Strände

Kleiner albanischer Strand-Guide

Sonnenuntergang in Durrës

In Albanien gibt es viele unterschiedliche Strände: flach und steil, Sand und Stein, belebt und abgelegen. Die folgende Liste beschreibt die wichtigsten Strände.

Im Hochsommer sind fast alle Strände rappelvoll, überlaufen und sehr belebt. Aber schon Anfang September wird es schnell beinahe gespenstisch leer, obwohl Wetter und Wassertemperatur noch sehr angenehm sind. Gleiches gilt für den Juni: Das Wasser lädt schon zum Baden, das Wetter ist noch nicht ganz so heiss, aber die Strandregionen erwachen erst allmählich aus dem Winterschlaf.

Durrës

Letzte Bädegäste im Oktober am Strand von Durrës

Sehr belebte Badeorte südlich der Stadt Durrës: Durrës Plazh, Shkëmbi i Kavajës, Golem, Mali i Robit und Qerret.

Flacher, breiter, langer Sandstrand – ähnlich wie an der gegenüberliegenden italienischen Adria unschön verbaut: viele Leute, viele Hotels (darunter auch viele gute), viel los. Die Wasserqualität ist nicht überall hervorragend, das Wasser zum Teil trüb. Je weiter im Süden, desto ruhiger wird es.

Nördlich von Durrës gibt es auch noch ein paar abgelegenere, ruhigere und weniger sandige Strände.

Die Bucht von Lalëz (»Gjiri i Lalzit«; Autobahnausfahrt Maminas zehn Kilometer östlich von Durrës, dann 20 Kilometer nach Norden) ist noch etwas ruhiger, zieht aber auch immer mehr Leute an. Auch hier findet sich viel flacher, breiter Sandstrand

Nordalbanien: Shëngjin & Velipoja

Strandleben in Shëngjin

Strandleben in Shëngjin

Einfach erreichbar aus Lezha und Shkodra. Die beiden Orte sind im Sommer überfüllt, aber ausserhalb der Hochsaison wird es schnell sehr ruhig.

Auch hier lange, flache Sandstrände, meist zwischen Lagune und Meer. Nördlich von Shëngjin, mit einem Hügel im Rücken und zum Teil etwas Wald bietet sich eine etwas andere Landschaft: Zwischen Shëngjin und Velipoja liegt über zehn Kilometer Strand, der nur schlecht erschlossen ist. Zu Fuss ist dort die grosse Sanddüne »Rana e hedhur« zu erreichen, ein Naturdenkmal.

In den letzten Jahren wurden an beiden Orten diverse Hotels und Restaurants gebaut – aber alles viel kleiner und gemütlicher als in Durrës. Velipoja (schon fast in Montenegro) ist etwas weitläufiger – mit Lagunen und Naturschutzgebieten rundherum. Im schon fast städtisch wirkenden Shëngjin beeinträchtigen der Hafen und Öltanks ein wenig das Bild.

An beiden Orten ist die Wasserqualität nicht überall hervorragend, das Wasser im flachen Bereichen zum Teil recht trüb.

Am Strand von Tale

Südwestlich von Lezha liegt noch der Strand von Tale, ein weiterer flacher Sandstrand. Hier gibt es erst wenige Hotels, die Küste ist kaum verbaut – aber streng bewacht von einem eindrücklichen Bunker-Ensemble aus kommunistischer Zeit. Ein paar verstreute Cafés, Restaurants und Strandbars bieten Erfrischungen.

Ähnlich ruhig ist es am Strand von Boks-Rrjoll südlich von Velipoja. Auch hier gibt es noch keine Hotels und nur ein paar Restaurants und Strandcafés. Der Verbindungssteg (nur für Fussgänger) nach Velipoja war 2015 unterbrochen, so dass ein mehr als 15 Kilometer langer Umweg um die Lagune gefahren werden muss.

Strände von Kavaja

Plazhi Gjeneralit

Plazhi Gjeneralit

Westlich von Kavaja (wenig südlich der Badeorte bei Durrës) finden sich ein paar interessante Strände, da Hügel und Abgeschiedenheit bis jetzt Bettenburgen verhindert haben.

Am südlichen Ende der Bucht von Durrës liegt beim Dorf Karpen der Camping-Platz »Pa emër«. Hier wurde eine künstliche Insel aufgeschüttet, die mit ihren Palmen und dem Steg schon fast Südsee-Gefühl erwecken.

Westlich der Hügelkette befindet sich die Bucht »Plazhi Gjeneralit«. Leider kein Geheimtipp mehr, aber immer noch nur über unasphaltierte Strasse erreichbar. Zwischen steilen Hängen eingebettet, findet sich hier ein gemütlicher Sandstrand mit glasklarem Wasser, ein Restaurant und einfache Unterkünfte.

Weiter südlich, wo sich wieder eine kleine Ebene zwischen Meer und Hügeln geformt hat, liegt das Dorf Spile. Ein paar kleine Hotels und Privatunterkünfte sind hier zu finden, aber alles ist etwas zurückversetzt vom breiten Sandstrand. Wie früher in Durrës trennt hier noch ein dichter Pinienwald den Strand vom Hinterland. Im ländlichen Dorf geht es noch recht ruhig zu und her.

Karpen am südlichen Ende der Bucht von Durrës

Karpen am südlichen Ende der Bucht von Durrës

Divjaka

Strand in der Nebensaison

Divjaka in der Nebensaison

Ein sehr breiter, flacher Sandstrand im gleichnamigen Nationalpark. Der Strand ist belebt (da gut erreichbar aus Mittelalbanien), die Einrichtungen sind aber noch bescheiden: nur mit wenigen einfachen Strandbars und im Pinienwald ein paar Restaurants und Hotels erschlossen.

Weniger toll sind die Autos, die über den Strand fahren.

Vlora

Meer südlich von Vlora

Küste in der Bucht von Vlora

Auch hier gilt: je weiter fort von der Stadt, desto besser. Denn in Stadtnähe ist die Wasserqualität wegen des Hafens schlecht. Die stadtnahen Sandstrände sind im Hochsommer sehr gut besucht. Gegen Süden rucken die Hügel immer näher ans Wasser heran, bis das Ufer zur Steilküste übergeht.

Weiter südlich in der Bucht von Vlora bis Radhima gibt es mehrere schöne, kleine Buchten, aber viele dieser Strände (meist Kies) gehören zu Hotels. Am südlichen Ende der grossen Bucht liegt bei Orikum nochmals ein grosser langer Strand. Auch hier finden sich noch diverse Restaurants und auch ein paar Hotels.

Die Strände auf der gegenüberliegenden Halbinsel Karaburun sind nur schwer zu erreichen, da die Strasse durch eine Basis der Marine führt. Es werden aber Bootstouren zu den Höhlen der Halbinsel angeboten, die auch Zeit für Baden vorsehen. Auch hier gibt es bereits Liegestühle zum Mieten. Auf der westlichen Seite der Halbinsel liegen noch ein paar sehr reizvolle kleine Buchten, die aber nur zu Fuss oder per Boot erreichbar sind. Die ganze Halbinsel ist unbewohnt, wasserlos und bietet keinerlei Infrastruktur.

Rund um Vlora gibt es viele Hotels und Restaurants.

Albanische Riviera (Himara, Dhërmi, Borsh)

Bucht von Himara

Bucht von Himara

Die »Küste« (»bregu«), wie die Albaner die Riviera oft einfach nennen, ist landschaftlich besonders reizvoll: Hohe Berge erheben sich hier aus dem Meer, das Wasser ist glasklar, ein paar kleine Dörfer liegen hoch über der Ufer, während unten in kleineren und grösseren Buchten sich nette Strände finden.

Dank der gut ausgebauten Strasse ist auch dieser Küstenbereich zwischenzeitlich recht stark belebt, und manch kleine Bucht wurde von einem Restaurantbesitzer okkupiert, der hier Sonnenliegen teuer vermietet. Die Strände bestehen meist aus kleinen Kieselsteinen (von sehr grob bis Sand-durchsetzt), die Wasserqualität des Ionischen Meers ist hervorragend. Es gibt eine grosse Auswahl an Hotels und auch in jedem Küstenort Campingplätze.

Strand bei Drymades

Strand bei Drymades

Zwischenzeitlich ist der ganze Küstenbereich gut erschlossen und für Badetouristen ausgerichtet – sogar Bankomaten gibt es schon an den vor wenigen Jahren noch menschenleeren Stränden. Der Trubel konzentriert sich meist auf die Uferzone, während die Dörfer am Berg meist nur den Durchgangsverkehr haben. Gerade der Bereich nördlich von Himara ist bei der Schickeria von Tirana recht beliebt. Beschreibung von Nord nach Süd:

  • Palasa-Strand: Weitläufiger, breiter Strandbereich mit Sand-Kies-Gemisch. Einige wenige Strandbars, grössere Ressort-Anlage im Bau. Gut über asphaltierte Strasse erreichbar, die am Beginn des Anstiegs zum Llogara-Pass abzweigt.
  • Drymades: Rund anderthalb Kilometer langer, recht breiter Strandabschnitt, wo sich Strandbar an Strandbar reiht. Im Norden und Süden schliessen kurze Felsabschnitte den Strand ab, wo sich kleine Buchten verstecken, in denen es noch ruhiger ist, da keine Liegestuhlvermieter oder Bars bis hierher vorgedrungen sind. Ein paar Hotels und Campingplätze – meist etwas im noch vor wenigen Jahren kaum bebautem Hinterland verstreut – nebst diversen Ferienwohnungen und Minimarkets sowie Restaurants und Bars am Ufer. Über Asphaltstrasse gut erreichbar: Abzweigung in Dhërmi zum Strand und nach wenigen Meter nach Norden.
  • Dhërmi Strand: Am Ende der Strasse ist bereits ein kleines Dorf entstanden mit diversen Ferienwohnungen und ein paar Hotels. Am Strand ziehen sich über anderthalb Kilometer diverse Bars entlang. Im Süden hohe Kliffs, im Norden ein paar Buchten zwischen Felsen, die von teuren Hotels okkupiert worden sind. Steile asphaltierte Zufahrt, die am Ufer plötzlich in einer unattraktiven Piste endet.
  • Gjipe: Aktuell noch einer der ruhigsten Orte an der albanischen Riviera, da die kleine, von Felswänden umgebene Bucht nur zu Fuss, mit dem Boot oder mit sehr geländegängigen 4×4-Fahrzeugen erreichbar ist. Der breite Strand mit Kies und Sand ist zwar auch schon von Liegestuhlvermietern okkupiert, aber diese stehen weit auseinander und man hat noch viel Platz, um sich auszubreiten. Zwei improvisierte Stände sorgen für das kulinarische Wohlergehen. Beliebter Rückzugsort der Hippies von Tirana und von Backpackern, die auch mal ein paar Nächte in der Natur übernachten wollen. Schmales Asphalt-Strässchen bis zu einem Parkplatz von einer Kurve südlich von Ilias (Wegweiser zu einem Kloster), dann 20 bis 30 Minuten über Holperweg zu Fuss. Ab Abzweigung bei Vuno auch markierter Wanderweg, ca. eine Stunde.
  • Jal

    Jal

    Jal: Diese einst als Geheimtipp gehandelte Bucht hat sich zu einem Hotspot der Noblesse von Tirana entwickelt. In der engen Bucht mit zwei kurzen Stränden drängen sich die Liegestühle schon recht eng. Dahinter ein rechtes Durcheinander von Strandbars, Campingplätzen, Hotels, kleinen Läden, Bars und Parkplätzen, wodurch die traumhaft schöne Bucht viel von ihrem Reiz verloren hat. Schuld daran ist mitunter die gute Asphaltstrasse, die von Vuno zum Wasser führt.

  • Livadh: Langer, breiter Kiesstand unterhalb Alt-Himara, hinter dem in den letzten Jahren auch schon diverse kleine Hotels hochgezogen wurden. Trotz Campingplatz und Strandbars noch etwas ruhiger als andernorts. Zu Fuss oder über Asphaltstrasse von Himara aus erreichbar.
  • Himara: Der Strand im Ortszentrum wird Spile genannt. Dank neuer verkehrsfreier Uferpromenade hat der nicht allzu breite Sandstrand deutlich gewonnen. Hier gibt es keine Liegestuhlvermieter (und kaum Parkplätze), aber dafür das ganze Angebot von Himara an Cafés, Restaurants, Bars und Läden in unmittelbarer Nähe.
    Im südlichen Teil der Bucht – Potam – wieder das übliche Bild mit grosser Liegestuhldichte, Strandbars und Hotels in grosser Zahl.
    Die meisten der hübschen Buchten südlich von Himara inklusive diejenigen in der Bucht Porto Palermo sind heute meist nur noch zugänglich, wenn man bereit ist, einen Liegestuhl zu mieten. Dafür gibt es Strandbars und gute Küche – wohl alles zu überteuerten Preisen.
  • Qeparo: Eine neue Uferpromenade hat den Ort deutlich aufgewertet. Im westlichen Teil der Bucht ein Kiesstrand mit ein, zwei Hotels. Im östlichen Teil sehr schmaler Strand mit Kies und auch grösseren Steinen. Hinter dem Strand erhebt sich gleich der Hügel, an dem Häuser mit Zimmervermietung und Restaurants kleben. Dieser Bereich der schmalen hübschen Uferpromenade ist verkehrsfrei und lädt zum Schlendern ein. Speziell sind die vielen Süsswasserquellen, die direkt am Strand dem Boden entspringen. Parkplatz am Ende der Asphaltstrasse gleich am Ufer.
  • Borsh: Längerer, breiter Kiesstrand, der wiederum im westlichen Bereich noch wenig erschlossen ist. Im östlichen Bereich sind schon vereinzelt Strandbars und Hotels zu finden, die sich aber noch recht gut verteilen. Obwohl im Südosten auch schon eine kleines Stranddorf am entstehen ist, ist das Ortszentrum von Borsh rund zwei Kilometer im Landesinneren noch recht belebt. Eine Asphaltstrasse führt vom Dorfzentrum zum Meer, dann auf Piste weiter dem Ufer entlang.
  • Bunec

    Bunec

    Bunec: Abgelegene Bucht mit einigen Strandbars, Campingplatz und militärischen Bauten aus kommunistischer Zeit südlich von Piqeras. Rund ein Kilometer lange Piste führt von der Nationalstrasse zum Ufer.

  • Lukova: Zwei Strände südwestlich des Dorfes. Zufahrt zum ersten , kleineren Strand ist nur für Offroad-Fahrzeuge zu empfehlen (rund zwei Kilometer steiler, unasphaltierter Fahrweg) – dafür ist der Lumra-Strand noch recht ursprünglich. Südlich davon liegt der »Höhlen-Strand«, wo sich zwischenzeitlich schon Strandbar an Strand-Restaurant und Liegestuhl and Liegestuhl reiht. Asphaltstrasse ab südlichem Dorfende Lukova bis fast zum Strand.
  • Krorëza und Kakome: Abgelegene Strände an der unbevölkerten Küste nördlich von Saranda. Der Kakome-Strand war beim letzten Besuch nicht zugänglich, da innerhalb eines – umstrittenen – Privatgeländes. Bis dorthin führt eine gute Asphaltstrasse. Der nördlich anschliessende Krorëza-Strand ist nur über beschwerliche Fusswege oder per Boot zu erreichen, bietet dafür aber unberührte Natur. Ab Saranda werden Bootstouren angeboten.

An fast allen Stränden ist von Ende Juli bis Ende August mit viel Trubel zu rechnen – in der übrigen Zeit dürfte man aber nicht viel Leute treffen.

Saranda & Ksamil

Stadtstrand Saranda

Stadtstrand Saranda

Saranda ist sehr beliebt bei den Albanern, was in einer immensen Bauwut ihren Ausdruck findet. Im Gegensatz zu den grösseren Städten Durrës und Vlora konnte Saranda aber doch noch etwas mehr Charme als Badeort erhalten. Eine Promenade führt dem Ufer entlang. Die Infrastruktur und das Angebot an Unterkünften und Verpflegung ist vielfältig. Die Strände sind eher klein und steinig (Felsen, Kieselsteine). Der Stadtstrand im Zentrum ist öffentlich, viele andere Strände sind eng mit Liegestühlen belegt. Viele Hotels haben nur Zugang zum Wasser über Felsen. Die Wasserqualität ist bei der Mündung des Çuka-Kanals etwas südlich des Stadtzentrums schlecht.

Ksamil Strand

Strand in Ksamil

Rund 15 Kilometer südlich bei Butrint liegt Ksamil, ein kleines Dorf mit schönen Buchten und Inselchen im kristallklaren Wasser. Leider ist es auch hier mit der Ruhe vorbei: Der Strand ist nicht allzu gross, das Gedränge im Gegensatz umso mehr – nirgendwo sonst dürfte die Liegestuhldichte höher sein. Im Hochsommer ist es übervoll, zu den übrigen Jahreszeiten absolut traumhaft. Ein paar kleine Restaurants bieten Erfrischungen und frische Speisen.

Lokale Hoteliers können Tipps geben, wo noch weitere hübsche, kleine Strände zu finden sind – abgelegene und noch nicht überlaufene hübsche Strände rund um Ksamil und Saranda.

Wasserqualität

Klares Wasser in Jal

Klares Wasser in Jal

Das albanische Institut für öffentliche Gesundheit publizierte im Frühling 2007 einen Bericht, wonach das Wasser an den Stränden von Durrës, Kavaja und Vlora stark verschmutzt sei. Insbesondere die Werte an Fäkalbakterien seien weit über den europäischen Grenzwerten, da die Abwässer aus den Städten und Ferienanlagen meist ungereinigt ins Meer geleitet werden. Hier müsste die rote Flagge wehen.

In der Zwischenzeit wurde einiges investiert in die Abwasseraufbereitung. Es wurden weitere Testreihen zur Erhebung der Wasserqualität durchgeführt, zum Teil mit etwas widersprüchlichen Resultaten.

 

 

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