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Lars
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Hingezogen zum Fremden

Do, 27. Feb 2003, 15:40

Bei den Albanern, die nicht in Albanien leben, ist heutzutage oft ein spezielles Verhältnis zu diesem Land festzustellen. Beinahe etwas Paradiesisches scheint Albanien - das Land, wo die Albaner ihre Wurzeln haben (Kultur/Geschichte/Skanderbeg) und wo die Albaner keine Minderheit sind - anzuhaften. Andererseits stehen die meisten diesem "Paradies", das sie höchstens aus Erzählungen kennen, auch mit einer gewissen Skepsis und Furcht gegenüber: Armut und Unsicherheit werden mit dem Land verbunden.

Gestern Abend konnte ich dieses Bild nicht nur erneut bestätigen. Es kam auch ein weiteres Element hinzu. Am Fernsehen lief der wunderschöne Film Ein Migrationsblues. Er handelt von zwei Albanern, die in Bern leben, und ihrer Beziehung zur Heimat und Migration. Der eine stammt aus Kosova (Hilmi Gashi), der andere (Francesco Micieli) ist Arbëreshë, also Nachkomme derjenigen Albaner, die vor mehr als 500 Jahren vor den Osmanen nach Süditalien flüchteten.

Im Film reisen die beiden Protagonisten zuerst ins Dorf von Francesco in Kalabrien. Die Verbundenheit der Bewohner (vom jungen Rock-Musiker bis zum alten Pater) mit der albanischen Sprache und Kultur wird gezeigt. Skanderbeg und die Wurzeln jenseits der Adria sind bei den Arbëreschën noch immer wichtig. Andererseits besteht ein grosses Misstrauen gegenüber den Albanern, die in den letzten 12 Jahren über die Adria kamen, sich breit machten und nicht arbeiten wollten.

Der Albaner aus Kosova war in diesem kleinen Bergdorf einerseits ein Fremdstück, der den Dialekt der Arbëreshën nur verstand, weil er Italienisch lernte, und fühlte sich doch unter Seinesgleichen.

Die beiden Albaner reisten weiter zu den Wurzeln ihrer Nation. Die Fahrt mit der Fähre über die Adria führte sie in ein Land, das beide nicht kannten, von dem sie eigentlich nur Negatives gehört hatten, wegen dem sie eine Diebstahlversicherung abgeschllbanischen Sprache und Kultur wird gezeigt. Skanderbeg und die Wurzeln jenseits der Adria sind bei den Arbëreschën noch immer wichtig. Andererseits besteht ein grosses Misstrauen gegenüber den Albanern, die in den letzten 12 Jahren über die Adria kamen, sich breit machten und nicht arbeiten wollten.

Der Albaner aus Kosova war in diesem kleinen Bergdorf einerseits ein Fremdstück, der den Dialekt der Arbëreshën nur verstand, weil er Italienisch lernte, und fühlte sich doch unter Seinesgleichen.

Die beiden Albaner reisten weiter zu den Wurzeln ihrer Nation. Die Fahrt mit der Fähre über die Adria führte sie in ein Land, das beide nicht kannten, von dem sie eigentlich nur Negatives gehört hatten, wegen dem sie eine Diebstahlversicherung abgeschlossen hatten. Die Überraschung war gross: In Tirana waren es nicht wie in der Schweiz die Albaner, die den Frauen in kurzen Röcken nachpfiffen, sondern die Besucher aus dem Westen, die immer grössere Augen machten. Die Vorurteile, die die beiden Albaner über Albanien hatten, mussten sie jedenfalls schnell einmal über Bord werfen.

Der letzte Teil des Films spielte im Heimatdorf von Hilni in Kosova. Auf dem Balkan fühlte sich der Italo-Albaner schon ein wenig fremd und sein Albanisch wurde kaum verstanden. Andererseits kamen ihm die Gesichter der Leute sehr vertraut vor. Nicht nur vertraut mit Kosova war auch Hilni, hatte sich doch das Land stark verändert.

Der Film gefiel mir sehr gut. In angenehm ruhigen Bildern wurden die Verschiedenheiten und die Vielfalt der albanischen Kultur aufgezeigt. Vielleicht wollen auch andere noch etwas zum Thema mit Albanien vertraut und gleichzeitig fremd sein sagen.

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kosovotraene1
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Mo, 03. Mär 2003, 21:54

Hallo Lars,

hört sich interessant an........schade das wir kein schweizer Fernsehen haben...hab gesehen das er noch mal am 8.März gezeigt wird....

Gruß Tanja

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Lars
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Re: 8. März

Di, 04. Mär 2003, 0:14

Danke für den Hinweis! Das habe ich übersehen. 8)

Hier die genauen Angaben:
Samstag, 8. März 2003, 15.10 Uhr, SF 2

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kosovotraene1
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videocasette

Do, 20. Mär 2003, 21:52

Hallo lars,

vielen lieben Dank für den Film...ich hab ihn noch nicht angeschaut...mach das am Wochenende.
Wenn es Dir nichts ausmacht würde ich ihn gerne bis ende nächster Woche behalten...denn Bekannte von mir würden ihn mir eventuell überspielen....
Schau ihn mir Morgen oder am Samstag an...und sag Dir nochmal bescheid...

Viele Grüße Tanja

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