Fr, 01. Jul 2011, 0:39
Hmm ein komplexes Thema, ich glaube Jugendliche haben eines gemeinsam, nämlich das rebellische. Da spielt Nationalität eher keine Rolle und
sogar Eltern aus den höchsten Schichten haben Probleme mit ihren heranwachsenden Jugendlichen. Ich glaub dieses rebellische gehört mehr oder weniger
dazu zum erwachsen werden. Da waren die älteren Generationen nicht ruhiger. Wenn ich mir mal die 60er hier in Europa vorstelle oder die
80er, so ist es kein Stück besser. Nur haben sich die Formen und Gestalt der Gewalt verändert. Es ist altes verschwunden und auch neues zugekommen.
So läuft man nicht mehr nackt durch die Wiesen wie in den 60er. Somit kann man insgesamt sagen, das eigentlich keine so große Unterschiede gegenüber
der älteren Generation exsistiert und früher wie heute Gewalt eine Rolle spielen. Ich glaube deine Kollegin hatte wohl ihre Jugendzeit nicht mehr
in Erinnerung. Auch wenn man die Ausnahme gewesen ist, gab es doch eine große Welle von Motorrad und Mopedfahrern die sich betrunken haben, Drogen
genommen haben und unter anderem in der Schule Mis*t gebaut haben.
Aber kommen wir mal zum Thema Lehrer.. Welchen Stellenwert haben sie? Welchen Stellenwert sollen sie denn haben, wenn die Regierung kaum Leistungen
lohnt und wenn dieselbe Regierung auch kaum im Bereich Schulwesen entwickelt. Wir haben immer noch das Verrostete preußisches Schulsystem aus dem Jahre
18 hundert und noch was.. Kaum hat sich das Schulsystem an die Zeit angepasst. Dumm und Schlau werden getrennt, weil sie sich angeblich "stören und aufhalten".
So gibt es die Sonderfälle die in der Sonderschule, in der Hauptschule landen. Es gibt die Mittelschicht, die Realschule und es gibt die höhere Schicht, die
Elite! Die Gymnasiasten...
Und am Ende fragt man sich, wieso Jugendliche so schlecht abschneiden und wieso die Hauptschulen immer mehr Schüler bekommen während die Realschulen und Gymnasien schrumpfen.. Wieso es doch so viele Arbeitslosigkeit gibt und wieso die Moral und die soziale Kompetenz doch so mangelt?
Wie soll sich soziale Kompetenz entwickeln wenn alle Schüler den gleichen Stand haben? Wie soll da die gegenseitige Hilfe sich anbieten, wenn man da
nicht helfen kann, weil jeder gleich gut oder gleich schlecht in der Schule ist? Und wie soll man gewährleisten das Lehrer diese Lücke füllen?
Oder Nachhilfelehrer, die nur Kinder sich leisten können, die zahlungsfähige Eltern haben oder eher gesagt Eltern die auch Engagement zeigen?
Denn einige beschweren sich das man keine Nachhilfe zahlt, aber Handys , Computer und den ganzen Elektronischen Schnick Schnack können sich
diejenigen doch auch irgendwie meist leisten?
Naja ich weiß nicht wie es in der Schweiz ist und ich denke auch Gesamtschulen sind zwar möglich doch das Volk steht nicht ganz bei der Sache.
Politikverdrossenheit wird großgeschrieben und kaum einer mag sich informieren darüber.
Da sind die Eltern gefragt und auch die Bürger, wenn es wirklich in der Schule bessere Systeme geben soll.. denn es ist nicht getan einfach
die Kinder in die Schule zu schicken und abwarten was passiert, nach dem Motto die Lehrer kriegen das schon hin..die können meinen Sohn/meiner
Tochter schon erziehen und die richtigen Werte vermitteln...
Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist: Wo bleibt die Förderung der Lehrer? Ich meine die Lehrer sind überfordert, müssen mit dem Etat auskommen, die die Regierung
zu Verfügung stellt.
Ein Lehrer wird dann plötzlich zu einer Mischung aus Super Nanny und Silvester Stallone mutiert mit einem Touch Albert Einstein und Mahatma Ghandi.
Mal ganz ehrlich die Gesellschaft verlangt zu viel von den Lehrern, die Schule wird dann plötzlich Auffanghort für alle Probleme und der Lehrer
muss diese Probleme beseitigen, weil es die Eltern so wollen und es die Gesellschaft so will. So muss er /sie:
Psychologe
Pädagoge
Erzieher
Ethikratsvorsitzender
Mediziner
und
Lehrer
sein und wenn er /sie es nicht hinkriegt dann hat er/ sie versagt und darf gesteinigt werden.
Und somit sind Lehrer und Schüler eigentlich Opfer dieses gesellschaftlichen Systemes und bekriegen sich in einigen Schulen regelrecht, obwohl eigentlich
das Problem ganz woanders liegt, nämlich das Problem dieser Gesellschaft.
Dennoch ist die Aussage dieser Lehrerin, auch wenn sie überfordert sein mag, inakzeptabel.
Zum einen wären nochmals die Eltern, die kaum achten was die Kinder überhaupt lernen und wo deren Schwierigkeiten sind. Sie sagen: Komm mach mal!
Aber wissen nicht wo die Probleme sind! Ein Elternteil, welches Bäcker oder Physiker ist, kann nicht erwarten das sein Sohn das verstehen und lernen soll
was er selbst nicht hingekriegt hat oder was er hingekriegt hat.. denn ein Kind ist kein Kopie seines selbst! Das verstehen viele Eltern nicht, sie beruhen
sich auf die biologische mendelsche Gentheorie und denken, das passt schon so..