Saranda und Butrint

Saranda – Kreuzfahrtschiff fährt dem Sonnenuntergang entgegen

Saranda – Kreuzfahrtschiff fährt dem Sonnenuntergang entgegen

Sarand: Promenade

Promenade

Wenn der Albaner an Urlaub denkt, dann denkt er wohl zuerst an Saranda. Hier gibt es noch mehr Sonne, noch mehr Wärme als sonst in Albanien. Und hier ist das Meer besonders schön.

Auch immer mehr ausländische Touristen entdecken Saranda, angezogen von der tollen Küste und den Ruinen in Butrint.

Im Urlaubscheck von Kabel1 hat Saranda als Sieger unter den Geheimtipps in Europa abgeschlossen. Das glasklare Wasser und schönen Strände von Ksamil, die ordentlichen Unterkünfte zu sehr guten Preisen, ein gutes Nachtleben und anständige Küche haben die Tester überzeugt. Fairerweise muss man darauf hinweisen, dass die Strände zumindest im Hochsommer belebter sein dürften als im Film.

Die Stadt selber ist eher klein und bietet nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten. Sie eignet sich gut, um aber etwas am Meer zu entspannen, nicht nur für Badetouristen. Die Region Südalbanien ist sehr reich an schönen Landschaften und historischem Erbe.

Viele Besucher stören sich auch am Bauboom der letzten Jahre. Das Stadtbild ist geprägt von zahlreichen Hotelneubauten – viele noch unvollendet. Aus dem verschlafenen Badeort ist ein stetig wachsendes Städtchen entstanden, und im Hochsommer platzt Saranda aus allen Nähten.

 

Lage

Kreuzfahrtschiff in der Bucht von Saranda

Saranda ist die südlichste Stadt Albaniens, am Ufer des Ionischen Meers in einer kleinen Buch gelegen mit Blick auf die griechische Insel Korfu. Die Stadt zieht sich entlang der Bucht die Hügel hoch. Dem Ufer entlang reiht sich Hotel an Hotel in beide Richtungen.

Südlich von Saranda bildet die Küste eine lange Halbinsel mit dem Dorf Ksamil und der archäologischen Stätte von Butrint, umgeben vom Meer und dem Butrint-See. Im Hinterland von Saranda erstreckt sich eine kleine Ebene, die durch einen Hügelzug vom Meer getrennt ist. Dahinter erheben sich die Berge Südalbaniens. In der Region sind viele Dörfer von der griechischen Minderheit bewohnt, aber meist durch starke Auswanderung entvölkert. In den Hügeln des Hinterlands sind noch viele Burgen, Kirchen und Brücken zu entdecken, aber nur wenig ist dokumentiert und erschlossen.

 

Stadtbesichtigung

Promenade von Saranda mit Reste der Stadtmauer

Promenade mit Reste der Stadtmauer

Die Stadt selber mag dem Urlauber wenig an Attraktionen bieten. Die Promenade lädt zum Spazieren (xhiro) – besonders abends herrscht hier reges Treiben. Ein kleiner Pavillion in der Mitte der Uferpromenade dient als Touristeninformation. Beim Bootshafen befindet sich das Ethnographische Museum direkt an der Promenade in einem Haus mit Geschütz davor – die kleine, kostenlose Ausstellung ist durchaus einen kleinen Unterbruch des Spaziergangs wert.

Beim Bootshafen die Treppen hoch finden sich bei der kleinen Parkanlage Ruinen aus der Römerzeit von einer frühen Synagoge und einer Basilika. Saranda hiess damals Onchesmos und verfügte über eine grosse Stadtmauer. Ein kleiner Rest findet sich am Strand westlich des Bootshafens. Ein riesiges Mosaik, das in der Stadt gefunden wurde, ist im kleinen Archäologischen Museum der Stadt zu sehen, das direkt hinter der anderen Museum beheimatet ist.

Weitere Sehenswürdigkeiten liegen oben auf den Hügeln links und rechts der Strasse, die nach Saranda führt. Eines ist die türkische Festung Lëkurësi, heute ein Restaurant auf der Hügelspitze. Auf der Strasse nach Osten bis zur Passhöhe und dort nach Süden abbiegen – ein schmales asphaltiertes Strässchen führt bis zur Burg.

Der Name Saranda stammt von Agioi Saranda, dem alten Kloster der 40 Heiligen auf dem Hügel oberhalb der Stadt. Die Klosteranlage geht auf das 6. Jahrhundert zurück, und die Kirche war einst eine der grössten zwischen Rom und Byzanz. Leider ist von der gewaltigen Wallfahrtskirche nicht mehr viel zu sehen – schon lange im Zerfall begriffen, wurde sie im Zweiten Weltkrieg durch Bomben komplett zerstört. Später hauste das Militär hier. Und bis heute wurde die Sehenswürdigkeit nicht ordentlich für Touristen erschlossen. Bald sollen die Katakomben der Kirche wieder zur grossen Attraktion hergerichtet werden. Der Ausflug ist aber trotzdem lohnenswert: Neben der Geschichte des Orts ist besonders die Aussicht eindrücklich. Die Ruinen vom Kloster sind ebenfalls über die Passhöhe zu erreichen – von dort geht es nach Norden. Zu Fuss am besten über ein sehr steiles Strässchen, das direkt an der Passhöhe den Berg hochführt. Mit einem Auto am besten 100 Meter nach der Passhöhe links auf das kleine Strässchen abbiegen und bis zur Moschee fahren, von wo azs es steil nach oben geht.

Strände

Am Strand von Ksamil

Am Strand von Ksamil

In Saranda und entlang der Küste nach Süden bis Butrint gibt es zahlreiche Bademöglickeiten. Am schönsten ist es in Ksamil (siehe unten). Die Strände im Zentrum von Saranda  und Ksamil sind stärker belebt. Etwas ruhiger geht es westlich der Innenstadt von Saranda zu, oder wo man nur auf schlechteren Wegen hinkkommt. Die meisten Hotels in Saranda am Ufer haben einen Privatstrand. Viele Bademöglichkeiten sind Kiesstrände oder sogar felsige Klippen.

Eine weitere Möglichkeit ist, Strände an der Albanischen Riviera anzufahren.

Gemieden werden sollte das Baden in unmittelbarer Nähe des Çuka-Kanals, wo die Bistrica ins Meer mündet.

The Ultimate Guide to a Budget Beach Holiday in Albania

 

Aussicht

Aussicht über die Strasse von Korfu nach Süden

Burg Lëkurësi – Von der alten Festung aus dem 19. Jahrhundert ist nach der Renovation in ein Nobel-Restaurant wenig übrig geblieben. Der Ausflug auf den Berg lohnt sich aber allemal, auch wenn man nichts isst. Den kaum irgendwo in Albanien hat man eine schönere Aussicht. Die ganze Bucht mit Stadt, Butrint-See und Butrint-Halbinsel sowie Korfu liegen einem zu Füssen. Und der Sonnenuntergang ist hier am schönsten.

Kloster der 40 Heiligen – Dieser Hügel ist nicht ganz so hoch wie der Burghügel von Lëkurësi, aber die Aussicht ist nach wie vor eindrücklich. Der Blick nach Süden ist vom höheren Nachbarn verstellt, aber die Stadt liegt zu Füssen.

Phoinike – Vom Hügel mit den antiken Ausgrabungsstätten (siehe unten) bietet sich ebenfalls eine schönes Aussicht ins Umland. Das Meer ist aber kaum zu sehen, dafür sind die Berge zum Greifen nah.

Ksamil

Ksamil Strand

Ksamil: Strand

Noch nicht lange her, da war Ksamil ein verträumtes kleines Dorf am Weg nach Butrint. Wegen seiner schönen Strände entwickelte es sich aber rasch vom Geheimtipp zu einem beliebten Ferienziel. Es wurde viel gebaut – zum Teil wurden auch einige Häuser, die ohne Baugenehmigung erstellt worden waren, abgerissen.

Ab Ende Juli bis Ende August wird es in Ksamil so eng, dass nicht nur die meisten Unterkünfte ausgebucht sind, sondern auch der Platz am Strand knapp wird. Ausserhalb der Hochsaison lässt es sich hier aber noch richtig geniessen: Die Strände beim Ortszentrum mit den vorgelagerten Inselchen sind wohl die schönsten Albaniens – glasklares Wasser und heller Sandstrand, ein traumhafter Blick auf das zum Greifen nahe Korfu und vorüberziehenden Fährschiffe. Kleine Tavernen laden ein für Erfrischungen und einfache Mahlzeiten. Das Dorf wirkt dann aber eher etwas ausgestorben, weil viele Läden geschlossen sind.

Entlang der Halbinsel nördlich von Ksamil gibt es – nebst einigen Ruinen von Klostern und antiken Wehrmauern – noch mehrere Strände, wie auch am südlichen Ende der Halbinsel.

Butrint

Mosaik des Baptisteriums

Mosaik des Baptisteriums

Das erste albanische UNESCO-Weltkulturerbe liegt rund 20 Kilometer südlich von Saranda. Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunden.

Die griechische Kolonie und bedeutende römische Stadt liegt malerisch auf einer kleinen Halbinsel im Butrint-See, der über einen kurzen Kanal mit dem Meer verbunden ist. Von der alten, von griechischen Kollonisten gegründeten Stadt sind noch die Ruinen von diversen Gebäuden wie Wohnhäuser, Kirchen, Baptisterium und Bäder, das Theater sowie die Stadtmauer mit Toren erhalten. Das Areal ist heute bewaldet, was in einem schönen Kontrast steht zu den Ruinen. Das schöne Mosaik des Baptisteriums ist leider oft mit Sand abgedeckt, um es zu schützen. Zum Teil stehen die Ruinen, besonders bei oder nach schlechtem Wetter, unter Wasser.

Am Eingang (Eintritt: 700 Lek) ist ein kleiner Prospekt erhältlich zur Orientierung während der Besichtigung – ausführlichere Literatur zu Butrint kann in Saranda erworben werden. Der Rundgang führt vom Eingang zuerst dem Hauptweg entlang an einem venezianischen Turm vorbei. Man biegt dann am besten in Richtung Theater ab und umrundet den Hügel im Gegenuhrzeigersinn, bevor es zur Burg hochgeht. So kommt man an allen bedeutenden Bauten vorbei, wie dem Asklepios-Heiligtum, römischen Gebäuden, dem Gymnasion,dem Trikonchos-Palast, Resten des Aquädukts, dem Baptisterium, dem Nymphäum, der frühchristlichen Basilika und der Stadtmauer mit See- und Löwentor.

Burg und Museum

Burg und Museum

Auf der Akroppolis ist in einer venezianischen Burg aus dem Mittelalter das Museum untergebracht, das Statuen und weitere Ausgrabungsgegenstände zeigt und die Geschichte der Region darstellt. Die mit ausländischer Unterstützung gestaltete Ausstellung ist durchaus sehenswert.

Ausserdem hat man von der Burg aus eine schöne Aussicht auf das tieferliegende Theater, den Kanal und die dahinterliegende Ebene, die Festung von Ali Pascha Tepelena aus dem frühen 19. Jahrhundert an seiner Mündung und die Dreiecksfestung am gegenüberliegenden Ufer, den See und Korfu.

Im antiken Theater werden im Sommer abends manchmal Aufführungen eines kleines Kulturfestivals vorgeführt. Hierfür wurde eine Bühne aus Holz errichtet.

Dreiecksburg auf der anderen Kanalseite

Dreiecksburg auf der anderen Kanalseite

Das ganze Gebiet ist Teil eines Nationalparks, der auch die Feuchtgebiete südlich des Kanals umfasst. Hier können noch weitere Burgen besichtigt werden – die eine ist aber nur mit Boot zu erreichen. Auf einem Hügel liegt die Festung Kalivo aus der Bronzezeit.

Wenig nördlich vom Eingang zum Ausgrabungsgelände gibt es an der Strasse ein Hotel mit Restaurant; Getränke und Souvenirs werden auch an Ständen im Gelände 100 Meter nach den Eingang angeboten. In Butrint endet die von Saranda kommende Strasse. Es ist aber möglich, den Vivarkanal auf einer einfachen Fähre (für € 5) zu überqueren – sei es, um zu Fuss die Gebiete auf der anderen Seite zu erkunden, sei es, um die Fahrt nach Konispol fortzusetzen.

Busse nach Ksamil fahren in Saranda beim Gemüsemarkt etwas nördlich vom Hafen ab.

Butrint Foundation
Butrint.al – Website des Nationalparks

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Interessante Regionen in der Nachbarschaft sind die Albanische Riviera sowie Gjirokastra und Umgebung – beides kann von Saranda aus gut in einem Tagesausflug erkundet werden.

Phoinike

Phoinike – Theater

Phoinike – Theater

Die antike illyrische Stadt Phoinike thront auf einem Hügel (Akropolis) mitten in der Ebene östliche von Saranda. Von der antiken Stadt sind noch zahlreiche Mauerreste zu sehen. Im Eingangsbereich fallen grosse Strukturen der Stadtmauer auf. 2006 wurde auf der anderen Hügelseite ein Theater ausgegraben. Auch andere Gebäudekomplexe – grosse Wohngebäude, der Thesaurus, eine Basilika – wurden entdeckt. Am südlichen Ende der antiken Stadt findet sich noch eine grössere Bunkeranlage. Diese und weitere militärische Bauten zeugen von der strategischen Lage damals und heute.

Der Hügel von Phoinike liegt in der Ebene östlich von Saranda. Man fährt fünf Kilometer in Richtung Gjirokastra, bis die Strasse einen Hügel erreicht. Hier zweigt man nach Norden in Richtung Finiq ab. Eine kleine, steile Aphaltstrasse führt vom Dorfzentrum von Finiq den Berg hoch zu einem kleinen Parkplatz, von wo aus ein Trampelpfad zum Ausgrabungsgelände hochführt. Eine kleine Eintrittsgebührt wird erhoben. 2017 wurden Informationstafeln aufgestellt und bessere Wege durch die Ausgrabungen errichtet.

Detailinformationen Archäologiepark

Mesopotam

Mesopotam

Folgt man der Hauptstrasse noch zwei Kilometer weiter nach Osten, kommt man zum Dorf Mesopotam, bekannt für seine sehr alte Niklauskirche. Südlich des Flusses befand sich einst ein befestigtes Kloster, von dem noch die Kirche aus dem 13. Jahrhundert erhalten ist. An der Fassade finden sich kleine Reliefs von Fabelwesen und einige schlecht erhaltene Wandmalereien. Besser erhalten sind die Fresken im Inneren, das aber eigentlich nicht zugänglich ist. Denn der Bau ist stark einsturzgefährdet, weshalb schon in früherer Zeit diverse Stützbauten angebracht und Mauern nach Erdbeben wiedererrichtet werden mussten. Moderne Stahlgerüste wurden angebracht, um den Bau zusammenzuhalten.

Der Besuch der eindrücklichen Kirche ist eher etwas für Liebhaber, gerade weil der Zugang etwas kompliziert ist. Das Klostergelände liegt südlich des Flusses. Gleich nachdem die Strasse den Fluss quert (zwei Brücken), geht es in der Kurve auf ein Nebensträsschen ab. Nach rund 250 Metern erreicht man das Tor zur Anlage, das meist verschlossen ist. Ein Anruf bei der angegeben Nummer (oder 0698558106 – »hyrjë në kishë Mesopotam«) und etwas Geduld (warten) kann helfen. Vom Tor sind es nochmals rund 250 Meter am Friedhof vorbei bis zur Kirche.

 

Syri i Kaltër – das »Blaue Auge«

Blaues Auge

Blaues Auge

Die Karstquelle ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Region. Das »Blaue Auge« (»blue eye«) liegt ebenfalls unweit der Strasse nach Gjirokastra, aber nochmals rund 10 Kilometer weiter östlich in einem Tal von Bergen umgeben. Das Wasser der Quelle ist sehr klar, sauber und tiefblau. Ungefähr sechs Kubikmeter Wasser strömen jede Sekunde aus der Tiefe und fliessen in die Bistrica. Der Quelltopf ist von Bäumen umgeben – eine mythische, grüne Oase, bei der sich dank eines Restaurants (Forelle!) gut für ein Weilchen der Hitze Südalbaniens entfliehen lässt. Mutige springen auch mal in das 13°C kalte Wasser.

Das schmale Strässchen zur Quelle geht 19 Kilometer östlich von Saranda von der Hauptstrasse nach Gjirokastra ab und führt zuerst an einem kleinen Stausee vorbei. Manchmal wird hier eine kleine »Zufahrtsgebühr« erhoben. Das Restaurant bietet auch ein paar Kabinen für Übernachtungen an.

 

Delvina

Delvina – Xhermëhalla

Delvina – Xhermëhalla

Das kleine Städtchen Delvina östlich von Saranda ist noch nicht wirklich auf der touristischen Landkarte aufgetaucht; ein paar nette historische Monumente sind aber durchaus eine Tages- oder Halbtagestour wert.

Delvina war früher die wichtigste Stadt der Region, wovon leider nur noch wenige Reste erhalten sind. Das Ortsbild ist von nicht besonders hübschen Appartmentblocks geprägt. Zentrum des Orts bildet ein kleiner Platz mit ein paar Cafés rundherum. Auf einem kleinen Hügel über der Stadt finden sich Reste der Burg (vom Hauptplatz nach Osten, recht ab hinunter und dann steil hoch). Am Eingang zur Burg stehen Ruinen einer Moschee. Aus der Gründungszeit der osmanischen Stadt stammt der Xhermëhalla-Komplex südlich der Burg (der Strasse an dieser vorbei folgen). Von dieser Anlage aus dem 17. Jahrhundert sind eine Moschee, Türben, ein Hamam und eine Quelle erhalten – das meiste in Ruinen. Die Gebäude wurden wohl in Nachbarschaft eines neuen Basars erbaut, als die Türken sich in der Burg niedergelassen hatten und Delvina zur Stadt wurde

Gjin-Aleksi-Moschee

Gjin-Aleksi-Moschee

Im Dorf Rusan, keine zwei Kilometer nordwestlich, liegt die Gjin-Aleksi-Moschee aus dem 17. Jahrhundert, erbaut auf den Mauern einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Die von alten Bäumen umgebene, landestypischen Einkuppelmoschee liegt in einem hübschen kleinen Garten, in dem auch noch zwei Türben stehen. Der Abzweiger nach Rusan liegt bei den ersten Appartmenthäusern von Delvina – links ab und dem sich hin- und herwindenden Strässchen folgen.

Eine Wanderung von rund zwei Kilometer pro Richtung führt von Delvina zu einer weiteren alten Kirche. Die kleine Marienkirche des Kameno-Klosters liegt in einem ruhigen Tal nordöstlich der Stadt. Das Gotteshaus aus dem Jahr 1580 ist von Ruinen der übrigen Klostergebäude umgeben. Die Wanderung beginnt am zentralen Platz und folgt vorerst der Hauptstrasse nach Nordosten. Wo die Hauptstrasse nach Westen abbiegt, hält man auf einem abzweigenden Strässchen die Richtung Nordwest. Auf der Südseite eines Baches geht es aus der Stadt hinaus und das Tal hoch. Wo der Weg den Bach erreicht, muss man diesen nur noch überqueren, um die Kirche zu erreichen. Für den Rückweg kann man sich auch einen Weg auf der nördlichen Bachseite suchen.

Zwischen Delvina und Saranda verkehren regelmässig Busse (Querstrasse oberhalb vom kleinen Park in Sarandas Zentrum). Die direkte Strasse von Delvina nach Osten in Richtung Gjirokastra ist hingegen in einem eher schlechten Zustand.

Delvina Guide

 

Verkehr

Anreise

  • Saranda: Bucht mit Bootshafen

    Saranda: Bucht mit Bootshafen

    Auto – Zwar am »Ende Albaniens« ganz im Süden des Landes gelegen, so dass die Anfahrt meist recht lange dauert, trotzdem ist Saranda gut erreichbar.
    Die touristisch interessante Route führt von Mittelalbanien über Vlora entlang der Albanischen Riviera nach Saranda – die Route führt entlang der wunderbaren Steilküste, aber auch über einen 1000 Meter hohen Pass und ist auch sonst kurvenreich. Alternativ kann man über Tepelena und Gjirokastra anreisen; dank der Neubaustrecke durchs Vjosa-Tal auch eine bequeme und mehrheitlich gut ausgebaute Strecke. Nach Levan südlich von Fier muss man sich entscheiden, ob man die Auffahrt zur Autobahn nach Vlora oder die Auffahrt zur Schnellstrasse nach Gjirokastra nimmt. 20 Kilometer südlich von Gjirokastra bei Jorgucat biegt man rechts nach Saranda ab. Es folgt die Passage des Muzina-Passes (572 m). Die Strasse bis Saranda ist in der Folge eher schmal und zum Teil auch kurvenreich, aber problemlos zu befahren. Die beiden Routen vereinen sich östlich von Saranda – danach folgt noch ein kleiner Hügel, bevor man Blick aufs Meer hat und in die Stadt hinunterrollen kann.
    Von Griechenland kann man über zwei Grenzübergänge einreisen: Kakavia ist der grosse Grenzübergang zwischen Ioannina und Gjirokastra – wenig später erfolgt der Aufstieg zum Muzina-Pass. Der Grenzübergang Qafa e Botës bei Konispol ist etwas abgelegener, aber die Strasse ist zwischenzeitlich auch durchgehend asphaltiert. Er liegt an der Strasse, die der Küste in Richtung Igoumenitsa folgt. Für die Fähre von Korfu und die Anreise mit dem Schiff aus Italien siehe unten.

  • Busse – Die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Mittelalbanien dauert mit dem Bus gut und gerne fünf Stunden. Abfahrtsort in Tirana ist im Busdepot für den Süden (für Abfahrtsort vgl. Artikel über Tirana). Abfahrtszeiten sind am frühen Vormittag und mittags. Die Busse verkehren in der Regel über Gjirokastra und brauchen rund sechs Stunden. Auch zwischen Vlora und Saranda verkehren Busse und Minibusse, wobei die Frequenz stark von der Jahreszeit abhängt.
  • Saranda: Hafen

    Saranda: Fähren im Hafen

    Schiff – Von Korfu verkehren eine Autofähre (ca. 70 Minuten) und Tragflügelboote (ca. 30 Minuten) nach Saranda. Anbieter sind primär Ionian Cruises und Finikas Lines. Tickets können online und in Kerkyra im Hafen und bei nahegelegenen Agenturen entlang der Strasse zum Hafen gekauft werden. Der Platz auf der Fähre für Fahrzeuge ist begrenzt – Alternativ kann man die Fähre nach Igoumenitsa auf dem griechischen Festland nehmen und von dort nach Norden fahren. In Korfu werden auch Tagestouren nach Saranda und Butrint angeboten.
    Gelegentlich legen auch Kreuzfahrtschiffe in Saranda an. Wie bei Tagesausflügen von Korfu wird meist Butrint besucht. Aber auch Fahrten nach Gjirokastra werden regelmässig angeboten. Während kleinere Kreuzfahrtschiffe direkt am Kai anlegen können, müssen grosse Schiffe in der Bucht ankern und die Passagiere per Tender übersetzen.
    Wer mit dem Auto aus Mitteleuropa nach Südalbanien anreisen will, kann mit einer Griechenlandfähre von Italien übersetzen. Am besten die Fähre von einem Adriahafen aus nach Igoumenitsa nehmen und von dort nach Albanien weiterreisen. Wer ohne Auto unterwegs ist, kann mit dem Zug nach Italien fahren, mit der Fähre nach Korfu übersetzen und von dort nach Saranda weiterreisen.
    2016 wurde eine neue Fährroute von Brindisi nach Saranda eröffnet. Das Schiff verkehrt wöchentlich zur Hochsaison ( Red Star Ferries). Ob die Route bestand haben wird, kann noch nicht gesagt werden.

  • Flugzeug – Der Flughafen von Tirana ist eine halbe Tagesreise entfernt. Wer in Albanien vor allem nach Saranda will, kann auch über Korfu per Charterflug anreisen. Mindestens zwei Mal pro Tag verkehrt von dort eine Fähre.

Vor Ort

  • Saranda – Promenade nach Regenschauer

    Promenade nach Regenschauer

    Auto –Saranda ist nicht gross – auf ein Auto ist man nur angewiesen, wenn man Ausflüge macht oder ausserhalb der Stadt logiert. Hinzu kommt, dass im Hochsommer die Stadt aus allen Nähten platzt und das Autofahren und Parkplatzsuchen bald nervenaufreibend wird.
    Die wichtigen Strassen im Stadtzentrum parallel zum Ufer sind Einbahnstrassen.

  • Touren mit Jeep und Schiff – Ausflüge in der Region lassen sich auch bei verschiedenen Anbietern in Saranda und Umgebung buchen. Jeep-Touren ab Ksamil vermittelt zum Beispiel das deutschsprachige hobo-Team. In Saranda hat Finikas Lines zum Beispiel Schiffstouren an Strände der Albanischen Riviera im Angebot.
  • Öffentlicher Verkehr – Während der Saison sind entlang der Küstenstrasse in Richtung Ksamil laufend Sammeltaxis unterwegs.
    Busse nach Ksamil starten beim Gemüsemarkt etwas nördlich vom Hafen.

Weiterreise

  • Auto – Die Strassen nach Norden (entlang der Albanischen Riviera), nach Osten (Gjirokastra und Grenzübergang Kakavia) und Süden (Konispol und Grenzübergang Qafa e Botës) sind ordentlich ausgebaut und problemlos befahrbar. Von Saranda nach Süden muss man bei Butrint auf einer einfachen Fähre den Kanal überqueren. Es gibt aber auch eine Route östlich des Butrintsees. Viele Dörfer im Hinterland sind nur über unasphaltierte Strassen erschlossen, wobei der Ausbau des Strassennetzes ständig vorangetrieben wird.
    In Saranda können auch Autos gemietet werden; es gibt mehrere lokale Mietwagenfirmen wie »Finikas Lines« oder  Tirana Car Rentals.
  • Busse & Sammeltaxis – Der Busbahnhof ist mitten in der Stadt ein wenig oberhalb der Promenade, beim Platz mit Park die Strasse hoch. Die Abfahrtszeiten sind angeschlagen und werden eingehalten. Es verkehren Busse nach Mittelalbanien. Entlang der albanischen Riviera ist der Fahrplan weniger dicht. Sammeltaxis verkehren oft ab der Abzweigung nach Vlora zwei Kilometer ausserhalb Sarandas. Es bestehen auch Busverbindungen nach Griechenland und zur Grenze am Qafa e Botës.

 

Essen & Trinken & Schlafen

Hotel in Saranda

Hotel in Saranda

Saranda ist in erster Linie auf den Tourismus ausgerichtet. Es gibt ein vielfältiges Angebot für jeden Geschmack.

In Saranda reihen sich entlang dem Ufer Hotel an Hotel, weit über die Stadtgrenzen hinaus. Weitere Hotels liegen zum Teil im Stadtzentrum oder auch ausserhalb etwas vom Ufer zurückgesetzt. Lärmig kann es zur Hochsaison überall werden, wenn ausgelassene Touristen bis spät in die Nacht feiern. Die Bandbreite der Qualität ist gross vom billigen Hostel mit Mehrbettzimmer übers einfache, günstige Hotel bis zur teuren Luxusunterkunft. Die allermeisten Hotels sind recht neu und somit in einem ordentlichen Zustand.
Auch in Ksamil gibt es diverse einfachere Hotels und vor allem Zimmer zum Mieten (Hinweisschilder »Dhoma me qera«). Mehrere Hostels werben um Backpacker-Touristen.
Wenn Busse aus Tirana ankommen, warten in der Regel bereits Besitzer von Hotels und Hostels, um Gäste für ihr Haus zu gewinnen.

Insbesondere im Stadtzentrum gibt es entlang der Promenade auch ein reiches Angebot an Restaurants, zwischenzeitlich auch ein paar edlere. Meist wird Fisch oder italienische Küche angeboten.

Während der Saison gibt es diverse Open-Air-Diskotheken – Saranda wird zur Partystadt. Auch viele Hotels haben Bars mit zum Teil etwas lauter Musik.

 

Freizeit & Kultur

Saranda – erste Reihe im Abendlicht

Sarandas erste Reihe im Abendlicht

Im Sommer wird im antiken Theater von Butrint ein Festival organisiert mit verschiedenen Aufführungen. Ansonsten ist das kulturelle Angebot nicht allzu reichhaltig.

Sportliche Aktivitäten sind in der Region natürlich auch möglich, insbesondere alle Arten von Wassersport, aber auch Wandern ist  möglich, zum Beispiel im Nationalpark Butrint, wo auch Zugvögel beobachtet werden können. Im Hotel Butrinti gibt es sogar einen Tennisplatz und Wellness-Angebote.

 

Einkaufen

Touristische Artikel von der Luftmatraze über Sonnencrème bis zum Bikini finden sich überall. Im Stadtzentrum gibt es auch ein paar grössere Lebensmittelläden respektive Supermärkte, das Angebot ist aber nicht besonders. Zwischen Strandpromenade und Hafen liegt noch ein kleiner Früchte- und Gemüsemarkt.

Souvenirs aller Art finden sich in ein paar Geschäften im Stadtzentrum. Souvenirs und Ramsch wird auch an kleinen Städen entlang der Promenade angeboten.

 

Wetter

Kaktus & Gewitterwolken

Kakteen und Gewitterwolken

Dieser Ort ganz im Süden des Landes hat ein sehr trockenes Klima mit fast 300 Sonnetagen pro Jahr. Auch im Winter verbringt noch mancher Städter aus Tirana ein langes Wochenende hier. Denn die Temperaturen sind oft sehr angenehm, im Sommer meist heiss, aber dank der Meeresbrise noch erträglich. Das Meer sollte bis in den Oktober hinein Badetemperatur haben.

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