Tirana

Skanderbegplatz

Skanderbegplatz: Uhrturm, Et’hem-Bey-Moschee, Ministerien und Skanderbegdenkmal

Tirana ist Hauptstadt und das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes – ständig sausen neue Wellen von Entwicklungen und Trends durch die viel zu eng gewordenen Strassen. Die Stadt ist beeindruckend pulsierend, lebendig und vielfältig. Manchmal etwas gar hektisch und chaotisch, aber zwischenzeitlich befreit von jeglichem kommunistischen Mief: Neben ein paar Sehenswürdigkeiten und farbenfrohen Häuserzeilen schiessen überall architektonisch interessante Hochhäuser aus dem Boden. Und schnell ist von der Metropole am Fuss der Berge aber auch das Grüne erreicht.

Lage

Dämmerung über Tirana – Blick vom Dajti

Blick vom Dajti

Tirana liegt in Mittelalbainen rund 30 Kilometer von der Küste der Adria entfernt, von dieser getrennt durch hügelige Landschaft. Im Osten erhebt sich der Hausberg Dajti, Teil eines langen Gebirgszugs, der Höhen von über 1600 Metern erreicht. Auch im Süden beginnt hügeliges Bergland. Nur nach Nordwesten öffnet sich eine Ebene.

Das vormals angenehme grüne Umland wird immer stärker überbaut. Tirana breitet sich immer mehr ins Umland aus, wo kleine Orte durch illegale Besiedlung zu Städten gewachsen sind, die zu den grössten des Landes gehören. Entlang der Strasse nach Durrës und zum Flughafen haben sich viele Dienstleistungsbetriebe angesammelt, so dass die beiden Städte zu einer Metropolregion zusammengewachsen sind.

Orientierung

Farbige Häuser an der Lana

Farbige Häuser an der Lana

Trotz vieler Hintergässchen und reger Bautätigkeit ist die Orientierung nicht allzu schwer, wenn man sich an die wichtigsten Strassenzüge hält. Dreh- und Angelpunkt ist der Skanderbeg-Platz. Ein in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Boulevard durchschneidet diesen. Am zentralen Platz enden auch zahlreiche grosse Strassen: Von Nordwesten kommend als Verlängerung der Autobahn von Durrës die »rruga Durrësit«, die auch die Verbindung zu den Hauptstrassen nach Nordalbanien und zum Flughafen darstellt. Von Westen und dem Stadtteil »Kombinati« kommt die breite »rruga Kavajës«. Von Nordosten führt die kleinere »rruga Dibrës« und von Osten die »rruga Luigj Gurakuqi« als Verbindung mit den östlichen Stadtteilen am Fusse des Dajtis zum Platz. Der Boulevard verbindet den Platz mit dem ehemaligen Bahnhof im Norden und der Universität im Süden.

Etwa in der Hälfte quert der Boulevard das von Ost nach West durchs Zentrum verlaufende Flüsschen Lana, entlang dem eine weitere Hauptverkehrsachse verläuft. Nördlich des Flusses befindet sich das historische Zentrum Tirana. Es ist umgeben von einer Ringstrasse, die im Norden am ehemaligen Bahnhof und im Süden an der Lana entlangführt.

Südlich der Lana befindet sich westlich vom Boulevard das Gebiet »Blloku«, einst das Villenquartier der Nomenklatura. Parallel zum Boulevard verläuft etwas östlich die »rruga Elbasanit«, die Ausfallstrasse nach Elbasan. Südlich der Universität, wo der Boulevard endet, liegt der grosse Park mit dem kleinen Stausee.
Die Autobahn von Durrës endet an einem ersten grossen Kreisverkehr, in dessen Mitte eine grosse Statue des albanischen Doppeladlers steht. Hier geht nach Süden die äussere und sich streckenweise noch im Bau befindliche Umfahrungsstrasse ab. Der nächste Kreisel befindet sich am inneren Ring – der Platz trägt den Namen »Zogu i zi«.

Die Aussenquartiere haben meist Namen, die sich von der dort in kommunistischen Zeiten angesiedelten Industrie ableiten: »Kombinati« im Westen, »Kinostudio« und »Porcelan« im Osten, «Autotraktorevë« im Südosten. Weitere Aussenquartiere sind »Lapraka« im Nordwesten und »Tirana e re« nördlich vom Stausee im Südwesten. Wichtige Vororte sind das rund 90’000 Einwohner zählende »Kamza« mit »Bathore« im Nordwesten an der Strasse nach Fushë-Kruja, »Linza« am Fusse des Dajtis und die Orte »Sauk« und »Farka« im Süden und Südosten.

Stadtbesichtigung

Farbige Häuser (hier Ministerien) und Neubauten im Zentrum von Tirana

Farbige Häuser (hier die Rückseite der alten Ministerien am Skanderbegplatz), eine Kathedrale und Neubauten im Stadtzentrum

Das Stadtbild bot lange nur einige vereinzelte interessante Gebäude. Heute gilt Tirana als Stadt der farbigen Häuser, die zusammen mit den neu gestalteten Parkanlagen ein abwechslungsreiches Bild und eine freundliche Stimmung vermitteln. Touristen können verschiedenen Schwerpunkten nachgehen: historisches Erbe, Kommunismus, moderne Architektur, Museen, Religionen, Shopping – was immer einem gefällt.

Die Hauptstadt ist wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum des Landes. Man kann von Laden zu Laden, von Café zu Restaurant ziehen und sollte vor allem mit den Albanern das Leben auf der Strasse geniessen. Parks, die farbig bemalten Häuserfassaden über ganze Strassenzüge, moderne Hochhäuser und der zum Teil ungewohnte albanische Alltag bieten abwechslungsreiche Ansichten. Von den alten osmanischen Gassen ist leider nicht mehr viel zu sehen. Aber diverse interessante Museen und Sehenswürdigkeiten bieten historische Einblicke.

Besuche von Museen und Shopping sollte man vor allem auf den Vormittag und Mittag verlegen. Insbesondere im Sommer haben nachmittags nur noch sehr wenige Sehenswürdigkeiten und Geschäfte offen. Die Stadt macht Siesta und wirkt zum Teil fast ausgestorben. Gegen Abend, wenn die grösste Hitze vorüber ist, beleben sich die Strassen wieder. Viele Geschäfte öffnen erneut und die Hauptstädter spazieren durch die neuen Fussgängerzonen und bevölkern die vielen Cafés.

Zur besseren Übersicht:
Karte der Sehenswürdigkeiten

Eine Touristeninformation liegt in der Strasse hinter dem National-Museum gleich beim Skanderbeg-Platz.

Freiwillige bieten täglich einen kostenlosen Stadtrundgang an: tiranafreetour.com

Stadtrundgang

Skanderbegplatz: Uhrturm, Moschee, Ministerien und Skanderbegdenkmal

Skanderbegplatz: Uhrturm, Moschee, Ministerien und Skanderbegdenkmal

Tag 1: Ein Stadtrundgang beginnt am besten beim Skanderbeg-Platz, der neu zu einer grossen Fussgängerzone umgebaut wurde. Dieser grosse Platz im Stadtzentrum wird von Hotels, dem Kulturpalast, dem Rathaus, den hübschen Ensemble der Ministerien, der Nationalbank und dem Nationalmuseum mit seinem patriotischem Mosaik umgeben. In der Mitte steht ein Reiterstandbild von Skanderbeg. Daneben die alte Et’hem-Bey-Moschee und der Uhrturm (Minarett und Uhrturm können mit Glück gegen eine Gebühr bestiegen werden). Folgt man der schmalen Gasse zwischen Moschee und Uhrturm kommt man zum neuen Musuem »Bunk’Art 2«, wo in der alten unterirdischen Bunkeranlage des Innenministeriums die kommunistische Vergangenheit aufgearbeitet wird (wir empfehlen den Besuch von »Bunk’Art 2« nur, wenn nicht genügend Zeit für einen Besuch von »Bunk’Art 1« zur Verfügung steht).

Das ganze Stadtzentrum mit Ministerien am Skanderbeg-Platz, Boulevard bis zur Universität und umliegende Gebäude wurde von den Italienern in den 1930er Jahren angelegt. Dem Boulevard entlang nach Süden passiert man nach den Ministerien die Nationalgalerie. Zu sehen sind interessante Bilder aus kommunistischer Zeit und Wechselausstellungen. Gegenüber liegt der »Rinia-Park«, eine grössere Grünfläche im Stadtzentrum mit Springbrunnen und Restaurant sowie einem Denkmal, das an die Gründung Albaniens im Jahr 1912 erinnert. Links von der Kunstgalerie führt eine Fussgängerpassage nach Osten – man kommt an der »Kalaja« (Burg) und dem Parlament vorbei und erreicht am Schluss eine hübsche osmanische Brücke, die nach den Gerbern benannt (»Ura e Tabakëve«) wurde. Früher floss die Lana unter der Brücke durch, seit der Begradigung passiert sie sie ein paar Meter nebenan.

Tirana: Bunker und Ministerrat

Bunker und Ministerrat

Folgt man dem Flüsschen zurück zum Boulvard, vorbei an der katholischen Kathedrale, trifft man bald auf die Pyramide, dem ehemaligen Hoxha-Museum. Heute steht der Bau mehrheitlich leer – man weiss nicht so recht, was man damit machen will. Nach einigen weiteren Regierungsgebäuden trifft man gegenüber vom »Hotel Rogner« auf einen orangen Bunker, ein Stück Berliner Mauer und Betonbögen aus einem Bergwerk in Nordalbanien, wo politische Häftlinge arbeiten mussten. Das Ensamble des »Postbllok«-Mahnmals erinnert an die Verfolgung durch kommunistische Regime.

Am Ende des Boulvards gelangt man zum Hauptgebäude der Universität, ein ursprünglich von den Italienern als faschistische Parteizentrale angelegter Bau. Am gleichen Platz liegt noch das Archäologische Museum und die Kunstakademie.

Grosser Park und See

Grosser Park und See

Gleich hinter der Universität beginnt der Grosse Park, wo man auch ein paar Restaurants findet. Auf dem Weg zurück kann man der Parallelstrasse westlich vom Boulevard folgen. Südlich der Lana kommt man durch ein Villenviertel, in dem sich heute viele Bars, Cafées und Hochhäuser breit machen. Das früher gesperrte Gebiet – »Blloku« genannt – war Wohnquartier der kommunistischen Nomunklatura. Hoxhas Villa ist noch immer ungenutzt und steht heute zwischen zahlreichen Bars.

Fürs Abendessen findet man ein paar gute Restaurants im etwas ruhigeren Viertel gleich östlich vom Boulevard. Im ABA-Hochhaus gleich beim Stadtion und im »European Trade Center« am nördlichen Ende der Strasse bei der Lana gibt es auch ein italienisches Warenhaus respekitve eine Auswahl an besseren Läden.

Bunk'Art: Grosser unterirdischer Führungsbunker

Bunk’Art: Grosser unterirdischer Führungsbunker

2. Tag: Neben Besuchen eines der am Vortag passierten Museen in der Innenstadt lohnt sich sicherlich auch ein Abstecher zum zentralen Markt, von den Albanern »Pazari i ri« (neuer Markt) genannt. Den Markt für Nahrungsmittel – mit gegrillten Ziegenköpfen und Tabak in Haufen – erreicht man, wenn man die Strasse vom Skanderbeg-Platz an der Moschee vorbei nach Osten folgt. Der Markt wurde 2017 neu gestaltet und präsentiert sich farbenreich und eindrucksvoll (nachmittags wird es of ruhiger). In den Seitengassen hier finden sich auch noch ein einige alte Häuser und Villen, der kleine Rest vom osmanischen Erbe. Auf dem Weg zurück zum Skanderbeg-Platz passiert man beim grossen Hochhaus ein altes osmanisches Grab, unweit davon steht ein Denkmal des Stadtgründers.

Von der Moschee aus fahren regelmässig Busse nach »Porcelan« (schneller mit dem Taxi). Von dort aus ist es noch etwa 15 Minuten zu Fuss zu »Bunk’Art« (Nr. 1), einem riesigen Atombunker aus kommunistischer Zeit, der der Regierung und dem Generalstab im Kriegsfall als Zentrale gedient hätte. Eine eindrückliche Ausstellung in der Anlage kombiniert Geschichte und Kunst. Ab Endstation des Busses in »Porcelan« weiter stadtauswärts nach Osten und den Schildern folgen. Das Bunkermuseum lässt sich gut mit einem Ausflug ins Grüne kombinieren: Gleich nebenan befindet sich die Talstation der Gondelbahn »Dajti Ekspress«, mit der man auf den Hausberg hochfahren kann. Hier finden sich auch diverse Restaurants für ein spätes Mittagessen oder frühes Nachtessen.

Folgetage: Neben Einkaufstouren oder weiteren Museumsbesuchen kann man noch kommunistischen Denkmälern nachgehen (mit Taxi zur Statue Mutter Albanien am südöstlichen Stadtrand), moderner Architektur huldigen (zum Beispiel zur »Residenca Libeskind« etwas westlich der Innenstadt) oder das »Mosaik von Tirana« besichtigen. Letzteres liegt westlich vom Skanderbeg-Platz: Nach der Botschaftsstrasse (»rruga Skënderbeu«) führt die nächste Querstrasse (»rruga Naim Frashëri«), die durch ein Wohnviertel führt, zum antiken Ausgrabungsplatz (der Strasse nach Norden folgen – kurz bevor sie einen Knick nach rechts macht, nach links abbiegen). Das Mosaik einer römischen Villa ist wohl das älteste antike Fundstücke Tiranas.

Von Tirana aus lassen sich auch gut Tagesausflüge ins Umland und zu weiter entfernten Orten wie Durrës, Shkodra oder Berat unternehmen.

 

Sehenswürdigkeiten

Pyramide

Pyramide

  • Et’hem Bey Moschee – Die einzige alte Moschee in Tirana, die Krieg und Kommunismus gut überstanden hat, liegt direkt am Skanderbeg-Platz. Errichtet wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts. Sehr prachtvolle Bemalung des Innenraums und Vorhalle. Der Hoxha zeigt einem in der Regel gerne die Aussicht vom Minaret – gegen ein stattliches Trinkgeld.
  • Uhrturm – Für weniger Geld kann man den nebenstehendne Uhrturm aus dem Jahr 1830 besteigen, falls er gerade mal geöffnet ist. Von oben bietet sich eine hübsche Sicht über den Skanderbeg-Platz.
  • Hoxha-Museum – Das ehemalige Kulturzentrum, ursprüngliche Museum für Enver Hoxha in der Form einer flachen Pyramide am Boulevard südlich der Lana harrt einer künftigen Bestimmung. Der Bau besticht durch seine spezielle Architektur, ist aber nicht öffentlich zugänglich. Bei den jungen Burschen der Stadt ist die Aussenfassade eine beliebte Rutsche – die Besteigung ist problemlos, wenn man rutschfeste Schuhsolen und keine Höhenangst hat. Eine Glocke im kleinen Park davor, gegossen aus eingesammelten Patronenhülsen, erinnert an die Krise von 1997.
  • Ura e Tabakëve – Die kleine Steinbrücke am östlichen Rand der Innenstadt überquerte einst die Lana, steht heute aber einige Meter neben dem Flüsschen. Das Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert, von dem über Jahrzehnte nur noch der obere Teil zu sehen war, wurde vor ein paar Jahren restauriert und überspannt jetzt einen kleinen Teich.
  • Mozaiku i Tiranës – Ein Mosaik aus römischer Zeit ist in der Naim-Frashëri-Strasse zu besichtigen. Bei den Überresten einer römischen Villa, die später vermutlich in eine Kirche umgenutzt wurde, handelt es sich um die ältesten antiken Funde in Tirana. (Wegbeschreibung siehe oben)
  • Grabmal von Kapllan Pascha Toptani – Das lange vernachlässigte Kulturdenkmal steht heute eingebunden in einen Hochhausneubau an einem schönen Platz gegenüber dem Denkmal des unbekannten Partisanen und einer Statue von Sülejman Pascha, dem Gründer Tiranas (etwas östlich vom Skanderbeg-Platz). In der Nähe dieser Türbe stand früher die Alte Moschee, die erste Moschee der Stadt, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden ist.

 

Museen

Achtung! Viele Museen sind montags geschlossen. Wer Museumsbesuche an einem Montag plant, sollte sich vorab über Zugangsmöglichkeiten erkundigen.

  • Bunk'Art (1): Büro von Enver Hoxha

    Bunk’Art (1): Büro von Enver Hoxha

    Bunk’Art (1) – Im alten Atombunker am Fuss des Dajti findet sich eine gelungene Ausstellung über die jüngere Geschichte Albaniens kombiniert mit Kunst. Dabei wäre der riesige Bunker, der in einem Krieg der Staatselite als Rückzugsort gedient hätte, alleine schon sehr eindrücklich. Der Besuch des im Frühjahr 2016 eröffneten Museums wird fest empfohlen!
    Website

  • Bunk’Art 2 – Im Bunker des ehemaligen Innenministeriums am Skanderbeg-Platz kann in den unterirdischen Gängen eine Ausstellung besucht werden. Das Museum gedenkt vor allem den Opfern des kommunistischen Regimes und zeigt die Geschichte der albanischen Sicherheitsdienste wie Polizei und Staatssicherheit. Der Eingang befindet sich in einem typischen Rundbunker gleich hinter den Ministerien. Leider etwas kleiner und weniger eindrücklich als »Bunk’Art 1«.
  • Nationalmuseum – das Mosaik an der Fassade zeigt verschiedene Epochen der Geschichte des Landes

    Nationalmuseum – das Mosaik an der Fassade zeigt verschiedene Epochen der Geschichte des Landes

    Nationalmuseum – Das grosse Geschichtsmuseum am Skanderbeg-Platz bietet einen guten Überblick der albanischen Geschichte von der Frühzeit bis in die Gegenwart. Zu sehen sind frühgeschichtliche und viele antike Exponate, eine Darstellung der Entwicklungen im Mittelalter, viele alte Ikonen, einen Überblick der Unabhängigkeitsbewegung und des Partisanenkampfs im Zweiten Weltkrieg, Exponate aus kommunistischer Zeit und Wechselausstellungen. Leider sind zahlreiche Exponate nur auf Albanisch beschriftet, aber einige Führer sind recht unterhaltsam.

  • Nationalgalerie – Die Kunstgalerie am Boulevard südlich vom Skanderbeg-Platz zeigt eine sehenswerte, neu gestaltete Dauerausstellung im ersten und zweite Stock: Ikonen, realsozialistische Werke und einige Gemälde aus der Vorkriegszeit. Das Erdgeschoss bietet Platz für Wechselausstellungen.
  • Archäologisches Museum – Eine eher kleine und enge Ausstellung, die vor alle für historisch Interessierte eine sehenswerte Ergänzung zum Nationalmuseum darstellt. Am Mutter-Teresa-Platz bei der Universität gelegen.
  • Mezuraj Museum – Die private Sammlung zeigt diverse Gemälde aus verschiedenen Epochen und archäologische Fundstücke. Das Museum befindet sich in der »Rruga Kavajës« gleich beim Skanderbeg-Platz oberhalb der Raiffeisen-Bank (1. Stock). Website
  • Galeria Shijaku – Kleinstmuseum gewidmet dem Maler Sali Shijaku – interessant ist auch das alte osmanische Wohnhaus (mit Café), das die Ausstellung aufgenommen hat. Etwas östlich vom alten Bahnhof in der »Rruga Siri Kodra«.
  • Das »Haus der Blätter« ist in der ehemaligen Zentrale der kommunistischen Staatspolizei »Sigurimi« untergebracht. Die Ausstellung informiert über Verhörmethoden des Inlandsgeheimdienstes. Das im Mai 2017 eröffnete Musuem liegt gleich gegenüber der orthodoxen Kathedrale im Stadtzentrum.
    Ministerpräsidentensitz – Im Erdgeschoss der Ministerpräsidentensitz am Boulevard neben der Pyramide ist ein Ausstellungsraum und eine Bibliothek untergebracht. Das »Zentrum für Dialog und Offenheit« bietet auch Zugang zu historischen Bildern und Fotografien.
  • Museum der Nationalbank – Im rückseitigen modernen Anbau der Nationalbank am Skanderbeg-Platz ist ein kleines Museum untergebracht, das historische Münzen und aktuelle Geldpolitik zeigt. Nur für Gruppen.
  • Ähnlich verhalten dürfte es sich beim Armeemuseum, das sich östlich vom Stadtzentrum  innerhalb des Geländes der Militärakademie befindet. Hier sind unter anderem alte Flieger und schwere Waffen aus kommunistischer Zeit zu sehen.
  • Naturwissenschaftliches Museum – Wohl nicht gerade im Fokus der meisten Touristen, aber doch in manchem Reiseführer erwähnt. Dort, wo es der Reiseführer beschreibt, ist das Museum der Naturwissenschaftlichen Fakultät jedenfalls nicht mehr: Das Gebäude an der Rruga e Kavajës ist ausgebrannt. Der Neubau des Museums befindet sich im Südosten der Stadt (Rruga Petro Nini Luarasi 76, die bei der besser bekannten »Shkolla e Baletit« beginnt; 700 Meter von dort). Website

Aussicht

Stadtzentrum vom SkyTower

Stadtzentrum vom Skytower

  • Dajti – Vom Hausberg hat man eine grossartige Aussicht, bei klarer Sicht bis zum Meer. Details zu diesem Ausflug weitern unten.
  • Skytower – Mitten im Stadtzentrum liegt das Hochhaus mit einem Drehrestaurant im 17. Stockwerk (wobei sich das Restaurant mit Terrasse nicht dreht, sondern nur die darüberliegende Bar). Gleich südlich der Lana im Bllok.
  • ABA Business Center – Teures Restaurant und Bar im 21. Stockwerk eines Neubaus neben dem Stadion.
  • TID Tower – »The View Bar« im 2016 eröffneten Turm des »Tirana Plaza Hotel« östlich vom Skanderbeg-Platz war bei Eröffnung die höchstgelegene Bar der Stadt.
  • Uhrturm – Der historische Uhrturm im Zentrum, bis zur Eröffnung des Hotels Tirana das höchste Gebäude der Stadt, ist für ein kleines Entgelt zugänglich. Enge Stiegen führen fast 100 Stufen hoch. Vonn der schmalen Balustrade kann man gut das Gewusel auf dem Skanderbeg-Platz beobachten.
  • Pyramide – Allzu hoch ist das ehemalige Hoxha-Museum nicht, aber Wagemutigen, die den steilen, ungesicherten Aufstieg über die Aussenfassade nicht scheuen, haben eine hübsche Rundsicht über die Innenstadt. Wenn Timing und Wetter stimmen, kann man einen schönen Sonnenuntergang und tolles Abendrot geniessen.
  • Mutter Albanien – Der Heldenfriedhof mit dem grossen Mutter-Albanien-Monument befindet sich am südlichen Stadtrand. Teil der Anlage, wo sich früher das Grab von Enver-Hoxha befand, ist ein grosses Denkmal der Mutter der Nation. Vom Hügel hat man eine Aussicht über Teile der sich ausbreitenden Stadt und schönen Blick auf die Berge.
  • Balkoni i Tiranës – Ausflugsrestaurants an den Hängen des Dajtis am östlichen Stadtrand in Linza.

 

Ausflüge

Im Umland von Tirana gibt es zahlreiche hübsche Plätzchen, wo man die Natur geniessen kann und es meist auch ein Restaurant gibt. Die im Folgenden aufgeführten Orte bieten noch weitere Attraktionen.

Dajti

Im Winterhalbjahr ein Ausflug in den Schnee: Gondelbahn zum Dajti

Im Winterhalbjahr ein Ausflug in den Schnee: Gondelbahn zum Dajti

Der Hausberg von Tirana bietet eine gute Möglichkeit, um den regen Treiben in der Stadt zu entfliehen. Die Sicht über Tirana und Umgebung ist vor allem bei klarem Wetter eindrücklich. Zahlreiche Restaurants bieten Grillkost an. Vor allem an Wochenenden sind viele Tiraner hier beim Picknick anzutreffen. Der Berg ist Nationalpark. Die Spitze kann nicht ganz erklommen werden (Sendeanlagen), die Aussicht vom etwas kleineren Nebengipfel »Tujan« ist aber auch spektakulär und der Aufstieg schweisstreibend genug.

Seit 2005 befördert die Gondelbahn »Dajti Ekspres«, die Besucher in wenigen Minuten vom östlichen Stadtrand den Berg hinauf befördert.
Gondelbahn »Dajti Ekspres«
Dokumentation DajtiEkspress von 2005 (PDF)

Am Parkplatz gegenüber der Bergstation findet sich eine Informationstafel mit Wanderrouten. Von hier aus bringen kleine Busse die Gäste kostenlos zu den Restaurants. Ein Informationszentrum liegt rund einen Kilometer südlich der Bergstation.

Die Seilbahn kann mit Taxi oder dem öffentlichen Bus ab Uhrturm am Skanderbeg-Platz (nach »Porcelan«, von dort mit kostenlosem Minibus oder zu Fuss 20 Minuten) erreicht werden. Ganz in der Nähe befindet sich das Museum »Bunk’Art«, eine grosse unterirdische Bunkeranlage.

Kruja

Der Heimatort von Nationalheld Skanderbeg liegt rund eine Stunde nördlich von Tirana. Die Kleinstadt am Berghang bietet einen hübschen Basar, eine grosse Burganlage mit Museen und weitere Ausflugsmöglichkeiten.

Kruja

Petrela & Preza

Burg von Preza

Burg von Preza

Die Burg aus Skanderbegs Zeiten südlich von Tirana ist ein schöner Ausflug in die ländliche Umgebung. Die Ruinen sind schon bald nach der Stadtgrenze von Tirana zu erkennen, wenn man Richtung Elbasan fährt. Das kleine Bergdorf Petrela liegt mitten in ländlicher Natur. Ein paar Restaurants warten auf Besucher. Das auf der Burg errichtete Restaurant soll wieder abgerissen werden. Die Aussicht über das hügelige Bergland ist wunderbar.

Eine weitere Burg liegt in Preza auf dem Hügel westlich vom Flughafen. Die Anlage hier stammt wohl auch aus Skanderbegs Zeiten, wurde aber später noch erneuert. Wiederum gibt es mehrere Restaurants und eine schöne Aussicht – in diesem Fall über die Ebene von Tirana mit dem Flughafen zu den Skanderbeg-Bergen. Die Zufahrt erfolgt etwas nördlich von Vora von der Strasse, die von Vora nach Fushë-Kruja führt.

Beide Burgen sind nur mit einem PKW gut zu erreichen.

Pëllumbas-Höhle

Autor mit Führer in der Höhle

Autor mit Führer in der Höhle

Dieser Ausflug ist nicht nur eine interessante Höhlentou, sondern auch eine hübsche Wanderung im ländlichen Albanien. Die Höhle »Shpella e Zezë« kann auf gut ausgebautem und ausgeschilderten Wanderweg vom Dorf Pëllumbas erreicht werden. Der Weg führt zuerst noch an ein paar Bauernhäusern und Feldern vorbei tief in die steile Schlucht des Erzen.

Pëllumbas liegt nicht weit von Petrela ca. 45 Minuten südlich von Tirana; Abzweiger von der Strasse nach Elbasan im Dorf Iba. Im Dorf am besten nach dem Führer fragen, der einem für ein kleines Entgelt zur Höhle bringt und diese zeigt. Der Weg vom Dorf zur Höhle dauert rund 45 Minuten. Taschenlampe mitbringen wird empfohlen.

Bericht
Alte Wepage zur Höhle

Kap Rodon & Strände

Kap Rodon

Kap Rodon

Dieser Ausflug ans Meer bietet Kultur und viel eindrückliche Landschaft auch wenn gerade nicht Badewetter ist. Das Kap Rodon ist das Ende einer weit ins Meer hinausragenden, spitz zulaufenden Halbinsel nördlich von Durrës. Per Auto ist es in etwas mehr als einer Stunde zu erreichen: Zuerst auf der Autobahn nach Durrës, und diese bei Maminas nach den Hügeln verlassen. Dann der Strasse immer dem Hügel entlang nach Norden folgen. Beim Strand von Lalëz führt das asphaltierte Strässchen durchs Dorf und dann den Hügel hoch, auf dem Rücken der Halbinsel bis fast an deren Ende. Rund 50 Kilometer nach Tirana endet der Asphalt – von hier aus erkundet man die Umgebung am besten zu Fuss.

Nach Nordosten führt der Weg zu einer kleinen Kirche. Die Antonius-Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das Innere der romanischen Kirche ist recht nüchtern – aber Reste der Fresken in der Apsis zeigen wohl die älteste Darstellung des albanischen Doppelkopfadlers. Ein paar weitere Ruinen zeugen vom ehemaligen Kloster, das sich hier befand.

Vom Asphaltende nach Nordwesten führt ein Weg zur Spitze des Kaps, an eindrücklichen Bunkeranlagen vorbei. Die schmale Landzunge fällt auf beiden Seiten steil ab – der Weg ist aber gut zu begehen. Fast an der Spitze liegt noch eine alte Festung aus dem Mittelalter, die zu Beginn des 15. Jahrhunderts von Skanderbegs Vater errichtet worden ist. Ein kleiner Hafen gehörte auch dazu, wie Mauerreste im Wasser zeigen. Am Strand entlang kann man von hier aus bis zu den äussersten Felsen des Kaps weiterlaufen – leider hat sich hier sehr viel Müll angesammelt, der vom Meer angeschwemmt wird.

Strand in der Bucht von Lalëz

Strand in der Bucht von Lalëz

Schöne Strände zum Baden finden sich entlang der Küste südlich vom Kap. Noch auf der Halbinsel, kurz vor dem Beginn des Waldes beim Kap, gehen Wege zu Stränden mit einfachen Cafés ab. Eine weitere guter Badestrand ist die Bucht von Lalëz, die man passiert hat, bevor die Strasse auf den Hügel der Halbinsel hochging. Auch hier entstehen immer mehr Hotels und Restaurants, aber im Vergleich zu Stränden weiter südlich ist es noch recht ruhig, Am schönsten ist der nördliche Bereich der Bucht.

Natürlich kann man von Tirana aus auch gut nach Durrës an den Strand fahren – aber dort ist es im Hochsommer schon sehr voll und hektisch.

Weitere Ausflüge

Von Tirana aus können auch gut Ausflüge zu anderen Städten Mittelalbaniens gemacht werden: ans Meer nach Durrës oder vielleicht sogar bis Vlora. Auch Besichtigungen von Orten wie Berat oder des nordalbanischen  Shkodra sind gut machbar – diese Orte sind dank neuer Strassen in rund zwei Stunden erreichbar.

Verkehr

Anreise

Autobahnende am westlichen Stadtrand

Autobahnende am westlichen Stadtrand

  • Flugzeug – Der internationale Flughafen „Mutter Teresa“ in Rinas ist etwa eine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt (bei sehr starkem Verkehrsaufkommen kann es auch länger dauern). Busse mit dem Namen »Rinas-Express« verkehren stündlich und sind recht günstig (Abfahrt in Tirana am Anfang der »rruga Durrësit« westlich vom National-Museum am Skanderbeg-Platz). Taxis stehen ausreichend zur Verfügung. Den Fahrpreis sollte man vor der Abfahrt aushandeln, ins Zentrum sind ca. € 20 Standard.
  • Auto – Zentral in Albanien gelegen, ist die Kapitale gut erreichbar. Von Norden führt eine Schnellstrasse von Shkodra. In diese mündet die Autobahn von Kosova. Eine Autobahn verbindet Tirana mit Durrës und dem Süden, eine andere, die noch im Bau ist, mit Elbasan und dem Südosten.
    Komplizierter sind nur die letzten Kilometer, wenn man von Norden kommt. Wer in Fushë-Kruja geradeaus fährt, bleibt auf der direkten Route, die aber oft in Kamza stark verstopft ist. Gerade zu Stosszeiten empfiehlt es sich, einen kleinen Umweg zu fahren über den Flughafen (Richtung Durrës bis zum Abzweiger zum Flughafen).
    Wer auf dem direktesten Weg von Mitteleuropa nach Albanien möchte, fährt am besten über Italien und nimmt in Bari die Fähre nach Durrës, von dort auf der Autobahn direkt nach Tirana. Reizvoller ist die Strecke entlang der dalmatinischen Küste (Kroatien) und durch Montenegro.
    Wer zum ersten Mal in die Stadt fährt und einfach für ein paar Stunden einen Parkplatz braucht, muss nicht zwingend bis ins verstopfte Stadtzentrum fahren (bitte Hinweise zu allgemeinen Parkgebühren unten beachten). An der Einfallsstrasse von Durrës/Flughafen/Norden liegt 1400 Meter nach dem Kreisverkehr mit dem Adler in der Mitte rechts vor der Sporthalle ein Bezahlparkplatz. Von hier sind es noch 20 Minuten zu Fuss bis in die Innenstadt. Ein zentraler Bezahlparkplatz befindet sich am Südufer der Lana gleich hinter dem Hochhaus des European Trade Center, wenig östlich der »Pyramide«. Von Elbasan kommende Reisende finden an der Rruga Elbasanit einen Bezahlparkplatz (alte Strasse – nicht Umfahrungsautobahn – und dann nach dem in die Innenstadt hinabführenden Strassenstück vor der Uni beim ersten Kreisverkehr rechts).
  • Busse – Es bestehen regelmässige internationale Busverbindungen mit Griechenland, der Türkei, Mazedonien und Kosova. Von Montenegro fährt der Hostel Shuttle nach Tirana.
  • Schiff – Der Fährhafen in Durrës ist etwa eine Stunde entfernt.
  • Eisenbahn – Internationale Eisenbahnverbindungen nach Albanien gibt es nicht. Man kann mit der Eisenbahn bis zur Fähre in Italien oder nach Podgorica in Montenegro fahren.
    Zudem verfügt Tirana aktuell über keinen Bahnhof. Der alte wurde abgebrochen, ein neuer Bahn- und Busbahnhof am nordwestlichen Stadtrand ist in Bau.

Innerstädtisch

Farbiges Haus in Tirana

Farbiges Haus in Tirana

Es gibt in Tirana recht zuverlässig verkehrende und günstige Buslinien. Das Netz ist im Ausbau begriffen. Praktisch ist die »Unaza«-Linie, die auf dem inneren Ring (Lana-Ufer, alter Bahnhof) verkehrt. Und vom Skanderbeg-Platz gibt es gute Verbindungen in die Aussenquartiere.

Wer nicht gerade in entfernte Viertel unterwegs ist, kann die meisten Strecken auch problemlos zu Fuss bewältigen. Wer müde ist oder das Ziel nicht kennt, nimmt am besten ein Taxi (Preis vor der Fahrt regeln, für innerstädtische Strecken meist 300-500 Lek; am besten auf Taximeter bestehen).

Im Stadtzentrum können auch Fahrräder ausgeliehen werden.

Der Autoverkehr in der Innenstadt ist geprägt von vielen Staus und dem Mangel an Parkmöglichkeiten zu Geschäftszeiten im Zentrum wie auch in den Wohnquartieren. In den meisten Strassen der Innenstadt und einigen Strassen in den Aussenquartieren werden Parkegbühren erhoben ( tiranaparking.al). Bitte Beschilderung beachten. Bezahlt wird zum Teil an fliegende Parkplatzwächter, zum Teil per SMS an die Nummer 50500 mit der Autonummer als Text. Die Gebühren betragen je nach Zone 20 bis 100 Lek.
Neben den Gebühren sind auch Parkverbote zu beachten. Parkbussen werden rasch verteilt und schnell ist ein blockierendes Auto auch abgeschleppt.

Weiterreise

Tirana verfügt leider über keinen zentralen Busbahnhof. Pläne für einen solchen inklusive neuem Bahnhof für Züge liegen zwar schon lange in den Schubladen und auch der alte Bahnhof wurde schon abgebrochen. Bis das neue ÖV-Terminal aber gebaut ist, muss weiterhin mit improvisierten, immer wieder ändernden Abfahrtsorten gelebt werden.

Fahrplan an einem Busbahnhof

Fahrplan an einem Busbahnhof

  • Auto/Mietwagen – Am Flughafen und in Tirana sind fast alle internationalen Mietwagenfirmen vertreten. Ausserdem gibt es auch diverse kleine lokale Agenturen. Wegen der schlechten Strassen, teilweise fehlender Ausschilderung und des chaotischen Verkehrs brauchen Autofahrer starke Nerven – besonders in Tirana. Zumindest für Albanien-Neulinge ist das Reisen mit einem eigenen Auto nur bedingt empfehlenswert.
  • Busse & Sammeltaxis – Minibusse (Furgon) und Reisebusse verbinden Tirana mit allen Bezirkshauptstädten Albaniens und wichtigen Orten im Ausland. Beide sind sehr günstig, die schnelleren Minibusse sind aber etwas teurer. In entlegene Gebiete fahren die Busse meist nur vormittags. Nachmittags bestehen oft nur noch Verbindungen in rasch zu erreichende Städte.
    Die Busse und Sammeltaxis verkehren ab verschiedenen und variierenden Orten, was es für Reisende recht mühsam machen kann, den richtigen Ort zu finden. Früher lagen die Abfahrtsorte meist an den Ausfallstrassen, 2015 und 2017 wurden neue Bus-Terminals eröffnet, die zumindest den ganzen Süden bedienen dürften (alle Abfahrtsorte sind auf unserer Tirana-Karte verzeichnet; die Informationen in den Reiseführern und im Heft »Tirana in your pocket« sowie auf der inoffiziellen, nicht ganz vollständigen Übersicht sind jetzt veraltet):
    Der Bus-Terminal Süden (»Terminali i Autobuzave të Jugut«) liegt recht weit ausserhalb an der Ausfallstrasse nach Nordwesten/Durrës. Von hier fahren Busse nach Durrës und darüber hinaus in den Süden und Südwesten des Landes ( Liste der Destinationen). Der Terminal liegt beim äusseren Ring gleich hinterm grossen Kreisverkehr mit dem grossem »Adler-Monument« in der Mitte (als »Shqiponia« bekannt und entsprechend bei Google als »Eagle Square« bezeichnet).
    Der Bus-Terminal Südost (»Terminal i Autobuzave të Juglindjës«) liegt noch in Gehdistanz vom Stadtzentrum an der Rruga Elbasanit gleich nach dem Campus der Universität Tirana. Von dieser Autobusstation etwas zurück versetzt von der Strasse bei einem grossen Parkplatz fahren Busse nach Elbasan und darüber hinaus nach Gramsh sowie Pogradec und Korça ( Liste der Verbindungen – in etwa).
    Die Busse in den Norden werden vielleicht bald verlegt; jetzt ist die Station aber noch beim Platz »Zogu i zi« – beim mittleren Ring noch etwas stadtauswärts auf der rechten Strassenseite gelegen (auf Google Maps ist der Abfahrtsort als »Stacioni Autobusave Zona e Veriut« verzeichnet). Auf Bergstrecken verkehren oft keine Busse, snodern nur Furgon, so in den Nordosten.
    Der stündlich verkehrende Bus zum Flughafen fährt immer noch ab Beginn der »Rruga e Durrësit«, Abzweigung »Rruga Mine Peza« immer zur vollen Stunde. Aber auch hier ist mit einer Verelgung zu rechnen.
    Die internationalen Busse fuhren früher hinter dem Nationalmuseum oder beim Bahnhof los; dieser Abfahrtsort wurde anfangs 2017 zum Sportpalast beim Platz »Zog i zi« verlegt (gegenüber dem Bus-Terminal für den Norden). Nach Montenegro fährt der Hostel Shuttle.
  • Eisenbahn – Tirana hat aktuell aber keinen Bahnhof – es ist ein Neubau am Stadtrand geplant. Die Züge verkehren nur bis Kashar, einem Vorort von Tirana. Der Fahrplan verzeichnet aktuell nur noch fünf Zugverbindungen pro Tag nach Durrës, zwei von Durrës nach Elbasan, eine nach Shkodra und eine nach Vlora. Aber auch von diesen Verbindugnen sind aktuell viele gestrichen wegen mangelnder Nachfrage auf der Strecke Durrës–Tirana und fehlenden Finanzen für den Kauf von Diesel für die Lokomotiven.

 

Essen & Trinken & Schlafen

Bars im Bllok

Bars im Blloku

Die Innenstadt von Tirana ist voll von Cafés und Restaurants. Die Albaner lieben es, im Café italienischen Espresso, türkischen Kaffee oder ein deutsches Bier zu trinken oder gut auswärts zu essen. Die Auswahl ist breit, das Angebot ändert sich laufend, und viele Lokale sind nur schwer zu finden (zB auf der Dachterrasse eines Hochhauses). Es empfiehlt sich deshalb, die neuste Ausgabe von Tirana in your pocket oder der Gelben Seiten (»Çelesi«) oder einen anderen aktuellen Ratgeber zu kaufen und sich daran zu orientieren.

Für Touristen beim ersten Besuch besonders interessant sind die Restaurants im grossen Park, das Sarajet in einem osmanischen Haus gleich hinter den Ministerien südöstlich vom Skanderbeg-Platz und die teureren Restaurants in den Villen zwischen Pyramide und Rruga Elbasanit. Auch rund um den Blloku findet sich immer was. Immer zu empfehlen ist auch ein Ausflug nachmittags nach Süden oder Osten, wo sich entlang aller Strassen viele Restaurants im Grünen finden. Abends bieten die Restaurants am Dajti (»Ballkoni i Dajtit«) einen schönen Ausblick.

Das Nachtleben pulsiert am heftigsten in den Bars im Blloku. Die vielen durchgestylten Discos von Tirana sind jedoch über die halbe Stadt verstreut. Was aktuell im Trend ist, erfährt man am besten vor Ort bei den Einheimischen. Denn im schnell wechselnden Szeneleben tauchen laufend neue, angesagte Lokale auf.

In Tirana gibt es eine Vielzahl neuer Hotels. Das Angebot reicht von der internationalen Luxus-Kette (Rogner, Sheraton) bis zur kleinen Familienpension mit vernünftigen Preisen. Die allermeisten sind sauber, ordentlich unterhalten und verfügen zumindest über einfachen Komfort (Fernseher, einfaches Bad, Air Conditioning). Etwas flexibler muss sein, wer in einem der vielen neu entstandenen Backpacker-Hostels Unterkunft in einem der Mehrbettzimmer bezieht. Auch über Airbnb lassen sich Wohnungen finden.

Einkaufen

Warenhaus »Coin« im »ABA Hochhaus«

Warenhaus »Coin« im »ABA Hochhaus«

Neben den traditionellen Märkten (siehe oben) verfügt Tirana über zahlreiche moderne Einkaufsmöglichkeiten: Einkaufspassagen, kleine Boutiquen, das italienische Warenhaus »Coin« (beim Stadion) und mehrere Malls am Stadtrand, wo auch mehrere internationale Marken vertreten sind. Die grosse Mall »CityPark« liegt an der Autobahn nach Durrës, das noch etwas neuere »Tirana East Gate« an der Strasse nach Elbasan – beide bieten Busverbindungen aus der Innenstadt an. Es ist nur alles etwas verstreut – die zentrale Einkaufsstrasse zum Flanieren fehlt. Da kann der Griff zu den Gelben Seiten («Çelësi«) doch ganz nützlich sein.

Souvenirshops finden sich am Skanderbeg-Platz und etwas östlich in der Strasse, die zum Markt führt. Die Preise sind hier deutlich tiefer als in den Läden am Flughafen.
Der Buchladen mit dem breitesten Angebot an Reiseführern und nicht-albanischer Literatur ist im Kulturpalast am Skanderbeg-Platz untergebracht.
Supermärkte sind über die ganze Stadt verstreut.

Freizeit & Kultur

Das Freizeitangebot ist gross: Swimming-Pools (zahlreiche Hotels im Umland), Wandern, Driving-Range (bei Iba), Klettergarten (bei Bovilla), Bowling (bei Farka), Go-Kart, Reiten, Fitness-Clubs – fast alles findet sich heute auch in Albanien. Die meisten Hauptstädter geniessen aber einfach die Cafés und Parks.

Noch immer beliebt sind die neuen Kinos, die vor allem amerikanische Filme zeigen.

Immer reichhaltiger wird auch das übrige kulturelle Angebot. Es lohnt sich aber immer, die aktuellen Aufführungen in der Oper und der Kunstakademie zu prüfen und in der Kunstgalerie vorbeizuschauen. Die Wechselausstellungen in der Kunstgalerie sind zwar meistens enttäuschend, aber ab und zu kriegt man doch ein paar interessante Sachen zu sehen. Die im Kulturpalast gezeigten Opern erhalten durchaus positive Kritik.

Im aktuellen Musikbereich ist es schwierig, anspruchvolles Kulturschaffen zu finden, das dem allgegewärtigen Techno- und Hip-Hop-Trends entgegenläuft. In den zahlreichen Discos und Clubs gibt es zumindest meist einen vielfältigen Mix verschiedenster Stilrichtungen zu hören.
Einige wenige Restaurants bieten Folkloremusik.

Spannend wird es, wenn gerade ein Kulturanlass auf dem Programm steht: Die Tirana Biennale und der Marubi-Fotowettbewerb zeigen oft tolle Gegenwartskunst. Lohnend ist auch ein Besuch im alternativen Kulturraum »Tirana Express«.

 

Wetter

Das Klima ist mediterran. Die Sommer sind heiss, und wer es sich einrichten kann, flüchtet ans Meer. Im Winterhalbjahr kann es zu heftigen Niederschlägen und kühlen Temperaturen kommen. Nur wenige Häuser sind gut geheizt.

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6 thoughts on “Tirana

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