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Lars
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Albanien bei »DuMont Reiseabenteuer«

So, 08. Nov 2020, 16:25

Eine Neuerscheinung von der österreichischen Journalistin Franziska Tschinderle:
Unterwegs in Albanien (DuMont Reiseabenteuer): Meine Reise duch ein unbekanntes Land

Zwar nicht wirklich ein Reiseführer, sondern ein »journalistisch-historischer Blick auf das Land« – als Kennerin der politischen Verhältnisse auf dem Balkan nahm sie sich ein halbes Jahr Zeit, um Land und Leute veretieft kennenzulernen. Der Verlag bietet ja nicht gerade viele Infos über das Buch, aber in den einzelnen Kapiteln geht es wohl um historische Figuren wie Enver Hoxha oder Musine Kokalari, um die Beziehung zum Kosovo und die aktuelle politische Situation, umd Arbeitnehmerrechte etc.

Artikel des Deutschlandfunks:
https://www.deutschlandfunknova.de/beit ... r-vielfalt

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Neuerscheinungen Reiseführer

Mi, 09. Jun 2021, 19:43

Von Gutzweilers Reise-Know-how-Reiseführer ist für den Januar eine Neuauflage angekündigt.

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Dann gibt es in diesem Verlag ab August noch einen speziellen neuen Balkan-Reiseführer:
Roadtrip Handbuch Balkan-Halbinsel: von Deutschland bis Albanien mit dem Bulli

Ob es für so individuelles Reisen wirklich einen Reiseführer braucht?

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Ralph-Raymond Braun
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Franziska Tschinderle, "Unterwegs in Albanien"

Do, 17. Jun 2021, 1:56

Der Bergarbeiter Elton Debreshi kandidiert als Unabhängiger bei den Parlamentswahlen – und scheitert krachend mit nur 590 Stimmen (0,04 %). Franziska Tschinderle hat ihn im Wahlkampf begleitet, darüber für die Schweizer Wochenzeitung WOZ geschrieben und damit auch eindrückliches Porträt der Minenstadt Bulquizë geliefert.
Die glänzende Reportage hat mich wieder an ihr 2020 bei DuMont erschienenes Buch „Unterwegs in Albanien“ erinnert. Wie Lars schon bemerkt hat, kein Reiseführer, sondern eine Sammlung von gut einem Dutzend Reportagen. Gleichwohl ist der Buchtitel durchaus angemessen, denn die junge Journalistin reiste mit ihrer Übersetzerin in einem altersschwachen VW Golf über ein halbes Jahr durch Albanien und führte dabei über hundert Interviews.
Tschinderles große Stärke ist die Personalisierung abstrakter Sachverhalte, besonders die Darstellung von Weltgeschichte aus der Perspektive kleiner Leute. Enver Hoxha lernen wir aus den Erlebnissen seines Leibarztes kennen, die touristische Übernutzung von Albaniens Riviera aus der Sicht eines zum Gastronomen aufgestiegenen Ziegenhirten. Ob Blutrache, Hanfanbau oder die Zerstörung der Vjosa als Europas letztem Wildfluss, Tschinderles Reportagen decken genau die Themen ab, die unsereiner oft klischeehaft mit Albanien verbindet, und helfen dabei, das Land und seine Menschen besser zu verstehen.
Unbedingt lesenswert!

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Lars
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Re: Franziska Tschinderle, "Unterwegs in Albanien"

So, 20. Jun 2021, 23:08

Ralph-Raymond Braun hat geschrieben:
Do, 17. Jun 2021, 1:56
Der Bergarbeiter Elton Debreshi kandidiert als Unabhängiger bei den Parlamentswahlen – und scheitert krachend mit nur 590 Stimmen (0,04 %). Franziska Tschinderle hat ihn im Wahlkampf begleitet, darüber für die Schweizer Wochenzeitung WOZ geschrieben und damit auch eindrückliches Porträt der Minenstadt Bulquizë geliefert.
Die glänzende Reportage hat mich wieder an ihr 2020 bei DuMont erschienenes Buch „Unterwegs in Albanien“ erinnert. Wie Lars schon bemerkt hat, kein Reiseführer, sondern eine Sammlung von gut einem Dutzend Reportagen. Gleichwohl ist der Buchtitel durchaus angemessen, denn die junge Journalistin reiste mit ihrer Übersetzerin in einem altersschwachen VW Golf über ein halbes Jahr durch Albanien und führte dabei über hundert Interviews.
Tschinderles große Stärke ist die Personalisierung abstrakter Sachverhalte, besonders die Darstellung von Weltgeschichte aus der Perspektive kleiner Leute. Enver Hoxha lernen wir aus den Erlebnissen seines Leibarztes kennen, die touristische Übernutzung von Albaniens Riviera aus der Sicht eines zum Gastronomen aufgestiegenen Ziegenhirten. Ob Blutrache, Hanfanbau oder die Zerstörung der Vjosa als Europas letztem Wildfluss, Tschinderles Reportagen decken genau die Themen ab, die unsereiner oft klischeehaft mit Albanien verbindet, und helfen dabei, das Land und seine Menschen besser zu verstehen.
Unbedingt lesenswert!
Kann mich dem Urteil anschilessen, nachdem ich jetzt doch ein paar Seiten weiter bin.

Geschichte und Geschichten in bester Reportageform geboten - tiefgehend, verständlich und mit viel Fachverstand. Das Buch bietet hervorragende Einblicke in die aktuelle albanische Gesellschaft und hat wohl für jeden auch neue Informationen dabei. Die Fehler sind sehr gering. Somit nicht nur einfach ein weiteres Buch über Albanien, sondern wohl auch ein wichtige Dokumentation der späten 2010er Jahre im Land.

:arrow: Franziska Tschinderle: Unterwegs in Albanien
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Re: Neuerscheinungen Reiseführer

Mo, 25. Okt 2021, 0:34

Lars hat geschrieben:
Mi, 09. Jun 2021, 19:43
Dann gibt es in diesem Verlag ab August noch einen speziellen neuen Balkan-Reiseführer:
Roadtrip Handbuch Balkan-Halbinsel: von Deutschland bis Albanien mit dem Bulli

Ob es für so individuelles Reisen wirklich einen Reiseführer braucht?

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Das Buch ist jetzt im Handel. Für das Zielpublikum (Reisende mit eigenem Camper, Wohnwagen, umgebauten Van oder so unterwegs durch mehrere Länder und eher interessiert an tollen Standplätzen als vielen Sehenswürdigkeiten) durchaus nützlich.

Es werden alle Länder der Balkan-Halbinsel ohne Rumänien und Türkei beschrieben. Albanien 27 Seiten, Kosovo 13 Seiten. In Albanien werden Kruja, Tirana, Kap ROdon, Berat, Bënja, Gjirokastra, Syri i Kaltër und die Riviera beschrieben, in Kosova Prishtina (»Priština«?!), der Bärenpark, die Adem-Jashari-Gedenkstätte und das Kloster von Deçan. Das Konzept des Buchs dreht sich um 7 Routen, die im Baukastensystem aus den im hinteren Teil beschriebenen Locations bestehen. Das ganze ist recht starr und erinnert mehr an Reiseprospekte für geführte Busreisen …

Die einzelnen Beschreibungen von Orten und Sehenswürdigkeiten sind nicht schlecht: kompakt, übersichtlich, wichtige Infos wie Parkmöglichkeiten und Standplätze, alles mit Koordinaten. DIe allgemeinen Infos zu jedem Land bieten übersichtlich ein paar Tipps für die Reise wie Internet, AUtofahren, Grenzübertritt, Gaskartuschen etc. Auch die »Balkan Insides« am Schluss überzeugen: Texte zu Kultur, Gesellschaft und Geschichte, die mehr die Gemeinsamkeiten auf dem Balkan betonen als die Differenzen.

Das Buch bietet Balkan-Neulingen eine gute Übersicht. Die Lücken sind aber gross (in Albanien keine Alpen, kein Shkodra, kein Koman-See, kein Korça, keine antken Stätten, kein Saranda … Man muss also neben dem Buch auch noch etwas eigene Recherche betreiben, im Netz nach weiterführenden Informationen suchen und sich von Mitreisenden (Geheim-)Tipps geben lassen. Das »Roadtrip Handbuch« ist nur ein erster Einstieg und eine von vielen Quellen für Infos.

:arrow: https://amzn.to/3nnWS1x
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GjergjD
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Re: Reiseführer

So, 21. Nov 2021, 19:53

Edi Rama weist auf facebook auf eine Neuauflage des Bradt Guides Albania im Jahr 2022 hin. Die Verlage aus dem deutschsprachigen Raum sollten ihm auch Muster ihrer Albanien Bücher zusenden und dürfen auf sein Wohlwollen hoffen :lol: https://www.facebook.com/ediramaal/post ... 2051621795
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https://www.amazon.de/Albania-Travel-Gu ... an-Gloyer/

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Re: Reiseführer

Di, 23. Nov 2021, 0:28

GjergjD hat geschrieben:
So, 21. Nov 2021, 19:53
Edi Rama weist auf facebook auf eine Neuauflage des Bradt Guides Albania im Jahr 2022 hin. Die Verlage aus dem deutschsprachigen Raum sollten ihm auch Muster ihrer Albanien Bücher zusenden und dürfen auf sein Wohlwollen hoffen :lol: https://www.facebook.com/ediramaal/post ... 2051621795
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https://www.amazon.de/Albania-Travel-Gu ... an-Gloyer/
Gewagte Ankündigung. Ob ein Reiseführer, der im Juni 2022 erscheinen soll, wirklich noch im 2022 kommt?

Ist mir aufgefallen, dass bei Amazon noch ein weiterer neuer englischsprachiger Reiseführer erhältlich ist:
Albania Travel Guide 2020
Wohl von einem unerfahreren albanischen Autor und Verlag. Die Renzesion ist katastrophal …
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Julius Wondraschek im Land des Adlers

Sa, 01. Jan 2022, 23:24

Ein Buch, das gemäss Eigenbeschreibung »auch als Reiseführer« gelesen werden kann – »als einen Reiseführer der anderen Art«.

Es ist zwar eher eine Art Reisebericht oder Kriminalroman, aber ich erwähne ihn jetzt doch hier.

Vom Titel war ich zuerst abgeschreckt:
:arrow: Bedroht in Albanien: Julius Wondraschek im Land des Adlers von Wilhelm R. Vogel

Dachte zuerst, dass das wieder so ein Buch von einer Person ist, die ein Mal in Albanien gewesen ist und gleich darüber schreiben muss – erwartete wieder eine Heldegeschichte, in der sich jemand brünstet, ein paar Tage in Albanien »überlebt« zu haben.

Die Geschichte ging aber ganz anders. Die Bedrohung kam nicht von einem Albaner aus, sondern von einem Österreicher. Insofern eine kurze Geschichte über eine Albanienreise mit etwas Extra-Aufregung im zweiten Teil. Im ersten geht es mehr um eine Wahrnehmung von Albanien als Reiseland – dies durchaus positiv. Kurze Beschreibung des Landes mit einem Augenmerk auf interessante Literatur zum Land. Ganz nett zum Einlesen – auf der Flugreise nach Albanien schon halb gelesen.

Aufregen musste ich mich nicht. Ordentlich recherchiert. Und als von Karl May die Rede war, kam nicht wie erwartet die Lobhudelei sondern die Kritik: »Wie hatte er daran bloss jemals Gefallen finden können?« Der Autor findet nicht für alles eine Antwort, sondern lässt auch mal etwas unbeantwortet im Raum stehen: »Julius fragte sich, wie es sein konnte, dass in einem Land, in dem von der Regierung der Bau von Bunkern derart forciert worden war, deren Zahl je nach Quelle derart variierte. Es muss doch Beamte gegeben haben, auch im kommunistischen Albanien. Und zweifellos haben die die Zahl der Wehranlagen genau gekannt und dokumentiert.«

Im Ganzen positiv überrascht vom Buch. Julius Wondraschek hat übrigens auch schon in Österreich und Marokko Abenteuer erlebt – und vielleicht werden noch mehr Bände folgen.
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Dominik
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Re: Julius Wondraschek im Land des Adlers

Fr, 14. Jan 2022, 9:53

Lars hat geschrieben:
Sa, 01. Jan 2022, 23:24
Ein Buch, das gemäss Eigenbeschreibung »auch als Reiseführer« gelesen werden kann – »als einen Reiseführer der anderen Art«.

Es ist zwar eher eine Art Reisebericht oder Kriminalroman, aber ich erwähne ihn jetzt doch hier.

Vom Titel war ich zuerst abgeschreckt:
:arrow: Bedroht in Albanien: Julius Wondraschek im Land des Adlers von Wilhelm R. Vogel

Dachte zuerst, dass das wieder so ein Buch von einer Person ist, die ein Mal in Albanien gewesen ist und gleich darüber schreiben muss – erwartete wieder eine Heldegeschichte, in der sich jemand brünstet, ein paar Tage in Albanien »überlebt« zu haben.

Die Geschichte ging aber ganz anders. Die Bedrohung kam nicht von einem Albaner aus, sondern von einem Österreicher. Insofern eine kurze Geschichte über eine Albanienreise mit etwas Extra-Aufregung im zweiten Teil. Im ersten geht es mehr um eine Wahrnehmung von Albanien als Reiseland – dies durchaus positiv. Kurze Beschreibung des Landes mit einem Augenmerk auf interessante Literatur zum Land. Ganz nett zum Einlesen – auf der Flugreise nach Albanien schon halb gelesen.

Aufregen musste ich mich nicht. Ordentlich recherchiert. Und als von Karl May die Rede war, kam nicht wie erwartet die Lobhudelei sondern die Kritik: »Wie hatte er daran bloss jemals Gefallen finden können?« Der Autor findet nicht für alles eine Antwort, sondern lässt auch mal etwas unbeantwortet im Raum stehen: »Julius fragte sich, wie es sein konnte, dass in einem Land, in dem von der Regierung der Bau von Bunkern derart forciert worden war, deren Zahl je nach Quelle derart variierte. Es muss doch Beamte gegeben haben, auch im kommunistischen Albanien. Und zweifellos haben die die Zahl der Wehranlagen genau gekannt und dokumentiert.«

Im Ganzen positiv überrascht vom Buch. Julius Wondraschek hat übrigens auch schon in Österreich und Marokko Abenteuer erlebt – und vielleicht werden noch mehr Bände folgen.
Hi Lars,

habe das Buch gleich bestellt und bin auch schon mittendrin :-)
Es liest sich immer besser wenn man mit den Örtlichkeiten vertraut ist, bzw. schon vor Ort war.
Schöner Mix zwischen Erzählung und Wissenswertem.

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Lars
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Re: Neuauflage Reise Know-how Reiseführer

Mo, 14. Feb 2022, 18:05

GjergjD hat geschrieben:
So, 22. Apr 2018, 21:15
Lars hat geschrieben:Von Gutzweilers Reise-Know-How-Reiseführer soll in zwei Wochen auch eine Neuauflage erscheinen:
https://www.reise-know-how.de/de/produk ... nien-47472

Was die Neuauflage bietet, muss sich noch zeigen.
Albanien von Meike Gutzweiler liegt druckfrisch in der 3., neu bearbeiteten und aktualisierten Auflage 2018 vor.
Der ansprechend gestaltete Reiseführer ist gegenüber der Vorauflage um 36 auf 635 Seiten angewachsen, der Preis bleibt mit 22,50 EUR stabil. Ausführlicher wird in der dritten Auflage insbesondere Tirana mit 13 Seiten und Südalbanien mit 8 Seiten vorgestellt, 2/3 der Ortsbeschreibungen entfallen weiterhin auf den Süden des Landes. Unter den Exkursen ist ein neuer Beitrag über Cultural Heritage without Borders (ChwB), der über die örtlichen Initiativen der Kunsthandwerker von Gjirokastra informiert (S. 376).
Der überwiegende Teil der Fotos (einschließlich Titelfoto) wurde neu ausgewählt (verschiedene Bildautoren), was den Reiseführer sehr frisch erscheinen lässt. Die zahlreichen Stadtpläne sind übersichtlich und enthalten viele Details; ein echter Pluspunkt bei Reise Know-how, wenn man diese Pläne mit dem Layout des Trescher-Verlages vergleicht.

Nicht befriedigend fallen weiterhin die acht Regional-/Übersichtskarten aus, auf denen die einzelnen Reiseziele schön mit Fähnchen und Seitenzahl markiert sind. Auch wenn erkennbar der Versuch unternommen wird, nur die allgemein befahrbaren Straßen in gelb hervorzuheben, so wird dieses Prinzip u.a. bei den Nationalstraßen nicht durchgehalten und sehr viele mit normalem PKW unpassierbare Strecken bleiben hervorgehoben (z.B. Nordzufahrt von Voskopoja, Amantia-Tepelena, an den Lura-Seen oder die vielfach reklamierte historische Streckenführung von Berat nach Kelcyra). Es kommt aber noch schlimmer: In die Karten der 3. Auflage wurden zahlreiche Grenzübergänge neu eingezeichnet, die für Touristen gar nicht nutzbar sind (z.B. Borje und Sopik), nicht existieren (z.B. Zogaj und Rrapsh-Starja) oder erst irgendwann in der Zukunft nutzbar sein werden (z.B. Grabon und Stebleva). Auf den Verlauf der grauen örtlichen Straßen sollten sich nicht einmal offroader verlassen, es wurde nun eine nicht vorhandene Straße über den Fierza Stausee zwischen den Dörfern Vau-Spasi und Liqe i Kuq eingezeichnet. 42.175584,20.273029 (auf Google Maps). Eine Straße soll es auch am Südufer des Koman Stausees bis Fierza geben (analog der Reise Know-how Kartographie). Alles reine Phantasie. Diese Karten taugen nur für den Überblick, aber nicht zur detaillierten Routenplanung.

Vier Jahre sind seit der letzten Auflage vergangen und inzwischen ist in Albanien viel passiert. Wichtige neue Sehenswürdigkeiten wurden eingearbeitet. Keinerlei Erwähnung findet leider die Öffnung der Insel Sazan, es gibt inzwischen organisierte Bootstouren auf die interessante ehemalige Militärinsel.

Der Recherchezeitpunkt für die neue Auflage könnte Ende 2017 gewesen sein (so erwähnt für Shkodra S.130). Leider musste ich gleich bei einer ersten eher punktuellen Prüfung feststellen, dass Aktualisierungen oder Korrekturen nur sehr selektiv vorgenommen wurden.

Die Anzahl der Bunker in Albanien wurde von 650.000 auf "wahrscheinlich etwa 200.000".korrigiert (S. 312), aus veröffentlichten alten Dokumenten wissen wir, dass zwischen 1975 und 1983 173.371 Bunker vollendet wurden.

Die Unterkunftshinweise etc. wurden ergänzt, auch einige Gästehäuser sind neu hinzugekommen, wir haben diese Gästehäuser schon im entsprechenden Foren-Thema besprochen. Aber wurden auch die alten Einträge konsequent geprüft? Ich denke nicht: In Berat wurde das Hotel Palma (S. 239) schon im Sommer 2015 abgerissen, es wird aber immer noch aufgeführt.

Die seit Ende 2016 komplett abgeschlossene Asphaltierung der Straße nach Vermosh wurde auf S. 153 "Piste nach Vermosh" und S. 155 gar ("25 km Naturpiste bis Tamara...") nicht korrigiert, Die Angabe auf S. 154 "Tal bis zum Ende durchasphaltiert" (S. 154) bezieht sich nur auf die Ortslage Vermosh. Zum Tal wird somit immer noch der veraltete Stand von 2012 vermittelt. Auch über die gute kostenlose und lokal verfügbare Wanderkarte "Kelmend the land of the living past" wird nicht informiert, statt dessen wird eine kaum brauchbare ältere Übersichtskarte verlinkt.

Dass die Straße nach Baks-Rrjoll (Velipoja) keine "sehr ausgefahrene Piste" (S.142) mehr ist, sondern gut asphaltiert, darüber hatte ich im Forum schon im August 2013 geschrieben, die veraltete Angabe zieht sich weiter durch alle Auflagen. Auch die "300 Meter lange Holzbrücke" über die Lagune würde ich lieber nicht beteten, denn der Steg ist seit mehreren Jahren nur noch ein komplett zerstörtes Fragment, das hatten wir im Forum bereits im Januar 2016 besprochen.

Für die Straße im Tal der Shushica ist der Ausbau nicht nur geplant, er läuft seit Anfang 2017 bereits. Der neu eingefügte Hinweis, dass die Straße "ab Kuc dann wirklich nur noch mit dem Allradfahrzeug" befahren werden kann (S. 282), wäre schon in den früheren Auflagen notwendig gewesen und ist mit Sicherheit einer Leserzuschrift geschuldet, denn andere Aktualisierungen (z.B. Unterkünfte) hat die Autorin dort auch nicht beizusteuern. Der Straßenzustand nach Amantia stimmt somit auch nicht mehr, die "4 km lange Schotterpiste" (S. 288) zur Abzweigung vor dem archäologischen Park ist seit 2014 asphaltiert. Der Bauer kassiert keinen Eintritt mehr, denn es gibt dort offizielle Museumsleute und ein Kassenhäuschen.

In der Region Gramsh liegt der Liqeni Banjes nicht mehr zeitweise trocken (S. 475), der neue Stausee ist seit 2016 geflutet.

Über die Koman-Fährverbindung auch für Fahrzeuge kann man jetzt nachlesen (S.167): Es gäbe "zwei Fähren, die auch Fahrzeuge transportieren".Auf der nächsten Seite werden dann die Dragobia und die Berisha genannt. Die Dragobia transportiert aber nur Personen. Die größere Alpin und die Rozafa werden nicht genannt.

Die exotischen und nicht klar verorteten Ziele (insbesondere Höhlen), die immer mal in die Ortsbeschreibungen eingestreut sind, findet man nach wie vor: So den von Volker mehrfach im Forum monierten "Karakoll-Wohnturm in Puka-Kokdodë". Wie schon früher besprochen ist dieser Turm nicht in der Nähe von Puka, sondern nahe des Koman Stausees (Fierza) zu finden und für normale Touristen unerreichbar. Es ist sogar fraglich, ob die Kulla in Kokdoda jetzt noch steht. Solche gewagten und extrem schwer erreichbaren Sehenswürdigkeiten gehören ohne Detailinformationen nicht in einen Reiseführer.

Die Links im Buch hätte man wenigstens überprüfen können, ich habe sofort mehrere inaktive gefunden (S. 184, 278)

Auch kleine Fehler, die an anderen Stellen schon bemängelt wurden, konnten nicht ausgemerzt werden: So führen am Ohrid See im Dorf Lin schon seit der 1. Auflage "enge Gassen zum Meer hin". Es gibt in Lin aber weder ein Meer noch verschiedene Gassen, die zum Wasser führen.

Ich denke, man könnte die Liste der kleinen und größeren Fehler und Ungenauigkeiten fast endlos weiterführen.
Vielleicht sind euch ja noch andere Punkte der Neuauflage positiv oder negativ aufgefallen?

Grundsätzlich ist der Reiseführer weiterhin ein guter Begleiter auf Albanien Reisen, der detailreich informiert und gut auf das Land einstimmt. Leider liegt nun nur eine sehr notdürftige Neubearbeitung vor, die sorgfältiger hätte ausfallen müssen. Das Buch wird den zwischenzeitlichen Veränderungen im Lande in vielen Detailpunkten nicht gerecht.

Eine mögliche Alternative sehe ich nur im neuen Trescher Reiseführer (1. Auflage 2018), der jedoch deutlich schmaler ausfällt. Inhaltlich ist der Band von Dietze/Alite deutlich besser als die frühere Bearbeitung von Ndarurinze, die Aufmachung der Trescher Reiseführer ist jedoch generell nicht mein Fall.
Die 3. Auflage habe ich mir nie angeschafft, dafür jetzt die 4. Auflage von diesem Jahr. Kann nicht im Detail mit der 3. Auflage vergleichen – aber doch einen Überblick gewinnen. Der Umfang ist in etwa gleich geblieben, vielleicht ca. 10 bis 15 Seiten mehr (630 S.; 647 S. mit Anhang; Kapitel zu Seitenzahlen, die Gjergj erwähnt hatte, finden sich jetzt zum Teil rund 10–15 Seiten weiter hinten). Einen grossen Unterschied kann ich aber auf den ersten Blick nicht erkennen.

Ein paar von den Kritikpunkten oben wurden übernommen: Lin hat keine Gassen mehr, die zum Meer führen, die Bunkerzahl wurde auf »rund 175.000« reduziert, viele Angaben zur Strassenqualität wurden gestrichen, genauso die Erwähnung des trockenliegenden Liqeni i Banjës.

Aber viele Sachen sind immer noch mangelhaft – besonders die Karten. Auch kann ich keine Hinweise auf umfangreiche neue Recherche (neue Sehenswürdigkeiten, die zum Teil schon oben fehlten (Sazan) oder zwischenzeitlich aufkamen wie Kurvelesh) erkennen – nur punktuell Air Albania Stadium, Kadare-Museum konnte ich bisher Ergänzungen finden.

Generell fehlt es an Updates, die ich für eine Auflage 2022 erwartet hätte: Bei Flughafen Kukës kein Hinweis auf eine Eröffnung 2021, Apollonia nur Anfahrt aus Stadtzentrum Fier, kein Hinweis auf neue Strassenverbindungen im Kurvelesh oder Rruga Arbërit. Gleiches gilt für die Karten, wo aktuelle Nachführungen fehlen (inkl. Bulevardi i ri).
Bei der Rruga Arbërti steht sogar »noch eine Zukunftsversion« und beim Flughafen Kukës, dass TIA noch bis 2024 exklusive Landerechte habe. Insofern war der Text schon bei Drucklegung veraltet.

Das Kartenmaterial bereitet mir noch immer grosse Bauchschmerzen – hier wurde nichts verbessert von dem, was Gjergj beschrieben hatte. Weitere offensichtliche Fehler sind zB eine gelbe (hochklassige) Strasse von Fierza nach Westen, die dann über Lekbibaj einen Bogen zurück bis fast nach Bajram Curri beschreibt – nur der erste Teil der Verbindung BC–Lekbibaj ist auf der Karte eine weisse (einfache) Strasse. Aber die weissen Strassen zeigen sowieso vielerorts Wunschgebilde (Beispiele: neben der gelben Strasse durch die Gryka e Vaneve führt noch eine weisse Strasse parallel von Gora zur Autobahn; direkte Verbindung am Ufer entlang von Velipoja nach Baks-Rjoll; Verbindung abgehend am Pass südlich von Kuç (auch im Text ohne Cedi) über einen inexistenten Ort Brodani am nicht eingezeichneten Golem vorbei nach Picar). Die Routenempfehlung Südalbanien führt auf der Karte direkt von Tepelena nach Berat (der Text weist auch nicht darauf hin, dass es zurück nach Fier geht) …

Das sind jetzt ein paar wenige Kritikpunkte, die mir nach etwas Blättern im Buch aufgefallen sind – es gäbe sicherlich noch mehr zu finden, wie es wohl auch weitere Verbesserungen in der Neuauflage hat.

Für mich ist das keine Neuauflage 2022, sondern eher eine Neuauflage 2020. Ansonsten bleibt es ein solider Reiseführer mit verwirrenden bis irreführenden Landkarten. Was mir gut gefällt (und hier wurde wohl auch am meisten ergänzt) ist die Einführung: über die vorgeschlagenen Routen kann man noch streiten, der Jahresüberblick im Reise-Kontext ist praktisch und die vier Seiten mit 5-Top-Empfehlungen zu verschiedenen Themen finde ich recht inspirierend. Auch die Aufmachung kommt mit dem neuen Cover ansprechend daher.

:arrow: Meike Gutzweiler: Reise Know-How Reiseführer Albanien

p.s. die Bezeichnung der Fussballclubs der Hauptstadt wie »SC Partizani« ist auch so einen Übersetzungs-Stilblüte.
p.p.s. oder die Erwähnung von Qindarka! :roll:
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Re: Neuauflage Reise Know-how Reiseführer

Mo, 14. Feb 2022, 20:47

Lars hat geschrieben:
Mo, 14. Feb 2022, 18:05
Ein paar von den Kritikpunkten oben wurden übernommen: Lin hat keine Gassen mehr, die zum Meer führen, die Bunkerzahl wurde auf »rund 175.000« reduziert, viele Angaben zur Strassenqualität wurden gestrichen, genauso die Erwähnung des trockenliegenden Liqeni i Banjës.
Was auf meine Rezension bei amazon zurückzuführen ist, einer kürzeren Fassung von dieser hier im Forum. Der Verlag gab mir eine Rückmeldung, es ändern zu wollen. https://www.amazon.de/review/R2R2HNGHMJO2TF/
Es ist ja bezeichnend, wenn die Bewertungen der Straßenqualität nur gestrichen wurden, statt diese zu aktualisieren.

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Re: Reiseführer

Di, 15. Feb 2022, 10:43

Ralph-Raymond Braun hat geschrieben:
Mo, 23. Apr 2018, 1:56
Schade, dass so wenige Autoren sich in dieses Forum verirren. Sie müssten ja nicht mitschreiben, aber zumindest mal die Kritien lesen …
Ich kenne die Kollegin nicht persönlich und verstehe auch nicht, warum sie hier nicht mitliest - es gibt zu wenigen Reisegebieten derart qualifizierte Foren wie dieses hier -, möchte ihre offensichtliche Schlamperei bei der Aktualisierung aber doch verteidigen. Ihrer vita gemäß https://www.linkedin.com/in/meike-gutzweiler-8a10b064 hat sie mehrere Jobs, mit denen sie sich so durchschlägt. "Albanien" ist anscheinend ihr einziges Buch, sie hat an der Erstauflage mindestens ein Jahr gearbeitet, und es ist, wie man sich denken kann, kein mit "Toskana", "Paris" oder "Kreta" vergleichbarer Kassenschlager. Ich habe Bücher, da bekomme ich für die Aktualisierung 1000 (in Worten: tausend) Euro. Und dann bekommt der Verlag, was er für 1000 Euro erwarten kann, nämlich eine Woche Arbeit ohne Vor-Ort-Recherche. Bei Gutzweilers verkaufsanteilig honoriertem "Albanien" dürften über die drei Jahre Auflagenlaufzeit etwas mehr zusammengekommen sein. Allerdings: Für die sorgfältige Aktualisierung eines in den Vorauflagen stets gut gepflegten 600-Seiten-Reiseführers kalkuliere ich (ohne Vor-Ort-Rechercheaufwand!) 400 Arbeitsstunden. Gibt ihr Honorar das her? Und würde sie mit mehr Aufwand und Sorgfalt auch mehr Bücher verkaufen, wo ihr Reiseführer doch sowieso der beste ist?
Ob Forumsbeitrag oder Buch, Albanien taugt für Autoren als Hobby (und das muss man sich leisten können), nicht als Broterwerb.
die allermeisten Bücher sind mehr Hobby als Broterwerb. Wenn ich an mein Buch zurückdenke. Habe wohl noch keinen Heller gesehen.

Was Gutzweiler von dieser Website hält, ist ja im Buch nachzulesen.
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Franziska Tschinderle zum Zweiten

So, 13. Mär 2022, 12:10

Ralph-Raymond Braun hat geschrieben:
Do, 17. Jun 2021, 1:56
Der Bergarbeiter Elton Debreshi kandidiert als Unabhängiger bei den Parlamentswahlen – und scheitert krachend mit nur 590 Stimmen (0,04 %). Franziska Tschinderle hat ihn im Wahlkampf begleitet, darüber für die Schweizer Wochenzeitung WOZ geschrieben und damit auch eindrückliches Porträt der Minenstadt Bulquizë geliefert.
Die glänzende Reportage hat mich wieder an ihr 2020 bei DuMont erschienenes Buch „Unterwegs in Albanien“ erinnert. Wie Lars schon bemerkt hat, kein Reiseführer, sondern eine Sammlung von gut einem Dutzend Reportagen. Gleichwohl ist der Buchtitel durchaus angemessen, denn die junge Journalistin reiste mit ihrer Übersetzerin in einem altersschwachen VW Golf über ein halbes Jahr durch Albanien und führte dabei über hundert Interviews.
Tschinderles große Stärke ist die Personalisierung abstrakter Sachverhalte, besonders die Darstellung von Weltgeschichte aus der Perspektive kleiner Leute. Enver Hoxha lernen wir aus den Erlebnissen seines Leibarztes kennen, die touristische Übernutzung von Albaniens Riviera aus der Sicht eines zum Gastronomen aufgestiegenen Ziegenhirten. Ob Blutrache, Hanfanbau oder die Zerstörung der Vjosa als Europas letztem Wildfluss, Tschinderles Reportagen decken genau die Themen ab, die unsereiner oft klischeehaft mit Albanien verbindet, und helfen dabei, das Land und seine Menschen besser zu verstehen.
Unbedingt lesenswert!
Nachdem das Buch überraschend schnell aus dem Handel verschwunden war, ist jetzt in einem neuen Verlag die zweite, stark erweiterte Auflage erschienen:

:arrow: Franziska Tschinderle: Albanien. Aus der Isolation in eine europäische Zukunft

Das Prädikat »Unbedingt lesenswert!« gilt noch immer – oder noch viel mehr. Auf den ersten Blick ist von der Erstauflage nicht viel übrig. Im Abgleich zeigt sich dann doch, dass trotz komplett neuer Struktur viel Text erhalten geblieben ist.

Tschinderle zeigt, dass eine Neuauflage eine wahre Bereicherung sein kann. Zwar geht dem Buch etwas der persönliche Charakter der ersten »Reisereportage« ab – dafür schafft sie es, auch neuste Entwicklungen einzuarbeiten: Wiederwahl von Rama, afghanische Flüchtlinge in Luxushotels, Berishas Comeback.
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tonicek
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Reiseführer

Sa, 19. Mär 2022, 16:21

Ich werde mich bei meiner kommenden Reise auf den Führer von R. R. Braun stützen, als kleine Ergänzung nehme ich noch den alten von RKH mit, vielleicht finde ich unterwegs jemanden, dem ich das Buch schenken kann; ich schmeiße nicht so gerne Bücher in den Müll.

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Habe auch noch einen ganz alten Schinken in meiner Bibliothek, mal sehen, ob den jemand haben will . . . ?
Der müßte noch aus der Zeit sein, als V. Grundmann in AL gelebt hat.

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Daß bei den Führern von RKH oftmals Fehler konstant enthalten bleiben, über mehrere Auflagen hinweg, ist für mich nichts Neues, hab' mich damit abgefunden.

Ganz schrecklich war oder besser ist der Reiseführer RUMÄNIEN / Moldawien, der lt. Editorial und Eigenwerbung " KOMPLETT ÜBERARBEITET und neu recherchiert " ist; Unmengen von Fehlern findet derjenige, der schon paar Male dort war und vergleichen kann.

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Käpt'n Eddy
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Reiseführer von Joachim Röhm

Mo, 31. Okt 2022, 17:32

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Liebe Leute,

habe gerade wieder mal einen alten Reiseführer in der Hand:

Hans-Joachim Röhm
Albanien als Reiseland. Kurzer Reiseführer mit praktischen Hinweisen

DAFG - Deutsch-Albanische-Freundschaftsgesellschaft, 1986
ISBN: 978-3925297151 | ab 5,00 Euro (antiquarisch)

Röhm ist sicher einer der besten Kenner Albaniens. Er hat selbst dort gelebt (und für Radio Tirana gearbeitet) und ist Übersetzer des bekanntesten und immer wieder für den Nobelpreis gehandelten Ismail Kadare. Röhm war Kommunist, ist es aber – auch wegen der eigenen Albanien-Erfahrungen – nicht mehr. Gerne hätte man eine entsprechende Überarbeitung seines Buches gelesen, die es leider (noch?) nicht gibt.

Aber sei's drum. Natürlich ist der Blick in einen Reiseführer von 1986 stellenweise kurios. Aber: Der Mann kann schreiben! Das, was er über Städte und Natur erzählt, finde ich auch heute noch nirgends besser und lesbarer.

Und der Kurzsprachführer ist im Gegensatz zu manch anderer lieblosere Liste mit Sinn und Verstand sortiert und wirklich praxistauglich.

Das Büchlein ist bei amazon, rebuy, ebay etc. so ab fünf Euro zu haben. Ich meine, das lohnt sich.

Herzlichst,
Käpt'n Eddy


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Lars
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Registriert: So, 29. Dez 2002, 4:07

Re: Reiseführer von Joachim Röhm

Do, 03. Nov 2022, 17:38

Käpt'n Eddy hat geschrieben:
Mo, 31. Okt 2022, 17:32
.Aber sei's drum. Natürlich ist der Blick in einen Reiseführer von 1986 stellenweise kurios. Aber: Der Mann kann schreiben! Das, was er über Städte und Natur erzählt, finde ich auch heute noch nirgends besser und lesbarer.
/quote]

meinst du, ich soll auch mal wieder reinschauen?
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Käpt'n Eddy
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Re: Reiseführer von Joachim Röhm

Do, 03. Nov 2022, 18:36

Lars hat geschrieben:
Do, 03. Nov 2022, 17:38


meinst du, ich soll auch mal wieder reinschauen?
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Why not?

Ich hab jedenfalls gerne mal wieder drin gelesen.

Herzlichst,
Käpt'n Eddy

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