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Verfasst: Di, 31. Jul 2007, 16:52
von clari
wir werden da bestimmt noch drüber sprechen aber im moment ist alles noch auf wolke 7....ich denke danach kommen die ernsten themen...
so das wars dann auch für mich für heute...mach den pc jetzt aus...habe feierabend....also evtl bis morgen....
Verfasst: Di, 07. Aug 2007, 11:44
von skenderbe
Die Idee finde ich sehr toll und deshalb sage ich auch was, aber ich glaube ich werde eine andere Geschichte erzählen als man bis jetzt so gelesen hat.
Mein Vater kam schon im jungen Alter in die Schweiz. Er wollte sich etwas aufbauen und da war die Schweiz das richtige dazu. Am Anfang hat er blos Teller gewaschen und später arbeitete er in einem Caffe. Als er seinen ersten Lohn erhielt, schickte er fast alles nach hause zu seiner Familie und bei den darauf folgenden Löhnen machte er es nicht anders. er behielt nur das Nötigste zum überleben. Er wohnte mit 5 anderen Ausländern, die kein Wort deutsch beherrschten, in einer Wohnung für Emigranten. Damals hatte mein Vater eine Verlobte zuhause, meine Mutter. er wollte unbedingt die Papiere erhalten um sie nach kommen zu lassen. Schliesslich kehrte er zurük um seine Verlobte zu heiraten. kurz nach der Heirat, kam er zusammen mit meiner Mutter und meinem Onkel in die Schweiz, Das war im Jahre 1989. Ein Jahr darauf, kam ich auf die Welt. Ich wurde also nicht in meiner richtigen Heimat geboren, sondern in, für mich, einem fremden Land. Meine Geschwister kamen auch alle in der Schweiz auf die Welt und so blieb uns das harte Leben ersparrt. Falsch gedacht. Wir hatten es ziemlich schwer. keiner ausser mein Vater konnte richtig Deutsch und somit war es um so schwieriger Arbeit, aber vorallem Anerkennung zu finden. Wir lebten insgesammt zu sechst in einer alten 3.5 Zimemr Wohnung. Mein Vater arbeitet als Kranken Pfleger und meine Mutter arbeitete in einer Fabrik und das in der Nachtschicht.
Jedenfalls orrientierte sich mein Vater in Richtung Versicherungen und schloss eine Hochschule für Versicherungen in der Schweiz ab.
Mein Onkel wurde Informatiker und zog in eine andere Wohnung gleich 2 Stockwerke unter uns und heiratete eine Albanerin aus Deutschland ein paar Jahre später. Viele Schweizer verknüpfen Kosova mit dem Krieg und das ist leider etwas prägendes in der Kosovarischen Geschichte.
Ich war noch ziemlich Jung als die ersten Unruhen anfingen und doch war ich mir bewusst was das bedeutet. Ich verlor viele Verwandte auf dem Kriegsfeld, während sie versuchten für die Freiheit zu kämpfen.
Meine Mutter sagte mir, jeder der in irgendeiner Form die Freiheit anzustreben versucht ist dein Bruder und jede die einen Funken Hoffnung für die Freiheit und die heile Rückkehr der Soldaten aus dem Kreigt hat, ist deine Schwester. Jeder Vater der selbst sterben würde um seiner Familie das Leben zu schenken, ist dein Onkel und jede Mutter die stehts auf ihren Mann wardet und ihre Kinder im richtigen Sinne aufzieht, sit deine Tante. Im Alter von ca. 3 Jahren hatte ich das gelehrnt und bis heute erinnere ich mich daran. Meine Eltern hingen sehr an ihre Heimat und damit wuchs ich auf, denn das war es, was sie stolz machte. Wir Albaner schlossen uns auch nach dem Krieg zusammen. Es gab immer wieder Veranstaltungen zu Gedenken der Tapferen Frauen und Männer die für ihr Land das Leben liessen und immer gieng ich auf die Bühne sagte meine Versen auf, die ich mühevoll auswändig gelehrnt habe und einige davon sind mir bis heute noch geblieben. Immer wieder weinte ich, wegen den Brüdern, Schwestern, Onkeln und Tanten die ich verloren habe und immer wieder war ich wütend. Wütend, Tag für Tag. Bis heute hat sich das nicht geändert. Ich war niemals wütend, auf dass vergossen Blut, nie wütend auf diese ständige Angst und ich war nicht einmal wütend auf die Serben die dieses Leid versursacht haben. Ich war wütend, weil ich nicht an der Seite meiner Brüder, Schwestern, Onkel und Tanten sein konnte. Ich war so Jung und doch hätte ich für diese Heimat, die ich bis damals noch nie erblickt habe, gekämpft. in zarten Alter von 5 Jahren sagte ich das schon. und heute, mit 17 Jahren ist es nicht anders. Als ich das erstemal Kosova gesehen habe, war ich ungefähr 6. Als wir aus dem Flugzeug stiegen, packte ich meine Mutter am Rock und fragte sie wo wir hier sind. Sie sagte mir du bist zuhause in Kosova. Ich sah mich herum und noch auf der Flugpiste, küsste ich den Boden und meine Brüder taten es mir nach. Viele Flugpassagiere waren das erstemal seit dem Krieg wieder in Kosova und fingen an zu weinen als sie uns sahen. Ein alter Mann kam zu mir auf die Knie und hielt meine Hand. Bei ihm bildete sich ein Lächeln und schliesslich auch Tränen und dann küsste er ebenfalls den Boden.
Das waren soziemlich die Ausschlaggebendsten Erinnerung, die ich hatte. Ich könnte den ganzen Tag noch weitere Geschichten erzählen, doch leider fehlt mir die Zeit. Ich denke mal jetzt habe ich in der Länge etwas übertrieben, wie so oft auch, und doch habe ich das Gefühl das ich noch Stunden lang über diese Zeit erzählen könnte.
Falls du meine Geschcihte in dein Buch verwenden willst, so kannst du einfach meinen Usernamen eingeben, denn diese Geschichte haben nur wenige gehört und ich will nicht, dass jeder unsere Geschichte weiss.
Verfasst: Di, 07. Aug 2007, 12:13
von Miss Kosovarja
Deine Geschichte ist wirklich wundervoll skenderbe. Ich bin dir sehr dankbar, dass du sie hier hingeschrieben und uns erlaubt hast an ihr Teil zu haben. Und ob du es glaubst oder nicht, ich habe Tränen in den Augen gekriegt und musste zugleich lächeln, besonders als du geschrieben hast, dass du im Alter von 5 Jahren das Gefühl verspürtest endlich zu Hause zu sein und den Boden geküsst hast, obwohl du in einem anderen Land geboren wurdest. Faleminderit shume.

Verfasst: Di, 07. Aug 2007, 13:33
von skenderbe
Miss Kosovarja hat geschrieben:Deine Geschichte ist wirklich wundervoll skenderbe. Ich bin dir sehr dankbar, dass du sie hier hingeschrieben und uns erlaubt hast an ihr Teil zu haben. Und ob du es glaubst oder nicht, ich habe Tränen in den Augen gekriegt und musste zugleich lächeln, besonders als du geschrieben hast, dass du im Alter von 5 Jahren das Gefühl verspürtest endlich zu Hause zu sein und den Boden geküsst hast, obwohl du in einem anderen Land geboren wurdest. Faleminderit shume.

flm Miss
es freut mich sehr, dass dich meine Geschichte berührt hat, denn ich war mir nicht sicher wie die reaktion sein wird, da diese Geschichte fast keiner kennt. Auch mir ist es nicht leicht gefallen das alles zu schreiben, aber ich finde es dennoch wichtig.
Übrigens, deine Aussage bezüglich der Vergangenheit, die unsere Zukunft pflastert, fand ich wunderschön und genau treffend. Diesen Satz sollte man auf dem hinteren Cover hinschreiben.
Verfasst: Di, 07. Aug 2007, 13:54
von inspiration
skenderbe hat geschrieben: Immer wieder weinte ich, wegen den Brüdern, Schwestern, Onkeln und Tanten die ich verloren habe und immer wieder war ich wütend. Wütend, Tag für Tag. Bis heute hat sich das nicht geändert. Ich war niemals wütend, auf dass vergossen Blut, nie wütend auf diese ständige Angst und ich war nicht einmal wütend auf die Serben die dieses Leid versursacht haben. Ich war wütend, weil ich nicht an der Seite meiner Brüder, Schwestern, Onkel und Tanten sein konnte. Ich war so Jung und doch hätte ich für diese Heimat, die ich bis damals noch nie erblickt habe, gekämpft. in zarten Alter von 5 Jahren sagte ich das schon.
Deine Geschichte ist ja ganz nett, aber meinst du diesen Abschnitt ernst?
Mit 5jahren weinst du um Leute die du nie gesehen hast? (Du hast ja geschrieben, dass du in der Schweiz geboren wurdest, somit kanntest du die Onkel und Tanten etc. nicht)
Irgendwie find ich diesen Abschnitt..zu übertrieben.
Ein 5Jähriges Kind das den Boden von Kosovo küsst...hmm...wieso wusstest du denn vorher nicht wohin ihr fliegt, dass du deine Mutter fragen musstest?
Deine Geschichte will ich in keinster Weise schlecht machen, nur würde ich in einem Buch sowas lesen(also diesen Abschnitt da)...es würde mir schwer fallen das zu glauben.
Verfasst: Di, 07. Aug 2007, 14:06
von skenderbe
inspiration hat geschrieben:
Deine Geschichte ist ja ganz nett, aber meinst du diesen Abschnitt ernst?
Mit 5jahren weinst du um Leute die du nie gesehen hast? (Du hast ja geschrieben, dass du in der Schweiz geboren wurdest, somit kanntest du die Onkel und Tanten etc. nicht)
Irgendwie find ich diesen Abschnitt..zu übertrieben.
Ein 5Jähriges Kind das den Boden von Kosovo küsst...hmm...wieso wusstest du denn vorher nicht wohin ihr fliegt, dass du deine Mutter fragen musstest?
Deine Geschichte will ich in keinster Weise schlecht machen, nur würde ich in einem Buch sowas lesen(also diesen Abschnitt da)...es würde mir schwer fallen das zu glauben.
ja ist etwas komisch zu verstehen, aber ich wurde damit aufgezogen. Dieses Gefühl jemanden zu verlieren hatte ich shcon damals, als ich meinen Onkel verloren habe. Ich hatte ihn immer sehr gern und er wohnte auch in der schweiz und gieng während dem Krieg ach unten. Und als ich erfahren habe, das er nicht zurück kommen wird, ist meine Welt zusammen gebrochen. Ich weinte eigentlich nur wegen ihn, aber ich musste dran denken, das andere genau das gleiche fühlten, wnn nicht noch mehr und deswegen war ich auch die meisste Zeit traurig, wan immer ich von solch jemanden hörte, dass er seine lieben im Krieg verloren hat.
und ja, dass ich den Boden geküsst habe ist auch so. Ich wusste vorher nicht wo wir hingehen, irgendwie habe ich auch garnicht wirklich danach gefragt. erst als wir ausgestiegen sind, dachte ich daran zu fragen wo wir sind, aber ich war ja ein Kind und solche Gedanken schritte hatte ich garnicht. Ich kann mir vorstellen das du das etwas für übertrieben hälst, aber ist so und wen du in einem solchen Alter auch, jemanden verloren hättest, dessen Gesicht du fast täglich gesehen hast und der dich immer lieb hatte, so könntest du es vielleicht besser verstehen.
Verfasst: So, 12. Aug 2007, 14:15
von suela
hallo! also wie schon gesagt, ich war im urlaub, deshalb konnte ich nicht antworten. mich hat dein text auch sehr berührt. ich verstehe zwar skanderbes einwand aber ich finde du hast das gut erklärt und es ist sehr wichtig dass der leser berührt wird und das wird er aufjedenfall. ich werde deinen text sicher verwenden. vielen dank dafür und liebe grüße! suela
Verfasst: So, 12. Aug 2007, 14:34
von suela
ich habe jetzt bei einigen leuten gehört dass sie noch gar nichts mitgekriegt haben von dem buch, besonders weil einige in der letzten zeit im urlaub waren. ich freue mich natürlich immernoch wenn ein paar leute lust haben hier extra was für das buch zu schreiben auch wenn ich jetzt nach den ok`s wegen der anderen texte gefragt habe.
liebe grüße an alle! suela
Verfasst: So, 12. Aug 2007, 18:10
von Shqipetare
Hallo suela,da ich die Idee mit dem Buch ebenfalls toll finde werde ich jetzt auch einen Beitrag schreiben!!!
1990 kam ich in Tirana zur Welt.Also meine Eltern sind vor 16 Jahren nach Deutschland ausgewandert. Ich bin also bei meinen Verwandten, hauptsächlich bei meinen Großeltern aufgewachsen bis meine Eltern mich 95 nachgeholt haben.
Dies war ein sehr schlimmer Tag für all meine Verwandten und zugleich ein wundervoller für meine Eltern,da sie mich wieder in ihre Arme schließen konnten.
Ich kann mich an so gut wie nichts aus der Zeit erinnern.Ich kann nur das erzählen was mir meine Eltern erzählt haben.An den Satz "Sa te kthehem ne Shqiperi do i puth murret e Tiranes" was so viel heißt wie "Sobald ich Albanien wiedersehe werde ich die Mauern von Tirana küssen"kann sich meine Mutter sehr gut erinnern.Das war ja auch verständlich,denn ich hatte alle meine Freunde und meine restliche Familie dort.
Aber ich habe mich sehr schnell in das Leben in Deutschland integriert,da ich noch sehr jung war.
Ganz anders sah/sieht die Welt für meine Eltern aus,die sich hier zwar ihr Leben aufgebaut hatten, doch für die Deutschland immer ein fremdes Land sein wird.Für mich mittlerweile natürlich auch doch ein kleiner Unterschied ist da schon,denn ich bin hier aufgewachsen.
Wie so oft habe ich meine Eltern gefragt warum wir unser Land verlassen mussten und ihre Antwort war stets "Weil wir euch(ihren Kindern) eine bessere Zukunft ermöglichen wollten und das in Albanien nicht geht". Meine Eltern wollen ihr Altertum aber in Albanien verbringen,da es unsere einzige Heimat ist.
Ich könnte niemals ein schlechtes Wort über Deutschland verlieren,da es schließlich Deutschland war,das uns aufgenommen und uns ernährt hat.
Doch trotz allem gehört mein Herz und somit meine Liebe meiner Heimat Albanien.
Mein Leben bis jetzt in einem fremden Land ist eigentlich ganz gut verlaufen.Wir hatten es gut und auch mit den Deutschen bin ich gut ausgekommen,nie haben mich die Freunde,Bekannte oder sogar Lehrer wie eine "Fremde" behandet im Gegenteil in der 1und 2 Klasse haben mir meine Kameraden beim erlernen der deutschen Sprache sehr geholfen.
Doch trotzdem bleibt ein Wunsch immer unerfüllt,nämlich in meiner eigenen Heimat aufzuwachsen.
Oft beneide ich meine deutschen Freunde die all ihre Verwandten so oft im Jahr sehen können.Ich sehe meine höchstens 2 mal im Jahr und das auch nur für kurze Zeit.Ich mein was ist das denn bitte für ein Leben wenn man Leute die einem nichts bedeuten wie z.B. die Nachbarn fast täglich sieht und du deine Blutsverwandten ,die dir alles bedeuten so selten(und das nicht freiwillig).
Auch den Urlaub kann man nicht in vollen Zügen genießen,denn mit jedem Tag der im Urlaub verstreicht,weißt du das sich die Zeit mit deinen Verwandten dem Ende zuneigt.
Und der Abschied ist immer der schlimmste Tag im Jahr sowie die Ankunft immer der schönste ist.
Viele Deutsche wissen auch nicht warum so viele Ausländer ihr Land besiedeln,und dazu möcht ich nur sagen, dass es auf keinen Fall an mangelnder Liebe zu unserm eigenen Land ist oder weil uns Deutschland als Land besser gefällt, sondern weil uns die Umstände in unserer Himat gezwungen haben.
Außerdem so als Fazit zum Schluss:

Als Ausländer(in einem fremden Land) lebt man täglich mit der Sehnsuch nach seiner Heimat.

Nie kann einem ein fremdes Land wichtiger sein die Heimat.

Egal wie reich oder arm deine Heimtat ist für dich bleibt sie immer noch eine der schönsten Länder auf Erden.
LG Shqipetare
Verfasst: So, 12. Aug 2007, 18:31
von skenderbe
suela hat geschrieben:hallo! also wie schon gesagt, ich war im urlaub, deshalb konnte ich nicht antworten. mich hat dein text auch sehr berührt. ich verstehe zwar skanderbes einwand aber ich finde du hast das gut erklärt und es ist sehr wichtig dass der leser berührt wird und das wird er aufjedenfall. ich werde deinen text sicher verwenden. vielen dank dafür und liebe grüße! suela
meinen Einwand gegen meinen Text? hää?
@shqiptare
sehr schöner Beitrag, ich glaube dieses Buch wird aufgrund solcher Beiträge etwas besonderes.
Ich wusste garnicht das du so jung wie ich bist.
Verfasst: So, 12. Aug 2007, 19:55
von Shqipetare
meinen Einwand gegen meinen Text? hää?
Ich glaub sie meint inspirations einwand!
@shqiptare
sehr schöner Beitrag, ich glaube dieses Buch wird aufgrund solcher Beiträge etwas besonderes
Falemnderit skenderbe und ich kann es nur zurück geben.
Ich wusste garnicht das du so jung wie ich bist.
Tja ich wusste,dass du so alt wie ich bist,aber man lernt bzw. erfährt ja bekanntlich täglich etwas neues

!!!
LG Shqipetare
Verfasst: Mo, 13. Aug 2007, 9:49
von skenderbe
Shqipetare hat geschrieben:
Ich glaub sie meint inspirations einwand!
ach so jetzt versteh ichs, danke.
Falemnderit skenderbe und ich kann es nur zurück geben.
Danke
Tja ich wusste,dass du so alt wie ich bist,aber man lernt bzw. erfährt ja bekanntlich täglich etwas neues

!!!
Toll was man so von tag zu tag erfährt
Ich hätte dich jetzt auf grund deiner Texte älter geschätzt.
Verfasst: Mo, 13. Aug 2007, 10:02
von suela
hallo! natürlich habe ich inspirations einwand gemeint.... entschuldige.
ich glaube auch dass das buch gut wird da die texte so offen geschrieben wurden und sehr berühren. jetzt kann ich auch besser verstehen was du mir als pn geschrieben hast Shqipetare! vielen lieben dank für deinen beitrag!
Verfasst: Mo, 13. Aug 2007, 13:27
von Bandita
Hallo Suela,
und hallo an alle anderen Brüder und Schwestern deren Geschichten mich sehr berührt haben…
Dann fang ich auch mal an zu schreiben
Zuerst hat mein Vater seine Heimat Kosovo in seiner Jugend mit seinen Geschwistern und seinen Eltern verlassen in der Hoffnung dort irgendwo arbeiten zu können.
Er ist dann kurz nach seiner Hochzeit ganz alleine nach Deutschland. Zu der Zeit war er 23.
Er lebte dann mit 10 weiteren Männern in einer 80qm Wohnung jahrelang.
Meine Mutter musste in Tetove bei seinen Eltern und seinen Brüdern bleiben. Das musste meine Mutter 16 Jahre lang so aushalten bis sie endlich mit meinem Papa wieder vereint war.
Ich habe noch 5 Geschwister die alle älter sind als ich, die älteste ist über 44 Jahre alt.
Als ich dann 4 Jahre alt war holte mein Vater als er in Deutschland alles soweit erledigt hatte alle nach Deutschland.
Meine älteste Schwester hat es hier nicht ausgehalten da sie zu dem Zeitraum 16 Jahre alt war.
Sie ist dann wieder nach Tetove zu Verwandten gegangen.
So da war ich nun mit meinen 4 Jahren wusste nichts von meiner Vergangenheit und auch nichts von meiner Zukunft. Als ich eingeschult wurde konnte ich Tagesthemendeutsch da mich zu dem Zeitpunkt in DE nicht sonderlich viel begeistern konnte. So wuchs ich heran inmitten von Deutschen, Türken, Russen Polen, Libanesen usw. aber keine einzigen Albaner.
Ich habe nie an mir selbst Rassenfeindlichkeit gespürt. Und ich bin auch froh da dies ausschlaggebend für die Zukunft ist. Gewalt in der Jugend prägt einen für den Rest des Lebens
Wir fuhren jedes Jahr nach Mazedonien aber so richtig zu hause habe ich mich nirgends gefühlt.
Bis zu einem Sommer vor dem Krieg als meine Familie und ich nach Kosovo fuhren besser gesagt nach Brod dem Dorf meines Vaters.
Ich stand dort auf einem Berg und um mich herum nur Berge und frisches Grün ich hab mich auf die Wiese gelegt und habe den Duft so richtig eingeatmet. Ich wusste in diesem Moment wo mein Herz hingehört. Das erste Mal in meinem Leben wusste ich dass ich die Erde meiner Vorfahren gefunden habe. Das erste Mal habe ich meine Seele gespürt! Dieses Gefühl ist so wie wenn man sich frisch verliebt.
Ich habe mich in Deutschland und in Tetove nicht fremd gefühlt, aber als ich das erste Mal die Berge Kosovos gesehen hab, da wusste mein Herz wo seine Wurzeln.
Ich bin stolz auf die Schönheit unseres Landes,
Auf die Sehnsucht der Freiheit,
Und auf das Schlagen von vielen Herzen das sich zu einem Verbindet.
Ich Grüsse All meine Landsleute ne Gurbet die täglich auf die Zeit warten in der sie wieder einen Moment in ihrer Heimat verbringen dürfen.
Wenn wir zu Lebzeiten nicht immer in unserer Heimat sein können, so werden wir im Tode mit ihr Verbunden!!!
Ich liebe meine Heimat und auch wenn der Anfang schwer ist ich könnte mir vorstellen auch dort zu Leben.
Ich wünsche dir viel Glück bei deinem Vorhaben Suela.
Verfasst: Mo, 13. Aug 2007, 14:43
von suela
danke für deinen schönen beitrag! besonders die stelle an der du geschrieben hast wie du im gras gelegen bist und gemerkt hast, wo du eigentlich hingehörst, hat mir sehr gut gefallen. ihr seit alle so extrem mit eurer heimat ,also albanien, kosovo usw. verbunden, dass ich mich manchmal frage wie ihr es hier überhaupt aushalten könnt. oder denkt ihr ihr würdet deutschland auch nur annähernd so vermissen wenn ihr wieder dort währt? ich frage das, weil ich zum beispiel komme eigentlich aus norddeutschland. natürlich ist es was ganz anderes wenn man aus einem anderen land mit anderer kultur und sprache herkommt, aber ich habe meine eigentliche heimat damals auch sehr vermisst, inzwischen zieht es mich aber kaum noch dahin und wenn ich jetzt hier wegziehen würde, würde ich das hier wahrscheinlich genauso vermissen wie damals norddeutschland.
ich meine nur, wenn man die beiträge liest kann man bei manchen spühren wie sehr sie sich woanders hinsehen und ich frage mich ob man der sehnsucht nicht doch nachgeben sollte (auch wenn die lebensbedingungen dort schwieriger sind als hier)?
Verfasst: Mo, 13. Aug 2007, 15:06
von skenderbe
suela hat geschrieben:danke für deinen schönen beitrag! besonders die stelle an der du geschrieben hast wie du im gras gelegen bist und gemerkt hast, wo du eigentlich hingehörst, hat mir sehr gut gefallen. ihr seit alle so extrem mit eurer heimat ,also albanien, kosovo usw. verbunden, dass ich mich manchmal frage wie ihr es hier überhaupt aushalten könnt. oder denkt ihr ihr würdet deutschland auch nur annähernd so vermissen wenn ihr wieder dort währt? ich frage das, weil ich zum beispiel komme eigentlich aus norddeutschland. natürlich ist es was ganz anderes wenn man aus einem anderen land mit anderer kultur und sprache herkommt, aber ich habe meine eigentliche heimat damals auch sehr vermisst, inzwischen zieht es mich aber kaum noch dahin und wenn ich jetzt hier wegziehen würde, würde ich das hier wahrscheinlich genauso vermissen wie damals norddeutschland.
ich meine nur, wenn man die beiträge liest kann man bei manchen spühren wie sehr sie sich woanders hinsehen und ich frage mich ob man der sehnsucht nicht doch nachgeben sollte (auch wenn die lebensbedingungen dort schwieriger sind als hier)?
Das ist etwas, was sich bestimmt jeder Albaner fragt.
Das Problem ist es, wen man in seiner Heimat ist, dann wird man ständig daran erinnert, wie schlecht es einem hier geht und das man glücklich sein kann in CH/DE/A, wen man seinen Verwandten sagt, das mann die Heimat vermisst und deshalb zurück will, dann fragen sie dich was man denn hier vermisse? die gute Strom und Wasser versorgung? die vielen Arbeitsplätze? die hohen Löhne? das unbekümmerte Leben? spätestens da, verschlägt es immer wieder einem die Sprache und man weiss nicht was man dazu noch sagen soll. Ich sehne mich sehr nach meiner Heimat, doch fakt ist, dass ich dort keine perspektiven habe und so mit keine guten ausblicke auf die Zukunft. Und somit lebt jeder Albaner mit dem Gedanken, eines Tages in seiner Heimat noch den Rest seines Lebens zu verbringe, auch wen es nur die letzten Tage sind.
Verfasst: Di, 14. Aug 2007, 10:23
von Armend
Als erstens ist zu sagen das du Beiträge suchst aus Personen die in Deutschland leben doch ich lebe in der Schweiz also nur bedingt brauchbar.
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Als 1 Jähriger Knabe hat mein Vater der damals in der Schweiz gearbeitet hat, meine Mutter, Schwester und mich in die Schweiz geholt. Am zweiten Tag nach der Ankunft ging mein Vater und meine Mutter eine Couch (Sofa) kaufen, doch meine Mutter wollte das nicht glauben das sie jetzt hier leben muss also meinte sie das sie kein Sofa brauchen denn wir kehren ja in 1 - 2 Monaten zurück in unsere eingentliche Heimat. Meine Mutter ist heute noch in der Schweiz und ist froh darüber das sie damals nicht zurück gegangen ist. Als eine Imigrantenfamilie hatten wir (mein Vater) es sehr schwer, 3 kleine Kinder, Familie in Mazedonien, das Geld war immer knapp, wir mussten immer von Gaben leben. Jetzt sehe ich uns in der Oberklasse da wir alle arbeiten und mein Bruder einen eigenen Kleinbetrieb führt und ich nach meiner eingentlichen arbeit immer das Bürokratische erledige. Wir als Familie versuchen uns zu Integrieren und ich denke wir haben das ganz gut im Griff denn nur so kann man die Negativen Urteile zu nichte machen und zeigen das wir auch nur Menschen sind.
Seit diesem Zeitpunkt lebe ich in der Schweiz und ich hatte nie das Gefühl hier nicht Willkommen zu sein, im Gegenteil.
In sachen Liebe war ich als junger Mann sehr aktiv, hatte damals jeden zweiten Monat eine neue Freundin aus verschiedenen Nationen. Darunter gab es Italiänerinen, Schweizerinen, Kroatinen und Albanerinen mit dennen ich mich auch am besten verstanden habe, ich denke es war wegen der gleichen Denkweise und den gleichen Zielen. Meine grosse Liebe traff ich in Kumanovo (Mazedonien) und ich war wie verzaubert, nach diesem Zeitpunkt hatte das Wort "Kismeti" für mich eine neue Bedeutung.
Vor 4 Jahren dann habe ich meine Frau bei einem Verkehrunfall verloren, wir waren ein Perfektes Paar, wie zwei Legosteine die zu einander passen. Sie war mein bester Freund, meine beste Freundin und meine Frau der träume. Von da an verschwand die liebe zu anderen Frauen, zugleich wurde ich Frauen gegenüber misstrauisch und verachtete Sie, kurz gesagt wollte ich nichts mehr mit einer Frau zu tun haben und ich wusste nicht ob Sie nach meinem Tot geheiratet hätte oder nicht. Der Verlust war einfach zu gross das ich innerhalb kürzester Zeit eine neue Frau lieben könnte. Es ging 4 Jahre bis ich wieder Kontakt mit einer Frau suchte, also lernte ich eine 15 Jahre ältere Schweizerin kennen die geschieden war und sie hatte 2 Mädchen im Alter zwischen 17 und 20 Jahren doch nach einer kurzen Zeit wurde mir klar das dass nicht gut gehen kann.
Meine Zukunft steht noch in den Sternen geschrieben doch ich denke ich werde keine Kinder mehr haben denn ich weiss jetzt das ich nie über meinen Schatten springen könnte was die Sache schwierig macht.
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Ich hoffe ich habe dir mit diesem kleinen Beitrag einbischen geholfen und wenn du möchtest kann ich dir gern bei deinem Buch helfen.
LG
Verfasst: Di, 14. Aug 2007, 11:00
von suela
was für eine traurige geschichte, das tut mir sehr leid für dich. du hattest auch mit deiner frau keine kinder oder? dass du frauen gegenüber misstrauisch geworden bist kann ich nicht ganz verstehen weil du ja praktisch keine schlechte erfahrung mit einer frau gemacht hast, im gegenteil aber ich kann mir denken dass der schmerz über diesen verlust sehr groß gewesen sein muss und da ich nie in einer ähnlichen situation war kann ich das auch nicht beurteilen. ich hoffe für dich dass du irgenwann vielleicht doch wieder jemand findest mit dem du so eine liebe teilen kannst.
dein beitrag kommt aufjedenfall dazu, danke dass du so offen warst.
Verfasst: Mi, 15. Aug 2007, 14:28
von Toni_KS
Hallo Zusammen
Ich war schon immer der Meinung, dass Homer ein Albaner gewesen sein muss. Ich kann mir sonst all diese wahnsinnig geschriebene Texte (Miss KS, Shqipëtare, Skenderbe…) nicht erklären..
Hier ein kleiner bescheidener Beitrag von mir:
Ich bin in Shkupi geboren und aufgewachsen in Kosova, aber seid 12 Jahren lebe ich in der Schweiz. In Kosova aufzuwachsen war nicht ganz einfach, vor allem nicht während der 90ger Jahre. Schon als kleiner Junge mit vier Jahren wurde dir klar wer und was du bist. Das einzige Wort, das man ungefähr aussprechen konnte war natürlich SKËNDERBEU (hehehe…dieser Satz war jetzt übertrieben). Es war wirklich eine Zeit, zum dahin vegetieren. In dieser trostlosen Zeit hielt man sehr zusammen, man respektierte sich und man unterstützte sich gegenseitig. Ich kann mich noch an die Schulen erinnern, die Lehrer riskierten Kopf und Kragen für uns. Ich meine welcher Lehrer macht das noch heutzutage..
Nach dem Studium meines Vaters in Mitrovica, arbeitete er kurz als Ingenieur, danach wurde er entlassen. Als die Situation in Kosova prekär wurde, entschied mein Vater das Land zu verlassen. Für ihn war der Auslandsaufenthalt ganz klar nur eine Übergangslösung und aus dieser Überganslösung wurden 12 Jahre draus. Wir haben’s nicht so mit Übergangslösungen, man sieht das bei Kosovastatus…
Die ersten Jahre in der Schweiz waren wirklich schwer. Man musste sich erst einmal an die Freiheit gewöhnen, denn man konnte jetzt ohne sich zu fürchten 2 Finger hochheben und so laut wie möglich „Kosova Republikë“ brüllen..

In der Schweiz aufzuwachsen ist eine schöne Sache es sind einem wirklich, wenn man entsprechend die Leistung bringt, alle Türen geöffnet. Leider wird man immer von Sehnsucht und Heimweh durchs Leben begleitet, aber damit muss man halt irgendwie fertig werden. Ich finde in der Schweiz ist es nicht so hart wie in Deutschland, da in der Schweiz mittlerweile sehr viele Albaner leben, eigentlich bist du permanent von Albaner umgeben. Ich habe ziemlich viele Verwandte, vor allem in der Schweiz, Deutland, USA und selbstverständlich in Kosova. Wenn man viele Verwandte um sich hat, dann kann die Sehnsucht besser gestillt werden. Daher schätze ich bei uns den Stellenwert einer Familie sehr.
Ich glaube, ich habe jetzt genug philosophiert..

Solltest du irgendwelche Fragen haben, würde ich dir gerne helfen.
Es ist wirklich eine schöne Idee von dir Suela, daher viel Glück und Erfolg!!!
Man kann nicht die Vergangenheit vergessen, wenn sie die Gegenwart so stark prägt.
Man kann nur lernen, ihre Präsenz zu akzeptieren und sich mit ihr weiterzuentwickeln, statt die gesamte Kraft an dem Versuch zu verschwenden diese abzuschließen. Sie macht uns aus. Ohne unsere Vergangenheit, ob schöne Erinnerungen oder schreckliche, wären wir heute nicht das, was wir sind.
jamë plotsishtë dakord me këtë….
Përshendetje!
Verfasst: Mi, 15. Aug 2007, 20:22
von suela
danke

! ich freu mich echt über deine unterstützung! den meisten hier gefällt glaube ich meine idee und das bestärkt mich sehr. du reihst dich übrigens in die "Homer-Reihe" ein

!
vielen dank an alle meine homers hier!!!!
