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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

Di, 21. Okt 2014, 22:14

In irgendeinem thread hatten wir aber kürzlich den Trost-Verweis: eat at the Mrisi Zanave restaurant in Fishte village (south at the junction where the trail ends), Gibt es eigentlich die Draht-Skulpturen dort noch? Vor ein paar Jahren hatten erstaunlich begabte Flecht- oder Schmiedekünstler über den Bunkern im Ort aus dünnen Eisenstangen ganze Bibelszenen nachgebildet. Ich hielt das durchaus für gute Kunst. Im übrigen hat der Berühmte in Lezha durchaus einen angemessenen Erinnerungsplatz: Sein Denkmal steht vor der Präfektur gleich neben dem von Skanderbeg.

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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

So, 26. Okt 2014, 23:54

Zu den bedrohten Kulturdenkmälern zählen auch die Denkmäler aus der Sozialistischen Ära, die in der jüngsten Vergangenheit meist dem Verfall preisgegeben waren.
In Shkodra hatte man das Heldendenkmal “5 Heronjtë e Vigut” im Jahr 2008 aus dem Stadtzentrum verbannt und auf den Heldenfriedhof umgesetzt, der ein wenig einladendes Umfeld bietet.
Nun soll das Denkmal anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Landes an eine zentrale Stelle der Stadt zurückkehren, so der Präfekt Paulin Radovani.
http://youtu.be/HidEoNUlFPw
heldendenkmal.jpg
“5 Heronjtë e Vigut” blicken derzeit auf ein Trümmerfeld am Fluss (Sept 2014)

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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

Mo, 27. Okt 2014, 0:01

GjergjD hat geschrieben:Zu den bedrohten Kulturdenkmälern zählen auch die Denkmäler aus der Sozialistischen Ära, die in der jüngsten Vergangenheit meist dem Verfall preisgegeben waren.
In Shkodra hatte man das Heldendenkmal “5 Heronjtë e Vigut” im Jahr 2008 aus dem Stadtzentrum verbannt und auf den Heldenfriedhof umgesetzt, der ein wenig einladendes Umfeld bietet.
Nun soll das Denkmal anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Landes an eine zentrale Stelle der Stadt zurückkehren, so der Präfekt Paulin Radovani.
http://youtu.be/HidEoNUlFPw
heldendenkmal.jpg

Diese sollte man schnellstmöglich restaurieren und zwar alle die man noch retten kann. Überall sieht man Denkmäler die Verfallen. Pasha Zotin.

Ich hätte das in Shkodra weiterstehen lassen. Aber Danke für die Mitteilung. Habe mich gefragt wo das eigentlich hin ist.

Man will nach Europa und dann denken viele Albaner das ist altmodisch und in den Müll.

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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

Mo, 27. Okt 2014, 23:09

Man sollte das positiv sehen: Es ist erst mal gut, dass die Shkodraner es nicht eingeschmolzen, sondern neben dem Müllplatz in "Quarantäne" gesetzt haben. Nachfolgende Generationen können, aus dem Abstand der Zeit, viel besser entscheiden, welcher Platz den fünf Helden tatsächlich zukommt. Ich denke, wenn ihre Leistung vor der genau untersuchten Geschichte Bestand hat, ist es gerechtfertigt, sie ins Antlitz der Stadt zurück zu holen.
Bin mir allerdings weder in Albanien noch in Deutschland sicher, wie lange so ein Prozess dauert. Zumindest die gelitten Habenden müssen erst gestorben sein. Vlad Tepes war ein extrem grausamer Herrscher in Rumänien. Heute ist er so eine Art nationale Identifikationsfigur. Und was ist eigentlich mit Skanderbeg? Wie vielen - nicht nur Feinden - hat seine Herrschaft das Leben gekostet? Vielleicht wird die Geschichte dereinst selbst Enver Hoxha einen Platz zuweisen, den wir uns heute kaum vorstellen können.

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Mesopotam

Di, 04. Nov 2014, 20:53

Unglaublich: Schrottsammler haben in den letzten Tagen die stabilisierende Einrüstung an der Kirche von Mesopotam geklaut. Die wertvolle Klosterkirche befindet sich seit Jahren in einer mehr als schleppend verlaufenden Restaurierung, ihre Statik ist gefährdet. Ein Besuch des Inneren ist nicht möglich.
http://youtu.be/lBFzNUd-XFI

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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

Mi, 05. Nov 2014, 22:32

Mal abgesehen von dem Skandal des Diebstahles: Ich habe mir die Kirche während meiner Besuche mehrfach genau angesehen. Meines Erachtens war sie bereits auf Grund ihrer Konstruktion zu einem (für historische Architektur) frühen Untergang verurteilt, weil bei ihr - innen wie außen - so gut wie alle Grundsätze stabilen Kirchenbaues verletzt wurden. Dass der Zusammenbruch erst jetzt beginnt, ist eigentlich ein Wunder. Wollte man sie erhalten, würde das, falls es überhaupt geht, unglaublich teuer. Ich denke, wir müssen sie über kurz oder lang abschreiben und jedermann ist gut beraten, in seine Reise den Abstecher zu ihr einzuplanen, es könnte die letzte Chance sein, ein wirklich ungewöhnliches Bauwerk ein letztes Mal zu sehen.

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Helden auf dem Tieflader

Fr, 07. Nov 2014, 21:17

GjergjD hat geschrieben:Zu den bedrohten Kulturdenkmälern zählen auch die Denkmäler aus der Sozialistischen Ära, die in der jüngsten Vergangenheit meist dem Verfall preisgegeben waren.
In Shkodra hatte man das Heldendenkmal “5 Heronjtë e Vigut” im Jahr 2008 aus dem Stadtzentrum verbannt und auf den Heldenfriedhof umgesetzt, der ein wenig einladendes Umfeld bietet.
Nun soll das Denkmal anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Landes an eine zentrale Stelle der Stadt zurückkehren, so der Präfekt Paulin Radovani.
Die Helden sind jetzt wieder umgezogen, das Denkmal wird demnächst "verkehrsgünstig" am nördlichen Stadtrand "Dobraç" (am Kreisel, ish SMT, wo sich Zoll und Großmarkt befinden) aufgestellt. Derzeit wird es zwischengelagert.
http://youtu.be/RpKz6jvOtLo
http://youtu.be/T5RJPBxW1y4
http://youtu.be/HmLM_qjspjw

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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

Mo, 17. Nov 2014, 20:46

Heute stellen wir wieder eine Kuturdenkmal-Kulla vor unter dem Motto „Sehen, bevor es zu spät ist“ :

Relativ einfach erreichbar im Dorf Plan të Bardhë (Mati) 500 Meter südlich der unfertigen Trasse der Rruga e Arbërit in der Nähe von Bulqiza auf der Koordinate 41.460709,20.141203 (eventueller Irrtum vorbehalten - Luftbildsichtung)
Banesa e Asllan Hutës (pronë e Shefqet Gjashit)
Beide durch Steintreppen verbundenen dreistöckigen Häuser sind lange unbewohnt und nach aktuellen Angaben der Denkmalbehörde vom Einsturz bedroht.
Bilderserie bei facebook

Ähnlich sieht es mit der zweiten geschützen Kulla im Dorf aus: Banesa e Jakup Kurtit
Bilderserie bei facebook

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Museum Kokalari Gjirokastra ausgebrannt

Sa, 22. Nov 2014, 11:52

Schlimmer Rückschlag für Gjirokastra: In dem im Aufbau befindlichen privaten Museum Kokalari ist gestern Abend aus noch ungeklärten Gründen ein Feuer ausgebrochen. Es wird ein Problem in der Elektrik vermutet. Die Bewohner kamen nicht zu Schaden.
Das für die Stadt typische Haus der Schriftstellerin Musine Kokalari (1917-1983) wurde mit Hilfe der EU restauriert. Musine war auch Gründerin der sozialdemokratischen Partei Albaniens und verbrachte im Kommunismus ihr ganzes weiteres Leben in Gefängnissen und Internierungslagern.
http://www.noa.al/artikull/digjet-muzeu ... 53733.html
http://youtu.be/z0hBr1xI8Gk

Video zur Lage vor dem Brand: http://youtu.be/bBRUYy4YASw

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Zurück zu den Wurzeln in Viçidol

Mo, 08. Dez 2014, 23:40

Die Familie von Sali Berisha lässt die alte Familien-Kulla im Heimatdorf Viçidol (Kreis Tropoja) neu aufbauen. Vielleicht irgendwann einmal ein Wallfahrtsort ? :penguin: Das Gebäude soll auch als Museum genutzt werden.
Jedenfalls eine gute Sache, es gibt nämlich in der Ecke kaum noch Zeugnisse der alten albanischen Baukunst.

In dem ca. 100 Jahre alten Haus wurde der ehemalige Ministerpräsident Berisha geboren und verbrachte dort seine Kindheit bis zum 14. Lebensjahr. Die dreistöckige Kulla war während des Kosovo-Krieges eine Basis der UÇK und fortan nur noch eine Ruine, nachdem serbische Mörsergranaten in der Nähe einschlugen. Die Arbeiten zum Wiederaufbau gehen vom Sohn Shkëlzen aus, die Bauarbeiter kommen aus Kosovo. Es wird innen einen Aufzug geben. Während der letzten 8 Jahre war Berisha nur zwei Mal in sein Heimatdorf zurückgekehrt.

http://www.shekulli.com.al/web/p.php?id=62153&kat=87
http://youtu.be/BH3CBZZbGoM

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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

Di, 09. Dez 2014, 13:13

Eventuell ein weiteres Zeichen hoffnungsvoller Umkehr. Es wird lange dauern, aber in Griechenland hat es auch sehr lange gedauert. Die Orte der Mani oder der Zagora waren praktisch in den 1970ern und 1980ern entvölkert und verfielen. Dann setzte eine Trendwende ein, die Eigentümer entdeckten ihre Herkunftsdörfer als Sommersitze und restaurierten ihr Eigentum. Es hat funktioniert, heute sind das Touristengegenden. Das architektonische Erbe Albaniens ist zwar vielleicht stärker beschädigt, aber noch nicht verloren. Mit entsprechenden Privatinvestitionen wäre noch viel zu retten und würde das Land außerordentlich bereichern.

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Sanierung der orthodoxen Kisha e Ristozit in Mborje

Do, 15. Jan 2015, 21:25

Eine der wertvollsten Kirchen des Landes mit reichen Wandmalereien (von 1389) ist durch Risse in der Kuppel und mangelnde Betreuung in den letzten 20 Jahren akut einsturzgefährdet. Gelegen im Dorf Mbroje bei Korça kann die Kirche leicht erreicht werden, Koordinate 40.605806,20.804573.
Spezialisten des Denkmalschutzes haben mit den Arbeiten zur Sicherung begonnen, so wurde im ersten Schritt ein provisorisches Schutzdach über der Kirche errichtet, um sie vor weiteren Witterungseinflüssen zu schützen.

http://youtu.be/GdZ0XsHVPRk

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Quelle: h[url]ttp://www.ata.gov.al/korce-shpetohet-kisha-e- ... 12082.html[/url]

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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

Do, 15. Jan 2015, 21:49

Oh, Gott, welch böses Omen. Als sie (mit deutschen Geldern) ein ähnliches Schutzdach über der Kapelle von Lin errichteten, erstickte die gesamte Installation nicht funktionsfähig im Korruptionssumpf. Die deutsche Botschaft sah sich letztlich gezwungen, auch noch den Abriss des nutzlosen Dings zu bezahlen. Hoffentlich geht hier von dem Schutzdach eine Zukunft für das Gemäuer aus.
Im Übrigen: Sinn macht das Ganze nur, wenn sich auch Geld zur Vollreinigung und Restauration der Gemälde findet. Bei meinem letzten Besuch bot sich alles düster-verräuchert, zumindest für Normaltouristen war der Innenraum nicht unbedingt ein nachhaltiges Erlebnis.

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Re: Bedrohte Kulturdenkmäler in Albanien

So, 29. Mär 2015, 18:42

Das bekannte Mosaik am Historischen Nationalmuseum in Tirana zerfällt langsam, nun soll dieses Denkmal gerettet werden, dafür wurde vom Kulturministerium ein Fonds von 350.000 EUR gebildet.
https://youtu.be/cKkatxcx570

vielleicht interessant, eine Doku zum Bau des Museums von 1981, am Ende sieht man, wie das Mosaik erstellt wurde
https://youtu.be/AR4MM1WFKS4

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Ethnographisches Museum Elbasan

Sa, 04. Apr 2015, 11:01

Das Museum in der Nähe des Zentrumsplatzes von Elbasan ist in einem schlechten baulichen Zustand, die letzte Investition erfolgte 1983.
Der Direktor Kreshnik Belegu sagt, dass die Sanierung dringend notwendig ist und er meint, dass das Institut für Denkmalpflege diese finanzieren muss, da das Gebäude als Kulturdenkmal eingestuft ist.
https://youtu.be/BpHGBr-5yUE

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Fortifikimi në Kratul / Kalaja e Kratulit (Kreis Shkoder)

Fr, 24. Apr 2015, 22:13

Die Bürger von Boks (Gemeinde Postriba) wehren sich gegen die weitere Zerstörung der Burg von Kratul, einem Zeugnis der 2700 Jahre alten illyrischen Kultur.
Die Burg auf dem Hügel (141 Meter) über den Dorf Boks, gleich links oberhalb der Ura e Mesit steht unter „Kështjella e Kratulit në fshatin Boks“ auf der Liste der albanischen Kulturdenkmäler. Koordinate: 42.122891,19.575007
Leider dient die Anlage als Marmorbruch und es kommt zudem zu erheblicher Staubentwicklung. Es wird angenommen, dass auch nach Gold und Grabbeigaben gesucht wird. Die Bewohner blockierten die Zufahrtsstraße und die Presse wurde gerufen.
https://youtu.be/tmjVSHD18jY
https://youtu.be/BF_YnyREtT8
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Hotel Dajti und Pyramide in Tirana

Do, 07. Mai 2015, 20:02

Wie geht es weiter mit dem legendären Hotel Dajti, diese Frage wird gerade intensiv diskutiert. Das Gebäude in zentraler Lage von Tirana verfällt zusehends, das am 26. April 1942 eröffnete Haus steht bis jetzt nicht einmal auf der Liste der Kulturdenkmäler, obwohl es sich um ein wertvolles Beispiel der moderner Architektur handelt, entworfen von einem italienischen Architekten.

Von Sali Berisha rechtswidrig (?) an die Nationalbank verkauft, erscheint seine Zukunft mehr als ungewiss. Denkmalschützer und Architekten machen sich für den Erhalt stark. Das Hotel wurde zu seiner Eröffnung als das beste auf dem Balkan bezeichnet; es könnte Geschichten erzählen von illustren Gästen: Im Sozialismus vorbehalten für die wenigen eingeladenen Staatsgäste, darunter Geschäftsreisende. Touristen aus dem Westen haben dort bis 1991 nie übernachtet. Für Albaner war es ganz tabu. In der Marktwirtschaft konnte es sich nur kurz behaupten, dann wurde es geschlossen.
https://youtu.be/0PCjWMsH9yE
https://youtu.be/DAcBkoaFD6c

auch die Pyramide in Tirana wartet auf eine neue Bestimmung
Leider hat sich Edi Rama in beiden Fällen nicht geäußert.
http://www.gazetatema.net/web/2014/04/2 ... yeqytetit/

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Re: Hotel Dajti und Pyramide in Tirana

Do, 07. Mai 2015, 23:41

GjergjD hat geschrieben:Wie geht es weiter mit dem legendären Hotel Dajti, diese Frage wird gerade intensiv diskutiert. Das Gebäude in zentraler Lage von Tirana verfällt zusehends, das am 26. April 1942 eröffnete Haus steht bis jetzt nicht einmal auf der Liste der Kulturdenkmäler, obwohl es sich um ein wertvolles Beispiel der moderner Architektur handelt, entworfen von einem italienischen Architekten.

Von Sali Berisha rechtswidrig (?) an die Nationalbank verkauft, erscheint seine Zukunft mehr als ungewiss. Denkmalschützer und Architekten machen sich für den Erhalt stark. Das Hotel wurde zu seiner Eröffnung als das beste auf dem Balkan bezeichnet; es könnte Geschichten erzählen von illustren Gästen: Im Sozialismus vorbehalten für die wenigen eingeladenen Staatsgäste, darunter Geschäftsreisende. Touristen aus dem Westen haben dort bis 1991 nie übernachtet. Für Albaner war es ganz tabu. In der Marktwirtschaft konnte es sich nur kurz behaupten, dann wurde es geschlossen.
https://youtu.be/0PCjWMsH9yE
https://youtu.be/DAcBkoaFD6c

auch die Pyramide in Tirana wartet auf eine neue Bestimmung
Leider hat sich Edi Rama in beiden Fällen nicht geäußert.
http://www.gazetatema.net/web/2014/04/2 ... yeqytetit/

Eine Schande. Mein Uropa hat dort früher als Koch gearbeitet und war die beste Adresse.

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Re: Südlich von Orikum

Sa, 13. Jun 2015, 22:24

GjergjD hat geschrieben:Südlich von Orikum befinden sich einige interessante Monumente, ...

Die Ruinen von Tragjasi i Vjetër, vielleicht irgendwann ein Anziehungspunkt als albanisches „Stari Bar“ (Tivari i Vjetër).
Tragjasi i Vjetër hingegen ist touristisch erst wenig erschlossen, aber in den Reiseführern zu finden.
Deine Worte scheinen in Gottes Gehörgang gefallen zu sein: In der Ruinenstadt sind neuerdings fast alle Ruinen mit deutlichen, mit Beton eingearbeiteten Eigentümertafeln versehen. Man wittert wohl doch die Chance auf eine Museums-Ruinen-Dorf. Die krude Gegenwart allerdings ist weiterhin: 5 km übelster Off-Road, den kann man nicht mal zum Wandern anbieten, weil er zum Teil aus Geröllbrocken besteht.
Übrigens: Der berühmte Quellaustritt im Ort wird wohl bald nicht mehr sein oder bestenfalls noch teilweise. Das Areal wird durch eine industrielle Wasserentnahme-Station überbaut.
Dateianhänge
Tragjas 3.jpg

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Tragjasi i Vjetër

So, 28. Jun 2015, 21:23

volkergrundmann hat geschrieben:In der Ruinenstadt sind neuerdings fast alle Ruinen mit deutlichen, mit Beton eingearbeiteten Eigentümertafeln versehen. Man wittert wohl doch die Chance auf eine Museums-Ruinen-Dorf. Die krude Gegenwart allerdings ist weiterhin: 5 km übelster Off-Road, den kann man nicht mal zum Wandern anbieten, weil er zum Teil aus Geröllbrocken besteht.
Hatte mich durch deinen Bericht spontan inspirieren lassen, die Ruinen zu besuchen. Aber wie es ist, wenn man sich nicht vorbereitet hat, bekam ich dann auch zu spüren. Ohne vorbereiteten Anmarschplan kam ich etwas vom Ziel ab, möchte die folgende Wanderung aber trotzdem empfehlen, weil sie wenig anstrengend durch eine tolle Landschaft mit sehr schönen Aussichten führt:
Ich empfand die Straße bis kurz hinter Tragjas noch als passabel, habe aber bei den Lagerhäusern bei 40.314181, 19.513288 geparkt. Zu Fuß ging's die Straße hoch bis zur Spitzkehre 40.310988, 19.516956. Hier zweigt ein netter Fußweg aufwärts durch den Wald ab, man erreicht ein einzelstehenden bewohnten Bauernhof 40.305960, 19.517834, nach Tragjasi i Vjetër würde man sich jetzt links halten und hätte schon ein ganzes Stück der Straße abgekürzt. Ich hielt mich rechts und erreichte bei 40.304300, 19.516950 eine erste interessante Ruine.
bei Tragjasi i Vjetër.jpg
Schon in Sichtweite waren weitere Ruinen,
bei Tragjasi i Vjetër2.jpg
von hier ging ich zum höher gelegenen Aussichtspunkt und schließlich auf einen kaum erkennbaren Pfad abwärts nach Norden, er verläuft durch hohes Farnkraut, die Kalaja e Gjon Boçarit immer im Blick. Der Pfad führt bei 40.306700, 19.510733 zu einer Quelle mit Viehtränke, eine willkommene Erfrischung. Ab hier führt ein deutlicher Weg wieder hinunter zu den Lagerhäusern.
Ich würde durchaus empfehlen, abseits der Straße in die Ruinenstadt zu wandern. Man sollte sich allerdings vorher ein paar Wegepunkte für das GPS abspeichern, es gibt dort sehr viele begehbare Pfade und man kann nach Belieben variieren.

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