Albanien mit Rad und Velo

Albanien ist ein Paradies für Radfahrer: Es gibt viele tolle Landschaften mit hübschen Nebenstrecken. Auch wenn viele Routen herausfordernd sind und ein Radwegnetz fehlt, lässt sich das Land gut mit Fahrrad, Mountain Bike und Velo erkunden – vorausgesetzt, man weiss, wie man den gefährlichen Raserstrecken ausweichen kann.

In Albanien findet jeder sein geliebtes Terrain für jegliche Art von Fahrradreisen: endlose Single-Trails für Mountain Bikes, hübsche Nebenstrecken für gemütliche Radwanderer und auch einigermassen direkte Routen für die, die möglichst schnell vorankommen wollen.

Verkehssituation & Infrastruktur

Albanien: Fahrrad, Velo, Bike, Farradreisen, Radreisen, Radrouten

Verkehr in Shkodra

Radstreifen und Radwege sucht man meist vergeblich – erst in den letzten paar Jahren sind in Städten mancherorts ein paar Markierungen angebracht worden, die aber nicht allzu viel taugen. Der Verkehr in Albanien ist meistens eher chaotisch und regelfrei – aber das Chaos beschränkt sich auf ein paar Hotspots und manchmal kann man als Fahrradfahrer sogar obenauf schwimmen …

Wer wirklich quer durchs Land radeln will, der wird um ein paar unangenehme Situationen mit viel Verkehr kaum herumkommen. Es gibt aber fast immer eine gute Alternative zu den verkehrsreichen Hauptstrassen, und abseits der zu meidenden Schnellstrassen und einigen verstopften Innenstädten geht es meist sehr gemütlich zu und her, der Verkehr nimmt schnell ab und viele neue Strassen bieten genügend Raum für alle. Fast bis vollkommen verkehrsfrei ist der ländliche Raum abseits der Hauptstrassen – optimales Gelände für Radwanderer und Mountainbiker.

Autofreier Tag in Tirana

Autofreier Tag in Tirana

Zudem habe ich als ausländischer Radler die albanischen Autofahrer überraschend rückichtsvoll und geduldig erlebt: Gegenüber Ausländern zeigen sich die Albaner auch auf der Strasse recht freundlich. Und über ein Fahrrad, das in der Einbahnstrasse in die falsche Richtung fährt, regen sich hier nicht einmal die Polizisten auf.

Die einheimischen Radfahrer haben sich gut an die chaotischen Strassenverhältnissen im Land angepasst: Sie halten sich an keine Regeln, ob Rotlicht, Einbahnstrasse, Gehweg, Fahrverbot oder sogar auf der Autobahn in die Gegenrichtung … Davon können auch Velotouristen profitieren, die mal auf einen Gehweg oder den Strand ausweichen wollen. Ansonsten ist von solchen Regelverstössen aber besser Abstand zu nehmen, da sie meist unfallträchtige Situationen provozieren.

Im Verlaufe der Tageszeiten, Wochentage und Jahreszeiten kann das Verkehrsveraufkommen an gewissen Orten stark variieren. So sind im Juli und August viele Küstenorte und Küstenstrassen überfüllt.

Besondere Hinweise zur Verkehrssituation:

  • Autobahn Fahrradfahrer

    Keine gute Idee: Fahrradfahrer auf Autobahn

    Nie! Es gibt zahlreiche Strecken, die tabu sind für Radfahrer (Alternativen im Routenteil). Eigentlich sollte es logisch sein, dass man Autobahnen und Schnellstrassen nicht mit dem Rad befährt – aber da man hier immer wieder Touristen und Einheimische radeln sieht, seien diese und weitere  Todesstrecken doch aufgezählt:

    • SH1/E762 zwischen Shkodra und Lezha (die ersten ca. 5 km vor/nach Lezha und Shkodra sind auf gewissen Routen nicht vermeidbar)
    • E762/A1 zwischen Lezha und Fushë-Kruja
    • E851/A1 zwischen E762 und Kukës respektive Grenzübergang Morina (Kosovo)
    • SH1/E762 zwischen Fushë-Kruja und Kamza (keine Autobahn, aber viel Verkehr auf recht enger Strasse)
    • SH60 zwischen Flughafen und SH2 (keine Autobahn, aber viel Verkehr auf Raserstrecke)
    • SH2/A1 zwischen Durrës und Tirana
    • SH85 Umfahrung Durrës-Plazh
    • SH4 zwischen SH85 (Plepa – Durrës-Plazh) und Rrogozhina
    • A3 (zum Teil E852) zwischen Tirana und Elbasan (Autobahn)
    • SH4 zwischen Rrogozhina und Lushnja (teilweise keine Alternative vorhanden)
    • SH72 Umfahrung Lushnja
    • SH4 zwischen Lushnja und Fier (teilweise keine richtige Alternative vorhanden – Umweg über Berat möglich)
    • SH4/E853 zwischen Levan und Fratar
    • A2 zwischen Levan und Vlora
  • Skanderbeg-Platz am autofreien Tag »Tirana pa makina«

    Autofreier Tag in Tirana

    Radfahren in Tirana: Tirana ist sicherlich die Stadt Albaniens mit dem meisten Verkehr. Aber gerade wegen der vielen Staus kommt man mit dem Fahrrad oft ganz gut voran. Ungeeignet sind einige eher enge und sehr verkehrsreiche Strassen (Rruga e Durrësit im Innenstadtbereich, innerer Ring, äusserer Ring, Rruga e Kavajës zwischen innerem und äusserem Ring, SH1 nach Kamza). Recht sicher fährt sich aber auf den breiten Boulevards in der Innenstadt. Einige Strecken bieten auch Radstreifen, andere einen recht breiten äusseren Fahrstreifen oder einen menschenleeren Gehsteig. In den Seitengassen ist das Tempo sowieso meist gemächlich. Und bei Stau kann man sich zwischen den Kolonnen durchschlängeln.
    Insgesamt kommt man in Tirana mit dem Fahrrad gut voran, auch wenn natürlich ständig Vorsicht geboten ist. Achtsame, defensive Fahrer, die sich nicht die lokalen Kamikaze-Radler, die jedes Rotlicht ignorieren, als Vorbild nehmen, kommen mit etwas Selbstvertrauen und Anpassen an den Verkehrsfluss problemlos durch die Stadt.
    Ein beliebter Treffpunkt für Radfahrer ist besonders an lauen Sommerabenden der verkehrsbefreite Mutter-Teresa-Platz am südlichen Ende des Hauptboulevards vor der Uni. Man kann in Tirana auch an mehreren Orten Fahrräder mieten.

    Tor in der Stadtmauer

    Radfahrer in Elbasan

  • Radfahren in anderen Städten: In den anderen kleineren und grösseren Städten Albaniens ist der Verkehr meist absolut problemlos. Höchstens einzelnen Strecken wie Ausfall-, Durchgangs- und Umfahrungsstrassen können heikler sein. In der Regel steht Radfahrern aber genügend Raum zur Verfügung und die meisten Autos sind nicht schnell unterwegs – geübte Radfahrer können oft mit dem Verkehrsfluss mithalten. Natürlich gibt es mal einen Idioten, der zu fest aufs Gas drückt, aber mit heiklen Situationen muss man als Radreisender immer rechnen.
    In Durrës gibt es einen durchgehenden Radweg vom westlichen Hafenende bis zum südlichen Ende des Strandbereichs bei Plepla, ca. 7 km.
    Shkodra ist die albanische Fahrradhauptstadt. Hier ist von jung bis alt fast jeder mit dem Rad unterwegs.
  • Mit dem Fahrrad unterwegs in Südalbanien

    Mit dem Fahrrad unterwegs in Südalbanien

    Ausserhalb der Städte: Abgesehen von einigen verkehrsreichen Hauptstrassen, die leider oft auch reichlich Schwerverkehr aufweisen, geht es auf den albanischen Landstrassen meist sehr gemütlich zu. Auf Nebenstrecken ausserhalb der Zentren nimmt der Verkehrs schnell ab. Und meist sind die Geschwindigkeiten nicht hoch, da viele Strecken kurvenreich sind, der Asphalt immer wieder schlecht ist und manches alten Auto auch nicht mehr viel hergeben. Zwar werden immer mehr Strassen asphaltiert, aber noch immer gibt es sehr viele Naturstrassen, auf denen der motorisierte Verkehr kaum schneller ist als ein geübter Fahrradfahrer. Je kleiner und abgelegener ein Weg, desto grösser das Risiko, dass er über Fels oder sehr grobe Steine führt, die schlecht oder gar nicht zu befahren sind. Es gibt auch sehr fein geschotterte Strecken, die viel Balance erfordern. Auf wenig begangenen Wegen in der Natur ist auch mit viel stacheliger Vegetation zu rechnen, was immer wieder zu platten Reifen führt.
    Viele Hauptstrassen werden laufend erweitert und ausgebaut – an die Radfahrer und anderen Langsamverkehr wird dabei meist nicht gedacht. Auf gewissen Strecken gibt es leider keine Alternative zu diesen verkehrsreichen Hauptstrassen – gerade im Bergland fehlen oft fahrbare Alternativrouten. Bei den meisten Autobahnen und Schnellstrassen wurde zwischenzeitlich oder wird eine Parallelstrasse erstellt, die immer verwendet werden sollten, wo vorhanden. Auch wenn flache, gut asphaltierte Hauptverkehrsstrassen praktisch sind, um schnell Kilometer zu machen, raten wir dringend davon ab, diese zu befahren – auch auf einen grösseren Umweg sollte der Sicherheit wegen nicht verzichtet werden.

Terrain & Wetter

Bike am Strand

Bike am Strand

Abgesehen vom Küstenstreifen zwischen Shkodra und Vlora ist Albanien durchwegs hügelig bis gebirgig. Auch schon im küstennahen Hügelland kann es giftige Steigungen geben. Albanische Strassen führen fast nie in einer durchgehenden Steigung hoch oder halten die Höhe: Meist ist wegen des ständigen Auf-und-Abs mit deutlich mehr Höhenmetern zu rechnen als erwartet. Oder wie ein Sprichwort sagt: Albanien ist ein kleines Land, das aber zehn Mal grösser wäre, würde man es flach bügeln.

Grundsätzlich ist es in den Küstenregionen fast das ganze Jahr durch warm genug zum Radfahren, in den Bergregionen ist im Winter aber mit eisiger Kälte, Schnee und blockierten Strassen zu rechnen. Im Sommer wird es in ganz Albanien sehr heiss, so dass jegliche körperliche Betätigung ausserhalb des Wassers zur Qual wird. Niederschläge sind zu allen Jahreszeiten meist sehr heftig, auch wenn im Sommer selten und nicht von Dauer. Nach mehrtägigem Regenwetter, besonders im Winter und Frühling, ist damit zu rechnen, dass Natustrassen in den Ebenen überschwemmt und andere ungeteerte Strassen im ganzen Land wegen Schlamm schlecht bis gar nicht mehr befahrbar sind.

Ausrüstung & Reperatur

Radwechsel

Radwechsel

Je stabiler das Rad, desto besser. Für Strecken im hügeligen Gebiet abseits des Asphalts raten wir von schwerem Gepäck ab. Auf Trampelpfaden ist damit zu rechnen, dass ein Rad auch mal geschoben werden muss.

Mit einem Platten ist immer zu rechnen – auch auf asphaltierten Strassen sammelt sich viel Schmutz. Werkzeug und zumindest ein, zwei Ersatzschläuche sollte man also immer dabei haben. Ein paar Ersatzteile (zB. Speichen, Muttern, Schrauben) können auch nützlich werden.

In jedem grösseren Dorf sollte sich ein Automechaniker oder Reifenflicker finden, der bei einfachen Problemen helfen kann. In den grössten Städten ist mit etwas Mühe wohl fast jedes Ersatzteil aufzutreiben. Aber schon in mittelgrossen Städten wie Korça oder Saranda kann es schwierig werden, den passenden Schlauch zu finden. Fahrradhändler und -mechaniker (»biçiklist«) gibt es meist nur in grösseren Orten.

Natürlich gehören auch ordentliche Schlösser ins Gepäck. Die meisten Unterkünfte können eine sichere Verwahrung über Nacht anbieten – Hotels haben in der Regel auch Nachtwächter. In Privathäusern wird ein Fahrrad auch mal auf dem Balkon deponiert. Räder, die längere Zeit abgestellt werden (über Nacht), müssen immer gut verschlossen werden – jedes einfach abmontierbare Teil (Rad, Sattel) anketten oder mitnehmen.

Wer mehere Tage in Albanien unterwegs ist und dabei immer wieder auf Nebenstrassen und Wege ausweichen möchte, besorgt sich am besten eine lokale SIM-Karte. So kann man für wenig Geld immer seine lokale Position auf Google Maps nachverfolgen.

Anreise

Die Mitnahme von Fahrrädern in italienischen Zügen ist nicht ganz einfach. Am besten kommt man mit dem Nachtzügen ab München voran, danach geht es nur noch in Regionalzügen weiter – allenfalls mit Radtasche in Schnellzügen. Auf den Fähren ist die Mitnahme von Rädern kein Problem, aber die Fähre von Triest hat sehr lange und fährt selten, die anderen Fährhäfen (Ancona, Bari) liegen schon recht südlich.

Die Mitnahme von Rädern im Flugzeug ist wohl am einfachsten – die Zusatzgebühr liegt meist im Bereich von 60 € pro Strecke.

Radmiete & Reiseanbieter

Es ist kaum möglich, in Albanien gute Reisefahrräder oder Mountain Bikes zu mieten. Allenfalls können Reiseanbieter Räder vermitteln.

Radreisen werden zum Tei von Outdoor-Reiseanbietern organisiert. Für Touren empfiehlt sich das spezialisierte Unternehmen Ride Albania Mountain Biking (Schweizer Inhaber und Guide). Auch jede Art von Feedback zu den Routen ist sehr willkommen.

Rad im ÖV

Für längere Überlandstrecken ist das Verladen in Busse eine gute Alternative zum Kilometerbolzen auf verkehrsreichen Hauptstrassen oder im hügeligem Bergland.

In den Reisebussen, die zwischen den Städten verkehren, ist es meist kein Problem, Fahrräder mitzunehmen. Die Fahrer sind zwar oft nicht übermässig glücklich, aber Raum ist ja genügend vorhanden, wenn man das Vorderrad abmontieren kann. Manchmal sind aber auch kleinere Busse im Einsatz, die kaum Stauraum haben und keine Räder mitnehmen können.

In den Sammeltaxis (Furgon) ist es vom vorhandenen Stauraum und Gepäck anderer Passagiere abhängig, ob Fahrräder mitgenommen werden. Die meisten Fahrer machen aber fast alles möglich, um einen weiteren Passagier an Bord zu haben. Schwieriger wird es bei mehr als einem Fahrrad (allenfalls gegen Aufpreis).

Die Eisenbahn – die ja nur sehr spärlich und langsam verkehrt – hat in der Regel keinen Gepäckwagen oder Stauraum für Fahrräder. Albaner inklusive Lokführer haben aber oft schon auf kreative Weise Wege gefunden, um Räder mitzunehmen. Hier ist allenfalls etwas Verhandlungsgeschick gefragt.

Weitere Informationen zu Radreisen in Albanien

Fahrradparkplatz in Tirana

Fahrradparkplatz in Tirana

Die sehr ausführlichen Information von Thomas Longin auf der Website von Jan Cramer sind etwas in die Jahre gekommen, da der Strassenausbau der letzten Zeit nicht berücksichtigt wurde. Die Seite ist aber noch immer hilfreich:

Länderinformation Albanien

Einige Routenbeschreibungen inkl. GPS-Tracks zum Download finden sich unter www.mtb.al:

mtb.al – Trails

Einige grundlegende Informationen finden sich noch für die Region Montenegro-Shkodrasee-Albanische Alpen:

Cycling Trails Montenegro-Albania

Ausserdem gibt es im Internet zahlreiche Blogs von Radlern, die Albanien durchquert haben.

Bei den allermeisten Karten und Führern, die Radtouren verzeichnen, bestehen erhebliche Zweifel, dass diese Routen je mit einem Fahrrad abgefahren worden sind.

Gefahren beim Fahrradfahren

Radfahrer und Passanten in Shkodra

Radfahrer und Passanten in Shkodra

Wie bereits erwähnt, ist der Verkehr oft chaotisch und haarsträubend (die einheimischen Radfahrer sind noch schlimmer als die Autofahrer), aber gegenüber Fahrrädern meist nicht rücksichtslos und agressiv. Mit Idioten, irrationalem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer und Engstellen, wo dann plötzlich nicht mehr viel Raum zum überholenden Lastwagen bleibt, ist aber immer zu rechnen.

Der schlechte Strassenzustand verlangt von Radfahrern zusätzliche Aufmerksamkeit. Löcher in der Fahrbahn oder abrupt ändernde Strassenränder gibt es immer wieder. Bei Regen sind vor allem Pfützen eine Gefahr, da man die Tiefe nicht abschätzen kann oder auch mal komplett nass gespritzt wird. Nasse Strassen können auch rutschig sein.

Auf Fahrten über Land kann es immer wieder passieren, dass man giftigen Hunden begegnet. Es lohnt sich, abzusteigen und langsam vorbeizugehen, das Rad als Schutz zwischen sich und dem seine Herde beschützenden Hund zu platzieren – ausser man kann sehr schnell die Distanz zwischen sich und dem Hund vergrössern. In der Not kann es helfen, einen Stein aufzunehmen.

Mit einem Helm kann man sich nicht nur bei Unfällen schützen, sondern ist auch weniger der Sonne ausgesetzt. Auch wenn kaum jemand in Albanien einen Helm trägt, sollte man immer nur mit geschütztem Kopf radeln.

 

Routen

Werbende Bräute in Tirana

Werbende Bräute in Tirana

Auf der oben erwähnten Website von Jan Cramer finden sich viele Routenideen – auch wenn diese aufgrund des fortgeschrittenen Strassenbaus und stärkeren Verkehrs mit Vorsicht zu geniessen sind.

Unten erwähnte Routenbeschreibungen richten sich primär an Fernradler.

In unserem Forum wird gerne bei der Routenplanung geholfen.

Radroute Montenegro – Shkodra – Tirana

Volker Grundmann hat übersichtliche Radkarten für die Küstenebene nördlich von Tirana bis zur montenegrinischen Grenze erstellt. Darin sind vorzüglich diverse Routenoptionen verzeichnet: eine optimale Strecke, eine Bummelstrecke durch die Natur, anspruchsvollere Bergrouten. Diese Karten können über uns bezogen werden.

Wichtige Hinweise:

  • Zwischen Shkodra und Tirana nicht auf den neuen Schnellstrassen fahren (die von Google für Autos bevorzugte Strecke)!
  • Grenze bis Shkodra: Hauptstrasse ok – zum Teil gut Verkehr, aber kein Problem
  • Shkodra nach Lezha: empfohlen über Vau-Deja und Kallmet; etwas direkter, aber mehr Verkehr auf der Route Bushat – Gjadër – Lezha
  • Lezha nach Fushë-Kruja: direkte Route auf der alten Strasse über Milot und Laç
  • Fushë-Kruja nach Tirana: empfohlen über Nebenstrassen und Wege östlich parallel zur SH1

Radroute Hafen Durrës – Tirana

Zwischen Durrës und Tirana gibt es durchgehend Nebenstrassen parallel zur Autobahn. Die direkteste Verbindung verläuft über weite Strecken parallel zur Autobahn oder über andere recht verkehrsreiche Hauptstrassen. Eine Alternativroute ist etwas weiter, versucht aber dem Verkehr weitmöglichst auszuweichen. Eine weitere Route führt durchs Erzen-Tal weiter südlich weitgehend auf Naturwegen und kleinen Nebenstrassen mit Ausweichoptionen auf die Hauptstrasse bei Stücken, die mit Gepäck nicht passierbar sind. Allenfalls kan man im Erzen-Tal auch durchgehend auf der Hauptstrasse fahren, die aktuell (2017) wegen schlechter Strassenqualität nur wenig Verkehr aufweist.

Routen auf Google Maps

  • Route rot (Express): direkt, einiges Verkehr, entlang Autobahn
  • Route grün (Bummelstrecke): im Grünen, teilweise über Feldwege
  • Route lila (Erzen-Tal): nicht mit viel Gepäck empfohlen, ungetestet

Klicken auf Kartenelemente bietet weitere Informationen. Daten können heruntegeladen werden (3 Punkte oben links neben Titel). Zuunterst in der Legende kann auf Satellitendarstellung gewechselt werden.

Radroute Hafen Durrës – Rrogozhina

Für die Strecke von Durrës nach Süden benötigt man auch wieder Alternativen zur Autobahn. Der Verkehr in der Region ist nicht allzu stark, abgesehen vom Hochsommer, wenn die Strände aus allen Nähten platzen. Dann empfiehlt es sich, möglichst weit weg vom Strand und dem Verkehrschaos zu fahren. Die direkteste Verbindung verläuft wiederum über weite Strecken parallel zu dieser mit entsprechend Lärm und Dreck – leider sind in einigen Bereichen südlich von Kavaja die Paraellelstrassen noch nicht fertiggebaut, so dass man etwas am Strassenrand improvisieren muss. Eine Alternativroute macht einen weiten Bogen nach Westen entlang der Küste und tollen Landschaften mit einem kurzen Schiebestück am Strand und einigen Feldwegpassagen. Drei weitere Routen führen auf direkterer Route abseits der Autobahn mit mehr oder weniger Asphalt nach Süden: zwei in der Ebene westlich von Kavaja durch die Dörfer respektive auf Nebenstrecken, eine östlich der Küstenebene durch die Hügel, fast durchgehend auf Naturwegen.

Routen auf Google Maps

  • Route rot (Express): direkt, einiges Verkehr – zwischen Kavaja und Rrogozhina an den markierten Stellen noch nicht empfohlen wegen unvollendeter Parallelstrasse
  • Route gelb (Beach & Hills): interessanter Umweg durch hübsche Landschaft am Meer entlang, Naturwege, zwei Campingplätze am Strand, einige Höhenmeter und Fahrradtragen am Strand inklusive
  • Route braun (durch die Felder): direktere Alternativen ohne unnötige Höhenmeter – dick braun führt durch lebhafte Dörfer, dünn braun recht abgelegen auf viel Naturstrasse
  • Route grün (Berge): nicht mit viel Gepäck und nur bei gutem Wetter empfohlen, ungetestet: einiges an Höhenmeter und zum Teil nur einfache Wanderwege

Klicken auf Kartenelemente bietet weitere Informationen. Daten können heruntegeladen werden (3 Punkte oben links neben Titel). Zuunterst in der Legende kann auf Satellitendarstellung gewechselt werden.

Radroute Tirana – Elbasan

Die Strasse ist mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden: Der Krraba-Pass ist über 800 Meter hoch und ein rund fünf Kilometer langes Streckenstück, wo die Autobahn noch nicht fertiggebaut wurde, ist verkehrsbelastet. Für diesen Strassenabschnitt zwischen Iba und Mushqeta gibt es keine Umfahrungsmöglichkeiten. Und leider sind diese fünf Kilometer auch eng und teilweise steil. Bis zum Ende dieser Strecke fährt aber regelmässig ein städtischer Bus – die Station ist als »Lapidar« bekannt –, womit man sich auch reichlich Höhenmeter spart.

Man sollte hier darauf achten, nicht versehentlich auf der Autobahn zu landen. Die grünen »Elbasan«- und »Tirana«-Schilder sind also kein guter Richtungsweiser. Die blauen Schilder entlang der alten Überlandstrasse verweisen meist nur auf das nächstgrössere Dorf und helfen nicht viel weiter. Tendenziell die flachere Route bevorzugen und bei Bedarf die nächstbeste Person fragen.

Die letzten rund 30 Kilometer mit den letzten 400 Höhenmetern von der Abzweigung bei Krraba, wo die Strecke zum Autobahntunnel abgeht (Fahrverbot für Fahrräder) sind fast verkehrsfrei, da die Masse die schnellere neue Route fährt. Auf der anderen Seite in der Ebene westlich von Elbasan gibt es Nebenstrassen, die sich gut eignen, um der verkehrsbelasteten Hauptstrasse auszuweichen.

Radroute Rrogozhina – Elbasan – Qafë-Thana – Pogradec – Korça

Im ersten Abschnitt zwischen Rrogozhina und Elbasan gibt es immer wieder die Möglichkeit, auf Nebenstrassen am Südufer des Shkumbin auszuweichen. Auf der Hauptstrasse, der »Paneuropäischen Verkehrsaches VIII« fahren viele Lastwagen, aber dank ausreichender Strassenbreite fährt man hier recht problemlos.

Elbasan durchquert man möglichst zentral – die Umfahrungsstrasse ist weniger hübsch.

Von Elbasan nach Korça kann man die Route über Gramsh wählen, wenn man dem Verkehr ausweichen möchte. Man vermeidet so auch Passfahrten, macht aber trotzdem reichlich Höhenmeter. Ab Gramsh führt die Strecke durch teilweise sehr menschenarmes Bergland und eindrückliche Schluchten entlang des Devoll-Flusses. Hier werden aktuell auch Staudämme gebaut, was zu kurzzeitigen Strassensperrungen, Bauverkehr und Strassenschäden führen kann.

Die Strecke von Elbasan nach Pogradec via Librazhd ist recht verkehrsreich, wobei auch Schwerverkehr dazugehört. Die Strasse durchs Shkumbintal ist oft recht schmal und kurvenreich – etwas Auf-und-Ab gehört auch dazu. Ab Qukës geht es dann in 16 Kilometern die letzten 500 Meter bis zum Qafë Thana hoch (937 m; zum Grenzübergang nach Mazedonien geht es nochmals 100 Meter rauf). Der letzte Teil der Passstrasse ist recht breit ausgebaut– der weniger breite Abschnitt zwischen Qukës und Prrënjas könnte man auf teilweise unasphaltierten Nebenstrassen über Golik umfahren (von hier könnte man auf Pisten durch die Berge auch nach Pogradec gelangen).  Auch die Ostseite am Qafë Thana ist gut ausgebaut (240 Höhenmeter). Danach geht es am Ohridsee auf neuer Strasse nach Pogradec – etwas weniger Schwerverkehr hier.

Südlich von Pogradec ist nochmals ein rund 200 Meter hoher Anstieg zu überwinden. Einen guten Teil des engen und steilen Strassenstücks lässt sich auf einem Natursträsschen machen (auf der letzten Geraden vor dem Anstieg nach halber Strecke rechts nach Süden abbiegen, dann bald sehr steil).  Auf der Südseite geht es ohne grossen Höhenunterschied in die Ebene von Korça über – die Strasse ist recht breit, aber halt die Hauptverkehrsachse der Region. Wer direkt nach Griechenland will, kann nach ein paar Kilometern abzweigen und der Ebene auf einer Nebenstrasse am Ostrand folgen. Wer nach Korça möchte, kann sich etwas mühsam auf Nebenwegen durch die Ebene durchschlagen.

Radroute Rrogozhina – Fier

Dieser Streckenabschnitt ist eines der grossen Sorgenkinder für Radfahrer. Wer nicht bereit ist, auf Nebenwegen, die oft unasphaltiert sind, weite Umwege zu fahren, sollte wohl in Betracht ziehen, sein Rad in den Bus zu verladen.

Die Umfahrung auf verkehrsarmer Route ( Route auf Google Maps) führt vom Kreisverkehr bei Tërbuf südlich der Shkumbinbrücke nach Westen. Bei Divjaka ist ein Abstecher in den Nationalpark an der Küste empfehlenswert (Strand, Lagune). Vom Städtchen Divjaka geht es nach Süden. In Babjuna verlässt man die asphaltierte Strasse und hält weiter nach Süden. Im Dorf Agim erreicht man wieder den Asphalt. Südlich von Libofsha trifft man dann auf die Eisenbahn. Bei Mbrostar erreicht man wieder die Nationalstrasse, der man über die Seman-Brücke nach Fier hinein folgen muss.

Zwischen Rrogozhina und Lushnja fehlt mehrheitlich eine Parallelstrasse zur Schnellstrasse. Der unasphaltierte »Pannenstreifen« ist kein guter Ersatz. Feldwege in der Ebene sind hier eine bessere Alternative, auch wenn sie nicht der direkten Route folgen.

Im Abschnitt zwischen Lushnja und Ardenica ist die Situation gleichschlecht: Es gibt keine ordentlichen Parallelstrassen zur Schnellstrasse. Wiederum muss man sich auf Feldwegen im Zickzack einen Weg durch die Ebene suchen. Ab Ardenica (Kreisverkehr) kann man auf die alte Strasse ausweichen. Erst ein paar Kilometer nördlich von Fier wird es nach dem Ende der Schnellstrasse verkehrsreich. Eine gute Alternative hier ist es, von Lushnja zuerst nach Süden in Richtung Berat zu fahren und dann der Strasse Fier–Berat zu folgen.

Radrouten nach Berat

Nach Berat führen eher verkehrsreiche oder bergige Strassen.

Von Lushnja nach Berat führt eine neu ausgebaute Strasse, die genug Raum lässt für den mittelstarken Verkehr und Fahrräder. Aber wie oben erwähnt, ist Lushnja schwer zu erreichen. Weniger Verkehr gibt es auf der weniger guten Strasse von Fier nach Berat. Eine Variante ist, von Fier-Shegan (ein kleines Dorf südlich von Lushnja) auf Nebenstrassen nach Kuçova und von dort auf Feldwegen nach Berat zu fahren: etwas weiter, aber abgesehen von den ersten vier Kilometern bis Fier-Shegan abseits der Hauptstrassen.

Alternativ empfiehlt sich die Anfahrt von Nordosten auf kleinen Nebenstrassen: Eine Route führt von Elbasan über Cërrik und Gostim  durchs Devoll-Tal nach Kuçova (eventuell noch nicht ganz durchgehend asphaltiert). Die andere Route ist etwas anstrengender und führt durch die landschaftlich abwechslungsreiche, hügelige Dumreja von Cërrik über Bellsh und Grekan nach Kuçova.

Südlich von Berat ist die Landschaft bergig – die Landschaft entschädigt sicherlich für die Anstrengungen. Auch die Asphaltstrasse durchs Osum-Tal nach Poliçan und Çorovoda ist kaum je flach: Fast immer führt die Strasse in ständigem Auf-und-Ab hoch über dem Fluss entlang. Die Routen von Berat nach Këlcyra und von Çorovoda nach Süden sind komplett unasphaltiert und anstrengend.

Radroute von Fier nach Vlora

Die ersten acht Kilometer vom südlichen Stadtrand bis Levan sind verkehrsreich, eng und mit einem steilen Anstieg verbunden. Wer diese unschöne Passage vermeiden will, muss auf unasphaltierte Nebenstrassen ausweichen. Eine Alternative ist ein Ausflug zur antiken Stätte Apollonia, die zehn Kilometer westlich von Fier liegt. Vom Dorf Pojan kann man auf Feldwegen am Hügelfuss entlang nach Levan gelangen.

Zwischen Levan und Vlora gibt es einen Autobahnabschnitt, der sich gut auf der alten Strasse etwas östlich umfahren lässt. Im Gegensatz zur Autobahn ist dieser Weg mit ein paar Höhenmetern verbunden, die aber durch hübsche Olivenhaine führen. Am nördlichen Stadteingang von Vlora wird es nochmals eng bei reichlich Verkehr.

Radrouten in Südalbanien

In Südalbanien gibt es oft keine Alternativen zu den Hauptverkehrsstrassen. Man muss sich die Routen also mit allen anderen Verkehrsteilnehmern teilen. Der Verkehr ist meist mässig, die Strassen aber doch oft nicht besonders breit. Gerade in den Steigungen und engen Kurven kann es schon mal unangenehm werden.

Die Schnellstrasse von Levan nach Tepelena ist für Radfahrer gesperrt. Radfahrer müssen über die alte Strasse von Fier über Ballsh nach Tepelena fahren. Diese Route ist mit reichlich Höhenmetern verbunden. Von Memaliaj über Tepelena nach Gjirokastra nimmt der Verkehr tendenziell zu und die Landschaft lässt wenig Raum für Fahrradfahrer. Zwischen Gjirokastra und der Grenze ist die Strasse etwas breiter, aber der Verkehr auch schneller.

Zwischen Gjirokastra und Saranda liegt ein 600 Meter hoher Pass. Für den Aufstieg von Westen bietet sich die nicht durchgehend asphaltierte Strecke über Delvina an, die weniger steil ist und viel weniger Verkehr aufweist.

Von Vlora nach Saranda ist man auf die eher schmale Küstenstrasse angewiesen. Im Hochsommer kann der Verkehr auf der meist eher schmalen Strasse stark zunehmen. Zu beachten ist, dass die zumal sehr steile Strasse mit dem über 1000 Meter hohem Llogara-Pass noch viele weitere Höhenmeter in den Hügeln hoch über der Küste aufweist – die sensationelle Küstenlandschaft gibt es nicht umsonst.

Alle anderen Strassen weisen kaum Verkehr auf und können problemlos befahren werden.

Radrouten in Nordostalbanien

Wer mit dem Rad in Richtung Kosovo fahren möchte, braucht eine gute körperliche Verfassung, sind doch mehere Pässe und viele Kilometer zu überwinden. Da der Verkehr sich auf die Autobahn »Rruga e Kombit« konzentriert, sind die anderen Routen (Rrëshen – Fushë-Arrëz – Kukës, Puka – Fushë-Arrëz – Kukës, Vau-Deja – Koman – Fähre – Bajram Curri) sehr ruhig, aber über weite Strecken auch in schlechtem Zustand. Ein Highlight ist natürlich letztgenannte Route, wobei das Stück nicht im Sattel mit der Fähre am eindrücklichsten ist). Von Milot über Rubik nach Rrëshen kann man auf die alte Strasse ausweichen. Wer in Richtung Mat möchte, hat keine richtige Alternative zur Hauptverkehsachse, die in diesem Abschnitt nicht zur Autobahn ausgebaut ist. Zwischen Kukës und der Grenze gibt es stellenweise keine Parallelstrasse – meist finden sich aber Reste der alten Strasse oder Nebenwege.

Die Strecken in die Dörfer in den Albanischen Alpen sind ebenfalls problemlos befahrbar, auch wenn die Kondition stark gefordert ist. Die Strassen nach Valbona und von Han i Hotit nach Vermosh sind asphaltiert, ebenso die Strecke von Koplik nach Theth bis Boga und den Pass hoch. Alle unasphaltierten Strecken sind meist in schlechtem Zustand und nur schwierig zu befahren.

YouTube-Video einer Tour von Kukës nach Norden und zurück via Kosovo
(Eindrücke von Strassenverhältnissen, Verkehr etc.)

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