Berat

Stadtteil Gorica

Stadtteil Gorica

Berat ist wohl die schönste Stadt Albaniens – natürlich schon etwas kleiner als Tirana, leider auch nicht am Meer, aber doch reizvoll am Beginn der Berge gelegen und mit der schönsten ottomanischen Altstadt weit und breit. Von ihr hat sie auch den Übernamen »Stadt der 1000 Fenster«. Im Gegensatz zu den meisten anderen albanischen Städten ist hier vieles auch auf Touristen ausgerichtet. Und dank der zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Ausflügsmöglichkeiten ins Umland durchaus auch einen mehrtägigen Aufenthalt wert.

Lage

Blick über die Stadt

Blick über die Stadt

Berat liegt südlich der grossen Myzeqe-Ebene in Mittelalbanien, wo allmählich die Berge beginnen. Der aus den südalbanischen Berge kommende Fluss passiert hier einen letzten Engpass.

Die Stadt teilt sich in mehrere Quartiere: Von Norden kommend passiert man erstmals die moderne Neustadt. Etwas weiter passiert man den Stadtteil »Gorica« am rechten Flussufer, während hoch über dem Fluss die Burg (Stadtteil »Kalaja«) thront. Am südöstlichen Hang des Burghügels liegt der Stadtteil »Mangalem«, im flache, südlich anschliessenden Gebiet, wo früher der Basar lag, liegt das Zentrum der Stadt, aus kommunistischen Bauten bestehend.

Die alten Handelsrouten, wegen denen vor über 2000 Jahren die Stadt gegründet wurden, sind heute nicht mehr von Bedeutung. Das Tal ist eigentlich eine Sackgasse: Die südlich angrenzende Region »Skrapar« ist nur über eine einzige asphaltierte Strasse zu erreichen – von Berat aus.

Stadtbesichtigung

Mangalem und Burghügel

Mangalem und Burghügel

Besucher fahren in der Regel bis ins Zentrum der Stadt, wo sich auch die meisten Hotels befinden. Von hier aus kann alles zu Fuss erkundet werden.

Welchen Stadtteil man sich zuerst vornimmt, spielt eigentlich keine grosse Rolle. Man sollte seinen Weg aber so planen, dass man die Museen vor Türschluss am späten Nachmittag erreicht.

Es lohnt sich, durch alle drei historischen Stadtteile zu spazieren. Jedes hat doch einen etwas eigenen Charakter und Sehenswürdigkeiten.

Am Fuss des Burghügels im Stadtteil Mangalem befindet sich auch eine Touristeninformation (direkt an der Hauptstrasse), machte aber 2015 einen eher verwaisten Eindruck – vermutlich neu am grossen Platz im Stadtzentrum. Dort und am Eingang zur Burg wurden mal Audioguides vermieten. Falls es diese nicht mehr gibt: Ein neues App für Android hilft weiter (VisitBerat).

 

Mangalem & Zentrum

Vom historischen Zentrum der Stadt ist leider nicht mehr viel zu sehen, da der Basar von den Kommunisten zerstört und durch moderne Neubauten ersetzt worden ist. Gleich am Hauptplatz befindet sich noch ein einzelner Bau, die Bleimoschee (Bild unten). Diese typische Einkuppelmoschee stammt aus dem Jahr 1554 und verfügt über eine aufwändige Bautechnik. Im Inneren ist aber nach Restaurierungen keine alte Patina mehr erhalten. An der nächsten Ecke des Platzes befindet sich die neue Orthodoxe Kathedrale.

Hof hinter der Köngismoschee mit Halveti-Tekke

Hof hinter der Köngismoschee mit Halveti-Tekke

Folgt man vom Platz der Hauptstrasse richtung Burghügel, gelangt man nach 300 Metern an eine Kreuzung, wo die Strasse zur Burg hoch abgeht. An dieser Kreuzung befindet sich östlich die Königsmoschee, mit Baujahr 1492 noch etwas älter als die Bleimoschee und noch ohne Kuppel. Das Innere jenseits der hübsch gestalteten Pforte ist durchaus sehenswert: schöne Holzdecke und Empore. Gleich hinter der Moschee liegen noch zwei bedeteunde Kulturdenkmäler. Die Halveti-Tekke ist ein Gotteshaus des Sufiordens der Halveti aus dem Jahr 1785. Interessant ist hier vor allem die Innenausstattung mit prächtiger Deckenmalerei, Holzschnitzereien und farbenfrohen Fenstern. Neben dem Hauptraum liegt noch unterm gleichen Dach eine Türbe, die Gräber wurden aber entfernt. Gleich nebenan liegt die alte Karawanserei, die wohl zum Kloster der Halveti gehört hatte. Es handelt sich um einen länglichen Bau mit Stallungen und Lagerräumen im Erdgeschoss und den Schlafkammern darüber.

Junggesellenmoschee

Junggesellenmoschee

Auf der anderen Strassenseite, etwas versetzt, gelangt man durch ein historisches Tor auf einen weiteren Hof. Hier befand sich früher der Palast des Pascha (Selamllek), von dem noch einige Ruinen erhalten sind wie das soeben passierte Tor. Viele der Säulen, die hier verbaut wurden, stammen aus dem antiken Apollonia bei Fier. Andere Mauern werden dem Harem zugeschrieben. Der moderne Kulturpalast auf der andere Strassenseite Richtung Süden beherbergt auch eine kleine Kunstgalerie.

Folgt man der Strasse noch etwas weiter Richtung Fluss, stösst man schnell auf eine weitere Moschee, die wiederum einen anderen Baustil aufweist. Die Junggesellenmoschee aus dem Jahr 1826 fällt auf, da sie zweigeschossig ist: Unten gegen die Strasse ein paar Ladenlokale, darüber mit Zugang auf der Bergseite die Moschee. Ein Besuch lohnt sich wegen den reichen Wandmalereien (oft verschlossen, aber kurz vor Gebetszeit sicherlich offen). Von hier aus kann man gut noch etwas durch die Gassen des Quartiers Mangalem streifen oder der Strasse am Fluss entlang folgen und nachzählen, ob die Stadt wirklich 1000 Fenster hat.

Michaelskirche hoch über Osum

Michaelskirche hoch überm Osum

Bei den letzten Häusern der Strasse am Fluss führt eine Treppe steil zur Michaelskirche hoch. Die Kirche aus dem 14. Jahrhundert besticht durch ihre einmalige Lage hoch über dem Fluss – von hier aus hat man eine schöne Aussicht über die Stadt. In einer Höhle nebenan lebten Einsiedler, die die Wände mit Fresken bemalten. Den Schlüssel (»çelësi per kishën«) organisiert man sich in einem Haus unten bei der Treppe – besser bevor man die 60 Meter hochsteigt.

Eine weitere bedeutende Sehenswürdigkeit des Stadtteils Mangalem ist das Ethnographische Museum. Von der Kreuzung bei der Königsmoschee rund 200 Meter die Strasse, die zur Burg hoch führt, lang, dann rechts ab. Weitere Details zum Museum sind unten zu finden.

Die Fussgängerzone zwischen Osum-Ufer und Innenstadt ist ein beliebter Treffpunkt für den abendlichen Spaziergang. Am zentralen Platz am südlichen Ende der Fussgängerzone sollte sich jetzt auch eine Touristeninformation befinden.

Kalaja (Burg)

Gasse in der Burg

Gasse in der Burg

Die Burg von Berat ist nicht einfach nur eine Burg, sondern ein Stadtteil, wo noch immer Menschen wohnen und es früher Dutzende von Kirchen und Moscheen gegeben haben soll. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der guten Aussicht und der alten Festungsmauern. Interessant sind vor allem das Onufrimuseum, einige der kleinen Kirchen und die Reste einiger der ältesten Moscheen des Landes.

Der Anstieg die fast 200 Meter zum Burghügel hoch ist nicht ganz ohne. Neben dem gepflasterten Strässchen, das von der Kreuzung bei der Königsmoschee zum Haupttor hochführt, gibt es auch diverse kleine Pfade der Einheimischen. Von Norden führt zudem eine öffentliche Fahrstrasse hoch (geht am Kreisverkehr beim ehemaligen Textilkombinat ab). Auch Sammeltaxis verkehren regelmässig zwischen Stadtzentrum und Burg.

Betreten wird die Burg in der Regel durch die mächtige Toranlage, die Elemente aus verschiedenen Jahrtausenden enthält, aber im Wesentlichen aus dem 12. Jahrhundert stammt. Mauern und Wehrtürme umgeben auch heute noch das ganze Gelände. Am Platz hinterm Tor sollte man Führer finden können, sollte man Interesse an ausführlicheren Erläuterungen oder am Besuch der Kirchen haben.

Inneres der Marienkathedrale – Onufrimuseum

Inneres der Marienkathedrale – Onufrimuseum

Im zweiten Gebäude nach dem Tor links befindet sich die kleine Kirche des Heiligen Theodor aus dem 16. Jahrhundert. Aussen sehr unscheinbar, verfügt das Kirchlein im Innern über hübsche Wandmalereien, die dem berühmten Berater Ikonenmaler Onufri zugewiesen werden. Quert man den Platz nach dem Tor mit dem geduckten Aresenal in Gegenrichtung und folgt der Burgmauer nach Westen, gelangt man nach rund 200 Metern zu drei weiteren Kirchen: die Kirche des Heiligen Konstantin und Elena (1629), die Kirche der Heiligen Maria von Vllaherna (13./14. Jahrhundert, sehenswerte Fresken von Onufris Sohn Nikolla aus dem 16. Jahrhundert) und Niklauskirche (16. Jahrhundert). Rund 100 Meter weiter folgt die Dreifaltigkeitskirche. Diese Kirche aus dem 13./14. Jahrhundert ist sehr schön gelegen und zudem gut erhalten. Von der Marienkirche nach Osten gelangt man zur Kathedrale, die heute das Onufrimuseum beherbergt (Details siehe unten).

Folgt man von der Dreifaltigkeitskirche der Mauer im Gegenuhrzeigersinn, gelangt man als nächstes zur Zitadelle, von der aber nur noch spärliche Mauerreste erhalten sind. Im nördlichen Bereich der Zitadelle liegt die Weisse Moschee, ein paar Ruinen eines Baus aus dem 16. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert zerstört. Gleich ausserhalb der südlichen Mauern der Zitadelle liegen die Ruinen der Roten Moschee, gut erkennbar am Minarett, das leider aus Sicherheitsgründen nicht mehr bestiegen werden kann.

Neue Stadtteile von der Burg gesehen

Neue Stadtteile von der Burg gesehen

Etwas weiter gelangt man zum südlichen Ende der Burg. Es lohnt sich, hier den grossen Turm zu besteigen, von wo man eine gute Aussicht hat hinunter auf Berat. Der Blick geht nach Süden in die Berge, wo der lange Rücken des Tomorr (2415 m) das Panorama dominiert. Im Westen liegt der Berg Shpirag, auf dessen Flanken vor Jahren noch gut der riesige und kaum wegzubringende Schriftzug »ENVER« zu lesen war.

Der schwierig einzuordnende Bau am Südende war ein kommunistisches Ausflugsrestaurant. Früher war dies der Standort der Kirche des Heiligen Georg, und auch heute wird das Gebäude wieder religiös genutzt.  Zurück bei der Roten Moschee lohnt es sich, den kleineren Weg rechts zu nehmen. So kommt man an der Kirche des Heiligen Demetrios (1609) und an mehreren schönen, ortstypischen Gebäuden vorbei.

Mit einheimischer Führung, die die Wege kennt, kann man auch den direkten Abstieg vom Südturm nach Berat wagen – Pfade führen nach Mangalem oder sehr steil zur Michaelskirche.

Das Verpflegungsangebot in der Burg ist bescheiden – ein paar Möglichkeiten für frische Getränke sowie um den Platz am Tor ein oder zwei Restaurants.

Gorica

Stadtteil Gorica

Gorica

Eine Steinbrücke aus dem Jahr 1780 verbindet den Stadtteil Gorica mit den Quartieren auf der rechten Osum-Seite. Lange war dies die einzige Möglichkeit, den Fluss zu queren. Erst um das Jahr 2000 kam eine Fussgängerbrücke hinzu und nochmals rund zehn Jahre später eine moderne Strassenbrücke etwas flussabwärts.

Der von Christen bewohnte Stadtteil Gorica lädt zum Schlendern durch die Gassen ein. Vielleicht gelingt einem, ab und zu einen Blick in einen der Höfe der Wohnhäuser zu werfen. Garantiert bietet sich aber ein prächtiges Panorama auf der anderen Flussseite mit der Burg und Mangalem, das zum Beispiel von einem der Restaurants am östlichen Ende des Viertels bewundert werden kann. Gorica verfügt über zwei Kirchen und hoch oben am Hügel über eine weitere, antike Burganlage: Ein Wanderweg mit diversen Informationstafeln, der durch den Wald hoch führt, beginnt bei der Brücke.

Museen

Für Öffnungszeiten am besten die Website konsultieren – die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit (winters durchgehend bis Mitte Nachmittag, im Sommer am Nachmittag während einiger Stunden geschlossen). Montags sind beide Museen geschlossen. Falls die Museen gerade »zu« sind: Die Nachbarn helfen meist gern, eine Person mit Schlüssel aufzutreiben.

Onufrimuseum / Marienkathedrale

Onufrimuseum / Marienkathedrale

Onufri-Museum – Onufri war der berühmteste albanische Ikonenmaler. Er lebte im 16. Jahrhundert und war weit über die Region hinaus bekannt. Ikonen und Wandmalereien finden sich in ganz Südalbanien, aber vor allem in Berat, wo er auch eine Schule betrieb.

Das Museum ist in der ehemaligen Kathedrale (Kloster?) auf der Burg untergebracht, schon so ein sehenswerter Bau. Die Kirche stammt aus dem Jahr 1797. Durch ein kleines Tor betritt man einen hübschen Hof mit Arkade. Die Kirche hat noch eine vollständige Ikonostase und ist sehr gut erhalten (siehe Bild oben).

Angegliedert ist eine Ausstellung mit bedeutenden Ikonen von ihm und seinen Schülern – die Unterscheidung ist nicht immer ganz einfach.

Ethnographisches Museum – Viele albanische Städte haben ein ethnographisches Museum, aber dasjenige von Berat gehört sicherlich zu den besonders sehenswerten. Untergebracht ist das Museum in einem charakteristischen Haus, von der Kreuzung in Mangalem etwa 300 Meter nach Norden etwas abseits vom Strässchen zur Burg.

Im Untergeschoss ist eine Art »Ladenstrasse« eingerichtet, wo einem Basar ähnlich verschiedene alte Handwerksberufe zu sehen sind. Auch künstlerische Figuren sind ausgestellt. Die Treppe führt ins Wohngeschoss hoch. Die Veranda diente als frischer Aufenthaltsort zur wärmeren Jahreszeit. Im Inneren sind verschiedene Räume zu sehen: Empfangsräume, Küche etc.

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Umgebung

Skrapar

Skrapar ist die Region südlich von Berat am Mittellauf des Osum. Zwar etwas abgelegen, aber eine landschaftlich reizvolle Region und von Berat aus gut zu erreichen.

Es gibt in Skrapar zwei kleine Städte: Poliçan und Çorovoda – beide waren früher Produktionsstätten für Waffen. In Poliçan, rund 20 Kilometer südöstlich von Berat, sind Bunkeranlagen noch heute gut zu sehen. Die Stadt kann als Ausgangspunkt dienen für Touren zum Tomorr, aber bietet sonst wenig Grund für einen Stopp. Beliebter für eine Rast ist das Dorf Bogova, rund zehn Kilometer weiter. Ein rund einstündiger Spaziergang am Bach entlang den Berg hoch führt zu einem Wasserfall.

Autor beim Osum-Canyon

Autor beim Osum-Canyon

Bis Çorovoda sind es noch etwas mehr als 15 Kilometer. Südlich von Poliçan wird die Landschaft schnell spannender. Von Çorovoda aus lassen sich ein paar Highlights der Region besichtigen. Der nach Nordosten aus der Stadt führende Weg durchs Tal des Çorovoda-Flusses bringt einen bald nach dem Ortsende zu einer hübschen osmanischen Brücke, deren eleganter Steinbogen früher die Handelskarawanen über den Bach führte. Dahinter beginnt dann die Schlucht von Gradec, die sich hier mit hohen Felswänden in den Berg einschneidet, die Strasse steigt steil an. Besonders eindrücklich ist der Osum-Canyon südlich von Çorovoda. Der Fluss hat sich hier fast 100 Meter tief ins Tal eingeschnitten – senkrechte Wände über viele Kilometer begleiten ihn auf beiden Seiten. Beliebt sind Schlauchboottouren (River-Rafting) im Frühling und Frühsommer – später hat es oft nicht mehr genug Wasser, aber evtl. ist eine Durchwatung resp. ein Abwärtsschwimmen möglich. Auch Umwanderungen sind machbar. Rafting-Touren werden ab Berat angeboten, besser im Voraus buchen. Mit dem Auto kann man auch an den Rand fahren: In Çorovoda am Hauptplatz nach Osten in die höher gelegenen Stadtteile, von dort auf neu asphaltierter Strasse rund sechs Kilometer nach Süden bis zu einer Bektaschi-Tekke – hier hat ein Heiliger einen Fussabdruck in einem Stein hinterlassen. Bei zwei Aussichtspunkten hat man einen tollen Einblick in die Schlucht. Sehr schön ist es auch von einer Brücke noch etwas weiter südlich (unasphaltierte Abzweigung ein paar Kilometer nach der Tekke). Wenig später ist das Ende der Schlucht erreicht. Aber nur etwas weiter südlich gibt es noch einen zweiten Canyon. Kurz vor diesem geht in einer scharfen Linkskurve ein Feldweg ab, der zum Beginn des Canyons führt. Ein Pfad, anfangs mit etwas Kraxlerei verbunden, führt auf einem Felsband ein paar Meter in den Canyon hinein und bietet eindrückliche Aussichten.

Tomorr

Tomorr von Osten

Tomorr von Osten

Den Berg Tomorr (2415 m) kann man gut von Berat aus erblicken. Das Gebiet ist nicht nur Nationalpark – der Berg ist den Bektaschi auch heilig: Das Grab des von ihnen verehrten Abas Ali soll sich dort befinden. Auf der Bergspitze befindet sich eine Türbe, etwas weiter unten eine Tekke (Kloster) der Bektaschi. Eine Strasse zum Kloster geht etwas südlich von Poliçan ab, eine etwas weitere, aber landschaftlich interessantere startet in Çorovoda. Beide Routen sind nur mit 4×4-Fahrzeugen befahrbar.

Mitte August versammeln sich Tausende Bektaschi aus der ganzen Welt auf dem Berg, um ein Opferfest zu feiern. Der Menschenauflauf und das massenhafte Schlachten von Schafen ist aber nicht nach jedermanns Geschmack.

Besuche von Weinkellereien

Weinkellerei Çobo

Weinkellerei Çobo

Die Region von Berat und Skrapar ist bekannt für Wein. Die »Kantina Luani« in Berat bietet vor allem Wein zum Verkauf an. Bei der »Weinkellerei Çobo« in Ura Vajgurore ist man schon darauf spezialisiert, Besucher zu verwöhnen. Die Degustations-Tour sollte aber im Voraus gebucht werden. Die Weinkellerei befindet sich direkt an der Hauptstrasse nach Berat, ca. anderthalb Kilometer westlich der Brücke in Ura Vajgurore resp. rund zwei Kilometer östlich der Kreuzung in Poshnja, wo die Strassen von Fier und Lushnja zusammentreffen – gut ausgeschrieben.

Weinkellerei Çobo
Kantina Luani

Kuçova

Kuçova: Vergnügungspark

Kuçova: Vergnügungspark

Die Stadt Kuçova liegt 15 Kilometer nördlich von Berat – doch die kurze Fahrt ist eine Zeitreise: In der Industriestadt ist noch vieles so wie früher, das Stadtbild erinnert noch stark an die kommunistischen Zeiten. Erst wenige Neubauten stehen zwischen den Plattenbauten, die weiten Strassenanlagen werden noch immer von sozialistischer Architektur dominiert und am Stadtrand stehen noch die alten Fabriken. Der kurze Abstecher ist ein interessanter Ausflug in ein anderes, vergangenes Albanien.

Es ist recht ruhig in Kuçova und man könnte gemütlich in einem Café die Zeit verstreichen lassen, wäre da nicht der störende Gestank. Kuçova wurde als Zentrum der albanischen Ölindustrie gegründet, und noch heute wird hier Erdöl gepumpt. Auch zwischen den Häusern der Stadt stehen Ölpumpen.

Liebhaber sozialistischer Architektur kommen im Stadtzentrum auf ihre Rechnung. Hier stehen noch die alten Verwaltungsgebäude, Kino und Kulturhaus aus kommunistischer Zeit. Die ganze, auf dem Reissbrett geplante Stadt ist sehr grosszügig angelegt mit zahlreichen Parkanlagen. Pitoresk ist auch ein kleiner Vergnügungspark mit Risenrad, Rutschen und Schaukeln. Leider ist vieles am Verfallen, auch wenn vor ein paar Jahren vieles erneuert worden war. Albaner fühlen sich hier in ihre Kindheit im Sozialismus zurückversetzt, als es solche Anlagen in vielen albansichen Städten gab.

Perondi: St. Niklaus-Kirche

Perondi: St. Niklaus-Kirche

Eine weitere Sehenswürdigkeit von Kuçova ist die Sankt-Niklaus-Kirche im Nachbardorf Perondi. Die Kirche stammt aus dem 10. Jahrhundert. Im Inneren ist sie schlicht gehalten. Reste von Fresken warten auf eine Konservierung. Einer der Nachbarn schliesst die Kirche gerne für Besucher auf. Perondi ist auf kleiner Strasse von Kuçovas Zentrum aus erreichbar (vom Geschäftszentrum etwas den Hang hoch und dann nach Süden), kann aber auch von der Landstrasse aus direkt angefahren werden (erste Abzweigung nach Osten nach dem Luftwaffenstützpunkt) – in jedem Fall landet man im Ortszentrum, wo auch die Kirche steht. Am Hügel neben der Kirche wurde ein kleiner Park angelegtg, von wo man Aussicht über die Ebene hat.

Kuçova bietet reichlich Cafés und Bars und im Park beim grossen Platz auch ein, zwei Restaurants. Nach Berat sind es rund 20 Minuten – Abzweigung in Ura Vajgurore zehn Kilometer nördlich von Berat. Zwei Nebenrouten führen von Kuçova nach Nordosten in Richtung Elbasan: eine über Bellsh durch die reizvolle Hügellandschaft Dumreja, eine entlang des Devolls.

 

Weitere Umgebung

Von Berat aus können gut auch die anderen Sehenswürdigkeiten Mittelalbaniens oder auch Vlora besichtigt werden.

 

Verkehr

Anreise

Busbahnhof, Bleimoschee (2003)

Busbahnhof, Bleimoschee (2003)

  • Auto – Berat erreicht man am besten von Lushnja aus. Die Strasse von Lushnja nach Ura Vajgurore war 2015 frisch erneuert und asphaltiert. Die Strasse von Fier ist noch auf der ganzen Strecke eine einfache Landstrasse, stellenweise in schlechtem Zustand.
    Man erreicht zuerst die moderne nördliche Vorstadt. Dann geht es unterhalb des Burgfelsen ins Zentrum – an der nächsten Kreuzung links halten!
    Von Süden ist Berat nur mit geländegängigen Fahrzeugen erreichbar (siehe unter Weiterreise).
  • Busse – Aus Städten im ganzen Land fahren regelmässig Busse nach Berat. Abfahrtsort in Tirana ist im Busdepot für den Süden (beim Platz »Shqiponja« mit dem grossen Adler). Vom Busbahnhof in die Innenstadt verkehrt regelmässig ein städtischer Bus.

Weiterreise

  • Auto – Die Strasse nach Skrapar ist in gutem Zustand, asphaltiert. Aber Berat und die ganze Region sind eine Sackgasse, falls man nicht über ein gutes Offroad-Fahrzeug verfügt. Achtung: Die auf vielen Karten ausgewiesene Strasse nach Këlcyra (zwischen Tepelena und Përmet) ist in einem sehr schlechten Zustand und braucht auch mit 4×4 viele Stunden. Die anderen Routen weiter südlich von Skrapar nach Frashër und Përmet sind ebenfalls nur mit Offroad-Fahrzeug auf schlechten Strassen zu machen.
  • Busse & Sammeltaxis – Der Busbahnhof liegt am nördlichen Stadteingang, rund 45 Minuten zu Fuss von der Innenstadt (schneller mit dem städtischen Bus). Es verkehren Busse von Berat nach ganz Albanien und nach Griechenland. Auch nach Skrapar fahren täglich Busse.
    Website Busbahnhof mit Fahrplan
    Detaillierter Busfahrplan 2015 (PDF)

 

Essen & Trinken & Schlafen

Abendstimmung mit Tomor

Blick von der Terrasse des Hotel Mangalem: Abendstimmung mit Tomor

Berat verfügt über eine Vielzahl von Hotels und Guesthouses. Die meisten sind im zentralen Stadtteil Mangalem oder in der südlich angrenzenden Innenstadt, es gibt aber auch einzelne Unterkünfte in Gorica und im Umland. Bei Ausländern beliebt ist das in einem alten Gebäude untergebrachte »Hotel Mangalem« ganz unten an der Strasse, die zur Burg hoch führt. Die Terrasse eignet sich auch gut für ein Mittag- oder Abendessen mit Aussicht. Daneben finden sich in der Stadt aber noch zahlreiche andere Restaurants – besonders gute Aussicht bietet sich von einem der Restaurants in Gorica.

Das Nachtleben beschränkt sich auf ein paar Clubs am Wochenende. Abends trifft man die halbe Stadt in der Fussgängerzone für einen Kaffee, ein Bier oder auch nur beim Spazieren.

In Çorovoda gibt es auch ein oder zwei Hotels.

Einkaufen

In der Burg und in Gorica gibt es immer wieder Gelegenheit, von Einwohnern Handwerk (Stickereien, Holzschnitzereien, Gemaltes) zu kaufen. In der Stadt finden sich weitere Möglichkeiten, um Souvenirs zu erwerben.

Wetter

In den Kesseln zwischen den Hügeln staut sich die heisse Luft – so wird es im Sommer rasch sehr heiss. Im Winter sollte es nicht allzu kalt werden.

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8 thoughts on “Berat

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  5. Berat ist wirklich eine tolle kleine Stadt. Und es ist auch wirklich schön, von der Burg aus über die Häuser und die Berge zu schauen. Auch der beschriebene Ausflug zum Wasserfall hat sich wie ich finde gelohnt. Anfang Herbst hat man Berat und die Umgebung auch fast für sich alleine.

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