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Erben und Vererben im Kosova

Verfasst: So, 29. Mär 2009, 5:56
von flutura
Wer kennt sich mit erbrechtlichen Fragen aus? Der Fall sieht folgendermaßen aus:
Ein Kosovo-Albaner ist in zweiter Ehe mit einer Deutschen verheiratet, mit der er auch in Deutschland lebt. Er hat aus erster Ehe Kinder. Im Kosovo besitzt dieser Mann ein Haus. Nach welchem Recht wird im Falle eines Erbfalls vererbt, nach dem kosovarischen oder dem deutschen? Was "sagt" das kosovarische Erbrecht in solch einem Fall, wenn kein Testament vorliegt? Gibt es da so etwas wie einen Pflichteil für die Kinder?

Verfasst: So, 29. Mär 2009, 10:57
von Koby Phoenix
Es gibt den Kulturellen Erbrecht, das besagt, das der Mann den Söhnen egal aus welcher Ehe sein Erbgut in gerechter Stücke aufteilt.
Dies geschieht eigentlich automatisch, weil der Kanun (das Regelwerk der alten Albaner) dies besagt.
Wenn die Söhne nicht gemeinsam in einem Haus leben wollen, so bekommt der ältere das Haus, worauf er aber Sorge zu tragen hat, seinen Brüdern beim neuen Hausbau zu helfen.

Außerdem darf kein Haus verkauft werden, ohne das die anderen Brüder einstimmen, sei es das sie im gleichen Haus oder in der Nachbarschaft leben, damit sozusagen kein falscher Nachbar nachher einzieht oder die Brüder nicht benachteiligt werden.

Die Töchter bekommen nichts ab, da sie verheiratet werden.


Im justiziellen Bereich liegen sicherlich bestimmte Regelungen vor, doch das ist nur wenn ein Gerichtsverfahren nötig dafür wäre, wenn also die
Männer sich trotz des kulturellen Regelwerk streiten.

Verfasst: So, 29. Mär 2009, 11:24
von Koby Phoenix
Wenn das Haus in Kosovo ist und die Kinder in Kosovo sind, dann wird nach dem kosovarischen Recht gehandelt und nach den kosovarischen Sitten.
Sind die Kinder und der Mann Deutsche Staatsbürger, so wird auch nach dem Kosovarischen Recht gehandelt, denn wo das Haus steht, da sind auch die Regelungen und Sitten.

Verfasst: So, 29. Mär 2009, 14:04
von Zamira
Es sollte auch nicht vergessen werden, dass die Grundstücke, auf denen die Häuser gebaut werden, häufig noch auf den Namen des Vaters, Großvaters oder Urgroßvaters eingetragen sind....

Da schaust Du als Ehefrau sowieso in die Röhre.

Verfasst: So, 29. Mär 2009, 14:23
von Lars
Koby Phoenix hat geschrieben:Wenn das Haus in Kosovo ist und die Kinder in Kosovo sind, dann wird nach dem kosovarischen Recht gehandelt und nach den kosovarischen Sitten.
Sind die Kinder und der Mann Deutsche Staatsbürger, so wird auch nach dem Kosovarischen Recht gehandelt, denn wo das Haus steht, da sind auch die Regelungen und Sitten.
grob geschätzt würde ich dem widersprechen. Meines Erachtens müsste das internationale Zivilrecht dem Recht am Ort, wo der Verstorbene seinen Lebensmittelpunkt hatte, den Vorrang geben – und das fürs ganze Vermögen des Erblassers. Ob sich das dann auch in Kosova durchsetzen lässt, ist, wie Zamira sagt, eine andere Frage.

Verfasst: So, 29. Mär 2009, 22:27
von flutura
Danke an allle, die (bis jetzt) geantwortet haben. Das ist schon ein kniffliges Thema...
Hier noch ein Paar Details:
Das Haus im Kosovo ist auf den Mann eingetragen. Er selber lebt in Deutschland, hat aber noch nicht die dt. Staatsangehörigkeit. Die Kinder leben mit der Ex-Ehefrau in Westeuropa.
Hat jemand im ähnlich gelagerten Fall schon konkrete Erfahrungen gemacht? Ich freue mich über jede weitere Zuschrift.
Ciao

Verfasst: Mo, 30. Mär 2009, 0:24
von drecja
es greift internationales erbrecht! gerade jetzt im kosovo nur praktiziert das keiner und wenn du als frau dein recht einklagst wirst auf traditioneller ebene keine freude an deinem gut haben!!!

Verfasst: Mo, 30. Mär 2009, 16:41
von hansi
flutura... gibs auf :D

Verfasst: Di, 31. Mär 2009, 16:47
von Estra
Also ganz einfach gesagt, praktiziert wird meistens so, dass das Erbe auf die Söhne aufgeteilt wird. Darum ja auch die Idee für jeden Sohn ein Haus bauen...

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 9:01
von hansi
eigentlich ganz traurig das ganze!
ich habe auch 2 schwestern, sie bekommen nix und ich ca. 20 hektaren land und ein schönes haus :D

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 9:53
von Melissa23
Estra hat geschrieben:Also ganz einfach gesagt, praktiziert wird meistens so, dass das Erbe auf die Söhne aufgeteilt wird. Darum ja auch die Idee für jeden Sohn ein Haus bauen...

na zum Glück komm ich nicht aus Kosove, denn bei uns ist das mittlerweile nicht mehr so das nur die Söhne was Erben.
Ich denke das liegt dann auch an der Familie wem sie was vererben. Bei mir ist es so später einmal alle das gleiche bekommen egal ob Sohn oder Tochter.

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 10:06
von hansi
Melissa woher kommst Du? Wenn Ich fragen darf?

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 10:07
von Melissa23
hansi hat geschrieben:Melissa woher kommst Du? Wenn Ich fragen darf?
Mazedonien / Kumanova

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 10:31
von hansi
du willst aber nicht sagen dass bei euch in kumanova auch die tochter etwas bekommt? hahahaha

obwohl, ich weiss dass heute 1. april ist :D

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 11:02
von Melissa23
hansi hat geschrieben:du willst aber nicht sagen dass bei euch in kumanova auch die tochter etwas bekommt? hahahaha

obwohl, ich weiss dass heute 1. april ist :D
Also es ist vieleicht nicht gang und gebe aber auch die Töchter erhalten was vom Erbe. Schliesslich leben wir nicht in der Steinzeit. Ich kenne einige die auch geerbt haben obwohl sie weiblich waren stell dir das mal vor :wink:

unglaublich oder :lol:

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 11:35
von A-Katana
Melissa23 hat geschrieben: Also es ist vieleicht nicht gang und gebe aber auch die Töchter erhalten was vom Erbe. Schliesslich leben wir nicht in der Steinzeit. Ich kenne einige die auch geerbt haben obwohl sie weiblich waren stell dir das mal vor :wink:

unglaublich oder :lol:
Dann hast du ja nochmal glück gehabt :lol: :wink:

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 13:52
von hansi
Melissa23 hat geschrieben:Also es ist vieleicht nicht gang und gebe aber auch die Töchter erhalten was vom Erbe. Schliesslich leben wir nicht in der Steinzeit. Ich kenne einige die auch geerbt haben obwohl sie weiblich waren stell dir das mal vor :wink:

unglaublich oder :lol:
kenn mich gut aus, hab verwandte bei euch
ihr seid schon ein paar jahre hinter uns :D

sag was du willst es ist aber wahr! hihihi

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 16:36
von A-Katana
hansi hat geschrieben:
Melissa23 hat geschrieben:Also es ist vieleicht nicht gang und gebe aber auch die Töchter erhalten was vom Erbe. Schliesslich leben wir nicht in der Steinzeit. Ich kenne einige die auch geerbt haben obwohl sie weiblich waren stell dir das mal vor :wink:

unglaublich oder :lol:
kenn mich gut aus, hab verwandte bei euch
ihr seid schon ein paar jahre hinter uns :D

sag was du willst es ist aber wahr! hihihi
So gesehen regelt das jede Familie anders :wink: Warum sind die MK-Albaner paar Jahre hinter uns???? :roll: :roll: :roll:

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 16:43
von A-Katana
Lars hat geschrieben:
Koby Phoenix hat geschrieben:Wenn das Haus in Kosovo ist und die Kinder in Kosovo sind, dann wird nach dem kosovarischen Recht gehandelt und nach den kosovarischen Sitten.
Sind die Kinder und der Mann Deutsche Staatsbürger, so wird auch nach dem Kosovarischen Recht gehandelt, denn wo das Haus steht, da sind auch die Regelungen und Sitten.
grob geschätzt würde ich dem widersprechen. Meines Erachtens müsste das internationale Zivilrecht dem Recht am Ort, wo der Verstorbene seinen Lebensmittelpunkt hatte, den Vorrang geben – und das fürs ganze Vermögen des Erblassers. Ob sich das dann auch in Kosova durchsetzen lässt, ist, wie Zamira sagt, eine andere Frage.
Ich bezweifle das sie diese Dinge in KS durchsetzen lassen. Es sei denn man hat Geld :lol: Mit Geld ist alles möglich :wink:

Verfasst: Mi, 01. Apr 2009, 17:03
von hansi
A-Katana hat geschrieben:So gesehen regelt das jede Familie anders :wink: Warum sind die MK-Albaner paar Jahre hinter uns???? :roll: :roll: :roll:
ich rede jetzt nicht vom ganze, ich weiss, es gibt auch ausnahmen! ;)

warum? die singen doch immernoch tallava hahahaha