Morava-Gebirge mit Mborja und Dardha

Morova-Gebirge: Blick von Korça nach Süden dem Fusse des Gebirges entlang

Morova-Gebirge: Blick von Korça nach Süden dem Fusse des Gebirges entlang

Das Morava-Gebirge ist ein hoher Bergzug, der sich im Südosten Albaniens gleich südlich von Korça erhebt. Ein Teil des Gebirges ist Nationalpark. Südwestlich der Stadt liegen aber auch mehrere interessante Dörfer: Mborja mit einer alten Kirche am Stadtrand von Korça, das hübsche Drenova am Rand des Berges, das für seinen Maulbeer-Raki und Kloster bekannte Boboshtica sowie Dardha auf 1300 Metern mit seinen Gassen und Steinhäusern. Vor den Toren von Korça wird dem Besucher somit viel Kultur in schönster Berglandschaft geboten – und das meiste ist bequem erreichbar.

Morava-Gebirge

Strasse durchs Gebirge nach Dardha

Strasse durchs Gebirge nach Dardha

Der Morava-Berg ist bis zu 1806 Meter hoch, ragt somit steil rund 1000 Meter aus der Ebene. Der Bergzug ist kaum bewohnt – nur im Südwesten  im Übergang zu anderen Bergen liegt, bereits auf der südlichen Seite des Hauptkamms, das Dorf Dardha. Entlang des Fusses des Gebirges zieht sich eine Reihe von gemütlichen Dörfern. Die Bergwelt des Morava-Gebirges eignet sich gut für Ausflüge, zu Fuss oder mit dem Allradfahrzeug.

Auch mit normalem PKW kann man in Korça den Berg hochfahren (vor der Brauerei links hoch) bis zum Ausflugsrestaurant. Ein kurzer Spaziergang führt zur Kapelle mit der sensationellen Aussicht über ganz Korça und dem von Weitem sichtbaren Kreuz.

Drenova-Nationalpark

Berge bei Drenova

Berge bei Drenova

Schwieriger zu erreichen ist der Drenova-Nationalpark. Ab Dorfeingang von Drenova geht es auf einer unasphaltierten Piste durch einen tiefen Bacheinschnitt den Berg hoch. Nach einigen Kilometern durch vegetationsarme Gegend wird ein altes Bergwerk erreicht. Hier beginnen der Bergwald und der Nationalpark. Der weiter ins Gebirge hinein führende Weg wird noch schlechter. Im Park finden sich nicht nur grosse Tannenwälder, sondern auch schöne Felsformationen, die sich gut für eine Rast eignen und an ein Kamel erinnern. Wer es hierhoch zum »Guri i Cjapit« schafft, sei es zu Fuss oder motorisiert, wird also mit einem ungewöhnlichen Naturdenkmal belohnt.

 

Dardha

Dardha: altes Haus

Dardha: altes Haus und Brunnen

Das Dorf Dardha liegt richtig hoch in den Bergen auf 1300 Metern. Abgeschieden in den Bergen hat es mit seinen alten, zumal stattlichen Steinhäusern einen ganz eigenen Charakter. Ihre Architektur mit den steinbedeckten Dächern ist einmalig für Albanien. Dardha bietet nicht nur viel frische Luft und Natur, sondern ist auch für seine Küche weitbekannt.

Ein kleines, asphaltiertes Strässchen führt tief in ein Tal hinein, immer höher, an Albaniens einzigem Skilift vorbei, über den Pass und weiter bis Dardha – eine hübsche Fahrt durch die Bergwelt, die ab Korça etwas 45 Minuten dauert. Wer ohne 4×4-Fahrzeug unterwegs ist, parkt besser am Ortseingang, bevor es steil über die mit Steinen belegten Strasse ins Dorf hinuntergeht.

Quelle in Dardha

Quelle in Dardha

Dardha ist beliebt, um der Hektit der Städte zu entfliehen. Es gibt diverse Restaurants, Hotels und Gasthäuser. Man hat die Möglichkeit, die Berge rundherum auf ausgeschilderten Wanderwegen zu erkunden oder einfach durch das hübsche, kleine Dorf zu spazieren. Die engen, teilweise steilen Gassen sind noch verschont von Autoverkehr, es hat kaum neue Gebäude. So fühlt man sich schnell um Jahrzehnte zurückversetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Dörfern sind hier die Häuser nicht hinter hohen Mauern versteckt, sondern präsentieren sich oft stolz. Man passiert Kirchen und diverse Quellen und Brunnen.

Am Hauptplatz gibt es eine Touristeninformation und ein Informationsschild, auf dem verschiedene Wanderungen und Spaziergänge durch den Ort zu den wichtigsten Monumenten aufgezeichnet sind.

Dardhas Skilift ist der einzige des Landes. Es handelt sich um einen kurzen, einfachen Tellerlift – für die meisten Schweizer eine bessere Übungsanlage. Daneben gibt es noch einen Schleppseil für Anfänger. Die Anlage läuft bei ausreichend Schnee und ordentlichem Wetter. Bei guten Verhältnissen kann sich die Saison bis in den März erstrecken.

 

Boboshtica

Boboshtica: Orthodoxe Kirche

Boboshtica: Orthodoxe Kirche

Boboshtica ist ein kleines Dorf an der Strasse nach Dardha am Fusse der Berge. Das ursprünglich von einer Mazedonisch sprechenden Minderheit bewohnte Dorf. Es gibt eine kleine Kirche und ein Kloster, zu dessen historischen Kirchlein noch ein neues Konvikt hinzugefügt wurde.

Auch dieses Dorf ist beliebt als Ausflugszziel: Es gibt mehrere Restaurants in der Umgebung. Beliebt ist der aus Boboshtica stammende »Raki mani«, der aus Maulbeeren gemacht wird. Früher wurden hier Seidenraupen gezüchtet, weshalb man viele Maulbeerbäume angepflanzt hat. Die Dorfbewohner fanden aber noch andere Wege, die Maulbeerbäume zu nutzen …

 

Mborja

Auferstehungskirche von Mborja

Marienkirche von Mborja

Das Dorf Mborja liegt direkt vor den Toren von Korça. Dem Hauptboulevard folgend an der Brauerei vorbei immer weiter den Hügel hoch kommt man von Korça in den angrenzenden Ort. Auf der Strasse bleibend, im Zweifelsfall sich links haltend, erreicht man bald die Sehenswürdigkeit des Ortes, die Auferstehungskirche. Das kleine Marienkirchlein stammt aus dem 13. Jahrhundert. Nicht nur wegen ihres Alters  zählt die Kirche zu den wichtigsten Kulturgütern der Region: Von Aussen unscheinbar, finden sich im Innern schöne Wandmalereien.

Um Einlass in die Kirche zu erlangen, fragt man am besten Kinder, andere Passanten vor Ort oder im nahen Laden nach dem Schlüssel (albanisch: »çelësi«). Von Korça aus ist der Besuch der Kirche sogar als längerer Spaziergang machbar.

 

Transport

Touristenwegweiser mit Hinweis auf Dardha

Touristenwegweiser mit Hinweis auf Dardha

Ausgangspunkt für die Region ist Korça. Von hier aus lassen sich die Dörfer gut erkundigen – alle sind über asphaltierte Strasen erschlossen.

  • Auto – Die Wegbeschreibungen starten in Korça beim Kreisel am Boulevard südlich der Kathedrale.
    Nach Mborja und Drenova folgt man dem Boulevard nach Osten. Für Drenova biegt man 100 Meter nach dem Ende des grünen Mittelstreifens rechts ab, am nächsten Kreisel links am Friedhof vorbei. Für Mborja folgt man einfach dem Strassenverlauf.
    Nach Boboshtica und Dardha am einfachsten zuerst nach Westen bis zum nächsten Kreisel, von dort nach Süden und dann über den äusseren Ring von Korça hinaus weiter nach Süden in Richtung Erseka. Nach nicht ganz drei Kilometer ist links die Abzweigung nach Dardha in südliche Richtung ausgeschildert. Boboshtica ist nach drei weiteren Kilometern erreicht, die Strasse nach Dardha umgeht den Ort im Osten, noch ca. zwölf Kilometer durch die Berge.
    Ausser den Zugangsstrassen zu den Dörfern sind die allermeisten Wege zurzeit unasphaltiert und in schlechtem Zustand – eher für Maultiere und Fussgänger sowie erfahrene Offroader.
  • Öffentlich – Die Dörfer sind von Korça aus sicherlich auch gelegentlich mit Bussen oder Furgon zu erreichen. Für Details muss man sich vor Ort erkundigen – zur Not direkt beim Furgon-Abfahrtsplatz beim Basar.

 

Essen & Trinken & Schlafen

Zum Übernachten bieten sich natürlich die Hotels in Korça an. Eine gute Alternative sind die Hotels und Gasthäuser in Dardha. Auch hier steht ein weites Spektrum von einfacheren Unterkünften bis zu einem Spitzenhotel – für albanischen Verhältnisse – zur Verfügung: mit Zentralheizung, Kamin-Lounge, Spa etc.

Essensmöglichkeiten finden sich einige in Boboshtica und Dardha. Auch hier bietet sich ein Aufenthalt im Bergdorf an, das für seine zahlreichen kulinarischen Spezialitäten bekannt ist.

 

Aktivitäten

Nebest dem Skilift »Bigell« bei Dardha eignen sich die Berge im Sommer natürlich zum Wandern. Es gibt viele Wege, aber nur rund um Dardha einige markierte Wanderwege. Im Internet finden sich ein paar Routenvorschläge für Korça, Drenova und Dardha.

 

Wetter

Feuersalamander in Dardha

Bei schlechtem Wetter kriecht schon mal ein Feuersalamander über die Wege in Dardha

Wegen der Höhe  und der Berge ist das Klima hier etwas frischer und feuchter als in weiten Teilen Albaniens. Wie überall im Gebirge ist bei Ausflügen in die Morava-Berge mit ungemütlichen Wetterumschwüngen zu rechnen, sei es ein Sommergewitter oder ein Schneesturm im Winter.

Natürlich kann es in der Region auch schön heiss werden im Sommer.

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