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Illyrian^Prince
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Re: Wer war Mutter Theresa?

Sa, 03. Sep 2005, 16:46

illyrian*bLood hat geschrieben:
Illyrian^Prince hat geschrieben:
ReBeL hat geschrieben: Ursprünglich war ihre Familie aus Ferizaj(heute Kosovo).
FALSCH !!!!

obwohl es kaum jmd. weiss ist Mutter Teresa aus PRIZREN !
ich habe auch schon etliche Bücher über sie gelesen& überall steht, dass sie aus Prizren stammt, und ihre Familie (bzw. Eltern) nach Skopje übergesiedelt ist.
yo ok mann kan sich ja irren. :p

kosovar
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paris Hilton soll Mutter Teresa spielen

Di, 04. Apr 2006, 18:18

Ein indischer Regisseur will Paris Hilton für die Rolle der Mutter Teresa gewinnen. Sie sei in der engeren Auswahl für die Hauptrolle in seinem neuen Film über die Trägerin des Friedensnobelpreises.

Bei einem Computerabgleich habe sich gezeigt, dass die Millionen-Erbin und die albanische Nonne frappierend ähnliche Gesichtszüge hätten, sagte Thankamaniamma Rajeevnath am Montag der Nachrichtenagentur AFP im südwestindischen Küstenstaat Kerala. Ende April sei ein erstes Treffen geplant.

Zweitrangige Hollywood-Filme

Es ist der elfte Kinofilm des 54-jährigen Regisseurs. Bekannt wurde er unter anderem mit „Janani", der Geschichte von sieben Nonnen, die sich um ein ausgesetztes Baby kümmern. Hiltons schauspielerische Leistungen beschränkten sich bisher auf kleinere Rollen in zweitrangigen Hollywood-Filmen; zudem wirkte sie in der US-Realityshow „The Simple Life“ mit.

http://cinema.msn.de/news/ext_detail?id=249118



kosovar 8)

Ikona
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Re: paris Hilton soll Mutter Teresa spielen

Di, 04. Apr 2006, 20:05

kosovar hat geschrieben:Ein indischer Regisseur will Paris Hilton für die Rolle der Mutter Teresa gewinnen. Sie sei in der engeren Auswahl für die Hauptrolle in seinem neuen Film über die Trägerin des Friedensnobelpreises.

beschränkten sich bisher auf kleinere Rollen in zweitrangigen Hollywood-

kosovar 8)
das ist wohl der grösste blödsinn, denn ich seit langem je gehört habe....
was hat diese barbiepuppe mit mutter teresa gemeinsam.....????

mann mann mann

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Lars
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Di, 04. Apr 2006, 20:11

Sie soll ihr extrem ähnlich sein. :roll:

Wir kennen ja von Mutter Teresa meist nur ältere Fotos - wahrscheinlich würde P.H. dann die junge Nonne spielen. :?

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Illyrian^Prince
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Mo, 10. Apr 2006, 13:35

Weiss jemand ob die Familie von Mutter Theresa in Shkodra oder in Shkup lebt?

griechin30
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Wer war Mutter Theresa?

Do, 13. Apr 2006, 1:46

...
Zuletzt geändert von griechin30 am So, 10. Jun 2007, 14:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Kusho1983
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Re: Wer war Mutter Theresa?

Sa, 10. Jun 2006, 1:36

Illyrian^Prince hat geschrieben:
illyrian*bLood hat geschrieben:
Illyrian^Prince hat geschrieben:
ReBeL hat geschrieben: Ursprünglich war ihre Familie aus Ferizaj(heute Kosovo).
FALSCH !!!!

obwohl es kaum jmd. weiss ist Mutter Teresa aus PRIZREN !
ich habe auch schon etliche Bücher über sie gelesen& überall steht, dass sie aus Prizren stammt, und ihre Familie (bzw. Eltern) nach Skopje übergesiedelt ist.
yo ok mann kan sich ja irren. :p
auch falsch!mutter theresa kommt nicht aus prizren,sondern aus albanien. ihre eltern stammen ursprünglich aus dem dorf fan in mirdita(nordalbanien,wo viele katholiken leben,während in mazedonien keine alb.katholiken leben und lebten),sie wanderten dann nach shkodra aus und später in kosovo und nach mazedonien.von mazedonien kehrte die familie von gonxhe bojaxhiu(ein geschlecht aus nordalbanien,besonders in shkodra ist dieses geschlecht weit verbreitet)nach tirana zurück.mutter theresa ging jedoch nach indien.
das erklärt auch,wieso mutter theresa 1989 und 1993 albanien besuchte(vor allem shkodra)und nicht mazedonien oder das kosovo!

ich verweise dabei auf die arbeit von Saimir Lolja Nën-Prof. Dr. PEng.,hier noch die quelle dazu:
http://tesh.albemigrant.com/tet2003_2.htm

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Illyrian^Prince
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Sa, 10. Jun 2006, 17:17

Na ja ihre Familie lebt jetzt in Shkodra.

In Mazedonien wär sie sicher von den Slawen verhaftet worden oder sowas... :roll:

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Kusho1983
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Sa, 10. Jun 2006, 17:53

Illyrian^Prince hat geschrieben:Na ja ihre Familie lebt jetzt in Shkodra.

In Mazedonien wär sie sicher von den Slawen verhaftet worden oder sowas... :roll:
soviel ich weiss,lebte die ganze famile von mutter theresa seit den 1920er jahren in tirana.dort ist dann auch ihre schwester gestorben und liegt irgendwo beim friedhof in tirana begraben...ich würde daraus folgern,dass die verwandten von mutter theresa weiterhin in tirana wohnen...

roland
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Ups ! Mutter Theresa doch keine Albanerin...

Fr, 09. Okt 2009, 20:21

Artikel im Eurasischen Magazin:

Mutter Teresa war eher Deutsche als Albanerin

Die Friedensnobelpreisträgerin von 1979 wäre im nächsten Jahr 100 Jahre alt geworden. Wer war sie und woher kommt sie? Ihre Jugend verbrachte sie in Skopie. Ihre Eltern waren „Latiner“. Für das oft behauptete Albanertum der Ordensfrau gibt es keinerlei Belege.
Von Wolf Oschlies
EM 10-09 · 04.10.2009


Der 5. September 2009 war ein heißer Tag auf dem Balkan. Ein Samstag. Prof. Gjorgi Ivanov, Staatspräsident der Republik Makedonien, ließ es sich dennoch nicht nehmen, in Skopje einige Personen zu ehren, die sich um Mutter Teresa verdient gemacht haben.
Die Wohltäterin und von Millionen Menschen auf der Welt noch immer verehrte Friedensnobelpreisträgerin war 99 Jahre zuvor, am 26. August 1910 in der Skopjer „Pop Kočina“ Gasse Nr. 13 geboren worden. Ihr Name lautete Gonxha Agnes Bojaxhiu.
Unter den Geehrten waren der makedonische Albaner Aziz Pollozhani, ehemaliger Bildungsminister Makedoniens und jetziger Präsident einer Mutter-Teresa-Gesellschaft im südmakedonischen Struga, und ich, der Deutsche Wolf Oschlies, dessen noch druckfeuchtes Buch über Mutter Teresas Skopjer Jugendjahre in Makedonien mit Interesse aufgenommen worden war.

Nach dem Präsidenten durften die Geehrten einige Dankesworte sagen, was Pollozhani zweisprachig tat – auf Makedonisch und „in meiner albanischen Muttersprache, die auch die Muttersprache von Mutter Teresa war“. Das ist seit Jahren eine albanische Gleichung. Mutter Teresa = Albanerin. Diese Gleichung ist weithin akzeptiert. Selbst wenn Menschen nichts oder nicht viel über Mutter Teresa wissen, zumal deren Nachruhm verrinnt wie der Sand in einer Eieruhr, so fällt ihnen zu ihr doch ein, sie sei „Albanerin“ gewesen.

Albanertum der Ordensfrau ein Hirngespinst

Dennoch: Das Albanertum dieser Frau ist ein Hirngespinst! Es gibt keinen einzigen Beweis, Beleg oder Hinweis dafür, dass Mutter Teresa Albanerin gewesen wäre, irgendetwas mit Albanern zu tun gehabt oder auch nur ein paar Worte Albanisch gesprochen hätte. Ungezählte Behauptungen der gegenteiligen Art sind alles andere als beweiskräftig, denn sie bezeugen zumeist nur die Ignoranz der Autoren: „Mutter Teresa, 1910 im albanischen Skopje geboren“, schrieb im September 2007 die Hamburger „Zeit“. Ist etwa Skopje, die immer noch Hauptstadt Makedoniens, denn „albanisch“? Ist die „Zeit“ ein intellektuelles Blatt? Dieses eine Beispiel ist symptomatisch für die immense Flüchtigkeit, die im internationalen Schrifttum im Umgang mit Grunddaten von Mutter Teresa besteht, nachdem selbst die offizielle Website des Friedensnobelpreis-Komitees ein falsches Geburtsjahr, nämlich 1914 angibt, für sie, ihre Preisträgerin von 1979.
 
In Skopjer Tonarchiven werden bis heute Tondokumente von Mutter Teresa aufbewahrt, wo sie flüssig und fehlerfrei in der Bildungs- und Umgangssprache ihrer Jugend, dem Serbokroatischen, Auskunft gibt: Über sich, über ihre Familie, über ihr geliebtes Skopje etc. Dabei war Serbokroatisch nicht ihre Muttersprache: In ihrer Familie wurde, wie sie selber bezeugte, die aromunische Sprache – die Bojaxhius gehörten der Volksgruppe der Aromunen (Vlachen, Zinzaren, Macedorumänen etc.) an.

Ein makedonischer Germanist vermutet deutsche Wurzeln
Der makedonische Germanist Jovan Alagjosovski ist sogar überzeugt, dass die Bojaxhius deutsche Wurzeln aufweisen. Das ist absolut nicht abwegig: Der gesamte süd- und westbalkanische Bergbau ist ab dem 12. Jahrhundert von deutschen Siebenbürger Sachsen initiiert worden, wovon bis heute zahlreiche Ortsnamen auf „Sas-" zeugen. Warum soll nicht auch Mutter Teresas Familie „sächsische“ Ursprünge haben?

Die Vorstellung ist charmant, wiewohl unbeweisbar. Beweise in Fülle aber gibt es für die vlachisch-aromunische Ethnizität beider Eltern Bojaxhiu: Vater Nikola war als Sprecher der Aromunen in der Skopjer Stadtverwaltung präsent – Mutter Drona, geborene Bernay (1889-1972), entstammte einer aromunischen Familie aus dem Kosovo, die von ihren Nachbarn als „Italiener“ angesehen wurden. Die konnten eben nicht zwischen den (eng verwandten) Sprachen Italienisch und Aromunisch unterscheiden, waren wohl auch von der Anhänglichkeit der katholischen Aromunen an das lateinische Alphabet verblüfft, die ihnen allgemein den Beinamen „Latiner“ eingebracht hatte. In Skopje lebten die Vlachen in zwei eigenen Bezirken, und in einem dieser „vlaški maala“ ist Mutter Teresa auch geboren.
2010 steht der 100. Geburtstag Mutter Teresas an, und im Vorfeld dieses Datums macht sich eine allseitige Hektik bemerkbar. In Skopje hofft man, das seit 2003 laufende vatikanische Verfahren zur Heiligsprechung Mutter Teresas möge bis dahin erfolgreich beendet sein. Drei „Wunder“, so die Vox populi der Stadt, seien dafür nötig, zwei sind bereits aktenkundig – es kann nicht mehr lange dauern. Dabei wissen die Skopjer, dass die Heiligsprechung ihrer berühmtesten Tochter alles andere als sicher ist. Sie ist am 5. September 1997 verstorben, das Verfahren zu ihrer Seligsprechung begann im Juni 1999, also statutenwidrig früher als fünf Jahre nach dem Tod, und es wurde am 19. Oktober 2003 mit der schnellsten Seligsprechung der Neuzeit abgeschlossen.

Eine Welle respektloser Scherze
Inzwischen hat es den Anschein, als sei dem Vatikan seine damalige Eile peinlich. Das laufende Verfahren schleppt sich mit demonstrativer Lustlosigkeit dahin, zumal 2007 Tagebücher und Briefe von Mutter Teresa veröffentlicht wurden, die sie in tiefen Glaubenszweifeln und eskalierender Gottesferne zeigten.
 
Sollte Mutter Teresa demnächst heiliggesprochen werden, dann wird das im besten Falle kaum jemand interessieren, im schlechtesten aber die Welle respektloser Scherze, die seit Jahren zunehmend über diese Frau gemacht werden, weiter anschwellen lassen. „Ich mag deinen Freund nicht, selbst wenn er der uneheliche Sohn von Ghandi und Mutter Teresa wäre“, sagte in einer TV-Serie der Hauptheld zu seiner halbwüchsigen Tochter. In dem Drama „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza, das 2007 /08 der absolute Bühnenhit in Deutschland war, sagt jemand: „Hören Sie doch auf, Sie kommen mir jetzt schon vor wie Mutter Teresa vom 14. Arrondissement“. Und ähnliche Beispiele mehr: Die demonstrative „Heiligkeit“ Mutter Teresas und der oft marktschreierische Kult, der zu Lebzeiten um sie getrieben wurde, waren nie unumstritten und seit Jahren fallen sie auf diese Frau zurück.
Muss der Vatikan befürchten, eine publizistische Lachnummer zur Heiligen zu machen?
Hinzu kommt, dass sich seit geraumer Zeit phantasievolle Fabulierer eine Art Deutungshoheit über Mutter Teresa angeeignet haben, die Rom kaum gefallen kann. Erster dieser Gilde war Teresas Bruder Lazar (1908-1981), ein Kollaborateur mit Mussolinis Faschisten, der in Albanien in Absentia zum Tode verurteilt war und sich mit „patriotischen“ Geschichten über seine weltbekannte Schwester rehabilitieren wollte. Ähnlich durchsichtig agiert der albanische Kleriker Lush Gjergji, der sich in Dutzenden von Büchern als „Cousin“ Mutter Teresas aufspielte und sich damit den offenen Widerwillen Roms zuzog. Vom schweizerischen Sankt Gallen aus verbreitet der Albaner Albert Ramaj die unglaublichsten Geschichtsklitterungen über Mutter Teresa und ihre Familie, die alles negieren oder bestreiten, was bislang über diese Frau erkundet wurde.

Schwer erträgliche Traktätchen
In Westeuropa und den USA wirken Autoren – Dominique Lapiere, Eileen Egan, Kathryn Spink u.a. -, deren Publikationen schwer erträgliche Traktätchen und Hagiographien sind. Die Verfasser waren nicht nur völlig unkritisch hingerissene Bewunderer von Mutter Teresa, sondern auch Verbreiter von grotesken Falsifikaten. Beispielsweise berichtete Egan Ende der 1980-er Jahre, Mutter Teresa habe mehrfach „in ihrer Muttersprache“ gesagt, „Sou de Schipteru“, was „Ich bin von Albanien“ hieße. Spätere Biographen haben zu Recht bemerkt, dass „sou de Schipteru“ gar nichts bedeutet, weil dieser Satz nicht annähernd irgendeiner europäischen Sprache zuzuordnen ist, auch und besonders nicht dem Albanischen. Dieses erfundene Gestammel als „Muttersprache“ Mutter Teresas und Eingeständnis ihrer albanischen Ethnizität zu deuten, ist lachhafte Bauernfängerei.
Am schwersten tun sich Albaner mit der „Albanerin“ Mutter Teresa.

In Albanien ist immer noch ein Gesetz aus den Zeiten des stalinistischen Diktators Enver Hoxha in Kraft, das Mutter Teresa das Betreten des Landes verbietet.
Dennoch wird sie als „albanische Heilige“ gefeiert und als Namensgeberin von Flughäfen, Boulevards, Rotlicht-Meilen, terroristischen „Hilfsorganisationen“ etc. missbraucht. Man möchte sie als neue Nationalheldin neben den „Albaner“ Skanderbeg (1405-1468) stellen, der ein südslawischer Fürstensohn war. Mutter Teresas neuerliche Propagierung trifft auf harten Widerstand albanischer Muslime, die diese Frau als eine Art „Mogelpackung“ ausländischer Einflüsse und Ansprüche verdammen.

Aber auch von albanischen Nichtmuslimen wird Mutter Teresa abgelehnt. Im Juli 2008 schrieb und produzierte Václav Dvořák im Tschechischen Fernsehen die Dokumentation „Uloupené Kosovo“ (Geraubtes Kosovo). Der einstündige Film war wegen seiner massiven Anklagen gegen albanische Chauvinisten und Terroristen nicht unumstritten, enthielt aber viele erhellende Szenen, beispielsweise die, wo kosovarische Kinder einen kleinen Jungen bedrohen: „Verschwindet alle, ihr Katholiken. Ihr seid dumm wie Mutter Teresa. Wir werden dich erschlagen, du Katholik, Katholik, Katholik…“ So äußerten sich Zehnjährige, aber Kinder sind nun einmal das Echo ihrer Eltern, und „Kindermund tut Wahrheit kund“ – sagt man nicht ohne Grund.

Streit um den Leichnam – Streit um ein Heimatland
Seit langen Jahren streitet Albanien mit Indien um den Leichnam Mutter Teresas, um diese „im Heimatland“ zu bestatten. Wo liegt das „Heimatland“ einer indischen Staatsbürgerin, die 1910 im damals osmanischen Üsküb (Skopje) geboren wurde? Es ist peinlich und lachhaft, wenn ein Land sein Streben nach nationaler Prominenz sozusagen auf dem Wege des ethnischen „Heldenklaus“ realisieren möchte, wofür Albaner offenkundig besonders anfällig sind. Der englische Soziologe Gëzim Alpion erwähnte 2007 in einem Mutter-Teresa-Buch albanische Aussagen, denen zufolge sechs Päpste geborene „Albaner“ gewesen seien, dazu Alexander der Große, Homer, Napoleon und Dutzende weitere Geschichtsgrößen. Andere Albaner beanspruchen 17 türkische Sultane und 43 osmanische Regierungschefs als „Albaner“, genau so wie Atatürk, Mussolini, Fidel Castro („geborener Fadil Krasniqi“) und zahlreiche weitere Stars der Historie.
Die Maßlosigkeit ethnischer Superioritätsansprüche der Albaner hat bereits vor rund 200 Jahren die beiden großen Erforscher balkanischer Sprachen, den Slowenen Jernej Kopitar und den Deutschen Jakob Grimm, erheitert, die sich in ihrem Briefwechsel darüber lustig machten, dass „Albanesen“ ihre Ursprünge von den Pelasgern ableiteten – einem antiken Volk, das bereits zu Zeiten Homers (8. vorchristliches Jahrhundert) spurenlos ausgestorben war. Natürlich reizt so etwas die Lachnerven, wie es aber auch gefährlich ist: Noch jedes Balkanland – ausgenommen Makedonien und einbezogen Ungarn – hat sein ethnisch reines Groß-Reich gefordert und dafür meist aberwitzige Begründungen bis zurück zur Ur- und Frühgeschichte angeführt. Dass Albaner in dieser Hinsicht besonders geringe Skrupel aufweisen, wissen wir aus albanischen Akademiegutachten („das älteste Volks des Balkans braucht sein ethnisch reines Staatsgebiet“), Planspielen der terroristischen UÇK („Befreiung aller von Albanern besiedelten Gebiete“) etc. Weil aber das Konzept „Groß-Albanien“ nur geringe Attraktivität für manche Gruppen von Diaspora-Albanern ausstrahlt, hat man es seit einigen Monaten in „natürliches Albanien“ umbenannt. Dahinter steht die Überlegung, dass gewisse „natürliche“ Phänomene nicht der menschlichen Zustimmung oder Ablehnung bedürfen, weil mit naturgegebener Unausweichlichkeit geschehen: Regenschauer, Schneestürme, „Wiedervereinigung“ aller albanischen Gebiete.

Hatte Mutter Teresa aus ihrer Jugend etwas zu verbergen?
Das Problem um und mit Mutter Teresa ist, dass sie die ohnehin dürftige Faktenlage zu ihrer Jugendzeit noch nach Kräften verwirrt hat. Sie hat in späteren Jahren sehr darauf gesehen, dass über ihre Jugend möglichst wenig geschrieben würde. Wollte sie etwas verbergen? Schämte sie sich über gewisse Details ihrer Kindheit – dass sie mit einer körperlichen Behinderung, einem Klumpfuß, geboren wurde, ein kränkliches Kind war, dass ihr Vater unter mysteriösen Umständen starb, dass ihr Bruder das „schwarze Schaf“ der Familie war und blieb, dass sie sich jahrzehntelang nicht um ihre Mutter und Schwester gekümmert hatte, die seit den frühen 1930-er Jahren in Albanien festsaßen, wohin Bruder Lazar sie gelockt hatte? Diese Verschleierungstaktik potenziert noch den Datenmangel, den Kriege und Systemwechsel – Balkankriege, Erster Weltkrieg und Entstehung des jugoslawischen - Staates ohnehin verursacht haben.

In diesem Dunkeln ist für manche gut munkeln – beispielsweise für Bruder Lazar, der als Vierjähriger die konspirativen Aktivitäten seines Vaters als „albanischer Patriot“ beobachtet haben will. Das ist Unsinn, auch wenn abzusehen ist, dass solche und ähnliche Phantastereien bis zum 100. Geburtstag Mutter Teresas noch gewaltig zunehmen werden. Auch wird der Kult um sie nochmals aufschäumen, was vollends unverständlich ist. Was hat diese Frau konkret geleistet, damit sie als „größte Humanistin des 20. Jahrhunderts“ durchgehen kann? Kann sie auch nur mit einem der über 20.000 „Gerechten unter den Völkern“, die Israel ehrte, weil sie Juden vor dem Holocaust retteten, das Wasser reichen? Kann man Mutter Teresa mit einem Raoul Wallenberg, einem Janusz Korczak, mit anderen Märtyrern des Holocaust vergleichen?
Aber das sind bereits Fragen, die meine Interessen und mein Buch weit hinter sich lassen. Ich habe mich mit Gonxha Bojaxhiu beschäftigt und dabei eine doppelte Absicht verfolgt: Zum einen wollte ich das Prestige Mutter Teresas für ein Porträt des historischen Skopje, der Stadt ihrer Geburt und Jugend, nutzen, dabei Lücken schließen und Fehler beseitigen, die andere Biographen so leichtfertig in die Welt setzten. Zum anderen wollte ich anregen, gewisse Eigenheiten der späteren Mutter Teresa aus der Skopjer Sozialisation von Gonxha Bojaxhiu heraus zu erklären. Darum habe ich auch ein Exemplar meines Buchs dem Albaner Aziz Pollozhani geschenkt. Als Arzt, der lange in der Schweiz gearbeitet hat, verfügt er über gute Deutschkenntnis – als Albaner wird er ein Bild von Mutter Teresa haben, das erheblich von meinem abweicht. Der Grund für eine Debatte ist gelegt!

jeta_ch
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Fr, 09. Okt 2009, 21:05

Na Herr Oschlies, wie viel hat dieser Artikel dem "mazedonischen"Staat gekostet. Nachdem die Masche mit der Encyklopädie nicht funktioniert hat!?
Lächerlich wie dieses verfälschtes Volk alles versucht zu verfälschen.
In dem Sinne...
OH SA MIR ME QEN SHQIPTAR/E

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Klara
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Fr, 09. Okt 2009, 21:37

jeta_ch hat geschrieben:Na Herr Oschlies, wie viel hat dieser Artikel dem "mazedonischen"Staat gekostet. Nachdem die Masche mit der Encyklopädie nicht funktioniert hat!?
Lächerlich wie dieses verfälschtes Volk alles versucht zu verfälschen.
In dem Sinne...
Ganz meiner Meinung,der Herr Roland sollte mal die Biographie lesen von Mutter Teresa... :wink:
Wer nur in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren.

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egnatia
Danke für die vielen Übersetzungen
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Sa, 10. Okt 2009, 13:58

Am Tag der Nobelpreisverleihung

Mein albanisches Volk
trage ich immer im Herzen.
Ich bitte den Herrn
Sein Friede
möge in unsere Familien kommen,
in die Herzen und in die Welt.

Betet für meine Armen
für meine Schwestern
und für mich.

Für Sie bete ich ...

Oslo, 10.12.1979
Koha s'vjen pas teje, ti hiq pas kohese!
Naim Frasheri

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Albert
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Di, 13. Okt 2009, 22:42

Albert Ramaj*

MUTTER TERASA VON KALKUTTA IST GONXHE BOJAXHIU VON SKOPJE. ZUR FAMILINEGESCHICHTE MUTTER TERESA


DIE FAMILIE BOJAXHIU IN PRIZREN UND SKOPJE

Die Familie Bojaxhiu kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Kosovë, genauer aus Prizren, nach Skopje. Kulturelle und politische Kontakte zwischen Skopje, Prizren und Shkodra gab es viele, z.B. traditionelle Handelsgeschäfte, von denen auch die Familie Bojaxhiu lebte. Aus diesem Grund war es für die Familie nicht schwer, in solchen Städten Fuß zu fassen. Das Haus der Familie Bojaxhiu lag in der Nähe der damaligen katholischen Kathedrale von Skopje. In dieser Zeit war es üblich, dass die katholischen Familien in einem Quartier zusammenlebten. In diesem Stadteil befand sich auch die katholische Kirche. Diese Einteilung fand man in Prizren, Đakova/Gjakova, Peć/Pejë, Skopje/Shkup, Bitola/Manastir usw. Der Bruder (Lazër) von Maria Teresa sagte einmal: „Wir wohnten neben dem katholischen Gotteshaus der Albaner von Skopje, dessen Priester während unserer Kindheit selbst ein Albaner war“ (VOGT 1990, 12). Lorenc Antoni, ein Verwandter von Mutter Teresa, sagte zu den Katholiken in Skopje: „Alle sind wir am Hofe der Kirche aufgewachsen“ (GJERGJI 1991, 20). Damit meinte er, dass die Kinder die meiste Zeit am Kirchhof verbrachten oder dort gespielten. Später wurde die Straße, in der die Kathedrale stand, Kralj-Petar-Straße genannt. Sie befand sich in der Nähe des Zentrums von Skopje (GUSIC 1976, 19).
Leider gibt es sehr wenige Dokumente über die Familie Bojaxhiu und über die katholische Kirche der Diözese Skopje und Prizren. Zum einen traf am 6. April 1941 eine Bombe das Diözesanhaus von Skopje und zerstörte die gesamte Bibliothek und das Archiv. Alle wertvollen geschichtlichen Dokumente verbrannten. Zum anderen hielten das Diözesanhaus samt Diözesanarchiv und die Kathedrale sowie die Kirche am Bitpazar in Skopje den Erschütterungen des Erdbebens im Jahre 1963 nicht Stand. Später wurde eine neue Kathedrale gebaut, aber nicht mehr am gleichen Platz. Der 27. August 1910, das angebliche Geburtsdatum von Gonxhe Bojaxhiu ist in Wirklichkeit ihr Taufdatum. Geboren wurde sie am 26. August 1910. Bis vor kurzem war nicht klar, wer ihr Taufpriester oder ihre Taufpaten waren. In den Artikeln und Büchern über Mutter Teresa steht geschrieben, dass die Mutter der Mutter Teresa, Drane (dt. Rosa) Bojaxhiu (Mädchenname Bernaj), ursprünglich aus der Pfarrgemeinde Novoselo/Novosella bei Đakovica/Gjakovë im Kosovo/Kosovë stamme. Diese Version übernahm auch der Vatikan in seinen Seligsprechungsakten, anlässlich der Sammlung von Fakten und Veröffentlichungen für die Seligsprechung von Mutter Teresa. Nach den neuesten Forschungsergebnissen stellt sich die Wahrheit über ihre Mutter Drane folgendermaßen dar: Der Pfarrer von Novosella, Don Robert Kola, klärte im September 2003 in St. Gallen einige offene Fragen. Er sagte, aus seinen Informationen und Gesprächen mit zahlreichen älteren Leuten resultiere, dass Drane Bernaj ursprünglich aus Gramočelj/Gramaçel stammte und dann von dort erst nach Novosella kam. Gramaçel gehört noch heute zur Pfarrgemeinde Novosella. Jedoch stellte sich später heraus, dass Drane Bernaj überhaupt nicht aus der Gemeinde Novosella, sondern aus Prizren stammte. Don Robert Kola sagte dazu, dass er die „alte“ Version bereits an andere Autoren, darunter an die Historikerin Kathryn Spink, weitergegeben habe, als sie in Skopje forschten.

IHR VATER – KOLË BOJAXHIU

In der Diözesanzeitung Drita, die am Anfang in Prizren und später in Uroševac/Ferizaj erschien, schrieb der damalige Pfarrer Nikollë Mini über die Ankunft Mutter Teresas in Prizren im Jahre 1970: „Morgen, gemeinsam mit ihrem Verwandten, dem Pfarrer von Prizren, reiste sie nach Prizren, wie sie es mit ihm vereinbart hatte und wie sie es sich wünschte“ (MINI 1980, 4-5). Dabei fällt ins Auge, dass es in dem Artikel heißt: „mit ihrem Verwandten, dem Pfarrer von Prizren“. Der damalige Pfarrer in Prizren war der Autor des Artikels, Nikollë Mini.
Diese Verwandtschaftsbeziehung zwischen Mutter Teresa und dem Pfarrer wurde später nie mehr in schriftlicher Form erwähnt. Es muss sich um eine sehr nahe Verwandtschaft zu Gonxhes Vater, Kolë Bojaxhiu, gehandelt haben. Nikollë Mini war der Sohn einer Nichte Kolë Bojaxhius, die den Namen Maria trug. Von Prizren aus wollte Mutter Teresa nach 42 Jahren gemeinsam mit ihren Verwandten ihren Geburtsort Skopje besuchen. Interessant ist, dass sie zuerst Prizren und dann Skopje besucht hat. Die Familie Bojaxhiu ist von Prizren nach Skopje eingesiedelt. Nikollë Mini schrieb 1962 den ersten Artikel in albanischer Sprache über Mutter Teresa. Er erwähnte auch die Albanerin Nasta Mihilli, genannt Schwester Gabriele, die gemeinsam mit Mutter Teresa als Missionarin in Indien tätig war. Sie stammte ebenfalls aus Skopje (MINI 1962, 15-17). Mehreren Quellen ist zu entnehmen, dass beide in Indien sehr engagiert waren. Nasta Mihilli dürfte schon sehr früh gestorben sein und erlebte die Erfolge des Ordens nicht mehr.
Es existieren Unterlagen über die Familie Bojaxhiu und Bernaj im Privatbesitz eines gewissen Pjetër Përgjoka in Prizren. Përgjoka arbeitet selbst an einer Publikation über Maria Teresa und hält daher einige interessante Dokumente geheim. Mit Hilfe des vormaligen Prizrener Priesters Don Nikson Shabani konnte der Inhalt dieser Dokumente recherchiert werden. Sie sind sehr wichtig für die Geschichte der Familien Bojaxhiu und Bernaj. In diesen Unterlagen befinden sich die Angaben der damaligen Kirchenvereine in Prizren (alb. Kompanitë Kishtare), in denen es heißt:
„Kolë Bojaxhiu, der Vater von Mutter Teresa, wurde 1875 in Prizren geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Prizren. Lazër Bojaxhia [Hervorhebungen wie im Original], der Sohn Mark Bojaxhis, war ihr Großvater. Mark Bojaxhia wiederum der Großvater von Kolë, dem Vater Mutter Teresas. Mark hatte neben Lazër einen weiteren Sohn namens Nrek. Wie Lazër hatte auch Nrek einen Sohn, der Tomë Bojaxhiu hieß. Lazër Bojaxhiu, der Großvater von Mutter Teresa (der Bruder von Mutter Teresa hatte denselben Vornamen), war in Prizren bekannt als Händler und betätigte sich politisch wie kulturell.“
In dieser Zeit gab es verschiedene Kirchenvereine in Prizren, in denen er Mitglied war. Im Jahre 1875 findet man im Mitgliederregister der Kompania e Shën Kryqës (Verein des Heiligen Kreuzes) als Nummer 17 die Namen Lazri i Mark Bojaxhijes. Im gleichen Jahr wird sein Sohn Kolë geboren. Spätere Vereinsangaben beinhalten auch den Namen Lazër Bojaxhius (im Jahre 1882 und 1892). Im Jahre 1900 tritt er auch im Mitgliederregister des Vereins des Heiligen Josef auf. Nrek Bojaxhiu, der Bruder von Lazër Bojaxhiu, ist im Jahre 1900, 1901 und 1906 Mitglied im Verein des Heiligen Johannes. 1909 befindet sich in diesem Register auch Tomë Bojaxhia, der Sohn des Nrek. Schließlich tauchte im Jahre 1909 auch shoqia e Tomë Bojaxhis, die Frau von Tomë Bojaxhiu, im Verzeichnis auf. Kolë Bojaxhiu kann man im Jahre 1903 in Skopje auf einem Foto während der Weihezeremonie der Herz-Jesu-Kathedrale sehen. Er dürfte zu diesem Zeitpunkt etwa 28 Jahre alt gewesen sein. Man kann vermuten, dass Kolë schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts oder noch früher nach Skopje gekommen ist. Die Mutter von Kolë Bojaxhiu hieß Çile (Cäcilie).
Gestorben ist Kolë Bojaxhiu aller Wahrscheinlichkeit nach 1919. Es finden sich drei bis vier verschiedene Angaben des Todesjahres in den verschiedensten Publikationen über Mutter Teresa, z.B. findet man bei Navin CHAWALA (1993, 31) 1917 als Todesjahr.
Bei Gjergji Lush lautet das Todesjahr ihres Vaters 1918. Diese Meinung vertritt der bekannte Biograph und Publizist Don Lush Gjergji in all seinen Büchern über Mutter Teresa (GJERGJ 1991, 13; 1992, 14; 1994, 18; 1998, 15). Das wahrscheinlichste Todesjahr des Vaters von Mutter Teresa dürfte 1919 sein. Dieser Meinung ist auch SPINK (1997, 23). Lazër Bojaxhiu sagt, dass sein Vater im Jahre 1919 „gestorben“ ist. Der Bruder von Mutter Teresa sagte, dass er im Spital starb, nach einer Notoperation und er ist der Meinung, dass ihr Vater vergiftet wurde. Interessanterweise kann man das Sterbedatum vom Kolë Bojaxhiu nirgendwo finden. Das Tagebuch des engen Verwandten Lorenc Antoni, das Lush Gjergji (GJERGJI 1990, 16) zufolge Daten zur Kindheit der Mutter Teresa enthält, konnte nicht aufgetrieben werden. 1919 scheint uns daher das wahrscheinlichste Todesjahr (KUTELI 2004).
Auch Recherchen beim makedonischen Staatsarchiv in Skopje konnten keine Auskünfte über das Todesdatum des Vaters von Mutter Teresa in Erfahrung bringen. Wahrheitsgemäße Aussagen bekommt man selten, man versucht vor allem die albanische Herkunft des Vaters zu vertuschen und dichtete ihm neben der makedonischen auch vlachische (aromunischer) Abstammung an. Schon in den 1940er Jahren haben auch die Kroaten (vergeblich) versucht, Mutter Teresa wegen ihrer vielen Kontakte zu Kroaten als Kroatin darzustellen. Die Kroaten änderten allerdings auch ihren Familiennamen von Bojaxhiu auf Bojadžijević (s. Zeitschrift Blagovest X, 6-7, 1937, 80). Danach versuchten serbische Autoren, die Identität der Familie Bojaxhiu als serbisch darzustellen. Erst vor kurzem haben makedonische Politiker wieder behauptet, dass der Vater Kolë Bojaxhiu vlachischer Abstammung sei. Auch Angehörige der Kirchenleitung der Erzdiözese Skopje-Prizren wie der Erzbischof ukrainischer Abstammung, Joakim Herbut, und der Direktor der Caritas in Skopje, der Kroate Ante Cirimotić aus Kosova-Janjeva, äußerten sich diesen Spielen gegenüber negativ. Nach der Verleihung des Nobelpreises 1979 verkündete Mutter Teresa gegenüber den Journalisten: „By blood I am Albanian. My citizenship is Indian. I am a catholic nun. As to my calling, I belong to the world. As to my heart, I belong entirely to the heart of Jesus“. Somit sollte es nichts mehr über ihre Nationalitätsfrage zu diskutieren geben. Auch gegenüber Ramiz Alia in Tiranë bekundete sie mehrmals, dass sie sich als Albanerin fühle (AQSH 1990, Dosier 396, 5-16).
In fast allen Büchern über Mutter Teresa kann man lesen, dass Drane und Kolë Bojaxhiu nur drei Kinder (Age, Lazër und Gonxhe) hatten. In der offiziellen Broschüre, die vom Vatikan anlässlich der Feier der Seligsprechung Mutter Teresas herausgegeben wurde, findet sich ein kurzer Lebenslauf in verschiedenen Sprachen, dem zu entnehmen ist, dass sie fünf Kinder hatten. VOGT und SERROU schreiben dazu: „Zwei weitere Schwestern starben im frühen Kindesalter“ (VOGT 1990, 11) und „Es gab noch zwei weitere Töchter, aber beide starben in früherem Alter“ (SERROU 1980, 25). Erstaunlich ist auch, dass Mutter Teresa fast immer nur als Gonxhe Agnes Bojaxhiu benannt wird. Vogt schreibt, dass der Name Agnes der Name einer der verstorbenen kleinen Schwestern von Gonxhe Bojaxhiu sei.
Welchen Beruf Kolë Bojaxhiu ausübte, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Es ist klar, dass er politisch, religiös und kulturell aktiv war. Auch daran, dass er Händler war, besteht kein Zweifel – jedoch könnte er auch Lehrer gewesen sein. Oft liest man, dass er Apotheker oder Architekt gewesen sei. Dass er an der Errichtung des Theaters in Skopje teilgenommen hat, kann mit absoluter Sicherheit gesagt werden. Lazër sagte, dass sein Vater Mitinhaber einer Baufirma in Skopje war und die Geschäfte florierten. Er bestreitet, dass sein Vater Apotheker war (SERROU 1980, 25). Die Vermutung liegt nahe, dass die Bekanntschaft und Freundschaft zwischen dem Arzt Suskalović und Kolë Bojaxhiu bei den Biographen die Ansicht prägte, er wäre Apotheker.
Im Österreichischen Staatsarchiv in Wien fand man ein Dokument aus dem Jahre 1911, das aller Wahrscheinlichkeit nach über den Vater von Mutter Teresa handelt. Dieses Dokument wurde vom österreichisch-ungarischen Konsul mit dem Namen Lejhanec von Skopje nach Wien geschickt. Es wird an dieser Stelle zum ersten Mal publiziert.
No 80. Uesküb, den 26. Juni 1911. 50814 pr 26 VII 1911.
„Hochgeborner Graf!
Wie mir der hiesige Pfarrer, Don Giuseppe Ramaj, und der Jesuitenpater Genovizzi übereinstimmend melden, haben einige hiesige Katholiken – an ihrer Spitze die bekannte Italienfreunde Luigi Neracci und Kol Bojad żija – dieser Tage an das italienische Konsulat eine Eingabe gerichtet, worin sie um die Errichtung einer eigenen italo-albanesischen Schule bitten. Als Grund geben sie an, dass die Pfarrschule infolge Lehrkräftenmangels ungenügend funktioniere und den Schülern die nötige Bildung nicht verschaffen könne. Die Betenten seien jetzt daran, unter der übrigen katholischen Bevölkerung Unterschriften zu sammeln, als Zeichen dafür, dass ihre Eingaben dem Wunsche der gesamten Bevölkerung entsprechen.“ HHStA F27/K 135 – Missionen Üskub 1871-1911, Üskub I,1,1a, Doc.140.
Schon am 3. Januar 1911 schreibt Heimroth einen Bericht über die Lage der katholischen Schulen in Skopje:
„Der hiesige Pfarrer D. Ramaj hat mit soeben mitgeteilt, dass drei hiesige katholische Albanesen dieser Tage bei ihm angefragt haetten, ob es mit Ruecksicht auf den andauernden Lehrkraeftemangel an der Pfarrschule nicht angezeigt waere, ihre Kinder von derselben wegzunehmen und in die italien ische Schule zu schicken. Der Pfarrer habe ihnen von einem aehnlichen Schritte abgeraten und empfohlen, sich noch Zeit zu gedulden.“ HHStA F27/K 135 – Missionen Üskub 1871-1911, Üskub I,1,1a, Doc 138.


WER WAR DER TAUFPRIESTER VON MUTTER TERESA?

Die Pfarrgemeinde Stublla befindet sich im Südosten von Kosovë, an der Grenze zu Makedonien. Sie gehörte bis 1905 zur Pfarrgemeinde Letnica (Skopska Crnagora oder Montenegro di Scopia). Über Stublla gibt es viele nationale und internationale Publikationen. Sie ist auch bekannt durch kryptochristliche Märtyrer seit 1846 sowie durch ihren Pfarrer Anton Maroević. Die dortige Schule von 1905 und ihr Lehrer Don Mikel Tarabulluzi haben ebenfalls eine Bedeutung für die Schulgeschichte in Kosovë. Interessanterweise finden wir schon im Jahre 1907 zwei Nonnen aus Stublla, die in der Pfarrgemeinde Skopje tätig waren. Es sind Dile Kolë Bekaj (Ordensname Protegjena) und Sharlote Jashari Demaj (Ordensname Marie). Besonders hervorzuheben ist, dass Protegjena schon als Lehrerin in der albanischen
Pfarrschule in Skopje tätig war, was für die damalige Zeit kaum vorstellbar war. Der Taufpriester von Mutter Teresa ist Don Zef Ramaj (italienisiert Giuseppe Ramaj). Er wurde am 13. Januar 1882 in Stublla bei Viti (Kosovë) als fünftes Kind der Familie Ramaj geboren (s. K. RAMAJ 1994, 11-16; www.albanisches-institut.ch). Die Eltern hießen Pal und Çile und hatten sechs Söhne und zwei Töchter. Die Schule, das Päpstliche Seminar, besuchte er in Shkodër.
Der Erzbischof von Skopje, Pashk Trokshi, wollte im Jahre 1897 fünf Studenten nach Österreich schicken (Mission Albanien 1871-1911, HHStA F 27/K. 49, Albanische Seminaristen in Innsbruck). Zef Ramaj, gemeinsam mit einem gewissen Martin Berisha aus Peć/Pejë und Shtufi aus Prizren, war schon im Jahre 1906 an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck (Tirol) immatrikuliert. In den Unterlagen über albanische Studenten zwischen 1905-1918 ist auch Zef Ramaj zu finden. Er taucht dort nicht als Zef Ramaj sondern als „Giuseppe Ramovich“ auf. In den Dokumenten sind auch der bekannte Lazër Shantoja aus Shkodra, der später als Pfarrer von La Motte in der Schweiz wirkte, Gaspër Gashi aus Verrnakolla (zwei Kilometer von Stublla), Shtjefën Kurti aus Prizren, Martin Berisha aus Peć/Pejë, Françesk Karma aus Tivari (Bar), Marjan Glasnovic aus Janjeva und andere aufgeführt. Insgesamt studierten mehr als 35 albanische Studenten in dieser Zeit in Innsbruck Theologie.
Nach der Priesterweihe soll Don Zef Ramaj in Thessaloniki als Priester tätig gewesen sein, dann in Prizren, Đakova/Gjakova, Peć/Pejë, Janjevo, Stublla (Letnica) und schließlich in Skopje, wo er auch starb. Er war zudem als Lehrer in beiden Pfarrschulen Skopjes tätig. Seit 1907 tauchte er als Lehrer an der Pfarrschule und der Eisenbahnschule in den Dokumenten der Stadt Skopje auf (HHStA F27/K 135: Missionen Üskub 1871-1911, Üskub I,1,1a, doc. 67). Der Österreichisch-Ungarische Vizekonsul Lukes schrieb im Jahre 1908 über Zef Ramaj:
„Ein anderes ist es um die persönlichen Verhältnisse Don Giuseppe Ramais, der sich unverschuldet in drückender pekuniärer Lage befindet. Es handelt sich hier um einen loyalen Priester, der uns über das gewöhnliche Maß erg eben ist, indem er ohne hierzu verpflichtet zu sein, der Religionsunterricht in der albanischen Pfarrschule sowie, dank seiner deutschen Sprachkenntnisse auch an der Schule der Orientalischen Eisenbahn erteilt; Dies hat aber ins ofern Bedeutung, als dieser Gegenstand auf die katholischen Albanesen, welche die Pfarrschule absolviert haben, eine Anziehungskraft ausübt und sie die deutsche Eisenbahnschule behufs weiterer Ausbildung gerne besuchten lässt“ (HHStA F27/K 135 Üskub I,1,1a, doc.72, 14. November 1908, Vizekonsul Lukes).
Don Zef Ramaj hatte viele Probleme mit den serbischen Behörden, besonders 1913 und 1914, da er dem Österreichisch-Ungarischen Konsulat über die grausamen Taten der serbischen Armee berichtete (HHS. PA. XII. K. 416, Türkei, Liasse XLV/Wien). Er muss die Familie Bojaxhiu sehr gut gekannt haben. Immer wieder tauchen Dokumente auf, besonders im Österreichischen Staatsarchiv, wo sowohl sein Name als auch der des Vaters von Mutter Teresa erwähnt sind. Zef Ramaj hatte die frisch geborene Gonxhe Bojaxhiu am 27. August 1910 in der Herz-Jesu-Kirche zu Skopje getauft. Im Jahre 1914 gab es einen größeren Streit zwischen Ramaj und den Behörden in Skopje, da sich der Pfarrer weigerte, dass die geplante Bahnstrecke über den Kirchhof gebaut wird. Allen gewonnenen Erkenntnissen zufolge, starb der Pfarrer von Skopje keines natürlichen Todes, weil er erst 26 Jahre alt war und sich bester Gesundheit erfreute. Krist Ramaj zufolge muss er durch seine Köchin, die im Auftrag der Behörden von Skopje handelte, vergiftet worden sein (RAMAJ K. 1993-1994, 11-16). Er starb ausgerechnet am am 24. Dezember 1914. Seine Familie wollte in den letzten Jahren die im Staatsarchiv Skopje über ihn existierenden Dokumente einsehen und kopieren, um zu wissen, was genau damals mit dem Priester geschah. Alle Anträge auf Einsicht der Dokumente wurden jedoch verweigert.
In den Schulberichten Schulaktion in Albanien, Referat II wird ein gewisser Filip Bojaxhiu als Lehrer erwähnt. Pfarrer Zef Ramaj empfahl 1914 dem Österreich-Ungarischen Konsulat in Skopje/Shkup (türk. Üsküb, Üskub), Philip Bojaxhiu als Lehrer von Skopje nach Janjeva zu schicken. Das Schreiben (Relation des Pfarrers in Üskub) lautet so:
„Das k. und k. Konsulat in Üskub legt mit Bericht vom 26. Februar 1914. Nr. 19/P., eine Relation des dortigen Pfarrers, Don Giuseppe Ramaj, vor, aus welcher hervorgeht, dass die serbischen Behörden den vom Herrn Erzbischof zur provisorischen Unterstützung des in Janjevo derzeit allein wirkenden und kränklichen Kooperators, Don Michele Tarabulusoi, entsend eten Priester dieErlaubnis verweigert, sich auf seinen Posten zu begeben, während der Expriester Cibar nach wie vor dort weilt und unverminderten, wenn auch nicht offiziellen Einfluss auszuüben scheint. Die Erkrankung des Lehrers Ivanovic, sowie die Angebotene Demission des zweiten Lehrers lassen es dringend wünschenswert erscheinen, ehestens für Ersatz zu sorgen“ (Schulaktion in Albanien, Referat II.).


IHRE MUTTER – DRANE BERNAJ

Bereits bezüglich des amtlichen Namens der Mutter von Gonxhe Bojaxhiu besteht ein Problem. Es ist unklar, ob sie offiziell Drane oder Rosa (Roza) hieß. Die Bedeutung der Wörter ist identisch. Wenn man den Name Rosa ins Albanische übersetzt, dann sagt man Drane oder Drandofile. Einige Autoren schreiben auch Dorothea (GUSIC 1976, 1. Bischof Lazër Mjeda schrieb Rosa und nicht Drane. Auch an ihrem Grabstein in Tiranë steht Roza Bojaxhiu und nicht Drane. Dort steht auch, dass sie 1889 geboren wurde. Anders als bei ihrer Tochter und ihrem Mann gibt es hier keine anderen Angaben. Der Widerspruch zwischen den meisten damaligen Schriftquellen und den Einlassungen auf dem Grabstein ihres Sohnes Lazër, der seine Mutter immer Drane, nannte lassen sich nur schwer aufklären.
Möglicherweise hieß sie den amtlichen Dokumenten zufolge Rosa und wurde zu Hause nur Drane gerufen. Drane stammte ursprünglich aus Novoselo/Novosella bei Đakovica/Gjakovë im Kosovo/Kosovë, wo sie ein Grundstück besaß. Nach dem Tod ihres Mannes ging es der Familie wirtschaftlich sehr schlecht. Trotzdem verkaufte Drane das Grundstück in Novosella nicht. Ob eine fehlende Besitzurkunde der Grund ist, konnte nicht geklärt werden. Um mehr über die Familie der Mutter Mutter Teresas zu erfahren, wurden in Novoselo/Novosella einige ältere Zeitzeugen befragt: Alle wussten davon, dass es eine Frau mit Namen Drane gab und ihr Vater Nue Bardhi hieß. Die Familie war angeblich sehr wohlhabend. Pfarrer Robert Kola schickte bezüglich des Seligsprechungsverfahrens von Mutter Teresa ähnliche Informationen nach Rom. Er unterstützt die Aussage der Dorfbewohner, dass die Familie Bernajs ursprünglich von Gramočelj/Gramaçel nach Novoselo/ Novosella kam.
Durch Befragungen vor Ort erfuhren wir, dass ein gewisser Lush Nika das Haus von Drane Nue Bardhi kaufte und später an die Familie Doda weiterverkaufte. Die Zeitzeugen Pren Berisha und seine Schwester Lule Berisha, die angeblich etwas mit Drane Nue Bardhi zu tun hatten, konnten außer der Bestätigung, dass es eine Drane gab und ihr Vater Nue hieß, keine weiteren Angaben machen.
Katarina Marku, die 90jährige Cousine von Mutter Teresa, berichtete uns, dass die Familie Bernaj schon früher in Skopje lebte und dass das Ehepaar Bojaxhiu und Bernaj (die Eltern der Mutter Teresa) in Skopje getraut wurde. Lazër, der Bruder von Mutter Teresa, sagte wiederum, dass sich die Eltern kurz nach 1900 in Prizren trauen ließen und von dort nach Skopje eingewanderten. Die widersprüchlichen Fakten in der Familiengeschichte der Bernajs liefern kein zufriedenstellendes Ergebnis. Gemeinsam mit Don Nikson fand ich einen alten Mann names Lalush Lalevski (Lal Lala), geboren am 13. Oktober 1917, der in Opatija (Kroatien) lebt. Lalevski berichtete uns, dass er in Skopje einen Mann namens Nikola Boiadžijev kannte, der aber nicht mit dem Vater von Mutter Teresa (Kolë Bojaxhiu) verwandt war. Dies sollte die Argumente für die aromunische Abstammung ihres Vaters schwächen. Bei den Recherchen zur Familiengeschichte der Drane Bernaj ist es außerordentlich verwirrend, dass zwei Personen mit gleichem Vornamen, deren Väter zufällig auch den gleichen Vornamen trugen, miteinander verwechselt wurden. Lediglich die Familiennamen der Frauen waren unterschiedlich: Die eine hieß Bardhi, die andere Bernaj. Bislang haben alle Biographen von Mutter Teresa die Drane Nue Bardhi aus Novosella als Mutter der Mutter Teresa angesehen, in Wirklichkeit hatte diese Frau aber nichts mit der Familie Bojaxhiu zu tun. Darne Bernaj wurde in Prizren geboren und später mit Kolë Bojaxhiu verheiratet. Von ihr wird Mutter Teresa am 26. August 1910 zur Welt gebracht.
Nach der Überprüfung der vorliegenden Dokumente wird ersichtlich, dass Zef Bernaj, der Bruder von Drane vor ihrer Geburt (1889) bei den Kirchenvereinen in Prizren registriert war. Die Familie hat also in dieser Zeit schon in Prizren gelebt, was zu der Schlussfolgerung führt, dass Drane in Prizren geboren worden sein muss. Katarina Marku sagte uns, dass die Großmutter Mutter Teresas den Namen Pjetra hatte. Zef heißt der Bruder der Drane Bernaj, der auch Mitgründer des Kirchenvereins „Heiligkreuz“ im Jahre 1875 war. Als Zefi i Bernaj wird er unter Nr. 3 in der Mitgliederliste geführt, und unter Nr. 13 findt man Lukë Bernaj. Außerdem sind in diesem Verein Batush und Zef Bernaj eingeschrieben, später nur Batush. Daraus ist zu schließen, dass sich die Familien Bernaj und Bojaxhiu schon früher gut gekannt haben dürften, weil beide als Mitglieder in den gleichen katholischen Vereinen aktiv waren.
Verwandt mit Mutter Teresa war auch der Jesuitenbruder Gjon Pantelija aus Prizren (1887-1946; MIRDITA Z. 1998, 314), der in Albanien tätig war und von den dortigen Kommunisten unter bislang nicht genau geklärten Umständen umgebracht wurde. Unsere betagte Informantin Katarina Marku, bekannt als „Tante Pina“ in Skopje, ist ebenfalls verwandt mit Mutter Teresa, über die Großmutter väterlicherseits von Mutter Teresa.


MUTTER TERESA UND IHRE KINDHEIT

Gonxhe Agnes Bojaxhiu (Mutter Teresa) wurde am 26. August 1910 in Skopje geboren, und zwar als fünftes Kind der Familie. Zwei Schwestern der Mutter Teresa starben bereits als Kleinkinder. Am 27. August wurde sie von dem damaligen Pfarrer Zef Ramaj in der Kirche Herz-Jesu auf den Namen Gonxhe Agnes Bojaxhiu getauft. Über die Schule, die Mutter Teresa besuchte, fand man bisher keine sicheren Dokumente. Eigenen Aussagen und Aussagen ihres Bruders Lazërs zufolge, besuchte sie eine Schule in Skopje.
Sie selbst sagte allerdings, dass sie eine öffentliche Schule besucht habe. Als sie fünf Jahre alt war, hatte sie die Erstkommunion empfangen. Das Sakrament der heiligen Firmung spendete ihr am 26. November 1916 der Erzbischof Lazër Mjedja in Skopje. Ihr Firmpate war Tade Simon Shiroka. Dazu existiert ein Dokument (Firmurkunde), das am 11. Juli 1928 ausgestellt wurde und von einem gewissen B. Buković unterschrieben wurde (s. KUTELI 1979).
Am 9. Dezember 1928, auf ihrer Schiffsreise nach Indien, verfasste Gonxhe Bojaxhiu ein Gedicht, das den Titel „Adieu“ trägt. Um zu zeigen, dass Mutter Teresa auch eine begabte Dichterin war und um zu dokumentieren, dass es für sie nicht leicht war, ihren Geburtsort Skopje zu verlassen, wird im Folgenden dieses Gedicht veröffentlicht (cf. GJERGJI 1994, 83; BOJAXHIU 2003, 25-27). Das Original wurde in serbokroatischer Sprache publiziert (BLAGOVEST 1/1929, 3-4). Mutter Teresa beherrschte die serbokroatische Sprache sehr gut und konnte daher in Indien auch mit den Missionaren aus Kroatien kommunizieren. Ihr Albanisch konnte sie in Indien hingegen kaum anwenden.

ADIEU

Ich verlasse mein Haus, das mein Herz erfüllt,
Mein Land, und meine ganze Familie,
Der Traum ist Bengalen, vom Leid gepeinigt,
Mein geliebtes und doch fremdes Land.
Tief betrübt verlasse ich meine Freunde,
Traurig sind die Eltern, leer ist das Haus,
Aber mein Herz ruft mich zu den Notleidenden,
In der Nachfolge meines Herrn Jesus Christus.
Ich grüße Dich, meine geliebte Mutter,
Und Euch alle, meine Freunde, meine Schwester,
Zum verwundeten Indien treibt mich eine Kraft,
Die in meinem Herzen brennt.
Langsam sticht das Schiff in See,
Es durchfurcht die Wellen, die Gischt ihrer Krone,
Zum letzten Mal schaue ich zurück,
Lasse zurück Europa, mit all seinen geschäftigen Orten.
Auf dem Schiff, entschlossen und glücklich,
Reist die junge Frau, ganz für Gott entschieden,
In eine neue Welt; sanfte und der Liebe trunkene Braut,
Mit Bescheidenheit geziert, von Freude durchtränkt.
Die Hand umfasst ein metallenes Kreuz,
In ihrer Seele findet der erträumte Abschied seinen Widerhall,
Und im Geiste, befreit und froh, nimmt
Sie den Kelch, für den sie alles hingegeben.
Was ich Dir darbringe, nimm es an, mein Herr,
Als Besiegelung der Liebe, die ich Dir schwor,
Hilf Deiner Dienerin, mein Schöpfer,
Damit ich durch meiner Hände Arbeit Dir Ruhm bereite.
Ich bitte Dich, gewähre mir hierfür, allmächtiger Gott,
Und Vater, Unterkunft in den Wohnungen Deiner Güte,
Gib mir jenen vor Eifer verzehrenden Geist,
Der nur Du kennst, da er noch nicht geoffenbart.
Rein wie der Morgentau,
Fließt eine Träne voller Traurigkeit
Und sie enthüllt, mein Gott,
Die Erfüllung meines Versprechens noch klarer.

Mutter Teresa schien Skopje geliebt zu haben, wie man auch an ihren Briefen erkennen kann. Erst nach langer Zeit, im Jahre 1970, sah sie Skopje wieder. Sie freute sich immer über gute Nachrichten aus Skopje (GJERGJI 1990, 64). Einmal sagte sie über die Stadt: „Es mag anders aussehen, aber es ist immer noch mein Skopje“ (SPINK 1997, 233). Einige ihrer Schriftstücke sind der Öffentlichkeit bereits bekannt. Zum ersten Mal hingegen wird hier der Text einer Ansichtskarte von Mutter Teresa vom 12. September 1928, den sie in Skopje geschrieben hat, publiziert. Dank des Priesters von Prizren, Don Nikson Shabani, in dessen Besitz sich das Original befindet, konnten dieses Dokument sowie einige Fotos von Drane Bojaxhiu und von Mutter Teresa selbst zugänglich gemacht werden. Bemerkenswert ist, dass Mutter Teresa auf einem Besuch in Prizren darum bat, Briefe und Fotos, die sie an Verwandte geschickt hatte, zurückzugeben. Glücklicherweise ist diese Postkarte damals nicht gefunden worden. Sie wurde auf Albanische geschrieben, ist an ihre Tante Lisa adressiert und wird hier übersetzt wiedergegeben.

Shkup (Skopje), 12.09.28
Liebe Tante Lisa!
Am 26. dieses Monates werde ich von Skopje abreisen. Ich kann es nicht unterlassen, euch zwei, drei Zeilen zu schreiben, um Abschied von euch zu nehmen. Lebt wohl; und ich wünsche, dass Gott euch gibt, was das Herz euch wünscht. Von mir allerherzlichste Grüße. Ganxhja.

Albanisch

“Shkup 12. 09. 28

E dashtuna Tezja Lis! Më 26 t’kti mujit po nisem prej Shkupit. S’po muj mos me ju shkrue dy tri reshta tuj da prej jush. Lamtumir; e dishroj :-) Zoti ju nep shka tju dishron zemra. Pritni t’faluna ma t’përzemerta Gonxhja”.

Auffallend ist die Schreibvariante Ganxhja anstelle von Gonxhe, die einem anderen albanischen Dialekt zuzuordnen ist. Was ihre Kindheit betrifft, kann man viele Einzelheiten aus einem Interview mit ihrem Bruder Lazër erfahren: Sie hatte bis zum Tode ihres Vaters im Jahre 1919 eine sehr glückliche Kindheit. Danach begann ein ganz anderes Leben, das für sie und ihre Familie nicht leicht war. Mutter Teresa redete darüber nicht gern. Wenige Tage vor ihrem Tod schrieb Mutter Teresa einen Brief auf Albanisch an ihre Cousine Katarina Marku in Skopje. Mutter Teresa starb am 5. September 1997 in Kalkutta. Der Brief erreichte ihre Cousine zwei oder drei Tage vor ihrem Tod in Skopje. Der Erzbischof Joakim Herbut wünschte diesen Brief zu sehen. Seitdem ist er in der Kirchenadministration verschwunden und konnte nicht eingesehen werden. Es scheint, dass der erste handgeschriebene Brief von Mutter Teresa von Skopje nach Prizren geschickt wurde und der letzte Brief, den sie schrieb, aus Indien nach Skopje kam.
Begräbnis des Großvaters der Mutter Teresa mütterlicherseits. Im Hintergrund ihre Mutter Drane und andere Angehörige. Bisher unveröffentlichtes Foto aus der Sammlung von Nikson Shabani.


AUSBLICK

Es gibt sicher noch viele lebende Verwandte der Familie Bojaxhiu und Bernaj, sie sind jedoch schwer zu finden, da sie über die ganze Welt verteilt leben und sich durch Eheschließungen ihre Familienamen veränderten. Somit ist die hier vorgelegte Arbeit nur ein partieller Abriss der Geschichte der Familien Bojaxhiu und Bernaj. Die in Prizren lebende Familie Çuperjani ist offensichtlich mit der Familie Bojaxhiu verwandt. Mit dieser Familie gilt es künftig noch Kontakt aufzunehmen, da dort sicher weitere Informationen zur Geschichte der Bojaxhius zu finden sind. Von dieser Familie stammt auch der Brief vom 28. September 1928. Jedem Interessierten werden bei der Familienforschung auf dem Balkan bereits ganz zu Anfang zahreiche Schwierigkeiten begegnen. Auch Archive helfen in vielen Fällen kaum weiter, da die meisten Dokumente des Pfarrund Diözesanarchivs von Skopje im Zweiten Weltkrieg und durch das Erdbeben von 1963 weitestgehend zerstört wurden. Man muss daher auch eine Portion Glück und Zeit haben, um die Geschichte einer albanischkatholischen Familie in Skopje zu erforschen. Weitere Forschungsschritte erfordern sicher die gründlichere Auswertung von Archiven in Makedonien, Wien, Rom, Tiranë, Belgrad, Kosovë und anderswo. Doch muss dies als Option für die Zukunft verbleiben. Dennoch hoffe ich, mit diesem Beitrag einige Grundlagen zur Geschichte der Familien Bojaxhiu und Bernaj geliefert, einige weitverbreitete Fehler zurechtgerückt und den Anstoß für weitere Forschung in diese Richtung gegeben zu haben.

Mehr darüber im Artikel: RAMAJ Albert, „Mutter Terasa von Kalkutta ist Gonxhe Bojaxhiu von Skopje. Zur Familiengeschichte Mutter Teresa“, in Kahl/Maksuti/Ramaj: (Hg.) Die Albaner in der Republik Makedonien. Fakten, Analysen, Meinungen zur interethnischen Koexistenz . Münster-Wien-Zürich, 2006. S. 39-64.

Albert Ramaj vorbereitet (Schlussfase) auf Deutsch die Forschung über die Geschichte der Familie von Mutter Teresa. Das wird auch bald als Buch publiziert. Weitere Fragen beim www.albanisches-institut.ch
_______________________________
* Albert Ramaj ist Leiter des Albanischen Instituts in St. Gallen, www.albanisches-institut.ch. Hat Philosophie und katholische Theologie in Zagreb, Graz, Wien und Luzern studiert. Zahlreiche Publikationen auf Deutsch, Albanisch und Serbisch/Kroatisch. Er lebt mit seiner Frau Kristina und dem Sohn Martin in St. Gallen.
Zuletzt geändert von Albert am Fr, 16. Okt 2009, 0:51, insgesamt 2-mal geändert.

Viktor
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Mi, 14. Okt 2009, 18:05

Welchen Beruf Kolë Bojaxhiu ausübte, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Es ist klar, dass er politisch, religiös und kulturell aktiv war. Auch daran, dass er Händler war, besteht kein Zweifel – jedoch könnte er auch Lehrer gewesen sein. Oft liest man, dass er Apotheker oder Architekt gewesen sei. Dass er an der Errichtung des Theaters in Skopje teilgenommen hat, kann mit absoluter Sicherheit gesagt werden. Lazër sagte, dass sein Vater Mitinhaber einer Baufirma in Skopje war und die Geschäfte florierten. Er bestreitet, dass sein Vater Apotheker war (SERROU 1980, 25). Die Vermutung liegt nahe, dass die Bekanntschaft und Freundschaft zwischen dem Arzt Suskalović und Kolë Bojaxhiu bei den Biographen die Ansicht prägte, er wäre Apotheker."
Bojaxhi. - u, -nj, -njte

1.Punetor qe merret me lyerjen e shtepive, te orendive, nte sendeve prej metali etj. Reparti i bojanxhinve, Brigada e bojanxhinve

2.Punetor qe ngjyen fillin, pelhurat ose rrobat; ngjyroses.


FJALORI I GJUHES SE SOTME SHQIPE, Tirane 1980.

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Albert
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Viktor

nuk e defionon mbiemri profesionin e njeriut, keshtu qe fjalne Bojaxhi e kuptoj shume mire, por fjala behet se cfar profesioni kishte Kolë Bojaxhiu e jo kuptimi i fjales bojaxhiu

Alberti
Zuletzt geändert von Albert am Do, 15. Okt 2009, 21:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Do, 15. Okt 2009, 17:59

Zotri Albert

Qellimi nuk ke per mi ju mesu juve, as qe kisha pas idejen, se ne nje skal jam une nr. 1 dhe ju te 10 Mio`ni :lol: , po mue me doket si nji indic per profesionin ne ndertimari. Se edhe ne evrop u kan profesioni edhe emer, Müller, Weber.. etj.

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Mo, 02. Nov 2009, 17:52

Super Kommentar von demjenigen oder derjenigen, der oder die das Video auf youtube gestellt hat: "Mother Teresa speaking her mother tongue Albanian again after 60 years of not being able to communicate in her mother tongue because she was not allowed to visit her motherland Albania which at that time was ruled by a communist dictator government..."

Wer hat Mutter Theresa gezwungen, Albanien zu verlassen. Doch nicht das "communist dictator government"? Und ausserdem gibt es tausend andere Menschen, die Albanien und andere albanisch bewohnte Gebiete verlassen mussten, doch ihre Muttersprache konnten sie auch im Exil sprechen. Seine Muttersprache muss man nicht nur in seinem Mutterland sprechen, man kann sie auch ausserhalb sprechen. Es kommt nur darauf an, wieviel Wert man auf seine Muttersprache legt.
Ist das die Entschuldigung dafür, dass Mutter Theresa so schlecht Albanisch konnte, oder wozu?
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Illyrian^Prince
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Di, 03. Nov 2009, 14:33


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