Serben angezündet und die Bewohner abgeschlachtet worden. Bei den Hausdurchsuchungen nach Waffen wurden Albanesen, auch wenn man in deren Häusern keine Waffen vorfand, einfach getötet. Die Serben erklärten ganz offen, die mohammedanischen Albaner müßten ausgerottet werden, das sei das wirksamste Mittel zur Pazifizierung des Landes.

Der Kriegsberichterstatter des römischen Messaggero meldet furchtbare serbische Albanesengemetzel im Wilajet Kossowo. Infolge Widerstandes der Albanesen wurden die Ortschaften Ferisovic, Negotin, Lipian Babus und andere völlig zerstört, die Bewohner größtenteils niedergemacht. Ein katholischer Erzpriester erzählte, es sei drei Tage wütend um Ferisovic gekämpft worden, nach der Eroberung habe der serbische Kommandant die Geflüchteten auffordern lassen, ruhig zurückzukehren und die Waffen abzuliefern. Nachdem dies geschehen, seien drei- oder vierhundert Personen niedergemacht worden. In ganz Ferisovic sei nur ein halbes Dutzend muselmanischer Familien übriggeblieben. Die ärmeren serbischen Familien haben sich schleunigst in den Häusern der wohlhabenden Flüchtlinge eingenistet.

Die Pariser Humanité veröffentlicht einen offiziellen Bericht, der einem Konsulat in Salonichi erstattet wurde. Der Konsulatsbericht schildert die Tätigkeit der Serben in Albanien: Plünderungen, Zerstörungen, Massaker. Die Zahl der albanischen Ortschaften, die von den Serben vollständig oder zum Teil systematisch zerstört worden sind, beträgt einunddreißig. Die von Kristo von Kumanovo, Ssiro Diliow von Üsküb, Alexandrowos von Ischtip und andere geführten Banden plünderten alle Ortschaften der Distrikte Kratowo und Kotschana, steckten sie in Brand und metzelten die ganze mohammedanische Bevölkerung nieder. In Schujowo und Mescheli wurden alle Mohammedaner massakriert, weitere zweihundert in Vétreni. In Bodganitza wurden sechzig Türken in einer Moschee eingesperrt. Nachher ließ man sie heraustreten und machte einen nach dem anderen nieder. Im Distrikt von Kawadar wurden von insgesamt achtundneunzig Dörfern vierunddreißig zerstört. Die Türken, die sich zum Teil durch ein an eine Bande gezahltes Lösegeld gerettet glaubten, wurden von einer anderen Bande niedergemacht. In Drenewo wurden alle Bewohner getötet. Zwischen diesem Orte und Palikura hat man eine Reihe Gräber gefunden, aus denen Köpfe hervorragten. Sie gehören zu den Gemarterten, die lebendig begraben worden sind! Menschenjagden.



Menschenjagden

Der Kriegskorrespondent der dänischen Zeitung Riget, Fritz Magnussen, ein sonst serbenfreundlich gesinnter Mann, schildert folgendermaßen in einem Telegramme, das er, um der strengen Zensur zu entgehen, mit einem besonderen Kurier von Üsküb nach Semlin gesandt, das Vorgehen der Serben unter der arnautischen Bevölkerung:



"Die serbische Kriegsführung in Mazedonien hat den Charakter einer entsetzlichen Massakrierung der arnautischen Bevölkerung angenommen, das Heer führt einen greulichen Ausrottungskrieg. Nach Aussage der Offiziere und Soldaten sind zwischen Kumanovo und Üsküb 300 und bei Pristina 5000 Arnauten gemordet worden. Die arnautischen Dörfer werden umringt und in Brand gesteckt, worauf die Einwohner aus den Häusern gejagt und wie Ratten niedergeschossen werden. Von dieser Menschenjagd erzählt das serbische Militär ganz prahlerisch.

Die Verhältnisse in Üsküb sind ganz entsetzlich. Bei den Arnauten wird eine rücksichtslose Hausuntersuchung angeordnet und wenn man etwas findet, was Waffen gleicht, werden sie auf der Stelle niedergeschossen. Es ist höchst unsicher auf den Straßen, da ständig aus den Häusern und in die Häuser geschossen wird.

Gestern wurden 36 Arnauten von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und auf der Stelle erschossen. Kein Tag vergeht, ohne daß grausame Morde an den Arnauten verübt werden. Der Fluß weiter hinauf ist mit Leichen angefüllt. Jeden Tag werden Jagdexpeditionen in die umliegenden Dörfer veranstaltet. Gestern lud mich ein serbischer Offizier ein, an einer solchen Jagd teilzunehmen, indem er zu gleicher Zeit damit prahlte, daß er am Tage vorher eigenhändig neun Arnauten ermordet."




* * *

Von einer Persönlichkeit, deren Name und hervorragende Stellung für jedes gewissenhafte Blatt als Gewähr für die Authentizität deren Mitteilungen erscheinen müssen, erhält die Reichspost ein Dossier über die furchtbaren Greuel, die von serbischen Banden und regulären Truppen in Albanien verübt wurden.

In diesem Dossier befinden sich folgende Berichte:



"Die Stadt Üsküb und ihre Umgebung sind Zeugen der Unmenschlichkeiten, die gegen die Albanesen begangen wurden. Ich sah tagelang die Treibjagden, die von serbischen bewaffneten Banden und auch regulären Truppen nach Albanesen veranstaltet wurden; drei Tage sah ich nachts die Flammen der brennenden Dörfer den Himmel röten; fünf Dörfer in der nächsten Nähe von Üsküb lagen auch nach dieser Schreckenszeit in Ruinen, ihre Bevölkerung war fast ausnahmslos getötet, obwohl in der Umgebung von Üsküb seitens der Albanesen den einmarschierenden Serben kein bewaffneter Widerstand entgegengesetzt worden war. Hinter der Festung von Üsküb befindet sich eine Felsenschlucht, die heute noch mit Leichen von mehr als hundert Opfern dieser Verfolgung gefüllt ist. Ebenso liegen in der Schlucht von Vistala Voda in der Nähe der Stadt Üsküb 80 Albanesen. Kurz nach dem Einzuge besuchte ein zuverlässiger Gewährsmann, mit dem ich selbst gesprochen habe, das Spital von Üsküb und fand dort bei seinem ersten Besuche 132 albanesische Verwundete; am nächsten Tage traf er deren nur mehr 80 und einige Tage später nur mehr 30. Die Behandlung, die man den verwundeten Albanesen zuteil werden ließ, spottete aller Menschlichkeit, man verweigerte ihnen Speise und Trank, so daß einige der Verwundeten nach den Aussagen von Zeugen im Spitale an mangelhafte Nahrung umgekommen sind. Viele Leichen, und wie die Bevölkerung behauptet, auch die Körper der Verwundeten, in denen noch Laben war, warf man in den Vardar, der täglich zwanzig bis dreißig Leichen eine Strecke unterhalb der Stadt anschwemmte. In meinem Hotel in Üsküb wohnten mehrere serbische Komitatschi, die von ihren Raub- und Menschenjagden ruhmredig öffentlich im Hause erzählten, namentlich wenn ihnen der Wein die Zunge gelöst hatte. Eines Abends erschossen sie auf offener Straße in Üsküb zwei Albanesen, die unbewaffnet waren und harmlos ihres Weges gingen. Die beiden Mörder, die kurz nach der Tat im Hotel erschienen und sich dort betranken, blieben von den militärischen Behörden unbelästigt, obwohl jedermann in der Stadt sie als Täter kannte. Eine blutige Szene ereignete sich an der Vardarbrücke in der Stadt. Hier wurden drei Albanesen, die in die Stadt wollten, um Einkäufe zu machen, von serbischen Soldaten angefallen und ohne weiteres, ohne Gericht und Verhör, niedergemacht. Da das Anlagen von Gräbern den Soldaten Mühe zu bereiten schien, weil die Erde gefroren ist, so warf man viele Getötete einfach in Zisternen. Ihr Gewährsmann zählte 38 Zisternen in der Gegend von Üsküb, die mit albanesischen Leichen angeschüttet sind. - Die nationale Verfolgung verbindet sich mit Banditentum. Ich war selbst Zeuge, wie ein serbischer Soldat, der zwei Uhren vorzeigte, und 150 türkische Pfund, die er bereits erbeutet hatte, als er einen wohlgekleideten Albanesen vorbeigehen sah, mit aufrichtigem Bedauern in Üsküb erklärte: "Schade, daß so viel Leute hier sind! Ich gäbe ihm sonst eine Kugel!" Der Albanese gilt als Freiwild, das kein Gesetz und keine Gerichtsbarkeit schützt. Nicht wenige Ausschreitungen wurden allerdings auch im Rausche begangen und die betrunkenen Banden von Soldaten, die umherzogen und in die Häuser einbrachen, waren die furchtbarsten.

Da ich das Serbische vollständig beherrsche, hielten mich serbische Offiziere und Soldaten häufig für einen Konnationalen und so erzählte mir ein serbischer Soldat im Tone der Prahlerei, wie sie bei Kumanovo ein albanesisches Dort stürmten: "Viele der Einwohner, die nicht mehr zu flüchten vermochten, hatten sich auf den Dachböden ihrer Häuser versteckt. Wir haben sie ausgeräuchert und wenn die Hütten brannten, kamen sie schreiend und fluchend und um Gnade wimmernd wie die Maulwürfe aus ihren Gängen. Wir haben sie an den Türen erschossen; nur bei den Kindern sparten wir die Kugeln und taten es mit dem Bajonette. Wir haben das Dorf ausgerottet, weil aus einem Hause, das die weiße Fahne hatte, geschossen worden war." - Die militärischen Behörden haben diesen Blutbädern nirgends gewehrt, viele Offiziere waren an den Atrozitäten beteiligt und es gab keinen Serben, der nicht in der Überzeugung gehandelt hätte, bei diesen Unmenschlichkeiten ein verdienstliches, von seinen Vorgesetzten gewolltes Werk zu vollbringen."




* * *

In Kalkandele wurden 85 Albanesen, so wie man sie fand, ohne daß ein bewaffneter Widerstand vorausgegangen wäre, in ihren Häusern niedergemacht und die Ortschaft geplündert. Die Schandtaten, die an Frauen und Mädchen, selbst an zwölfjährigen Kindern, begangen wurden, sind nicht zu schildern; vielleicht war es der Gipfel der Scheußlichkeit, daß Soldaten mit vorgehaltenen Revolvern Väter und Gatten zwangen, Zeuge zu sein und zu leuchten, wenn die Rotten in den Häusern ihre Untaten an den Töchtern und Frauen der Überfallenen begingen. In Gostivar rettete sich die Stadt dadurch, daß sie sich von dem serbischen Kommandanten mit 200 türkischen Pfunden loskaufte. Hier wurden nur 6 Albanesen erschossen.

In Ferisovic kam es zum Unterschied von den bisher genannten Orten zu einem organisierten bewaffneten Widerstande der Albanesen. Es wurde hier 24 Stunden lang gekämpft; hier geschah es, daß eine albanesische Frau, der man den Gatten getötet hatte, dessen Gewehr ergriff und fünf Serben niederschoß, bevor sie selbst getötet wurde. Dem Gemetzel in Ferizovic fielen mehr als 1200 Albanesen zum Opfer. Die Stadt ist heute beinahe ohne Einwohnerschaft. Es leben hier nur mehr drei albanesische Mohammedaner, die über 15 Jahre alt sind. Auch in Gillane, wo die Albanesen sich nicht verteidigten, fiel fast die ganze Bevölkerung durch Feuer und Schwert. Nur einige Flüchtlinge blieben als Überlebende, und von den Greueln des Unterganges von Gillane erzählen nur mehr die Ruinen.

In Pristina regierte die serbische Okkupation noch blutiger. Die Albanesen schätzen die Zahl ihrer Toten hier auf 5000. Es muß zu Ehren der Gerechtigkeit gesagt werden, daß hier tatsächlich ein schwerer Mißbrauch der Parlamentärfahne vorkam; es eröffneten hier türkische Offiziere, nachdem die weiße Fahne schon gezeigt worden war, auf die serbischen Truppen plötzlich das Feuer, offenbar in der Absicht, die Waffenstillstandsverhandlungen der Albanesen dadurch zu vereiteln. Die Tat büßten Hunderte albanesischer Familien mit ihrer Vernichtung bis zum jüngsten Kinde in der Wiege.

In dem Dorfe Leskovac bei Ferisovic wurden acht unbewaffnete Albanesen von serbischen Soldaten angetroffen und sofort füsiliert.

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wie im 1. Weltkrieg auch im zweiten und jetzt 1998 aber einige hier haben anscheinend vergessen.....

Re: Leo Freundlich

Verfasst: Mo, 05. Nov 2012, 16:44
von Strellci i Vertet
General Stefanovic : "Die Brut muß ausgerottet werden, damit Österreich seine albanesischen Lieblinge nicht mehr findet."

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squadi, Beli und Kusho.........was meint ihr, wer wohl damit gemeint war?


Versteht ihr jetzt, dass typen wie ihr drei es seid, nie und nimmer es schaffen werdet, eine Albaner wie mir zu sagen was er zu sein hat?

Der Serbe aus Serbien wie zum Beispiel Dacic, macht keinen Unterschied wo der Albaner lebt aber warum macht es für dich Beli ein Unterschied?
Dieser hat vor hundert jahren keinen Unterschied gemacht und dieser Machte auch nicht vor 10 jahren einen Unterschied.......also warum wollt ihr drei einen Unterschied herzaubern?

Unfreundliche Grüsse Strellci i vertet

Re: Leo Freundlich

Verfasst: Fr, 16. Nov 2012, 9:37
von Estra
Vor 100 Jahren begannen die Balkankriege
Auftakt zur Katastrophe
Zitat:
"Der britische Historiker Misha Glenny hat das elegant auf den Punkt gebracht: Nicht der Balkan war das Pulverfass. Er war nur die Zündschnur. Das Pulverfass war Europa."

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/ue ... 1.17752603

Re: Leo Freundlich

Verfasst: Fr, 21. Dez 2012, 14:05
von Koby Phoenix
interessant, danke für den artikel