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Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Ihre Meinung - Ihre Fragen, die in den anderen Themen nicht Platz haben.

Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon GjergjD » So, 01. Dez 2013, 21:59

Proteste in Dibër/Debar zu den Plänen, ein Staudamm im Tal Lukovo Pole im Dreiländereck Mazedonien, Albanien und Kosovo zu bauen.

Die Örtlichkeit liegt oberhalb des Radika-Tals, in der Nähe der nahezu unbewohnten Ortschaft Brodec, Kommune Gostivar, direkt an der Grenze zum Kosovo im im Nationalpark Mavrovo.
Geplant ist ein 321 Meter langer, 71 Meter hoher Steinschüttdamm, ein See mit einer Kapazität von 38 Mill. Kubikmetern sowie ein Tunnel- und Kanalsystem unter den Hängen des Korab (rund 20 km lang :!: ) und bis Mavrovo. :roll: Sogar die Staatsgrenze soll für den See teilweise verlegt werden.

Projektbeschreibung, man hofft auf Gelder der Weltbank: http://www.elem.com.mk/images/stories/F ... 120224.pdf

Wahnwitziges Projekt
In Lukovo Pole, einem Hochtal im Norden des Mavrovo-Nationalparks unweit der Grenze zum Kosovo, will der mazedonische Stromversorger ELEM einen Nebenfluss der Radika aufstauen. Der Damm soll etwa halb so hoch wie der Kölner Dom und mehr als fünf Mal so breit wie ein Fußballfeld werden. In dem künstlichen See würde nicht nur eine Fülle seltener Tier- und Pflanzenarten ertrinken, sondern die Radika würde gleichzeitig einen Großteil ihrer Zuflüsse verlieren. Denn der Stausee soll zusätzlich durch ein Kanalsystem gespeist werden, das alle Bäche im Wassereinzugsgebiet der im Westen der Radika gelegenen Korab-Gebirgskette einfängt.
Der Wasserhaushalt im Mavrovo-Nationalpark käme durch das Projekt komplett durcheinander.
Das sensible und zugleich ausgesprochen artenreiche Ökosystem würde das nicht überleben. An die 70 Fischarten
gibt es ausschließlich auf dem Balkan, einige davon lebennur in wenigen Flüssen. Auch der Mavrovo-Nationalpark birgt zahlreiche solcher endemischen Arten. Sie sind durch das Staudammprojekt „Lukovo Pole“ ernsthaft gefährdet. Außerdem würde dem größten Buchen-Urwald Mazedoniens förmlich das Wasser abgegraben.


Wer sich das Werbevideo des mazedonischen Stromversorgers ELEM unkritisch ansieht könnte glauben, das darin vorgestellte Projekt zur Stromgewinnung im Mavrovo-Nationalpark in Mazedonien sei ein Segen für Mensch, Umwelt und Natur: Untermalt von betont fröhlicher Musik fliegen weiße Vögel über die glitzernde Wasserfläche eines Stausees. Darum herum ist alles grün, so grün wie angeblich
die Energie, die sich dank des riesigen Staudamms und eines weit verzweigten Netzwerks aus Kanälen künftig gewinnen lässt. Als weiße Bänder schlängeln sich Straßen durch die modellhafte Gebirgslandschaft. Glaubt man dem Sprecher, dann ist das ebenfalls ein Segen für die Region, da sich damit der Tourismus ankurbeln lässt. In Wahrheit handelt es sich bei dem geplanten Bauvorhaben im Norden des zweitältesten Nationalparks von Mazedonien um ein gigantisches Projekt der Naturzerstörung! Wir brauchen dringend Ihre Hilfe, um dagegen Widerstand zu leisten!

Quelle: EURONATUR


Materialien der Naturschützer:
http://www.euronatur.org/uploads/media/ ... 4-2013.pdf
http://www.euronatur.org/uploads/media/ ... 5-2012.pdf
http://bankwatch.org/news-media/blog/hy ... -macedonia

Videos von ELEM
http://youtu.be/LSdVTkSgUBY
http://youtu.be/ofOP19Rq73c

http://youtu.be/H51Fd1NB6BQ ältere Reportage vom Grenzkontrollpunkt Reka Radika, der schon einige Jahre aufgegeben ist. Die alte Bergstraße auf beiden Seiten der Grenze, die sich bisher noch ambitionierten Bergradlern aufdrängt, würde durch den Stausee gekappt.

Wie kann es sein, dass sich seitens des Nationalparks kein erkennbarer Widerstand formiert? Hat ELEM alle Verantwortlichen gekauft? :( Immerhin protestieren jetzt in Dibra/Diber die Albaner mit dem Bürgermeister an der Spitze, die auch aufzeigen, dass hier das Wasser umgelenkt wird. Das Wasser wird über die Wasserscheide statt dem Drin dem Vardar zugeleitet und mündet in der Ägäis statt der Adria http://youtu.be/YwPrkpG3oAE http://youtu.be/Hi1Awa1TpE4
Eine Unterschriftensammlung ist im Gange.

Dieses Tal ist wunderbar abgeschieden und muss das Rückzugsgebiet des Balkan-Luchs bleiben, ohne Dämme, Tunnel, Kanäle und neue breite Zufahrtswege.
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon Illyrian^Prince » Mo, 02. Dez 2013, 16:45

Es geht nicht nur um den Nationalpark,sie wollen den Drin trocken legen!

Wie Staatsgrenze verlegen? :D
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon GjergjD » Mo, 02. Dez 2013, 17:31

Illyrian^Prince hat geschrieben:Es geht nicht nur um den Nationalpark,sie wollen den Drin trocken legen!

Es handelt sich nur um einen Zufluss, wenn auch um einen bedeutenden. Der Drin ist doch schon reguliert durch Stausysteme, bevor er Albanien erreicht, was soll sich da ändern? Mir wäre wohler, wenn die Umweltaspekte in den Vordergrund dieser Diskussion rücken würden.


Illyrian^Prince hat geschrieben:Wie Staatsgrenze verlegen? :D

Der Stausee soll zu einem kleinen Teil auf dem (heutigen) Gebiet von Kosovo liegen, daher wurden offensichtlich früher schon zwischenstaatliche Verträge geschlossen, die Grenze in dem Bereich zu korrigieren (vermutlich ein Gebiets-Austausch)
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon Illyrian^Prince » Mo, 02. Dez 2013, 19:10

Kommt nicht in Frage.

Vardar in den Drin umleiten, falls es im Winter zu Engpässen kommt.
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon Florim » Mo, 02. Dez 2013, 19:23

Hallo GjergjD

Für uns Albaner in Mazedonien sind Probleme auf ethnischer Ebene sehr wichtig und dafür gehen wir gerne mal auf die Strasse.

Unser Bewusstsein gegenüber der Umwelt ist nicht besonders ausgeprägt oder zumindest haben wir keine nennenswerte Organisation, die sich mit diesen Problemen beschäftigt. Wenn die Diskussion überhaupt in Mazedonien geführt wird, dann nur nach dem Motto "Ist unser Wasser, nicht das der Mazedonier".

Der Umweltminister ist ein Albaner. Die albanischen Parteien in Mazedonien haben durchaus die Kapazitäten eine Kampagne gegen die Pläne zu beginnen und das Projekt zu beerdigen. Wenn die BDI nicht mitzieht, kannsch vergessen.

Gruess
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon roland » Fr, 20. Dez 2013, 9:14

"The area is placed in zones with intensities from 8 to 9 degree according to MCS
(Mercally--Cancany--Sieberg) scale. From the main seismic sources in the country,
the so-called Debar seismic source is closely spaced to the analyzed area. This
means that the site is influenced by strong earthquakes."


Ich seh´das so: Wenn da nicht us-amerikanische, deutsche/frz./ita. Bauunternehmer (durchgeführt von türkischen Subbaufirmen) für wahnsinnig viel Geld das Sagen haben, wird das Ding nicht gebaut. (Weltbank stellt das zu waschende Kapital bereit)
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon GjergjD » Fr, 20. Dez 2013, 10:18

hoffentlich sind die bestehenden Stauwerke im Drintal erdbebensicher... :roll:
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon GjergjD » Mi, 22. Jan 2014, 19:23

Zum Glück hat das Thema nun auch die politische Diskussion in Albanien erreicht und so ziemlich jeder hat was dazu zu sagen. Und in Mazedonien befindet man sich angeblich noch in der Prüfungsphase. Hoffentlich kann der Wahnsinn noch gestoppt werden, auch wenn die Weltbank den Geldsegen ausschüttet.
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon malenki » Do, 10. Jul 2014, 22:39

Wie es der Zufall will habe ich heute jemanden wegen eines Hotels angeschrieben, der auf seinem Facebookaccount mehrere Bilder zum Topic dieses Threads hat, in dem im OP verlinkten Blogbeitrag kommentiert hat und offenbar einer der Verantwortlichen hinter http://saveriverradika.com/ ist.
Auch etliche andere Bilder auf diesem Account sind sehenswerte Abbildungen albanischer Landschaft.
https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... 3498865498
https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... 8584931656
https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... 5468870301
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Erfolg: Finanzierung für Kraftwerk im Mavrovo NP gestoppt

Beitragvon GjergjD » Do, 26. Jan 2017, 12:38

Den beiden großen geplanten Wasserkraftprojekten im mazedonischen Mavrovo Nationalpark wurde der Geldhahn zugedreht. Nachdem die Weltbank sich bereits im Dezember 2015 aus der Finanzierung des Wasserkraftwerks „Lukovo Pole“ zurückgezogen hatte, hat nun auch die EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) ihren Ausstieg aus dem Projekt „Boskov Most“ erklärt. Das bedeutet einen weiteren Etappensieg für den Schutz der Balkanflüsse vor der Zerstörung durch die Wasserkraftlobby.
http://www.balkanrivers.net/de/aktuell/ ... mavrovo-np
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Re: Rettet das Radika-Tal - Kein Staudamm im Nationalpark!

Beitragvon Lars » Fr, 27. Jan 2017, 22:00

:D :lol: :mrgreen:
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