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Wenn die Solidarität am Gastgefühl und Ethnie scheitert

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 15:21
von Alket
Habt ihr davon gehört?

"FLÜCHTLINGE Borka T. war psychisch schwer krank und in fachärztlicher Behandlung. Trotzdem wurde sie abgeschoben. Im Kosovo gab es weder einen Arzt für sie noch Medikamente. Einen Monat später war sie tot"
http://www.taz.de/1/nord/bremen/artikel ... 5fc2213555

Es ist ja nicht so dass es ein Einzefall ist, dass sie gestorben ist schon, aber tausende von Menschen und Familie werden zur Zeit abgeschoben, und noch mehr in naher Zukunft, und es ist wie immer, erst wen wirklich etwas schlimmes geschieht, erst dann stellt man die Frage, wie konnte es so weit kommen, wie konnten wir so weit gehen und wie konnten wir das tun?

Ich frage mich, warum sind wir so grausam? Warum werden solche Fälle so wenig thematisiert, und warum zeigen wir so wenig Solidarität.


Mal angenommen, die Frau wäre kein Roma sondern eine Albanerin, ihr würdet mir wohl recht geben wen ich sagen würde dass es einen riesen Aufschrei gegeben hätte, wäre sie Serbin,Französin, Italienerin, Griechin, Bulgarin, Ungarin, Rumänin und keine Roma, dann würde es den gleichen Aufschrei geben...aber nein Sie ist eben Roma, eine Roma Mutter, eine Roma Schwester, eine Roma Nachbarin, eine Roma Mitbürgerin, ein Roma Mensch.... warum empfinden wir Menschen anderer Ethnien als weniger Wert, warum haben wir mit ihnen weniger Mitgefühl?

Ich will hier niemanden an die Wand nageln,denn es ist überall auf der Welt gleich, aber Mio Menschen empfinden gar nichts wen sie schwarze Kinder mit luftgefüllten Bäuchen im Fernsehen sehen, aber wären diese Kinder weis und hätten sie blonde Haare würde das anders aussehen, und ihr wisst ich habe recht.


Es ist nicht nur die Ethnie die uns daran hindert Solidarität zu zeigen, nein, auch für die eigenen Leute zeigen wir keine Solidarität, weder Botschaften noch ausländische Migrantenvereine protestieren, schreiben Briefe oder Helfen, wenn die eigenen Landsleute grobgesagt wie "Vieh" herumgeschoben werden.

Warum wir das tun? Ganz einfach, weil wir als Gast die Einstellung haben, wir dürften nichts sagen und sollten zufrieden sein, dass wir es nicht sind, die abgeschoben werden.

Es ist das Gefühl das man hat, dass man im "fremden" Haus nichts zu melden hat, aber ist das wirklich so? Sollte man wirklich nichts sagen wen man was falsches sieht? Sollte man wirklich diese Abschiebungspolitik befürworten oder stillschweigend hinnehmen?

Oder sind wir einfach arrogante Menschen die schlicht und einfach froh sind dass wir es in erster Linie gut haben, und was mit anderen geschieht uns nicht angeht?

Ich denke, etwas von allem ist es, dass uns so grausam menschlich macht.

Ich werde wohl wie die meisten auch nicht aufstehen und in Brüssel protestieren gehen, auch wen man das tun sollte, aber das mindeste was wir tun können ist darüber zu sprechen....den wer stirbt ...und niemand bemerkt es oder niemand redet darüber...dann ist das so..als hätte sie gar nicht gelebt...als hätte dieser Mensch gar nicht existiert.


Ich finde es grausam was dieser Frau geschehen ist, ich finde es schlimm dass wir so ein System haben und so eine Politik verfolgen, während Mio. und aber Mio. von Menschen und ich miteingeschlossen... sich täglich einen 300 Euro Ipod kaufen, uns 200 Euro Jeans kaufen, 100 Euro Samstags für Alkohol und Eintritt ausgeben... stirbt eine Frau, weil sie bei uns keinen "Platz" hatte..weil wir sie nicht wollten, obwohl sie Hilfe gebraucht hätte.

Es ist doch wirklich so, es ist so als klopft ein Mensch an der Tür und um Hilfe bittet und wir verjagen Ihn.


Ich will niemanden belehren,denn ich bin kein deut besser als jeder andere, aber empfinde eine Schuld, und das mindeste was ich tun kann, ist diese Ungerechtigkeit zu erwähnen und euch und mich ein wenig zum Nachzudenken zu bringen was überhaupt bei uns und mit uns geschieht.

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 17:26
von Genci85
Weil es Menschlich ist so zu sein, ein arbeitsloser Schweizer ist eben nicht das gleiche wie ein arbeitsloser Albaner. Das beste Beispiel dafür ist die USA, man sträubt sich gegen soziale Reformen, weil der Weisse Amerikaner Angst hat, denn armen Schwarzen zu unterstützen. Mit der Migration in Westeuropa ist auch die Akzeptanz für den sozialen Kahlschlag gestiegen, den die Wirtschaft und die Reichen haben es gut verstanden, den Albaner/Türken als faul darzustellen und somit Änderungen durch zubringen, welche nur denen dienen, die privilegiert sind.

Re: Wenn die Solidarität am Gastgefühl und Ethnie scheitert

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 18:22
von daylight
Alket hat geschrieben:
Ich frage mich, warum sind wir so grausam? Warum werden solche Fälle so wenig thematisiert, und warum zeigen wir so wenig Solidarität.

ja genau, dass frage ich mich auch :?

ich hatte von diesem fall bislang noch nichts gehört und es tut mir
leid für diese frau - sehr leid sogar.


soweit ich mich jedoch erinnere war deine meinung über ashkalis
letztens im einem anderen thread nicht die beste, als es um die
heirat mit einer albanerin ging.
leider habe ich deine posts nicht alle verstanden, da du albanisch
geschrieben hast - kann mich aber sehr wohl noch erinnern, dass
du mich recht doof angemacht hast als ich schrieb
**rassismus ist eine tragödie für jedermann**



und dass millionen menschen gar nichts empfinden wenn sie
schwarze kinder mit luftgefüllten bäuchen im fernsehen sehen,
dass ist deine aussage und es ist eine lüge -
ich und viele andere empfinden da sehr wohl etwas
und helfen auch gerne (mit spenden) - machst du das auch ?

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:10
von traurig077
seh ich in diesem fall mal wie daylight. wo fängts an und wo hörts auf?

wenn ich mitleid mit menschen erwarte muss ich sie aus meiner sicht auch in allen bereichen als mensh und nicht als minderwertig ansehen.

ich habe mitleid mit menschen, aber ich kann nicht alles leid dieser erde verhindern...

mir tut die familie leid, die in armut lebt und deshalb begehe ich ne straftat und schleuse sie hier ein...

das istn teufelskreis...

wo es gewinner gibt, gibt es auch verlierer. das hört sich hart an, aber es ist doch meistens so. wo einer gewinnt, verliert der andere...

jeder für sich kann nur versuchen etwas gutes zu tun... so wie diese frau unter der politik leideen musste (ich finde es wirklich schlimm und will nichts schönreden) profitieren genug andere schmarotzer davon ohne schlechtes gewissen...

solange es leute gibt, die hilfe schamlos ausnutzen wird es leute geben, die hilfe verwehren... was nun verwerflicher ist, ich weiß es nicht...

Re: Wenn die Solidarität am Gastgefühl und Ethnie scheitert

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:29
von Alket
daylight hat geschrieben:
Alket hat geschrieben:
Ich frage mich, warum sind wir so grausam? Warum werden solche Fälle so wenig thematisiert, und warum zeigen wir so wenig Solidarität.

ja genau, dass frage ich mich auch :?

ich hatte von diesem fall bislang noch nichts gehört und es tut mir
leid für diese frau - sehr leid sogar.


soweit ich mich jedoch erinnere war deine meinung über ashkalis
letztens im einem anderen thread nicht die beste, als es um die
heirat mit einer albanerin ging.
leider habe ich deine posts nicht alle verstanden, da du albanisch
geschrieben hast - kann mich aber sehr wohl noch erinnern, dass
du mich recht doof angemacht hast als ich schrieb
**rassismus ist eine tragödie für jedermann**



und dass millionen menschen gar nichts empfinden wenn sie
schwarze kinder mit luftgefüllten bäuchen im fernsehen sehen,
dass ist deine aussage und es ist eine lüge -
ich und viele andere empfinden da sehr wohl etwas
und helfen auch gerne (mit spenden) - machst du das auch ?
...herzilein... irgendwas muss dich wohl wirklich hart getroffen haben dass du meinst mich stetig von der Seite dumm anzumachen. Für deine Missverständnisse muss ich mich nicht rechtfertigen.


Jein, ich kenne das auch, und es ist so, sehr viele, denke dass die Mehrheit das auch kennt, dass man gegenüber "Fremden" weniger Mitgefühl empfindet als gegenüber "Bekannten"

Ja ich spende seit 2002 25 Fr. monatlich bei der Helvetas.... (was interessiert dich das überhaupt!? )

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:31
von Masar
Schöner Beitrag mit welchem du den Nagel mehr oder weniger auf den Kopf getroffen hast.

Der Mensch mutiert immer mehr zu einem Egoisten. Man muss nur auf sich selber Acht geben und lebt nur für sich und die Gesellschaft ist nicht wichtig. Das sieht man mitlerweile in allen Bereichen des Lebens, seien es die Menschen die ihre Eltern in ein ungemütliches Altersheim stecken obwohl diese sich da nicht wohl fühlen oder von mir aus können wir auch über die Ausbeutung der Entwicklungsländer reden. Es ist mir egal, dass die Menschen in armen Ländern hungern, solange ich meine Bananen und Kiwis günstig in Massen einkaufen kann und meine Klamotten ebenfalls günstig sind, interessiert mich dies nicht wirklich.
Jedes mal wenn ich meinen Kleiderschrank aufmache habe ich ein schlechtes Gewissen. Man steht davor und weiß nicht was man anziehen soll, aber nicht wiel man so wenig hat, sondern weil die Auswahl einfach zu groß ist. Naja wir leben in kranken Zeiten in denen es normal geworden ist, dass man nur auf sich selbst achtet und das wars auch schon....aber das wird meiner Meinung nach nicht lange weitergehen. Der Geist des Menschen ist stark genug, dass er daraus wieder ausbrechen wird und irgendwann werden die Menschen die wir Jahre lang ausgebeutet haben vor unserer Tür stehen und auf ihr Recht bestehen. Siehe jüngstes beispiel in Tunesien !

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:34
von traurig077
und zum spenden... ich habe da immer angst, dass es nicht ankommt.

ich kaufe obdachlosen etwas zu essen (weil ich angst habe, sie versaufen das geld), zu weihnachten kaufe ich nach wunschzettel von nem charitybaum geschenke für bedürftige kinder... viele kollegn von mir waren zu weihnachten beim roten kreuz und haben mit den armen weihnachten gefeiert,kuchen für sie gebracht..

ih habe einfach zuviel schiss, dass sich jemand an dem geld bereichert... siehe viele gut organisierte bettlerfamiliene (beine, finger usw. ab... und zu hause müssen sie das geld an einen geben, der den dicken q7 fährt).

man kann auch so ganz viel gutes tun und weiß es kommt an...

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:37
von Alket
traurig077 hat geschrieben:und zum spenden... ich habe da immer angst, dass es nicht ankommt.

ich kaufe obdachlosen etwas zu essen (weil ich angst habe, sie versaufen das geld), zu weihnachten kaufe ich nach wunschzettel von nem charitybaum geschenke für bedürftige kinder... viele kollegn von mir waren zu weihnachten beim roten kreuz und haben mit den armen weihnachten gefeiert,kuchen für sie gebracht..

ih habe einfach zuviel schiss, dass sich jemand an dem geld bereichert... siehe viele gut organisierte bettlerfamiliene (beine, finger usw. ab... und zu hause müssen sie das geld an einen geben, der den dicken q7 fährt).

man kann auch so ganz viel gutes tun und weiß es kommt an...
Das du tust du wirklich? :shock: Huut ab! du und deine Kolleginen seid wunderbar!!!

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:40
von traurig077
so war es nicht gemeint und ich wollte mich hier auch nicht loben... ich denke nur, dass geld spenden einfach ist, aber oft in die hose geht. es war nur dazu da um vielleicht beispiele zu geben was man in seiner nähe tun kann...

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:43
von Masar
Man muss auch wissen wie man spendet. Oft nützen Spendenaktionen niemandem außer dem Geberland selbst, was auch krank ist.

Als Beispiel kann man Altkleiderspenden nehmen. Wir haben hier viele Klamotten und sagen wir mal wir spenden diese an bedürftige Menschen. Die Auswirkungen sind folgende, die Menschen in diesen Ländern haben es nicht mehr nötig sich Kleider zu kaufen da sie diese sowieso umsonst bekommen. Was passiert mit dem Schneider und den Klamottenherstellern in diesen Ländern, sie gehen pleite weil keiner mehr bei ihnen kauft. Dies führt zu mehr Arbeitslosen und somit zu mehr Bedürftigen in diesen Ländern. Gleichzeitig wird jedoch die Wirtschaft im Geberland angekurbelt, da man nun ja neue Klamotten braucht und in den nächsten Laden geht um diese zu kaufen.
Sinnvolle Spenden sehen dann eher so aus, dass man Brunnenbauten oder den Bau von Fabriken und Landwirtschaft unterstützt...das wollen aber viele westliche Länder nicht, da sonst diese Länder vielleicht irgendwann auf eigenen Beinen stehen und konkurrenzfähig sind...what a wonderful world

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:53
von Alket
Masar hat geschrieben:Schöner Beitrag mit welchem du den Nagel mehr oder weniger auf den Kopf getroffen hast.

Der Mensch mutiert immer mehr zu einem Egoisten. Man muss nur auf sich selber Acht geben und lebt nur für sich und die Gesellschaft ist nicht wichtig. Das sieht man mitlerweile in allen Bereichen des Lebens, seien es die Menschen die ihre Eltern in ein ungemütliches Altersheim stecken obwohl diese sich da nicht wohl fühlen oder von mir aus können wir auch über die Ausbeutung der Entwicklungsländer reden. Es ist mir egal, dass die Menschen in armen Ländern hungern, solange ich meine Bananen und Kiwis günstig in Massen einkaufen kann und meine Klamotten ebenfalls günstig sind, interessiert mich dies nicht wirklich.
Jedes mal wenn ich meinen Kleiderschrank aufmache habe ich ein schlechtes Gewissen. Man steht davor und weiß nicht was man anziehen soll, aber nicht wiel man so wenig hat, sondern weil die Auswahl einfach zu groß ist. Naja wir leben in kranken Zeiten in denen es normal geworden ist, dass man nur auf sich selbst achtet und das wars auch schon....aber das wird meiner Meinung nach nicht lange weitergehen. Der Geist des Menschen ist stark genug, dass er daraus wieder ausbrechen wird und irgendwann werden die Menschen die wir Jahre lang ausgebeutet haben vor unserer Tür stehen und auf ihr Recht bestehen. Siehe jüngstes beispiel in Tunesien !
Es ist Kontrovers, Menschen die weniger haben zeigen viel mehr Solidarität, sind hilfsbereiter und freundlicher, als Menschen die mehr haben, das ist vielleicht etwas zu pauschal gesagt, aber ich merke dass wen ich in Kosova bin, und höre es auch von anderen Menschen die in ärmeren Länder ihre Ferien verbracht haben, wie zbsp. Cuba, afrikanische oder asiatische Länder.

Ich spreche übrigens auch ein stück weit aus meiner Person, als ich und als Albaner heraus, bei uns wird die Abschiebung sehr wenig bis gar nicht thematisiert, es gibt ja mitlerweilen tausende Fälle, und immer wieder geschiehte es dass ein ganzes Dorf für die Familie auf die Strasse geht, aber wie man selbst hier im Forum bemerkt, wird das eher ignoriert, ich denke aber nicht bewusst, sondern eher unbewusst.

Also ich habe noch kein Thema darüber gelesen, noch im Tv oder sonst wo was mitbekommen, und ich finde das traurig, und nochmals, ich will hier niemanden belehren, denn ich bin ein teil von "wir", ich habe das immer ein wenig verfolgt...bei Fall Zogaj aus Österreich war ich hin und her gerisse...aber jetzt..muss ich ehrlich zugeben, dass Kosova einen Fehler gemacht hat dass es den Vertrag zur Rückführung unterzeichnet hat. Und bei der Familie Zogaj aus Österreich haben viele Albaner sogar empörend reagiert weil sie sich geweigert haben auszureisen.


UND NOCH ETWAS!!

Diese Auschaffungspolitik war 1997, 1998 und 1999 noch schlimmer, da wurde offiziell behauptet die Menschen würden in Kosova nicht gefährdet sein, und haben hunderte Leute abgeschoben.


Die Auschaffungspolitik zu kritisieren, heist ja nicht sich gegen Deutschland zu stellen, oder gegen die Schweiz oder Österreich, das ist Demokratie, man kann einem nicht seine Rechte verwehren (sprich demjenigen gleich zu sagen, hau doch ab wens dir nicht gefällt) nur weil er seine Meinung äussert. das wollte ich auch noch sagen.

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 19:57
von Masar
Alket hat geschrieben: Es ist Kontrovers, Menschen die weniger haben zeigen viel mehr Solidarität, sind hilfsbereiter und freundlicher, als Menschen die mehr haben, das ist vielleicht etwas zu pauschal gesagt, aber ich merke dass wen ich in Kosova bin, und höre es auch von anderen Menschen die in ärmeren Länder ihre Ferien verbracht haben, wie zbsp. Cuba, afrikanische oder asiatische Länder.
Genau so ist es. Bei uns in der Moschee kommen sehr viele Somalis aus dem Asylantenheim zum beten. Jedes mal wenn Spenden gesammelt werden, siehst du sie, die so gut wie nichts haben, dass sie was geben. Immer ein oder zwei Euro oder wie viel sie gerade da haben. Für sie ist das viel Geld. Ich komme mir da jedes mal elends vor wenn ich mir überlege wie viel ich eigentlich tun könnte, aber nicht mache...manche werden mit Armut geprüft und manche mit Reichtum.

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 20:05
von Alket
Masar hat geschrieben:
Genau so ist es. Bei uns in der Moschee kommen sehr viele Somalis aus dem Asylantenheim zum beten. Jedes mal wenn Spenden gesammelt werden, siehst du sie, die so gut wie nichts haben, dass sie was geben. Immer ein oder zwei Euro oder wie viel sie gerade da haben. Für sie ist das viel Geld. Ich komme mir da jedes mal elends vor wenn ich mir überlege wie viel ich eigentlich tun könnte, aber nicht mache...manche werden mit Armut geprüft und manche mit Reichtum .
Ein sehr sehr sehr weiser Spruch, gefällt mir sehr, muss ich mir merken.

Bei uns gibt es ja auch immer diese Geschichten, über den so und so ....der fast nichts hatte, aber dem Gast trotzdem dieses "fast nichts" anbot.

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 20:13
von traurig077
hast du recht alket, finde ich zu pauschal... ich stör dann mal nicht weiter beim auf die schulter klopfen, gehöre schliesslich zu den bevorteiligten weil ich nicht in nem armen land oder einer armen familie aufgewachsen bin... sorry, aber da gehts für mich los... wenn man andere leute so auch nur latent herabsetzt und sie straft weil sie eben nicht in armen verhältnissen geboren sind... was wird da erwartet???

irgendwie kann mans einigen nie recht machen... und ich fühle mich als einzelperson nicht verantwortlich für die poitik in meinem land. ich bin mit all dem nicht einverstanden, aber das interessiert keinen, irgendwie wird man doch immer wieder mit in den pott geworfen. genauso wie albaner meinen sie werden auch immer wieder in einen pott geworfen...

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 21:32
von Lilli
schön bissel länger her, da hab ich zufällig einen afghanischen film aufgeschnappt. da ging es eigentlich um ein mädchen, daß sich so sehr gewünscht hat, ein junge zu sein, damit es arbeiten gehen darf, um mutter und großmutter zu unterstützen. jedefalls dieses mädchen hat sich als junge ausgegeben, damit sie arbeiten gehen kann. diese leute da, die hatten gar nichts, also da ging es wirklich ums pure überleben. der händler oder was das war, wo sie dann arbeiten konnte, der hat ihr als bezahlung eine halbe melone gegeben für 3 hungrige mäuler :shock: er hatte selber nicht mehr. da hat sich schon was zusammengezogen in mir :?

troztdem kann ich nun mal nicht einfach mein halbes abendessen dahin schicken, damit dort keiner verhungert. ich kann nur vorsichtig mit dem überfluss umgehen, den ich hier so habe. also eben aufpassen, daß nichts weggeworfen wird, daß man nicht ständig unnötig im überfluss schwimmt. und eben, wie schon meine vorschreiber sagen, lieber hilfe zur selbsthilfe unterstützen, als pur einfach geld zu spenden, so ein bißchen nach dem motto "hauptsache gespendet". aber sowas ist sehr schwierig zu überblicken, wie ja hier auch schon mehrfach geschrieben wurde.

ich versuche einfach, meinem nächsten zu helfen. nachbar, freunde, bekannte. da gibt es auch genug, die mal in der klemme stecken. oder vor ort gibt es ja auch genug projekte, wie traurig schon schrieb. klar, so gesehen, steht mir jemand, den ich kenne natürlcih näher, als mr. xy aus timbuktu.

Verfasst: Fr, 14. Jan 2011, 21:40
von Lilli
oh und mir ist nochwas eingefallen, zum ursprungsthread. ich glaub, wenn man diese typischen schwarzen armen kinder sieht, dann ist das "normal". also nicht falsch verstehen, aber wenn es blonde weisshäutige wären, wäre der aufschrei deswegen vielleicht so groß, weil man davon ausgeht, daß die ja wo wohnen müßten, wo es genug gibt eigentlich. da wäre es noch "schlimmer", wenn jemand verhungert, noch dazu ein kind. also quasi mitten im überfluss.

bei uns in der nähe gab es einen fall, da ist eine alte frau verhungert und ihr sohn fast auch noch. das war deswegen so schlimm, weil es hier ja eigentlich genug gibt. aber irgendwie sind die durchs soziale netz gerutscht. nicht, daß ihnen nichts zugestanden hätte, sondern sie wußten wohl nicht, wo sie was anfordern können. ich kanns nicht richtig erklären. sie waren wohl etwas "zurückgeblieben" wie man so schön sagt, aber eben nicht richtig behindert. die ämter hier waren mittleschwer entsetzt, daß keiner je was gemerkt hat, also weder von ihnen selbst, als auch von nachbarn, bekannten oder so.

Verfasst: Sa, 15. Jan 2011, 2:54
von Alket
traurig077 hat geschrieben:hast du recht alket, finde ich zu pauschal... ich stör dann mal nicht weiter beim auf die schulter klopfen, gehöre schliesslich zu den bevorteiligten weil ich nicht in nem armen land oder einer armen familie aufgewachsen bin... sorry, aber da gehts für mich los... wenn man andere leute so auch nur latent herabsetzt und sie straft weil sie eben nicht in armen verhältnissen geboren sind... was wird da erwartet???

irgendwie kann mans einigen nie recht machen... und ich fühle mich als einzelperson nicht verantwortlich für die poitik in meinem land. ich bin mit all dem nicht einverstanden, aber das interessiert keinen, irgendwie wird man doch immer wieder mit in den pott geworfen. genauso wie albaner meinen sie werden auch immer wieder in einen pott geworfen...
Tut mir leid ich hab das nicht so gemeint,das war wirklich pauschal, da hast du recht.

Du verstehst mich nicht, in erster Linie geht es mir um die Albaner selbst, ich war und bin immer positiv sehr erstaunt wenn ganze Dörfer in Deutschland mobil machen gegen die drohende Abschiebung einer albanischen Familie,da werden von Schulindern Parolen gezeichnet, von den Eltern Geld gesammelt und Druck gemacht und von den Gemeindebehörden politisch Druck gemacht, und auch die Kirche ist immer dabei, obwohl es um Menschen muslimischer Glaubens handelt! Aber gleichzeitig wird das in der albanischen Gesellschaft, vor allem eben in der Diaspora gar nicht wirklich thematisiert, jedenfalls empfinde ich das so. Und wenn dann eine Roma Frau aus dem Kosovo stirbt weil die Behörden in Deutschland (ich will nicht vorurteilen aber ich denke schon dass sie einen Fehler begangen haben) Mist gebaut haben, denn wie kann man eine todkranke Frau abschieben? Dann regt sich ja auch nichts grosses. Als ich das las stellte ich mir einfach frage, was wäre wen Sie Albanerin gewesen wäre? Dann wäre das nicht nur in den albanischen Medien, sondern sicher auch hier im Forum thematisiert worden. Und ich habe mehrmals geschrieben dass ich niemanden an die Wand nageln will und dass ich mich stehts als einer von denen sehe die selbst unbewusst diese ignorante Weltansicht haben, denn ich erwische mich stehts immer wieder dabei, und ich dachte ich hätte das deutlich gemacht indem ich immer "wir" und "uns" verwendet habe.

Daher auch der Titel... Wenn die Solidarität an der Ethnie oder Gastkultur scheitert...

Ich meine, und ich empfinde dass auch so, dass wir in der Diaspore dieses Thema gar nicht thematisieren, weil wie eben am Anfang geschrieben, wir uns wohl auch nicht richtig getrauen, und so empfunden wird, als würde man den Staat angreifen in dem man lebt, als wäre es eben eine "Frechheit" einem "Deutschen" zu sagen, nein dass ist falsch, da er eben sagen könnte..was geht dich das an...wen es dir nicht passt den geh doch....denn ich finde es gibt keine Deutsche und Ausländern, sondern ein wir, im Text überschneide ich dieses, so dass man nicht mehr weis ob ich im Namen der "Albaner" rede, oder im Namen der ganzen Gesellschaft hier, dass stimmt. Aber mir fällt es schwer immer zwischen wir und sie, und sie und wir zu unterscheiden, auch wen ich manchmal in diese Falle getappt bin, so will ich das aber nicht sehen, weder noch empfinde.

Verfasst: Sa, 15. Jan 2011, 14:39
von Estra
Solidarität scheitert meistens schon vor der Haustür am Mangel an Mitgefühl.
Oder an der Ignoranz jedes einzelnen, sein Umfeld wahrzunehmen.
Diese Frau wurde abgeschoben, das ist das eine. Warum niemand, der sie kannte oder davon wusste und der die Möglichkeit hatte, ihr die nötigen Medis besorgt hat, ist das andere.
Ich finde es schön und eine kleine Anerkennung an die grosse Solidarität vieler, die das stillschweigend machen, dass die letzten Jahre oftmals Menschen zum "Schweizer des Jahres" gewählt worden sind, die sehr viel Gutes tun und grosse Solidarität leben, dort wo es gebraucht wird, sei es Dr. Beat Richner, Lotti Latrous, Dr. Rene Pretre oder eben diesjährig gekührt, Marianne Kaufmann und Rolf Maibach.