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Reisesicherheit weltweit
Verfasst: Di, 08. Dez 2009, 13:27
von Ralf K.
Hallo,
ein interessante Studie zum Thema Reisesicherheit wird hier (
http://blog.zeit.de/ausgepackt/2009/12/ ... ersten_726 ) erwähnt.
Was könnte da mit mittlerem Risiko in Teilen von Albanien gemeint sein? Welche Landesteile, welche Risiken?
Ich selber empfand meine Reise nach Albanien als sehr risikoarm, auch den Straßenverkehr [1].
Gruß, Ralf
[1] verglichen mit anderen Reisezielen, wo ich vorher auch ohne Schrammen durchgekommen bin
Verfasst: Di, 08. Dez 2009, 13:44
von Lars
gemäss Karte ist vor allem der Norden betroffen.
Das stützt sich wohl auf Aussagen für Reisende wie beim EDA:
Im Grenzgebiet zu Montenegro und Kosovo sind noch Blindgänger und Minen vorhanden. Halten Sie sich deshalb strikt an die häufig befahrenen Strassen und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.
Oder diejenigen des Departments of State
U.S. Government employees need permission to travel to the northern administrative districts of Shkoder, Malesi E Madhe and Tropoje (with the exception of the route along the national road to Montenegro and the city of Shkoder) and to the southern town of Lazarat, with such travel restricted to secure vehicles with escort. Travel restrictions for U.S. Government employees have been lifted for overnight stays in the city of Shkoder.
Strassenverkehr ist meines Erachtens das grösste Risikoproblem. Aber auch hier der Hinweis, dass Albanien und Kosova nirgends als unsicherer gilt als zB Athen, Istanbul, Sizilien, Thailand, Bali. Aber gerade solche Karten können nur Annäherungsversuche sein, etwas grob zu verallgemeinern.
Verfasst: Di, 08. Dez 2009, 15:27
von volkergrundmann
Für das Reiserisiko im Balkan habe ich eine persönliche Subjektivskala. In Thessaloniki haben sie meiner Frau einmal das Portemonaie geklaut, in Bukarest zweimal und in Berlin dreimal. Zuzüglich wurde in Berlin noch in unser Haus eingebrochen. Nun ratet mal, welche der Städte ich für die Verbrechenshauptstadt des Balkan halte.
Aber im Ernst, solche Berichtskamellen stellen manche Journalisten zielgerichtet für die Saure-Gurken-Zeit her und machen sich selten die Mühe, wirklich aktuell zu sein. Zwischen 1999 und etwa 2003 galt Albaniens Norden tatsächlich wegen der Wegelagerei als recht gefährlich. Zwischen 2005 und 2008 galt das Gebiet als sicher, es fanden keine Überfälle auf Reisende statt. Jetzt kommt das Phänomen allerdings in Einzelfällen wieder hoch, wie es scheint, sind einige der damaligen Spezialisten wegen der Wirtschaftskrise aus Italien nach Hause zurück gekehrt. Erst vor ein paar Tagen haben sie einen gewöhnlichen Dorf-Furgon bei Burrel angehalten und die Insassen ihr bisschen Zeug abliefern lassen. Noch sind es aber statistische Einzelfälle, laut ADAC hat es so etwas in den letzten Jahren z.b. auch in Frankreich gegeben.
Was die Minen betrifft, ganz AL gilt, nach Aussagen hochrangiger deutscher Militärs, als geräumt, es gibt diesbezüglich keine Gebietseinschränkungen. Der Kosovo gilt aber noch nicht als minenfrei und der Aufstieg zum Korab von FYROM-mazedonischer Seite ist auch nicht frei, die diesbezüglichen Besteigungsaktionen bedürfen dort der Genehmigung und finden in militär-begleiteten Gruppen statt. Der Aufstieg von albanischer Seite ist anstrengender, dafür aber minen- und genehmigungsfrei.
Verfasst: Mi, 09. Dez 2009, 23:29
von Lars
volkergrundmann hat geschrieben:Der Kosovo gilt aber noch nicht als minenfrei und der Aufstieg zum Korab von FYROM-mazedonischer Seite ist auch nicht frei, die diesbezüglichen Besteigungsaktionen bedürfen dort der Genehmigung und finden in militär-begleiteten Gruppen statt. Der Aufstieg von albanischer Seite ist anstrengender, dafür aber minen- und genehmigungsfrei.
ich glaube, das mit den Minen am Korab ist nur ein schlechtes Märchen, das vermutlich von der mazedonischen Armee gestreut wird, um die Berggängerei dort zu unterbinden und die Schmugglerei unter Kontrolle zu halten.
Ich war da oben – kann mir nicht vorstellen, welches strategische Interesse da für Minen sprechen sollte.
Re: Reisesicherheit weltweit
Verfasst: Do, 10. Dez 2009, 0:21
von noguzziplies
Ralf K. hat geschrieben:Hallo,
...
was die allgemeine Sicherheit angeht die scheint mir geringer als in vielen anderen östlichen/südöstlichen Ländern und darin würde ich auch kein Problem sehen.
Ich selber empfand meine Reise nach Albanien als sehr risikoarm, auch den Straßenverkehr [1].
Hi Ralf,
Wer bei einigermaßen realistischer Betrachtungsweise den Straßenverkehr als risikoarm beurteilt war wohl entweder nicht dort, ist nur Bus gefahren oder sollte seine Einschätzung überdenken.
Das größte Risiko ist doch wohl eindeutig der Straßenverkehr, da schenkt er sich auch keineswegs etwas mit anderen vergleichbaren Ländern.
Allein die glückliche Tatsache, ohne Schrammen durchzukommen sagt da wohl nichts darüber aus. Da gehört neben Vorsicht und anderen Verhaltensmustern immer auch etwas Glück dazu.
Grüße und wünsche dir immer eine "schrammenfrei" Fahrt, Werner

Re: Reisesicherheit weltweit
Verfasst: Di, 22. Dez 2009, 10:50
von Ralf K.
noguzziplies hat geschrieben:
Wer bei einigermaßen realistischer Betrachtungsweise den Straßenverkehr als risikoarm beurteilt war wohl entweder nicht dort, ist nur Bus gefahren oder sollte seine Einschätzung überdenken.
Naja, ich war mit dem Mopped unterwegs. Und ich bleibe dabei, daß die Straßenverkehrsverhältnisse in Ordnung waren. Damit du Dir ein Bild machen kannst, mit welchen Ecken dieser Welt ich vergleiche, nenne ich Dir ein paar "heiklere" Ecken, wo ich per Mopped war: einige Städte in Marokko und Tunesien, Genua, Karlsruhe, Stuttgart, Teheran, Bandar Abbas, Meshhed, Istanbul, Anatolien. In ungefähr dieser Reihenfolge meiner Risikoabschätzung.
Gruß, Ralf
Verfasst: Di, 22. Dez 2009, 13:58
von noguzziplies
hallo Ralf,
solche Einschätzungen sind wahrscheinlich doch immer sehr subjektiv geprägt. Ich würde z.B. Istanbul als unproblematischer einschätzen. Iranische Städte allerdings nicht, meine Reihenfolge sieht anders aus. In Albanien war's aber weniger der Stadtverkehr sondern die allgegenwärtige Rücksichtslosigkeit, die in so krassem Widerspruch zu meinen restlichen Eindrücken im Land stand.
Habe Albanien als sehr reizvolles Reiseland und mit sehr freundlichen Menschen erlebt.
Übrigens auch mit dem Motorrad, Bericht wie auch alle anderen stehen auf meiner homepage.
Grüße aus dem Allgäu, Werner

Verfasst: Di, 22. Dez 2009, 14:29
von Ralf K.
noguzziplies hat geschrieben:
solche Einschätzungen sind wahrscheinlich doch immer sehr subjektiv geprägt.
Genau. Deswegen schreibe ich ja auch ausdrücklich von meinen Eindrücken.
noguzziplies hat geschrieben:
In Albanien war's aber weniger der Stadtverkehr sondern die allgegenwärtige Rücksichtslosigkeit, die in so krassem Widerspruch zu meinen restlichen Eindrücken im Land stand.
Rücksichtslosigkeit ist genau das Hauptmerkmal, nach dem ich sortiere. Und wie schon mal an anderer Stelle hier im Forum berichtet, hatte ich in Albanien nur in der Gegend von Kukes ein paar unschönere Begegnungen mit Jugendlichen.
Gruß, Ralf