Aus der heutigen Ausgabe einer österr. Tageszeitung:
Die Euro-Islam Konferenz europäischer Imame und Seelsorgerinnen schloß mit einer betont reformorientierten Deklaration über die Moslems in Europa.
Die Frau soll im Islam das Selbstbestimmungsrecht "nach innen wie nach außen" haben. Auf keine moslemische Frau in Europa, zum Beispiel auf Schülerinnen, darf religiöser Druck ausgeübt werden, außerhalb des engeren religiösen Bereiches, zum Beispiel in öffentlichen Schulden, Kopftuch zu tragen. Es gilt die freie Wahl. Daher soll es aber auch kein staatliches Kopftuchverbot geben.
Theologie der Integration
Unter anderem heißt es in der achtseitigen Schlußerklärung der Konferenz:
- Der Islam in Europa ist vereinbar mit den Prinzipien der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, des Pluralismus und der Menschenrechte. Jede Form von Fanatismus, Extremismus und Fatalismus wird klar verurteilt.
- Presse- und Meinungsfreiheit sind ein unverzichtbares und allgemeines Gut.
- Jede Form von Verletzung von Frauenrechten ist zu kritisieren und soll bekämpft werden. Zwangsehen, weibliche Genitalbeschneidung, Ehrenmorde und familiäre Gewalt haben keine Grundlage im Islam.
- Mann und Frau sind im Islam gleichwertige Partner, die gegenseitige Verwantwortung tragen und gleich an Menschenwürde sind. Das Recht auf Lernen und Lehre, das Recht auf Arbeit, finanzielle Unabhängigkeit, aktives und passives Wahlrecht, Teilhaben am gesellschaftlichen Diskurs sind Pfeiler, die den Status absichern sollen. Chancengleichheit und mündige und freie Orientierung soll Frauen ermöglicht werden. Frauenanliegen sind von gesamtgesellschaftlichem Interesse.
