LAlal
New Member
New Member
Beiträge: 1
Registriert: Di, 03. Nov 2020, 15:05

Probleme mit Familie

Di, 03. Nov 2020, 15:26

Hallo Zusammen

Ich habe bereits viele Beiträge durchgelesen und mich nun entschlossen mein/unser Problem zu schildern.

Ich (Schweizerin, 23) bin seit fast 5 Jahren mit meinem Freund (Kosovoalbaner, 28, katholisch) zusammen. Unsere Beziehung läuft sehr gut und wir lieben uns. Natürlich haben wir, wie jedes Paar, kleinere Unstimmigkeiten zwischendurch. Aber wir haben in den letzten 5 Jahren viel zusammen durchgemacht und uns gemeinsam weiterentwickelt. Und wir haben auch bereits über das Thema Hochzeit, Zukunftsplanung und Kinder gesprochen.

Das einzige grosse Problem ist seine Familie, genauer gesagt seine Eltern. Sie können und wollen unsere Beziehung nicht akzeptieren. Sie wollen mir nicht einmal eine Chance geben…
Sie möchten dass Ihr ältester Sohn eine katholische Kosovoalbanerin heiratet.
Sobald mein Freund dieses Thema bei seinen Eltern anspricht, kommt es zum Streit. Sie sagen, das Einzige was Sie hören wollen, ist, dass er sich von mir getrennt hat. Sein Verhältnis zu seinen Eltern ist nicht besonders gut, ich weiss nicht ob dies vorher auch schon so schlimm war. Aber eine liebevolle uns respektvolle Beziehung wie ich es mit meinen Eltern pflege, war es noch nie. In der Kindheit und auch jetzt noch körperliche und auch psychische Gewalt.
Er hat drei Geschwister, zwei ältere Schwestern und ein jüngerer Bruder. Eine Schwester ist geschieden und hat ein Kind. Sie ist auch gegen unsere Beziehung. Aber er hat sich leider auch mit ihr verstritten (nicht nur wegen mir) und hat nicht viel Kontakt mit ihr. Sein Bruder ist ebenfalls gegen unsere Beziehung, er hält sich aber grundsätzlich aus dem Familien-Drama raus. Er hat dieses Jahr standesamtlich in der Schweiz geheiratet, seine Frau ist aus dem Kosovo. Also genau was die Eltern möchten. Der Bruder und die Frau wohnen bei den Eltern in der Wohnung, mein Freund wohnt auch dort (Er darf nicht ausziehen).
Die älteste Schwester und Ihr Ehemann sind die Einzigen, die unsere Beziehung akzeptieren. Ich durfte Sie, ihren Mann und Ihre Söhne bereits kennen lernen. Es hat mich sehr gefreut, dass Sie mich zu sich nach Hause eingeladen haben. Jedoch hat die Mutter dies erfahren und der Schwester verboten mich einzuladen. Die Schwester hat aber nicht auf die Mutter gehört und mich eingeladen. Ich möchte die Beiden jedoch nicht in das Ganze reinziehen, da Sie genug eigene Probleme haben (Kinder, Arbeit, usw).
Mein Freund meint seine Eltern sind zu stolz um mich als Schweizerin zu akzeptieren. Jedoch weiss ich nicht für wen sie den «Stolz» erhalten möchten. Sie haben sich bereits mit vielen Verwandten verstritten, weil Sie so altmodisch (ich nenne dies jetzt mal so) und stur sind. Mein Freund meint es gibt Verwandte (Onkel, Cousin), welche nichts gegen unsere Beziehung haben.

Meine Familie ist das komplette Gegenteil. Er kennt meine ganze Verwandtschaft und ist überall willkommen. Meine Eltern behandeln Ihn fast wie den eigenen Sohn.

Ich versuche auch etwas Albanisch zu lernen, für den Fall, dass ich doch eine Chance bekomme. Jedoch bin ich nicht besonders sprachbegabt und tue mich etwas schwer… :wink:
Ich bin auch kein nachtragender Mensch und würde offen auf seine Familie zugehen, falls Sie ein Treffen wollten.

Könnt Ihr mir/uns Tipps geben? Oder von euren Erfahrungen berichten?

Estra
Danke für die vielen Übersetzungen
Danke für die vielen Übersetzungen
Beiträge: 4386
Registriert: Di, 22. Mär 2005, 21:27

Re: Probleme mit Familie

Fr, 13. Nov 2020, 14:16

Hallo
phu immer wieder schwer zu verstehen, dass Eltern so reagieren und immer wieder schwer etwas zu raten.
Wenn du auch katholisch bist, könnte es einfacher sein, scheint aber nicht der Fall.
Es geht bei vielen konservativen Eltern auch darum, dass sie Angst haben vor Verlust der Kultur, Sprache und ev. Glauben für die kommende Generation.
Ich finde diese Angst nachvollziehbar, aber natürlich ist es nicht ok, den Kindern die Partnerwahl vorzuschreiben, wegen dieser Ängste.
Schlussendlich ist es für dich viel schwerer, du würdest dich anpassen, du würdest viele Kompromisse machen, damit sie dich akzeptieren usw.
Wenn du wirklich weiter versuchen willst ihnen zu genügen, brauchst du viel Geduld, viel Entgegenkommen an ihre Kultur und Religion usw.
Oder ihr macht was ihr wollt, er zieht aus und ihr könnt mit den Konsequenzen leben, dass die Eltern vielleicht auch den Kontakt abbrechen, im besten Fall nur vorübergehend.
Oder ihr trennt euch und er macht was seine Eltern wollen. Schwer aber manchmal besser. Ob ihnen dann diese andere Frau passt, oder ob sie schlussendlich mit ihr glücklicher wären als mit dir, das sei mal dahin gestellt.

Zurück zu „Liebe & Kontakte“