3. Möglichkeit: sie bleibt wie sie ist und versöhnt sich trotzdem mit den Schwiegereltern.
Bei mir hat das geklappt. Sie wissen, dass ich keine Albanerin bin und erwarten auch nicht, dass ich mich wie eine verhalte. Ich respektiere die Traditionen und halte mich daran, wenn ich dort bin. Aber verbiegen tu ich mich nicht, das klappt sowieso nicht. Die Familie meines Freundes zumindest findet es ganz spannend, auch mal andere Eindrücke zu sammeln und vom Leben in anderen Gesellschaften zu hören.
Auf der anderen Seite ist auch das Verhalten meines Freundes für meine Eltern vielleicht manchmal etwas befremdlich. Aber auch hier sage ich: er muss sich nicht verbiegen, denn das kann nur nach hinten losgehen. Sie mögen ihn trotzdem und freuen sich über ihren tollen "Schwiegersohn".
Mit gegenseitigem Respekt und ein wenig Toleranz auf beiden Seiten klappt das schon. Und: mit Menschen, die von Haus aus intolerant sind, würde ich ohnehin nicht zusammenleben können bzw. klarkommen.
Bei dem Kind würde ich mir ehrlich gesagt keine allzu großen Sorgen machen. Wenn der kleine Oma und Opa einmal anlächelt, dann ist die Sache eh in trockenen Tüchern

Ich möchte gerne etwas weniger blöd sterben als ich geboren bin.
André Heller