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Koby Phoenix
Danke für die vielen Übersetzungen!
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Beiträge: 4836
Registriert: Sa, 18. Mär 2006, 0:34

Mo, 07. Jan 2008, 19:36

egnatia hat geschrieben:
Koby Phoenix hat geschrieben:
Albanisch:
die Bücher meines Vaters
@ Koby Phoenix,

a mund t'na rekomandosh ndonjë titull nga librat e babait tënd? (Es wäre nett, wenn du mir eins davon empfehlen kannst.)


egnatia :)
Seine Bücher habe ich dir per pn geschickt.

Ein Buch wird dieses Jahr so gegen Mai/Juni in Kosovo von dem Verlag Buzuku veröffentlicht.
Mein Vater schreibt in Prosa und Poezi. Er war in den 80er Jahren für seine Bücher und Gedichte bekannt. Wir versuchen ein Deutschen Übersetzer für ein Buch zu finden, aber dafür braucht man die richtigen und ja so viel Startkapital hat man ja nicht.
Er ist nicht wie viele Albanische Schriftsteller , der über Mut und Vaterland schreibt. Das ist nicht sein Bereich, er legt Wert auf die Wahre Kunst der Poezi.
Wenn das Buch raus ist, werde ich einige Kapitel hier veröffentlichen und die Artikel Nummer.
Ich schreib ungern im Internet über persönliche Sachen, weil das als Angeberisch abgestempelt wird. Ich finde viele Schriftsteller in Kosovo schreiben nach den Krieg nur über Adem Jashari und Kosovo hin und her, aber um die Kunst , um die wahre Kunst schreiben wenige. Es gibt aber da auch einige Schriftsteller die mir sehr gefallen, die sogar besser sind als Kadare und Fatos Kongolli, aber die zu Arm sind um was drucken zu lassen.
Weil unsere Regierung in Kosovo so wenig Beachtund der Bildung und Literatur schenkt.

Pershendje,
Koby Phoenix

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Visarja
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Sa, 12. Jan 2008, 23:32

Sorry, aber ich hätte dir eigentlich ein bisschen mehr Kritikfähigkeit zu getraut, offenbar hat da wohl Jemand anders als ich hier Komplexe, aber das wäre dann etwas das off Topic wäre. Mal abgesehen davon nehme ich gerne Kritik an und lasse mich gerne in meiner Äußerungen berichtigen, das was du machst ist ein subjektiver Angriff, aber dir richtige Kritikfähigkeit beibringen kann ich nicht, wäre auch nicht meine Aufgabe..

Zurück zum eigentlichen Thema, du siehst zwar wohlmöglich Leute aus der Umgebung in Mazedonien, aber trotz alldem kannst du diese Aussage nicht verallgemeinern, es gibt nichts was ich ablehne, als eine Verallgemeinerung über Menschen, Schichten, Bildung usw. Und solche Aussagen mit Lästern oder sonst etwas in Assoziation mit Lesen zu bringen ist nicht unbedingt klüglich, aber okey ist respektiere deine Meinung. Wäre ja wohlmöglich auch zu langweilig, wenn wir alle derselben Meinung wären.

Es mag dich schockieren, aber auch ich habe eine alban. Familie und verbringe meine Ferien jährlich in Mazedonien. Wo man zwangsläufig auf ne Menge Albaner/Innen stoßt :wink:

Nein keineswegs schockiert es mich ganz im Gegenteil es freut mich für dich, aber offenbar pflegst du mit vielen Albaner die auf der Märchenebene leben, zumindest kann man diese deiner negativen Aussage her annehmen. Eine kurze Reise in seinem Heimatland ist, aber auch kein aussagekräftiger Fakt dafür, dass Albaner Märchen in diesem Bezug erzählen. Ich pflege auch in Deutschland sowie in Kosova den Kontakt zu vielen Albaner/innen, es ist mir aber nicht in den Sinn gekommen, dass sie Märchen erzählen, und bei der Frage was sie so gelesen hätten, war auch nicht so oft wie du es hier schilderst zu hören, wenn Jemand es nicht gelesen hat, dann hat dieser ganz klar gesagt „Nein, von Kadare habe ich noch nichts gelesen“

Dein Student sein war insoweit so gemeint, weil du geschrieben hast, dass dieser Aussage nach auch ungebildete Menschen entsprechen und ich frage dich was das wohl damit zu tun hat, ob Jemand Akademiker oder ungebildet ist, wenn Jemand sich interessiert und zumindest Lesen kann, dann kann dieser oder jener durchaus auch anspruchsvolle Bücher lesen, dass alles hat doch rein gar nichts mit Bildung sondern vielmehr mit persönlichen Interessen/Neigung eines Menschens zu tun.

Was hat, dieses Thema bitteschön mit meinem Profil zu tun, ob ich Student oder Rechtsanwältin schreibe ist irrelevant für diese Thema, du versuchst etwa von irgendetwas raus zuholen wo es nichts zu holen gibt, um deiner Meinung ein bisschen Standhaftigkeit zu bitten.

PS: nimm es nicht persönlich, es geht nur um das Thema und das was du hier geschrieben hast, vielleicht hast du dich ja nur falsch ausgedrückt, mag sein das du ein lieber Junge bist :wink:

lg
Është bërë bota si laraska krijon fytyra me dy maska një dje, tjetër sot, nesër duket si robot...

Die Augen sind das Fenster zur Seele. ;-)

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!!!

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Caos
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Mi, 06. Feb 2008, 20:23

Ismail Kadare kann sehr gut schreiben vorallem beschreibt er ding gerne und sehr viel habe erst kürzlich das Buch Palast der Träume gelesen.
Bizarre Welt mit eigenen Gesetzen

Der poetische Titel trifft zu und täuscht zugleich: Tabir Saray, Palast der Träume, wird das imposante Gebäude genannt, dessen Kuppeln Istanbul überragen. Dort eine Anstellung zu bekommen, ist auch die große Hoffnung des jungen Mark-Alem. Als es endlich soweit ist, gerät er in eine bizarre Welt mit eigenen Gesetzen. Er soll die Träume der Bürger interpretieren, die aus allen Landesteilen angeliefert werden. Aus diesen Träumen wird dann die Zukunft des Staates gedeutet.

Der Palast ist ein kafkaeskes Gebilde mit labyrinthischen Gängen und undurchschaubaren Regeln. Armeen von Angestellten sind damit beschäftigt, die Träume zu erfassen, zu deuten und abzulegen. Der Staat im Staat besitzt eine unheimliche Macht: „Zwar hat der Tabir Saray noch nie einen Befehl erlassen, dies ist ihm strengstens untersagt. Aber er hat es auch gar nicht nötig. Dieser absonderliche Mechanismus beschränkt sich darauf, Ideen in die Welt zu setzen, denen allerdings eine verheerende Wirkungskraft zu eigen ist, denn immerhin kommen sie aus den ewigen Abgründen der osmanischen Kollektivseele.“
Mark-Alem fühlt sich zuerst überfordert, aber schon bald erscheint ihm die Außenwelt als unwirklich und farblos, so sehr hat er sich schon vereinnahmen lassen. Er wird in die Hölle geschickt und dem Leben entzogen, bis er die Hölle für die Wirklichkeit hält. Tatsächlich habe er beim Schreiben an Dantes Inferno gedacht, sagt der Autor.
Nur durch die Mitwirkung der Mehrheit kann der Tabir Saray seine Macht entfalten. Doch selbst die Zugehörigkeit zum Tabir Saray bietet keine Sicherheit: Mitglieder von Mark-Alems albanischer Familie, den Qypirilli, verschwinden oder werden während einer Feier von einem Killerkommando gemetzelt.

Über alle Stufen der Hölle
Mark-Alem selbst durchläuft die Stufen dieser Hölle bis hinunter ins Archiv, wo die Träume gelagert werden. Er, der immer Angst hat, einen Fehler zu begehen, steigt nach nicht nachzuvollziehenden Regeln selbst zum Direktor des Palastes auf. Nun haben die anderen Angst vor ihm. Bleibt nur die Erkenntnis, dass er sich dem Palast der Träume ausgeliefert hat: „Der Palast war seine Zuflucht, dort fand er Schutz, und er fürchtete, wenn er Verrat beging, den sicheren Hort verließ, um den Lockungen des Lebens nachzugeben, werde der Rausch verfliegen, und an einem Spätnachmittag wie diesem werde man, weil der Wind wieder einmal gedreht hatte und den Qypirilli nun ins Gesicht blies, ihn holen kommen wie Kurt, wenn auch ohne Aufsehen, um ihn an einen Ort zu bringen, von dem es keine Wiederkehr gab.“

Kadare hat seine Kritik am totalitären System märchenhaft verschlüsselt, was es dem Leser leicht macht, die Türen zu öffnen: Da gibt es zum Beispiel die Blinden im Café, die der Staat dafür belohnt hat, dass sie ihr Augenlicht geopfert haben. Und im ganzen Land belauschen Zulieferer die Träume der Menschen, um sie der Zentrale zuzutragen.
Ich fühlte mich beim Lesen stark an den Film Brazil erinnert, auch Vergleiche mit Kafka und George Orwell drängen sich auf. Der Unterschied ist, dass Ismail Kadare selbst unter der Diktatur gelitten hat und ihre Mechanismen von innen heraus beschreibt. Wie Mark-Alem sich entscheidet, wird im Roman nur angedeutet. Der Autor selbst hat seinen Standpunkt klar vertreten: Er weigerte sich, seine Träume preiszugeben und seine Seele zu verkaufen. Die Verlockung ist groß, mit den Wölfen zu heulen, sagt er uns, aber wer sich unter die wilden Tiere begeben hat, sagt sich vom Leben los: Er wird nie mehr ohne Angst sein.
Der Mensch geht immer davon aus, dass es nur ihm schlecht geht, doch wo bleibt da das Mitgefühl???

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