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Sandy
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Wo Väter ihre Töchter ermorden

Do, 07. Feb 2008, 13:46

Zu folgendem Artikel würden mich mal eure Meinungen interessieren. Ich dachte eigentlich, dass sowas nicht mehr so stark verbreitet sei. Was sagt ihr dazu?

http://www.nachrichten.at/weltspiegel/6 ... 112fbba488
Qeshu rini, qeshu! Bota asht e jote!

Genci85
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Do, 07. Feb 2008, 13:59

Das ist eine Artikel und nicht mehr. Und sich eine Meinung beruhend auf ein Artikel zu bilden ist wohl ein bisschen dumm.
Nicht, dass du denkst ich verleugne das Problem welches in manchen Gebieten existiert.
Shqiptaret e bojën mas miri!!

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Sandy
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Do, 07. Feb 2008, 14:00

Man soll sich ja nicht eine Meinung DURCH den Artikel bilden, sondern mich interessieren Meinungen ÜBER diesen Artikel.
Qeshu rini, qeshu! Bota asht e jote!

Blendonna
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Di, 12. Feb 2008, 6:59

Sandy hat geschrieben:Man soll sich ja nicht eine Meinung DURCH den Artikel bilden, sondern mich interessieren Meinungen ÜBER diesen Artikel.
Hallo,das ist schon heftig was in dem Artikel steht.Ich kann mir aber nicht vorstellen das es das noch in Albanien so gibt.Man hört doch nichts über Ehrenmord von Albanern man hört es immer nur durch die Türken.Vielleicht Haben sie den bericht mal umgeschrieben komm von Albanern hört man kaum was, dann schreiben wir ihn über sie.Die türken sind ja nur im gespräch erst den Deutschen im Gefängniss lassen obwohl es beweise für die unschuld gab und dann ein grösseres Feuer in Deutschland schieben sie auch Wieder deutschen zu.Das war jetzt das was mir in den Kopf gekommen ist.

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A-Katana
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Di, 12. Feb 2008, 9:39

ZUrückgebliebene Menschen wird es nun mal immer geben. Ich denke das es zwar nicht mehr so oft vorkommt aber passieren wird es immer wieder. Es gibt so viel Unheil auf dieser Welt :( :( :( :(

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Magnet
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Di, 12. Feb 2008, 10:32

Diesen Artikel kann man durchaus als chauvinistisch bezeichnen.

Wenn man sich den Inhalt durchliest und ihn danach mit dem Titel vergleicht:

"Wo Väter ihre Töchter ermorden", dann wird jedem, der zwischen den Zeilen lesen kann, klar, was für ein Ziel der Journalist verfolgt hat, als er diesen Artikel schrieb. Das Wort "Wo" im Titel ist hier ausschlaggebend. Beim durchlesen des Artikels assoziert der Leser automatisch den Mord an Töchtern mit den Land Albanien. Mit anderen Worten könnte man den Titel so übersetzen: "In Albanien erschiessen Väter ihre Töchter"

Die Problematik besteht darin, dass man das gesellschaftliche Bild in Albanien verfälscht. Solche Morde sind natürlich tragisch und kommen vor, aber dadurch, dass der Journalist stark verallgemeinert, bekommt der Leser den Eindruck, dass diese "Praxis" Gang und Gäbe ist.

Das ist wie, wenn man schreibt: "Wo Väter ihre Kinder misshandeln", und dann über die gesellschaftliche Situation in Deutschland berichtet...

Kein Wunder, dass Albanien durch solche Artikel einen schlechten Image im Ausland hat. Die Motivation des Journalisten, so einen Artikel zu schreiben, erklärt sich mir persönlich durch zwei mögliche Gründe:

Entweder er dramatisiert bewusst um auf eine Situation aufmerksam zu machen, oder aber, er verfolgt eine chauvinistische Politik gegenüber den Albanern/Albanien...
Zuletzt geändert von Magnet am Di, 12. Feb 2008, 12:49, insgesamt 2-mal geändert.
Das Problem der albanischen Emigration ist nicht, dass viele Albaner ihre Heimat verlassen haben, dass Problem der albanischen Emigration ist, dass viele von ihnen ihre Heimat vergessen haben.

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Lars
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Di, 12. Feb 2008, 10:49

ich glaube, du solltest dich mal über die Bedeutung des Wortes Chauvinismus schlau machen. Hier definitiv falsch verwendet: eine "chauvanistische Politik gegenüber den Albanern/Albanien" könnte einzig ein Albaner verfolgen. Ich glaube aber nicht, dass das das ist, was du sagen möchtest.

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Kusho1983
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Di, 12. Feb 2008, 12:40

in diesem artikel wird sehr stark auf den kanun fokusiert.doch es ist hierbei zu fragen welcher albaner denn den kanun auswendig kennt?!der kanun war über dekaden hinweg verboten und so auch weniger gebräuchlich.also sind auch die regeln immer mehr in vergessenheit geraten.einigealbaner berufen sich zwar auf den kanun,doch wissen die meisten nin der tat gar nicht,was drinnen steht.
weiter wird anhand einiger beispiele in abgeschinittenen dörfern auf ein gesamtes land und eine ganze bevölkerung schlussfolgerungen gezogen.selbst die zwei ordensschwestern sagen:„Es ist das Denken in den Köpfen der Albaner, das sich endlich einmal ändern müsste“.mit dieser denkweise setzen sich die beiden schwestern über eine unmenge von intelektuellen und weltoffenen albaner hinweg und schmeissen alle in einen topf!
und zu guter letzt muss nach der empirischen evidenz gefragt werden:wie oft kommt es vor,dass ein vater seine tochter umbringt?!und wie oft kommt es noch vor,dass ein mann eine frau als sein eigentum anschaut.die regeln des kanuns sind veraltet und werden von immer weniger leuten verwendet und befolgt.also anhand eines veralteten regelwerks eine ganze bevölkerung zu verurteilen,ist stupid und unüberdacht.das wäre wohl dasselbe,wenn man bsp.muslime als menschenverachtend verurteilen würde,nur weil im koran(auch ein veraltetes regelwerk,nachdem nur wenige menschen leben)eine andeutung auf das "beackern des feldes" gemacht wird!
bringt bsp.ein schweizer seine ganze familie mit seiner dienstwaffe um,wird sofort auf seelische verstörtheit plädiert!doch bei den albanern wird immer auf die kultur,auf veraltete traditionsregeln,etc.verwiesen.wieso kann ein albaner nicht auch seelisch verstört sein?!oder wieso schliesst man bei den schweizern aus,dass sie ein ehrenkodex/ehrenhaftes denken haben?!oder wieso kann man einem schweizer keinen ehrenmord anhängen,wenn er seine freundin umbringt,die ihn wegen einem anderen verlassen hat?!
ich sehe hier schon eine gewisse kulturell-rassistische tendenz.die kultur wird als minderwertiger dahingestellt,und es wird sehr stark verallgemeinert!

edit:ich habe mich auf die schweiz bezogen,weil ich selber in der schweiz lebe,und mehrere solche beispiele auf beiden seiten aus den medien kenne(albaner,der seine tochter umbringt und schweizer der seine ganze familie oder freundin umbringt)!
Zuletzt geändert von Kusho1983 am Di, 12. Feb 2008, 12:48, insgesamt 3-mal geändert.

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Magnet
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Di, 12. Feb 2008, 12:41

Lars hat geschrieben:ich glaube, du solltest dich mal über die Bedeutung des Wortes Chauvinismus schlau machen. Hier definitiv falsch verwendet: eine "chauvanistische Politik gegenüber den Albanern/Albanien" könnte einzig ein Albaner verfolgen. Ich glaube aber nicht, dass das das ist, was du sagen möchtest.
LOL, jetzt musste ich schmunzeln...

Bsp:
Die Serben unter Milosevic verfolgten eine chauvinistische Politik gegenüber den Albanern...

Wenn jetzt ein deutscher oder ein österreichischer Journalist abfällig über die Gesellschaft eines anderen Landes berichtet und sich dabei den gängigen Klischees und Vorurteilen bedient, in dem er zusätzlich noch stark übertreibt und verallgemeinert, schreibt er in einem chauvinistischem Stil...

Hier die Definition:
Chauvinismus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Chauvinismus [∫ovi'nɪsmʊs] ist der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe.

Chauvinismus im ursprünglichen Sinne ist exzessiver, auch aggressiv überzogener Nationalismus und Patriotismus, bei dem sich ein Angehöriger einer Nation allein aufgrund seiner Zugehörigkeit zu diesen Menschen anderen Nationen gegenüber überlegen fühlt und sie abwertet.
Hier weitere Formen:
Weitere Formen

Männlicher Chauvinismus

Von der Frauenbewegung wurde in den 1970er Jahren der Begriff „male chauvinism“ (englisch für „männlicher Chauvinismus“) geprägt. Er bezeichnet patriarchalisch geprägte bzw. sich patriarchalisch verhaltende Männer, die glauben, allein aufgrund ihres Geschlechts einen Überlegenheitsanspruch über Frauen herleiten zu können (siehe auch Machismus). Reiner Frauenhass wird als Misogynie bezeichnet.

Weiblicher Chauvinismus

Von Autoren wie Nicholas Davidson, Autor des Buches „The Failure of Feminism“, wird ein mit dem Feminismus der 1970er Jahre zunehmender weiblicher Chauvinismus beschrieben. Dieser sei das Gegenstück zum männlichen Chauvinismus. Weiblicher Chauvinismus behauptet eine Überlegenheit des weiblichen Geschlechts gegenüber dem männlichen Geschlecht. Im Zusammenhang mit dem „female chauvinism“ wird auch der Begriff Misandrie benutzt. Dies kann jedoch auch die Benachteiligung eines männlichen Kindes durch die Mutter bezeichnen.

Religiöser Chauvinismus

Religiöse Chauvinisten glauben an die Superiorität ihrer Religion und fühlen sich als Angehörige ihrer Religion den Angehörigen anderer Religionen überlegen.

Sprachchauvinismus

Der Sprachchauvinismus als Merkmal ist entsprechend die extreme Abwertung der Sprachen anderer Gebiete oder Länder verbunden mit der extremen Aufwertung der eigenen Sprache.

Bedeutung gewinnt der sprachliche Chauvinismus oft bei der sog. „nationalen Wiedergeburt“ im Rahmen der Ethnogenese, welche sich auf gemeinsame Sprache beruft und eine Sprachnation etablieren möchte (siehe auch: Kulturnation). Dabei begleiten den Sprachchauvinismus oft Sprachreinigungen und politische Kontroversen zur Änderung des bisherigen Status als sprachliche Minderheit (Kontaktsprache).

Sozialer Chauvinismus

Sozialer Chauvinismus betont die Überlegenheit der eigenen sozialen Subkultur gegenüber anderen Teilen der Gesellschaft. Hierbei handelt es sich oft um die Inszenierung der Überlegenheit der eigenen Klasse, Kaste oder Schicht gegenüber einer bezüglich Wohlstand, Bildung oder Abstammung als minderwertig empfundenen „niedriger“ stehenden Gruppe im gleichen Bezugssystem, bzw. ebenso umgekehrt die übertriebene Inszenierung der moralischen Überlegenheit gegenüber einer als arrogant oder dekadent empfundenen „höher“ stehenden Gruppe. Neben diesem vertikalen sozialen Chauvinismus kann auch ein horizontaler Chauvinismus zwischen verschiedenen sozialen Milieus auf ungefähr gleichem Niveau bestehen, etwa zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen, Familienkonstellationen („geschiedene“ „intakte Familien“, „Einzelkinder“ vs. „Geschwister“) oder gar Anhängern unterschiedlicher Freizeitaktivitäten.
Gruss
Das Problem der albanischen Emigration ist nicht, dass viele Albaner ihre Heimat verlassen haben, dass Problem der albanischen Emigration ist, dass viele von ihnen ihre Heimat vergessen haben.

Estra
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Di, 12. Feb 2008, 13:05

Aus Sicht der zwei Ordensschwestern, ist es ihr Alltag sich Mädchen anzunehmen, die aufgrund ihres Verhaltens/Situation von der Familie verstossen oder flüchten müssen.
Der Journalist, stellt halt vorallem die Sichtweise dar, wobei es schon sehr danach klingt, als wär das Alltag in Albanien. Aber nicht immer muss man den Journalisten bösen Willen unterstellen, manchmal sind sie einfach auch naiv und unwissend. Für solche Fälle gibt es eigentlich in fast jeder Zeitung Leserbriefseiten, oder Meinungsseiten, in denen man seine Meinung über Artikel kund tun kann. Eine gute Sache find ich, somit kann man gewisse Dinge klarstellen. Das geht auch online, bei Meinung! Bei solchen Artikeln, in den üblichen Zeitungen hier in der Schweiz, mach ich das öfters..
Gruss Estra

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Magnet
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Di, 12. Feb 2008, 13:06

Kusho1983 hat geschrieben:in diesem artikel wird sehr stark auf den kanun fokusiert.doch es ist hierbei zu fragen welcher albaner denn den kanun auswendig kennt?!der kanun war über dekaden hinweg verboten und so auch weniger gebräuchlich.also sind auch die regeln immer mehr in vergessenheit geraten.einigealbaner berufen sich zwar auf den kanun,doch wissen die meisten nin der tat gar nicht,was drinnen steht.
Das ist das, was ich auch immer wieder betone, absolut richtig!
Kusho1983 hat geschrieben: weiter wird anhand einiger beispiele in abgeschinittenen dörfern auf ein gesamtes land und eine ganze bevölkerung schlussfolgerungen gezogen.selbst die zwei ordensschwestern sagen:„Es ist das Denken in den Köpfen der Albaner, das sich endlich einmal ändern müsste“.mit dieser denkweise setzen sich die beiden schwestern über eine unmenge von intelektuellen und weltoffenen albaner hinweg und schmeissen alle in einen topf!
Meine Meinung, aber mich hat vor ein paar Tagen ein Artikel sehr beeindruckt im Spiegel, vielleicht kennst du den schon:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 66,00.html

Man spricht in diesem Artikel nicht mehr vom "Albaner", sondern von albanischen Studenten, von albanischen Politikern, also eine sehr differenzierte Sicht der Dinge und der Leser merkt, dass sich die Leute von unten in ihren Bedürfnissen und Wünschen gar nicht so sehr unterscheiden wie sie selber...
Kusho1983 hat geschrieben: und zu guter letzt muss nach der empirischen evidenz gefragt werden:wie oft kommt es vor,dass ein vater seine tochter umbringt?!und wie oft kommt es noch vor,dass ein mann eine frau als sein eigentum anschaut.die regeln des kanuns sind veraltet und werden von immer weniger leuten verwendet und befolgt.also anhand eines veralteten regelwerks eine ganze bevölkerung zu verurteilen,ist stupid und unüberdacht.das wäre wohl dasselbe,wenn man bsp.muslime als menschenverachtend verurteilen würde,nur weil im koran(auch ein veraltetes regelwerk,nachdem nur wenige menschen leben)eine andeutung auf das "beackern des feldes" gemacht wird!
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ich sehe hier schon eine gewisse kulturell-rassistische tendenz.die kultur wird als minderwertiger dahingestellt,und es wird sehr stark verallgemeinert!
Eigentlich sind das genau meine Worte, es kommt mir vor, als ob du diese Sätze aus meinen früheren Beiträgen heraus abgeschrieben hast :lol: :wink:


Aber es ist leider so, wie du sagst, ein Schweizer, der seine Frau mit seinem Sturmgewehr aus dem Militär umbringt, gilt als psychisch gestört, während ein Albaner, der seine Frau umgebracht hat, nach den Regeln des Kanun gehandelt hat und man spricht dann von einem sogenannten Ehrenmord...
Das Problem der albanischen Emigration ist nicht, dass viele Albaner ihre Heimat verlassen haben, dass Problem der albanischen Emigration ist, dass viele von ihnen ihre Heimat vergessen haben.

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Di, 12. Feb 2008, 13:17

Estra hat geschrieben:Aus Sicht der zwei Ordensschwestern, ist es ihr Alltag sich Mädchen anzunehmen, die aufgrund ihres Verhaltens/Situation von der Familie verstossen oder flüchten müssen.
Das ist genau das Problem, diese Ordenschwestern haben täglich mit solchen Fällen zu tun, da ist es nicht verwunderlich, dass sie diesbezüglich so eine Meinung über die Albaner haben...
Estra hat geschrieben: Der Journalist, stellt halt vorallem die Sichtweise dar, wobei es schon sehr danach klingt, als wär das Alltag in Albanien. Aber nicht immer muss man den Journalisten bösen Willen unterstellen, manchmal sind sie einfach auch naiv und unwissend.
Naivität und Unwissenheit darf sich aber ein Journalist nicht erlauben, denn dann ist er im falschen métier gelandet...

Das Problem ist ja nicht, dass dieser Journalist stark verallgemeinert hat, das Problem ist, dass er das Bild einer ganzen Gesellschaft verfälscht und so entstehen Vorurteile...
Estra hat geschrieben: Für solche Fälle gibt es eigentlich in fast jeder Zeitung Leserbriefseiten, oder Meinungsseiten, in denen man seine Meinung über Artikel kund tun kann. Eine gute Sache find ich, somit kann man gewisse Dinge klarstellen. Das geht auch online, bei Meinung! Bei solchen Artikeln, in den üblichen Zeitungen hier in der Schweiz, mach ich das öfters..
Gruss Estra
Das ist natürlich eine tolle Sache! Ich glaube sogar, dass dieser Artikel eine reine Online-Publikation ist...

Gruss
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Shqipetare
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Di, 12. Feb 2008, 16:05

Mein Gott,ich hab es sowas von satt,andauernd solche Artikel zu lesen. Denn solch ein Artikel,wie dieser,trägt dazu bei,dass sich andere Nationalitäten ein falsches Urteil über uns bilden,ohne sich überhaupt Gedanken zu machen,wer überhaupt Stellung zu dem ganzen Thema nimmt.In diesem Fall,sind es zweifelhaft zwei verblendete Ordensschwestern,die in einer alb. Provinzstadt wohnhaft sind und meinen die Albaner und ihre Mentalität,Denkweise und Verständnis von der Welt zu kennen.Und vom überaus schlauen Autor wird es stilistisch(u.a.druch das vermehrte Einbeziehen von Zitaten) so dargestellt,als seien diese Ordensschwestern Experten in diesem Gebiet.
Ich will auf keinen Fall leugnen,dass dies irgendwo mal irgendwann vorkommen mag,jedoch es so aussehen zu lassen,als sei Albanien ein Land,in dem Mädchen immer umgebracht werden,wenn sie unverheiratet schwanger werden,in dem Ehrenmord Gang und Gäbe ist und in dem Frauen minderwertiger behandelt werden,da sie Eigentum des Mannes sind,ist unerhört.Unterschwellig sagt diese latente Aussage "In Albanien gilt die Frau als Eigentum des Mannes“ aus,dass alle alb. Frauen von ihren Männern unterdückt und dass die (familiäre) Autorität der Frau in AL überhaupt nicht anerkannt wird. :?
Zum einen find ich es einfach nur unverschämt,anzudeuten,dass die alb.Justiz einen Vater,welcher sein Kind umbringt unterstützt,indem sie diesen mit einem lächerlichen Gefängnisaufenthalt bestraft.Zum anderen,dass das ganze mit einem "Hühnerdiebstahl" verglichen und somit ins Lächerliche gezogen wird.
Es ist immer wieder kurios zu sehen,wie andere Menschen,druch leichtsinnige pauschalisierende Äußerungen es schaffen,ein falsches Bild über ein ganzes Volk zu vermitteln.Denn wäre ich nicht selbst eine Shqipetare würde ich mir denken"Boha,was ist das denn für ein Land bzw.Volk... :roll: "


P.S:Ist stilistisch sowie inhaltlich ein sehr miserabler Artikel,mal abgesehen davon,dass ich diesen unverschämt finde.
Me dogji malli moj nena ime...

jeki
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Re: Wo Väter ihre Töchter ermorden

Di, 12. Feb 2008, 16:22

Sandy hat geschrieben:Zu folgendem Artikel würden mich mal eure Meinungen interessieren. Ich dachte eigentlich, dass sowas nicht mehr so stark verbreitet sei. Was sagt ihr dazu?

http://www.nachrichten.at/weltspiegel/6 ... 112fbba488
ist bisschen heftig dargestellt.

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Shqipetare
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Di, 12. Feb 2008, 17:22

[quote'="Kusho1983"]also anhand eines veralteten regelwerks eine ganze bevölkerung zu verurteilen,ist stupid und unüberdacht.das wäre wohl dasselbe,wenn man bsp.muslime als menschenverachtend verurteilen würde,nur weil im koran(auch ein veraltetes regelwerk,nachdem nur wenige menschen leben)[/quote]

Das kannst du so nicht behaupten,denn erstens ist "wenig" relativ und zweitens ist dies statistisch nicht belegt.Ich bin da auf jeden Fall anderer Meinung.
Me dogji malli moj nena ime...

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Sandy
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Re: Wo Väter ihre Töchter ermorden

Mi, 13. Feb 2008, 15:47

jeki hat geschrieben:
Sandy hat geschrieben:Zu folgendem Artikel würden mich mal eure Meinungen interessieren. Ich dachte eigentlich, dass sowas nicht mehr so stark verbreitet sei. Was sagt ihr dazu?

http://www.nachrichten.at/weltspiegel/6 ... 112fbba488
ist bisschen heftig dargestellt.
"ein bisschen" ist fast noch untertrieben
Qeshu rini, qeshu! Bota asht e jote!

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Kusho1983
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Mi, 13. Feb 2008, 17:42

Shqipetare hat geschrieben:
Kusho1983 hat geschrieben:also anhand eines veralteten regelwerks eine ganze bevölkerung zu verurteilen,ist stupid und unüberdacht.das wäre wohl dasselbe,wenn man bsp.muslime als menschenverachtend verurteilen würde,nur weil im koran(auch ein veraltetes regelwerk,nachdem nur wenige menschen leben)
Das kannst du so nicht behaupten,denn erstens ist "wenig" relativ und zweitens ist dies statistisch nicht belegt.Ich bin da auf jeden Fall anderer Meinung.
menschen,die wirklich nach dem kanun leben sind wenige,weil wie schon erwähnt viele den inhalt gar nicht kennen.doch sehr viele,die einen mord begehen,beziehen sich dann auf diesen,weil sie sich eine mildere strafe erhoffen(was keine mildere strafe zur folge hat)!
klar gibt es keine statistischen erhebungen darüber,doch es gibt mehrere mehrere studien darüber und die tatsache,dass während des sozialismus der kanun(für nicht-wissenschaftgliche zwecke)verboten war,legt nahe,dass viele mit dem inhalt gar nicht vertraut sind!

Topolino
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Mi, 13. Feb 2008, 18:29

Du hast im anderen Beitrag wohl Koran statt Kanun geschrieben und deshalb gab es Missverständnisse :?
Gjaku i shqipes nuk hup kurre, ai gjake mbetet ne flamur.

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Shqipetare
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Mi, 13. Feb 2008, 18:50

Topolino hat geschrieben:Du hast im anderen Beitrag wohl Koran statt Kanun geschrieben und deshalb gab es Missverständnisse :?
Japp,du hast es absolut erfasst :wink:


@kusho

Da ich ja nun weiß,dass du dich auf den Kanun statt auf den Koran bezogen hast,stimme ich dir zu,da ich auch der selben Ansicht bin.Ich habe mich erhlich gesagt ziemlich gewundert,als ich las,dass wenig Menschen nach den Koran leben sollen.Naja,hat sich somit erledigt....



Lieben Gruß,
Shqipetare
Me dogji malli moj nena ime...

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gv
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Mi, 13. Feb 2008, 20:39

kennt ihr "dein schmerz trägt meinen namen" von hanife gashi da geht es um dieses thema und das ist nicht lange her das das passiert ist...

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