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Fehlende Aufklärungskultur

Verfasst: Sa, 01. Sep 2012, 15:51
von Alket
Mangelnde Aufklärungskultur

Während im Westen eine stätige Aufklärungkultur gelebt wird, hab ich das Gefühl dass auf dem Balkan das gegenteil der Fall ist, statt grosse Irrtümer beiseite zu schaffen, werden solche Produziert, und das im nationalen Ausmass. Den meiner Meinung nach grossen Fehler wonach eine Idee über die Menschen steht, welche den Menschen, sei es im Aspekt des physischen, oder sein eigenes dasein, seine Kultur, seine Herkunft ganz ignoriert, kann und wird kein positivErgebnis haben.

Eines dieser grossen Irrtümer ist mit dem Islam und im allg. der "Orient" verbunden, wobei die Wurzeln eher in den letzten 80 Jahren zu suchen sind, als während der osmanischen Herrschaft, denn die, und das zeigt allein schon ihre länge, war alles andere als einfach eine "sklaverei" aller Balkanvölker. Statt die Meinung durch die Geschichte bilden, bildet sich die Geschichte durch unsere Meinung, wir(die meisten) glauben man könne seine Wunschvorstellungen auf die Geschichte stülpen. Vielleicht wäre es gerechtfertigt in der Frage der Notwendigkeit sich bewusst zu irren, wie in Zeiten der Unterdrückung und Krieges, aber warum in der jetzigen Zeit? Jetzt, wo die Kräfte die uns zwangen aus Lügen kraft zu schöpfen, nicht mehr gelten und uns die Freiheit unseres Verstandes zwangsläufig schenkt, tun wir das Gegenteil, als würden wir es vermissen, herbeisehnen!? Wir sind nicht "mehr" gefährdet, die Realität hat sich geändert, also kann der Erhaltungsdrang/Überlebensdrang nicht als Rechtfertigung für die Selbstmanipulation dienen.

Der Mensch ist von Natur aus ein Opportunist, weil er stehts nach dem Vorteilhaften eifert, doch das ist ein Irrtum.

Nach dem Rückgang der osmanischen Herrschaft durch Unabhängigkeitserklärungen von Serbien, Griechenland, Bulgarien, Montenegro standen auf dem Balkan die albanischen Gebiete als einzige unter osmanischen Herrschaft. Im Wissen einem Erroberungspakt von Bulgarien, Montenegro, Griechenland und Serbien gegen die albanischen Gebiete, waren die Albaner gezwungen, und einige (vorallem aus den Gebirgsgegenden) aus freien willen sei es aus Vorteile und/oder aus angst vor dem Verlust der Stammes/Grossfamilien-gesellschaft,(den die Wahrheit ist, die Individuen aus der Stammesgesellschaft genossen damals mehr demokratische Rechte als heute) sich zum osmanischen Reich zu bekennen, was jedoch bald auch scheiterte, der Balkankrieg brach aus, und BUlgarien, Serbien, Griechenland, MOntenegro griffen "offiziel" das osmanische Reich an, jedoch ging es darum die albanischen Gebiete zu errobern und aufzuteilen, zunächst erroberte man ca 85% des albanischen Territoriums, 15% in Mittelalbanien sollten den Albanern gelassen werden, auf drängen der USA und England zogen sich die Truppen zurück und man verhandelte an der Londonerkonferenz über die Grenzen der albanischen Gebiete (jene die heute auch gelten), mit Griechenland, Bulgarien, Serbien, Montenegro, während die albanische Delegation draussen warten musste, diese völlige Ignoranz gegenüber der Albaner zeigt am besten Otto von Bismarck mit den Worten "Es existiert kein albanisches Volk". ( Ich habe bewusst einiges ausgelassen)

Nach diesem Entscheid, was für die Albaner wie ein Genickschuss war, standen ca. 60% der albanischen Siedlungsgebiete ausserhalb des albanischen Staates, und wurden von Serben, Bulgaren, Griechen, Montenegriner beherrscht, und in allen erroberten Gebiete wurde die ansässige albanische Bevölkerung assimiliert, unterdrückt, oder vertrieben, bis "heute", zuletzt im Jahre 2000.

Nach dieser katastrophalen Ereignissen und folgeschweren eigenen Fehlentscheidungen wie auch durch europäische Staaten, sahen sich die Albaner gezwungen mehr den je zu Europa zu bekennen und in den kommenden jahrzehnten eine stätige westorientierung vorzunehmen mit gleichzeitiger fanatischer ent-osmanisierung. Diese Westorientierung hat zum teil so absurde Formen angekommen, dass in einem mehrheitlich dem Islam angehörende Gesellschaft in den Schulen verboten ist mit Kopftuch zu erscheinen, was auch für Unis gilt, während man in der Schweiz dieses Grundrecht hat, wo die Mehrheit dem Christentum angehört.
Man könnte eine unendliche Liste dieser Irrtümer schreiben, man muss aber auch fairer halber sagen, dass "andere" auch nicht besser dran sind, so zbsp. die Serben, "Mazedonier", Montenegriner, Griechen, die letzteren sogar die privilegiertesten im Osmanischen Reich waren, nicht nur dass sie die einzigen nichtmuslime in der Hohen Pforte (osmanisches Parlament) vertretten waren, sondern auch im "Staat" als Steuerbeamte tätig. Ja selbst für die Bulgaren galten die Griechen als waschechte Osmanen, wie der Philhellene Ypsilanti am besten erfuhr, der vergebens versuchte die Bulgaren zu überreden mit den Griechen gegen die Osmanen zu kämpfen, jene es sich aber nicht vorstellen konnte dass sich "Osmanen gegen das osmanische Reich richten", jetzt aber das gegenteil behaupten, ja sogar ihre jetzige Feindschaft in der osmanischen Zeit begründet sehen...welch ein grosser Irrtum. Dass die Kirchen grosse Irrtümer verbreiter sind wir gewohnt, aber auch hier ist die eine Wahrheit nämlich jene dass die Kirche nie gegen das osmanische Reich "kämpfte", was aber uns durch nationalromantische Bilder oder Märchen anders suggeriert wird.

Um ein anderes Irrtum zu nennen welcher sehr viele Albaner verwenden ist der Satz: "Mos i shikoni kishat e xhamiat, se feja e Shqiptarve eshte Shqiptarizmi" (Schaut nicht auf die Moscheen und Kirchen, den die Religion der Albaner ist das Albanertum). Weder der eigentliche Sinn noch ihr Gegenteil wird aber verstanden, das letztere müsste heissen, alle Religionen zu verbieten, aber die meisten verwenden diesen Satz gegen das dasein des Islams, gleichzeitig schliessen sie aber die katholische KIrche aus, den was für Moscheen gilt, gilt nicht für die Kirche, keiner sieht die erst kürzlich erbaute Kathedrale von Mutter Theresa an und sagt sich "Die Religion der Albaner ist das Albanertum" im Gegenteil, die Kirche wird als teil des Albanertums verstanden, obwohl eigentlich die Albaner traditionell nach dem orthodoxen Ritus lebten. Also begründen wir unsere Irrtümer mit weiteren Irrtümer.

Aber, der eigentliche Sinn des oben genannten Satzes ist ein Schwur auf unsere Kirchen, Moscheen, auf unsere Religionen, ein Schwur alle gleich zu akzeptieren und zu würdigen und keines von Ihnen ab- oder aufzuwerten. Dieser Satz wurde von Kommunisten und Nationalisten so sehr vergewaltigt und umgedeutet, dass die Menschen ihre eigene Sprache nicht mehr verstehen, obwohl sie selbst sehen, deuten sie bewusst was anderes rein, obwohl kein Erhaltungsdrang vorhanden ist, ausser der Irrglaube eine volle Integration in Europa brauche einen Religionswechsel.

Ich bleibe noch ein wenig auf diesem Satz stehen, den dieser zeigt nicht nur ein Weg auf, sondern auch eine Tatsache, nämlich, dass die Kultur der Albaner älter ist als die abrahamitischen Religionen, und bis heute weder das Christentum noch der Islam die Albanische KUltur und Sprache verdrängen konnte, die albanische Kultur welches auf das Gewohnheitsrechts namentlich dem Kanun(welcher vorrömische Wurzeln hat und ihn auch die südlichen Stämme wie die Molosser als auch die nördlichen hatten) basiert war bis vor 10 Jahren vorherrschend, und ist in einigen Gebieten noch heute.Nehmen wir das alb. Erbrecht, weder das Christentum noch der Islam oder auch Jugoslawien konnte das Erbrecht bei den Albanern verändern, welcher sogar auch der Grundpfeiler der albanischen hierarchischen Grossfamiliengesellschaft ist.

Man hat eine regelrechte Paranoja vor einer "orientalisierung" und entfrendung von Europa, und sieht nicht ein, dass Europa ein geografischer Kontinent ist dessen Länder ihren Charakter formen, und nicht umgekehrt. Die Albaner sollten stolz auf ihr Erbe sein, und Europa sollte ihrerseits stolz um ihr Erbe sein.

Es ist ein Irrtum zu glauben "wir" müssten uns selbst nicht akzeptieren und uns verändern(die nationalisten denken wohl an rückbesinnung an die antike Zeit oder die des mittelalters), die albanische Nation ist die einzige bei deren die Moscheen, die katholische und orthodoxe Kirche klar zur Nation bekennt, das Albanertum definiert sich durch die Sprache und Kultur, nicht aber durch die Religion, während auf dem ganzen Balkan die nationale Wahrnehmung durch die Religion geprägt ist. Aufgrund dessen muss man sich die Frage stellen ob der ISlam wie er bei den ALbaner vorzufinden ist eben auschlaggebend für diese Entwicklung war, deren liberale auslegung und aber auch konservativer Übereinstimmung zum Kanun eben eine Fusion aller schaffte, von dem ich glaube wir den Namen "Shqiptar" auch haben. Es wäre auch kein unüberlegtes Vorurteil wen man sagt dass durch den Islam das albanische überlebt hat, ansonsten erginge es Ihnen heute wie den Aromunen/Wlachen, Kulturgeber für fast alle balkanischen Nationen aber gleichzeitig geächtet und in den jeweiligen Nationen fast vollständig assimiliert.

"Die Wahrheit macht frei", genau so wie eine Entschuldigung nach einem Fehler uns "freier macht von unseren schweren Emotionen die wir uns aufgelegt haben", genau so sprengt die Wahrheit die Ketten vieler Irrtümer die wir uns selbst angelegt haben, und jener Groll, Wut und sonstige Emotionen welche diese Irrtümer eben einem Menschen zuführen sollen(dem Erhaltungsdrang wegen,meint man), werden verschwunden sein. Und die "Wahrheit" findet man nicht von heute auf morgen, weder ein einzelner,aber man kann ihr die weichen legen, den nicht die Wahrheit an sich(da kein Unikat des Wahren existiert), sondern der drang nach ihr zu suchen, sollte stehts das höchste Gut sein